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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-26 · Heft 276 (26.10.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 276 (26.10.1919)
Date
1919-10-26
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Rr. 275 Wien, Sonntag Wiener MorgerizeiLrrng Tschitschernr protestiert gegen die Entscheidung r» der Aalanvsfrnge. Kopenhagen, 25. Oktober. l'Korr.-Bur.) ^NüionaltÄmde" meldet aus Stockholm: Der VoMlownMLr für ouZwLrlige AngelegenbeNen T - ch t i j d)« r i xi hat eiu Radio-, telearamm an bre Ü41 inerten deSALSwärtigen in Paris, London, Rom, WMmgtön, Tvüv». Stockholm und' HelfinaforZ gerichtet, worin er dagegen pioteArert. Läß die Aa l an d s f ra ge von der TnedenskdnsereNin Paris entschiede» werde» soll. Gr har betont. daß «wrschm Finnland und Rußland bezüglich der Grenzer zrvischerr beiden WEM noch keinUeb ereintomme« abgeschlvssen morde» sei. Die russische Svwietrrgi erring werde daher kein. A i>- k o m m e n a n e r 11 n n c n, das über die Aalsndsinseln ohne chre Mümrkvng adgcschloficu werde. ' Glemensean gegen den BolschewiSmAS. Amsterdam» 25. Oktober. <Avrr.?Bur.) Laut Prchbmeau Radio meldet «New Aork Times* aus Psns, ddr Grundgedanke der bevorstrhendm Rede EleMerteeaus werde die Bekämpfung des DolschewrSmvs sein. ' Die Rückkehr Ler leMschen Rsgrermrg nach §Ngs. Mitau» 25. Oktober. Nachrichten aus Riga besagen, daß die lettische N e g i e r « n g aus Wende» «ach Riga zurück gekehrt sei. Der amerikanische Konsul in Pnebta von Banvilen gefangen. Sie fordert 150.006 DoNar Lvsegeld. Amsterdam» 25. Oktober. fKorr-Bur.) Rach einer Radio-Weldmrg ist m P u e b l a der Konsularajzent der Bereinigten Staaten Je«Lins von Banditengefangen genomm en morden. Sie verlangen 150.060 Dollar L ö s e g e l d. Die mexikanische Regierung hat? der Botschaft der Bereinigten Staaten versichert, daß alle Schritte unternommen werden würden, um die F1111 o f f ung des Gefangenen durchMsetzen. Die Vrrsgrchen Lrs -Mischen Volks- ZesrmdhMsLMtLS. ' . Bon B. Voll. ' Die BerhMüisie. iit foiweat wir JuLsn fett Zahr^ ■ faiiftkbm -Lös» 'Einerseits- und dersiLnIÄhvi-ge Krieg i mit all feinen Hungersu-rw RMevernährungsfolgen! andererseits - erfordern von uns 'Inden -eine ganz de- : sondere' Sorge mä, -unfeve GoMgefundheit. Es> müßte ein Bollsgesundheitsamt ins Leben gerufen werden, das, von tüchtigen und bewährten -Männern gebeitet, lfMende Arbeit zu leisten hätte.'; , , Die Arbeit Haßt srch m zwei Haupttesioxts tejberr. , Das -ssine Hat zu umstassen siüe zsoge«<WrSbe Gegen- - Mari sa-Pb'eckth,.' während .das andE Äeffovt mehr si Borbs.u-gungsUrbLiten zu Leiste» ' chätte. Die; GegenwartsQrbeit erstveckt sich auf die sofortige 'Grün- , düng von mehreren ÄrnbulÜtorien in letten Be-; zirkeü,. wo Züöien Ui größeren Massen ivohrrerr, auf die Gründung eines Spitals in absehbar Zeit! '(siehe «teilten .Aufsatz „Die Sorge nm Mt Volks gesund- - heit". ,M-LnSr MorzeuMg." M. 262 vom 18. 'i tsber M19, .Seäw 4), auf die ErTichtung von Hermen i in Wien und llmgebung, NW tiixnu Zwei se * Kranke untergebracht werden könnten-. si Gerade das letztere wäre von sehr großer Bedeutung und, bei einigem guten Willen der bestehenden, sozialen FürsorgestMen leicht durchführbar. Ich verweise darauf, daß von der JsraeMischen Äultusgenreinde bereits vor dem Kriege ein Heim erhalten wurde und < es wahrscheinlich noch andere solche, Herme gibt, die - aber mit Rücksicht auf die große Zahl -der Bedürftigen i unzureichend sind. Man müßte daher in dch Nähe Wiens und überhaupt in Deutschösterreich solche Heime -errichten, welche nach dem Prinziye 'der Mittzelstandsfcumbvicn