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Wiener Morgenzeitung · 1919-11-30 · Heft 309 (30.11.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 309 (30.11.1919)
Date
1919-11-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 309 Jr-- ■infifc'Wri Wien. Sonntag -■T .j"TitP"—»*- - ÄNenes MorgenzertlMst ■iiNftin.rTitiiiM.; uam-äämtrfunfotii i SO. November 1919 'Sette* I Italienische Propaganda im Orient. » Wie italienische Blätter berichten, haben sich auf Veranlassung des italienischen kommerziellen Bevollmächtigten in S a l o n i k i die Vertreter der italienischen Verlagsanstalten von Tageszeitungen unter der Aegide der italienischen Handelskammer vereinigt, um . die «Grundlagen für eine auSgebreitete kulturelle und künstlerische Propaganda im Orient festzusetzen und so die Kenntnis Italiens im Orient zu erweitern und den Orienthandel zu beleben. Eine besondere Tätigkeit soll hier -aS italienische Institut für den Außenhandel entfalten. Bei der Beratung wurde beschlossen, für diese Zwecke eine spezielle Vereinigung ins Leben zu rufen. In Italien Kat man schon seit langem ein besonderes Ai,genmerk auf den Orient gerichtet und sieht die englischen und französischen Bestrebungen mit wachsendem Mißbehagen. jDie italienische Orientpolitik ist darauf gerichtet, bei der Aufteilung des türkischen Erbes nicht zu kurz zu kommen. Die türkische Frage bleibt bis auf weiteres poch offen und es wird vermutlich nicht so leicht werden, bei der Abgrenzung der Interessensphären der einzelnen Ententemächte zu einem befriedigenden Abschluß zu gedgen, iv ■ Di« mmn MokienrLftrmfte^ Der amerikanische Staatssekretär für Marine hat den Vau von zwei neuen Schlachtschiffen mit einer Verdrängung von 46.000 Tonnen und einer Armierung von acht 46-Zentijmeter-Geschuhen angeordnet. Diese Schiffe werden die größten Schlachtschiffe der Weli sein. Das bisher größte Schlachtschiff war däk englische Kriegsschiff „Hood", daS eine -Verdrängung von 41.000 Tonnen und eine Armierung von acht 37.6-Zentiemter-Geschützen besitzt. Ohne Zweifel wird der Beschluß der Negierung betreffend Schaffung dieser Schlachtschiffe sowohl im Senat wie auch im Nepräsentantenhause auf einen energischen Widerstand stoßen, und zwar wird sich die Opposition hauptsächlich auf die jüngsten - Erklärungen zweier der hervorragendsten Marineautoritäten Englands, des Admirals Lord Fisher und des Admirals Sir Perch Scott, stützen, wonach große Schlachtschiffe für die künftige Kriegsführung gänzlich unnütz sind. Die Opposition wird sich also nur darauf berufen, daß große Schiffe im Zeitalter der ll-Boote nicht mehr das geeignete Rüstwerkzeug darstellen — gegen die Tatsache der Rüstung an sich hat man anscheinend wenig einzuwenden. Man ist sich in den Vereinigten Staaten wohl darüber klar, paß gerade für Amerika das Zeitalter des Weltfriedens nqH picht angebrochen _ Der Jahrestag des Ei»z«gss der in Elsaß. r Zum Jahrestag der Befreiung. Straßburgs und des Elsaß schreibt die «Straßburger Neue Zeitung", die wahrend pes Krieges „deutsch bis ins Mark" Par: „Wir haben in. dem Jahre, das seither verflossen ist, vieles gesehen, das uns nicht gefiel. Es ist manches anders gekommen, als wir erwartet hätten und wir wissen heute, daß es gilt, ein gutes Stück .Arbeit zu. leisten, wollen wir über unsere Freude ob der Befreiung hinaus unsere Freude ob der Rückkehr zu Frankreich nicht getrübt oder gemindert sehen. Es ist auch durchaus