Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 300 (21.11.1919)
- Date
- 1919-11-21
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit- - w—-- Wien, Fr"'1a9 PolitischeRundschSÄ. ^Kie deutsch-polnischen Der7 anDlnngeu. " ÄttS Wa r sch ü tt wird den..Polnischen Stimmen" berichtet: Die Gerhandtuuyen zwischen Deutschland und Polen werden gegenwärtig an dre, Orieu ncHibtt, und zwar in Berlin, in Pans und m WnrlchiM. Die Berliner Berlmndlungen. vre momentan für kurze Zeit unterbrochen worden sind, führt Nntcrüaatssekretär Wrddlewski. Diese DerhandlmiM betreffen die Urbernabrne . eines Teiles der ehemalkgen deutschen Beamten durch Polen. .In ParrS »ttterhandelt erne polnische'Mck'ion über die Rälwnpm der den Polen zuaeiprochenen Kebrrle durch die DerrffchtN und ihre Belchung durch die polni chen Truppen. Emen wichtigen.Punkt der Verhcrndluncre« bildet auch dir Frage der VerwjMüg der Eisenbahnen auf drnr Gebier« der hmrn Stadt DanzrK. äit Warschau weilt gegenwärtig eine deutliche Mission, die dre Ausgabe Kat, mit istr polnischen Nrgierung über dre R ä u m u n g O st p r e o ß e n s zu unterhandeln. HrüZxshpng dev Banknoten dev Oesterreichischuugarischen Bank in Polen. Wie die „Ä 0 r r e f p ti n b f n \ Expreß" ans W a r sch a m «c^inr, steht in Stütrt . eine Berlautfrarmrg des polmsthen FinaUrm nisters bevor, wonach die auf dein Gchrrre des polnischen Dtaaies zirsulierenden B mknoten der Oesierrerchrsch* llnqarrichen Bank ringezogen werden. Der Umw.ch inngs'ms wird - - VvluMe Mnnig« pro Krone betragen. Der Kampf der ALrainer gegen DrmkLn. KamenetzPodoiok. SO. November. Die Ansi-cuglMgen Sa Armee Dcmkirr, gegen Schmerinka oorzuüoßeu. sind an dem Widerstande der ulrainrschen Natiönalarmer gescheitert. In heftigen Kegenstoßrn entrissen die Truppen PeilsuraS Deaikin Bar; sie »rr'olgen den Feind in östlicher Richtung. Die Revision der rnmSnischen Verfassung. Bukarest, 20. November. (Del.-Ageirtui: Da.cka.) Die rrst^ Konstituante Rumäniens (einschließlich - der neurrwprbenen Gebiete) tritt heute zusammen. Die Konstituante hat in erster Linie nebst der Revision der Staatsperfassuu^ darüber zu entscheiden;'ob Rumänien den' FneLensvertrag von Saint-Germai» zu unterzeichnen . und die am 13. Juni 1919 für Rumänien fest gelegten G ce n ze anzuerkennen hat oder nicht. . EZ kann mit BestÜnmtheit angenommen werden, )aß der jetzige Ministerpräsident, General Daitoianu, sich für den Fall, alS ein Beschluß der Konstituante, den Laini-Germainer Frieden zu unterzeichnen, zustande* tornmen sollte, zurückziehrn und ein Konzentrationskab-knelt unter Führung Ma »ius' Zustandekommen mexhe. ' , Mohamed Ferid Del gestorben. Mohamrd Ferid Bei, der Führer der ägyptischen Rano««lpariei, ist in der Nacht zum Sonntag m Berlm im Alter von 52 Zähren, gestolbm. Er arbeitete seit 1900 mit dem damalige« tziihrcr. dxragyptischkn Nalronalvartel. Mustafa Kemal Pascha, zusamAre« und wurde im Jahre 1908 zum Präsidenten der ägyptischen Narionalparrei gewählt. Ern IStL lebte er t» Europa, w» rr »Lr die ügtzptrsche Sache wirkte. D§r gewesene Ungarische Kriegsminifter WNHelm BSHm beschuldigt Friedrich der Zersetzung der k. u« k. Armee. Der gewesene ungarische Krirgsminister Wilhelm Böhm verösrrnrllcht in der heute erscheinenden Zeitschrist ^Az Ember" mtercssante akterimäßige Enthüllnuge» über die Rolle srS geweirnen Mmsterprostdenren Friedrich anläßlich des Zerfalles der vüercüchilch-ungarischrn Armee. Boh« frrsckvldigt Friedrich damit, daß er.als lmgauscher Staatssekretär im Krregsministerium schon vom 3l. Oktober av-elange» täglich zahlreiche Agrratoren den von per. Front zarückkehrenden Truppen entgegen geschickt bat. die Hans Müllers „Die Sterne". 