Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 279 (29.10.1919)
- Date
- 1919-10-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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M!N» Me«, Mittwoch .. .. Wiener MorgenzeitnüK' 29. Oktober ISIS . ./Seite 8 , Znlünd. MionLlverfsmMlunA. Die Politik und finanzielle Debatte ist gestern zu Ende gegangen)!ene Momente hat sie nicht gebracht, eine Aenderung odeDeeinflutznng der noch immer sehr heiklen Politischen Sitllion ist nicht erfolgt. GZ sprachen die M- Äeordneten DvWaber (großdeutsch), Richter (Sozialdemskxot), der fichtusschließlich mit den Kriegsgefangenen beschäftigte und r Menschlichkeit der ganzen Welt für die Rücksendung der Kriegsgefangenen anrief. Der tschechische Abgeordnete Dvak geriet in eine Kontroverse mit den Chrifilichsozialen Ass Bauer wegen der Schulsrage. Er forderte die Ausführ,g der Bestimmungen des Minoritätenrech'-cs im Kriedensrrtrag für die Tschechen. Als letzter Redner sprach Dr. teiSkirchner, der aber auch Nichts Bedeutenderes kgte. Sodann wurde die Debatte geschlössen und mach den Bführungen der Generalredner war auch diese Drskufiion vck'ei. Sie hat die Stellung der Parteien zu Inländer nichttzetlärt, es bestehen noch immer die giftigsten 'Differenzen-wie die Ausschaltung des Rathauses äüs dem 'Bereich desKoalitionspakteS beweist. Das einzig ksichti.fe Moment d^er Debatte isi die totale Isolierung der Großdxutschen,!e eine für das Bürgertum beschämend niedrige politische Eufe bewiesen haben. Wenn man sich daran erinnert, dafjetzt vor einem Jahre in der provisorischen Nationalversammlung der kluge Deutschböhme U b a n, der Drünner )r. Lecher und der Meraner Kraft sprachen, fällr die giftige Oede dieses österreichischen Bürge ctwitS noch wehr aüf/das wirklich nur aus Alpenländlern, einem geistig fast sterila Stamm lugt.'ht. Der Haris ist gesieru e rn- Vorlage über die Landesvertovsu^ m d Übernahme der Dynastre KrbSbjrg-Lotl ri.ig"zugegangen. Sitzung Donnerstag.! j D^rfassrrngsaus schütz. Naf SÄstusr .der Sitzung der Ra^ioniilversammlung sand eive Srtzmg b*$ Verfassung'ausichusses statt, über die ein amtliches Eommuniquö nicht attsgegeben w r i b. i --! Die RrparaLionskortvNrssion. | Die Länder und die E''»'.äbrAna. Dar gestrigen Sitzung des bchr der Meparatiouskymmissim m Wien eingesetzten UntgrausschusseZ für '§ r n ahjungsangelegenheitest wurden Vertreter 'der Länder bergczogen, da auch die Wage der Lebensmittel» aufbringtzng lm Inlands zur Eröriewmg gelangt. Schon in den früheren Aussprachen haben die. Delegierten der Landwirte all Ursache der geringen Ablieferung die ihnen viel zu niedrig erscheinenden Vfeh- und Getreide- Preise hingestellt. Gegen eine weitere Erhöhung^ der Preise haben sich jedoch die Konsumentenvertreter stetA zur Wehr gesetzt, deren Einwand, daß die arme Bevölkerung erhöhte Kosten für Nahrungsmittel mcht mehr tragen kLnne, für richtig lefunden wurde, weshalb der Vorschlag gemacht wird, daß einerseits der Staat weitere Z u s ch ü z f e leisten, .andererseits aber auch die Bessersituiertcn mehr belastet werden sollen. Eine weitere Forderung der LärAervertrerer, die bei der Reparattonskommissiori vollste Zustimmung sinder, ist die, daß die Regierung alles daransehen müsse, damit die Arbeitslosen der produktiven Arbeit zugefü'hrt weroen. Die Reparationskommission hat gestenr ritt AmaNentrakt der Hofburg ihre Beratungen ior'gesetzt und sich über die finanzielle Lage Deutschösterr«lch§ informiert. Zu der Sitzung waren dieselben Ententehertrcter