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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-26 · Heft 276 (26.10.1919) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 276 (26.10.1919)
Date
1919-10-26
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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r 'gtBtV!3ZStett, Somitoz r DaS Programm der vom ^Bücherkasten" in b« Räumen der „freien Bewegung", I., Karntnexstraße 4, veranstaltete» ltternnscbeu und mumalischrn Abende ist wie folgt .rstgesetzt: SS. Oktober: Konzertabend der Grazer Qpernsüngerin Cacilie Pfleger-Bahr; 81. Oktober: Bortraosabrnd Irma St tu n z und Helga Oblasser (Debussh); S.Novemb«: KvmpositionSabend Albin Berg. > Werfels „Troerinne«" im BnrgLheaLer. Im B u r g t h e « t e r haben dir Proben zu Franz Werkels * Eurivides-NaAdichtunfl ..D i t Trv erinnr n", die als nächste Premiere in Szene geben wird, bereits begonnen.' Bei wirser Aufführung, für dir eine große Inszenierung geplant ist >— es wird eine eigene Bühnenmusik jür "die Burgthcateraufführungen geschrieben ' — wird Franz H e r t e r i ch zum ersten Male als Regisieur fungieren. Die Ha « ptroll en sind Uaenderumßrn besetzt: Kaffandra — Medelskh, Hekuba — Bleibtre«, Andrvmache W o h l g e m u t h. Hrlena— M a r b e r g, Posewon —I osefDauegger, Thalthbios — S i e b e r t. ' Ei» Schullern-Abend. Der ultArv olitische D i s k us s i o n s k l u b" (vormals Allgemeinen Bildung?- und Diskussionstlnb) wird im heurigen 28. Berrmsjahr rine Anzahl von literarischen, musikalischen und sozialpolitischen Vortrags- und Diskussionsabruden veranstalten und begmrit ^eme Tätigkeit mit dem am 27. d.M. (Montag) um 1i.J7 Uhr abends im Saal des „Neuen FraueullubS* I., Tüchlauben 11, Stock, stattsindende« Vortragsabend Dr. Heinrich S ch u l l e r n s. Es steht zu erwarten, daß der Besuch mit Rücksicht auf das Interesse, daß mau diesem bekannten und beliebten Dichter entgegenbringt, em zablrrichrr werde und werden hiermit alle Freunde unseres Klubs und Berchrer Schüllers ansgefordert, sich bestimmt pünktlich einzusindeu. (Karten bei R. Lowit, Rotenturmsiraße, und an der Abrud- M.) Büchrrschau. Werner Schenkel:. Dienerin, Verlag S. Fischer, Berlin; Walter S. Landor: Erdichtete Gespräche, Verlag Georg Müller,, München; F. Müller-,L her: Die Entwicklungsstufen der Menschheit, Verlag A. Langen, MÄrchen; Gleichen-Rußwurm: Das Ehebuch. Verlag W. Hadecke, Stuttgart; Dr. Simon Weber: DaS alte Testament, Herderscher Verlag. Freiburg i. B.; Karl Jos. Friedrich: Das Hans Thoma-Buch, Verlag E. A. See* man«/Leipzig; Adolf Weißmann; .Sang und Klang-Al- «anach» Verlag Ncufeld & Henius, Berlm SW. Die jüdischen Wanderbewegnagen in der neuesten Zeit behandelt Dr. Wlad. W. Kavlun-K og a u in seiner alrichnamiaen Schrift, die den Zeitraum von 1818—1914 umfloßt. Nach einem allgemeinen G.kns über, die Ursachen der Mische» Wcmderbeiveguvgen behandelt der Verfasser hauptsächlich das amerikanische Auswanderunasproblem der gallischen, rumänischen und russischen Juden sowie die Einwanderung in den Orient. Reiches