Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 288 (8.11.1919)
- Date
- 1919-11-08
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Wien, Samstag Wiener Morgenzeitung 8. November 1919 Nr. 288 Sette 2 Potttische^Rundschau. Die syrische Frage. Der Londoner Korrespondent drS .Matin* tclepbonier! seine« Blatte, gewisse hohe volltische Kre se in London seien sehr unzufrieden über die Acußrrungen, die fran-- zösifche Kolonialpalitiker d^m Emir Faisul anläßlich seines letzten Besuchtin Paris gemacht hätten Namwtlich hätten die Ei Mahnungen, F a i s Hl solle fick Frankreich allein und gegen England anscklreßen und seine bisherige» Beziehungm au englkcken Kolomalinstanzen alijrechen, arg verschnupft, um so mehr, als man sich m London mi' Recht fragen könne, welche Macht eS wohl fei, dre allem imstande fein werde, gegen die zu erwartenden nationalistischen Bewegungen der Araber und Türken die nötigen Vorkehrungen zu treffen. Die französische Legierung dementiert demgegenüber in einer amtlichen Mitteilung, daß irgend einer ihrer Vertreter dem Emir gegenüber solche Erklärungen gemacht habe, wie ste vom »Mal,n*-'Konesponbentcn und semen Gewährsmännern als Grundlage ihrer Kritik hingestellt würden- Es fei dem Emir im Gegenteil bekrä iigt worden, daß die französische Regierung mtsch'ossen sei, die Frage int völligen Einverständnis m i t der englischen R e* gierungzu lösen. Dieses Einverständnis bleibe unantastbar. Die Delegiertenkonferenz der palästinensischen Juden wieder verschoben. Kopenhagen, 6. November. ^Privat.) Dem Kovenhagemr zisMlschen Bureau wird aus Palästina gedrahtet: Infolge des Konfliktes m der Fragt deS F r a u e n st i m m r e ch t e S har das »Provisorische Aekulivkoimtee der palästinensisch"», Juden" lWaad Hasmani) beschlossen, die auf den 18. Novembei augrietzie Delesierteuversammlung auf unbestimmte Zeit zu Verschieden. . Die deutsch-polnischen Behandlungen. Den »Polnischen Stimmen* wnd ans Warschau bckegraphiert: In der letzten Ministerrarssttzung wurde der Berich! der polmschen Delegierten, die dre Berliner Verhandlungen mit der veutichen Regierung führen, zur Kenntnis g.nommen. Der Mmisierrat bestätigte die m Be-.lm geichlo'iencn wntkchajtlichen Berembarunam. Die polnischen Delegierten bearben sich unter Führung Dr. W r o d l e w s k» s wieder nach Berlin, wo dre Verhandlungen fortgesetzt werden sollen. Sir Stuart Samnel in Lemberg. Der Präsident der englischen Studienkommission in Polen, Sir Stuart Samuel, ist in Begleitung voll Caprutn Right Sonntag in Leinberg angekommen und wurde offi. giell vom Grafen Werzicki in Vertretung des Generalbevoll. mächtigten sowie vom Lemberger Stadtkommandanten, Oberst Linda empfangen und begrüßt. Montag empfing Samuel im Lemberger Rathaus in Anwesenheit des Vertreters de» potni. schen Außenministeriums WolowSki eine Anzahl von Deputa. tionerr. Die Abordnung de» jüdischen Rettungskomitees Se. steht aus den Herren Dr. ParneS, Dr. Sommerstein, Wahl, Wittels, und Dr. Rothfeld schilderte die jetzige Lage bfer oft« galizifchen und besonders der Lemberger Juden. Die Depu« tation der zionistischen Organisation OstgalizienS bestehend aus Dr. David Schreiber, Redakteur Frostig, Dr. Schmocat und Dr. Bickele» ersuchte Sir Samuel, der englischen Regierung die Dankbarkeit degaliztschen Judentums für die Deklaration Balfour- und für die Unterstützung der jüdischen Forderungen auf der Friedenskonferenz, insbesondere für ihr verdienst um das Zustandekommen de» Minoritäten, schützeauszudrücken. In seiner Antwort wie- Samuel darauf hin, daß England an seinem gegebenen Versprechen festhaltze, wenn sich auch bisher der Verwirklichung