wie c m Vertage erschienen, ferner hatten sich auch die Devoll,nächtigten der Nationalstaaten eingefunden. Don -unserer Seite waren unter anderem Staatssekretär der Finalen Dr. Reisch, Sektionschef Dr. Schüller. Hosrat Dr.. 5^1 oß erschienen. Staatssekretär Dr. Reis ch, entwarf vor den Entente- Vertretern ein Bild der Finanzlage des Staates, dessen Einnahmen verpfändet, dessen Kunstwerke verkauft werden mutzten, um die künimerlich-e Existenz der Bevölkerung apfrechtzuerhalten. Sodann warLte sich die Konferenz wieder der Erörterung des K u h l c n p r o!• ic m h zu. Der amerikanische Bevollmächtigte, Herr H a l st e a d. ist gestern aus Paris zurückgekehrtt, wo er eine eingehende Berichterstattung an den OberWen Rat vorgenommen kalte. Bei allen maßgebenden Mitglih>'rn desselben hat Mr. Halstead die grügte Gen erg t.'hert vorgefunden, die österreichische Krisis ehestens einer! befriedigenden Lösung zuzuführen. Seirre Bm'^^csmtm,'^ erstreckte fick im Sinne der von ihm bereits erstatteten entgehenden schriftlichen Referate vor allem auf die KohlenversorDung des Industriegebietes von Men und Umgebung, und a.ilch a..f die zur Behebung der LebenSmittelnot notwendigen Maßnahmen. Parteitag der österreichischen Sozialdemoblraten. Freitag beginnt hrer dchc für drei Tage anbcraumte sozialistische Parteitag, dem m biercm Jahre angesichts der inneren Kampfs in der Sozialdemokraue erhöhte Bü»eutmig zukommt. Es werden sämtliche sozialdemokratische RegiecungSmüglieder das Worck. Nehmen. Zum erstenmal feit vier Jahren wird die ts ch e ch i i ch e G o z i a l d em o k r a t i e durch den Abgeordnete» S t t * t n vrrtteten sein. Der Kampf/ um Beta Ku«. Wie wir erfahren, bock die ungarische Regierung zur Be' tzrlindung ihres Verlangens nach Auslieferung Bela Kun§ das von ihr' zusammcngrtrageme Aktenmaterial dem StaatSamt für Justiz übermittelt. Die PMuvg dieser Akten ist nunmehr Sache der zuständigen Gerichte. Verlängerung vor- Bestimmunqer» über den Arbeiterschutz. Wie die ^Wiener Zptung^ meldet, bleibt die Bestimmung Vollzugsari'«eif«ng vom Mai 1919, die den Gewrrbeinhaber verpstlch/ttt, für jeden Arbeiter »der Angestellten^ deffe» Dienstverhältnis feit dem 26. April 1919 gelost wurde, •wn neuen Arbeiter oder Angestellten in den Betrieb einzustellen. bi-^zum Sr. Dezember WlS m Kraft. Dasselbe gilt von bn> Bestmmmngen der BcillzugSanwrisungm de- GtaatSamtes fit soziale Benvalwng Wer,' tat Unterstützung der arbeitslosen Arbeiter Angestellte«. SLWtHOmzM M. Re«er gegen die Monarchisten «nd KormnMisten. Slaäiskanzser -Dr. N e n n e t sprach gestern abends m einer WNlerversammMg in Mchwandners Säiillokalitdtem Die weilen Miitne Mlen' ' überfMr. Emige K o-rtt m.u n i ß ett machten sich während der Rede durch Zw.'schemufe bemerkbar. S>e wurden von, der Umgebung mit großem llnwillm zurechtgcmM.und verhielten sich später nchrg. Der S t a a 1 s k -a n z l e r führte einlntendaus, -dasr un Mu telpunkte;drr Politik die.F i n a N z« ü n d E r n ä h r n n g spolitr k.siehe. In her nächsten Zeit Werden dev RaLionalverfammlung alle jene Masiregeln .vorgelegt werden,. welche im F in a n zv l a n e an Interesse der Sani-'nmg unserer Finanvn vorgesehen sind. DÜs allem genüat zur Siunde mcht. Wir müssen daran .denken, das; ch« Gehäitet und Lohne mnomatsich d Ur ch ein neues System dem j ew e i l r g e n K ä n f w,e r t desGeldes a n P a f f r n. dich ste m dem Maße steigen, alsdas Brot und die übrigen Bedarisartlkel teurer werden. Wik haben auch läion cn'tprechende BdrkebnmgeN in dieser