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Wiener Morgenzeitung · 1919-11-03 · Heft 283 (3.11.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 283 (3.11.1919)
Date
1919-11-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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jfc» SA Wien, MontaS Mrerrer MsNzettMLttNff Tagesbericht Der DeklarationSLag. Jüdische Mafleaversammlung in Wir«. Der zweite Jahrestag der Balfourfchen Erklärung tföffi 2. November 1917 wurde von der jüdischen ^Bevölkerung Wiens mit großer Feierlichkeit begangen. Am Sonntag vormittags fand im Ronachersaal eine riesenhaft besuchte Versammlung statt. Das Publikum befand sich in gehobener Stimmung und zeigte durch den stürmischen Beifall, den es den Rednern spendete, und durch die lauten Ovationen," die dje Nennung hes Namens Dalfour und Englands yuslösten, daß es die tiefe Bedeutung. des Tages vollauf erfaßt hatte, an dem die Grundlage zur Erringung des' Selbstbestimmungsrechtes für das jüdische Volk gewonnen worden war. Welch ein Unterschied zwischen dem jüdischen Patriotismus. der die Menschlichkeit zum höchsten Inhalt der Politik erhebt und dem nichijüdischen Chauvinismus besteht, zeigte gerade der gestrige Tag. Im Ronachersaal die jüdische Palästina-Versammlung, in der 'Oberrabbiner Dr. C h a j e s und Abgeordneter Stricker sprachen, und — auf der Straße der Bummel der deutschen Studenten, die Jagd aus Kaftane machten. Die aKformtLattchsn LcmSLLbsreierr dev Pogromrfrerr. Der Skandal, daß harmlose Passanten in den Wiener Straßen vyn Rowdies angepöbelt werden, scheint in der Stadt des sonnigen „Humors und des goldenen Herzen", eine ständige Einrichtung zu werden. Einige hundert jugendliche Deutschncttionale und Chnstlichsoziale sind konsequent an der Arbeit» mn durch diese Art von Lausbübereieir den schon ohnehin herabgekommenen Ruf Wiens in der Wett noch mehr zu schädigen. Es wundert uns nur, daß die Regierung nicht den Mut ausbringt, diesen Skandal durch eine energische Verfügung abgustellen.^ Der Polizei sind ja die Drahtzieher dieses »Bummels* Zur Genüge bekannt und eine energische Rücksprache mit diesen Herren würde genügen, um sie sofort zu belehren, daß es nicht angeht, für eine monarchistische Propaganda antisemitische Pogromversuche zu inszenieren. lieber die gestrigen Vorfälle berichtet Polizeikorrespondenz: Gleichwie am vorigen Sonntag veranstalteten einige hundert Deutsch nationale auch gestern wieder einen Bummel aus dem Franz Josesrtai. Galizische Jüden im Kaftan wurden überfallen und hie und da verprügelt. AicherßeitSwache schritt in allen diesen Fallen ein. Das Ca?s Residenz, das zu Beginn der Promenade offen geblieben war. wurde im Laufe des Vormittags gesperrt. Gegen die Gäste des Hotels Metropole, dir von den Fenster» und dem Balkon anden bewegten Straßenszenen zusahen, wurden drohend Fäuste und Stöcke erhoben. Der ,Kor,'o* dauerte eine Stunde. Bei den Brücken sammelten sicki immer wieder bei der Umkehr Gruppen an. Um die Mittagsstunde ging die Wache etwas energischer vor und nahm einige Arretierungen vor. Ein kleiner Trupp randalierte aus dem Schottenring beim Cafö Adler. Aus der Mitte der Demonstranten wurden sogenannte „Frösche", Feuerwerks-. Mtzer, gegen den Boden geworfen. Sie explodierten mit eine« Geräusche, das wie Schöffe klang. Wache zu