der De- Naratton Schwierigkeiten entgegengestellt haben. Weiters wurden eine Abordnung der Orthodoxen, eine Deputatton de» MiSrachi und eine de» jüdischen kaufmännischen Vereinempfangen. Montag nachmittagwurde das Verhör der Zeugen der November-Unruhen vorgenommen. Mn sozialistisches Urteil über die Assimilation. In der Zeitschrift ,Hudoucno" kritisiert der tschechische Vhllvsophievrofessor Dr. Fvantisek Krejcz, einer der geistigen Sr der tschechischen Dv'ialistön, die Schrift einer tschechischlen Assimilanten über „Nation unfe Nationalität dermaßen: „Daß die nationale Umwandlung aus natürlichem Wege vor sich geht, daher auf Grund psychologischer und sozialer Gesetze, das läßt sich nicht bezweifeln. Dann hat auch eine solche nationale Umwandlung, oder, wie man bei unS sagt, die Assimilation, «ine sittliche Begründung. Ich gebe auch zu, daß bezüglich dessen, wohin sich jemand getrieben fühlt, letzten Endes da» Gefühl entscheidet und da- Gefühl ist etwas persönliches, was sich der Idee nicht unterwirft. Darin aber bin ich anderer Meinung und werde eS auch weiter sein, daß ich als ethisch unzulässig erachte, dorthin zu gehen, wohin das Gefühl einen treibt, wenn man ktch der sittlichen Verpflichtung bewußt wirb, seinem Volk treu zu bleiben. Dann darf nicht einmal das Bewußtsein kultureller und bürgerlicher Unselbständigkeit bei all seiner Unerträglichkeit der Grund zur Assimilation werden, noch dazu also dazu, zu einer anderen Nationalität überzugehen. Dem berückenden Gefühl dieser Zwiespältigkeit kann mau nur entgehen — und es ist dieS moralisch« Pflicht — durch Festig u n g und ethische Vertiesun ad«S Bewußtseinder Zugehörigkeit zu dem Volke, in welchem man geboren ist. So wirb man von jener »„ethischen Zweiheit frei, die dem Autor so zuwider ist und welche darin beruht, daß dir Leute mit zwei Seelen leben, mit ihrer eigenen für zu Hause und einer fremden für dte Oeffentltchkeit. — So, glaube ich, tun «I bl« Zionisten, Und fit tun gut daran. Die bürgerlich« Unselbständigkeit erkennen wir nie und nimmer aleinen Grund der nationalen Umwandlung an, darin ist der Autor im Widerspruch, nicht nur mit dem Gefühle des ganzen tschechischen Volke-, sondern der ganzen Kultur Menschheit. Der Autor lagt auf den Einwaud, warum Die Schiebungen in der Fürsorgezentrale. Holzsandalen als Anzahlung. — Ein Patent auf einen .»Ersatzschuh". —■ Der Zusammenbruch. In seinem Berichte gab Bürgermeister Reumann > am Donnerstag im Gtadtrat auch eine ausführlich« Darstellung der einzelnen Geschäfte, in die sich dte Zentralstelle der Fürsorge mit Ermächtigung des Bürgermeisters Dr. De iSk irchner eingelassen hatte. Ueber daSMllch- und Schuhgeschäft tcilte er dabei folgendes mit: Das erste Geschäft betrifft die Erzeugung von Pflanzenmilch narb einem Patente des Professors Riegler in Klausenburg. Die bezüglichen Verhandlungen begannen im Jänner 1918. Die Patente wurden gemeinschaftlich mit «ans Hafner erworben, welcher der Zentralstelle hierfür i 600.000 Kronen in Anrechnung stellte. G» ist anzunehmen, daß er nicht diesen Betrag hierfür verausgabt, sondern schon lei di sein Anlässe einen bedeutenden Nutzen für sich erzielt hat. Es geht dies auS einer- Aussage hervor, die der von Hafner als Leiter der Milchfabcikation engagierte Josef Englisch, mit dem Hasner später in GehaltSstrcitigkeiten geriet, gemacht hat, wonach die Riessierschen Patente bloß 260.000, beziehungSiveise sogar nur 80.000 Kronen gekostet hätten. HolzsaKdalen als Anzahlung. Bezeichnend ist, baß die Zentralstelle der Fürsorge die erste Anzahlung von 126.000 Kronen aus die Patentlosten in der Form machte, daß dem Hafner