Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 276 (26.10.1919)
- Date
- 1919-10-26
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wen, Honnta- *- - — il . r t. nr- . — . ' - - - -1- , Telegramme. Unsere Vertretung in Paris. \ Pavis, 2. Oktober. Die Militärmisfion m Saint» Germain lst aufgelöst worden. Wieder vor die Aufgabe gestellt, in Paris eine Unterkunft zu suchen, hatte dieosterreichischeVert r e t u n g den Plan gefasst, bis zur Beräusseiung des Botschaftsgebäudes provisorisch dessen Räume siel, nutzbar zu wachen. Dies ist daran gescheitert, ha!» die französische Regierung de Sequestration in Aussicht nimmt, wob« sie sich auf Artikel 219 des Fried enZvertrages betreffend die Liquidierung beruft. Die Vertretung hat daher provisorisch in dem bescheidenen Hotel Avenue Kleber rm Bureau gemietet und an die französische Regierung das Ersuchen gestellt, wenigstens die Unterbringrmg der Kanzlcträunie in den Lokalnäien des ehemaligen Generalkonsulats, deren Mietvertrag noch Nicht abgelaufen ist, gestatten zu wollen. Die Verwaltungsreform in -er Tschechoslowakei» ' Prag» 85. Oktober. (Korr.-Bur.) Wie das „Prager Tagvlati" erfährt, hat das Ministerium des Innern die wesemlichaen B e r f a f f u n g s g e f e tz e im Entwurf bereits scrt'ggestellt. Der Entwurf Über die Neor^gantsierung der gesamten öffentlichen Verwaltung, der ebenfalls schon beendet ist, sieht eine vollkommene Verschmelzung der politischen nt t t der autonomen Verwaltung vor. Das Ministerium des Innern bereitet auch eine neue Geschäftsordnung für die Verwaltungsbehörden vor, die die aus dem Jahre 1855 stammenden Instruktionen für die Verwaltungsbehörden ersetzen soll. Krikava als Organisator der? slowakischen Polizei. Prag» 25. Oktober., iPrrv.f Wie „Rar. Pol.* meldet, wurde der ehemalige Prager Polizeipräsident Krikava als Verträgst» eantter in die Dienste der tschecho» slowakischen Republik übernommen und mit der Organisierung der Polizei in der Slowakei betraut. Kukaoa ist bekanntlich während der Anlimili« taristcnprozesse gegen die Klosac-Parter heruorgetrctcn und musste nach der Standrcchtvechäugurtg im Jahre 1908 in Pension gehen. Der Prager englische Grsandte in Pretzburg. Pretzburg, 25. Oktober. Gestern mittags ist der englische Gesandte G o o s l i n g nach Preßbuig gekommen. Sib Gossling ist gekommen, nrn die S 1 o w a k e i zu er-? sichtigen. Die deutsche« LegionLee in der tschechischen Armee. Aussig, 86. Oktober. (Prrv.) Kürzlich kam am Staaisbaynhofe in Aussig ein großer Transport rschecho-slowakischer Legionäre aus Italien an. ungefähr 400 Mann. Unter Mit. Wirkung der tschechischen Militärkapelle fand der übliche.mrlkrcirische Empsqng statt, ,die Kompagnien und , Züge sormlerteu sich und marschierten zur. Stadt. Plötzl-ch st.mmien die tschecho-slowak'schcn Lcgronäre die „W acht a,M R h % t n" an. Diese Legionäre waren mamlich lauter Deutsche ags dem pö.dlrchen Böhmen, die um aus der italienischen Ktiegsgefangenschalt eher los zu kommen uvd ihre Heimat ehxr zp sthyi, dex tjchecho-sl-waktscheu Legion belgetrrtey tygreu. Die tschechischen Agrarier gegen die Sozial- ■ demokraten. Prag, 25, Oktober. (Pzipat.) Am Vorabend der Feier der Gründung der Republik ist eine heftige Krise >m Läger der R eglerungßpart tren ausgebrychen. Sie geht diesmal von den Agrariern arrS, die in ihrem Organ dir Sozia 1 demokratenheftigangrelfen. weil sie nicht zugeben wollen, daß die tschechisch? Politik in der S l o w a k e i rm Sinne der Sozialdemokralen revidiert weide. „Einen solchen Terror" sagt der „Brnkov" „können sich die tmderen Regierungsparteien nicht gefallen kaffen". Mobilisierung in Jugoslawien. Laibach, 25. Oktober. (Tek.