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Wiener Morgenzeitung · 1919-11-08 · Heft 288 (8.11.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 288 (8.11.1919)
Date
1919-11-08
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Wiener MorgenzsiLrmg 8. November 1919 Nr. 28S /Wien. Samstag 'Seite 3 , Telegramme.. ■ ■.. Der Kongretz znv BeLAmpfung des Hmrgers. Rotterdam, 7. November. Der „Nienwe Rolterdamsche Courant* meldet über den Kongreß zur Bekämpfung des Hungers: Bei der Diskussion über den mternationalen Kredit wurde' tut* mittig eine große internationale Anleihe mit Bürgschaften gefordert. Graf MontgelaS hatte einen Bericht über die Kohlennot in Deutschland eingesandt. Max Marburg berichtet über die Not- > v: .tv nr».. v.v.» C'.-.Vit«« bat. Ihre Stürbe und einiache Kraft machten einen tlei.ni Eindruck. ES ist schade, lagt das Blatt, daß dieser deutsche Aufruf nicht an das britische Volk gehalten werden kann. Lorrdon» 7. November. (Tcl.-Ksmp.) Die Wirtschafts- Inferenz nahm vor ihrer Be-ndignng eine Rcsolutian an, in der «'s heißt: 'Der Kongreß sicht unter dem Eindrücke des Ernstes » er Lahe in Europa. Die drohende Gefabr einer'Mcitverbrriteten Hungersnot lasse den Kongreß trotz aller Anerkennung der Arbeit, dre der Oberste, Wirrschaftsrat geleistet hat, zur Ueberzeugüug kommen, daß nicht genügende Schritte zur Bekämpfung dieser 'chrecklrchen Lage rmlemommen worden sind. Der Kongreß ist der Ansicht. daß d>e wirtschaftlichen Bestimmungen deZ Friedens Vertrages zum, größten Teil dafür verantwortlich sind,-.daß ein derartige' Chaos in der Erzeugung und im Kreditwesen entstanden ist. Dr: Lrbcnsirrteresien aller Länder erfordern, daß diese Bestimmungen so schnell als möglich geändert werden. Die ArSsiSKLonfeserrA. - WaWngLorr, 7. November. lFunZspruch.) Die,7. Doll- Versammlung setzte bir Wechsclrede über die Frage Achtstundentag — 48-Stundenwochr fort. Der Delegierte der T s ch e ch o- Ä l o w a k e n setzte sich für das in der Tschccho-Siowakei seit 10 Monaten gesetzlich anscnommene Prmzrp bcö A ch tstn n d e n t a g e s ein und beantragte sowohl dessen internationale Annahme als auch seine Ausdehnung auf Handel und Gewerbe. Die Vereinigung der arbeitenden Frauen brachte den Antrag ein. k e i n K i n d u n t e r!6 ,J a h r e n. das nicht die Normalschule besucht Hab; und körperlich voll entwickelt sri> zur Arbttt zuzulafscn, desgleichen auch kerne Person u n t e r 18 Jahren in Gruben, in gesundheitsschädlichen Betrieben oder von 6 Uhr abends bis 7 Uhr morgens. Englands russische PolMK. Politik werde daraus gerichtet sein, nach Möglchkrit einen Z usammenschlnß Rußlands und Deutschlands jetzt oder in Zukunft zu verhindern, da dies eure Wiederholung des Krieges für die nächste Generation bedeuten wurde. Kölns Regelung der Adria» «uv rusftcherr Frage durch die Friedenskonferenz. Washington, 7. November. (Furtlivruch.) ...Chicago Tribüne* meldet aus Paris, daß der Oberste Rat endgültig beschlossen habe, dre Adria- und dre russische Frage nicht durch die jetzige Friedenskonferenz, sondern durch V e rh g « d l u » g e n der einzelnen Mächte untereinander erledigen zulasten. t EeleichterrrngM der des Mockade in der Oftfee. BesRn» 7. November. (Korr.