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Wiener Morgenzeitung · 1919-11-20 · Heft 299 (20.11.1919) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 299 (20.11.1919)
Date
1919-11-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Miedern der Entente Keinander hinzugesellt und aHererseits ist die Zahl inneren Krisen in ihnen Ln Zunahme begriffen, ch nur, daß die Beziehungen'; zwischen.Italien auf. jtzssv petzten /Seite, Frankreich, EnAand und Amerika auf- Ker ochd^en Seite trotz' aller Mgegengesehter Behauplichngen nicht mehr. die alten sind, so ist auch -das Der- ^lüns zwischen .diesen drei EWntemächten unterein- )>M^r Wneswegtz ein ungetrübtes. . Nur eine Furcht Mst noch LMeMch das Bündnis' zwischen ihnen äuf° ßsecht:- Die. Furcht, por demsozWen > Umsturz" und in WkÄcht Linie die Möglichkeit; 'eines Revanchekrieges Preutzen-Deutschsgnds in größerer oder ‘ geringerer Sterne. In demselben Maße.nun, als der Zeitpunkt W zum endgültigen FriedensWüß zwischen den ein* WWn europäischen Völkern^ sich/immer weiter hinausjWcht/weil die Ententemächte ^üHereinander noch nicht vollkommen einig geworden sind? über die endgültige Hestaüung Mitteleuropas. Osteuropas und des Balkans , j^tvie über die Lösung einer Mihe asiatischer Fragen — WHmsMen Maße'steigert sich-güch allüberall das soziale NHd<biszur Gefahr der HMüngersnot, wächst das fMÄNstWe MrsvWsche MtzrH Wd.< dW Gefahr eines VHÄtttiqyävm.,WnstiHeS. M'-ÄvchaHen.Sinie.'..^ . ,? - 1 England, in relativ konsolÜüert-sten $täätc gart es in den verfchWmstMr Richtungen. In London ist ein seht großer Lest der Gemeinderats-- Dnndätevin den Besitz der Sozialisten , gelangt; M wachsin die Separationsbestrebungey, in .Indien Me in Aegypten mehren sich die-Anzeichen der erstarken- Hen paniflrrmiiischen Bewegung, -die auch auf andere Gekrete Asiens -und Afrikas übergreift und periodisch einen Dgen die europäischen Großmächte gerichteten eurova- Kindlichen Charakter anninlwt. . -Dieser würde' unter Umständen, wenn die europäischen Mächte nichts bald Mtereinänper' Frieden schließen,'? zu sehr Ledenttichen Äonseqüenzen>kPLr diese führen, .ganz besonders dann, Mün die LMtieuropäische Strömung in Asien und Afrika yuch einesozialrevolutionre Färbung annähme und chyemr weiters hie zwischen-Frankreich, England, Amerika rmd Jtälton vorhandenen Differenzen, nicht, verschwänden, vielmehr durch den amerrtanisch--japanischen Anragottis- MÜs verstärkt werden. : ' ' ^Die Entente vermochte wohl die europäische Karte KV andern, - alte Staaten zu zertrümmern, die Hohen- Mllern, Habsburger und Romanows zu stürzen, aber sie 'hat,sich bis jetzt außerstande gezeigt, in Europa — von olley. anderen Weltteilen ganz abgesehen — eine neue stabile Ordnung, zu schaffen; es ist ihr bisher nicht gelangen. die nationalen Fragen zu lösen. Die sozialen Probleme aber stehen wie eine drohende Sphinx stör den Toren der Sieger wie der Besiegten. Sie bilden ein ernstes Menetekel, insbesondere für den Viererrat, i, ist zwölfter Stunde eineri definitiven Frieden in ganz Europa zu. schließen mrd mit vereinten Kräften dem stets Wachsenden sozialen Elend, besonders in Mittel- und Osteuropa zu steuern. ES ist ein Spiel mit dem Feuer, wenn einzelne Lgpitalisiische Blätter des Auslandes meinen, es werde stoch ein halbes Jahr