Hinljchl/gettofien. Bertreier d-'L Staatsames fiit Finanzen, der . Mnremoe Wien 'und der Landesrccn^ung werden darüber be- ' raten, i n \v elcherF o r nr d i e s e A n P a s s n n g vor sich gehen ,s o! l. D e-c Anpasinng ist nolwcnd'.g. denn es gehr nicht so wrt. dgss wir uns durch H* Ec-igniise überlulcn lassen. Wir müssen uorbanen. Diele Aufgabe ist um so schwieriger, wesi nt uni eren Staatskassen ein bedauerlrcher Schwund m konstatieren (Rufe: V er m 8 gen § ab gäbe! Unruhe'' Dre^Vermö gensa,b g a b. e gehört zu den sinainpolltischen Mannabmen der Regierung. (Nenerliche Zw'chenrnfe und Proteste.) Zuerst die F nanzresürM, daun'die Lohn- und Gedattsreform. Lerder sind wrr durch den Kr reg und vor allem d adurch, das; der Friedrnsabschtutz trotz dieses Drängens ein volles Jahr auf sich warten lietz, in einem solchen Zustand der Erschöpfung geraten, daß wir nicht wissen können, ob dieses Gemeinw.-se-l.diesen Winter überdauern wird. Wir haben von den. HabSvmgrrn, die eine-Polit ik b es Untergnnges gemacht>haben, kem glän^ndes Erbe angetreten. Was wir übernommen haben, war ein zerstörtes Wirtschaftsleben, ein sieches, verrwei elteS Volk. Die Äusgüben, die diesem Parlamente, dieser Regienmg. gestellt werden, sind beispiellvL, sie habe« nicht ihresgleichen in der Geschichte aller Völker. Bon dev Stunde des Zusammenbruches an vauert auch unser Elend. Für dieses Nnqiück ist d ie DY n astre, ih re Gene r ale, ihre Politik, der nationale C ha uvinismus verantwortlich. Wir werden von aller Welt verantwortlich gemacht für die Folgen dieses .unheilvollen Krieges, wir werden ais die Schuldigen gestellt, umsonst haben wir 'vor allen Völkern darauf hingewiesen, welch großes Unrecht uns geschieht; aber unser Volk muß büßen, was die Herrschenden verbrochen' haben. (Zwischenrufe. Unruhe.) Noch ist man sich.nicht klar über diese Zusammen« hange, und es gibt Leute, die mit der Unwissenheit des Volkes ' rechnen, die wieder zu hoffen beginnen und ^'em« < . Rückkehr der im Exil befindlichen Habsburger für möglick; halten.' Ich glaube, daß hie politische Erziehung unseres . ganzen Volles iu diesem Jahre so weit vorgeschritten W. * haß jeder dieser Versuche' - . * ’; eirrem eherne« „Nein" begegnet. (Anhaltrirde stürmische Zustimmung.) " Dr. Nenner besprach eingehend die Koalitionsbildunz und das^' ablehnende Verhalten der Arbeiterschaft gegenüber den Kommmristeu. . - j Mnn.'.heute — sagte er — die Bourgeoisie sich über die. Arbeiterräte entrüste, müsse man. ihr zurufeu, daß sie es - dem Verstand, der KluAheit der Arbeiterräte zu verdanke^ hat, wenn in dieser Stadt-noch ein Stein auf dem anders -steht. (Zustimmung.) Das; deuischösterreichische Proletariai hat nicht nur taktisch, sondern auch sozial gehandelt. Der Sozialismus ist ein System, das keine Klassenherrschaft, - will, weder drr Einen noch der Anderen. Es wird sich zeigen, baß wir. praktisch . und klug, geistig , und sittlich richtig gehandelt ' haben. Wir' wöMl kek» System der Rmhr und Verseltrmg. ES ist nicht gut, in der-Politik Rache für VergangeireS zu nehmen. (Zustimmung.) Für uns bleibt der Grundsatz Viktor AdlerS maßgebend^ in der Politik -das" nicht anzu. streben, was nicht gu erreichen ist. Wir müssen mit den Tat. fachen rechnen, und ihnen steht,^ meine Herren Kommunisten . die Theorie ohnmächtig gegenüber! (Zurufe der. Kommu. nisten. Anhaltende Entrüstungskundgebungen.) Wir wollen .Oesterreich aufrichten als ein Gemeinwesen, in dem der Wille des Volkes herrscht (Beifall), als demokratisches Gemeinwesen. . Wir