geleitet werden so llten. Für-die ganz Arme« i jedoch müßten diese Beträge von den entsprechenden Fürsorgestellen bezahlt werden. Kleine Rachrichte«. Haag, 85. Oktober. Hollandsch MemvsburE meldet aus Daris:. Du bulgarische Delegation hat, gestern die Antwort Bulgariens aus die FnedenSdrdrugrmücu der Entente cmgerercht. Amsterdam, 25. Oktober. Wie das Piebburea» Radio meldet, hält die Bessecung »m Bcsindcn des Pvcisidrntcn W tl s o n an. «Nctuwe Comant" belichtet, daß Wiliov bereits vier Gesetzentwürfe unterzeichnet habe. . ' Haag, S5. Oktober. Hollands NicuwSLnreau meldet ans Washington: Der amerikanische Bcrgarbeiterverdand hat offiziell den BemnttlungsvorsMag des Ar«->rsmi»kstns a bgelehnt. Der Bcrgarbeimsimk wird aich tatsächlich am 1. November beginnen. London, 25. Oktober. Im Unterhaus hat die Negierung Ser der Behandlung einer Geseyesvo^lage zmn EmwandeinngSgesetze (Beschränkung des Betretens GioWitanntenS durch Ausländer) «ne Niederlage erlulen. Bukarest, 25. Oktober. Die Agentur Daria meldet: «L'Jndepand« Romame" d e m e n t i e r t dr» im Auslände vervreiteten Nachrichten von dem Abschluß emes rmnänisch-nkr amifchen Bündntsjes. , Tagesbericht. Der „Mische Geist". - Wir Inden sind bekannilSch an allem schuld: die Revolution ist ün'er Werk, denn wir sind allenthalben bas Element bec Zer etzung, -gl ich ei Lz a(er sind wir als Vertreter des internationalen Großkapitals die Ausbeuter und Aussauger der uns versklavben'Mensch« heit. So haben wir tzen -Krneg gemacht, in dem wir uns wieder als, patentierte Drückeberger bewährt haben und Lonseguenterweise natürlich auch den Frieden» den nran dann auch pünktlich den „Judenfrieden" getauft hat. Da all diese Wirkungen Le8 Judentums Ansstrahlungen des „jüdischen Geistes" sind, so ist dieser zu gleicher Zeit gekennzeichnet durch Feigheit (siehe Drückeberger) und Tollkühnheit (Bolschewiken und andere Revolutionäre) sozialem Drang und Ausbeutungslust. Wie man's gerade braucht. Wir sind einfach die ttnb* verfallückenbüßer der christliche» Menschheit, wird sind die Gefangenen, die man in völkerrechtswidriger Weise einsetzt, wo sich ein Spalt öffnet, weil sonst die Front der Argumente nicht geschlossen wäre. Einen neuen Beleg für das Vorherrschen des jüdischen Geistes bot eine kürzlich in Berlin veranstaltete deutschnationale Feier, bei brr es gewaltige Ovationen für den anwesenden Ludendotff gab. Einer der Hauptredner, seines Zeichens ein Pfarrer, sagte, Germania sei ein arMs Weib geworden, sogar die N heiligen Farben schwarz-weiß-rot habe man ihrem Kleide entrissen. Wer waren die Verräter, die das zuwege gebracht? So rief der Redner aus und ihm antworteten stürmische Zurufe: Die Juden? Aber der deutfchnationale Pfarrer will gerecht sein; nicht die Juden waren es, sondern der jüdische Geist. Und nun nennt er dessen Repräsentanten: de« Verräter Erzberger, dem die „verfluchte Friedensrefolution" zu danken fei, weiters Scl-e'.bemann, den preußischen Minister Drews, der Wilhelm die Abdankung riet, und noch einige. Bar allem aber müsse man jenes Prinzen Max von Baden gedenken, der von -er Geschichte unerbittlich verflucht werden wird, weil er das deutsche Volk belogen und LS Fürsten um Zkrone und Thron gebracht hat. Miü einem Wort: der Jud ist an allem schuld und wer etwas verschuldet hat ---in diesem Falle die deutsche Republik! '— ist ein J.nd! Wie sehr das notwendig ist, «nb wie leicht durchführbar es wäre, soll folgendes zeigen: Im verflogenen Sommer wt:rde ein großer Dell sehr bedürftiger Leute mit Kurbeiträgen von K. 460 bis sogar K. 12GG von verschiedenen Hilfsstellen de teilt. Fragen wir nun» wie konnten die K.unken das