dauern, bis die polnische, ukrainische, russische, türkische, adriatische und schließlich die Verschiedenen asiatischen Probleme gelöst werden, es ist dasselbe. gefährliche Spiel, das die einzelnen Parteien in den verschiedenen Staaten treiben, die, um ihre Macht M behaupten, beziehungsweise zu erobern, für die txaurige wirtschaftliche Lage ausschließlich nur den Krieg, .'hssziehungSweise ibre politischen Gegner verantwortlich Mächen. Anstatt endlich daran zu schreiten, durch derzeit realisierbare Sozialreformen der drohenden Gefahr einer gewaltsamen Umwälzung vorzubeugen, sperren sich die einzelnen Staaten wirtschaftlich voneinander ab, beschränken sich darauf, durch allerlei Versprechungen und Musionen die Bevölkerung über die Zustände und sich seW'über die Gefahr, die hieraus resultieren, hinwegzntäuschen und machen, yienu alle Stricke reißen» die natiostalen-Fremdlinge, das heißt die Juden, für das Massentzlend verasitwortlich. Wohin dieie Politik fuhrt, beweist -xr letzte große Streik in Amerika, die zrstkehmende Garnnq iU' Frankrejch und Italien, die repalutionäre Eine Hilfsaktion der hoKSndifchen Journalisten für Wien. Haag, 18. November. (Korr>Bur.) Die niederländische Ionrnalrstenvereinigung hat defchlofsen, an die IonrnaListsn Englands, Frankreichs «nd Ztaliens eine Lelegrayhischs Aufforderung zurB,eteilrgnttgan der Hilfsaktiv« für Wie« z« richten. Die auswärtige Politik Englands. Lvjch««, 18. November. Meüter.) Die ganze Sitzung des UnterhaAses war von der Debatte über die a u swärLigen Angelegenheiten in Anspruch, genommen. Lloyd G e v'r g e trat nochmals ausdrücklich für die .Politik der Nichteinmischung in sllu'ßlanb ein und erklärte, et fürchte, daß man in diesem > Lande, m*-welchem jeder Macht, die dort eistmarschiere, eine Katastrophe harre, gefährliche Ab e u teuer «> ' leben würde. In Bezug auf die s y risch e Frage sagte Balfoür, daß es. zwischen Frankreichs und Großbritünnien keine Mvalitaten gebe. In Aeg y p'te n köMe Großbritan^ nien keine seiner Perantivortlichkeiten? ausgeben. . - London, 19. November. (Funksprüch.) In seiner Rede gegen eine britische Jnterventiori' in Rußland führte'Lloyd George aus, daß man auch daraus verzichtLir müsse, Ao ltsch/ak urw. Dxnikin mat e r n e N oder ja o r a 11 f ch zu unterstützen. Dre französische Regierung habe dis Me iche-Mn sicht rrich beMsichtige gleichfalls nichts für chM.stHML-.. ' -Die Verzögerung in b>er' Regelung der türki sche«s Krage. sei s ehr b e d a u e j*Xi ch; Großbritannien beetz-- sichtige aber, auch in. dieser Angebegenheit mit den alliierten und..assoziierten Machten, so langevorzugrhen, als die'Haltung und die Absichten der & et t in i g Leu S taaten, nicht klar erkeunbar seien. Parks, 19. November, Aus London wird der . -Presse de Paris" gemeldet: In feinet Rede im Unterhause stellte Lloyd George fest, daß keine/ der Redner sich für deri Bolschewismus - eingesetzt Habe. Wfe immer man das russische Problem wende, überall begegne man einem dichten . Nebeln Eine Unterbrechung der Feindseligkeiten in Rußland Hütte die Wiederherstellung des Friedens gestattet, aber keinq der Parteien wolle in eine solche Unterbrechung willigen. Mehr als Frankreich. Japan ' und die Bereinigten Staaten yaöe. Großbritannien geleistet und an Opfern gebracht, um den