Pferde drängle die Demonstranten gegen dös Schottentor, WS sie sich endgültig zerstreuten. Die Wiener Chauffeure drohen mit einer ^Autoblockrade". In der DoMhalle des Rathauses fand Samstag vormittags «ine vom Verbände der Autoinobilfühcer etnberufene Massenversammlung der Chauffeure statte in welcher in stürmischer Weise die Aufhebung der BollzugSanweisung betreffend die Bcnzinsparmaßnahme» (Verbot der Sonntagfahrten nach 9 Uhr abends), der sofortige freie Handel mit Benzin und die Prüsungsfperre. für Chauffeure bis zur Errichtung einer staatlichen ' Fahr- . und Fachschule gefordert wurden. Der Versammlung wohnten die Vertreter der interessierten StaatSämter^ des Bundes der Industriellen, des Automobilklubs und des Kreisarbeiterrats» bet. Referent Brandt sprach kn heftiger Messe geg?n die BoltzugSariwelsung und gegen die drakonischen Strafen des AriegSwucheramteS. Er fordert unter starkem Beifall der Versammlung auf. falls die VollzugSanweisung in den nächsten Tagen nicht zurückgezogen werde, an einem bekanntzugebenden Tage an drr Ope^nkceu'.ung während delebhaftesten BerlehvsS den Verkehr ein« Stunde durch Auto- -u blockieren, vr sprach sich gegen die Konkurrenz der frühe»«» Offizirwe, welche die Chauffeure im Felde skandalßr behandelten und ihnen jetzt da» Brat wegnehmen, aus. Für de» Bund der Industriellen sprach Doktor Hatznl, der dem verband die Sympathien der Autoindustrie und der verwandten Industrien, welche bei 95.009 Arbeiter beschäftigen, versicherte. In gleichem Sinne sprach Architekt Outdenu» für den „Automobilklub". dir es nnwr anbevom bemängelie, daß von dem dar Handwlrtfchaft zugeteilten Venzln ein großer Teil in den Gchletchhandal gelangt. Koch (Händlertzerhanb) karichrak Aar bi* stinerifiUite UrtröftiuMa a& ta sagte, daß er wegen der Bauern, die für Druschzwecke Benzin fordern, den Wiener Konsumenten größere Mengen nicht freigeben dürfe. Die Bauern jedoch üben in ihrer Lebenshaltung keine Einschränkung. Die Länder sperren sich ab, die Stadt Wien sperrt uns. ein und trotz Bahndrvsselung darf kein Auto über die Grenzen Wiens. ES sprechen hierauf noch einige Redner. Weiß berichtet über eine Unterredung mit Landeshauptmann Gever, der auf dem Standpunkt steht, alle Luxusfahrten zu verbieten. (Stünnifche Rufe: WaS ist'Z mit den Jagdfahrten der Staatssekretäre? Der Fahrt der Staatswagen zur Hochzeit nach Gmunden? Erüäpfelhamsterei der Staatssekretär Stöckler nach Stockerau?) Rach einer btrdj eine vs-posi'ioneNen Rede hervorge. ru'enen Tüurul s enr tru.de einst muttg eine Resolution angenommen, in welcher die Aufhebung der Ecdölstelle und Einführung des freien Handels"mit allen Betriebsstoffen, sofortige Aufhebung sämtlicher Autoverkehrseinschränkungen, die Sperrung der Prüfungen für Kraftfahrer in Deutschösterreich, die Einrichtung einer staatlichen Fahr- und Fachschule und eine gesetzliche Regelung der Poli^eistrasverfahrenS gefordert wird. De» §<st»htr»e tyib rviedergefrnrderre MMorreirfchmuck. Am 37. v. M. erstattete kurz vor Abfahrt des Grazer Personenzuges um 9 Uhr abends die Kammerzofe Grete Muckenröder der Frau Architekt Stummer- Traunfels, III. Meplatz Nr. 8, bei der Polizeimfpeltion Südbabrihof die Anzeige, daß ihr ein Lederkoffer mtt Sciimuckgegenständen im Werte von drei Millionen Kronen abhanden gekommen fei. Sie batte den kleinen