Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-11-20 · Heft 299 (20.11.1919) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 299 (20.11.1919)
Date
1919-11-20
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979376--02636-2988176
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Verie 2 äbicu, &ounii\.'iay beit lö^tfsiu&timgett' einn«hm«c. Wenn von eurer Seite das. Bedenken geltend gemacht wurde, daß eine internattonale jüdische Zusammenkunft' zu Mißverständnissen führen nnd den AntisenntisrnnS gegen eine angeblich intwraiional organi^ sieche Judenheit verschärfen könnte, so i’i Urse) Bedenken schon hinfällig, wenn man sich vor Augen hält, daß gerade die Unterlassung der organisierten und koordinierten HtlfstÜttg-- Lit ein« regellos« Emigration Hervorrufen wird, die in ihrer verzweifelten Form geeignet sein wird, die Dago der Juden der anderen Länder zu verschärfen. Die Beteiligung der Juden Zoller Lander liegt also im Interesse der Gesamtiudenheit und eS ist zu erwärten, daß die maßgebenden Faktoren auch die Adittel und Wege zur Erschließung der materiellen Hilfsgnellen auch m dm von der No: Getroffenen Ländern suchen und finden werden. Je mehr ei« Land selbst anfbringen kann, desto mehr wird es auf die Unterstützung der Gesamtheit rechnen können. .Da nach den vorliegenden Nachrichten auch die amerikanische' Jirdenheit die Teilnahme nicht ablehnen Dürfte, ist em sicherer Erfolg der Hilfskonferenz zu erwarten. Dir Konferenz kann aber nur eine vorbereitende J8e*- fosnhing haben. Nach den von ihr beschlossenen Richtlinien wird di< Gesamtjndenhrit das große D^rk in Angriff nehmen niw'sm» v>rS der größten über die Judenheit je heran-' gevrochmtz'l wirtschaftlichen Katastrophe sich gewachsen .eigen muß. ' ^_\ _ ^iottiswus in Persien. Dem Kspenhogener Zionistischen Bureau wird vorn Zentralkomitee der Zionistischen Organisation von P e r s l e n, das seinen Sitz in Teheran hat, wie folgt geschrieben^ ..Wir geben Ihnen im Nachstehenden einen kurzen Bericht iifc?r die Tätigkeit der zionistischen Organisation in Persien ' feit ihrer Begründung. Als uns im November 19N von der Zionistischen Organisation in Petrograd die Nachricht von der' britischen Regierung-scritürung übermittelt und das Tele» gramm in der Synagoge verlesen wurpe, wo eine große Menge von Juden versammelt war, da neigten sich alle und dankten Gott, und c5 crytstand ein gewaltiger Ausbruch der Freude über diesen Anfang unserer Erlösung. ES wurptz sofort ein Komitee gewählt, daS den Auftrag erhielt, fcetf Leitung bet Zionistischen Organisation unseren tiefsten und innigsten Dank gum Ausdruck zu bringen^ und die Zionistische 5 rganimtion in Petrograd zu ersuchen, unsere junge Organisation bei den zionistischen Zentralstellen einzuführen Und uns deren Instruktionen zu übermitteln. Leit jener Zeit haben wir unter furchtbaren Epidemien, die infolge -der großen Hungersnot im Lande Über UNS hereinbrachen, furchtbar gelitten. Vvn der im ganzen 7000 Deelen zählenden jüdischen Bevölkerung Tehe/anS find fm Perlaufe von zwei Monaten mehr als 3000 an Hunger und Krankheiten gestorben. Dank der Hilfstärlgkeit der amerikanischen Juden' konnte die arme jüdische Bevölkerung später, wenn auch mU Not und Mühe, ihr Leben. fristen. Trotz all diesen Elend? arbeitete unsere Organisation weiter, obwohl unsere Verbindung mit Petrograd abgebrochen War. Zum