Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 276 (26.10.1919)
- Date
- 1919-10-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Rr. 276 * * Wen. Sonntag Eine dritte Antersuch'mgskommrssion nach Polen. Nach den Amerikanern und Engländern entsenden nunmehr, wie verlautet, auch die Franzosen eine Kommission zur Untersuchung der Pogrome nach Polen. Der Generalsekretär der „Liga zum - Schutze der Menschenrechte", Mr. Henri Journi, wird demnächst sichnach Polen begeben; der Zeitpunkt seiner Abreise ist noch nicht bekannt. Die polnische Presse benützt jedenfalls schon jetzt die Gelegenheit iw allerhand ironischen Bemerkungen. In der Tat muß gesagt werden, daß diese fortwährende Sendung von Kommissionen, trotz den zweifellos guten Intentionen, die Wirkung beinahe abschwächt, statt verstärkt. Während die Hochflut der Pogrome sich über das polnische Gebiet ergoß, haben die Mächte es nicht für notig gehalten, zum Schutze der Juden einzugreifen; mit der einzigen Ausnahme der englischen Verwarnung, die mit der Entziehung der englischen Hilfe beim Wiederaufbau des Landes dwhte, jedoch keinen tieferen Eindruck machte. Und nun, nachdem sich die Pogromwelle gelegt hat, kommt eine fremde Kommission nach der anderen, um zu „untersuchen". Einem Korrespondenten der „GazettaWarszawska" erklärte Herr Journi, daß er lediglich als Privatperson nach Polen fahre, um die Frage zu ' studieren. Die Liga trete für die Verteidigung der Juden überall dort ein, wo sie verfolgt werden, genau sv, wie sie die Polen verteidigt habe, als sie verfolgt waren. Der Korrespondent versuchte, Herrn Journi in seiner Weise über die polnisch-jüdischen Beziehungen zu' informieren und behauptete insbesondere, daß die Juden in Polen sich nicht mit gleichen Rechten zufrieden geben wollten/ sondern einen Staat im Staate schaffen wollen. Herr Journi versicherte, daß er ungerechtfertigte Forderungen, falls diese in Wahrheit von. den Juden erhoben werden, bekämpfen wird; im Übrigen wer^e er jedoch zunächst genau prüfen und sich von beiden Seilen informieren lassen. DieAnschlußbewegurrg in DruLsch-Westungartt. Pus Oedenburg wird uns berichtet: Die Anschlußbewtgung m Druisch-Wefiungcun hat trotz aller gegnerischen Behauptungen von magyarischer Seite durchaus fror E nbuße erlitten und daran bat auch die intensive magyarische Piopaganda, die m der letzten Feit mit allen Mitteln arbeitete und sogar die Geistlichen in ihren Sonntagsvredigen Men den Anschlußan Oesterreich sprechen ließ, nichts ändern können. Die Bevölkerung der Gesvanschaften O e d e n b n r g, W i e s e l b n r g und Eisenburg hat den innigen Wunsch, an Deurschösterreich endlich m Erfüllung des Friedensvenrages von Smnt- Germain in der Tat angegliedert zu werden. Es wurde in der letzten Zeit aus Westungarn gemeldet, daß die Bevölkerung sich weigere, das deulschöstcrreichische aestcmpclte Geld zum vollen Weite anzunebmen, sondern mit 30*/, Alnug. Dieses Gerücht entspricht nickt: den Tatsachen», das deutschösterrcichische Geld wird selbstvetständlich zum Parikurse angenommen. Der Sackveihalt ist der, daß das nngestempclte Geld jetzt zu Schmuggelnvecken mit 130 für 100 ausgekauft wird, um es entweder in die Tschecho-Slowak.ci oder nach Jugoslawien zu schaffen oder in die von den Italiener besetzten Gebiete von Südlirol nsw., wo nur ungestempeltes Geld genommen wird. „Dis Kosaken find nicht zn halten". Die „Kiews ka er Z iSn" schreibt: „Die Pogrom- Welle in der Ukraine hört nicht auf. DaS erklärt sich daraus, daß die Pogrome von Kosaken veranstaltet