-Komp.f DikHenesveiwastung des^ Staates S. H. S. trifft umfangreiche Modi lisim rings- Maßnahmen. Zu einer zwemonptlichen Waffenübung wurden die Jahrgänge 1361 b-s!^ 85 emberusen. zu einer dreimonatlichen Waffenübung die Jahrgänge 1895 bis 1897 und zur aktiven Dienstleistung der Jahrgang 1898. Die Enthobenen von den Jahrgängen 1890 bis 1894 wurden zur soiortigen militärische» DtenftleistuSg befohlen. Schriftsteller gefragt, der sich ganz auf meine Seite stellt." Lange zerbrach ich mir den Kopf, tver der hervorragende Schriftsteller sei, erlich erfuhr ich: es war S. Kohrr, Verfasser de^l „Gabriel", wie er sich, inicht nur auf seinen Werken, sondern auch auf seiner Bisitkarte bezeichnete; es war so leicht verständlich, daß er seinem so verbreiteten Namen ein besonderes Kennzeichen gab und noch dazu eln rühmliches, Denn „Gabriel" war eine Judengeschichte, die so ziemlich in alle Kultursprachen übersetzt worden ist. Es war ein Judenwerk des Verfassers, der sich nach diesem gelungenen Erstling dem Kausmannsstand widmete und der erst, nachdem er sein Vermögen verloren, sich wieder der Schriftstellerei widmete. Er hat eine Anzahl spannender Judenromane geschrieben, wie „Die Starken" ans der Zeit des alten Dessauer (des Feldmarschalls). „Die silberne Hochzeit; er besaß eine unleugbare Er- Zählergaöe, nur daß er — jedem literarischen Verkehr fern und durch die Wahl seiner Stoffe dazu verführt — mit der korrekten Sprache nicht immer zurechtkam. Ich halte als Dramaturg mit ihm einen harten Strauß zu bestehen. Der alte Herr hatte ein Stück emgereicht: Kaiser Josef und der Handwerksbursche". Das Manuskript stammte wahrscheinlich quS der Zeit, in der die Kaiser Josef-Stücke an der Tagesordnung waren und die Gestalt des Bo lkskaisers schon die Hälfte des Erfolges verbürgte. Leider war der Hanbwetksiburfche nicht in der Lage, die andere Hälfte, des Erfolges beizustenern und ich mußt« das Stück daher -urückstellen. Der Verfasser besuchte mich in' meiner Wohnung, um die Gründe meiner Ablehnung zu erfragen, die ich ihm denn auch mit aller schuldigen W>.tung auseinanderseüte. Ich überzeugte ihn nicht. Wiener Myrgerizettuirg Der Kampf in Rußland. Wachsender Widerstand der Bolschewiken. Berlin, 85. Oktober. lKor.-Bur.) Die „V o s s i s ch e 8 e i,t u n ft* meldet: Der Zeitung .P r i s h w" sind solftende Halmtbenchle von heu russischen Flomen vom 21. Oktober zugckommen Fi vnt des Generals I u d e n r t i ch: Der Kampf dauert mit großer Anspannung fort. Der Gegner sühn frische Truppen >nö Gefecht. Südöstlich von ZarSkoje-Selo besetzten wir nach schwerem Angriff - die Stad.t Pawlow uni» verschanzten uns östlich, davon. Front des Generals Denikin: Kiew ist vollständig von den B o l f ch e w r k e n ft e f ä u b e r t. Gcften Ticherniftvw erneuerte der Fernd seine Angriffe, die mit grossen Verlusten abgeschlagen wurden. Jin Zentrum waren wir nach schwerem Kampfe gezwimgen. die Stadt Orel autzugeb cn. Aut der ganzen Front östlich von W o r o n e s ch heftige Kämpfe. Berlin, 25. Oklober. (Korr.