Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 302 (23.11.1919)
- Date
- 1919-11-23
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Sette L Wirn. Bor'.mvg gearbeitet wird und fiir die Jugend Sedan feiern veranstaltet werden, ist selbstverständlich, aber -aneben wird Unermüdlich der VölkerhaH gezüchtet und -er Gedanke des Rachekrieges in alten Tonarten gepredigt. Der Bund, der hauptsächlich in den höheren Schulen arbeitet und vielfach von den, Schulleitungen offen gefördert wird, wie die letzten Kundgebungen bewiesen, zu denen vielfach die Berliner Mittelschuljugend von der Schule direkt geschickt worden war, macht auch dafür Propaganda,, daß die älteren Mitglieder in die Reichswehr eintreten. T>aß sich tm Vorstande dieses über ganz Deutschland verbreiteten Jugendbundes neben Luden-, dvrss Pfarrer Traub, dem bekannten Hetzpwfessor Roethe auch'Oberst Reinhardt, Noskes rechte Hand, befindet, ist ja weiter nicht überraschend. ' Bei Len Verhandlungen des Untersuchungsausschusses, der sich nunmehr auf unbestimmte Zeit vertagt hat, ist bisher auch nicht viel Neues hdrauStzekommen. Und gegen den Ausschuß selbst lassen sich manche Einwände erheben; schon daß ein Jahr vertzangen ist, bevor es zu seiner Einsetzung kam, ist ein Umstand, der die Wirkung der Untersuchung beeinträch» ttgt und noch sind die von KautSky gesammelten Dokument nicht erschienen. Bedenklich ist auch, daß man Männer als Zeugen einverrromnren har, die von Rechtwegen auf die Anklagebank gehvrw», nicht minder bedenklich, daß der Ausschuß sich zum Teil aus Abgeordneten zrisammensetzt, die dem alten deutschen Reichstag ang-HSrtzn, .dessen schlappe und klägliche Haltung Deutschland» Katastwphe mitverschuldet hat, so daß auch Beth.nann-Hollweg dieses Argument nicht ganz mit Unrecht ins Treffen führen ko ante. Auch hat der Untersuchungsausschuß zu Unrecht fein ganpeS Interesse auf die Frage des U-BootkriegeS lonzentriert. Wollte er ganze Arbeit machen, so hätte er mit der Untersuchung der deutschen Politik nach dem Morde von Sarajevo beginnen und die Frage de- Erhalten» der Deutschen In Belgien mit aller Gründlichkeit prüfen müsse«. Immerhin vertiefen die Ergebnisse der Untersuchung den Eindruck, den man schon vorher hatte, ar.sS stärkste. Uber tro'^em die Tatsache nicht mehr vegzutvischen ist. daß man das politisch unreif« und leichtgläubige Kokk betrogen hat und ohne Bedenken in den verhängnisvollen U-Vootkrieg hineingerannt ist, zu einer Jett, Als man selbst an den Sieg nicht mehr glaubte» habe» die Männer des alten Regimes den Mut^ die Revolution für den Mißerfolg verantwortlich zu machen vnd das ausgehungerte und ^auSgeblntete Hinterland, das seinen letzten Krüppel ins Feld gestellt hatte, der Schwäche zu zeihen.; Die Reaktion , ist auf de« Marsche Ach die Fraye der BLreint-ung der sotz-»listischen Partoien und denen Perstärkung durch die Gruppen deS freisinnigen Dürgertum£ ist gegenwärtig für Deutschland die brennendste. Abe> ScheidemannS Appell allein wird eS nicht znwage bringen. So lange R»S?e4 Methoden nicht durch ei» anderes System ersetzt tvriben, besteht bk Gefahr, daß die Ncaktirn siegt und Deutschland in neues Eiend ßu^ück'.v'.rft. Wilson schmeigt. Berlin, 82. November. Die »B v s s i s ch e I e i l u a g* benchset auS Rotterdam: Aus Washington wud gemeldet, Wilson habe erklär», er würde sich über die Ablehnung deS Friednrsvertrages nicht auSspreche». ehe st me B d tsch a t t o « Den Kongreß «m 1 Dezember verlesen sei. Ein Wort über derr »Lleinr« Msritz". ' Sr hat rm» gerade noch gefehlt, der