'Nraufführrmg rm Durgthemrr am 2V. Novcmbcr.i :„Es ist der Kamps zwischen Freisinn und Rückschritt, zwischen Wahrheit und Lüge, der sich vor uns abrollt," — wurde am Tage vor der Premiere in einem Wiener Blatte geschrieben. Wie recht hat doch der Mann! Ganz wie dieser Waschzettel-Satz, ganz so wie diese' phrasenhafte Antithese bekannter Leitartikler „Freisinn — Rückschritt, Wahrheit — Lüge", ganz so ist das Treue Opus HanS Müllers. Nein. Wirgehen nicht daraus ein, diese gut gebauten, effektvollen vier Akte als bare Münze einer ' Auseinandersetzung mit ben. wichtigsten Menschheitssragen zu nehmen- Ein Seelenbranö wird vvrgetäuscht, der doch nur ein kaltes Feuerwerk ist .'; ■ Als Hans Müller ein Jhngling war, gelang ihm manches, reine Lied und wenn er sich treu geblieben wäre, hätte Oesterreich an ihm einen Dichter gewonnen. Aber dieses Leben war von Anbeginn ein« tüchtig angelegte ErsolgSjagd. Ofstnhcit tut in diesen Dingen dringend not: Wie in bestimmten jüdischen Schichten die Hast nach dem Gewinn, nach Geltung in. der Gesellschaft und nach Gönnertmp der M'ychtl)aber den Sinn des Daseins aü'smacht, so wissen manche kubische Literaten — sie stammen gewöhnlich aus jenen Schichten — mit fieberhaftet Betriebsamkeit und erstaunlicher Ellbogenkraft hinauf-,«kommen. Der hochbegabte Hans Müller arbeitete mit größter Akrobatenkunst und noch nicht dagrwese ren Ergebnissen. Nur daß dabei sei« Talent zugrunde ging. Cr begann mit Wippchen-Ditzen, wurde dann zartester Lhriker. später Nobellist und schließlich — alles in amerikanischem Tempo — Dramatiker. Noch entsinne ich mich einer höchst bezeichnenden Erklärung Müllers in der „Neuen Freien Presse", die vor ungefähr 15 Jahren erschien. Er hatte die ^nljaltsangabe eines Stückes gelesen, in dem die Frau aus Li«hL zu ihrem Gatten einen Ehebruch begeht. Flugs berichtigt .vans Müller, dieser Vorwurf sei seirr literarisches Eigentum, er!>abe es ip feinem «von vielen SUlfate* erworbenen" Drama Wiener Morgettzrrrung die Instruktion, harten, die Soldatep zu verständigen, daß in Ungarn dik Revolution m'.5g^iochen se! und die gegen das nnaan'chr Kän-oinni und für d:e Äepistlik Stimmung zu machen Hallen. ' ' ^_ FrüMld. Die DsvmSgerrsübZahr. Gesteru ist der Bericht des'Finanz-und BHgri-MchuistS üt*>r die Regierungsvorlage bettestcnd den J^/^-MWardenkredit im Dcuck rrfchirneu. In dem Beichte wird die Rede zitier;, mi, welcher der Skaalssekretäp si'rr F.rianzen, Dr. Nersch. im Ausschuß hie Vorlage «iubtzglcitete. Der ' StaatSsckrelär lestt unlcr anderem mir. daß die Vorlage der Vermätzensabg q fr * I* 3 < i M-# k r «i * A<t * t« r t iß $'« fU 11* 1 sei» werde. Drr BrrzvHrrung!« dadurch bküMdkt.. der' Smatssekreiar für Flnanzen fünf perschjedeneEntwürfe porgesnuheu habe, hi; zn einem Oamen verarbeite» werden wüsten, und daß das sutzettive und objeklive Verfahren in Einklang'gebrach! werden müsse. AvsfchAtz für Landv«d ForstwirtsÄraft. In der gesfrigeu Swung des Ausschusses für Land- und Forstwirückan wurde' der Antrag K l n g und. Genosten brirrffkufr Nrgtlung der Rmdvirbpnise gemäß den Ausführungem drS D.