-Bur.) Die interalliierte WaffenstillstandSkoinmission hat freie Fahrt für Lnckrter an der deutschen Küste zugestanden, jedoch nur für den rvechselseiiigen Verkehr zwischen den deutschen Hä'en. Drr^ zwar nur geringe Mldernng gegenüber der über den deutschen Schiffsverkehr in der Ostsee verhängten Sperre ist von Wichtigkeit für die Kohlen- Versorgung der ostpreußrschen Häfen. Dis BolschewM« gegen Denikm. Ämfteudam, 7. November. Die „Times* meldet, daß die Bolschewiken erneu Teil ihrer an der Petersburger Front stehenden Truppen zurückzirhm, um sie gegen Deuikrnzn verwenden. Bon der Flottendemonftration gegen die Bolschewiken sei wenig -.u erwarten, da der Finnische Goss bald zufrirrcn werde. Wie verlauret. sollen am 9. d. M. neue Friedeusverhandlungen zwischen den Finnen und den Bolschewiken beginnen. RüÄkehr der Deutschen au« dem VaMkum. * Row«o, 6. November. Das Freikorps Diebitfch rückt heute geschloffen ab. Zurückbleiben eine Batterie und eine Schwadron, die zu den Russe» übertreten. ' Des Kam^f PstMrss mit DeulKi». Ksmenetz-PsdoLoÄ» 7. November. (Radios Der Ukraiwiche Preffcdrenst meldet: Die Schlacht der ukrainischen Nutiomilarmee gegen Drnikm ,ft von neuem entbrannt. Der Feind wurde ain 4. November auf der Linie W a p n r a r k a- T ul t s ch i n -B rack a w angegriffen, geschlagen und Über dtn Bunzurückgrdcängt. Die nkcr.ii'iichrn Abteilungen marschieren auf U m a n und C h r i st i n v w k a und bedrohcn DrnikinS Front bei ::$t c m irow im Wicken. Zahlreiche Gefangene, «ne große Barte an KricsSmat^ial -und Mümtion sind iy ukramrsche Hände gefallen. : Bis rmgavischen RsyMsteu. ' Vuöapeft» 7. November. Wie die Blätter mcfte«,, fand etfatK nachmittags die konstituierende Generalversammlung der rmgarischm rovalistischen Partei unter Vorsitz des gewesenen s laaksiekretärS Emmerich Nemenhi statt. ES wurde eine.ParKil.iluug gewählt sowie rin Exekutivkomitee, besten Mitglieder abwechselnd die Leitung der Parte,geschälte besorgen. Mitglieder deS Exekutivkomitees sind unter anderem: Graf NüolauS B a n f f y. r:r gewesene KrrrgSminister Oberst Albert Bart ha, der gewesene EtaaiSsckretär Dr. Stephan B a st e l h i, Brschvi Dr. Anton N e m r 8. der gewesene Staatssekretär Emmerich N ent tn i) i, der gewesene O'oerstadthaupttkann Dr. LadiSlauS S a n d o r, der gewesene Obrrgespan Graf Tcharner 2 amfsich und Oberstaatsanwalt Dr. Albert Vary. Em serbisches ArrsUefsrrmgsbegThrctr. Berlin» 7. November. (Korr. Expreß.) llkach Meldu-^n, -.«S Belgrad verlangt die serbische Regierung die Ausliese- ,ung von 6 0 0 österreichischen und ungarrsthen Personen. Damnter befinden sich Graf B e r ch t o l d , FeldinarfchallKövesS v. KövesShaza.Baronv.Rhemen, ver gewesene Mrlillirkommandant von Belgrad sowie die Generäle Pvtiorek und Frank. DemobUifiernng irr der T'checho-Slowakei. Prorg» 7. November. (Tcl.-Komp.) Wie die ^Trrbmia" meldet, wrrd die D e m o fi i l i f t e r it n a der tschrcho-slowalischen Armee, und zwar vorläufig die Abrüstung der D r e i - tindzwangig- bis De:«ist^i g ja h r i g e n in den llernächsten Tagm brsirmm. RatifiZrerung des Friedensvertrages durch die Tschecho-Sfowakei. Prag, 7. November. (Privat.) Die Nationalversammlung hat heute in später Abendstunde die Friedens- Verträge genehrnigt. In der Deüatbe, oie voranging, kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen den Regierungsparteien und den Nationaldemvkraten. Präsident Tomaschek beantragte namens der Regierungskoalition, die Redezeit der einzelnen Redner zu beschränken. Dagegen erhob sich in den Bänken der Nationaldemokraten heftiger Widerspruch. „Wir wollen uns keinen Maulkorb anhängen lassen!", „Benesch soll bas nicht zulassen!", „Wir machen uns lächerlich!" ertönte es. Der Antrag der Nationaldemokraren, unbeschränkte Redefreiheit zu gewähren, wurde unter ironischem Beifall der Natiottalbenrokraten abgelehnt. AuS der