statistisches Material erhöht den wissenschaftliche» Wert des Buches. Preis K 28 04. Zu beziehen durch R. Lvwit, Buchhandlung, I* Rotenturmsiraße 22. Sport. Die heutigen Fußballwettspiele. , Der heutige Meisierschastssüuntag sieht wieder fast sämtliche Vereine an der Arbeit. In der ersten Klasse wird das Spiel Rudolfshügel gegen Rapid am meisten interessieren. Die Favorit«« führen ut der Meisterschaft ohne jedep Verlust- Punkt vor den Amateuren. die drei Punkte verloren haben. Rapid, der langjährige Meister, tft hmer stark ms Hintertreffen Mare», trotzdem gibt die Mannschaft noch immer einen beachtenswerten Gegner ab. Der Ausgang des Spieles ist völlig ungewiß. In brr zweiten Klasse treten bis auf R e d S t a r sämtliche Vereine in der Mersterschast an. Dre H ak o a h spielt ans ihrem Sportplatz in Floridsdorf gegen dm Sportklub V o rw ä r t s, der ^in der Meisterschaststabelle den letzten Platz einnimmt. Obwohl der Gegner nicht vnterschätzt werden darf, kann man einen sicherm Sieg der Hakoah Voraussagen. Bor einer schweren Aufgabe steht die Germania, die Mühe Hasen wird, die Errckeler zu bezwingen. Nachstehend das genaueste Verzeichnis der Wettspiele, die «m j*/«4 Nhr beginnen: . l. Klasse: ' Rudolfshtzael-Rapid (Favoriten); W. A. F.—Amateure kHMckdorf); Sportklub—Admtra (Dombach); F.A. C.—Wacker (Flondsdorf); Hertha—Simmecmg ll. Kla f f c: Hakoah—Vorwärts (Floridsdorf); Oter- St. Veit—Nußdorf (Obrr-St. Best); Ostmark—DvnaustadtlNnßdorf); Sportfreunde—Bewegung (Rußdorf); Germania—Cncket (Schwechat); <Stmm—Slowan lAdmwaplatz); O. S. C.—Blue Star (Ottakring). ,_ Die heutrge« HviLeywettsplele^ > Heute vormittags siuden drei Meisterschaftsspiele statt, die für dm AvSgang der Herhsiferie von großer Bedeutung sind. Die Hakoah. dir heuer sehr gutes Können zeigt, spielt auf eigenem Matze gegen dm vorjährigen Mstster Wiener Hockeyklub. Obwohl et» Sieg der Hakoah nicht zu erwartm ist. liegt m bei der anerkannten Tüchtigkeit der »Elf" doch im Bereich der Möglichkeit, was dem Spiele «Uten Montagen Reiz verleiht. — Außerdem spielen der W. A. C. gegen dieLebrer- Sp or t- »ereintgnng Md der Verein fü r B ewegongsspiele gram die Katholischen Hochschüler. Mahrend sich der W. A. C. dm Sieg wird eilämpsm müssen, steht jener der BewegungSspieler außer Frage. — Die Spttle drr ierstm Mannschaften beginnm um 10 Uhr, jene der Reserven «m lk/,9 Uhr. , ' Der W. A. L. trägt heute rin FrmndschMsplrl grgm jR e d Star aus, das er sicher für sich entscheiden wich. \ Spwrtttchr Beranstnltungen out 12. Mvoembe». Mittwoch den 13. November, dem Natioualsriertag der RepMck Oesterreich, werdm in ganz Oesterreich turnerische und sportliche iBeranstalirmgen, Wettspiele und Wettkämpfe sowohl aus freien SpieWitzm. als auch in Hallen abgehaltm werden, m« die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf -re Wichtigkeit des Körper- »Portes jbs lenkm. Auch die Schuljugend und die Wehrmacht Erden sich daran beteillgen. Sämtliche Spott-Md Turnvereine d lüe.Arbeitrrspottvereme habm ihre Mitwirkung zagesaat. Die Aktion wurde vom BolkSgesundheitSamt angeregt