Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 309 (30.11.1919)
- Date
- 1919-11-30
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Wiener Morgenzettung SO. RovemVer 1910 Rr. 309_ Wim» Tonntag Bühne mrd Kunst. Theater an der Wien. - i»D or,f »tu f i f a n ie n", Operette in drei Akten von Robert Bodynzky und Leopold Jakobson., Musik von OSkar Straus. Nach dem mißglückten Ausflug ins Reich der Oper kehrt Oskar Straus zur Operette zurück. Seine Textdichter haben diesmal ein gewisses Neinlichkeitsgefühl bekundet und sich vom schlimmen Unfug' sonstiger Librettisten sernzuhalten verstanden.' Sie Verleger die Handlung in ein Geigenmacherdorss, wo Friedl, der Geigenbauer, gerade vor den.Preisrichtern Meister-- ehren gewinnt. Aber jene, an die er in seinen Träumen dachte, ist ihm in der Stadt entfremdet worden und will nichts mehr von ihm wissen. „S'tadt und Land" heißt also der nicht .gerade neue Kvnfliktsstofß der die Handlung in ihrer Weiterentwicklung bewegt. Ftiedl wird später gefeierter Virtuose, aber er erkennt' die Schwäche seiner Angebeteten und reicht einem schlichten Mädchen aus. dem Dorfe die Hand zum Buud«. H'ir Sentimentalität, Humor und Laune ist gesorgt und die Schauspieler habe» keinen Grunds mit ihren Rollen junzufrieden zu sein. Hubert Marischka zeigte sympathische EirlfachLeit im Spiel, und Ernst Lautenhayn brachte mit seiner ''PaÄneM Ka.rtyIjs.ch.-.hÄs Publiftliw in beste Laune. Betty Fischer war der Rolle gerüäß ziemlich unsympathisch in Spiel und Gesang. Die musikalische Fundierung dieser Operette, die gute MaWarschäst mit dem Volksstück hält, zeigt , gewinnende Züge. - Die Partitur ist sorgsam gearbeitet und enthalt manchen feinen Einsall, der die Lebenskraft ungezählter Aufführungen in sich trägt.' Dagegen ist »un einmal nicht anzukämpsen. Aber solange die. Operette nicht tiefer sinkt als auf das Niveau dieser Novität, ist sie noch-immer leicht zu ertragen. M.' Konzert Jan KuLettk. Der 'Name Jan K u b e! i k hat durch die langdauernde Abwesenheit , seines Trägers eine Act von legendärer Größe gewonnen. Die amerikanische Vergrößerungssucht hat diesen Virtuosen zum 'König aller Geiger erhoben, etwa wie Pade° rewskis Hort'.als erster aller Klavierspieler galt. Der Klavierbirtuöse erhielt von Amerikas Gnaden den polnischen Präsidentenstuhl. Soweit ging KubelikL Ehrgeiz nicht. Er »ft nyt dem Aesitz einiger Millionen in. amerikanischer Währung zufrieden und komponiert in seinen Mußestunden Violinkonzerte. Nicht weniger als drei davon spielte er an einey» Abend vor dem Wiener Publikum, das durch amerikanische Importe nicht gerade verwöhnt ist, aber an diesem Artikel durchaus keinen Geschmack finden konnte. MB^Klso..,!E .Mharrspipl, den berühmten Mann mit dsÄ-.