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Wiener Morgenzeitung · 1919-11-30 · Heft 309 (30.11.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 309 (30.11.1919)
Date
1919-11-30
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ult. 309 Wien, Sonntag ------——-—-—- Vom jüdischen Realgywnnsinm. De» erste Elternabend. — Die Beobachtungen de« Lehrkörpers. — Die Prinzipien des Unterrichtes. In aller Stille wächst in Wien ein Indisches Knlturiverk, von dein man nicht sprechen muß, weil es imnicr vernehmlicher durch die %n für sich sprechen: wirr. Fm Herbst wurde vom Ilnterrichtsamt des jüdischen Nativnalrates eine jüdische Mittelschule begründet miv zunächst der erste Jahrgang eröffnet. Der Andranghmc so groß, daß drei Parallelklassen errichtet werd'.'n mußten und nicht alle qualifizierten Bewerber Aufnahme finden konnten. In den letzten Tagen fand, der erste Elternabend statt, bei welchem der Direkt«/ der Anstalt, Herr 1 Professor Ke llner (ein berufener Fachmann, der vor hem Kriege am hebräischen Gymnasium in Jaffa wirkte), Über die bisherigen Beobachtungen des Lehrkörpers und über die Prinzipien und Ziele des Unterrichtes in der neuen Anstalt berichtete. Herr Direktor Kellner betonte in seinem sbhr bemerkenswerten Vortrage, daß.ihm und seinem Lehrkörper das Erziehung s p ro b l e m als das wich- . tigste erscheine. Die Erziehungsarbeit beginnt bei dsn Aeußerlichketten. Keine Nachlässigkeit in .Kleidung, Reinlich keit und Ordnung wird geduldet und wenn man auch vom preußischen Gehorsam sy stein weit entfernt ist, so läßt es sich der Lehrkörper doch sehr angelegen sein, die Zöglinge des indischen Realgymnasiums zu straffer Disziplin zu erziehen. Die Kinder stehen unter der Obhut eines Schularztes, der viermal im Jahre gründliche Untersuchungen vornimmt, und ansonst .fortdauernd den Gesundheitszustand der Schüler und Schülerinnen beobachtet. Er wird auch mit den Eltern in ständiger Fühlung bleiben. S-ehr wichtig erscheint es den Lehrern, die Na tu r fre m d h eit der jüdischen Kinder durch Vertrautheit mit der Natur zu ersetzen. Es ist bezeichnend, wieviele von den-Kindern niemals mit einer Katze gespielt haben oder auf einem Berge waren (wie im Naturgeschichtsunterricht hervorkam). Vor aMm darf das jüdische Kind — und da tut Unterstützung durch das Elternhaus not ■— nicht so sehr wie bisnun in abstrakten Dingen leben. Der Direktor ermahnte die Eltern, mit den Kindern niemals über Preise von Lebensmitteln zu sprechen und über das Geschäftsleben zu informieren. Auch müßte zu Hause darauf gesehen werden, daß die Kinder nicht zu lange über den Büchern sitzen. Der Unterrichtsplan ist derart angelegt, daß kein Kind länger alshöchstens' zweieinhalb Stunden täglich zu Hause lernen darf. Dis restliche Zeit muß der Bewegung m frischer Luft gehören. Die Kinder müssen sich ordentlich aus tollen, ihr Frohsinn darf nicht unterbunden werden, wie auch : in der Schule bei aller Zucht während der Nnterrichtsftunden, in den Zwischenpausen ungebundene, .kämeradfchastliche Fröhlichkeit von den Lehrern gerne gesehen wirb. Sehr ernst wird natürlich der hebräische Unterricht genommen. Die Schüler werden nach zwei Jahrgängen im Hebräischen so weit sein wie die Absolventen des ersten Jahrganges im hebräischen Gymnasium zu Jaffa,-und schon jetzt kann man sagen, daß sich die Lehrerschaft im hebräischen Unterricht auf dem richtigen Wege