nicht unzeitgemäß/ gerade heute hieran zu erinnern; denn wir haben gezeigt, daß wir gewillt find, diese Arbeit zum Wohle Frankreichs m»d zu unserem eigenen Gewinne zu leisten- und gerade dadurch dokumentieren wir, daß wir der Befreiung würdig, daß wir güre Franzosen sind." Der klerikale >,Elsässer" bemerkt: „Wir haben in Frankreich, mit Frankreich festen Boden unter den Füssen, wir fühlen uns nicht als Fremdkörper inmitten der großen Nation, wie uns dies im alten Reich so oft zürn Bewußtsein kam. Wir haben ln unserer Vision ein großherziges, großmütiges Frankreich und empfinden alles als Störung, was dieses Bild trüben gönnte." Zu den Wahlen schreibt das gleiche Blatt in diesem Zusammenhänge: ..Manches, was in diesem Jahr im Lande vor sich ging, konnte zu bedauerlichen Mißverständnissen Ansatz geben. Darum ist um so mehr das Wahlresultat vom 16. November zu begrüßen. Nicht als ob wir'die Sozialisten hierzulande insgesamt als antinational ansprechen möchten. Sie haben in ihrem Programm das formelle Bekenntnis zu Frankreich niedergelcgt. Ihre. Bedenken galten der französischen Partei, in der die elsässischen und lothringischen Sozia- Fürsorge Deutschösterreichs imstande sein, den notleidenden Kindern warme Heimstätten zu bieten, Milch, Fleisch, Butter, Brot, warme Kleidchen für den kleinen frierenden Leib und feste Schuhe? Sollten wir schon jetzt darauf hoffen, daß dieses Morgen schon in erreichbarer Nähe ist, jetzt, wo wir vor dem blanken Nichts stehen, vor Wochen ohne Brot und Mehl, nachdem wir schon lange, lange Wochen ohne Fleisch und Gemüse rechnen gelernt haben und ein Tropfen Milch ein kostbar gesparter Schatz für die Schwerkranken, aber ein Märchen für die Kinder ist! Jetzt, da die Spitäler aus Aohlenrncmgel sperren und arme kleine Säuglinge in der Klinik erfrieren! Wir werden noch lange, lange, als nach der einzig denkbaren Rettung, nach der Bruderhand der ausländischen Juden greifen. Wenn wir heute an das Morgen denken, dann kann uns nur ein Trost über das Grauen und die grenzenlose Verzagtheit hinweghelfen, daß uns auch weiterhin die Hilfe pon außen nicht versagt sein wird. Wir aber müssen hoffen, daß die Juden Wiens uns nicht verlassen werden, daß sie nnS beistehen, und, dem Beispiel der Juden Hollands folgend, auch das ihre dazu Jmt werden, um die Hilfsaktion für unsere unglücklichen Kinder weiter durchführen zu können, die Kosten der Unterbringung unserer Kinder in Holland werden von den holländischen Juden getragen, für die Kosten bis Holland mutz die Wiener Aktion aufkommen. Jeder Jude gebe, soviel er kann! Die brüderliche Opserwilligkeit der holländischen Juden muß unS ein neuer Ansporn sein, mit ganzer Kraft für unsere Kinder einzutretsn. (An«. fr. Red.: Epanden nnmnt frfe „NkÜon V»efdrgung jüdischer KnIhK im .NuKlcyke", 9, Bezirk, Prater- N _ , ... jBgnwMU'iuiji1» - listen aufgehen wollten. Ueberflüsstg, heute darauf zurückzukommen, wie in der Kammcrgruppe der geeinigten Sozialisten die nationale Idee von Elementen sabotiert wurde, die nun das Volksgericht der Wahl zum Teil.verurteilt hat. Es genügt, auf den Umstand hinzuweisen, daß die deutsche Propaganda ihre Hoffnung auf den Wahlsieg der Sozialisten setzte und entschlossen war, einen Erfolg dieser Partei im Land als eine Absage aw Frankreich, an Clemenceau, an den Friedens- Vertrag von Versailles auszubeulen. DaS war vor allem ein Motiv zu nationalen Wahlen. Damit ist der Friedensvertrag