werden, welche nicht i m Z a u m e znhalten sind. Der kleinste Versuch, ihre Freiheit im geringsten emzuschräuken. würde nnsehlbar eine Empörung hervorrilfen und könnte sogar die Folge haben, daß die Kosaken von Denikin absallen und gegen rhu Front machen. Dieses Geständnis ist nicht ohne Interesse. Es scheint, daß Emikins Kommando bic Sache so darstellen will, als ob es er die ihm untergeordneten Kosaken keine Macht hätte. In der Armee Dcnikms solkdn zahlreiche englische Offiziere sem und von ausländischen Korrespondenten wird die gutf Disziplin, seiner Truppen gelobt. Es ist also kaum glaublich. Laß das Kommando mcht. die Macht hätte, die Pogrome zu nnlerorückeu, wenn esenrstfich wollte. Inland. Nationalversammlung. Am Dienstag soll die politische Debatte zu Ende geführt und sodann das von uns bereits gekennzeichnete Gesetz zum Schütze der Republik in Verhgndlung gezogen werden. Man erwartet für diese Molchs' auch die Vorlage der Ergänzuügen zum ^Budget, wie sie sich durch den Friedensver'träg als notwendig erwiesen haben. Es kann sisch. da natürlich nur um Schätzungen handeln, da ja die Höhe der Kriegsentschädigung Oesterreichs erst durch die Ententekommission bestimmt werden soll. Die in Wien eingetvoffenen Mitglieder der Kommission. MauclLre, Sir De nt und Colonel Causey, sind nach' ihrem ersten Konferenzen wieder nach Paris ab ge reist, um dort Bericht zu erstatten. Die Affäre des verhafteten Münchener Spartakistenführers Dr. Levien. dessen Auslieferung die bayrische Regierung verlangt, droht zu einer politischen zu werden. Die Radikalen von links wehren sich gegen die Auslieferung, jene von rechts verlangen sie. Beide drohen der Regierung, die sich in dieser Angelegenheit ganz korrekt benimmt und nach dem Gesetze Vorgehen will. Der Friedensvertrag unterzeichnet. Gemäß dem Beschlüsse der Nationalversammlung hat Präsident 6 e t ß gestern vormittags den Friedens- Vertrag von Saint-Germain unterzeichnet. Pie Freiheit der Presse. Zur Mitteilung des Abgev'dneten Dr. Straf f n e r in der vorgestrigen Sitzung der Nmionalorrlammlung, daß die Wiener S « tz e r o r g a n i s a 1 i o n beabsichtige, dre Presse an Angriffen gegen die Regierung zu behindern, bemerkt die „R cichspoft": Die Sache verhält .sich zwar nicht ganz so, wie sie Dr. Straffner h>nterbvächt worden zu sein scheint, immerhin aber besteht eme- Bewegung, die einen Angriff der Arbriterräte auf die Politische Preßfreiheit beabsichtigte Die journalistischen ^Organisationen werden sich damit, wre wir annehmcn, noch belassen und Mittel stnden, diese Absicht abzuwehren, da es in der Verteidigung der Preßfreiheit gewiß keinen Unterschied in der Parteirichtung geben kann. T ie „Arbeiter-Zeit u.n g" äußert sich zn diesem Gegenstände: „Es ist uns nicht bekannt, daß von Arbciterräten ernstlich gefordert wurde, die Zeitungssetzer mögen - sich weigern, Artikel zu setzen, dre einen Inhalt haben, der das Ansehen des Staates im In- und Auslände schädige. Eine derartige Forderung würde jedenfalls eure vollständige Verkennung der Sachlage beweisen und den Ge"vffcn Zcitungssetzern eine Ausgabe -uweiseu, die sie selbstverständlich ablehncn müssen, sie auch mit einer Bcrantwortirng belasten, die zu. übernehmen ffe natürlich nicht gewillt sein können. Ob darnach jenes Ersuchen an die Vertreter der bürgerlichen Presse nützlich war, mag unerörtert bleiben; wie aus der Rede in der Nationalversammlung hervorgeht, hat es nur dazu geführt, daß drcse bürgerliche Presse in der Lage ist, die Gebärde des Märtyrers zu spielen." Die