Glück haben uns Ihre „Mitteilungen'' immer erreicht und uns immer von neuem mit Mut beseelt. Nach und nach begannen die Hungersnot und die Krankheiten zu verschwinden. An den Zwischenfeiertagen des Pessckchfestes traten wir mit einer großen Demonstration an die Oeffentlichkeit. Mehr als 20Ö0 Inden waren zur Stelle und für viele Hunderte war kein Raum mehr. Es wurden Ansprachen gehalten, in denen der Auszug aus Aegypten, die Ludwig Thorrrrr über den Prozeß Wedekind. In seinen eben bei Albert Langen 'Münchens erscheinenden Erinnerungen, spricht der Siinplici-sünus-MiMtbeiter Ludwig Thomch auch über den Majestät-beleidigungsprozeß WrKekindS, der' 1893 so viel Aufsehen gemacht hat. Er erzählt: Biel Aufsehen erreg;« damals Frank Wedekind mit seinen Gedichden im Gimplicissimus;. sein „Frühlings Erwachen" hatte ihm in literarischen Kreisen schon Gelang verschafft, aber das größere Publikum wurde erst durch feine geistreichen, zuweilen recht gepfefferten Verse auf ihn aufmerksam. Ein Gedicht auf die Palast in axtx]z des Kaisers ist wegen seiner Folgen berühmt gervorden. und Webekinld -hat späterhin für die Bildung einer Legend« gesorgt, die schmerzhaft klang,, aber der Wahrheit nicht entsprach. Ich kam damals täglich mit Wille. Thöny und Paul zusammen und erlebte alS Unbeteiligter die Geschichte der oft erzählten und auch für 6tc Bühne bearbeiteten Majestätsbeleidigung. - ' Eines Mittags im Oktober 1898 suchte Korfiz Holm die Künstler des Gimplicissimus und mich im Parkhotel auf und zeigte mir den Korrekturabzug der späterhin viel genannten Palästinanummer» weil ich den Text zu einer Zeichnung Pauls gemacht hatte. Wir lachten über das Titelbild Heines, das Gottfried von Bouillon und Barbarossa mit dem Tropenhelm Wilhelms zeigte, und dann las ich daS Gedicht WedekindSi Darin war der Kaiser - so direkt angegriffen, daß ick sagte, wenn die Verse nicht in letzter Stunde nach entfernt würden, sei die Beschlagnahm« der Nummer und eine Verfolgung wagen Majestätsbeleidigung unausbleiblich. Holm Erklärte aber, das Gedicht sei von einer juristischen Autorität geprüft worden und außerdem sei die Nummer schon im Drucke, so daß Aendevungen nicht mehr möglich seien. Ich blieb auf meiner An- Rückkehr aus der babylonischen GefaütztNschast und die neue durch die britische Deklaration' öiygeleitete Epoche in Parallele gestellt wurden, und die BSrskmiMlUng schloß mit den Rufen: „Hoch Persien! Hoch die alliierten Möchte, die Vorkämpfer für die kleinen Nationen! Hoch Zion!-'' ' An alle Bezirke in Persien, kn denen Inden leben, wurde durch «in Zirkular bit Aufforderung gerichtet, 'Zionistische Ortsgruppen ipö Leben gtt rufeU. Von überall kmp. fingen wir Dankbriefe. Auch weiterhin haben wir für die Wiedererweckung des sildischuattonalen Gefühl- und der hebräischen Sprache gearbeitet und der Erfolg-Unserer Bemüh ungen scheint UNS zufriedenstellend. Wir haben großen Bedarf 'an hebräischen Büchern, Karten von Erez Israel und Lehrbüchern für unsere Kinder. Wir danken Ihnen von Herzen für die Schritte, die Sie gugünsten der unglücklichen jüdischen Bevölkerung in tl r» u inia und H amadau getan haben und bitten Sie dringend, - ihre Bemühungen bei der persischen Regierung fortzusetzen, damit diese die' dortigen Juden gegen die stebergriffe der Mohammedaner schützt uvd die lokalen Behörden für den Schutz der Juden verantwortlich