und wird vom iUnternchtSsind dom HeerrSamt gefördert. Die näheren Bestimmungen werden in dm nsichstm Tagen im Bollsae undtzeits-! amt festgesetzt werden. Em etwaiges. Memertragms soll länderiweise zur Errichtung von Landessdrelplatzfvnds verwendet jwerde». ' | Rückrtritt des Sekretärs des FubbaAverbandes. iDer-Sekretär des FMastverbandeS hat an dm Borstand dieser ^Körperschaft daö Ersuchen gerichtet, ihn sofort auS dem Vertrag-- Verhältnisse zu entlassen. Der drmgmdm Elite wurde Folg« -«rgrdeu. Mit Herr» Gußmarm fchndet der eigenmche Leurr der mm „ w. mmtä&n ummwt M. «ft« Wiener Morgenzemmz 26. Oktober ISIS .—» '■ - —■' Rr. 276 Machtbefugnisse gingen über jene eines Sekretärweit hinqus, was dcul Umstande enispmng, daß die Vorstandsmiltztteder. de» ArbeUcn des Verbandes nur sehr wenig Interesse entgegenbrachten. Rach, dem im Fußballverbande verübten Einbruch, der ihm fast sein ganzes Vermögen .gekostet hat, wurde em Ksteltreldrn gegen dm Sekretär, dem arran Fahrlässigkeit vorwarf, erügeleitet, dem er nunmehr gewichen ist. Der Sportklub Hakoah ist der einzige Verein der zweiten Klasse, der bisher sämtliche Meisterschaftsspiele gewonnen hat. In den fünf Wettspielen erzielte er 33 Tore und erhielt nur. zwei, beide im Match . gegen den Ottakringer Sportklub, das die Hakoalwer 6 :2 gewannen. Heute tritt tue erste Mannschaft in folgender Aufstellung an : Tor:- Holpern; Berte i d ig u n g: Scheiter, Lumck; Deckung: Molnar, Grünfeld, Kurt Juhn; Angriff: Katz, Slutzky, Jszo Ganöl. Jmö GanSl, Senzer. —. Die Reservemannschaft spiest um */«2 Uhr in sdlgmder Aufstellung: Tor: Waldmdnn; Verteidigung: Präger, Kleinmann; D e ck u si g: Fleffchmann» Gyimcs. Bank; Angriff; Weiß, Häusler, Pollak, Bauernfreund, Schwarz. . Stabimtu Heute um V,9 Uhr Wettspiel der UI. Mannschaft gegen Makkadi X. Die Reserve spielt gegen FlvridSdvrser Viktoria - Reserve um 10 Uhr vormittags uud die l. Mannschast-Meisierschast gegen Prater Sportfreunde präzise 3 Uhr nachmittags auf dem Sportplatz der Florrdsdorser Viktoria, XXI., Anton Störckgassc 68. Um 6 Uhr abends Unterhaltung mit vorzüglichem Programm im I. Stock des Cas« City, IX., Porzeuangasse. Gerichtssaal. Aus den Tagen -es Amsturzes. Während der Revolut-onZtage im Herbste des Vorjahres erschien im ,Neuen 8-Uhr-Blakt" ein Artikel, in dem das Vorgehen einiger Llteratrn, die sich öffentlich für die kommunistische Partei eingesetzt hatten, besprochen wurde. Daraushm brachte der. Schriftsteller Dr. Franz Blei gegen den Verfasser jenes Artikels, den Chefredakteur des ..Neuen 8-UH^Blattrs" Georg B i 11 n t v, eine Ehrenbcleidigungsklage ein, über dir am 31. d. M. vor den Geschwornen hatte verhandelt werden sollen.' Urber Betreiben der klägcrischen Partei wurde jedoch, trotz des Protestes des Verteidigers, Rechtsanwälte Dr. Ludwig H e r z b e r g-F r ä « k e l, die Verhandlung brsanf weiteresvertagt. Die Wiener Großbanken mtd die Kriegsanleihe. Eine Klage der Länderbank. Vor dem Zivillandesgerlchte (Emzelrichter Oberlandcsgerichtsrat Dr. Fröhlich) fand gestern die Verhandlung über eine Klage der O e st