-richierstatms H o l k e r ßlr a ch e r angenommen. Des weheren erlangte rin Antrag des Abg?ardneien Weigl und mosten benestrvd dir Aendrrung des Wein- Gesetzes hiustchllich drr Zuckrrzuwrrsreng zur Annahme. Kritische Ernährvn^slage in Tirol. Jnnsbrnrk, 20. November. Wie die landesamtliche Tiroler Zellrmgskvrrrspvndrnmeldet, wird Tirol in der kommenden Woche ohne Brot und ohne Medl seist, da seit acht Taoen weder Drrtaetreidr noch Mehl nnttaseu. Die Situation eifäbtt noch msfretvndne dadurch ein» Benchärfung, daß die Eisenbahnongkstekllc« im Faste der EmstMmg der Brotansgabe mit der Arbeitsniederleguna gedroht haben, waS einer vollständigen Stillegung des gesamten Eisenbahnverkehres gleichkiime. Telegramme. D«s WahiresultaL Ln Frankreich. Pnris, SO. November. iFiwkfpnrch.i' Die Erackniffe der Dahlen können nunmehr als v o l l st 8 n d i g betrachtet werben, da KSS Abgeortznei« bekannt sind und die Nenwastken ne den zerstörten Gebieten »nd in den Kolonien erst nach einiger Zeit bekannt sein werde». Dre 586 Mandate verteilen sich wre folgt; Konservative 13 forii^r, W neue Abgeordneie: Liberale l5 alw. btz N'ne: Progressisten 32 ns!e, St neue; Linksrcpublikaner nV alle-, 79 neue: Radikale 87 alle, 80 neue: Sozialistrkch- Nadikole 48 alte, 33 nnie; Sozicilrepudlikcmer 17 alte. 9 neue: aekrncgte Sozialisten 33 alte, 82 neue; S »üalisten der Sondergkvppe 3 alle, 1 «euer. Bei den Kammerwahlen im Jahre ISls'waren 190 Atzaeordnete neugewähli wordeL diesmal 3y0. Gewinne und Berlnste - verteilen sich -.v,e folgt: Konservative Gewinn IS, Berlüsi 1-9.: Liberale Gewmn 49. Verlust 7; Pr ogressisien Gewinn 83.. Bcrlnst 7Linksrepnblikan cr Gewmn 55, Verlnft 19; Radikale Gewinn 9, Verlufh 27; SoMtsteich-Radi» kale Gewinn 10, Verlust 95; Sozialrepudlikaner Gewinn 8. Verlust 15; geeinigte Soziolistm Gewinn 13, Vertust 50; Sozialisten der Sandergruvpr Gewinn 6. Verlust 0. Insgesamt gab es 2100 Kandidaten auf 400 Listen. Paris. 20. November. Die Wählkommisstonm haben die U e b e r v r ü f n n g der vorliegenden Resultate begonnen. ES ist eine Reihe von B x o t e ft c h wkgen verschiedener Unregelmäßigkeiten eingedracht worden, insbesondere werden die Woblergebnisie im dritten Varrser Wahlkreis angefochten, weil die Koppelung der Listen PainlevcS und Aubriot-Levassenr-Rozier «ngewchtey w'wd^ Ein Mirrsstsri^m M'iUeranK—Bsrtho». - Pari», St). November. (Korr.-Vnr.) In polnischen Kreisen büchäst-gt man sich mit der Frage, welche Persönlichkeiten nach dem Nüctsiitt Clemenc <7ns das neue Kabinen b-ldkn dürsten. Man svr.cht »»« einem M i n r st e r r u m M r l l e r a n fr- Bar t h v ». (den Name, weiß ich augenblicklich nicht) verarbeitet und 1 bestehe aus dem Rechte der geistigen Vaterschaft. Bo faßte er die Dichtkunst auf und so wurde „gearbeitet. In steiler Kurve geht's rasch Mm Burgtheater hinauf. Gelegentlich gibt's Mixerfolg,:. Einmal auch einen argen Thsaterskandal, aber jedesrnal siegt der Drang nach vorwärts. Die Er» l-fordenrisse seiues literarischen Betriebes formen die Werke, nicht die innere Senduirg. Heute pflückt man die blaue Blume der Romantik („das Wunder deS Beatus"), inorgen schreibt man ,^cn reizenden Adrian", für Sonnenthall „Die Puppenschule^, fiir hie Roland „Die blque Küste" und für die Junker „Die Könige". Das aber war dev große Wurf. Was er als Jüngling in den Versen kriegerisch angekündigt hatte, bevor er sich auf den Wiener Dichtermarkt begab: „Gemach,, Ihr Herren, nnr ist nicht batrg, ich Hab' meinen eigenen schmetternden Sang", das war. nun bnrchgekSmpft. Der Rekord war jetzt geschlagen. KeineS stinep Werke hat Physiognomie. Man nehme -nur dre Novellen her, die artistisch