berüchtigte Kleine. Har den zerzausten Kopf voll Bettfedern, trügt einen kompletten Speisezettel auf der speckigen Jacke und bohrt mit den schwarzgeränderten Fingern beständig in der Nase, so daß ihn de» Lehrer mahnen muß, »sich nicht so viel heraus» gunehnren". Geht eine ganze Woche »Himer die schule" — wer weiß, wo er den Leuten falsches Geld anhängt — und -ist, zur Rede gestellt, mit den frechsten Lügen der der Hand. Hat überhaupt nur mehr Sinn fürs Schachern und addiert beim Kopfrechnen in der Rachenstunde: »60 und 60 ist eine Krone." Bringt von zu Haufe — der Apfel fällt nicht weit vom Stamm— die gröbsten Zoten in die Schule und sagt sie mit zynischem Gleichmut dem Lehrer in» Gesicht. Kurz: ein grundverderbtcr Junge, ein gefährlicher Taugenichts und überdies ein Ekel. Mit seinem christlichen NanrenSvetter aus Wilhelm Dusch' Bubengeschichte ist er nicht zu verwechseln. Er Hütte die Stückchen ganz anders ansgeführt. Wenn man schon die Witwe Botte um die Hühner bringen will, so fängt man sie doch ein und verkauft sie. statt sie zwecklos zu würgen. Wa» man mit dem Erlöse doch spekulieren kann! Und wenn schon der Lehrer Lämpi explodieren muh, so sucht man doch rasch, ehe man die Flucht ergreift, den Tatort nach nützlichen Silber-« lingen ab. Kommt aber schließlich der gute Onkel hinter alle Missetaten, dann hat man eine längst bereitgehallene Gte* schichte bei der Hand, gibt ^>en ahnungslosen Kameraden preis und schiebt alles auf den Max. St, hätte e» der kleine Moritz gemacht, von dem unsere lieben Mitbürger so gern und so viel erzählen. Denn vornchmltch dadurch unterscheidet er sich den den andere» Kinder» tarühmiheiten (als da sind: Der Wiener Schufterjun>«, Ludwig Thomas »Lausbub", da» englische Geschmisterpaar »Bob und Teddy" und der Setzerlehrling Peter Sch„äuzche»i, daß er mehr hinterlistig als ausgelassen, mehr abgefeimt als spitzbübisch, mehr skrupr»«» al» unbändig Ist. Und o» gehört kein allzu feine» Ohr dazu, um au» dem Lr-onden- Lanz. Pen sie um da» wenig anmutondr Haupt diese» Knaben weben, folgende Leitmotive herau»«,hören: »HM, da» ist der iHujtstve jAdttÄe Gauner, der mit k,i-er Hinterlist die >» - , Wiener Mvrgerrzrttung Politische Rundscharr. j Wird der Friedensvertra^ revidiert? Bekanntlich hat nach einer HavaS-Meldnng »uS . Washington der nmetikanische Senat mit 83 gegen 28 Glimmen die Rcuifi^ernng des Frie-cn-vrrtiageS a d g «l e h n t und sich sodaim vertagt. Die Folgen diese- Beschlusses weiden sich nur lang'am setzen, da die inneren Schwirrst keilen der Entenlessaaten alle ihre politischen Kräfte «bsorbterrn. Vrdeutsa« ist in jemm Falle, daß derVLlkerbnnd gesprengt nschemt, noch ehe er geschaffen wurde. Gm Völkerbund, in dem sich Amerika nicht befindet, ist kerve FrsttzmSgarmMt» rbrmvwenig wie der Friedensvrnraz in seiner heutigen Form. Die Haltung Amerikas öffnet den Weg znr Revision des Vertrages, freilich emrn sehr langwierigen und dornenvollen. Aber schließlich »st eine späte Korreitirr eines Fehler? noch immer besser als eine Ber» ewlgimg deS Zustande», in dem die ganze Welt schmachtet. Die MAstlhartfener Aai»errede. Heber die Kaiserr.ede, die da» Friedensangebot der Mittelmächte so entwertet hat, macht P. A. Helmbold, der während deS KrixgeS mit der Sache befaßt war, im „Berliner Tageblatt" folgende Mitteilungen: ES handelt sich um «in .Telegramm vom Dolfsschen Telegraphenbureau über eine Kaiserrede, die «m Tage de» Friedensangebote» im Obe» olsaß gehalten worden war. Da» Telegramm besagte, daß der Kaiser den Soldaten von dem Angebot Kenntni» ge» geben, sie «her zu gleicher Zeit, versichert habe, daß Deutschland unter allen Umständen einen Steg» frieden abschließen und dem Feinde die Bedingunsen vorschreiben werde. Diese» Telegramm war vom Wölfischen Telegraphenbureau etwa sech» Stunden nach bre Nachricht über da» Friedensangebot «ufgygebsn worden u nd gelangte ln die Hände der neutralen und feindlichen Presse, gerade alr die Zeitungen sich anschickten, die auSgearbeiteten Kl-mmentare zum Angebot zu veröffentlichen. In Deutschland ist der Inhalt der Kaiserrede kaum bekannt geworden. Die Rede war politisch nicht zu verstehen, ihre Weitergabe an da» Ausland war ein verbrechen am deutschen Volk. «Gott sei Dank, daS wird die Stimmung in England ganz gehörig abkühlen!" sagte der Träger der alldeutschen Richtung im Haag. Die Deutschfreunde in Holland faßten sich an de« Köpf, kein neutraler, noch weniger ein feindliche» Blatt könnt« angesichts dieser Rede de» deutschen Staatsoberhauptes für die Ehrlichkeit des Wunsche» nach Verständigung «intreten. Dis V»rhart>rrm-en Au» Lemberg wird nn» telegraphiert: »Vpered" meldet, daß^die Verhandlungen, die in Warschau zwischen den Polen untzd den Ukrainern geführt werden, vornehmlich nachstehende Fragen betreffen: i. Die Anerkennung der Selbständigkeit deE Ukraine durch die Polen. Die polnischen Vertreter behaupten, daß sie die Unabhängigkeit der Ukraine nicht anerkennen können, da die Politik der Polen sich auf der gleichen Linie bewegt wie jene der Entente, die die Gelbständigkett der Ukraine nicht anerkannt hat. L. Die Erledigung der Agrarreform in der Ukraine. Dolen verlangt von der ukrainischen Regierung eine Entschädigung für den polnischen Großgrundbesitz, woraüf die Ukraine nicht eingehen könne. 3. Das ostgalizische Problern. In. dieser Hinsicht kam man überein, das Problem vor dem Plenum der Frieden»- . konferenz aufzurollen, vorher wäre eine Kommission zu bilden, die au» polnischen und ukrainischen Vertretern bestehen soll. Die verhandluigen, die eine Zeitlang unterbrochen waren, sind am 18. tz. M. wieder ausgenommen worden. Leute schröpft." «Au» solchen Kindern werden jene Advokaten, die hungernden Arbeiterfamilien da» Bett pfänden." »DaS wird einmal ein lichtscheuer Kerl. Er wird gestohlenes Gut kaufen unlf man wird ihn nie packen können, wenn auch alle Komplicen längst hinter Schloß und Riegel sitzen . . Wir überlasten e» anderen, die Geschichten vom kleinen Moritz unter Lachkrämpfen zu verschlingen und sie, hübsch unterspickt, immer wieder zu reproduzieren, und wollen ehrlich unsere Zehn- und Fünfzehnjährigen betrachten, ob man da» Ebenbild dieser traurigen Berühmtheit unter ihnen findet. " Drüben, im Lande der Not, werden wir wohl kaum zu suchen wagen. V Dort mag de» Dicker» P e r e z »Kranker Knabe" Ieibm/ dessen heiße»' Herzchen zuckt, alschmerzten eS die eigenen Schläge. Dort trägt der kleine »Bonze" die Lost des Leben» demütig und still in das VkanneSalter hinüber, als wäre er nur zum Dulden auf diese gute Welt gekommen. Dort kauern in der Kellerstube Reisen» kleine magere Geschöpfe« zwei i« Vater» und zwei in RutterS Bett. Ihr Auge hat nie - die Freude erleuchtet. Ehe kennen den Himmel nur al» viereckiges blaue» Stück über dem »Hofe und mögen mit den Kindern des Nachbar», der jönseit» M Kreidestriches wohnt, davon träumen, wir wohl di« Welt um die nächste Straßenecke auSfieht... Und au» dem Cheder de» - kleinen VeichselstadtchonS treten paarweise, vom Belfer geführt, bleich« jungen» vm ötzen acht Stunden zergualt. Einer löst sich von ihnen ko», setzt sich an das Ufer