ansländischenZahlungsmitLel. -Wie wir erfahren, bereitet die Regierung die''Borlage eines Gesetzentwurfes an die Nationalversammlung vor, welches die Jnanspruchnahm e der auf dem Gebiete der Republik befindlichen ausländi sch en Za hlün'gsmi-ttel unter Einbeziehung dar ^fremden Aktien betrifft. Diese Maßregel ist eine mit den . Bestimmungen des Friedensvertrages ' zu- sammenhängeude Maßregel; die von der Reparationskommission gefordert wurde. Das Staatsamt für Finanzen berät gegenwärtig mit den Vertretern der Großbanken über die DürchfnhrungsmodaliMen mrd den Uebernahmslurs. General Mauelöre reist nach Paris. Wie wir erfahren, kehrt General M a u"c l ö r e, der hier die Subkommission der R r v a r n L i o n s k o m m i s f i o n konstituiert hat, heute wieder nach Paris zurück. Trotz der kurzen Zeit, dieser in Wien verbrachte, ist das aut unsere Ernährungslage bezügliche! Material, welches er hier gesammelt hat, um es m Paris ^an maßgebender Stelle voruilegen,. ein lehr reichhaltiges. Oktober üveue L Die Piave-Katastrophe. Gestern vormsttags begann die am 19. Dezember 1918 tttk gesetzte Kommission zur Erhebung militärischer Pflichtverletzungew im Kriege mit der Einvernahme der leitenden Persönlichkeiten derj gewesenen Armee. Es handelt sich, wie schon berichtet, um di« Untersuchung der Vorgänge, welche sich vom 28. Oktober» bis zum 15. November an der. i t a lrenisch e.n Front abspnlten. Die Ungenauigkeit eines ' Befehles der öfter-! reich,sch-ungarischen Heeresleitung über den Äblaufterrniw des Waffenstillstandes soll hunderttauscnde Soldaten m valienische Gefangenschaft gebracht haben. Urber diese Angelegen-! Neil wurden gestern der damalige Generalstabschef General der Infanterie A r z, keiner sein damaliger Stellvertreter FeldmarschaÜleu'nant W a l d st ä t t e n. außerdem die Mitglieder der damaligen Waffcnstillstandskommisston Feldmarschallcutnant Weber, Kommandant des 6. Korps, Obeyft Bayer des Generalstabskorps . und Oberst Schneller verhört. Ähre Aussagen wurden von beeideten Stenographen ausgenommen und die ganre Verhandlung unter Amtsgeheimnrs gestellt Nebcr das Eigcbnis wird dem Staatskanzler und von diesem der Nationalversammlung berichtet werden! Man rechnet damit, daß es noch zu weiteren Sitzungen kommen wnd. Die Untersuchung wird in der Richtung geführt, ob ein Verschulden der früheren Armeefunktionäre vorlregt und welchen Persönlichkeiten die Verantwortung zufällt. Die Kommission besteht aus dm Herren Unterstaat^sekretar Universiiäisvrofessor Dr. 'Julius Tandler, Universitäts» Professor Dr. Alexander Löffler, Landesgerrchtsrat Dr. Ferdinand Fuhrmann, ans den. Rechtsanwälten Dr. Al F re n n d! i ch und Dr. Anion N e u h a rr s e r. - Ersatzmänner sind Umversiiätsprofesior Dr. Wagner» I a u r e g g. Rechtsanwalt Dr. Köhler, Advokalurssubstitut Dr. Hans Klug 'Retztz Redakteur Hugo Schulz, Ingenieur f 'u n z l. Das Sekretariat führt Hofrat Dr. Karl R i t s ch e l.;e Kommission hat bisher mehr als 300 Untersuchungen durchgeführt. Ueber den Verlauf des gestrigen Verhörs erfahren wir:, Zu Beginn der Sitzung erklärte Baron A r z, er körmÄ keine Aussagen machen, da er ungarische» Staatsbürger sei' und erst heute von seines Regierung den Befehl erhalten habe, keme Aussagen ab-! zugeben. } Der Vorsitzende Hofrat Löffler erklärte hierauf, man! werde sich diese gänzlich irrige Auffasiung nicht gefallen lassen^ da auch 'jeder fremde Staatsbürger zu einer Zeugenaussage auf, dem Territorium des Staates v erpflichte't sei, auf dem' er lebe. Man -könne ja