Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 292 (12.11.1919)
- Date
- 1919-11-12
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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! / Seite L Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung 12 November LSlk Nr. 292 Potttische^undschau. Der Abzug der Rumänen aus Budapest. Di« Entente hat endlich ihren Willen durchgeseht und zwingt die Rumänen zum Abmarsch aus Budapest. Die Hauptstadt sott schon in der nächsten Zeit durch die Armee Horthys besetzt werden, dessen Mion nicht bloß,vvn den ungarischen Freiheitlichen, sondern ruch von den Tschechen mit großer Besorgnis verfolgt ivird, da sie von dem Chauvinismus seiner Truppen nmfte Verwicklungen in der Slowakei befürchten. HorLhy-Mcmnschaften haben bereits die Wache in den budapester Bahnhöfen bezogen, während 'Post UTHTelegraph noch rrnter rumänischer Kontrolle stehen. Der ' Schaden, den die rumänische Okkupation verursacht hat, wird auf 28 Milliarden Kronen geschätzt. Das rumänische-Oberkommando hat vor dem Abzug :in« Proklamation an die Bevölkerung gerichtet, ,bie «irren wahren Hohn auf all die schweren Tage behütet, die Budapest feit der Revolution durchgemacht bat. General Mardareseu und der rumüni'che Gesandte Dicnnandi erklären, einen Tag nach der Beschlagnahme von. 240 Millionen Zolleinnahmen und nach der Abmontierung der Telephon« und Maschinen. d«ß ihnen , jeder Gedanke einer Unterdrückung ferne lag. Sie haben ne Presse unter dem Druck einer Zensur gehalten, sie kaum zu üverbrrten ist, beteuern aber, daß sie di« inneren Angelegenheiten Ungarns stets geschont haben, lind daß gerade rumänische Offiziere sagen, daß Ungarn Äve politische oder konfessionelle Verfolgung unterlassen tolle, klingt wie schlechte Ironie. Allerdings richtet sich »iese Ermahnung an Friedrich, dessen Judenpalitik .selbst für Rumänen ein bisher unerreichtes Vorbild »erstellt. * Rach einer holländischen Meldung haben die Unter- Handlungen Clarks folgend- Resultat erjielt: Es wird '.in vorläufiger Rad der Stäube gebildet werden,!n dem der Primas von Ungarn, der Präsident des »ochsten Gerichtshofes, der Premierminister und der Lhef der Friedensdelegation Sitz uitb Stimme haben verden. Dieser Rat wird als vorläufige Regierung auftreten und hat die Aufgabe, die vermiedenen starteten miteinander zu versöhnen und den Friedensinstand herbeizuführe». Die Rekonstruktion des polnisch *it KckbinettS. Drn .Polnisch«» Sesmmcn" wird aus Wau'cbau telegra« »fticLi: Die Frag« d«r R e k v n st r u k t i o n d«8 Kabinetts st imicrlrfi atuicE grwordtn. Da sich >m Schoße der Neglerung woße MemungSvettchiedenbeitcn rn wichtigen Fragen gclrc'nd nachm, werden verschiedene Ärnderunaen?m Kabm-kt rüolgeir nußcn. Sie sollen unabhängig von vrr Frage der Mchrheirsnldung im Land'ag durchaelütrrt werden. — W e verlangt, beabichtigt der UnterrichtSnumüer Dr. Lukafiewicz frmc Demission anzumelden. _ Sitte neue ukrainische Offensive Kegen Polen? Aus Lemberg wird telegraphiert: Die »Ga'.eta 'Lirczorng* bringt die Nachricht, daß die Ukrainer eme neue s) f j e n s i v e gegen Polen vorbereitrn. Die tu Berlin weckenden ttraini scheu Delegierten sollen nämlich gräußcrt haben, daß d:e Ukrainer durch ihre gegenwärtigen Bn Han klungen mit den Polen - »loß Zeit gewinnen wollen, um inzwischen Bo-beteikungen zu §rr«r neuen Osirnsive zu treffen und sich insbesondere mck dem ^ngm Kriegsmaterial