erhaltene Geld verwenden? Es ist ja jedermann bekannt, welche Schwicrigkciven heute dem Bemittelten und umsomehr dem Unbemittelten in den Weg gelegt wurden, um Wie« zu verlasse» und so ergab es sich nun, daß Angehörige der Kranken tagelang herumfal-ren mußten, um zunächst eine» Ort und die nötige Au'cnthaltsbewilligung ausfindig zu machen. Erwägt man noch, daß viele der Kranken auf rituelle, Kost nicht Vorsichten wollten, so wird man ja leicht entnehmen können, wie weit dem Kranken mit dieser gewissermaßen reichlichen Geldaushilfe tatsächlich geholfen-wurde. Wie anders wäre es aber, wen« jnait zumindest einige Pachtverträge mit einzelnen Gemeinden,, Sanatorien und anderen Heilaustalten Deutschosterre'chs abgeschÄssen und turnusweije die Kranken hingeschickt hätte. Es'wäre daher zweckmäßig, wenn man schon jetzt daran ginge, solche- Mietverträge abzuschließ-en. Im Laufe der Zeft ließen sich vielleicht eigene Hauser zu diesem Zwecke einuerlet. Ueürigens sind ja mehrere Stiftungshauser da, die internationalen und inierkvnfesiiogetten Zwecken dienen sollen und nur deswegen dem Juden unzugänglich sind, weil sich niemand darum kümmert. Die Errichtung von Ambulatorien und einem großen Spital wir) ja wahrschrmlich bald auch schon deswegen leicht möglich fein, weil doch mit den Neuwahlen in hie Aultusgemeinde sich hoffentlich das ganze Bild der sozialen Fürsorge andern wird und eS ist nur zu ertvarten, daß dann die soziale Fürsorge gemeinsam mit diesem Gesundheitsamke arbeite» wird. Nicht minder wichtig ist die sogenannte B o r- Leugungsarbeit. Zunächst müssen durch Aüsgabe von Fragebogen auf weitester Basis, durch Anlegung von Statistiken, genau hie Ge'undheitsverhältttifse unseres Volkes erforscht werbe«. Es müsse» in allen Bezirken im An'chluß an die Ambulatorien ärztliche Beratungsstellen errichtet werden. Diese Beratungsstellen hätten in engster Berührung msi den Fürsorgestellen zu arbeiten, und zu verhindern, daß ansteckungsfähige Familie nntitglicder unter ihrer Eingesendet. Möbel u Innendekoration frt\ grösster Auswahl. Rur gediegene 9A1 Erzeugnisse. J. SPIM Wier, J|i!, Siebenslerng. ls.2 (Ecke Kart Schweighotergpn«. 1 WERBET tut die Wiener Morgenzeitung! Unsere Presse ist unser Schutz! Baust eine i looICroncn beim Verein Jüdische Presse, Wien, II., Taborstrasse Nr. 1/3 Postsparkassen'Konto 150.693 26. . Oktober 19W Seite 5 Airschi«e»- Größte Aus wählt Billigste Preiset 6W BvpM Stemhart, Wim, I^Biberstmße 4. FamWe sich nuHalte». Es mWe eine PrÄP atza nda-'. stelle «reichtet,werden».die AufMrung in die?weiLeste»s^ sten Schichten der BevölLeruug durch öffentliche! Berffammlungen, Vorlesungen, durch Filme zu-tragen hätte., Ferner, wäre es von großem Mutzen, wenn man, die - Mische WMMrung vahdstsweife auf Me bestimmt^., -Anzahl Misch' Mt tztzsinn-er -Merzte aufterleu .löirnte, ws sie sich täglich an Bor- oder Nachmittagen -üurMltzeöb-- sich urck, ohne' MrL Gefühl -der ^EruSedrigung t&z. den anderen Padienten Rai holen iöUMm Die.Oö- Zahlung dieser Aerzte, sowie die allfalligen anderech Kosten werden ja auch leicht M decken fein, wenn man dadgehsn HtV wie H bereits vorgesDagen hahe> . eine sittze'n'vnnüe Gelnndheitssteu-er einzuKhren. .All' dieK ^teht nuch mit der Resimm der sozialen Wr» sorge, wie wir sie haben, im engsten Zus-ammenhäng. f Es ist gar lein Zweifel, haß unsere Fürsorg'eartwesentlich geändert werden müsse - und es ist nur zü erwarten, daß, wenn eiw neuer Geist in die Kultus- -gemeinde «inziehen wird, all diese Pläne gut erwogen und zur DurckMHrung gelangeni werden. / Die AuslieferunH Löurens. HaDamtlich wird mitgeteilt: Das Kabinett hat sich mit der Angelsgenheit