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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-30 · Heft 280 (30.10.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 280 (30.10.1919)
Date
1919-10-30
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Stt 280 Wien, Donnerstag präjtJJcnt des UnternchtSamtes, Hörne — ArbertSmmister und i c G e d d e s — Finanzm'N'.ster. - (Der Rücktritt Balfours von der Leitung der engltchen Außenpolitik wurde von uns bereits flcmrlbet. Bemerkens» ivert ist. daß Balsonr als Präsident deS geheimen Rates weiter m Kabinett verbleibt und seinen polil schen Einfluß werter geltend wachen kann.) Das Resultat der Schweizer Ratroualrats- Wahlen. Der», 29. Oktober. Die wab'fcheinlich definitiv bleibenden Resultate der Nationalratswablen lind sür die 789 Sitze folgende: Freisinnig-demokratische Partei 63 (bisher K8 katholisch» kanservattve Partei iS (mit btSbtz'1; Sozialdemokraten 39 (bisher 3"); Bauernpartei 27 (bisber lein Mandat); liberaldemokratische Parte» H (bisher 11); ostschweherrsche Demokraten- 4 (wie b,sher>; Grütlianer 3 (wrr bisher); forftchrnsstche Bürgervarter m Bisel 1 iwir bisher); evangelische Partei 1 Mandat tblsher kein Mandat), Sme Vorarlberger Deputation in Berlin. Innsbruck, 29. Oktober. Gestern bat sich eine Vorarlberger Abordnung nach Beckm begeben, um wegen der B e- Lieferung Vorarlbergs mit Lebensmitteln aus Deutschland Besprechungen zu pflegen. Der Hunger in Oesterreich. Haan, 29. Oktober. (Korr-Bnr.) „Nieuwe Courant" snelbct bic Bildung eines Komltees. das durch Sammlung von Mitteln die schreckliche Not m O e st e r r e i ch und Ungarn nnlde-n will. Die Verfolgung der Budapester Professoren. Budapest» 38. Oktober. Wie „Ui Nemzedek" meldet, hat der mit der Pisisung des Verhaltens der Professoren der juristischen Fakultät während der Räkelt msschaft eingesetzte Ausschuß beschlossen, gegen die Pcosefforen S z l a d t c 8, Bamberp. K m.e t y. Plosz, M a a v a r y. Illes und G r o s s ch m i e d die Einleitung des Disziplniurverfahrens zu beantragen. Tschechische Nationalversammlung. Prag, 29. Oktober. Die Botschaft deS Präsidenten M a s a r y k wird dem Ber.'affungsanSichuß zucrewirien. Das Haus verhandelt den Bericht deS Finan ansschuffes Mer den Antrag Dr. H e i d l e r und Genossen bczügl'ch der Reform der Devisenzentrale und bezüglich der Aufnahme des Handels mit Wertpavieren und Devisen, ferner der den Antrag dos Dr. Naschin und Genossen bezüglich der kegelung der Ein- und Ausfuhr. Berichterstatter Dr. H e i d l e r (tschecho-slowakischer iozmllst) erklätt: DaS Ausland verlaust seine Rohstoffe hen'rmage Iur für seine Valuta und wir müssen streben, unsere kostbaren Proukle für fremde Valura zu verkaufen, um bannt dlr Nohstosfe be» chlen zu können. Dies ist für die ganze Reform, was Devisen etrifft. ausschlaggebend. Die Warenausfuhr soll bauvtsäcklich der tohstossbeschassung dienen. Deshalb soll den Produzenten, bie |vc Produtte auSf iihren, gestattet fem. die beschaffte fremde Valuta icht den Bankämtern abzMhrcn. sondern für sich inr den Ankauf on, Nohsioffen zu brholtm. Die ganze Ern« und Ausfuhr soll i einer neuorganisierten Ein- und Ausfuhrkonimsssion konzentriert werden, welche so beschaffen rein must, daß die Erledigung der Geschäfte rasch vonsia'ten geht. Der Berichi des Finanzausschusses wird zur Kenntnis genommen. . Eine Erklärung der Prager -Latschen Rektoren. Prag» 29. Oktober. Die Rektoren der deutschen Universität vttd Technik waren zu dem Gastmahl rm MimsterratSPräsidMin eingeladen wvldeu. Sre lehnten ab mit der Erklärung, dai) sie?)var loyale Staatsbürger seren, aber am 28. Oft ob er, der