russischen B o l s ch e w i s m u s z u besiegen. Es sei dies eine Ehrenverpsiichtung Englands gewesen. Uebrigens erklärten. die. anderen Länder, daß sie einen derartigen Aufwand zu leisten nicht in der Lage seien. Man habe von einer Pressenachricht gesprochen, nach der in der russischen Frage ein Abkommen zwischen England und Frankreich getroffen worden sei. Dies stimme nicht. Frankreich befinde sich aber kr gleicher Lage wie England. Die französische Regierung habe die Empfindung, daß sie den französischen Steuerträgern nicht neue Lasten für militärische Unternehmungen in Rußland aüfbürden könne. NatiorraljnÄen im englischen Staatsdienst. Zürich, 19. Nooembex. (Privat.) Die englische Regierung hat den jüdischnationalen Parteigänger D. R o g a l s k y zum englischen Konsul in Feodosia (Krim) emannt.. Bewegung in Ricmänien, Serbien und Bulgarien und nicht in letzter Linie die wachsende Unzufriedenheit zu Polen, Ungarn, Tschecho-Slowaken und Oesterreich. ' Die Zustände in ganz Europa sind derart verfahren, die Gefahr der Welthungersnot rückt derart näher, daß das Verantwortungsgefühl bie Staatslenker, Gesetzgeber und alle maßgebenden Faktoren im öffentlichen Leben dnngeild veranlassen sollte, die alten Methoden, der Machtpolitik zu liquidieren und neueMege einzuschlagen. Die oberste Voraussetzung aber hierzu bildet, daß die Entente, welche Mittel» und Osteuropa atomisiert hat, Wege und Mittel findet, unbeschadet des Selbstbestimrnnngsrechtes der Völker, diese zu höheren Einheiten. besonders auf wirtschaftlichem Gebiete, zusamnrenzu fügen, Die allgemeine jüdische HrLfskonfEnL. Von Dv. Markus Krämer» Mitglied der Mächen - Delegation m Pans. Den furchtbaren Verheerungen, welchsri dje' - Mische Wirtschaft in Osteuropa durch den Krieg LUtzgesrpH.chch:, sind neue Katastrophen gefolgt. Wurden im Kriege besvubers/Hav mrd Gut der Juden geplündert und zerstört, zu,rrerA jüdische Ortschaften verwüstet, so haben Pogrome urrL. Boytoki - auch nach. Einleitung der Friedens Verhandlungen ba^.-'tftfßctdjil: noch nicht ganz vollendete Zerstörungstvsrt in dehnung vollbracht, icher die marr sich trotz Er Katastrophen kerne Bölfftellung machen k«««. Wer di^' Zustände irn Osten aus eigener Wahrnehmung kennt oder oxt'p^iuhU der Untßrsuchungs- und Hrlfskommissionen gehört deui ist^ .*$' klar, daß nur eine systematische nüd " aufter^ ordentlich gro ß zügige .Hilfsaktion die Milnonstt.chassen der Ostjuden' vor dem .Untergang retten kanir. ' - -- Es erhebt sich die wichtige Frage, auf welche- K^tchden' man bei diesem Werke rechnen kann. Während brS"..Keines hat' in Osteuropa nur die russische Juden fchaft .,durch großzügige zentralisierte Selbsthilfe -auf die KaiiDrwphell reagiert. Düs zentrale Hilfskomitee hat durch .<#v 'gcöf»; artiges System der Selbstbrsteuerung sowohl füh M: eibenen Ersegsvpfer als aüch für die in den von Rüßländ spkkupietsi'.u Gebieten viele Millionen aufgebracht. Mit der ZerrtinMmerilUg M ^Zarenreiches hat diese HilsstätigkeiL im allgemeNchi! chts. hören müssen, besonders, da durch die Entstehung dM^«5$». kleinen Staaten und neuer Schlachtfronteu der' Einfluß - tzer. zenirckten Institution seine jAvenze« fand. . Auch .sich über die meisten Teste des früheren Rußlmrd Ee-Mgrstm-- welle. von nie^ geahnter JntensitLt miv wäre hier mich h« der' besten Organisattön die-Selbsthilfe.