macht." Äatioiralo Organisation der englischen Inden. Der Jiidüciir PostSvrrrin m Londov hat ans einem Meeting nnter Bonio drS Oderrabbmers d<r sevbardischen Grmtindt Dr. G a st e r defchloffen. sich in «inem Aufruf an alle jiiduchen Organ isüvottcn Engkai»dS n« wtllbev zwecks Sckaffmia rmrS Verbandes der Prämien.Pvlksmassen. Hauptpunkte des Programm s sind: Rcchle für die Ni r n d e r b e r i e n und Anteil ..an dem Aufbau emrS iiidrichen Palästina. Im allgemeinen sollen drr Juden »n England gehörig vorbereitet werden« um jeder mögsichru politischen Situation gewachsen zu sein. Neuorientierung dev englischen RutzlnndpolMr? „Pall Mull Ga-etje" veröffentlicht eine vielleicht von der Regierung inspirierte Darstellung über die russische. Politik der englischen Negierung. Darin wird gesagt, daß England, nachdem Dcnikin und Koltschäk gezeigt - haben, daß sie nicht die Fähigkeit besitzen, -.e-..r stalle Regierung in Rußland zu errichten, jetzt der Ansicht ist, paß die Alliierten ihre Politik der wirklichen Lage anpasscn müßten. Die ganze Welt > sei daran interessiert, das; der Friede in Rußland wieder Hergestellt nur, de, dessen ge-valtigo Hilfsquellen sowohl für Rußland selbst wie für Europa bann verwendet werden könnten. Wenn Kollschak und Denikin von den AlliiNt'U weiter unterstützt, würden, müßte sich ihr Feldzug end oö in die Länge ziehen, ohne daß ihre Attksrchten auf Erfolg wachsen würden- England würde dann mit 25Y.0Y0'Manu Truppen sich beb ili» gtzn müssen, und das würde dem stärksten' Widerstand. bergegurn, da schon tue materielle . Hilfeleistung an Denikin und Kvltsckak in England in vieleri Kreisen Entrüstung hewo grrulen habe. Die F^ge sei daher, wie man dem russischen Volke am wirksamsten hslfen, könnte, um aus dem EhavS herauszukommen. Lloyd George werde mit souveräner' Gkichgültigkeit gegeniil cv. seinen Tablern den Weg einschlagen, den er für die Erreichung dieses Zieles als den geeigneistsn ansieht. - Die „Westnriüster Gazette" meldet, die Lage in Rußland habe sich so entwickelt, baß fetzt England allein die ungeheure Last an Geld und Menschen tragen müsse. Das sei unmöglich. In Rußland habe derjenige, welcher dem russischen Volke Lebensmittel liefere, die entscheidende Macht, und deshalb müsse man Rußland mit Lebensmitteln versorgen und abwarten, wofür das russische Volk sich entscheiden werde. sicht stehen, aber am Ende war es Dache der Rrdaktiion, ob sie die Strafverfolgung riskieren wollte oder nicht. Die Nummer wurde sofort nach Erscheinen kon-» fiSziert; Albert Langen floh nach Zürich, Hüine wurde nach Leipzig vorgeladen und dort in Untersuchungshaft genommen, späterhin ailch zu sechs Monaten Gefängnis verurtcitt. Obwohl Wedekind daS Gedicht unter einem Pseudonym hatte erscheinen lassen^ konnte er sich doch nicht für gesichert halten, denn zu viele Leute kannten ihn als Verfasser. Eine andere Frage ist, ob er ehrenhalber nicht hätte hervortreten müssen, aber die Entscheidung darüber wurde ihm erspart, ha die Polizei durch einen Nebergrifs des Leipziger Gerichtes hinter daS Geheimnis karp- Wedekind wurcke vechtzeitig gewarnt und floh von der Premiere seines „Erdgeistes" weg in die Schweiz zu Langen. Daß er über die Aufdeckung seiner Autorschaft ungehalten war, läßt sich begreifen, aber ganz unverständlich bleibt der Vorwurf, den er später gegen Langen erhob: der habe ihn gezwungen, eine