den Deutschen der Tschecho-Slowaker Rechtlosigkeit gebracht habe, keine Feste feiern könnten. Dis LundenSurger KohlenLeschlagnahrne dementiert. Wie«, 29. Oktober. Der Vertreter des tschecho-slowakischen Preßbureaus rn Brünn wurde vom Eisrnbahn-StationSamt in Lundenburg ennächtigt zu erklären, daß dir Meldungen über die Beschlagnahme rrncs für Wien bestimmten Kohlenzuges <mS dem oberschlesisäien Revier durch die Elsenbahnorgane ,n Lnndenburg eine reine Erstndlttkg sind. Ebenso entspricht öte Meldung über die montägige Sitzung der Revaratiouskonunission bezüglich der Teilnahme des Vertreters der tschecho-slowakischen Republik Dr. F l i e d e r nicht der Wahrheit. Dr. Flreder hat an dieser Sitzung nicht teilgenommen. Jf 0 / ßJT V iit «IlfH tErttMaaen. iBe3myatttytit flirrf timer ®Qrantit- Farbbänder für age System,, ttsiNüffige» sSfe i^rop. Kurzer, Wien, QIL, Westbahnstraße 23. Telehpon 81537. rer KleiNe Nachrichterr. Washington, 29. Oktober. (Funksvruch.) „Broocklyn Eagle" berichtet auS Parts, daß die französische Delegation der der Friedenskonferenz abermals das Verlangen nach Schaffung einer internationalen Streitmacht oder weuigstenS eiues internalronalen Geueralstabrs gestellt habe. Paris, 29. Oklober. (Funkipruch.) Der jugoslawische KciegStrynlster bat die Dentvbilrsiernng der Jahrgänge 1901 lnS 7S0S für den Monat November angeordnet. Budapest, 29. Oktober. (Tel.-Komp.) Die Genossenschaft »er ungarischen Feldarbeiter, die über 700.000 Mitglieder zählt, st gestern aus der sozialistischen Partei ausgetreten. Paris, 29. Oktober. Die österreichische P irret u n g in Paris hat dem Botfchaster D u t a st a am )uai d'Orsay einen Besuch abgrstattet und bannt unmittelbare »ffizielle Beziehungen zur Friedenskonferenz aufienommen. Budapest» 39. Oktober. Im heutigen Amtsblatt wich eine Verordnung des F,riarizmtnistcrs veröffentlicht, wonach dre klguidierung der Nnterstützungsbeitrage für die au§ den l> r- M,etzten Gebieten geflüchteten Beamten bis auf weiteres Mingestellt wird. A Berlin» 29. Oklober. Die „Volsische Zeitung" meldet apS Wo t t e r d a m: Dem „New Nork American" wild aus Parts »meldet, das? Marschall Fach die Präsidentschafts- M a n d i b a t u r für Frankreich annehmen werde. »' London, 39. Oklober. (Funkspruch.) Der ParlammtS" Mkreiär deS britischen Ernührungsamtes, Mac C u r d y, äußerte Ach gestern über die Deckung deS Weltfleischbedarfcs sehr ">'.e s f r m i st i f ch. Die sichtbaren Vorräte rn den Veremiglen >taaten und Südamerika feien weit n n t r r d e m W c l v ttati Wiener Morgenze.Unn-r Tagesbericht. Die Arran^enre des AnliseMitenbrrmmels. Zu den Berichten über densonnEgigen „antisemitischen" Kaibummel schreibt der „Arb-r^er-'Zeitu.ilg" ein Arbeiterrat: An dem sonntägigen Kaistumm'el nahm als Hauptagitastor der gewesene Neserveleutnant Hoynigg teil. Er for' erte die um ihn versamnnelten halbwüchsigen christlichsozialen und deutschnationalen „Herren" unausgesetzt auf, harmlose Passanten, die Juden war^n oder für solche gehalten wurden, irr lausbübischer Weise zu belästigen. Derselbe Herr Hohiügg wurde am 24. Mai im Pfarrhof der Alserkirche, Sllserstraße Nr. 17, zusammen mit dem Inhaber des an-^blichen Zeitungsbureaus „Pairia", Vertriebsstelle für den Orelschen „Vvli'ssturrn", Herrn Rathbauer, von Polr'erdetektivs unter Assistenz von Volkswehr und Arbeifer.'rasen unter dem Ve-.dacht monarch'sti'chsr Werbelätigkert verhaftet. D'.e beiden Zimmer des B-'-reaus „Piatrra" waren von vben bis unten mit den Bildern des glorreichen Herr'cherhauses Habsburg in alle» möglichen und unmöglichen Stellungen austapeziert. Derelbe Herr Hoynigg wurde aber eine Woche