zu verleben. Die Lenfitzer Wenden. * Der feit einig« Zeit verhaftet« Führer bet Lausitz« Wenden lkechtsauwalt Dr. Barthm Chemnitz hat aus dem Bautzenrr üntersnchungSgesÜnamS an den wendsschrn RatiovalanIschuv einen Brief gerichtet, ui dem es unter anderem heißt: Ich kann ebnen tut versichern, daß betreffend die Srrticrhelt für die Erbalnma msereZ Volkstums die Situation vollständig geklärt »st. Frliber »der später werden die E'.rpngenscha'ltn entev neuen Idee in Erschein »mg treten. An uns liegt eS, den rrchttgsien v«) selbst« »ecständlichen Standpunkt zu geben. Ich schlage ihnen allen >or. folgende Grundsätze anzunehmen und sofort rns Werk u setzen: i. Aufrichtige Lavalität der RegierungSgewait gegcnüber.' % Unseren deutschen Mrtbiirgern ßfntnlib't friedl che Beriältnisse aus Grundlage gegenseitiger Hochachtung. Ich ersuche »rmgeud, von heule ab all das, was gewesen ist, zu »ergefsen. Wie wollen unS mit aller Aufrichtigkeit am wnt'chMichrn Wiederaufbau der Heimat btteckigen. Wir wollen o>« rührigen Vermittler für ern«Annäherung der Slawenr.'rlt und der deufchen Republik fen Die Ausgaben, r.e an uns berantreten werden, werden wir Hand ut Hand mit "r Regierungsgewalt losen. General Watfon in Haifa. Kapenhagen» 11. November. (Zion. Bur/ Der kilrck'ch rrnamur Chef der brrtffckcn Verwaltung m Palästina» Genial Wats an. wurde bei seinem Besuche tn Haifa von Der« i «fern der jüdischen Gcme nde begrüßt. Aut einige Beschwerden »:r jüdsschru Delegation erwiderte General Watkon, man dürfe Mt vergessen. daß die Lage gegenwärtig noch «normal fei; er werde (cmafatä alles tun. um den Stand ser Dinge allmählich zu verbittern. Vorläufig se! Geduld notwendig, aber er denke. daß bie Juden zufrieden fern werden, >bold dir allgemeine Lage geklärt srm wird. . Die Finmanrr Frage. London» 11. November. sTel.-Komp.) Der Mimstenat beschäftigte sich gestern mit einem neuen Vorschlag d'Annunzios. Dieser wünscht, direkt mit der Pariser Konferenz zu verhandeln und die volle Verantwortung für sein Vorgehen zu übernehmen und ersuchte die italienische Regierung, ihn als Haupt der Verwaltung Fiumes anzuerkennen. Er meint, die Pariser Konferenz könne damit einverstanden sein, das; Fiume seine eigene Sache vor die Konferenz bringe und sich deren Entscheidung beuge. Inland. Kabinettsrat. In. der gestrigen Sitzung de§ Kabinett-ZrateS begvktzts Staatskanzler Dr. Nenner das Kabinett auS Anlaß r** * * VV|»HllVb WV« VW'KHV'*-!•*- «■l* **» |*,»i*-»** Personenstände Me in seiner politischen Zusammensetzung und in seinem/Programm das gleiche geblieben. .Eine unabsehbare Arleit hat das Kabirrett während dieses Jahres gextftet und die Protokolle seiner Verhanblunren werden Zeugnis darüber ab'e zen, Kelch gewaltiie poetische umd soziale Schivherl«k.iis»l es überwunden und wieviel FrMtbringendes es zugleich Geschaffen hat. Die Kraft da*u hat ihm eine Tatsache verlletzeu: Er ist ein Kabinett von BolksbLauftragten, daS von dem Vertrauen der Volksvertretung und damit des ganzen Voiles getragen ist. Dieses Vertrauen allein hat eS befähigt, dem Ansturm der konummisiischen Bewegung aus der einen 'Seite und den gewall»<en auswärtigen .Verwickelungen aus der anderen Seite zu begegnen und die Republik bis zu dem Augenblick zu führen, wo der Friede abgeschlossen und der Bestand des Spätes gesich:rt ist. '' Das Vertrauen d«S Volles begründet aber für unS auch zugleich die höchste Verantwortung. Wir