äuf. -Neklgmei Mfiertxn Lockenkränz an der Arbeit zu sehen. Was zü hören war, litt unter dem lähmenden Eindruck der Häufung Äubelikschcr Kompositionen. Sein Spiel ist bewundernswert durch die glatte Ruhe, mit der die halsbrecherischesten. Schwierigkeiten heruntergestrichen werden. Der Ton ist nicht übermäßig groß, der Vortrag läßt Temperament und Stilreinheit vermissen. Immerhin merkt inan die Klasse, sieht nur die Persönlichkeit auf falschem Wege. Den größten Eindruck, machte die Veranstaltung, auf jene, die draußen geblieben waren, weil sie vergeblich ' die Kassen gestürmt hatte»». Aber bei einiger Geduld hätten sie schon nach dem -netten Konzert -weite Strecken des Saales leer gefunden. ' : ._ Dr. K. M. Der 80. Geburtstag Anzengrubers. Die offiziell« Feier. — Festoorftellimg im Komödien- Haus. Gestern vormittags fand am Schmerlingplatz die vom Slaasamt für Unterricht veranstaltete A nz engrube r- Feier statt. Max (Morold) Millenkovich hielt die Gedächtnis" rede, dcr er besonders stark die fovnle Note.in den Werken Anzengrubers und die proletarische Abstammung des Dichters hcrvorhob. Unterstaatssekretär Gl 3 ckel forderte die Jugend auf, die Werke des Dichters zu studieren und die edlen Tendenzen seiner Dichtungen sich un Leben nutzbar zu wachen. Fünf Bläser vorn Opernorchester bliesen Emln'tungS- und Schlußckorale. — Im Wiener K o m 5 d i e n h a u S, welchesdas Anzengruberdrama besonders pflegt, wurde nachmittags als Festvorstellung „Der Memeidbauer" mit Willy Thaller und Jenny Reingruberals Gäste gespielt. Der guten Wiedergabe des BolksstückeS ging ern Prolog von Dr. Richard Plattrnsteirrer voraus. A«S den Theatern. Svielplan des Duratheaters: Montag den 1. De-ember: .Candida^ fV,6 Uhr). Dienstag den 2.: »Att--tzetdttberg* (5 Uhr). Mittwoch den 3.: »Vaterund Sohn" (5 Uhr). Donnerstag dm 4.: »Die Sterne" (5 Ubr). Freitag den 5r ölig Anlaß des 60jährigen Jub läums des Iournaltstenvnd Schriststcllcrvcreines „Concordia", bei aufgehobenem Abonnement, zu großen Preisen: »Die Journalisten^. Spielplan deSOpernIheate r §: Montag .R'goletto" ('/,6 Ubr). große Preise. Riaoletto — Herr Heini ich L»r m e r vom Nativnaltheaier in Mannheim. — DtenSiag: „Die ttlstigen Werber von Windsor* ('/,§ Uhr), mittlere Preise. Frau Reich — Fräulein Hedy F i ch t m ü l l.e r vom Nationaltheater in München. — Mittwoch: „CarBlIm*» njsticana" (‘/s6 Uhr), große Preise; „Der Dajazw". Tomo — Herr Dr. Eniil Schipper vom Nationaltheater »n München. — Donnerstag: „Der Troubadour" (*/,6 Uhr), große Preise. Azucena -- Fräulein Hrdv F » ch Im ü l l e r, Graf Luna — Herr Heinrich Tiemer (als Gäste). — Freitag: ^Dir Hochzeit des Figaro- (5 Uhr), große Preise. — SamStag: »Die Boheme" (V,6 Uhr), große Preise. — Sonntag: ,D»c Frau ohne Schatten" <4 UM, große Kreise. Bargt — .H«r Dr. Emck S ch i. p p e r als Gast. An unsere geehrten Postabonnenten! Der heutigen Nummer unseres Blattes liegen Erlagscheine zum Zwecke der Erneuerung des Abonnements bei. Wir ersuchen diejenigen unserer geehrten Postabonnenten, deren Abonnement mit Ende dieses Monates abläuft, um rechtzeitige Erneuerung, damit in der Zusendung unseres Blattes keine Unterbrechung eintrete. BezugsLedingungen: Für Mterr mrd das sonstige Deutschösterreich: mit Pc-stvrrsand Monatlich . . . Kronen 9.