Holzsandalen überlassen wurden. Entscheidend für das Fehlschlagen de» ganzen Projektes aber war, daß nicht vorher mit dem Ernährungsamte Verhandlung wegen Sicherung der notwendigen Bestandteil«, Weizenkleber, Fett, Zucker Und Alkohol gepflogen worden waren. Es erfolgte vielmehr ohneweiters die Bestellung der gesamten maschinellen Einrichtung um 10.000 Kronen sowie der Ankauf einer Fabrik im 12. Bezirk, Pohlgasse 3, am 16. Mai 1918 um 700.000 Kronen. Erst als die» alles geschehen war, fand apn 13. Juni 1918 die* entscheidende Besprechung über die Belieferung mit den zur Erzeugung der Pslanzenmllch notwendigen Lebensrnitteln statt. Ber dieser Konferenz erklärten die maßgebenden Faktoren deS VolkSernährungSamteS, daß daS Mehl nur unter Eineechnung auf daS Wiener Kontingent gegeben werden könne, während die Belieferung mit Fett beinahe ausgeschlossen sei. Es kam infolgedessen überhaupt zu keiner Fabrikation und die Zentralstelle erlitt hieraus einen Schaden von Hunderttausenden. Et» Patent «ms einen „Crsatzschrrh". Ungefähr gleichzeitig trat Hans Hafner an die Zentralstelle mit dem Vorschlag heran, die Schutzvechte für «inen in Deutschland hergestellten Ersatz schuh für Oesterreich zu erwerben. ES handelte sich hierbei um den „Pagaschuh" der Firma Fritz und Susann« Lenay in Mühlhausen im Elsaß, vertreten durch einen Herrn Frteo» länder in Berlin. Dte Vorschläge HafnerS gingen dahin, sich an dem von ihm angeblich bereit» um den Betrag von 120.000 Kronen .erworbenen Schutzrsschte zu beteiligen und die Erzeugung dieser Schuhe hier auszunehmen. Ursprünglich bestand die Absicht, die Schuh« nur direkt anzukaufen» wie ein Amtsvermerk des Bürgermeister- WeiSkirchner besagt. j Es sollten in den Räumen des städtischen Asyl- und WerkhauseS kür Rechnung des Hafner gegen Verstellung beer so: beruhen Roh- und HilfSmat:ricnes mindestens 50.000 Paar Schuhe erzeugt werden, die Hafner ber Gemeinde zum Herstellungspreise plus einer Lrzen«ebühr mit zehn Pro-ent Gewinn zu liefern hatte. In den Folge wurden dann weit.'re Vereinbarungen beschlossen, in denen plötzlich die Zentralstelle als Bestellerin sehr großer Quantitäten, die viele Hnndcrttausende von Paaren umfaßttn, auftrat, wobei die Bestellungen an den Berliner Generalvertreter der Firma Lenay erfolgten. Der Zv'ammenLruch. v Mitten kn diese großzügigen Transaktionen kam bes.?usamme nbruch. Mit Telegramm vom 19. November 918 stornierte die Zentralstelle alle Bestellungen infolge erngetretener „höherer Gewalt. Es entwickelte sich daraufhin eine Korrespondenz zwischen der Zentralstelle und Friedländer in Berlin, in der Friedländer sofort große Schadenersatzansprüche geltend machte. Es wurde bei diesem Anlasse festgestellt» daß die Beanstandungen von bereit» gelieferten Waren seitens der Zentralstelle verspätet erfolgt waren und die diesbezüglichen Fakturen, mußten daher voll ousbezahlt werden. Aber auch die Stornierung konnte nicht aufrecht erhalten werden, und es wurde am 11. Februar 1919 ein Abkommen getroffen, wonach die Zentralstelle einen Betrag von 900.000 Kronen als AbstaudSgebühr auszahlte. Daneben läuft noch immer ein Prozeß, der seine Ursache in folgendem hat: Die Zentralstelle hat dte von ihr erworbenen Schulz nicht voll zur Verteilung an die Wiener Bevölkerung verwendet, sondern damit eine n schwunghaften Handel betrieben. Insbesondere wurden trotz des damals herrschenden Mangels an Schuhen 6000 Paar Pagaschuhe an dte Zellulose-Schüh- Aktie n Gesellschaft verkauft. Nach Budapest haben wir Schuh« verkauft, es ist wirklich unerhört! Diese Lieferung gelangte jedoch nicht zu* Ausführung und e» schwebt hierüber noch ein Rechtsstreit. Ein