ratifiziert und daS Plebiszit vom vorigen Jahr, dessen Gedenktag wir heute begehen, endgültig, mrt dem Stimmzettel bestätigt, unser Verhältnis zu Frankreich besiegelt vor aller Welt." _ Inland. Die Mgemeirre Situation. Dür Politische Atmosphäre ist wieder stark geMem. Gs gibt Konflikte Mischen Christlich sozialen und Sozialdemokraten, zwischen Christlich sozialen und Großdeutschen, lärmende Austritte, die sich eigentlich nur aus der gesteigerten Nervosität der Zeit erklären und beweisen, baß die innerpolitische Entwicklung der Republik für die nächste Zeit von schweren Stürmen bedroht wird. Die kritische Gestaltung der Lebens Verhältnisse ist in Permanenz. Unaufhörlich muß Deütschösterreich an das Ausland heran'.reten, muß um Brot und Kohle bitten und die ganze Arbeitskraft der leitenden Männer wird von dieser Situation so aufgezehrt, daß ihnen für eine gedeihliche, die Lebensenergien der Bevölkerung weckende Arbeit laum Gelegenheit bleibt. Sie suchen alltäglich den Horizont von Italien bis Island um Hilfe für die Kinder ab und sind froh und glücklich wenn ihnen von irgendeiner ausländischen Stadt ein paar hundert Kinder abgenommen werden. DaS ist heute so ziemlich alles, was an positiver auswärtiger Politik geschieht. Es könnte natürlich viel mehr geschehen. Aber die Negierung besteht nur aus Menschen und nicht einmal aus den besten und kenntnisreichsten. Ihre politische Gewandtheit erhellt am besten aus den unaufhörliche Reizungen, die eine Koalitionspartei an der andere« versucht, an dem Aufwerfen von Parteifragen zur ungelegensten Zeit und an der.Art, wie sie sich z« dem Ausland Kellen, das ihrer NevMrrmiü Brot geben soll. Wenn je die innere Politik im lebendigsten.KvnKkt rmt der äußeren geführt werben sollte, dann müßte dies yeuve geschehen, wo alles daraus ankommt, daß das Ausland Vertrauen zu Oesterreich faßt. Aber wie soll man dem englischen, dem französischen Fabrikanten znmuten, einem österreichischen Unternehmer zu kreditieren, wenn er nicht weih, ob dieser die ein gegangenen Pflichten wird ausführen können? Wie soll bas Ausland, dessen Finmrzkraft ohnehin angespannt ist, Oesterreich die Mittel zur Arbeit vorschießen, wenn der ganz verfahrene Karren der Sozialisierung immer wieder aufiaucht, wenn das System dev Räte bei einem sehr großen Teil der Bevölkerung in der entschiedensten Weise abgelehnt wird, aber doch von der im Besitze der wichtigsten Regierungsämter stehenden sozialdemokratischen Partei festgehalten wird, ohne eine gesetzliche Basis zu erhalten? Diese Unklarheiten und nicht zuletzt der immer wilder sich gebärdende Chauvinismus der Straße und der führenden Bildungsstätten, das Wüten gegen Tschechen und Juden, diese Momente geben dem Ausland keine bleibt Stejjjpaaffi jfeetä fitt WetÄer. k A * ,! ■ j WM r r! . i ' ii \ v * Wie „P^rbamenüskorvespo^denß^ erfährt, finden Mischen der böutschösterreichischen Negierung und einem ausländischen ^amerikanisch-französischen) Finanzkonsartium eingehende Verhandlungen statt wegen eventuellen Verkaufes der österreichischen . Staatsbahnen und Wasserkräfte an dieses Konsortium. Als Kaufpreis wird ein Betrag von 40 Milliarden Franks genannt, dessen größerer Teil jedoch von dem auslärckischen Konsortium als Deckung für verschiedene Forderungen an Oesterreich (Wiedergutmachungssorderungen, Ernährung usw.) zurückgehalten werden soll, während der Rest des genannten Betrages der österreichisckM äteßtesuug zur freien Verfügung verbleibe» WÜchss. H t ' ' , l . ■' : < Akster Gesandter in Budapest. VWdapest» 20. November. (Ung. Tel.