— Vierleljädiig... * 27.— Halbjäh'ig. 52.— Ganzjährig... „ tOO.~ Für die Tschecho-Slowakei (in tschecho-slowa- Kisch er Währung): mit Postverland Monatlich . .Kronen 9.— Nieltelinhrig . * 27.— Halbjährig .... . 52.-- Ganzjährig... * 100.— Für Deutschland monatlich Mark 5.- , Schweiz Frailiken 5.—' für das übrige Ausland vierteljährig Kronen 30.—. Administration der „Wiener Morgenzeitmtg" Wien, .»., Labvrftraho 1-3, Tel. 44.038 und 43.310. .Spielvlan der BolkSovcr. Montag um ^6 Uhr: ..Rigolrtto", Gastspiel Klara MM. Dienstag um 4 Uhr: „Lohengrin". Mittwoch um 5 Uhr: ,Der Ztgcunerbaron". Donnerstag nm V.5 Uhr: Fenaliondsvorsiellung bei erhöhten Preisen. Gaüsviel Kammersänger William Miller, „Die Jüdin". Freitag um Uhr: Neurinstuviert, „F,desto". Samstag um V.6 Uhr: Gastspiel Klara Musil, „Manba". Sonmag nachmittags um 7,2 Uhr, bet kleinen Preisen: „Das Schncewlttchcn im Donautal": abends um V46 Uljr: .Fcrialsondsvorstellung bet erhöhten Preisen, Gastspiel William Miller, „Orallem ruslicana", hieraus ,Dcr Bajazzo". Montag den 8. Derember nm 7*2 Uhr, bei klcincn Preisen: „Der Ft eischütz"; V«6 Uhr: „Die verkaufe Braut". Dienstag um * 1/a5 Uhr: „sJlTba". Mittwoch 7.6 Uhr: „Hosfmarms Etznblunsien", Gastspiel Klara Musil. Donnerstag ^6 Uhr: „&» Ttavmra". Jtn Wiener S1 a d t t h e a t e r kann das Lustspiel i n F r e u n d d e r F r a u e n" von Alexander Dumas in den nächsten Tagen nrcht au) dem Swelplan erscheinen, da Joset Jarno eme Reise nach Deuischland anlreten muiZte. Gleich nach setncr Rückkehr am Samstag den 6. Dezember wird das erfolgreiche Stück wieder gegeben werden. Die N e n e W i e n e r B ü h n e bringt DienZtag den 2. Dezember die Nrueirtstndierung von Nestrops '„(£ t n e n Jux wrll er s r ch machen" mit den Herren Lessen— W in bet l, Stark — Melchior, Elisabeth Bergner — Chrlstovhcr! und dm Damen D e l l a r m i, N e u tt ä d t e r, Pauli,, B i e r a, W e n g e r d i und den Herren H e n d r » ch S, L v v r ic M t k»' ch. S ch ü y. Schrecker. Ui beracker in den übrigen Rollen. — Regie: Ludwig Stark. Couplets und.Gcsangsvortiägr aus anderen Stücken Nestroys neu vertont' von' Kavcllmrister Oskar Dud, Tänze emstndtert vom Ballettmeister Reingubrr, Bühnenbilder von C. F. Werndorsf. Bcgmn Vr6. Uhr. In der R e n a i s s a n c e - B kr l> u e (Direktion Harry Wal den findet heute nachmittags um lfß Uh r bei kleinen Prcncu dte erste Wiederholung des lusttgm KindermärchenS „D t e I a h r t a u s e n d n a ch t" von Dr. Wilhelm Stekel und Otto Eifeuschitz stakt. - Donnerstag abends ist daselbst dte Erstauffühtuug'der Neukinstndikrung von ^D e r. K 8 n t g d e s Lebens" mit Harry Walden als Oskar Wilde. Die Vorstellungen von »Der König des Lebens" beginnen präzise um V26 Uhr abends. _■_ Die Aufhebung der Galerie-Stammsitze in den beiden Staatstheatern. Wir erhalten vom „Jntereffentenverband des Theater und Konzertpnblikums" (Jvtuk") folgende Zuschrift: Zu den von