anderer unangenehmer Pvoz«tz ist dadurch entstanden, daß Pagaschuhe, welche Friedländer in Berlin direkt an die Zellulose-Schuhfabrik in Budapest verkauft hat, von ber letzteren irrigerweise an die Zentralstelle der Fürsorge zurückgeschickt wurden. Statt nun einfach die Annahme zu verweigern, erfolgte die Einlagerung im städtischen Asyl- und Weekhaus«. Dort wurden sie später durch einen raffinierten Betrug entlockt. Nun ist di« Zentralstelle beim LandeSgericht in Zivilrechtssachen am 31. Mai 1919 auf Zahlung eine» Betrages von 230.000 Kronen geklagt worden. Auch diese Transaktion endete für die Zentralstelle mtt enormen Verlusten. AuS diesem Berichte geht mit aller Klarheit hervor, baß alle diese Aktlmwn noch vor dem 3. Dezember 1918, wo Reumann zum Vtzebürgermeister gewählt würbe, unternommen worden waren. Via Untrrsuchung-ausfchaß. Der Stadtrat hat in seiner vorgestrigen Sitzung eine« Ausschuß eingesetzt, in dem auch die Minoritäten vertreten sind und der die Aufgabe hat, sämtliche von der Zentralstelle der Fürsorge unternommenen Geschäfte zu prüfen und die Verantwortungen festzustellen. er nicht die seelisch« Ganzheit in ber Wesenheit seiner Nationalität suche: Wir suche» sie deshalb nicht in ihr, well wir keine bürgerliche SelvständigKtt haben und so lange e» die nicht gibt, ist ein selbständiger Leben auf Grund der eigenen nationalen Wesenheit nicht möglich. Wer so spricht, ist national noch nicht assimiliert Uno wer assimiliert ist, der redet von diesen Dingen nicht." Inland. Der Annexionist Conrad. Im Berliner UuterluchuugSauSschutz werden jetzt eingehend die Frledensmögltchketten im Dezember 1916 und damit daS Friedensangebot des damaligen MinisterdeS Aeußern, Baron Burian, besprochen. Die „Arbelter- »" ist nun in der Lage, Aktenstücke auS jener Zeit jfentlichen, dis seitendes Wiener Auswärtigen Amtes an den damaligen GeneralstabSchef Conrad gerichtet waren und zu denen dieser Bemerkungen machte. Im großer: und ganzen hat der Genera'stabschef die vorzuschlagenden Friedensbedtugungen sämtlich al» zu matzvoll befunden und seinerseits wesentliche Verschärfungen beantragt. Es ergibt sich Übrig-ns auS den Bemerlungen ConradS, daß er den schonungSlos-sten U-Do»tkrieg alS wirksamste» Mittel zue RlederringUng der Gegner betrachtete. Schon am 30. Oktober machte Conrad zu einem Berichte folgend« Notizen: Drohung mit dem tfidsichtSlojesten A-Bo otkrieg! dürft« wirksam sein. Der Welt sagen, daß, wenn man den Krieg gegen unS fortsetzt, wir mit den rücksichtslosesten Mitteln de« Kampf aufnehmen werden und darunter vor allem den schonungslosesten U-Bootkrieg. Am 8. November machte Conrad folgend« Bemerkungen zu einer geheimen, von C z e r n i n (der damals dem Auswärtigen Amte zugetetlt war) gezeichneten Note: „Ich komme wieder darauf zurück, daß «ine solche FriedenSanknüpfuna erfolglos, wenn nicht fchSdltch, ist, sofern sie nicht mtt der Drohung größter R ückstchtSlosialeit 'gepaart ist, daher mit dem unseren Feinden empfindlichste« Mittel, da» ist dem schonungslosesten U-Dootkrieg, der aber dann auch eklatant einsetzen müßte. Der Tenor müßte sein: Deutschland steht jetzt vor der Enbscheidung, ob e» den U-Bootkrleg, zu welchem eS nunmehr im vollsten Matz« vorbereitet ist, durchführen soll. Ehe es zu diesem Schritte greift, fragt es noch einmal, ob unsere Gegner geneigt sind, ln Verhandlungen einzutreten. Wenn nicht, wird von einem bestimmten Tage a« ber U-Bootkrteg in der r.