-Korr.-Bm^ Der SY«Mchksche G(sandte Hans K n o b l o ch, der seit einem Jahre seine Regierung in Ungarn vertritt, wurde aus Anlaß des ReglttUngSwcchsrls bei der gegenwärtigen Negierung neuerlich akkredidiert. Heute mittags erschien er beim Minister deS Aueßerrr Grafen G o m f s i ch und überreichte ihm und sodann dnn Ministerpräsidenten Karl H u s z a r im Palais deS MmrsierpräsidiumS ferne Akkredidive. Aus dreicul Anlässe gab der Gesandte heu freundschaftlich cn Gefühlen Orsiermchß für finKarn Ausdruck. __ Gsiq angesagter KrawM. Me der »Parlamentskorrespondenz" mitgeieilt wird, haben sowohl chcistlichsoziale wie sozialdemokratische Mitglieder der Negierung auf die Veranstalter der heute im KonzerthauSsaale stattfindenden Versammlung Friedmann, Steiner usw. Einfluß zu nehmen versucht, um das Unterbleiben dieser Kundgebung über die neue Wehrmacht zu veranlassen. In dieser Kundgebung soll gefordert werden, daß die neue Wehrmacht der Republik Deutschösterreichs keine politische Parteigruppe sein dürfe. Von sozialdemokratischer Seite wurde erklärt, die Volkswehr werde ebenso wie die Sozialdemokraten eine Gegendemonstration gegen die Kundgebung im KonzerthauSsaal veranstalten. — ES wird also schon wieder gehetzt, um die öffentliche Ruhe, die eine Bedingung für die Existenz Oesterreichs zu stören. Diesmal von oen Gschaftelbuhern, angchlich Richtung. ZIGARETTENPAPIERE « ZIGARETTENHÜLSEN 8 Sie ufc^rtpeffen selbst die hoc ten Erwartungen des Rauchers. ■® aftaaanaaaaBBaaaaasa-airaiMgi' Die Abreise der FMchMUFe. Der Abtransport der galizischen Flüchtlinge stoßt ansi die größten Schwierigkeiten. Die nach dem Oüen obghenden Züge sind mit Passagieren überfüllt, die sich freiwillig zunr Verlassen Wiens entschlossen haben und nicht erst auf einen Befehl der Behörde warten wollen. Aber die Not an Waggons, vereitelt immer wieder dieses Vorhaben. Vorgestern mußt«; ein solcher Zug, der zur Abfahrt bereit stand, von den Jusasien, durchwegs Mischen Flüchtlingen aus dem Ostens wieder geräumt werden, da die , Eisenbahnverwaltung in der letzten Sekunde die Abfahrt mit" der Begründung untersagtes daß sie österreichische Waggons nicht über die polnische Grenze laufen lasten könne, sondern sie in Oesterreich zurückbehalten müsse. - i Wir brauchen nicht erst festzustellen, daß wir schon bei der Veröffentlichung deS Severschen Erlasses im September auf diesen Uebelstand aufrperksam gemacht haben. Auch diü Vertreter der jüdischnationalen Organisationen haben daraus hingewiesen, daß der Erlaß angesichts des Zustandes, m welchem sich das österreichische'Verkehrswesen befindet, vollkommen undurchführbar ist. Es wurde immer und immer, wieder davor gewarnt, dieser Angelegenheit einen politischem Charakter zu geben, weil dadurch notwendigerweise eine Blamage der Regierung entstehen müßte, die der durchs Straßendemagogen aller politischen Farben verhetzten Bevölkerung vorgaukelt, daß eine rasche Entfernung der FreindeU möglich sei und daß dann eine Entlastung der Stadt Wie» eintreten würde. Die Regierung sieht heute schon selbst-ein, welchen Fehler sie begangen hat, aber sie wagt es aus einen leichtverständlichen Angst vor der Straße nicht, die Wahrheit zu bekennen und dem Volk zu sagen, daß zum Abtransport die nötigen Wagen fehlen und daß die Anwesenheit von etwa! 30.000 