einigen Blättern veröffentlichton Artikeln zur Aufhebung der Stammsitze auf den Galerien der beiden Staatstheater, ersuchen wir Sie höslichst'mn Aufnahme folgender Zeilen. Das „Aktionskomitee zur Abstellutrg der Mißstände bei der Kartengebarung des Burg- und Operntheaters", dessen Nachfolger der jetzt bestehende Verbmtd ist, hat seinerzeit bei der hofärarischen - Verwaltung rmter anderem durchgesetzt, daß die Galeriestammsitze ab 1. Jänner 1920 aufgehoben werden. Maßgebend für diese'Forderung-waren die Untstände, daß durch das Stammsitzabcnnement die größte Zahl der guten Sitze dem Verkauf entzögen wurden, chaß leider mit manchen Stammsitzen Agiotage betrieben wurde, und daß ettdlich die Stammsitzabonnenten ihre Sitzplätze zu Aufführungen, die sie nicht selbst besuchten, häufig an Bekannte überließen. So entstand ein Kreis, der zn den Vorstelltmgen in das Burg- und Operntheater jederzeit Zutritt hatte. Es geht nicht an, daß ein kleiner Teil von Kunstverständigen — wenn man auch annimmt, daß alle Stammsitzitchaber kunsiverstärtdig sind — auf Kosten des Großteils der Kunstverständige,», die schwer oder überhaupt nicht in die Theater kommen können, benachteiligt wird. Selbstverständlich trachtet der ^Jvtuk" nun darnach, jedem einzelnen den Bezug von Karten ohne Agiotage und ohne Benützung von Hiitter treppen zu sichern. Dieser Tage wird ein von der Verbandsleitung genauest durchgearbeiteter Plan fertiggcstellt und der Vcrwaltu»»g. der StaatStheatcr vorgelegt. Ebenso werden in Angelegenheit des AgkotagewesenS die erforderlichen Schritte eingelcitet, so daß cs in Zukunft jedem — auch den Beschäftigtesten — ermöglicht wird, sich endlich auf geradem Wege Karte»» zu verschaffen. Reinhardts „Theater der Füuftausend". In Berlin wurde am Ä<. ^November Neinyardis große? Schauspielhaus mit der „Orestic" von Aeschylos, »n der llebertragung von B 0 i t m 0 e l l e r, eröffnet. Zwar nicht für 5000. wvhl aber für 8500 Personen ist Platz in dem Theater, zu dem der ehemalige Zirkus Schumann non dem Dresdner Stadtbanrat Poelzin umgcbaut wurde. DaS ungehetcre Ru.nd des ZuscbouermumeS überwölbt eine Kuppel, die eine Decke mit tropfstcinartiger Ornamenrik erhalten bar, um so die Schallwellen zu zerstreuen ur»d ihr Zttrückfullcn in den Zuschauer« ym»« zu verhindern. Die üver 80'Meter'brette Bühne ragt'» weit in das Parkett hinaus; die Darsteller bewegen sich so gleichsam im Publikum. Die' Beleuchtung im Saale und in den wetten, in prächtigen Farben gehaltenen Vorräume» ist durchwegs.indirekt; ihre.Träger, sind vielfach die . Gäulen, in denen das 'Eiserrgerüst des früheren Zirkus steckt und die der Architekt mit einer-phantastischen Dekoration' Von palmen« artig wirkenden Umkleidungen versehen hat. Die Eröffnungß»' Vorstellung wurde zu einem gesellschaftlichen Ereignis, zum!, ersten^ dieser Art in» republikanischen Berlii». Die, meiste» Mitglieder der Regierung, 'sehr viele Abgeord»»ete, die Mit« glieder der städtischen Behörden waren anwesend. Die