Lederkoffer einem Gepäckträger mit der Weisung übergeben, ihn ins Kupee zu bringen. M sie im Kupee war und auf den Koffer wartete, kam der Gepäckträger mit der Mitteilung, daß der Koffer in einem unbewachten Augenblick von seinem Handwagen verschwunden sei. Die Höhe der SchadenSsnmme ließ eine, energische Maßnahme gerechtfertigt erscheinen. Daher entschloß sich die Südbahninpektion. vor Abfahrt des Zuges eine Durchsuchung der KupeeS vornehmen zu lassen. Unter großem Aufsehen ging Sicherhrit-wache in dem zur Abfahrt bereiter Zuge von Kupee zu Kupee und untersuchte überall mit Hilfe der Kommerzose das Gepäck. In einem Kupee fand man im Gepäcknetz den verschwundenen Koffer. ES wurde festgestellt, daß keine Person in diesem Knpee in den Verdacht des Diebstahles kommen könnte. Fahrgäste sagten aus, daß der Lederkoffer von einem Manne, der die Uniform eines Gepäckträgers hatte, in daS Netz gelegt worden fei. Da es der Gepäckträger, der den Koffer Übernommen, erwiesenermaßen nicht war, kann eS nur ein Dieb, der^zu Unrecht Gepäckträgertracht trug, gewesen sein. Der Koffer wurde geöffnet und es zeigte sich, daß der auf 3 Millionen Kronen bezifferte Inhalt vollständig darin war. Offenbar wollte der Dieb während der Fahrt den ins Gepäcknetz gelegten Koffer an sich bringen. Die Erhebungen zur Ausforschung deS DrebeS hatten bisher keinen Erfolg. * Wiener Geldschmugyler in Prag verhaftet. Autz Prag wird gemeldet: DaS MontiKSblatt der Nationalsozialisten meldet, daß aus emrm Batznbofe m Prag eme aus fünf gliedern bestehende Bande von Schmugglnn anS Wien, verhaftet wurde, die vn sucht hatte, um 5.200.(00 K grläbchle Banknoten emzuschnmggeln. Es sind »wer büdbahner. e.n Bankbeamter Anur Stern. Ludwig Lang nnd eine Elise Gtcrn. Direktor Karl Wodat von der Wiener Anglobank s»ü von der.Sache ebenfalls gewußt haben. * Die Derlaffeuschaft einer „Kammermädchens" der ehemaligen'Kaiserin. DaS Meidlinger Bezirksgericht ve> lautbart: ^Bom Bezirksgerichte Meidling wird bekannt gemacht, daß am IS. Oktober ISIS Marie Wall» er, Kammermädchen Ihrer Majestät. 84 Jahre alt, römisch-katholisch, ledig, nach Graz zuständig, in W'en, XII., Hetzcudorfer Schloß, ohne Hinterlassung e'ncr lelM-lttgen Anordnung gestorben ist. Da dem Gerichte der Aufenthalt des Bat er S Franz Orel, Taglöhner, zirka 43 Jahre alt, unbekannt ist. wird derselbe aufgef ordert, sich binnen eines JahreS bei diesem Gerichte zn melden und die Erbserklärung anz,«bringen. widrigendie Elbschaft mit den sich meldenden Erben und dem Kurator Dr. Leopold Popper abgehandrlt werden würde? * Ein unredlicher Klubblener. Am Sonntag den 88. v.Mk vormittagwurde dem Weinhäubler Otto Fuchs, Slmmeringer Hauptstraße Nr. 44 wohnhaft, auf dem Uebuiigsplatze des S mmeringcr SportilubS auS dem Anklrioeramn eine, Bneftasche mit 16000 K. festoblen. AlS Täter wurde der SOjäkrige Klnbdiener deS Glwmerlngrr Fußballklub- August Mergel auSgrforfcht und verhaftet. * Verhaftete Kaffrnrinbrecher. Am Sv. August ISIS nachts wurde m den VureauräumkN der wirtschastlichen GcschästSleitung der N'ederösterreichischm Landeßrn-irrung, Nauhenüeirigaste 8. eine eiserne Kaste «brochm und ihr ein Geldbetrag von 200.000 entnommen. Unter dem verdachte der Täterschaft wurden folgende acht Pirsoncm verbafttt: Der Mobelpacker Sari Richter, der Monteur August Aubiick, der Schlvsterrchllse Fran^ Mare sch, der Zuckrrdäcker-ehllfe Franz Kaspar, der Fnseurzehikie Rudolf Bauern feind, der Monteur Jofef Pechta» der Eisendrehar Josef Sedestel ,md der Hilfsarbeiter Panz Kammer. Richter wurde dmch die Dakihlokkopie Übernnett«. Wiener Börse. Die hentlge Börse erösfnete in geteil'er Tendenz. Während »tinderdank um X , ZvnastniSka Bank« «m X 5O.