haben die Pf'icht Übernommen, die Arbeit unseres Tages und die Sorge unserer Nächte rest"os dem Volke llsinzuieben, und wir geloben, diese Pflicht, auch in Hinkunft treulich zu erfüllen. SHebetteatmteftte. Di« ^Diemr Zflumg" vkrösfentllcht das von de« Mtzonal« Versammlung ausenomnnne Amnrsti«g6etz im Wo»tUnrt. ' Die Nevarntfovslrommfkstvn. Da». S'lbkomitee der R^pavä!ions?ommission, das bisher die Vertreter der Industrie berufen und.angehört hatte, cmpsin) gestern dit Delegierten der Eisenbahn- und Metallarbeiterorganisation. Die Delexierben haben den Gesich'stunkt der Arbeiterklasse gegenüber den verschievenen Krisen zum Ausdruck gebracht, an denen Oestersveich leidet. Sie haben ferner ,m der Frage der Lebensmittel-. Kohlen- und Rohstoffve.sorgrn; svckie des Verkehrswesens verschiedene Vorschläge un erb reitet. Ferner besaßbe sich das Subkomitee mit den Kvhlenverträgen Oesterreichs mit der Tschecho-Slowakei und Polen. In diesen Fragen vernahm das Komitee den S^aa'ssek.estr Dr^Paul (Eisenbahnen), Staatssekretär Zerdik (ösf.nGliche Arbeiten). Sektionschef Doktor Schüller, der Kvhlenreferent Hofrat Dr. Kloß, als Vertreter der polnischen Wirlschafts- und Handelskomniiss'on Dr. Henry Kroupsky, den ts-hecho-slotvakischen Gesandten Dr. Fläeder, von der polnischen Gesanblschaft Dr. Henzel, den Vertreter Polens in der L,l.quidaiionIkomntiss'.on Ing. Adolf Kreys a> Auch der Grvßkohlenhändler OSkar Derl und der Leiter des Kohlenamtes im Magistrat Dr. Fastenbauer waren eingetaden, um Auskunft zu geben. Heute findet «ine Besprechung mit den Vertretern der Oesierreichksch-ungarischen Bank urck der anderen Wiener Bänken statt. 1 Dre Besoldung der öffentlichen An ge stellten. Moniaa vorm «MgS laud m der Zlacuslnizlei unter Voisitz deS StuatSkonckerS Dr. Renner eilte Beivnrhnug m Arglegeuieit der Aupaffune der Bk^is« »er öffmiircheu Augcstellrcn an die Ltr!g';una d«r Lebrnenuüelvni''e stM. cm der auäi Staatilekretär Dr. R «i i ch. die Siadwäte Speiser und B r e 11 n « r und Vandesrat Di ü l i e t tecknabmen. Die Anoestrllt'N in S<a«t, Land und Gemeinde wacen durch 80 Delrgurte der veUcin dmen Angestellunoroani'c^ronrn »ritrpen E nleitend erörtrite Staoiskanzl-'r Dr. Nenner den Zweck der- Brsprccbung und di« R-cktlinirn, inne>h«lb wckchcr sich di« kommenden Bera'nvgen m beweßen hätten. Kiinflighm sott sich d:r Bezitg d/ vffrn'i'chm Angestellten aus e i n t m konstanten Grundgebalt und einer variablen O n o t e znfammeu'elien, wobei die letz'ere d^n i w-l am LrbenSni t clvreiirn augcplisii weiden lost. Auch wlid lüu't'ghin auf die Ver'cklidenbcit der Kost-n der Vebenßbalkung m den verschiedcuen Ländr'n Bedacht genommen weiden müffen.. In der Debatte, in der ein ge Aavestelltenvertreter grundlegende Fragen e-ßmitm, wmde auch daS we t-re Borgten icstn^sievt. Die Alt gesieiltenvertterer konstituierten sich am Schluffe der Besnrechung tn sechs Ceklionrn, wckcke in ammengenouimen Jträ Pl-num der Aa«estelltmvcrtieter bilden, wählend die O*m8mier der rm:elnen Sektionen zusmtmm» g-nem'ncn ein«n Boi'zlicisanSkchusi daistcllm. Den Vorsitz in der gemeinsamen Bera'ungsstclle wird CtgEeketär Dokrvr Reisch abwechselnd Mit Abseoidneirn Lvmkchik lühien Die Brv'-andlunsten der KommWon zur Erhebung militärischer P^ichtoerletzUttgen öffentlich. Bckanvtl'ch ist in drn letzten Tagen rin« Novelle znm Gesetz über die Komm isivn zur Ei Hebung m litnrischei Pstichweiletzungen