Debatte find bemerkenswert die Aeußerungen des Referenten Dr. Hnidek, der über die Deutschen in der Tschecho-Slowakei sagte: „Den Standpunkt der Herren und Knechte kennen wir nichts Wir stehen mit den Deutschen in dem Verhältnisse der Gleichheit: Ich bin ein Herr und auch du bist ein Herr!" Interessant war auch die Rede Rasch ins, der sich in heftigster Meise gegen die Bezahlung der Kriegsanleihe an die Deutschen wandte, die keine loyalen Staatsbürger seien, sondern Hochverräter. Die Verträge wurden einstimmig genehmigt. Sme Kmrdgeörmg tschechischen Parteien Schlesiens. Prag, 7. November. (Tel.-Komv.) Die der „Vecer" meldet, haben die -!3citrctcv sänül eher polil scher Parteien Schlesiens in einer gemeinsamen Bcimmmlung rn Troppau einstimmig crllärt, daß sie die V o l k s a b st i m m n,n g i m Teschener Gebiete für überflüssig erachten, da das Trschener Gebiet unbedingt zum tschechischen Staate gehöre. Es wurde der Abzug deS polnischen Militärs gefordert und an den Minister Pr äsidcnten Tufar ein Telegramm gerichtet. wo, in gegen die in letzter Zeit seitens der Entente m einer flu die Tschechen ungünstigen Werse abgeänderttnPleb'Lzrtbedmgungm an s schärfste protestiert wird. Die tschechische Schrrlfrage in Wren. Pvag^ 7. November. (Dchccho-slow. Preßbnr.) Der KultruauSschuß hat heute rrue Sitzung abgehalicn, bei der auch Minister für Unterricht und Volksaufklärung Habrmann und dre Vertreter des Unterrichts-, des Finanz- und des Ackerbau-- nimrstcriums anwesend waren. Minister H a d r m a n N beantwortete die Anträge betreffend die Einschreibung von Fremden auf den Hochschulen, fe nir bezüglich der Situation des tschechischen Schulwesens inWien, bezüglich einer populären Ausgabe von Malartzks Schriften und der Bersiaatl'.chung der Handelsschulen. In der Frage des tschechischen Ächulwe'ens in Wren wurde der Antrag des Mitgliedes der Nationalversammlung Dr.Marcsch angenommen, wonach dre Regierung aufgcfordert wird, diese Frage zu verfolgen und diplomatisch zu unterstützen. Die Ltshlsnschiebereie«. Neue Verhaftungen. Prag, 7. November. (Tcl.«Komp.l Der „Vecer" meldet von neuen Berbaftimgen in der bekanuten Kohlenfchreberaffärr von Seestadl. Es wurden mehrere SrationSvorstände. einige Beamte der Ein- und Aussulirkommission und ehre Agenten vcrbaslet. Die Affäre wrrd noch mehrere sensationelle Belhastungen zur Folge haben. _ Kleine Nachrichten. Osrrsk, 7. November. (Reuter.) Die Zivrlregienmg räumt Omsk. Die Armee Koltschaks zieht sich auf der ganze» Front zurück. Washittgtort» 7. November. (Funkspruch.) Der Ausstanb der New-Norkcr Hasenarbe>ter ist b e i g e L e g t worden. Kuibach, 7. November. Im Kohlenrevier von T r i f a i l haben heute die Bergleute in allen Kohlengruben die Arbeit vollzähltg wieder ausgenommen. Amsterdam» 7. November. Die „Times" meldet anS Washington: Tre Sireiklage ist unverändert. Der amerikanische Arbeiterbund^ schätzt dre Zahl der ausständigen Arbeiter auf 400.000. __ LrMSherichL. Bov «e«s« GrnfchrZMmgen. R'Lch amtlichen Mitteilungen aus dem Rathaus ist in der Kohlensiumtion bisher keine Besser ung . eingetrete». Die Lage ist nach wie Vvr äußerst kritisch und es ist nicht ausgeschlossen, daß sie sich über Nacht so entwickeln könnte, daß neue Einschränkungen, die noch nicht spruchreif sind, plötzlich in Angriff genommen werden müßten. In den nächste!: Tagen wird der bisher eingeschränkte Betrieb in den städtischen Werken vorläufig noch aufrecht erhalten werden können, darüber hinaus aber fehlt jede Mutmaßung, wenn eie Kohlenzuschübe sich nicht wesentlich