Schnitzler, Hugo v. Hoffmannsthal, Maeterlinck ober gar Gottfried' Keller nachahmen und von denen kein« Hans Müller erkennen läßt. Nach den „Königen" tönte rings die große Pauke, sogar die „Reichspost" war gewonnen, Katserandien;, AuffülMngen an hundert deutsche» Bühnen -7aber was wesentlich hätte werden können an diesem Mann«, war verschüttet «der verderbt, Dlrfür ist sein neues Drama „Die-Sterne" ein Dokument. Dieder m»cht er sozusagen einen Vorwurf zu seinem „literarv schmr Eigentum". Ein Geistesheld wird «euS Angst um das Leben zum Lügner, schwört seine Erkenntnis ab, gibt seine Schüler preis und, geht an dieser Lüge zugrunde. Aber dieser Hans Müllersche Galilei sollte» das wirklich nicht alle fühlen, dir noch - für das Echte empfänglich sind — spricht über „Freisinn und Rückschritt, Wahrheit und Lüge" wie irgendein Gesellschaftsmensch beim eleganten b Uhr-Tee. Und dieser Papst llrban, der ihm das Stichwort gibt, ist ein so snttkrioniecLnder/ so alltäglicher Vertreter der „Raison", baß die prachtvollste Aufmackmna über das Schabloneuhaste 21, November Uklr- . Nr. 300 Di'e neue italienische Kammer. Rom, 19. November. Korr.-Bnr.l Laut ,.E v v c a!“ uw» saßt die neue italienische Kammer 138 Soziallsten, 81 Katholck« und 2*9 Deputierte, der WMparleien. Lugano. .8 \ November. Im Wahlkreis Mailand wurde» II Syzial-sten. 5 Katholiken, 6 Liberale und 1 Dcmokrat gewählt Unter den gewählten Soziallsten > besinden sich Tu ra ti Trev'es, der Generalsekretär deS allgemeinen GewerkschaftStzundeS D o.r a b o n a nnd. die zwei Mitglieder des PaM» VorstandesM e p o r f.t iwb Bel loti i. Abreifö der amerikanischen Friedeuödelegation au- Paris. ' .Washington, 20. November. (Funkiprvch.) Die a m e rikonische Delegation bei der Friedenskonferenz wird sich am 6. DrzembLr in Brest nach New'Äork cmschiffen. E§ \nftn P o lk. W h j i e. B l i tz und etwa 7k> Mitglieder der Drlcgatwn ab. Sekretär G r e w blerbt zurück, um die Geschäfte der Delegation dem amerikanischen Botschafter in Paris, G ti 1 (<t tt, Sbtrßtfrt«, Drr amerikanische B ergardeiterstreik. London» 20. November. 'Korr.-Dirr.) Der „TimeS* wird anS Washmgtav gemeldet, der Streik der Bergarbeiter bereite nein . Bkrlrqenheueu. -?icmand versuche mehr zu leugnen, daß die Absicht der Negierung, dre Streckenden durch GerrchtSbefebl zur Arbeit;u dringen, vollständig g e s ch r r i 111 ist. Bolschervikischer Kam^fbsricht. Ms»Äau, 80. November. (Funkspruch? An der Westsrout suchen die stLottruvpcn drr Bahnlinie G d o w - N a r -w a erreiHt. An der Südsront dauert dir Borrückung an, wir stehen 35 Werst f'.idlrck v«n T s ch e r n i g o w. An der Ostfront wurde die Bshustation Kornilowka errelcht. Das Schicksal 0stgalizre«s, Paris» 30. Povember. cFunkspruck.s Der Oberste R a t hat in seiner heutigen Sibnng beschlösset, die volmschm Delegieren P a t e k und G r a b 4 k i morgen über die Frag« von Ostgaltzien anzuhorem Hindenburg aus Berlin ab gereist. Berlin, 20. November. (Tel.