ückstcht»lofesten Weis« einsetzen. — Setzen unS, wie «» Greys Red« und Bisfolatts Auslassungen getan haben, die Gegner daS Messer an die Kehle, dann werden wir mit alle» Rücksichten brechen und einen schonungslosen Vernichtungskrieg zur Se« führen. C» sind Anzeichen genug vorhanden, daß unsere Feinde, insbesondere auch England, «inen solche« U-Bootkrleg fürchten und e» sich daher überlegen werben, Deutschland zum Aeußersten zu treiben." In der Skizze der vorzuschlagenden FrtedenSbedingu«- Ktt sagt Conrad jiu dem Punkte „Oerlllche strategische Versserungeu der Grenz« Oesterreich-UugarnS Und de» neugeschaffenen Königreiche» PizlenS": „Ja! Wir Hab«: A gesagt, so müssen wir auch V sagen. Aber nur unter der Bedingung, daß die Pole» jetzt mi t ihrer Wehrmacht an unsrer Beite ein greifen. Tun sie da» nicht» nehmen sie nur das Ge'chrnk a» ohne die Gegenleistung, dann dürfte obiger Punkt nicht zum Hindernis für den Frieden werden.' Ebenso wäre der eng «Anschluß Polens an uns und Deutschland zur Bedin gung zu machen." Bezüglich Serbien» heißt eSr .Wiederherstellung de» KSntgreichev Serbien unter keiner Bedingung. Dies hieße dieselben Verhältnisse Herstellen, welche zu diesem' mörderische« Kriege geführt haben: eS wäre geradezu ein Verbrechen an der Monarchie, dte südslawische Fragt mutz jetzt gelöst werde», trotz aller egoistischen Widerstände Ungarns." Der Palrlotismus der Lffndler. , Bekanntlich hat die StaatSregieiuna dir Angelepenheit btt von Obe, ösikneich klng^ührtr« TranSporvcheine, der Holzauilage und der Richtvititr vor den Verfatztmg-aer»cht-hvs gebracht. Der «oberösterreichische LandeStal Dr. Mar M a y r hat nun m einer Versammlung in Linz über diese Anaeleoenhr,t gesprochen und, indem ek daS Gerichtsurteil als jut Oberöllerreich negativ rSkompiierke, getagt: .WaSwkiden wlkvun tun? Sii werden Gendarmen an bie Grenze stellen und dm Vollzug d;S UrteckS zu vechrndern suchen. Die Staatsregterung wird aber sagen, die Gendarmerie untersteht dem Staate und dagleiche wird bei der BolkSwehr, wenn wir mit ,hr denselben Versuch machten» der Fall sem. Es wird uns also nichtandere- Übrig bleiben, aldaß sich das Ädlk selbst an die Grenze stellt und jeden Schleichhandel nach Wre« unterbindet. Obe»8stknrlch wäre '» der Lage, sich zehn Monate m verpflegen, wenn Wien nicht wäre. Jeder von uns hat die Uebrrzeuguna, daßunser Achnackerlstaalsich nickt Hallen kann, daß er nicht leben-tähig Mt Für die Zukunft werden wir Wien ja einmal al» Absatzgebiet notwendig haben." Der LandeSrat Grinzinger tiflmtt bim Rede als Aufs ordern " -um Bürgert «eg, was Mayr bestellt. Die Lage In 9imn5ntem Ättrrlste* Dlamandi über die Stellung der Iude»^ Budapest, 7. November. (Tel.«KomP.) Ein MitarSeitev de- „A Vilag" hatte «ine Unterredung mit Minister D»a m a n d i, dem Büdapester Residenten der rumänischen , Regierung. Auf die Frage, welche Zustände derzeit ln Rumänien herrschen, antwortete der Minister unter \ anderem: „Die Ernennung eines aus Generälen zusammonz gesetzten Ministeriums war notwendig, damit Bürgschaft - dafür besteht, daß eine während der Ueberaangszeit ü6&c den Parteien stehende Regierung die Freiheit der Wahlen sichert. Die Bevölkerung Rumäniens har sich um 7,8 Miüw. ' neu vermehrt, so daß die Geclenzayl das Doppelte der vor dem Kriege vorhandenen beträgt.'^ Auf die Frage, wie sich die staatSrechlliche Stellung der Hilden in Rumänien gestalten werde, erwiderte de? Minister: »Diese Frage ist i bereit» -u Beginn dieses Jahres durch ein Vcrordnungs« gesetz aelöst worden, da» vom König erlassen wurde und. i Gesetzeskraft besitzt, bis es die Nationalversammlung caii* : siztert. Int Sinne dieser Verordnung wird jeder, der in Rumänien geboren ist und sich als rumänischer Untertan > bekennt, ohne Rücksicht auf Konfession und Nasse sämtliche Rechte gemeßen.* - - na fflrmnraiMii