bessernd Eine leise Hoffnung besteht diesbezüglich, da ein offizielles Telegramm aus Laibach meldet, daß der Streik in Trifail beendet ist und die Möglichkeit besserer Zufuhren nun näher ger'üÄt ist. _ KttnÄgeSunaen der Kommunisten. Gestern veranstaltete die kommimistische Partei aus Anlaß des Jahrestages der Errichtung der Sowietherrschaft in Rußland eine Versammlung in der Volkshalle des Wiener Rathauses, die von ungefähr neunhundert Personen besucht war und ohne Zwischenfall verlief. Nach Schluß der Versammlung versuchten etwa 2S0 Teilnehmer, geschlossen gegen den Ring zu ziehen. Von der Wache daran gehindert uich gegen die Felderstraße abgedrängt, suchte ein Teil der^ Demonstranten den Wachkordon zu durchbrochen, wurde jedoch zerstreut . AuS diesem Anlässe wurden vier Personen wagen öffentlicher Gewalttätigkeit, tätlicher Wachebeleidigung und Nichtsolgeleistung angehalten. Eine« der Angehaltenen, der kaufmännische Angestetlt« Alexander H e r.m a n n, trug eine mit eingefeilten Geschossen geladene Steyrerpistole, ein zweiter Arretierterder Bahnarbeiter Franz Buschnegg, ein Dolchs, messer bei sich. Geg en . die An gehaltenen wurde , die , entsprechende Amtshandlung eingeleitet. ' h Hugo Hasse gestorben. Aus Berlin. 7. d. M.^ wird telegraphiert: orduekcr H a as $ ift heute vormittags gestorb en. Er ist de»- Verlchimgen, die er bei e nem Revolver anschlage eilittm hatte,' »ach mchilägigcm, schwerem iteibm heule erlegen. M . ■■ ' rJ' Hugo H aale ist das Op rü des Attentats geworden, das, auf ihn am 8., Oktober" d. I. verübt wu>de. Ein Zivilist gab damals auf ihn sechs Schüsse ab, als er das NüchstagSgebäude verließ. Haase'wurde vielfach getroffen. Der Atlemäter Johann B.o ß verübte die Tat aus Rache, weil Haase gegen rhu einmal eme Eipreffunakanzeigr erstaitet hatte. Trotz mehrfacher" an Haase vvrgenommever Operationen, es wurde rhm auch ein Dein amputiert, gelang cs nicht, rhu am Leben zu erhalten. \. Haase, der Führer der Unabhängigen, war am 29. Schtember 1863 iu A l l e n ft e i n geboren und stand somit im 57. Lebensjahre > ' ■ I. Als der Krieg ausbrach, war er der entschiedenste Gegners der Dewilllgung der Krregskred.lte.rm Gegensatz zu der Mehrheit der sozialistischen Partei. In der Re'.chStagssitznng vom 2-5. März 1910 »roüo.;icrtc er stürmische Szenen durch eine Redei die'vom Minister Helfferrch energi'ch zurückgewreien wurde. Es kam in dieser Sitzung anch.zum offenen Bruch mit der Mchrhett der sozialdemo krattlchcn Parier. Er trat an demselben Tage auS dvl Partei aus und gründete eine neue, dre sich zunächst Fraktion detz sosialdemokratischen ArbeikSgemeinschafl und spärer Partei der Unabhängigen nannre. Er wurde Vorsitzender dieser neuen Partei.' Nach der Revolution übernahm er im November 1913 m dep sopaldemokrstrschen Regierung das Portefeuille des Aeußern und der Kolonien. Er aibcitetc im Reichskanzlerpalais an demselben Schreibtisch au welchem Bismarck gearbeitel hatte. Er blreb aber nicht laüge in der Negierung. Schon am 29. Dezember 1918 trat; er mit den übrigen Unabhängigen'aus der Negierung aus. Dre Ansicherheit in Wisn. A«f der SLratzr bersrtLt. — Em WachrrrsysÄtes er* fchsfferr. — Holzrrnd KohlerrplürrÄLrretrgrn. j Vorgestern abends zwischen 8 und 9 Uhr wurde der Bankier und Kunstsammlcr Simon M e t a r a' hinter dem KonzerthauÄ von einem Strolch überfallen, durch eine vorgehaltene ätherische Flüssigkeit betäubt und in dieser Verfaffnnsi seiner Brieftasche sowie seiner sämtlichen übrigen Wert eff ekten beraubt.! Der llebersa.llene wurde in bewußtlosem