auch die Einvernahme des Barons Arz^ durch ein Bezirksgericht verfügen. , J Demgegenüber wies Baron A rz auf den G e wissens-j kö n flickt hm, in dem er sich befinde, und bat. von seine» Einvernahme bis zur Regelung der Angelegenheit mit seine« Regierung abzusehen. . s , General v.. W e b e r erklärte, er befinde sich in der-! selben Lage wie B a.r o n A r z, da er jedoch .voü der ungarischen Regierung keinerlei Bersiändigung erhalten habe^ sei er bereit, auszusagen. Feldmarschalleu.mani Wa l d st ä f t eit hielt, nach-- dem General v. Weber eine Reihe von Mitteilungen gemacht! hatte, einen längeren Vorttzag über die Verhältnisse zur Zeitz des W a f f e n ft i 1 l si a n d e s und , über, die Situa^ tion, die durch den Abschluß des Waffenstillstandes geschaffen! worden war. \ v Neuregelung des Verkehres zwischen W^en i und Budapest. Der Staatssekretär im ungarischen Ministerium des Aeußem' Baron Wilhelm L e r s . ist in Wien eingetroffen, um mit der^ österreichischen Regierung über die Neuregelung des Personen-und Frachtenverkedres zwischen Oesterreich und Ungarn Verhandlungen zu pstegen. Es ist dies der ersre Schritt der ungarischen Regierung zur Erlangmig eines Einvernehmens mit Deutschösterreich. --- . { Die Wahlen in den Schweizer NationaLrut^ Bern, 25. Oktober. (Schweiz. Dcp.-Agent.) Nach den ausdem ganzen Lande vorliegenden"Meldungen hat anläßlich der aun 26. Oktober^ stattfindenden Erneueruiigswahlm für den s ch w e i z erischen N a t i o n a l r a t, die zum ersten Male nach deüü Verhältniswahlsystem vorgenommen werden sollen^ eine äußerst heftige Agitation eingesetzt. Der Wahlkampf richte^ sich namentlich gegen die f r e i s i n n i g' e M e h r h e i t §4 Partei, die seit dem Jahre 1848 am Ruder ist. Der Ausgans der Wahlen ist vollkommen, unficher. Immerhin ist. mit eine» starkm Zunahme der wirtschaftlichen G r u p p e n zw Rechnen. Die endgültigen Wahlergebnisse sind nicht,vor Di en s t a gj oderMittwochM erwarten. . 'Thesdsr Herzl über das „Reue GhLtto"*) Im „Prager Tagblatt" erzählt Heinrich ,-A [ Teweles über Herzls „Neues Ghetto^ folgendes:! . Aus der deutschen Bühne haben Judenstücke immer Wvirkt: Nathan und Shhlock lebten, Cumberlands ,;Jüde.", Gutzkows „Uriel Aoostn" hatten ihre Zeit, gesdhen. Das jüngste Judenstück, Schnitzlers., „Professor -Bernhardt", hat seinerzeit die österreichische. Regierung und die böhmische Statthalterei zfittern gemacht. Aber mehr stoch als der tragische hat der komische ^Jude auf der Bühne Beifall gefunden; von Gustav. Freytags Schmock in den „Journalisten" (vöu dem die Sage geht, . daß .der Dichter sie seinem Freunde Alfred Meißner für einen Korb Champagner abgekanft) und Erckmann-Chatrians Rabbi Sichel in „Freilnd Fritz", izber Anzengrubers Hausierer im „Mrineidbauer", zieht sjchi eine - lange, ununterbrochene Reihe dankbarer Bühnengestalten bis fcum heutigen Onkel Bernhard und dem Advokaten-in. „Causa Kaiser". - Das pon-Herzl ungekündigte Judenstück, ein, schön- MchriebeneS' Manuskript in schwarzer Glanzleintvand. - tarn; ich tas es mitz fliegender Hast und war mächtig ergriffen. Ds wurde sofort dem Intendanten, dem schon^ erwähnten- Dr. Ludwig Schlesinger, vorgelegt. Nach einigen Tagen bgt er mich zu sich. „Ich pflege mit den eingereichten Stücken", so gestand er mir, „mich in meinen Nachmittagsschlaf hinübergleiten zu lassen, aber dieses Stück hat mich nicht schlafen lassen, ich' habe es in einem Zuge aüsgelesen. Von meinem Stand-. Punkt aus. habe ich keine Bedenken dagegen, aber ich *l..e.i«r)c Nr. 2 7a-. fürchte