sieht, was vor allem daraus erhellt, daß die Kinder trotz der großen Anforderungen, die gestellt werden, die hebräische Stunde besonders lieben. Ziel des hebräischen Lehrplanes ist der Unterricht in der Bibel. Sie ist das größte Dokument des jüdischen Geistes, und der Bibelunte. reicht, der als I nhalts unterricht gedacht ist (nicht als Religionsunterricht), soll und wird die jüdischen Kinder ganz uniformen. Daß auf besondere Schulung in der deutschen Sprache gesehen wird, muß nicht besonders betont werden. Häufige, gemeinsame Ausflüge in bfic Uckgebuug, eifrige Pflege, des Turnens und zweckmäßige Leibesübungen ergänzen den Lehr- und Erziehungsplan des jüdischen Realgymnasiums. Nach dem Vortrage des Herrn Direktors Kellner folgte eine gründliche Aussprache der Eltern untereinander und mit den Lehrern, in der die freudige. Ge- - nugtuung Über die Gründung und das Gedeihen der neuen Anstalt zum Ausdruck kam und der feste Wille, dem verdienstvollen Lehrkörper, der Pionierarbest inr besten Sinne des Wortes leistet, über alle Schwierig«, leiten hinwegzuhelfen. ° Die Elternschaft beschloß freiwillig die Emhebung eines Heizbeitrages bei den be- . mittelten'Eltern, um so die Fortdauer des Unterrichtes während des Wintärs zu sichern. Auch wurde beschlossen, mit größter Intensität für den neugegründeten I ü d is'ch en S ch u l v erein zu wirken, um'das nötige Budget für die nächsten Jahre aufzubringen, v' r Brot und Kohle. Bessere Nussich.len für unsere Ernährung. . Der Notschrei Dentfchösterreichs ist nicht ohne.. Widerhall geblieben. Die Wahrheit über unsere entsetzliche Lagt, der wir machtlos gegenüberftchen, hat endlich alle Länder außerhalb Deutschöfterreichs) zur Erkenntnis gebracht, baß nüs raschest geholfen werden v muß. Und es wird uns tatsächlich gLtwlsen werden. Diese Botschaft erweist sich diesmal nicht trügerijch. ' Dem Staarsamt für Vottseruährung wurde die Verständigung zuteil, daß aus dem seinerzeit gewährten Kredit ooit 48 Millionen Dollar noch ein N e st b e t t a a vorhanden ist, den die Entente dazu benützen wird, um uns Lebensmittel zu schicken. Wayryasrig hochherzig muß der Beschluß der deutschen Nationalversammlung genannt mch iMMAdM jM LtM fä&ftt Wiener MorgsrrzeiLmrg mit Mehl «auSzuhelfen. Nach diesem Beschlüsse wird in Deutschland zu unseren Gunsten vier Wochen hindurch die Mo'hlra tion um j e 60 G r nm'm.iv ö |cit tlich ge kür z t. Das ist eine ■ ganz gewaltige Unterstützungi Der Verzicht bedeutet, wenn wir eine Bevölke-, rungsziffsr von 00 Müiiomn Menschen zugrundelegett,! ein Quantum von 3 0 0 0 Tonnen in d er.Wo che.; Für vier Wochen wären das 12.000 Donnen Mehl. Dentschösterreich braucht täglich 1100 Tonnen, dieStadt - Wien täglich 064 Tonnen. ) Wie die „Presse de Paris" vom 28. November ineldnj, hat die ungarische R e g i e r« n g an den > Obersten Rat einen Vorschlag gelangen lassen, wie: Oesterreich von U u g ä r n aus tit i 1 Nahruttgs- •: niji11 c Cn versehen werden könnte und der Oberste' Rat soll diese Vorschläge barefts an die zuständige t siuinission verwiesen haben. Leider ist über unsere Ko.)lcnla.ze nichts Günstiges, zu berichten^ Die Einläufe sind immer.n.och sehr gering. und decken nicht einuial den dringendsten Bedarf. Kaum daß die- Industrie notdürftig gedeckt wird und t der geringfügige. Küchenbrand von sieben Kilogramin pro..,.