Fremden, so hoch ist die Zahl der für den gewaltsamen Abtransport in Betracht kommenden Fremden, bei einer Bevölkerungszahl von 2,25 Millionen Seelen k§umj sonderlich ins Gewicht fällt. i Aber nicht allein, daß die Regierung ihren Fehler nichl! eingestehen will, hat sie sich auch gerade in der letzten Zeit zu einer Ausweisungspraxis entschlossen, die im schreiendsten Widerspruch zu dem Wesen einer demokratischen Republil steht und die die Methoden der zaristischen Ochrana west hinter sich läßt. Leute, die seit drei oder vier Jahren in Wert einen produktiven Beruf ausüben, Arbeiter aller Branchen^ Geschäftsleute mit einem offenen Laden werden unter er-, dichteten Vorwänden oder wegen irgendeiner Kleinigkeit plötzlich unter Anklage gestellt und ausgewiesen. Weil sie Juden sind. Leute, die auf Grund deS Severschen Erlasses um die Aufenthaltsbewilligung angesucht haben und die trift tigsten Gründe anführen konnten, erhalten als Antwort einen, vorgedruckten Zettel, wonach sie an einem bestimmten Tag Wien zu verlassen haben. Weil sie Juden sind. Die Jnstruk-, tionen zu diesem Vorgehen stammen — und wir wollen die Verantwortung hiermit ausdrücklich feststellen — von Personen, die auf Grund i hrer Zugehorigkeitzur sozialdemokratischen Partei an leitende Stellen.der Regierung berufen worden sind. Ihre Tätigkeit ist, was daq Verhalten in der Flüchtlingsfrage anlangt, eine einzig« Lüge. ES scheint überflüssig, solchen Personen gegenüber von den Geboten der Menschlichkeit zu sprechen, die eS verhindern müßten, daß jetzt im Winter Männer, Frauen und Kinder jüdischen Stammes au^ ihren Berufen gerissen und einem unsichern Schicksal preisgegeben werden. Es erübrigs sich auch, die Gesetzlichkeit anzurufen, die eine Ausweisung nur einem richterlichen Urteil vorbehält und dem Betroffenen den Relursweg offen läßt. Die deutschösterreichischen Sozialdemokraten kümmern jjch grundsätzlich nicht um derartig«? Kleinigkeiten. j Es gibt aber auch noch eine andere Oeffenckichkeit als die deutschösterreichische, und diese Oeffentlichkeit ist ganz anders beschaffen. Vor dieser wird es schwerlich zu verantworten sein, daß die deutschösterreichische Regierung ihre Verpflichtung, den Friedensvertrag loyal einzuhalten, arg verletzt. Der Friedensvertrag von Saint-Germain, der am 10. September unterfertigt wurde, ist bereits in Kraft er-, wachsen. Der Artikel 381 besagt in Punkt 8, daß der Vertrag für jede Macht mit der Niederlegung ihrer Ratifikation^, urkunde in Kraft tritt. Oesterreich hat seine Ratifikationsurkunde in Paris niedergelegt und sich in einem Schreibe» an die Friedenskonferenz ausdrücklich bereit erllärt, den Vertrag ehrlich einhalten zu wollen. Run bestimmt Artikel 221 des FriedenSverlrages: j- „Die Staatsangehörigen der alliierte» und assoziierten Mächte soll.en auf österreichischem Gebiete für ihre Person, Güter^ Rechte und Interessen Kündigen DKntz genießen." i Die Personen, die von den Severschen Behörden ä«sge< wiesen werden, sind fast ausnahmslos Staatsangehörige einer der assoziierten Mächte. Ihre Freizügigkeit wird nunmehr von dem Friedensvcrtrag garantiert. Hält sich Oesterreich nicht an seine Verpflichtung, so wird die Oeffentlichkeit Auslandes sich ihre Gedanken darüber machen, W«S die reichifche Negierung unter Loyalität versteht und «it toelch« Vorsicht ihre Bet«WrungW und lSersicherungsn aufssnomNSY werde» BMiftea.

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