e r r. L L u d e r b a n k gegen e>nen ihrer Kommittenten auf Nückzahlung eines Darlehens von 85<OK auf 10.000. K VI. Kriegsanlerhe Kart. In der Klage wird betont, daß bezüglich der Dauer, iür welche das Darlehen auf die der Bank als Handpfand übergebene Krreasanlethe gewährt wurde, keine Vcrembarung getroffen wurde. Als nun die Bank bas Darlehen für fällig , erklärt und die Rückzahlung verlangte, habe der Gellagte die. Zahlung verweigert. Der Geklagtenvettrttrr Dr. LudwigHerzberg-Fränkel begrüßte dir Zahlungsverweigerung iolgendennaßm: Der Geklagte habe am 12. Septencher 1918 ttt der Ezvositur Franz Josefs-Kai der Länderbank seme. Kriegsanleihe, welche damals eiuen Börsckms von 87 hatte, verkaufest wollen. Der Vorstand dieser Anstalt habe aber mit aller Entschiedenheit von dem Verkaufe obgeraten, Da dre 5kriegsanleihe sie,gen werde, weshalb es besser sei, er» Darlehen zu uchmeu. Warum dem Geklagten.. Len Verkauf wrdrrraten wurde, sei. aus folgendem klar: Während berrrtS anfangs, August' 1918 von der Deutschen Obersten Hrcreslertung offiziell die ^Nachricht emgelangl 4fei, daß der Krieg ^unwiderbringlich verloren ser, seren zwischen dem damaligen österreichische» Flnanzminlster Doktor Wimmer und den Wiener Banken berrrlS die Borbercttvngrn zur Ausiegung einer IX. Kriegsanleihe geiroffen worden. Dm Banken fei das Kti,egsanlrrhegeschäft angesichts der großen Prvvr» sionen an dm Ze-chnungeu sedr recht gewesen, die Wieucr Banken allein verdienten hrerbei 150 Millionen Kronen. Deshalb sei von den Wiener Banken her den Kr-egsanlechezeichnungen das Pudlitum Mlt Aufforderungen zur Zeichnung überhäuft, m-t Broschüren u. best, überschwemmt worden, in welchen aufgeforderr wurde, den größten Teil d«wgezeichneten Kriegsanleihen schuldig zu blechen. Dem Publikum sei bedeutet worden, baß man nur 15 drs 20 Prozent effeklrv ern,uzahlen, brauche und daß das eiugezahlte Geld.dann 10 bis 15 Prozent jährlich trage. HrrrWer wzrd der damalige Fiuanzmmkster Dr. 11 uttn (t als Zeuge geführt.' DaS Begehren der Läuderbauk — es sei dies die erste derartige Klage einer Großbank — sei geradezu gegen die guten Sttlm verstoßend, wenn man bedenkt, -aß das Publikum durch die Kriegsanleihe um dre Ersparnisse gebracht wurde, während die Banken M au Kriegsanleihe rn unerhörter Weise bereicherten. Aber auch deshalb sei die Klage abzuweisen, weil der betreffende Landerbankbeamte dem Geklagte« einen unrichtigen Rat «reckt und' rhn dadurch geschädigt habe. üuS welchem Grunde der Geklagte rm Kompensationswege eine Gegensorderuvg von L S000 stell«. Der Brrtteter der Länderbank Dr. W e i ß k o v f erwiderte, die Kriegsanleihe des Geklagten ser nickt bei dcr Länder bank gezeichnet worden, weshalb,, nue Verpflicht,mg ihrerseits zur Belehnung Überhaupt nicht gegeben war. Ern SachvrMndiger hafte nur dann für emm unnckligen Rat, wenn er einen solchen mr Bewußtsein der Unrichtigkeit erteile, drcs könne aber rm vorliegenden Falle nicht behauptet werden, denn niemand habe den Zusammmb, uch .voraussehen können. Es sei übrigens unrichtig, saß dre KriegSanleche heute