-Bur.) Die „Deutsche Allg. Ztft." meldet aus Helsingfors: Die Bolschewiken babm v o rzügliche Truppeu an die Petersburger Fr: nt herangessthrt. Den Oberbefehl hat General T s ch r r e m i s o w, der aus dem B eltüieg als guter Truppenführer bekannt rst. Der Vcrlre er des ,.D a i l h E x v r e ss" telegraphiert'aus Taganrog. daß Dcnik n im Lanke von sechs. Wochen m Moskau zu sem boffe. Dre englischen Ofsiziere m. seinem Heere hielten diese Ansicht für v i 11 z u o v t i m i st r s ch, da der Wide rstandderBolschewiken sich v e r st ä r k t h. a b e. Drr Ratäkongretz einberufen. Moskau, 25. Oktober. (Funkspruch.) Die^ Sowietregierung hat den VII. Rätekongreß für den 2. Dezember nach Moskau emberufen. Denikin in Nöten. Kamsnetz - Podolsk, 24. Oktober. (Radio.) Der Ukrainische Pressedienst meldet: Die Ausstandsbewegung im Rücken und im Etappengebiet der Denikinschen Armee hat neuerlich große Ausbreitung erfahren. In den Gouvernements Poltawa, Charkow undIekaterinoslaw ist der D a u e r n a u f st a n d allgemein, zahlreiche Deserteure der sogenannten Freiwilligenarmee verstärken ihn, und der Bandenkampf mit allen feinen "schrecklichen Erscheinungen ist in vollem Gange. Der Bandensührer Machno hat I e l i s a w e t h g r a d besetzt. Viele Offiziere Denikms werden bei der Gefangennahme niedergeinacht. Die Desertion der von Denikin zwangsweise Mobilisierten hat großen Umfang angenommen. Washington, 25. Oktober. (Funkipruch.) „New Aork Ame^ran" berichtet aus K o n st a n t i n o p e l, daß' dre niffenfeindliche Pcwkftnng rm Kaukasusfteblrt immer mehr um sich grcist. In Tazestan wurden alle Denikinschen Garnisonen vern'cht^l. Georg i'enund Aserb e i d s ch s n haben (inen Bund gegen Deuikrn geschloffen. Der Papst anerkennt die tschechische Republik. Prag» 25. Oktober. kTschrcho-slow. Prchbur.) Der päpstliche Nunffus bat dem Minister des Auswärt gen folgendes Schreiben Überpi ttelt: Exzellenz! Es ist mir sehr angenehm. Eurer Exzellenz »und.'durch Ihre gü'ge Bi;rm't:lung dem Präsidenten der Republik miizmellen. dass ich anläßlich meiner Ankunft >n Prag vom Papste Benedikt XV. bcanstragt wurde, dre tichecho-slowaklsche Republik als souveränen und unabhängigen Staat o!fiz'cll und in Seinem Namen anzuerkevnen. Ich bm dessen sicher, dass die Regierung und die erhabene ischecho-ilowakische Nation m diesem Akte einen neuen Bewe-s von Interessen erblicken werden, welche Seine ^Heiligkeit an dem Bürgerium und dem relrgiö'cn Wohl der jungen Republck hyt, welcher ec Seine herzl>chsien Wünsche entbietet. Zu diesem erhabenen GeiUhle erlaube ich mir, meinen herzlichsten Wunsch Keizu iigen. und bitte-Euer Exzellenz, die Der» sicherüng meiner größten Hochachumg cntgcgertznnelimen. — Theodor Valsxd de Bvpza, Eczbijchyf yon Treba'onr und Ayostol scher Nlinl'us. Auf einen einzelnen Einwand, daß dieser und jener Satz nicht korrekt deutsch sei, was ich, um mich verständlich zu machen, mit dem Hinweis bestärkte, daß Schiller und Goethe nicht so geschriebenhaben,- antwortete er: „Nun, dann wird man. von jetzt an so schreiben." Und gegen mein Urteil über das Stück produzierte er mir einen Brief' Sonnenthals, der sich, - sehr liebenswürdig über die Qualitäten Kaiser Josefs und des Handwerksburschen äußerte, aher zugleich sein Bedauern aussprach, daß es im Burgihealer n'cht auf>- gßsüt/rt werden könne, weil häsifche Gründe usfv. Welcher Dramatiker hat nicht schon einen ahm» lichen Ablehnungsbrief bekommen? Man kann nicht immer eine» gedrttckten Zettel -schicken, ww ihn der unbekannte Albert Schnabel, der Vexfassep des „Ghetto" bekam, -Man ist manchmal