de» Flusse», lauscht in sich hinein und geht wieder lernen, hungert und sinnt und studiert, hi» m«n ihn plötzlich an der H«chschule einer -Greßstadt findet. Kein. Hier gedeihen rührend schlicht« Träunier. stumpf« sinnig« Bettler, hungernd« Närthrer und lungensüchtig« Philosophen ~~ ah«r keine kleinen Wkoritze. , G< mag er wohl ein .Westler" sein? vielleicht der gelb« Pub «u» B«»lawitz» der C-»hn der verseitwrten Weißnäherin mit den vier Kindern, der die adqrschabten Hefen de» ältersn Bruder» trägt, immer still in imm VmidvfiM sitzt und so tüchtig sein« Lektionen lernt- Der d-rf sich nicht erlauben, «nen Keinen Moritz zu spielen, denn aeschenöie und Safttag« find nur kür assittste 23 November IHi# Nr. Eine Abrechnung mit den rejchsdeqtschem Antisemiten. Gothekn deckt den d«utschnattousle» Echwindel ans Anläßlich der Berliner Tagung de« Vereines zur 81fr* wehr de» Antisemitismus hielt NeichSmIirifter a. D. tÄ o t* Hein eine.Rede, in der «r anSfÜhrte: Es fei der Gipfel der Verlogen heit, wemi diel deutschnationalen, Antisemiten behaupten, oaß alle diese entsetzlichen Zustände ans das Konto der Juden zu fchreiSeii seren. ^.Die eiusichtrvvllen beutschnatwnalen Führer, DosadowSky und DeKrück, haben «S ihm, so erklärt« Gothein^ persönlich versichert, h>& sie für dr«. antisemitisch« Bewegung nur die vollste Mißbilligung haben. Aus demselben Stand-- vunkt stehe der früher« badische Minister Düringer, Dtzö sind dentschnationale Gegner, die wir hoch achten. Aber diesen beutschnattonalen Führern fehlt der Wilkes der Mut und die Kraft, ihre Meinung in dieser VezidhünK durchzusetzen. GS scheint, daß die antisemitischen Hetzer aw 1,800.000 Gefallenen noch nicht genug haben. Auch, die idpfer der Hungerblyckalw dünken ihnen gering, st« wollerr noch einen blutigen Bürgerkrieg enrfesfelu. Der moralische Zusammenbruch zeige sich aber auch jetzt betden Siegern:; E» sei Hetze, wenn man ihn aus das Korsio der Juden?' schrnbe, Wenn also der Antisemitismus innenpolitisch elnr Unglück sei, da» bekämpft werden muß, so fei er in cmfjen* politischer.Beziehung beinahe noch gefährlicher. Man müssT sich doch damit vertraut machen, daL. diese« FriebsnSvertrag nur dutth den einstimmigen Deschiuy des Bolkerbande» ^geändert werden könne. Bei unserer herabgesetzten Wehrmacht^ .hie kaum bazer «Wredcht, um die Ordnung im Innern aufrechtzuerhalde», foi doch an eine bewaffnete Erhebung deS deutschm Volkes nicht zu beuten. Und trotzdem muß da» deutsche Volk versuchen, diesen Frieden abzuäiidrrn. Da» deutsche Bol? ist daher daraus angewiesen, moralische Eroberungen zu machen. Schon darum muß der Antisemitismus hesett.igt worben. Al» in Wien antisemitische Giraßenlundaebungen stattsanden, di« im Vergleich zu den Berlinern noch sehr zahm und harvelyL waren, Hab« die Entente .sehr scharf and energisch eingegrtf fen. Wollen ek die Antisemiten, so fragte Gothei«, auch darauf ankommen lassen, daß di« Entente auch in Deutschland zum Schutze de.» ^uden «ingreist? VS muß Aufgabe aller sittliche« Kräfte der Nation sein, dieser unmoralischen antisemitische« Bewegung Einhalt zu tun. In * dieser Beziehung soll -die jüdische Bevölkerung den Kamps gegen den AntisemitlSMA nicht allein führen. Gte muß von der christlichen Bertsiferung Int Kampf um die Sittlichkeit unterstützt werden. Daraufhin nahm der Abgeordnete und frühere Reichsmtnister Otto LandSberg daS Wort. Er wies einleiiend' darauf hin, daß manche Sozialisten per Ansicht feien, der Antisemitismus sei «in Klassenp kam Pf. Er kommt bann auf den spaenrnnten jüdische« Kapitalismus zu