- Woche regelmäßig ausgegeben werden kann. Betrügerische PlatlneirMufer. Aus Prag wirb vom 29. d>. M. gemeldet: Heute wurden hier zwei Männer, die sich wegen des großen Aufwandes, den sie trieben, verdächtig gemacht hatten, von der Polizei an gehalten. Einer der Männer nannte sich John Charles Ha r wi ch und gab sich für einest Amerikaner aus, der andere für einen Polen namens Konstantin P r z t - wo CS fl. Bei den Leiden würde ein Betrag von einer Million Kronen in tschechischer Valuta und 663 Gramm Platin vorgefunden. Der Paß des angeblichen Amerikaners wurde der hiesigen amerikanischen Gesandtschaft vorgelegt,, die ihn als falsch bezeichnete. Während-der Erhebungen erschien der Advokat Dr. Adolf Reumann bei der Polizeidiremon und erstattete namens der Z en trat wechselst ubenA.-G. in Wien die Anzeige, daß zwei Herren namens Härwich und Przeworski von einer Schweizer Firma den Auftrag erhalten hätten, Platin einzukausen, zu welchem Zwecks sie von der Firma eineinhalb Millionen Kronen erhalten hätten. Die Firma hege nun den Verdacht, die beiden seien Betrüger und müssen sich gegenwärtig in Prag aufhalten. Die Leiden wurden daraufhin für verhaftet erklärt. Ferner wurde' der gewesene Kammerdiener des ehemaligen Erzherzogs Friedruh, Artur Lvnghin, und der Handelsreisende OSkar Panzer aus Weinberge verhaftet, die den beiden in Prag Führer dienste geleistet hatten. Harwich gestand, sein richtiger Name sei Emil Karl Hör Witz, Kaufmann ans Wien. * Zrrgsverkeh? mit Ungarn. Bis a ui weiteres verkehren aus den ungarischen Limen der Staalserskiibahngesellschafb die Züge Nr. 28 und 25 M > t t w o ch und ff r e i 1 a g, dafür wird der Zug Nr. 22 als Lokalzug von Bruck nach Wien geführt-. * Sitzungen im Skathanfe. Der Stadlrat hält am -Mittwoch und DouucrStag vormiuags Sitzungruab. Ter Ge«' meinderat tritt Freüag nachmittags um 4 Uhr zu einer Geschäfts« sthung zusammen. » Der Fernsprechverkehr mit der Schweiz wird am 1. Dezember wicder ausgenommen. Wegen der starken Lettungs- Überlastung ist der Svrechverkebr vorläufig nur während der Nachts das ist vou 9 Uhr abendS bis 8 Uhr früh zulässig. * Pest in Konstantinopek. Nachrichten ausSalonrki ' zufolge ist m K o n it a n t i n o P e! die P e st a u S gebto cb r n. Die griechische Regierung hat jiir Reisende aus Konstontmopel eine vienägrge Quarantäne angcordnet. ,. E» Der Flug nnch Australien. Kapitän Roß Smith, der am 12. November-vom Hvunslower fflugfelde abgrflogen ist, nm binnen »0 Tagen nach Australien zu stiegen, ist am 25. No« vettlder in Delhi erngeüoffen. Die Prager Zeitungen vor dee, Einstellung. Aus Prag wird berichtet. »Cech" meldet: Die Bonäie au R o t a t i o n s p a P i c v sind nschöpft, und da die Mehrzahl der Pcwiersabnketi wegcn Kohlenmangels den Betrieb eingestellt hat, üt es möglich, daß Prag in den nächsten Tagen ohne Z e i t u n g e n sein wird. Eiiiqesendet. läa Dicker Aba Piper Dalatyn Verlobte Wien, im November 1919. w77 Sofie Eichholz Ignaz Horner Verlobte Wien, IX. Köln am Rhein Wien, im November 1919. isös u. Innen- T dekoration » in ''rÖsstcr Auswahl, ^ur gedfcfiene Wlßf %1 ’ Krzengnipse. ' (Kcke Karl Schweighofergasse(. Das zionistische Landeskomitee für Deutschösterreich veranstaltet Dienstag dett 16. Dezember 1919 im Sofiensaa! seine Grosse Makkabäerfeier Karten ab 27. November im Zionistischen Bureau» Hm Zirkusgasse 33. B070 . SPIRA , Ull.. SlBbBnslerrn. 