der Auslieferung Le die ns noch nicht befaßt und wird, diese Angelegenheit erst Mittwoch oder Freitag erörtern. Bo» einem „KonfliEt" zwischen dem Staats* kauzler Dr. Renner und dem Staatssekretär fürJuMz Dr. Ramek, über den die Presse spricht, ist ^rneRdde. Der Staatssekretär für ^Justiz ist zur Liquidierung seiner Salzburger Amtsgeschäfte nach Salzburg gesahven urÄ kehrt erst Dienstag nach Wie» -«rück. München, 24. Oktober. Zu den Auslasfungen des Telegrapheu-Korrespondenz-Bureaus betreffend. die Auslieferu)rg Leviens ^-erfährt die - „Korrespondenz Hoffmann" amtlich: Das bayrische Justizministerium hat in Sache» Leviens niema'ls ein clsi's.ier es Telegra m rach Wien gerichtet. Es handelt' sich vielmehr um ein chijfr.ertes Älegramm des öster-- reichischeu Generalkonsuls Dr. Bernauer in.München, dessen Inhalt zuerst zur großen Ueberraschung der Münchener3'üegierungskreise entge gen den d ipldmatischeu Gepflogenheiten im „Neuen verössentlicht und dann den bayrischM Zeitunsen 'graphiert wurde. : . . Die Barrern fchietze«. Die ,Iorvesponhenz Wicheln^ meldet: In Bern^ hardstal wurde gestern der 28jährige Chauffeur. Friedrich Biertler, Z. Bez., Severingasse 13 wohnhaft und die 32jährige Hilfsarberterin Anna. Brrrnnsbaüer, L.'Bez., Rotenkreuzgasse 3 wohnhaft, von einem Bauern beim Äardofseldiebstahl ertappt. Der Bauer schoß auf sie und durchschoß dem Bierrler die Lunge, der Bruunsbarrer de» linken Oberschenkel. Außerdem erlitt fie einen Streifschuß an der rechtes. Schulter. Beide Verletzten wurden mit der Nordbahn nach Wien ^und von der Rettttttgsgefellschaft sin dÄ: Unfallstatwn gebracht. ‘ i, Weiter meldet die genannte Korrespondenz: In' der Nähe des Linrenamkes Oberl'aa wurde heül^ nachts der 24jährlge Hilfsarbeiter Johann ZeManu beim Hühnerdiebstahl ertappt und von einem Finanz- Wachmann augeschossen. Er erlitt Schuß w u n d e n in der Lunge, am Oberarm ünd am Kinnr und wurde von der Rettungsgesellschaft ins Wiedener^ Krankenhaus gebracht. ' j Der künstitze Verfasser der Kulturgeschichte unserer: Tqge wird nichts weiteres bedürfen: Leute, die Kartoffeln stehlen gehen und Bauer«, die auf sie schießen. Ern Hühnerdieb wird kurzerhand niedergemacht. Da^ Leben für den Kaiser hieß es durch vier Jahve, jetzt wagt man es bereits für ein paar Kartoffeln urchs das zweite ist nur eine Folge des ersten: Soll wart! aber die „Selbstwehr" des Bauern vielleicht „prak--. tischeS Christentum" nennen? Gegen de« Verkauf der Kunstwerke. Gestern nachmittags fand im Künstlerhaüs ein» vom Hagenbund, der Sezession und der Genossen-, schuft der bildenden Künstler ernberufene Protest- Versammlung statt, in welcher'die Wiener Künstler aüd° Kunst-, sieünde gegen die geplante Veräußerung staatlicher Kunstgüter Stellung nahmen. Der Vorsitzende, Professor Ranzo nl, führte ans: Der^Berkaus wäre eine Tat, die zum Hi nimeb stinkt, die unser Volk noch für späte Zeiten mit Schmach bedecken würde. Hofrat Professor Dworzak sagte, die Regierung hätte -sich sofort mit alle« berufenen und sachkundigen Persönlichsiiten und den Korporationen iuS Einvernehmen fetze» sollen; es wären vielleicht dann andere Quellen zur Hereiubrlngang vo» Valuten gefunden worden^ Der Rektor der Wiener AniversiÜt, Hofrat Doktor! Schwind, versicherte namens der Universität und der Wissenschaft die Wiener Künstlerschaft der vollsten Sympathie in detz Abwehr gegen dieses Gesetz. < Zum Schlüsse wurde, nachdem Professor Selig man', Architekt Oerley und Dr. Wyrnetal (für den Öesterreichischen Werlbund) gesprochen, eine Resolution angenommen, drr es. unter anderem beißt: Wir. wM» .MnKt* N

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