geradezu' verpflichtet, ausführlich zu sein und je entschiedener .man. das Stück ablehnen muß, desto cnthujiqstlscher lobt man es. Wie leicht hat es' aber semand, esn Stück zu. loben, der über kein Theater verfügt, So gibt es viele Dramatiker, die natnentlich mit Briefen angesehener Schauspieler paradieren. Als ich hemnach auch gegen , Autorität Sonnenthals. meinem ttetetl heharrte, sagt« mir endlich der Bersasser des „Gabriel": „Nun also, dann sage ich Ihnen: ich^ halbe es für gut." Das schmetterte mich nieder, aber zur Aufssthrung kam es nicht. Auch zur Aufführung des Herzl'chen Stückes nicht. Al,er im nächsten Sommer wurde es — nachdem es in Wien gegeben worden war — am Deutschen Volkstheater in Prag unter dem Titel „Das neue Ghetto" aufgesührt und machte einige volle Häuser. 26. Oktober 1919 Rr. 278 Der »umsrus clausus auf der Budapester Universität. Budapest, 25. Oktobcr. kKorr.-Bur.^ Der Deka«, der Sw Faliilüik an drv-hiesigen Unwersi'.L!' Lasierte sich einem :iter des ^Birradat" gegenüber über, die Frage der Ein« sülnung des numerus clausus dahin, daß diese Angrlcgenheit im Vauke der kommenden W o ch e vor da- Plenum der llniversitätsvrofefforen gelangen weide. Wie die Entscheidung ansfallen weide, könne man heute n o ch nicht sagen. Der num»rus elausuv r.i ch t e sich gegen niemanden. Natürlich sollen aber diejenigen, dte unter der P r o l e t a r i r r d t k t a t u r eine Nolle gespielt habt», mcht zugclaffen werden. Ein Notrrkchter zum Tade verurteilt. Budapest, 25. Oktober. (Ung. Del.-Korr.-Bur.> Wie »Magyar Kuticrm ldet, hat d^r Gerichtshof rn Gross- K a n i ftf cts Den Anklageanmalt des Groß-Kanizsarr RevolutionsaerichteS Ludwig P o l a i «ach dre tägiger Verhandlung zum Tode v e r u r t e i l t. Es ist erwiesen worden, dass er gegen drei siandwirle dre Todesstrafe, beantragt hat, die sodann vom * Rcvolul>vnstribunal mangels 'mildernder Umstände auch verhängt worden.ist. Dre royalisttsche Partei in Oedenburg. Wiener-Neustadt, 25. Oktober. Wre aus Ocdmburg berichtet wird, hat gestern. das Komrtee der roycrUstischen Partei, das sich vor einiger Znt m Oedenburg gebildet hak. eine Beratung, abgehaltung, rn der die Konstituierung der royll>st>schen Partcr in Oedenburg beschloffcn wurde. An den Beratungen nahm auch Dr. Ivan T ö p 1 e r teil, der in 'Budapest mtt führenden Leute«' der roy.rlistischcn Parket tu Verbindung getreten war und sich nunmehr bet der Organisierung der Partei « Oedenburg betätigt. ' ' Der weiße Terror in München. München, 25/ Oktober. Im Prozesse nügen der Bluttat ' am Karölmeiiplatz, bet der bekannili ch von Reichswehr truppen 2t M i t g l r e d e r d e s katholischenGesellenv e r e i n e s Fls vermeintl'chr Svartaktsten getötet wurden, wurde heute vom Polksgerirbt Münchm das Urteil gefällt. Du Angeklagten Jakob Müller und Konstantin M a r k o w s k i wurden wegen Verbrechens drS Toljchlages u je 14 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust, der Angeklagte Grabasch wegen Todschlages zu einem Jahr Geiangnis unter Zubilligung einer Bewährungsirist verurteilt. Der Aitg>stlagle Krrmer wurde sreigcsprochcn. lDas Urteil rm Gcrselmordprozeß war weitaus strenger. Die Red.) Deutschland nimmt an der Blockade gegey Rußland nicht teil. Berlin, 25. Oktober. 'Korr.