1 u. 2 SO. Novemver 1919 'Sette 6 1 lafdiitten Größte Auswahl! Billigste - 'Preise! sio Leotzüld Steinhart, Wien,!., Biberstrüßr 9. 4WW - * Der erste weibliche Abgeordnete in England.' Lady A st o r winde in P i I m o u t h mit 14.495' Stimmen' gegen den Ardeiterdelegierien G a v <9898 Stimmnü znm Ab«- geordneten gewählt. Lady Astor ist der erste weibliche Abgeordnete' m Englands . * SchAe Gutsch» lk., LeopoldKg^sle 26. In dieserf Woche Beginn neuer SchsieÄurse süt kaufmännische . ff ä ch e r, Sie n o g r a p h i e, M a s ch i n s ch r r i b e n UsN d Sprache n. * Dr. Richard Koch, Gesellschafter der Wienerberger Brikeltfabriksgesellschaft, hat sich mit Fräulein L i s l Hof f-, m ann, Tochter des Herrn Severin Hoffmann, Wien,, verlobt.- Aus -er Zeit der Militörgerichte. Ncgierinrgsrat Dr. Helnrick) Steger hatte sich gestern vor dem Disziplinär* rät ver Wiener Adväkatenkammer gegen eine Anklage .zu verteidigen, die Dr. Rober,t Steiner gegen ihn erhoben hatte. Dr. Sieger hatte in einem Vortrage behauptet, das)! viele Militärrichter aus dem Anwaltstande geradezu Henkersknechte gewesen seien und die aktiven Militärrichter an Blutrünstigkeit, Scharfmacherpi und Liebedienerei übertroffen hätten. Zur Erhellung feiner Behauptung berief sich Dr. Skger insbesondere auf einen Fall, der sich in Teschm zwgvträgen. Der Fabrikant Alfred Kohn, ein Millionär, der wegen Blödsinns unter Zwangsvormundschaft stand, hatte Benzirr, daS' dÄ Armee im Felde gehörte, gestohlen. Er wuchs wegen Verbrechens gegen Re Kriegsmacht des Staates an geklagt.- Die Psychiater erklärten, ihn ^für schwachsinnig. Dr. Robert Steiner war der Richter und Kohn wurde zu sechs Jahren schweren Kerkers verurteilt. - Steiner habe sich wie einkontmandierter Richter verhalten und hie Beisitzer des Gerichtes! mit den schrecklichsten Mitteln beeinflußt., Dr.-Steg« brachte noch versmiedene Fälle von Schreckensurveilen zur Sprache.' die von Anwälten gesüslt worden sind. Die VerhandÄNrg endete mit dem Freispruch des Regierungsrates Dr. Sieger. * Zehn»HeAer.Scheine der Gemeinde Wien. Zu dm blauen Zwanzig-Heller-Scheiuen werden am 3. Dezember Z e h »»Heller-Scheinen in der gleichen Größe sowie FÜnszig-Heller-Scheine kommen. Die FiinfzimHeller-Noten sin^ derzcit noch nicht fertig. Die Zchn-Heller-Scheme sind besser aus-, gkstartet als die biShnigm Scheidrnoten. sind vorn rosarot und zeigen nebst der üblichen Inschrift ein Bild des RatbaäsrS. . Der Schwcirzdrnck auf. der weißen Rückseite besagt, daß um eine , -Million Kronen Zehn-Heller-SMeine ausgegrbcn wurden, die bi8 . 30. Juni 1920 gelten und im Laufe des Juni emgelöft werden sollen. * Die neuen Fahrpreise für die Kraftstellwagerr. Morgen treten die im Gememderatr beschlossenen erhöhten Fahr-- vreise auf den Linren der Kraftstellwagen in Kraft/. Sie betragen für eine Teilstrecke K 1.20, für zw ec Teilstrecken K 2—, für dcrr? Teilstrecken 8! 2.60, für vier Teilstrecken K 3.—, für fünf Teststrecken K 3.50 und für sechs Teilstrecken 81 4,—. Die Kindrrsqhrpreise betragen bis drec. Teilstrecken K i,-~ und für mehr als . drei Teilstrecken K 2.—. Für die Nachttarife ist das Doppelte der Tägesmrife zu zahlen, jedoch für eine Teilstrecke K 3.—. Der Gepäckstarif für ein Gepäcksstück bis zu drei Teilstrecken beträgt 8l 1.—, über drei Teilstrecken K 8.