Auf-'- Führung der „Orestie" wirkte mit erschütternder Gewalt. D»ei.. Klytamnestra spielte Frau Agnes Straub und Motssi gab de» ' -Orestes. Der stürmische Beifall des Publikums rief Mmer ' wieder diese beiden Darsteller und neben ihnen Max "'Rein--- Hardt vor den Vorhang. . Die Ueber-Krltiker. DaS in Troppau erscheinende sozial- ' demokratische. Organ „Schlesische. Volkspresse" berichtet:- Für die armen Theaterkrittker ist eine böse Zeit herangebrochen! Eine Kritik der Kritik ist ihnen in dem „Lokalausschuß der Mitglieder des hiesigen Stadttheachrs" .entstände»», die über die Kritik zu Gerichte sitzt. Erscheint eine tadelnde Kritik , über eine marrgelhafte Leistung eines Mitgliedes, so tritt der Aeropäg der Ueber-Kritiker zusammen, verdonnert den Re-' ferenten, spricht' ihm seine „Mißbilligung" aus und 'verurteilt ihn zur „Niederlegung seiner Tätigkeit als Kritiker!" Ein solcher „niederschmetternder" Schlag ist eine»»- hiesig«» Theaterreferenten von seiten des „LokalausschusseS"^ zuteil geworden in Form einer Zuschrift, die ihm die „Mißbilligung" ansspricht »tttl> ihn „auffordert", seine Tätigkeit "als Krittler', rnederzulegen l Und das dafür, weil er es gewagt hat, unzu» ' längliche Leistungen einzelner Theatermitglieder zu tadeln. . May dretmatifiert. In» Münchner Deutschen Theater sptett »nan zurzert eine Dramatisierung von Karl Mays ,W » n n e t u". _ LLLeraLrrr WissMschaft. - Eine MLfche Huldigung \n Polen m XIX, IahrlMnderL. Mitgetetlt von Dr. N. M. Gelbe«. Der französische Ingenieur Jean-Claude P.irr g s». r 0 n, der' in der Festung zu ZarnoSc »»» den Jahren 1760 tziL^ 1763 beschäkttgt war, berichtet in emem Briefe^) vom 19. SepttMder 1763 über folgendes I u d e t» f t ft: Beim Fürsten C;a»lo»ysk» fand in Zmuose eine Feier ßaik., Nm 3 Uhr nachmittags zeigte sich eine große Judcnmmge vor dem. Gitter des Palais: an ihrer Spitze kamen ern jüdischer Reitermi» einer großen Pnpve in der Ha»»d, ein anderer Jude, .türktsch gekleidet", mit einem Schwert in der Hand, und noch sechs Jtchen > unter Musikbegleitung mit einem Kuchen tu». ' . Der Syndrküs der Juden tragt tn der Hand ein Silber» decken und Trinkgesäße, sünf andere Juden tragen Silbertassen^ " gefüllt mtt Äucker, Kaffee und Zitrone»». DreseL Gefolge wird vv«-- zahlreichen Jude»» unv Jüdinrten begleitet. Als sie in der Mitte des SchloßhoseZ waren, stieg der-erste Jude voy» Pietde ab und begann mit seiner Puppe zu tanzm,. wobei rr nach dem Takte der »jüdischen Musik" rmglaubltche' Sprünge »nachte. Der Türke tanzte hernach allein und dann auch, ml seinem Freunde. ' . Nach kurzer Zeit trat e;n Sprecher vor und begann eine:. hebräische Ansprache (cki8e»urs bebreu), worauf die Iaoettmriige. unter großem Geschrei und Händeklatschen antwortete. Htttänf sang man er» Lied. Nach dem Absingen' ranzen sie jüdische, ■ polnische „Kosaktänze" und ^inajouliuvs". Später ging »nan ms Palais, urn die Geschenke ^u -überreichen. wobei »nan eme zweite Ansprache (polnisch, laketnssch