klngebracht woiden. m der eS sich um eine Aendecung des Brr- Iah enS bandclt. ES w'id nun peplani, eine weitere Äenderung drs Gesetzes in de> Rich'nng vol'unlhmcn. daß die Bei Handlungen vor dielerKommi'sion Sncncklch'siaUfinden sollen, wie dieö beieitS in Deutschland der Fall ist. Gi« Ultimatum der Gutente an Friedrich , Aus Budapest wird der „llniversirlkorrespondenz^ ges meldet: Heute läuft Las Mtimntiim, das der Bevollmächtigte der Entente, Sir George Clark, dem Minister» Präsidenten Friedrich zur Bildnng deS KonzentrationSkabinctts gestellt hat, ab. Falls bis zu diesem Zeitpunkte die diesbezügliche Liste durch Friedrich dem Ententebevollmachtigten nicht vorgklcgt werden kann, wird dieser einen anderen PolUNer mit der Bildung deS Kabinetts betrauen. Ein lüdischer Schnlarrei« in Wie». Die gegenwärtige Situation hat daS füdffche Volk «8 einem Schlage vor Aufgaben gestellt, für die es nicht vorbereitet war. Die pölitifche Arbeit erfordert die Aufwendung aller Kraft, um die jüdisch« Zukunft in Palästina und in de» Galuthländern zu sichern und die rechllichen Grundlagen für' die freie Entfaltung des jüdischen Volkslebens zu schaffen. Gleichzeitig aber wird jetzt schon das Problem des Auf« Laues unseres neuen Lebens in feiner ganzen Weite vor uns aufgsrollt. So sehr daher auch die. politische Arbeit das Rittet* esse absorbiert, batf doch nichts übersehen werden, daß alledavon abhängt, ob wir in diesem Moment die Fähigkeit besitzen, unser nationales Leben von Frmen heraus umzugestälten. Die Realität unserer abnormalen Existenz erfordert den Eingriff durch Verwaltung und Erziehung, die einer Neuschopfurig von eigenen Institutionen bedürfen. Diü seelische Verfassung des größten Teiles dev heutigen jüdische« Generation lehrt uns, daß eS für uns überhaupt keine wichtigere Aufgabe gibt als eine radikale Aendernug der Erziehung unserer Jugend. Unsere Jugend soA nicht i« der gleichen seelischen Zerrissenheit und bar aller jüdischen Kenntnisse aufwachsen, wie die frühere Generation. Sie soll erne Erziehung genießen, die chr neben einer umfassenden allgemeinen Bildung insbesondere auch die Kenntnis des Judentums, seiner Sprache, Literatur und- Geschichte vernnttelt, ihr ein unverfälschtes Bild vom Wese« des Judentums gibt, ste mit dem Geist jüdischer Ethik erfüllt und ihr gketchzeititz antisemitische Belästigungen und Kran» kungen erspart. Die völlige^ Entfremdung von den Kultvv» schätzen des Judentums ist der erste Schritt zum spätere« Abfall. Die zionistische Leitung in Oesterreich hat diese Rok- Wendigkeit seit langem erkannt, zumak»alle bestehenden Jnsti« * tutionen entweder unbrauchbar oder verfallen sind. Bor zwei Jahren wurde auf Anregung Dr. Siegfried Bernfelds eine Art Erziehungkrat geschaffen, der das jüdische P ädagogtum zur Heranbildung hebräischer Lehrer und Kindergärtnerinnen gegründet hat. Diese Anstalt hat sich so sehr bewährt, daß sie von der Londoner Leitung als zentrales Institut für jüdisches Erziehungswesen ausgestaltet werden wird. Auch der j üd i s ch e N a t i o n a l r a t hat bald nach seiner Gründung ein Unterrichtsamt geschaffen, das von Pro* fessvr Dr. Geiger geleitet wird. Dieses Amt soll die Errichtung jüdischer Schulen vorbereiten und hat nach relativ kurzen Vorarbeiten ein jüdisches R e a l g y m,it asium in Wien gegründet, dessen erste Klasse in drei Parallel-AbleUungen im Oktober eröffnet wurde. Die Leitung dieser Schule