Majestätsbeleidigung zu dichten» indem er feine Notlage ausgenützt habe. Wedekind war regelmäßiger Mitarbeiter des Gimplicissimus und konnte darauf rechnen, daß jeder Beitrag von ihm angenommen und anständig honoriert wurde. Von einem Zwange, ein bestimmtes Gedicht zu machen, konnte schon darum, ebensowenig die Rede sein, wie von einer Notlage. Der Hergang war auch ein anderer. Das Gedicht auf die Palästinafahrt war in seiner ersten Fassung so scharf, daß Albert Langen Bedenken trug, es auszunehmen und Aenderungen verlangte. Wedekind, der eS in der Redaktion mit Vaterfreuden vorgelesen hatte» wollte an die Milderung zuerst nicht heran und verstand sich «rur mit Widerstreben dazu. Darum blieb auch die zweite Fassung noch so gepfeffert, daß Langen die Aufnahme vom Gutachten des Herrn Iustizrates Rosenthal abhängig machte. ‘JaJ. i'tUüü.is.v. . .. >v£. üvü Der Antisemitismus in Ungarn. < Der Budapeüer Svnderbericklerfkatier des ..Neuen Tag; schreibt: Die Bevölkerung Ungarns ist sich einw ,m Hast getzerr die Bolschewüm, drr, auch Me neue Acra des AmisemwSmuS ge« Acittnt bat. Dreier ginä so weit, daß' man in einzelnen Dörfer» die Juden auSivkeS, die dott. sell langem Handel treibend, tätig waren. DicieS von Haß diktierte unüberlegte Vorgehen hat da z» mancher tom>schen S.ttne geiührll So baden in einzelnen unaartz scheu Döift'n B g u e r n d e p u t a t i o n e n nach! e t n io e n Tage u d ie . ö c r.t t i t 6 c n n Juden s e l Hst w i e d e r b e i m g e halt. Sie tonnten sie m idreutz GeschästSleRn nich! entbehren Und slt saben, nachdem die blind« 2Sut sim aelegt batte, selbst kttt. dyß üe zwilchen jenen nntetq scheiden Mt'isfen, .'welche mit,Yen BMchewtttn gemeinsame Sach« machen, und zwischen den frieolichtst Juden, die seit Jabnchnttw tfirc Scholle teilen und mit ihnen füblen nüd arbeiten. So steht man denn auch m den politischen Par'.cien Inden lMd Christen Kmeinlkim Miteinander wirken. In der toyal»stäch«U Barte: spW .geben dein Erzbischof der O b.e r r a h b in e r. die fühlende Rolle, und beide, das Ober hangt der kaihMcheu wir .das drr jüdischen Gemeinde, tragen als Schmuck und heiliges Symbol die S t^e p h a n s k r o n e am Gewände. Die grtkunft Ostgattzkens^ Ans Lö a r s ch a u wird den „Polnischen Stimmen" tele-« graphiert: »Roviny Codzicnny" berichtet von msormierter Seite^ der Oberste Rm habe ievtschieden. daß Polen ein dauern des M a n d a t über Ostgalizien erhalten solle. Die PerichLerstaLLunZ aus Südslawien. tn der „Frankfurtev Zeitung^ berichtet hvt: Jcitit‘ allgemeiu über die innere Entwicklung dsK jungen s2dss7wiscbettSiaates in der deutschen Presse nuv spärliche, aber desto abenteuerlichere Meldungen auf-! tauchen, so trägt et einen großen Peil der Schuld baraw sdlbst. Denn dem, wie es offiziell heißt, KönigreW. der Serben, Kroaten und Slowenen, beliebt es, .sichf hermetisch von der Außenwelt abzusperreni daß eS^ soweit wir wissen, das einzige Land ist, das heute noM deutsche Blätter nicht Über seine. Grenzen säht, hebentep nicht nur eins Blamage für die aus D^niokraben. uM Sozialisten bestehende Negierung, sondern muß -auchj allenthalben als Zeichen der Schwäche äuSgelegt wer-s den. Gleichwohl wirktes peinlich, daß der deutschem Öesseütlichkeit inimer wieder Nachrichten über den nn« mittelbar bevorstehenden Zerfall deS südflawifchetst Staates vorgssetzt werben. In Wahrheit ist die