müssen uns mit dem Gegner verbinden zur gemeiusamep Rettu.ng des Staates (Beifall). - . .. > Sodann betrat der Kommunist Forst die Tribüne. Schon ' nach seinen ersten Worten, die er an die Der-? sammlmig richtete, setzte ein LuMult ein, bet erst nach einigen Bemühungen des Vorsitzendem. sich legte. Forst warf dem Staatskanzler vor, baß er sich vielzu lange mit dem Finan zplane heschäftigt habe. —- Die Versammlung ließ ihn nichts weitersprechen. Alle Versuche, sich verständlich zu machen, blieben vergeblich und Forst mußte seinen Platz verlassen. Dr. Renner regte an, daß, falls eine Diskussion erwünscht sein sollte, für lese Diskussion ein eigener Abend eingeräumt werde. Die Versammlung erklärte sich einverstanden. TelbgMMML. D'.L Nalionalratswahlen in der Schweiz. Bern, 2>. Oktober. (Scbweiz. Dep.-Ag.) Dos Ergebnis der Nalwnalra^ wählen bis Montag ergwt rme Zunahme der s o; c a l d e m o k r a t i s.ch e n Man d atc um upa nzig, die nt der Hcmp sache auf Kosten der bisher slärist.m Parte,, bei siemnn g'dcmosial'.sthen, errungen worden sind. Damit steigt die Zihl der so?,'sidemokra;sichen P.meigängcr im Nnivnalral ä u f ei w a 4r>. Die Zunahme ttcibt hinter den E,Wartungen der Partei z u r n ck. Die Katholiken bewahren ihren bisherigen DRtzsimd. Die neue Bauernpartei mdlr bis jetzt zehn Mandate. Die stärkste Fraktion des aus!69 M , t g l i e d e r n bestehenden Rates blecht dre freisinnig-demokratische. Rumänien und ^rZedeusnertraz. Paris, 38. Oktober. (Tel-Komp) General Co and wurde zum e sten Delegierten Rumäniens a»i der Frredenskonkeren; ernannt und wi'd d e Weisungen seiner Negierung bezüglich der Unterschrift d-'s Fnedensabl'ommcns von Saint-Geimain sowie die Antwort auf die letzte Ementenotc überbringcn. Die sinanzisKen Schwierigkeiten ErrAnnds. London, 38. Oktober. (Reuter.) Das wichtigste bei den Verbai,dlimgru nn Unterhaus am Mittwoch über die »' i n a n» zirlle Lage des Lands wird der Antrag Sir Douald M acl ea n b Iben, den die N grerung zur Stellung der Vertrauensfrage benutzen wird. In diesem Antrag wird die Rcgimnig aufgefordert, nn Hau^e einen Dofichsag zur Erzielung praktischer und dm ch greifen der Einschränkungen derAusgben für das lausende Jahr vorzulegen. Der Seqen des A-Vootkrieges. Berlin» 28. Oktober. Das ,8-llhr-Abeudblatt" meldet ans Bakel: Die „Tmles" meldet aus Paris: Die Wredergutmachungskomniission hat die durch dre deutsche Kliegführnng angerickteten Schäden an der Welthaudelstonnage endgültig auf 85 M r l 1 i a r d c n F r a n k e n festgesetzt. Deutschlands Schuld an den armenischen Massakers. - Berlin, 28. Oktober. (Korr.-Bar.) Der ,Abead" mcldü von der Schweizer Grenze: Die o r n i n g p o st" berichtet ans Konstantinopel: Dre türkische Regierung hat alle G «beimdokumente zwischen Deutschland und der Türkei über die Vorgeschichte deS Krieges und über d-eKriegsiihrimgderAlliierten- Kommisston ansgelreserr. Die Dokumente sollen die Schuld derdeutschenRegierungandenArmenrer-» morden erweisen, durch welche 160.600 Menschenleben vernichtet wurden. Die Heimfchaffung der deutschen Kriegsgefangenen. Berlin» 28. Oktober. (Korr.-Bnr.) Die deutsche Negierung ist erneut in Paris wegen der Beschleunigung der Hei mschassung der deutschenKriegSgefangeneu vorstellig geworden. Belgien fordert die Auslieferung von 1153 Deutschen. Brüssel, 28. Oktober. .Jndependance Belge* meldet, dah der Mimsterrat e>ne 1158 Namen enthaltende Lrstr von dcmschen Zivil- und Mlilärpersonen gutgeheißm hat, deren AuSlreferrma verlangt werdm soll. Die Äste wird noch Parts geschickt Anatai, Die Aeöerwachung des Exkaisers Wilhelm. Amsterdam, 28. Oktober. kKorr.