-Biir? Wie die „P o st" vv» gut unterrichteter Seite etftihrt, hat der Ausschuss für auswärtige: Angclegenhc ten in seiner gestrigen Sitzung Stellung zu der Frage der B l o ck a d e n o l e der Enteme gegen-Sowietr u tz l a n d penommen. Der Ausschuss billigte die Haltung der Regierung: dte Peterligung an eines Blockade Rußlands a brüte h n e n. Die englische Negieruna geqen die Verstaatlichung der Bergwerke, Amsterdam, 25. Oktober. (Korr.-Bur.l Der »Telegraas* meldet ans London: Der engl'iche Bergarbeiierführcr S nullt* eitläite auf der Konicrenz der Bergarbciterdclegicrien, wo er über seme Unterredung mtt L l o h d G e o r g e m der Frage der Verstaallrchunft der Bcrgwcrke Beucht erstaitete, dass den Forq. derüngen der Bergarbeiter d e d t r e k t/e W e i g e r ü st g dek Reg crung, dte Bcrgwcrke zu verstaatlichen, gegenüberstche^ Gegen die fremden Handrlsagenten in England'. London, 25. iOktover. (Tel.-Komv.) Das Handclsamt teilt NM, dass innerhalb kurzer Zeit eure Ge'evcsvorlage >m englischen Unterhalts eingebruchl werden soll, welche sich gegen die U e b e r s ch m e m m n ng Englands durch fremde Handelsagenten rtchta» wtrd. Kontrolle deS Weltnachrichtendienstes. Eine Maßnahme gegen die internationale Verhetzung, Berlin, 25. Oktober/ Das „S-U-hr-Abendblatt" meldet aus Genf: Nach dem „Journal de Genäve" wird es zu den ersten Arbeitspunkten des Völkerbundes gehören, dte prioatwirtschaftliche Natur der Telegraphenagenturen teilweise aufzuheben und alle Telegrqphenagenturen durch eine Komrollinstanz des Völkerbundes überwachen zu lassen. Anterhandlungen des.Generals Indemlsch in London. Amsterdam» 25. Oktober. Die „Times* vom 23. d. M« iti Ibct, dass Gene,al K o l t s ck> ak sowohl von D e nikr»' als auch von I u d c n i t s ch als Haupt der russischen Regierung anerkannt we de. Der m L o n d o n cmaeuoffene ossizielle, BcUreirr des Gl-nerals Jaden'.tjch, Gcncrol Bo briansk, crktä.te, dag General Judenufch weitgehende Massnahmen gettoffm habe, um d e Gesa n g cnttali m-e d e r b o l fch ew »k i s ch e n F ü b r e r zu sichern. Dte Generale Koltschak, Jgdenilsch und Dcnikin hä ten dte'Abmht, wenn es'ihnen glücke, Rußland zu betreien. ,cmc K o a l i t i o n s r e g i e r n n g zu b ldm, welche die Grundlage für die friedliche 28 a h l d e r Konstituante auf dcmokrauschcr Giimdlage abgeben wtt'.dc. Die dre, Generale hätirn n i ch t d i e A b s i ch 1. d i e Monarchie wieder elnzusühren, sie strebten vielmehr nach einer demokratischen Neftierungs-, f p r m. (Da haben sich rin Paar merkwürdige Demokraten zusamm^nftcsundln: besondciS der Pogiom Denikin scheint eme sichere Bürgschast für die obigen Grundsätze zu fern. Die Red.) Die Ansf!i" rung der FrtedensKestimmungen. Berlin, 85. Oktober. (Korr.-Bur.) Das „B erliner Tageblatt" berichtet aus Basel': AuS Mmland wird gemeldet: Der Austausch der Ratifikationsmkünden und die damit verbundene Inkraftsetzung und Ausführung d e S F r i e d e n S v e r t r a g e S von Versailles rst nur Mitte Noveyrder verschöbe n worben. Dumur Ausichub wiid mit dem Entschluß begründet/sofort nach Iickr./..« treten deS Beitrages seine V r a k t i s ch e A u s f Ü h r ug durchzu'etzcn. Man will daher schon vor dem Inkrafttreten ine verschiedenen ftonnttnfumpi für bie Grenzb e st i m° m u n g e n und für Ve Ucbcrwachitng der V o l k s a bft i m nt u ngen bestellen uud an Ort und Stelle schtckrtl, damit sie tbre Tätig eit y,gleich mit dem Jitkras treten des Frikdeusve,1rageS auinehmen lönneu. Die alliierten Truppen werden am Tage de^ Inkrastlrctcus des Beitrages zu einer vorübergehenden Besetzung der umstntteneu Gebiete sckreilen.