Einheit deS südslawischen Volkes eine vollendete -Tatsache, allere Hand Gegensätzlichkeiten und Reibungen zwischen dem 'einzelnen Stämmen erschüttern sie nicht mehr, - als.! deutsche Einheit durch den Unterschied zwischen Nords und Sich gefährdet wurde und wird, und der Zersaw des Si-nates sieht nur vor Augen, wer ihn unbedingt sehen will: wie einst bi« französische Machtpolitik btei Einigung Deutschlands mit allen Mitteln erst zu verhindern dann rückgängig zu machen suchte, s»! hat heute der italienische Imperialismus alles Jnter^ ess: daran, die südslawische Einheit zu vernichten odw u,r::desronS zu leugnen. Italienischer Quelle entstammen; denn 'dirrchweg, auS erster, zweiter oder dritter Hand^ die Meldungen der deutschen Presse, daß der serbo^ kvoats-slowenische Staat aus dem letzten Loch pfeife^ Dabei weisen viele dieser Nachrichten handgreiflichf aus Karlchen Miesntk als Verfasser hin. Von der Unters drückung der Kroaten und Slowenen durch die Serbew wirb gesp... dabei genießen alle Bürger des StaatM die gleichen politischen Rechte, und sowohl in Agraml wi^ in Laibach sitzen in vielen Dingen autonome Lattdes-s regteruugen. Von einer serbischen Diktatur: und Ver-s Haftungen der Demokraten und Republikaner, geht ditzj ....- - '■'■■'! >!.->. '! -L»*J!!' ■■BüiWE.-gg*; Tü*aa Der gab seinen Segen dazu, vielleicht etwas zrti sehr beeinflußt durch das Vergnügen an der famosem Satire und dem formvollendeten Gedichte. Damit war^ -das Unheil im Zuge und nahm seinen Lauf.! Die Gegner, an denen es dem SimplicissiMus. nicht fehlen konnte, haben sich hinterher, stark übevi planmäßige Majestätsbeleidigungen und geschäftttchtzt Speknkätionen auszuregen geivußt. Daß ein aus künstlerischen Gefichispuukten geleitetes Witzblatt sich GeschÜstemachen nicht einlassen koimte, war am Ende leicht einzusehen; schwieriger nlutzt« auch für ktug^. Leute in Deutschland die Erkenntnis sein,- daß «rn< sich so sehr u-:d in solchen Fornren in den Vordergrund! Drängendes persönliches Regime ganz von selber bte< Satire Hera ns forderte: Die unnahbare 'Höhe deSj Thrones mußte zu allererst von dem Herrscher selbst! gewahrt werden. Wenn er in die Niederungen derf Tagesstreitigl^iien bei jeder möglichen Gelegenheit her-1 ünterstieg, rief natürlicherweise dieser Widerspruch zwi-i schen der eigenen Unverletzlichkeit und dem Vorbringew von anfechtbaren und verletzenden und sehr konven-! tionellen Meinungen scharfe Entgegnungen hervor. * Es ist heute schwer, gerade weil es leicht ist, ba> rüber große Reden zu halten; aber das wollte ich. iit; diesem Zusammenhänge sagen, daß jene angeblich planmäßigen Majestätsbelciyigungen bloß die Antworterrs auf planmäßige Heraussorderungl'n waren. Dazu fortt,! daß der Ton, mit dem damals die Musik gemacht wurde,! auf Künstler, denen die1 Persönlichkeit viel oder alles! gilt, höchst aufreizend wirkte.! Die nnech te Heldenpose.' die einem so häufig vorn Augen gestellt würde, konüte.üicht imnrer eiuem schweigenden Mißbehagen begegüsStl; es mußte sich äußern.^ und die Form des SpotM wirkte erlösender als schwer»» blütiger Tadel, denn er^zesglö blitzartig mit unwiderleglicher Schärfe daö. worällf es ankam, und die ärgerliche Erkenntnis milderte sich durch di« MöglichViit«! darüber herzhaft lachen zu können. j Spott untergräbt keine echte Autorität, weil ey

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.