das Bedenken von einer ganz anderen Seite: die Juden werden sich von, dem Stücke verletzt fühlen, und da die Inden hier wie überall einen beträchtlichen Teil des Th-saterpublikums ausmachen, so muß man dieser Tatsache Rechnung tragen. Ich knüpfe daher an meine Bewilligung die Vorbedingung, daß Doktor Rosenbacher seine-Zustimmung gibt." ' ' Auf diesen Einwand war ich gär nicht.vorbereitet; ich hatte has Stück gewiß im Sinne Herzls gelesen, seine Absicht verstanden und mich selbst nicht verletzt' gefühlt. .Herzl hatte Licht'und Schatten gleichmäßig verteilt; vielleicht aber, um wahrer zu., wirken, einige von den Juden schonungslos scharf gezeichnet. Es blieb also nichts übrig, als zu Dr. Arnold Rosenbacher zu gehen, der damals Präsident der jüdischen Kultusgemeinde war, Er war als ein ausgezeichneter. Jurist bekannt, ein nicht sehr umgänglicher, streng sachlicher Mann, allgemein geschätzt und verehrt/ überdies, wie bei seiner Stellung selbstverständlich, ' fest an allen Vorschriften des jüdischen Ritus hängend.. Als ich mir seinen Bescheid holen kam, sägte er: „Das Stück ist unmöglich. Das Theater würde seine jüdischen Logenabonnenten verlieren. Die Frauen in dem Stück sind -geradezu gehässig hmgestellt." ' -Es half kein, Parlämentieren und sehr betroffen berichtete "ich an-Herzl, der mir'nun aus Wien antwortete: Wien, 9. ^NoveillbLr 1805. Mein guter Teweles! , . -Danke' -für Ihren lieben Brief. - - Also die Kille ist dagegen?' Ich bin eigentlich aus dem Stück schon'-ganz -hernuZ und darum — darumwäre ich bereit, die Äcndsrung der Frau-eu vorzimebmen. das beißt, nur der einen, der Gattin des Helden. Ich weißim Augenblick nichteinmal mehr, wie sie heißt. Ich bitte Sie um Ihren! Rath, wie ich diese Gestalt ändern soll. Ich denke mir 8 ich Mache sie dumm, oder gar-zum Opferlamm. Letzteres könnte sogar die dramatische Wirkung erhöhen. Wenw Doktor Samuel aus einem behaglichen Familienleberv hinaus sich in den Kampf wirft, ist -seine Tragik nochz edler'. Was meinen Sie? Die ändere, übrigens uns episodische Frau, bleibt, wie sie ist. Gehen Sie, bitten zu Roseubacher mrd. fragen Sie ihn in meinem Namens ob ihm diese Aeirderung' genügen wird. Sie könnend überhaupt' schon ' meinen Namen nennen. Ich lasse das, Stück nicht unter einem Pseudonym aufführeu. Dies« anfängliche" Msicht war eine Folge meiner. Nervosität; nach der,. Production. Wenn ich etwas geschrieben habe^ möchte ich imnrer zsierst mt-ch' unter hie Erbe vergraben^ . Jetzt istmir das schon Jo fern, so losgeschrieben, wi« wenn's von einem Anderen wäre. - - \ Sicher möchte ich nicht die Juden verletzen. - Ich . bin ja selbst ein Volljude und will den Jrchen helfen/ Sie werden bald' tit; dieser Hinsicht von - mir ' hörend . Etwas sehr Großes! - ' Sprechen Sie also mit . Rosenbacher und geben Sie - mir Ihren.Rath. Das M-anuscript bitte ich mir gleich nach Empfang dieser Zeilen zurückzuschicken. Ich bin jetzt.. Feuilletonreöacteur her N. Fr. Pr. Vorige Woche wurde mir die Chefredaetion eiites neuen großen Blattes eingetragen. (Sie sehen, ich habe als Journalist schon meinen Weg gemacht), habe den An-» trag aber abgelehnt, weil ich mich jetzt ganz der Juden-, . sache widmen will. -i Und in der Jndensache gehe ich nächste Woche nach! Paris und London. Heute kann ich J1-nen ' „ichv - mehr sagen. Ich grüße Sie in herzlicher Freundschaft . ' /! Jht Th. Herzk.X - Abex. alle Vorschläge scheiterten. Dr. Roscnbachep blieb bei seiner Siblehnung und erklärte mir: „Jltz .habe, um ganz sicher zu gehen, einen hervörraKLudenl