—. k Georg Mütter A.»G. Der.Berlag^vo» Georg Mülle r in-München ist in eine Aktiengesellschaft^mit 6 Millionen Mark Kapital umgewanbelt worden. Die Fmanziernng erfolgte durchs eine Berliner Großbank. Zum Generaldirektor wurde Here S. Neuhöf er bestellt. Derselbe Verlag hat den Propyläru», Verlag, der ihm bisher angegliedert war, für eine halbe 'Million Mark an Ullstein & So. verkauft. * Ausweisung der Fremden in Budapest. „VNag" meldet, daß in Angelegenheit. der gegenwärtig im Zuge beftndlichen Entlastungsaktion für Budapest im Ministermut des Innern unter Vorsitz drS Staatssekretärs Ladik eine Konferenz stattfand, in der der NegierungSkommMr für das Flüchtlingswesen, Andreas Liber, dafür «intrat,. daß alle nach dem August- 191.4 in Budapest Eingewandertesi ko u - skriviert und die lästigen Ausländer sowie die autz'der Provin.z Zugewanderten, deren Aufenthalt aus politischtn oder? wirtschaftlicher: Gründen nicht wünschenswert ist,. v us - gewiesen werden. ES wurde ein engerer Ausschuß eingesetzt, der die Bcmtungen in dieser Angelegenheit fort-- setzen wird. . ■ * AVgeordneke, die mit einem Streik drohen. Fünfzehn Mitglieder der tschechischen Nationalversammlung haben/laut' Mitteilung des „Ceske Slovo" dem Eisenbahnministe'r, eine schriftliche Erklürimg überreicht, derzufolge sie den Besuch der Nationalversammlung unterlassen werden, falls dev von Brünn nach Prag abgehende Zug künftig mit erheblicher Verspätung abgehen solle. Hierzu bemerkt das „Prager Tag- Blatt'-': Vielleicht wäre es der Eisenbahnverwaltuug a>u sympathischesten, wenn alle Reisenden streiken wollten. „ * Goldfieber. AuS Christ ran i'a wird gemeldet: Nach Meldungen hiesiger Blätter wird eine grosie norwegische Goldsuche-Expedition vorbereitet, die nach den norwegischen und finnischen Lapp-Marken abgehen soll, wo reiche Goldlager entdeckt worden sind. Man erwartet in manchen Kreisen sogar ein neues Klondyke. Kainpfluftß^e Hausmeist?rimren. Vorgestern abends faub ■ itt Prag eine Versammlung von Weinberger Hausnicisterinlwn im Restaurant Äomensky statt. Nach Beendigung der ziemlich bewegten Versammlung begaben sich etwa hundert- Teil! nehmermnen in die Nerudagasse vor daS Hans Nr. 16.' Sir wollten in dasselbe eindringen, weil der Hausbesitz.'t der Haus Meisterin des Nebenhauses eine gerichtliche Küudi-» gung . hatte zustellen lassen. Auf Einschreiten der Polizei zcr-- streute sich der Haufe der kampflustigen Frauen. - *ltm 80.ÜV0 Kronen für Wien bestimmte Lebens-! mittel beschlagnahmt. Aus Graz wud ims gemeldet: Bei' den gestrigen Abend-, Postsind PersonrnzüM nach Wien wurden von LebenLmittelkontrollorgancn Lebenkmutel im Werte von kl 80.000 Vrschlogoahmt. Sämtliche Waren wn'.dru in G r a z im Schleichhandel erworben und waren nach W t e n bestimmt. *- Verhaftung des Hochstaplers Straßnoff- Szeudr«. Der berüchtigte Hochstapler Ignaz (Miksa) S t r a ß» n o f s - S z e n d r u, der hier im Hotel de France als Graf S z e n d r e i wohnte und derLandescinkausstelle für Licserm'.gcn von seinen Gütern K 160.000 zu entlocken versucht hatte, wurde vor einigen Tagen von Agenten der Wiener Potizeibehörde ver-< Hafter. Stralmofs-Szendnt hat eine sehr bewegte Vergangenheck und verbrachte viele Jahre seines Lebens ttn Kerker. Im Jahre 1909 wurde er noch Ul fimr Jahren schweren Krriers ociurfctlti Nach Verbiismng der Strate im Jahre 1914 hörte man m Wiest mckus mehr von rl,m. bis er jetrt wieder bei dem nmerlichen Betrugt versuch verhaistl wurde» Mywampw«

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