völlig wertlos sei, sie könne insbesondere zur Zahlung der Vermögensabgabe verwendet werdm. m _ Dr. H e rzberg-Frä n kel zog am Schluffe der Verhandlung de» Antrag ans VorladMg des FinanMrnisters Dr. WiMmer zurück, beantragt« aber «ine Anfrage an dre Börsekammrr darüber, daß die klägerische Bank, da fl« dem Geklagten den Verkauf der Kriegsanleihe widerriet, die in ihrem «igenen Portefeuille befindlich« Kilegsaiileihe m großer Menge an die Botte b rechS abgestoßen hatte. Der .Richter lehnte alle Bcweisanträge ab imb gab bekannt,, daß daS Urttck im schriftlichen Wege ergehen werde. ,. t M mm Para,tte. NarbbLrider alle ^yveme, «stklafftgee Mater! Leop. Kurzer, Wien, OIL, Westbahnjtraße 83. Telehpon 8183?. Kl _ HUTREPÄRfiTÜR-ÄMSTÄLT Hjmmb v. 0»w«»kSt» werdn twefa «»ueat ri Wode (roimsi «nd billigst abtJeraaifrt LVttL, WUxrttig^r tt «6 VU.t SUHahnf! UaHahllfMalms»« i Soeben ©rsdnieanöri. z . HEINRICH MÄRßDUES „?oIk saS Gemeinschaft' (I. Band der «Kritik des ZionWtis“) Inhalt: Aufruf zur Kritik — Theorie der menschlichen , Kräfte — Theorie der Geschichte — Theorie der Gesellschaft .— Theorie der Nation — Der Weg ohne Ende Verlas IkL^wiV Wien. . Preis broscluirt K 14.40, gebunden K 19.20 Vom gleidien Verfasser erschieii Im Verlag 0. lüepeulieuer, Weimar, 1916 „Der Kampf zwischen Suez mt Bagdad im ÄltertM“ Entwurf einer neuen Betrachtung der altjüdischen Geschichte Hie Streiche einer xnngen Abenteuerin. Die 25jährige Joicsine Schneedvr fe r.ist die Docht« eines umherzichenden Kapellmeisters und wurde in der Famn« eines Verwandten, eines Ossizirrs, aufgezogen. Schönem früh« Jugend zeigte fie einen Hang zum Abultrmrnchen, knüpfte xiev-, häUniffe nnt Männern an und gab sich als Tochter emrS General« müjors und Richte eines Dompcobstes aus. - Im Sommer 1916 hat sie einen jungen OfsizkLi, Mit dem sie Beziehungen unterhielt, dem Ruin nahegrbvacht, indem stk große Geldiorderungen an ihn. stellte und auch Schmdm auf semrn Namen machte. Als der Offizier haL wahre Wesen her Geliebten erkannte und sich von ihr trennte, schrieb rr an dm Ziehvater der Echneedotter: „Ich habe chretwegen gedarbt, gehungert, gefroren und das OdrUm eines SchuldrnmacherS am mich geladen, ich habe chietwegen meinen Ruf nmttcrt rmd WÄ .mit meiner Familie -rrworjen." In der letzte« Zeit gab sich Jvs.cfin'e Echneedorfer für die Gattin eines Industriellen aus, mit dem sie eine ffuchtige Beziehung unterhalken, lockte verschiedenen Personen unter der Vorspiegelung, sie werde chuen Kohle pe, schaffm. Betrüge von 350 bis 2000 Kronen heraus» nahm B'lder sowie Kleidungsstücke aus Kredit und lreß sich daim bei den Getäuschten, nicht mehr sehen. Heute hatte sich Iviefine S ch n « e d v r f e r vor dem Schwurgerichte unter dem Vorsitze desOLGR. Dr. Jakob wegm Betruges zu verantworten.. In der vom Staatsanwalt Dr. Sacher vertretenen Anklage wird der Schaden» der durch daS Treiben der Angeklagten verursacht wurde, auf über n 12.000— beziffert. Die von Dr. Adolf U n g e r verteidigte Angeklagte erklärte heute» sie hatte nie die Absicht, die Leute zu betMeu und sei stets