sprechen und erklärt, daß diejenigen, welche behaupten, da» jüdische Kapital sei äußerst gefährlich, da»' christliche dagegen ein Wohltäter der Menschheit, sparsame Hausväter auf dem Gebiete de» Intellekts seien. Die Wurzeln de» Antisemitismus liezen lediglich in der Pfvchologie und der BolkSerziehnng. tzs gehört die ganze Verlogenheit und Niedrigkeit der an t l s«mit t f che n F ü h re r dazu, deren Privatleben von unerhörten Skandalen strotzt, um den Anti» semitiSmuS anders -u erklären. Die konservativen Führer^ die am S. November auSrtssen und ihren Kaiser im Stich ließen, hätten die Ostmark teilweise preisgegeben und ihre Güter an Polen verkauft. Dt« Juden seien t« ihrer ostdeutschenHetmatgeblteben und werden dafür von den Polen als treue Deutsche verfolgt. Im Westen hat mancher Nichtjude und Dtzutfchnationale versucht, deutsches La,nb an die Eütente zu verschachern. Kein Jude'hat sich dazu hergegeben. Nachchem die Deutschnationalen sechs Monate gebraucht haben, um sich über die Aufnahme oer Juden ist die Partei schlüssig zu werden, haben sie von den jüdische« Herren v. Weinberg und v. Rothschild große Beträge für ihre Partettasche entgegengenvm-. men. Der nächste Parteitag der <Ä>zialdemokraten müsse, um AnttsemtttSmuS Stellung nehmen, neiW o, wie jede andere Partei wird Farbe delennen müssen. Kinder da. Und der engbrüstige, kurzsichtige Kiialw des Klcinkrämer» aus der Aoestadt, der der beste Mathematiker und der schlechteste Turner ist, der weder Schlitlschuhlaufe« noch Fußball spielen kann, ist sehr müde, weil er in der schulfreien Zeit ^Stunden" geben mutz und wegen des weiten Wege» ln die Schule um 0 Uhr aussteht. Jßon einem kleinen Moritz ist nichtan ihm zu entdecken. Aber der frische, rotbackige Sohn^beS Oekonomen «m» der Slowakei, der hat so was an sich. Ja, keck und vorlaut ist er und der Mulrd steht ihm nicht still. Auch kann er' sehr übermütig sein, ist Rädelsführer bei allen Streichen und macht dem Lehrer die Klasse rebellisch. Aber wenn er's zu bunt treibt, ist auch scholl der Vater da. Der hat gottlob eine tüchtige, braune Halld, legt seinen Jakob Über» Knie' und bringt ihn so rasch zur Besinnung, wie der Jakob seine Mitschüler, di« seine Kraft nntrrschätzen und ihm den Juden an den Kopf werfen. , ' Blieb« nur noch der Fabrikantensohn mit den Spatzen^ taute» und in« dem Hofmeister. Er ist blutarm, kimutsch^ wenn ihm einer ein» versetzt, und wird strenge überwacht, daß er nur mit Borzugschülern verkehrt, tiebrigens heitzt er niemals Moritz, sondern Hans oder Erich, und wenn er manchmal in der Melkgionsstunde bedenklich auftaut, so bängt danur damit zusammen, daß der Papa Kultur- Vorstand ist, . Go kann man die Vankreihen getrost abschreiwn. De« klein« Moritz lvird sich nicht finden, Üitser« Kinder sind^ eben »licht besser »»nd nicht schlechter al» alidere. Vielleicht «tu wenig unsres weil sie sich al» jüdische Kinder in fremder Umgebung frühzeitig beobachten fernen, vielleicht auch «in wenig altklug, weil einem jitngen Wesen dies« unwägbaren Unterschiede zwischen ihm und des Aachtar» Kindern so diel rinseme». leidvosse» Denken nutz «tzrütaln verursach». Dafür aber doch wohl in tausend Fällen armiHboflivr, weil schließlich die jüdischen XHfitteV nicht so ohne sind; und nicht selten sehr «tzeliß und innerlich vornehm, al» wollte die Neiur in einzelnen Kremplnren erweisen, daß Tradition und P«r« fulgung «in stelze» Geschlecht schmieden -am, .... Hum Glück dürfen mir W* Fiqnr tae sietwm Moritz schm, tasbolb energlsch »bkehnM weil sie E frr\ unjerem Hot» gewachsen ist.