-Bnr.) u% c I fl v a a \* meldet aus London, daß m der gestrigen Untrrhaussitzung gefragt wordcn sei, w.'lche Vorkehrungen jetzt in Holland zur U eb er» w a ch u n g drs früheren deutschen Kaisers und des früheren deutichen Kronprinzen getrosten würden. Harmsvrortch. antwortete, die brun'che Regierung wisse zwar nicht genau, welche Maßnabnien d'e Hollandnche Regierung getroffen habe, sie habe aber keinen Grund, zu bezweifeln, daß alle n o, w e rr d i g en M a tznah m e n gerroff'n wv'den seien. Aus eine andere Frage, ob das Auswärtige Amt von dev T e l e p h o n g e s p r ä ch e n des früheren Kaisers mit D e u r s ck l a.n d wisse, antwortete Harmsworth, daß der crigl-schen Regierung darüber nichts bekannt fei. (Duses Frage» und Amwortiprel beweist, daß man m manchen englischen Kreisen noch an Restauralionspläne Wilhelms denkt. Die Red.; Die klerikalen Weiber von Luxemburg. Paris, 28. Oktober. ^Fnnkfpruch.) Au8 L u x e m b u r g wird gemeldet, daß infolge desFrauenwa h l-r e $ i t § d r e Kammer eine klerikale M e b r h e r t erhalten dürfte. Bon den b s jetzt gewählten 47 Abgeordneten'sind 10 Sopalisten, 7 Radikale, 24 Klerikale, 2-Unabhängige und^ 4 Belgische Partei. Sir George Clark in Budapest. Budapest, 28. Oktober. ,Tel.-Komv.) Der hier weileudk Kommissär des Obersten Rates, Sw George Clark, emvsing im Laufe des heutigen Tages eine Reihe ungarischer Politiker, darunter den Gcafen Julms A n d r a s s y sowie die früheren Minister S z t e r e n y i und B a z f o n y Im Hofe der ehemaligen königltchen Burg, wo Sir Clark abgestlegen ist, sind große Äkeuschenmmgen versammelt, die Deputationen aus den verschiedenen ungarischen Konmaten darstellcn und an Sir Clarl die Biite richten, von ihm empfangen z« werden, um ihm dr« Wünsche der Bevölkerung zu übermitteln. Sir Clark wird in.Budapest in ungewöhnlicher Weise gescrert. Man erwaitet von ihm, daß er die u n g a .r! sche K r rse eud» gültig lösen werde. Der ahnungslofe Tifza^ Bndapest, 2^. Oktober. Del.-Komp.) Unter dem Titel ..Der Welikrieg und Stephan Tnza" veröffentlicht Ulnvcrsitätspcofestor Heinrich M a r c z a l i >m„PesterL!opd" einen Artikel, in dem er auSführt: Tifza erklärte mir rm Jännet 1918? Ich dachte nicht daran, daß infolge des Meuchelmordes von Sarajewo der Weltkrieg entstehen könnte. Es war mir klar, daß eine Konstagraiion alle Mächte in ihr Bereich ziehen müßte und ich tat, was in meinen Kräjten stand, um den Kriegsausbruch zu verhindern. Südslawische Patrouille« überschreite« die österreichische Grenze. St.-Beit a. v. Glan, 33. Oktober. (Trl.-Komp.) An verschiedenen Stellen der Demarkationslinie überschreiten d i s z i p l i n l o s ei südslawische Patrouillen die Grenze und bedrohen die Bevölkerung auf desttschösterreichischenr Gebiet. Nur der Zurückhdliung der österreichischen Feldwachen ist es zu verdanken, daß es bisher nicht zu Zusammenstößen gekommen ist. % Vollständige Verkehrseinstelluilg im Bereiche der Staaisbahndirektion Innsbruck. Innsbruck» 28. Oktober. (Korr.-Bur.) Wegen vollständiger Erschöpfung deS Kohlenvorrates ist im Bereiche der Staatsbahndirektion Innsbruck die E i nstellung sämtlicher personen'sührender Züge brS 7. November sowie deS gesamten G ü 1 t r v e r k e b r e S. bis ans dre Lebensmistelbefördeiung in Waggonladnngen ai>S dem Obei-Jnntol für Innsbruck bis 8 t. Oktober verfügt worden. Der Betrieb der e l e k t r i f ch e n Babuen bleibt unverändert-