zuvor im Hotel Bristol unter demselben Verdacht gleich mlls aus gehoben. Die Polizeikorrespondenz berichtete damals zwar in sehr verschämter Form von der Verhaftung, blieb jedoch bis heute eine Bekanntgabe schuldige ob die Herren Hoynigg, Rathbauer und Kon'or^en, bei denen damals Waffen, Munition, gmße Geldbeträge, Werbebogen für eine öste meichische Aktion und ein Kataster der An-» geworbenen gefunden wurden, abgeurteilt worden wären. Sie scheinen sich, wie der sonntägige Bummel beweist, bereits wieder ungetrübt ihrer Freiheit zu e"- freuen. Den maßgebenden Stellen aber wie auch 111 Hintermännern derartiger Veranstaltungen möge doch zur Kenntnis gebracht werben, daß die Arbeiterschaft neuerliche Ableugnungsver'uche, baß alt diese vorgeblich antisemitischen Demonstrationen nur reaktionären Zwecken dienen, gebührend einzuschützen wissen wird. Antiserrrttische PropagMida in Graz. Mit dem Antisemitismus ist jetzt ein gutes Geschäft zu machen. Diese Konjunktur nützt das „Neue Grazer Tagblat^, das Organ des Rationalratss Doktor Wutte, ergiebig auS. Der Zorn über die politische Untätigkeit, zu der die Deutschnationalen durch die Koalition verurteilt sind, entlädt sich täglich in Schmäh- und Hetzartikeln gegen die Juden. Da aber dieses „ohnmächtige Schimpfen", wie es Mgeordneter Stricker nannte, bis jetzt wirkungslos blieb, griffen die Hintermänner dieser Politik zu andren Mitteln. In der Nacht zum 18. d. M. ergoß sich über Graz eine Zettelflut. Haustove, Mauern, Auslagen, überhaupt alles Erreichbare wurden mit roten, gelben und blauen Zetteln mit Schmähin sch. iften gegen die Juden überklebt. Am 24. d. M. wurden in der Nacht an jüdische Häuser und Geschäfte mit Oelfarbe hetzerische Sätze gemalt, wie: „Hinaus mit den Juden!" ,,5kauft nicht bei Juden!" Der Präses der Kultusgemeinde, Herr S. Rend i, hat beim Leiter der Sicherheitsbehörde vorgesprochen und erhielt den Bescheid, daß zwei Personen verhaftet wurden, gegen die bei der Staatsanwaltschaft die Anzeige wegen unbefugter Kolportage und Verleitung zum Aufruhr erstattet wurde. Es wäre höchste Zeit, daß die Behörden diesem Treiben ein Ende machen. Es ist erwiesen, baß die Zettet von auswärts stammen. Hier fällt auch der Grund bezüglich der Ostjuden aus, da bereits fast alle Graz verlassen haben. Die Avsstchten unserer Lebensmittelversorgung. Aeutzerst ungünstig. In der gestrigen Stadtratssitzung berirhtele Bürgermeister Reumann über eine Sitzung, welche vorgestern unter Teilnahme der Mitglieder der Revarotionskommisston stattgewnden hat, wklebe sich mtt der Versorgung Oesterreichs mit Lebensmitteln befaßte. Er teilte mit. daß aus dem Ergebnisse drrser Sitzung die Aussichten besonders der Versorgung Wiens äußerst ung Ü n st r g e seren und daß die Hive der Entente nicht so unmittelbar bevorstehe, wie es unsere sürchterlrche Einäbrungslage halle erwarten und erhoffen lassen. Nach crncm Antrag des BürgeEeisters wird sich in den nächsten Tagen das GemeinderatSpräsidinm sowie die Stadiräte K o k r d a und Amalie Seidel zum StaarSkanzlec begebm und ihnr den devrimierenden Eindruck, den dies« Sitzung aus die Gemeindevertretcr hinterlassen hat. nut der Bitte zur KemitNiS bringen, daß er tür eine möglichst schnelle Hilfeleistung der Reparativnskommsssion für Wien nötige Schritte eiuleilen möge. __ Der Mensch ist gut. Ein Mörder und eine Kindesmörderln — bas sind wohl dieser Josef Waleela und diese Zkellnerin Aloisia Nekuda, die gestern vo^ den Volksrichtern standen. Sie hat ihn ver-anlaßt, ihr sieben Monate altes Kind zu töten, hat ihm die Waffe in die Hand gedrückt, und er hat die Tat ausgeführt. Mörder? Nein. Mitnehmen wollten sie den elenden Wurm, mitnehmen in die e'.nzig ersehnte Heimstatt, in das Land, da die Sonne nicht mehr scheint. Eine m:'rkwür^i^e Begegnung, dieses Zusammentreffen derBeit?en. Mann undFrgu,dieeinan.»:r nichts sein wollen, alö Weggenossen inS Jenseits, als Freunde, die .vor einander noch all das ausfchütten wollen, was ihnen dieses Leben antat und die sich für den ersten schweren Schritt inS Unbekannte gegenseitig stützen wollen. Und daS Kind, ihr Kind, .das sie von einem Anderen batte, für bas sie schuftete. 