liegt m den Händen von Professor Dr. Viktor Kellner, der vier Jahre lang als Lehrer am hebräische« Gymnasium in Jaffa tätig war. Der Lehrplan umfaßt außer den offiziell borgeschriebenen Gegenständen noch sieben Stunde« für jüdische Fächer, vor allem hebräische Sprache. Es ist selvstverständlich. daß auch die allgemeinen Fächer in einer der Eigenart und der spezifischen Begabung der jüdischen Kinder angemessenen Werse unterrichtet werden. Die pädagogische Ueberwachung haben die hervorragendsten geistigen Führer des Judentums und fachlich erfahrene Pädagogen übernommen. , DaS Unterrichtsamt hat die Gründung dieser Schule gewissermaßen improvisiert, ohne erst lange Propaganda zu treiben, Gelder zu sammeln oder Vorstudie« zu machen. DaS Bedürfnis war em so eklatantes, daß keine Zeit verloren werden dutfte. Selten wurde ein derart wichtiges Werk mit so kühnem Wagemut m Angriff genommen. Der zweite Schritt des UntercichtöamteS nach dieser Tat ist eS jedoch» eine organisatorische Form für die Führung deS EchulwerkeS zu finden' und eine finanzielle Sicherung zu schaffen; denn das Realgymnasium darf nicht vereinzelt bleiben, eS mutz eine Reihe weiterer. Schulen verschiedener Typen geschaffen, werden. Wenn auch nach dem FriedenSvertrag die Kosten der jüdischen Elementarschulen auS öffent« Ischen Mitteln bestritten werden Müssen, so ist es doch notwendig, zuerst Musterschulen zu errichten, deren Lasten zunächst die jüdische Gemeinschaft tragen muß. Denn hier,handelt e» sich um daS wichtigste Problem der jüdischen Gemeinschaft, um ihr Sein oder Nichtsein. Zur Fundierung dieses Werkes t^urde ein jüdischer Schulverein ins Leben gerufen. DaS Kuratorium dieses Vereines wendet sich an die Oeffentlichkeit, ihm die nötigen Mittel zur Durchführung seiner Arbeiten zur Verfügung zu stellen. ES ist kein Zweifel, daß dieser Appell einen starke» Widerhall finden wird. Eine fruchtbarere Arckage für Volksgelber, als ihre Aufwendung zur Erziehung der Jugend ist nicht denkbar. Darum halten wir eS für unsere Aufgabedie Aufmerksamkeit der jüdischen Oeffentlichkeit mit allem Nachdruck auf die Aktion deS neuen Vereines hinzulenken. Jeder Jude, dem die Zukunft feines Volkeam Herzen liegt, mutz sich in den Dienst der Sache stellen, selbst Mittel beisteuern und an den Arbeiten oeü Schulvereines Anteil nehmen. * Dem Aufruf des Kuratoriums, das aus folgenden Herren besteht: Adolf Böhm, Oberrabb. Dr. H. P. C h a j e S, Bankdirektor S. Epler, Nniv.-Prof. Dr. B. Geiger» Vizepräsident der türk.'israel. Gem. Leon H a i m, D. I a h r, Vizepräsident deS Gremiums der Wiener Kaufmannschaft Leopold Langer, Bankier Th. L e i t ü e c, Anitta Müller, Gem.« Rat Dr. B. P olla k-Parnau, Dr. Karl Pol lat?, O. Ro-ner, Dr. I. Schaltt, Dr. M. Sprecher, Univ.« Doz. Dr. Ernst Stern, Abg. Ing. Stricker» entnehmen wir folgende Absätze: „©et ne »gegründete jüdische Schulverein hat die Errichtung und Erhaltung derartiger moderner jüdischer Schulen zum -Zwecke. Er hat fein Wirken mit der' Eröffnung der ersten Ktasse eines jüdischen Realgymnasiums begonnen u;id schon der Umstand, daß di« etste Klasse infolge der großen Zahl der Anmeldungen in drei ParaHelklassen geteilt werden mußte» beweist zur Genüg«, daß die Errichtm»« jüdischer Schulen die Erfnlluttg eines dringenden Verlangen» weiter Kreise der Wiener Jndenschaft bedeutet. Die Erhaltung und der Ausbau dieser Schule, die zu einer M u st c t in i t i c U