«rßersiaulre, -^Ersp'ri«^ lUlicheS zu leisteür . Diefkattd^yWe^MdeUheit hat. wLhrMd .Kuiegrz. zum' großen. TeW ihre- PMht erfistlL «M bedeutendL' Summers fstr".baS HMwÄk aufgebra'cht. Dis aus ihren tbirtschaWcheik Pofstiönen geworfene Jubenheit des früheren.OefrLÄeich könnte kaum die Mittel aüfhringen, um den wichtigsten Ausgabeir der dringendsten FlüchtlingSfürforge gerecht- ^itlwörde«. Was Wunder, wenn sich die Augen Ser JudesthM ihre smerikanischen Brüder richteten. Und die anr^DaissttlM Juden haben die auf sie gefetzte»'; Hoffnüng«:.'w^e^endtäuscht. 'Mit einer Genevosität sondergleichen wnrdDrfür die Ostjuden MUlionen M Verfügung gestellt. Ryx'^Mönnre es gelingen, bie dringendsten. Bedürfnisse der mvrirchitzwe» Hilfe zu befriedigen. Ab« auch die Fori» der Verteilung wurde auf eine gesündere Basis gestellt, indem sie gümList lokalen Organisationen übertragen wurde, die als Mrtreter aller; Gesellschaftsschichtsn und Parteien angesehen fverdea konnis». Diese Form garantierte unter attierikätrischer Kontrolle die geeignete Verwendung der Hilfsmittel.,' - ~ Was bisher geschehen ist. Sonnte aber nur 'zuin . Teile die momentane Notlage berücksichtigen. Es konnte bis heute rricht öarau gedacht werden, Mittel für kvnftrü^Live Hilfe zu verwenden. Es ist aber die höchste Zeit, an dmr Wiederaufbau der jüdischen ^Virtschast zu schreiten,-wen man sich-nicht vor bas unlösbare Problem einer ungeheuren und aussichtslosen Masse uemigratiorr gestellt sehen will. Bei der jetzigen politischen Konstellation und wirtschaDHdWschen Richtung der/Siaaten ist eS für jede» Einsi<htige» llär, daß den schon erfslgtLn MsperrungSmaßnahmen nochemschneidendere folgen werden. .Es ist aber auch' klar, daß die betroffene Judenheit weder aus eigenen Mitteln den 'Meder--, ausbau vollziehen kann, noch auf ausreichende staatliche Mrde-' rung rechnen bars. ' Erwägt man nun, daß dia Juddnheit Westeuropas bisher ihre Pflicht nur zum geringsten Teile erfüllt Ij«*! und „ daß leider auch die amerikanische JudenschLft den großch,' Äntzgaben allein nicht gewachsen ist und bald gebttrSmitde wird, so ergibt sich die zwingend« Konsequenz, das Hilfsweri arrs kiiu' neue allgemeine Grundlage zu stellen. . . . - , Da s Ko m11ec• b er. jüd i schen Delega tio'u en in Paris, welches bei seinem steten Kontakte mit der Ost-' judenheit die Situation klar/überblicken kann, hat sich deshalb veranlaßt gesehen, die Initiative zur Einberufung eirLr allgemeinen füdtsche« Hilfskonfer-nz, fvelchr doranssichtlich im Männer '1920 stattsinden wird, zu ^gvSlftn. Rach d«r bisherigen Antworten der eingeladenen HilfSorganisatiorlen ist eine ausreichende BeteiligunS , gesichert.- Der Konferenz müßten in den einzelnen Ländern Bork o n f e r r n z e n vorangehen, welche an der Hand d«^ gemme» sachlichen Materiales die Forderungen für das betreffende La»rd auszuarbeiten hätten. Die HilfSLonferen; wird die Richtlinien für siwe'neue systenratische Sammeltätigkeit in der ganz en Wett sowie für die geeignete BerwenditNg der Mittel zu beschließe» hädsr. Besonders werden die Fragen des W i r d e r auf.ba ues nnd der Beschaffung von Lebensmitteln und No hstosße^ »»«i* mm6 ouKMdiükL KMvsiMe> mm teei&aVimt . m

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