und deutsch) hielt. Nach Ueberreichnng der Geschenk« zog »nan sich zurück. , . . Nach Pingeron soll eS sich mn eine jüdische religiöse Zerernonie bandeln, was ja unmöglich »st. Es kann höchstens, - eine Huldigung sein; m»n »st die Frage, ob sie alt »md nm lokal iet. Wer weiß hierüber Auskunft zu eitetien? So fragt Dr. Gelber rn den ^Mitteilungen für jüdische Volkskunde." Dienerin. Roman von Walter Schmdell. Berlik», INS, S. F i s ch e r. Von dem Autor weiß ich nichts weiter, al§ waS mir fein Buch sagt. Das aber redet eindeutig. Ein junger Mensch, der seinen ersten Roman in die Welt hinansseudet. Die jetzt übliche, lose Szenenreihe, bei' der Büchner n»»d Georg Kaiser Gevatter gestanden sind, ist noch einer Anzeige de§ Verlegers vorausgeßange«.- Und dieser junge Mensch lodert, lodert wie alle jungen Literaten von heute,lodert 351 Seiten lang. Es »st keine ruhig« Zecke in dem Buch,nicht inmal rin Dekreftendo m feinem Furioso. Dabei ist die Handlung recht glcichgülüg, wenigstens mir: Zwei Seelen, die, sich'br.-' ständig aneinander entfache»»-, restlos zu Schlacke brennen, dazu der leider noch immer Übliche Kriegshintergrund, jetzt natürlich ohne Hnrragcschrei, der für «tue selbst;«»fletschende Serlrnaualysi.' die Mauer machen muß. Aber die Sprache, die offenbar brr Grund ist, warum rin angesehener Verlag dieses Anfangerbuch genominen hat! Hier spielt etnrr ans einem eigenen Instrument seltsame, nicht immer ganz verständlich e Wessen, di r auch auf den Widersinn ' benden ihren Euidrucknicht verfehlen. Ich gesteht, daß ich den grmeincn Wortsinn, nicht weniger Sätze, nicht zu enttätseln vnmag, und ein paar Verse von Hölderlin, den »»»lferc Innzc»» so gerne zitieren, sind die klarste Stelle in dem Buch. Noch behandelt Schendetl die Sprache wie ein überkrWgcr Retter ein cdleS Roß, er'verreißt sie ohne Not, daß sie sich immer wieder kerzengerade ausbäumt. Aber er-wird schon noch reiten lernen. Der schon. Denn in all den schwülstiger» Adjektivcn, gewalttätigen Bildern und verrenkten Konstnckrionen lebt unverkennbar ein werdendes Können und ein zum Formen mischlosseuer Dille. Ny. ÄNchard Beer0Hoffman»: Schlaflied für Mirjam. S. F i s ch e r-B e r l a g, Berlin. PrerS iMarl, . -' Der Verlag bat dieses Sch l a s l r c d j L r M» r^a!m v ob N 1 ch a r b B e e r -- H 0 s fm au r» 'als Sonderausgabe »n besonders schönen»,Druck verösscnrlicht. Jedem der-die'-in »vundttbarcm Klang gelöste Lrbensstimnttttig des Gedichtes »vnd diese Einzelausgabe berechtigt erscheinen. Ost gehött, auf ct»»c anonyme Wetse bekannt, kan»» daS 'Gedicht mn ganz;.»:m Besitz, oll der vrrlen werden, die feine ergreifende Verklär chrit lieben. Hasonclevere Die Entscheid i» v g, Komödie Vanl Cassrrcr. Berltn. Walter Hasenclevetist nnter dm Dichter!» des fkn-strr» Deutschland einer, der gewiß seine eigene Note hat. Ab« man *) Dieser Brief wurde von Salomo»' R r: 7t « cöfk f.'p'xcKlt'* f3o ’» Tie tle?5 Jaifs *»• XV!|!. trii; r'-: *. 'csiemlich:. ' ' ' " ■ - ■ ‘ v t'/.'-