30 Oktober ISIS Seite 3 so lange sie Kellnerin sein konnte, bis die Heimkehrer den Frauen diesen Berus unmöglich machten, das unschuldige Pflegekind sollte den Segnungen dieser W>rlt entzogen werden und ihre Reise mitmachen. Aber es' kam anders. Nach jener Nacht in Kaisermühlen, da : sie im Freien schliefen, das mitgebrachte Kind zwischen sich, erschoß er zunächst, Über ihre Bitte, das Kind. Dann versuchte er. an sich selbst Hand anzulegen. Die Waffe versagte. Sie hatte sich, als ihr Kind sterben soMe, ins Gebüsch geflüchtet. Und er, einer von jenen Unglücklichen, dir den Weg in den Tod ohne einenstärkeren Genossen nicht finden, schlich dann in die Stadt zurück und blieb am Leben. Sie band sich nach! entsetzlichen Stunden das tote Kind um den Leib, sprang in die Donau und wurde gerettet- Tief bewegt uns das Urteil, das die Volksrichter fällten. So schlummert doch noch trotz alledem und. alledem vergraben in der Menschenbrust das Mitleid,., das große Ver cnen. So klingt es doch immer wieder durch: du hast sesr gelitten und du bist frei von Schuld. Wir glauben, sogar der harte Vater der Nekuda,welcher seiner Tochter sagte, er verreise auf zwei Tage und er hoffe, sie nicht mehr auf der Welt zu finden, - wenn er zurückkomint, sogar er hätte freigesprochen, wenn er unkr den zwölf Richterm gesessen wäre, und — ein Fe..nstehcn' er — über dieses Drama qualvollster Lebensnot zu urteilen gehabt hätte. Die Liebe wacht - doch noch und bei solchen Erlebnissen wie dieser Prozeß!' es ist, darf man mit dem Dichter rufen: Der Menstl' ist gut! __ A. 5 Gegen dis zentrale BewrrtschafLung von Wieh und Fleisch. Grstcin lnck'en die Fleischhauer- und Fluschselcherg''nossen'chü»ett Niedorönerreichs eine Versammlung ab, ans deren Tagesordnung die Stellungnahme gegen dir Zentrale Bewirt'chastung von V eh nnd Fleisch sowie gegen die Komnumalisierung der fleckchverarbeitendm Gewerbe stand. Die Versammlung beschloß einstimmig eme Resolution, in der die Auslassung der zenkralen Bewirtschaftung von Fleisch und Vieh, die Wrederemführung des fre-en Handels uuier staatlicher Kontrolle, die Auffö'ung der Hinte-, Knochen-, Orl- und Fett;cntralen qe^ Vorbeit und energischer Pi vtesi: gegen die Monopolstellung des dentschösterrcich'schen Wirtschaitsverbandes für den Biehverkchr, einschließlich der Abteilung Großschlächterci, erhoben wird. * Neue Einschränkung des Feitungsumfanges. Wie wir erfahren, wird die Scitrnmhl der Wimer Blätter ab l. November einer wesentlichen Einschränkung unterworfen. Die Nack mittaasblätter werden nur mehr zwei Seiten Mlen und den M o r g e n b l ä t t e r n werden nur noch sechs Serben für den Textest zur Verfügung stehen. Schuld an dieser Maßnahme, die angcblich nur vorübergehender Natur sein wird, rst der Kodlenmagel, der dre Papierfabriken zur Verminderung ihrer Erreugung cm Notationspavier zwingt. Die Kohlenversorgrmg. In der gestrigen Stadiratssitzung erstattete der Bürgermeister neuerlich einen Bericht über , die Brliesemng Wiens mit Kohle, dem zu entnehmen ist, daß entgegen anders lautenden Meldungen eine B e s s e r u it g: der KMenversorgung nicht e i n g e t r e t e n i st. Rückkehr jüdischev Flüchtlinge vus SLelermark. Am Montag den 27. d. M. kehrte wieder ein Test galkzischer Knegsflüchtlmge aus Graz und Andrrtz in .seine Hermar zurück. Dies war der zweite Transport und bestand aus 70 Personen. ® Wiener Kinder zu Familien aufs Land. Dank der reichlicken Spenden, die dem Komitee zugegangm sind, ist es gelungen. 