bestrebt gewesen, die versprochenen Waren zu irelern sowie die gewahrten Darlehen zurückzurrstatten. Rur durch widrige Umstande, und weil sie selbst das Opfer eines Betruges geworden war, sei sie an der Erjülluug rhrer Zusagen gehindert gewesen. . , , Nach längerer Dauer mußte die Verhandlung vertagt werden, weil em wichtiger Zeuge fehlte. Gleichzeitig wurde, dt« Bankgeschäft M, R OHATYN Wien, I.. Maria Tkeresienstrasse 10 Telephon 20-8-63.; Kulanteste Durchftihrung von Transaktionen jeder Art, . Warenlombardierung, Au»r.ahlungen, Ueberweiaungöcu' ' Spezialabteiltmp für Polen* so»s Der Volkswirt. Der ^Ausverkauf Deutschöfterreichs". In den letzte« Wochen wurde eine Erscheinung viü besprochen, die man treffend den „Ausverkauf Deutschs öfterreichs" genannt hat. Ausländer, vor allem Holländer, Schweizer und Italiener, aber auch schon Tschechen und Südslawen, kaufen alles, was an greifbarer Ware in Wien noch vorhanden ist, auf, insbesondere Luxusgegenstände der verschiedensten Art, wie antik Möbel, Porzellan, Spitzen, - Juwelen rmd Edelmetallwaren, Galanteriewaren, kunstgewerbliche Gegenstände ufta. Die Preise, die von den Verkäufern erzielt werben, scheinen diesen noch immer beträchtlichen Gewinn zu bringen; dennoch machen die Ausländer ein MnzendeS Geschäft, ba sie die betreffenden iVarentz an ihrer eigene» Valuta gemessen, um ein Spottgeld erwerben.» Es ist zweifellos, daß für viele derart Zerkaust- Waren noch höhere Preist erzielt werden Vnntnr. DieS wäre wünschenswert, well «S sich, um daS Letzte Handels was wir noch zu verkaust« Habs«, und daher jeder nicht ansgenützte Franks nicht wieder einzubringen ist. Zweck» mäßigerweise sollte inan daher die Preise der vom Ausland stark begehrben Waren in ausländischer Währung ansetzen, ' wenn auch die Zahlung in österreichischen Kronen zur» jeweillgen TagesumrechnungslurS erfolgen kann. Man würde dadurch dem wahren 'Wett, den diese Gegenstände am Weltmärkte haben, näher Pommen, als dies bis jetzt geschieh So bedrückend die Tatsache bieseS Ausverkaufes (ein »nag, so ist dieser Prozeß doch notwendig und kann wohltsitig koirken., Die beispiellose finanzielle Zerrüttung und Verarmung des Staatsganzen muß sich auch in den besitzenden Schichten bemerkbar mache». In de» besitzende» Klaffen ist «och ein sehr großer Vorrat an wertoollen Ei»- richtnttgSgegenstiinden der verschiedenste» Art vorhanden.. Die Verelendung der großen Massen vnd des Staates kann vor diesen Kreisen nicht Hält machen, und auf die Dauer läßt sich der Kontrast zwischen einem bis zum Bankerott verschuldeten Staat nnd einer nicht nur an Gelb, sonderq auch an Sachgüter« reiche» Oberschicht nicht aufrecht erhalten. Er tst ng« selbstverständlich, daß btt latente Neservch die in diesen BerniögenZstückeu liegt, in einer so furchtbare« tzkot realisiert wirb. Allerdings wäre es wünschenswert gewesen, daß er dem Staate gelungen wäre, -lest Reserven 8» erfassen und mnnltMbar für die Einfuhr ber nab» SktenßMituX ßUfamfait LaLw i -tifriirrr ***■« rrti niTi^jriiiTnifrti-

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