-Komp.) Geueralfcldmarschall v. H i n d e n b u r g ist beute uachmmaas von Berlin a b g «» reist. Emzelne höhere Oifiziere harten sich aus dem Bahnhofe -eingefunden und brachten H o ch r u f e aus den Heerführer aus. Einige Damen überreichten dem Heerführer auf der Straße Blumen. Was Horthy den Juden verspricht. Budapest, 20. November. Auf die Begrüßungsansprache - einer Deputation deS Nngart scheu jüdrschenBer» b a n d e S erklärte der Oberkommandierende der Nationalarmee, Nikolaus von L o r t h y. er nehme mit aufrichtiger Befriedigung die Bereitwilligkeit des ungarischen Judentumzur KennturS, an der Arbeit der n a t t o n a l r n W i e d r r g e b u r t im patriotische nSinue mitzuwirke«. Die Armee stehe ieder Partechokittk ferne und kenne nur rin einziges ^iel, das Heil deS Vaterlandes. ' Aus diesem Grunde wird sie tebe a «t r n at i o n a l e» n m st ü r z l« r i s ch e Tendenz rmKeime ersticken, mit eiserner Strenge die öffentliche Ordnung wiederherstellen und alle jene schützen, welche mit ehrlicher Arbeit und in patriotischem Sinne den Jntrreffen fr« ' Nation dienen. Teilweise Einstellrmq der Vudapefter Straßen«, bahnen. Budapest» 30. November. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) .Infolge des Kohlenmangels mußte heute der Straßenbahnverkehr. nach Nenpest und nach Rakos-Palota sowie der Verkehr der Buda» pester Straßenbahn auf zahlreichm Strecken nngestellt werben. Die Störung dürfte vorausüchillch mehrere Tage dauern, da wenig Aussicht aus raschen Zmransport von Kohle bestehf. Monopolifterung der rirmLnischen Lebensmittel ausfnhr. Bukarest, 20. Novembet. (Privat.) Numänien ist i« der Lage. 100.000 Waggons Lcb.'nSmitrel auszuführen. Die Lebens« Mtttelausfuhr wird monovolrsiert werde«. Nach hrer emgelanglcn Meldungen bat der Lebensmittelkonttollor Hoover erklärt, daß Rußland ln der Frage der LebrnsMittelauSfuhr nicht in Betracht komme. dieser Gestalt aus Pappe nicht täuschen kann. Dieser nach ' Gedankenfreiheit dürstende, junge, blasse/ schlanke Kardinal Francesco und gar diese merkwürdige Mädchengestalt Marina, gestickt aus Erinnerungen an eine .ganze Reihe klassischer »md moderner Frauenfiguren, so rasch und unvermittelt den Uebergang findend von gedankenloser kindlicher 'Frommheit. pi heroischer Hingabe an den Ketzer, wie Müller den Uebergang? fand von der „blauen Käste" zu den „Königen", — sie alle mit- ■ sammen sind nicht Hans Mülkeesche Musenkinder, so sehr sie-; auch dem Publikum munden dürften. Aber dafür wird auf die Konjunktur kluge Rücksicht genommen: Just die . Galerie* > besucher des Kapitelfaales im Kloster Santa Maria sopra Minerva begehren sehr heiß gegen die Herrschenden auf und ballen die Faust gegen die Hinterlist der Regierenden". Die Aufführung im Burgtheater ist glänzend. Herr 5ß«ulfen als Galilei übertrlfst sich selbst. Freilich könnte - diese ausgesprochene Schauspielerroll« noch embvuckSvoller gestaltet werden, wenn sie einer stärkeren Individualität al^ Paulsen anverteaut wäre. Mit Vergnügen hat man auch wieder^ Herrn Direktor Heine in einer tragenden Rolle (als Papst Urban) auf der Szene begrüßt und sich an der «w* gewöhnlichen Eharaktcrksierungskirnst des Herrn Forest erfreut. Frau Medelskhs Kunst konnte die Mangel der, einzigen Frauenfigur deS Stückes nicht verhüllen- Bon dew übrigen Mitwirkenden seien noch Herr Schott, Herr - Pranger und Herr Haeussermann besopösxs hchvorgehoben. „Die Siecpe" erzielten einen sehr starken Publikums^,! erfolg, Müller wurde immer wieder gerufen. Für einen Autor, der nach der höchsten Palme greift, . kann die Zufriedenheit der Preinierenleut« nicht schwerwregm. . Er hat dem Merke das Wort Galileis vorgesetzt: „Ob eiir . Mensch sich soll entscheiden müssen — Das Drama gibt die Antwort: Sr muh sich' entscheiden, sonst wird er weserv-i los. HanS Mütter hat sich noch nicht entschieden. Kr fackelt herum. Ich fürchte, er kan» sich nicht mehr entscheiden -? er selbst zu. fein*. ■ - . Otto. AbnleK. , > .«EVA»--. MiÜi -s* ■ j£sa£sasmrt* ML-