1336 Kindern die Wohltaten emes Sommerauienchaltes zu brrten. Die K nder waren durchschnittlich fünf Wochen auf dem Lande, doch behielten Familien ihre Schützlinge oft auch über den ganzen Sommer bis zum Oktober bei sich. Das Komitee plant für den Wmter die Errichtung von Erholungsheim^ nkür tuberknlosegefähidete Kmder. Dem Komitee gehören, der Präsident des Verfassungsgerichtshofes Dr. V i t o teilt, Anitta M ü l l e r, Hofrat Dr. A l t m a n n, Bernhard G o l d st e: n,; Regie» unySrar Dr. Hochsinger. Professor Dr. Lorenz: und Ptv fcssor Dr. Z a p p e r t an. ** Eine interessante Verlobung. Aus Prag wird uns.' gemeldet: Der ehemalige HandelSmrnrster Dr. S t r a n s"k i)f verlobt-' sich mit Fräulein Bogitcka, Mitglied der tfchechischen Oper. * Jüdischer Orchestervereiu. Heute um 6 Ilhu abends wichüge Vollveisammlung und Dorstandssitzung im Casü^ Industriellen, I.. Konkordraplatz 4. * BetriebseinschrLnkung in dev Poliklinik. Wie mitgeteilt wird, w^rd es sich m Kürze als notwendig ermessen, den Betrieb der Poliklmik auf die H ä l s t e zu reduzieren. Der Betrieb der A m b u l a n z e n wird jedoch in vollem Umfange aufrecht erhalten bleiben. * Streckenkarten für Angestellte und Arbeiter. Wie die Parlamenskorrespondenz meldet, tollen voraussichtlich ab 15. November ermäßigte Streckenkarlen für alle Angestellten und Arbeiter, bte außerhalb ihres ständigen Wohnsitzes beschäftigt sind, ausgegeben werden. Die EiMäßlgung wird erheblich sein. * Die Diebstähle auf dem Matzleinsdorfer Frachtenbahnhof. Auk dem Matzleinsdorfer Frachtenbahnhof sind im Laufe der letzten Monate zahlreiche Diebstähle au Frack'gnt vorgekommen. Der Polizei ist es nunmehr gelungen, die Täter festzunehmen. Es sind dies der am Bahnhof dLdrenstete Johann Flach, dle Volkswehrmänner Viktor S t a d l, e r und Jose! T r e y t n e r. Sie wurden dem Garnssonsgericht eingeliefert. » ® Gefälschte tschechisch« Danknot««. AuS Prag wird gemeldet: In Eg er ist man einem großangelegten Schwindel mit tschecho-slowakischen Banknoten auf die Spur gekommen, dessen Ausgangspunkt im nahen Ausland zu suchen ist. In der tschecho-slowakischen Bank in Eger, der früheren Fil'ale der Oesterrelchstch-ungar,schen Bank, wurden aus dem Auslande zahlreiche große Beträge in lOOv-Kronen-Noten nut gefälschten Stempeln der tschecho-slowalsschtn Republik eingelegt. Man kam Montag darauf, als der Vorstand der nächsten davrrschen Eisenbahnstation nur Fran und Tochter m der Bank erschien und 80 Stück 1OOO-Kronen-Not<n init giifälschten Stempeln emlegen wollte. Es wurden bereits zahlreiche Personen verhaftet. Bisher wlirde ent Uinlang der Betrügereien von 20 Mlll oiteti fcstgestellt Details fehlen noch. * Razzln f« Stundenhotels. In den vorgestrigen Abendnnd gestrigen Morgenstunden wurden von Organen des SlttenamteS unter Führung eines KonzeptSbeamten Revisionen »n bekannten Stundenhotels (»Adlerhof", l., Hafnerstelg, „Trrolerhof", 1., GraSho'gasse, „Garni". U., Hofenrdergaffc, „Dieser". I., Rcubadgasse) nach unkontrollierten, der gewerbsmäßigen Unzucht ergebenen Frauen vvrgcnvmmen. Hierbei wurden 20 Mädchen anf-- gegrisfen, von denen 9 als geschlechtskrank dem Fiauenspital über-' aeven und 5 dem Fürssoraevertahren zugeführt wurden. .j

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