Zu-j^ st a n d in das nahegelegene Cafs Imperial gebracht, wo er sich ,m Laufe des Abends erholte, nachdem ihm ärztliche Hilfe geleistet worden war. . „■^ In treuer Erfüllung seiner Pflicht ist gestern nachts des Sicherheitswach mpcktor Anton Bauer, Dammstraße 6 wohn-i Haft, von Einbrechern erschoss en worden. Eis hätte beim Lagerhaus der Firma Caro & Jellinek in der Wchlii siraße, Ecke der Trarsengaste, vier Männer bei einem Embruchi ertappt. Als sie cheim Erschemm Bauers die Flucht ergriffen und! dieser ne verfolgte, gaben sie auf ihn Schüsse ab, worauf er schwes verletzt zusammcnbrach, während die Täler gegen dre Franz Josef- Brücke entkamen. Der tödlich Verletzte wurde auf die Unfallstation gebracht, wo er in den ersten Morgenstunde» verschied. 9 Die Plünderungen von Kohlcnfuhren auf offener StrM nehmen überhand. So wurde grst^n vormittags iu der Reinvrecht^ dorferstraße in Margareten ein Holzwagen von etwa 300 Personen überfallen und vollständtgauZgeplündert^ Gegen dre einschreitende Wache aingen die Plünderer gewalttätig' vor und bewarfen sie mit Holzstücken. — Am 5. d. M. wurden dem Arzt Dr. Walker Schiller in der Piarisiengasse ach GiUlld einer Lleferungsbewilligung des BezirkswirrschaslsamteZ 3800 Kilogramm Ererdrikekts zugcstellt. Die Kohlenträger weigerten sich, die Kohle in den Keller zu trugen, und luden sie auf der Straße ab. Sofort fand sich eine Menge von Leuten ein; und trug die Kohle weg. _ Verhaftete Kafferrembrecher. Am 25. v. M. wurde das Bureau der Firma R » s erü b e r g. K l e r n L K o m p.. VH., Lindengaffe 37, von Einz brechcrn heimgesucht, dre einen Barbetrag von einer Viertel Million Kronen, teils m österreichisch cm Gelds, letfö iq fremder Valuta, besonders in Marknoten erbeuteten. In den! letzten Tagen wurden die Embrecher ermittelt und verhaftet! Sie sind der 26jährrge stellenlose Geschaflsdiener Karl' K o si e c k a, XVI., Grundstemgasse 66 wohnhaft, und des 24jährige Hilfsarbeiter Hemrrch W a w r z e k, XV!., Habsburg-j platz ü wohnhajr.! Von der Beute wurden bei Wawrzek noch X 50.000 M einem Wandspiegel versteckt gestmden. Dre Diebe sind mit dem erbeuteten Geld überaus verschwenderisch gewesen. Sie haben sich und' ihren Angehörigen Klerder, Wäsche und Juwelen gekauft! Derartige Weriiacheu im Betrage von ungefähr X 4:0,000 wurden gleichfalls beschlagnahmt. l - -t * ©hi« Hochschrü« »hnr Budget. Bet der gestriges JkMugurationSseier der Tierärztlichen Hochschule machte der! . abtretende Rektor, Professor Hartl, in Gegenwart de§! Unterstaatssekretärs Glücke! Mitteilung von der unhaltbaren Lag«, in die die Hochschule durch die staatliche Um-i Wälzung zeriüt. Da das neue Staatsamt für HeereSweseni die Hochschule nicht übernehmen wollte, untersteht sie noch dem liquidierenden Kriegsministerium, das aber k e i ns Budget für die Kosten der Schule hat und immev nur Aufträge über Auflassungen, Verkäufe und dergleichen erläßt. Das Professorenkollegüun hat den Wunsch, doch Unterrichtsamt unterstellt zu sein, aber auch das SmatsanrÜ für Landwirtschaft beansprucht die Verwaltung der Hochschule. Beide Staatsämter verhalten sich daher ablehnend! i oder doch zurückhaltend gegenüber den Bedürfnissen bei) Hochschule, so daß zum Beispiel der Bau einer Klinik ein-! gestellt, die Errichtung. -eines Laboratoriums unterbrochen werden mußte. Die- Aussichten für den Neubau sind! natürlich um so geringer. ’j -------- . > EiAgefendet. Tosal Streit Kalusz JClims Hofhaann j? i ö, Kahis/. Kalu3r» im Oktober 1919.

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