-, Alpme nm K SO — uni Skoda um X Aß — a»anctfrt«w, lagen nn^ar. utt wesentlich schwächer. Una«. KredU vulorin k gs.-.Nima dd.— «nb Salov Kvhlni st 10.—, Auch EtaaiSbahn'Akrnkre war« diÜ>«»r eidaitlich. »ebdatr« yestattne Sch da« Veschäft m LtamSbahn'Sknudfchelnen, d'.e mn st ßft.- in di? Höbe muge«. — Amaudamor DrvzimkiuS am L Rovunbu: .. 2. November ISIS .. ./Ätte'S '.' ..- ' , Der Marktbericht. Die sehr die Kaufkraft deS PublckumS m Monatsende nnd dem naben Zinstermin nachltilit, zeigte sich dembch an den beiden letzten Werktagen. Obwohl wir diesmal' die „billige" NinblleiW Woche halten, wurde das rayonierte Nindsteiscb nicht zur Ganze bezogen. Auch die Nachfrage nach den übrigen Fleischsorteu, ins«, beiondere nach dem teuren Schafsleisch, war sehr schwach. Gerne gekautt' wurden die lebenden Ganse, die zu K 105.—' für das Stück in der G r o ß m a r k t y a 1 i e zu haben warem Diese Tiere müssen aber unbedingt aufgesüttert werde», da sie sehr mager sind. Aul den G r ü n w a r e n m ä r k t e n gab eS fast nur Weißkraut und Rüben. An O b st steht man auf den Märkten die teuren Sorten Tiroler Aepfrl in großen Mengen, die billigeren steirrfchen Aepfel verhältnismäßig wenig. _; Was erhält man diese Woche? An F e t t st o f s: 12 Dekaaramm Margarine pro Person; Kartoffeln: im XV!., XVII.. XVIII. und XIX. Bezirk inländische Kartoffeln zum Preise von-L 1.80 für das Kilogramm, V« Kilogramm pro Kopf. , Literatur A^WiffMschaft. HebrSische Mosaikerr. Neber die Entdeckung - bochmtercfsanter hebräischer Mosaiken"im Palästinasetdzug und ihre Entzifferung gibt die „Times" tolqende Schilderung des berühmten französische» Or'.rnialisten M. C. C'l e r »on 1- Gauneau. 1 Kein Wind ist so böse, daß er niemandem etwas Gutes zu» blaken würde. Der Kn eg, in welchem Frankreich und England Schütter an Schulter lämptten, bewies neuerlich die Wahrheit d:eieS Sprichwortes, wenigstens für die Sphäre der. Archäologie! Denn wir verdanken dem . Krieg die Entdeckung verschiedener alter Monumente von hohem Jntercffe in verschiedenen Teilen de.s östlichen Kriegstheaters. In Palästina zum Beispiel war eS daS, schöne bpzantinische Mosaik, welches durch die Einnahme eineSi türkischen Laufgrabens bei Ehellal, südlich von Gaza, an daS Licht gebracht, seither sorgfältig zusammengefügt und nach Australien gebracht worden ist. Der Krieg brachte nicht lange darauf unter ganz ähnliche» Umständen einen gleichen Glttcksfall an einem vom ersten weit entfeinten Ort, genannt Am Duk, der wenige Mecken nordwestlich von Jcricho, am Fuße des Gebirges Quarantana oder Karonta^ sich befindet, wo nach der örtlichen Legende Jesus 40 Tage fastete und vom Satan versucht wurde. Eme türkische Kugel, welche auf die britischen Laufgräbm abge'euert wurde, wählte sich zum Explodieren verständiger Weise gerade cmen Platz aus, wo ein den Augen verborgener Schatz lag pnd ein hebräisches Mosaik von ganz außerordentlichem Jntercffe zum Teck bloßgelcgt wurde. Das durch dwsen Zufall so wohl begonnene Werk wurde, rasch vollendet und die Ucbcrblcibsef eines großen Mosaikpflasters wurden frci'gemacht, welche eine Inschrift trugen. Der Major A. M. Färber, welcher gerade dn Ort nnd Stelle war, nahm eme Photographie auf und sandte sie an unsere Akademie in Paris mit der Bitte um Aufklärung über' ihre Bedeutung. Die Ausgabe der Prüfung wurde mir übertragen und auf den ersten Blick erkannte ich darin einen Text m hebräischm Buchstaben der quadratischen Kursivschrift in judeo-aramäischer oder arameo-jüdischer Sprache, welche viel Gemeinsames mit den Mosaikinschnsten der galckäischcn Shnagogen ckn Keft Kenna (dem Kanan der Bibel) und Scsuriye (Sephoris) haben, die ich vor längerer Zeit entdeckte. Rechts und links sind außerhalb des Tez-teS Spuren »an stark verstümmelten Zeichnungen, welche sich zu dem. Umnß eines Tieres, Nicht ungleich einem Löwen zusammeuzufügcn scheinen und gegenüber ist das Fragmckit eines menschlichen Armes erkennbar. Genauer ließe sich daS nur durch eine ttuteisuchung an Ort und Stelle feststellen. Das Resultak der Entzifferung nach der ersten Photographie ist folgendes: „Geehrt sei das Ändcnken von Binhamin Benjamin, dem Pharnas (eine Art Gemeindeveuvalter), des Sohnes von Äosch (Joses). Geehrt sei das Andenken all derer, welche Bei» stand leisten nnd eines jedem, welcher diesem heiligen Platze Gold. Silber oder irgendein Wcrtobjckr spendet. Bleibet Nicht zurück im Spenden für den heiligen Platz. Amen." Es ist also ein Appell Dr Fonds wahrscheinlich für gottesdienstliche Ucbungen, Wohltäiigkeitswerke, Bezahlung sür.Personal,^ Materialauslagen. Reparaturen der Synagoge, Ausschmückisttgen,- wie das Legen des Mosaiks selbst — wer weiß es. Denn offenbarbezieht eS sich auf eine Synagoge. Der Name, mit welchem^ sirgenannt ist, ist sehr sonderbar „astrah-gadichah" („Der heilige Platz") und ermnert an die Redewendung, welche, wie Phrlo mtf erzählt, von den Essäern gebraucht wurde: Lieror topoi, „Dir heiligen Plätze", das heißt tue Synagogen. Es rft bekannt, dafi die Effäer eben jene Gegenden um die Mündung des Jordan und daS Tote Meer herum bewohnten. Aber diese Wendung kan* , nii? einer Tradition rffärschen Ursprungs in,Verbindung gebracht werden, welche vielleicht durch Vermittlung der einen oder andere» jener merkwürdigen jüdischen oder jüdisch'christlichen Setten, wie die?ttnarener, Gtbeonitrn usw. Denn auf Grund verschiedener Erwägungen, die ich hier nicht auZführcn kann — sie werden in einer Monographie, wovon dies nur ein kurzer AuSzug ist. dargelegt — bin ich geneigt, daS Datum der J»> schrüt so spät anzusetzkn, alS die historischen Bedingungen eS tun erlauben. Schon der Umstand, daß wir eg mit rmer Mofack« pstastcrung zu run haben, ist nicht die letzte dieser Erwägungen.; denn die galiläischen Synagogen,, welche ins zweite Jahrhundert »ach Christi und länger zurückreicht», halten noch keine Alkosaikböde», Der O^t. w» die Mosaik gesunden wurde, und m» natürlich die Synagoge stand, ist die Lagestätte enter alten Grabt, von d» noch charakteristische Spuren zu sehen sind. Ich selbst nntersneytr str vor ungefähr einem halbe» Jahr. Was für em« Siaot mar biel, wckch: in b:r Ebene itoq SfitKÄj». untre.. dem umsierreickeu Strom, der.sich.am Fuße d<^

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