Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 276 (26.10.1919)
- Date
- 1919-10-26
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Wiener Morgerrzeitrrns 26. Oktober 1919 Nr. 276 Englisches Unterhaus. Seite 2 Wien. Sonntag_ Curzon — Balfours Nachfolger. r Em Londoner Telegramm meldet die Ernennung KZ DsrdS Curzon zum Minister des Aeußern ut Stelle Artur Balfours. Mt Artur James Balfour scheidet einer der kedeutendsten Staatsmänner Englands und einer der hmpathischesten Politiker der Entente aus dem politischen dienst. Bereits feit längerer Zeit war bekannt, daß balfour nach dem Abschluß der Frie^renSverhand-» jungen mit Deutschland und Oesterreich zurückzutreten zedenke, da sei» hohes Alter und seine angegriffene Gesundheit ihm die politische Tätigkeit sehr erschweren, balfour gehört zu jenem vornehmen und verehrungsvürdigen Typus der englischen Staatsmänner, der in Nittelenropa nahezu unbekannt ist. Selbst tiefgründiger philosophischer Denker, der auch eine Anzahl philodphischer Werke geschrieben hat, faßte er auch die Politik stets als ein Mittel zur Verwirklichung der sahen Ideen der Menschheit auf; so wie sein Vorzänger im Foreign Office, Sir Edward G re y, der in Deutschland nie verstanden und darum gehaßt wurde, rnd dessen Bemühungen um die Erhaltung des Friedens erst jytzt m ihrem wahren Umfang bekannt gevorden sind, auch nach seiner Demission im Dienste ter Idee der Völkerversöhnung und des Völkerbundes tätig blieb, so hat auch B a l f o u r seine Position /in Versailles stets dazu benützt, um mäßigend und versöhnend zu wirken. Es ist bekannt, daß gerade er es var, der gegenüber dem überhand nehmenden Imperialismus der Sieger stets für eine milde Behandlung der Besiegten eingetreten ist. Speziell für ein rntgegenßimmendes Verhalten zu Oesterreich ist rr eingetreten und hat als einer der wenigen Mitglie' er per Friedenskonferenz Verständnis für die verwickelten «rationalen Probleme Mitteleuropas bekundet, welche furch Gewalt nicht zu lösen sind. ' Düs jüdische Dol k ist Balfour zu besonderem danke verpflichtet. Er hat am 2. November 1917 jene» denkwürdigen Brief an die zionistische Organisation gerichtet, worin zum ersten Male die Be'reitvilligkett der englischen Negierung erklärt wird, alle ihre Kräfte dafür «i nzusetzen/daß Palästina zu einer na trona len Heimstätte (na* iional Home) für das jüdische Volk gemacht pird. Durch diese offizielle Kundgebung ist die zionistische Bewegung in ein neues Stadium getreten. Das jüdische Volk sah sich-plötzlich vor der Erfüllung seiner jweitausendjährigen Sehnsucht. Es hat die Deklaration balfours mit ungeheurem Enthusiasmus, mit begeiferter Dankbarkeit ausgenommen. Der Name Balfour purde schnell populär; heute ist er in allen Judengassen ber Weltl geläufig, wie kaum der Name eines anderen Staatsmannes der Welt. Es ist oft darauf hingewiescn vorden, daß England durch diesen, großzügigen und generösen Akt die Sympathien der gesamten Judenjchaft, die sich im Kriege als ein nicht zu verachtender politischer Faktor erwiesen hat, erworben hat. Darüber hinaus gilt aber die, dankbare Verehrung der Person hes gütigen, greisen Philosophen, der ein so tiefes and freundliches Verständnis für die Not und das zweitausendjährige Leiden jenes Volkes bewiesen hat. an j>em —l nach seinen Worten — las äteste U recht her Geschichte wieder gut gemacht werden muß. Sein Nachfolger Sir Curzon gehört gleichfalls her konservativen Partei an und es ist daraus zu schließen, daß in der äußeren Politik Englands keine Nendecung ein^re en wird. Aus zahlreichen Äußerungen Lurzons geht hervor, daß er in der jüdischen Frage die' Ansichten Balfours teilt. Er hat wiederholt seine Sympathie für die zionistischen Ansprüche auf Palästina ausgedrückt und es steht deshalb zu erwarten, daß auch in dieser Hinsicht die Politik Balfours weitergesührt werden wird. i y George Nathaniel Curzon af Kedlcston wurde im Jahre 18op geboren, steht also im 61. Lebensjahre. Seine Abstammung aus dem altadettgen Hause Scarsdale verschaffte ihm die mit vornehmer Abkunft verbundene politische Bevorzugung. Er war 25 Jahr« alt, als er ins politische Leben als Sekretär Lord Salisburys eintrat, und dieser Posten brachte ihn mit 27 Jahren in das Unterhaus. Fünf Jahre darauf war er Unterstaatssekretär für Indien, einige Fahre später Unterstaatssekretär für auswärtige Angelegenheiten. Er unternahm dann weite Reisen, die ihn nach Persien, Afghanistan, dar Pamirgebiet, Siam, Jndochina und Korea führten. Im Jahre 1899 wurde er Vizeköntg von Indien und er erhielt damit eine der größten Stellungen des Reiches, denn sie bildete den Mittelpunkt der astatischen Politik Englands. Sein Vizekönigtum war sehr erfolgreich, denn er setzte seine ganze Tatkraft und Vielseitigkeit ein, um Reformen durchzufsthren. Im Jahre 1905 mußt« er iurücktreten, da er mit der russischen Politik Balfours und mit dem damaligen Generalissimus von Indien, Kltchener, in Konflikt geraten war. Zwei Jahre später wurde Curzon Kanzler der Universität Oxforo, im Jahre 1908 irischer Peer und Lord-Rektor von Glasgow. Im Dezember 1916 trat er in das Jtoblnett Lloyd George und saß nebst diesem und Lord Milner im engeren Kabinett vom KrregSrat. Während deS Krieges hat Curzon wiederholt sehr scharfe Reden gegen Deutschland gehalten. Er war eS, der von den Lanjjenspltzen der bengalischen Reiter sprach, die bald in den Straßen Berlinfunkeln würden, und in einer Versammlung von Konservativen in London erklärte er im Dezember 1916, Friede sei ein Wort, das die Briten aus ihrem Sprachschatz« entfernt hätten, bis der Sieg der Gerechtigkeit und Menschenliebe errungen sein werde. Artur James Balfour machte als PrivatfekretLr Salisburys, dessen Nest« er ist, den Berliner Kongreß mit. 1880 wurde er in- Unterhaus gewählt, wo er sich mit Lord Naudolph Churchill, Sir Henry Wolfs und Gorst zu der berühmten „Dierer-Partel" verband, die einen pbiUetten ffleiftUwDJ gegen da». Kabinett fiUirte, in den er Die Abrüstung. — Der Krieg mit Amsterdam, 25. Oktober. Der „Telegraaf" meldet aus London: Im Unterhaus erklärte C l: u ch *. f f,' a{j die Stilr t ■ e' eng i chen Heere"augenblicklich ungefähr 750.000 Manu betrage und daß sie, wenn der .Eisenbahnerstreik nicht stattgesunden hätte, noch um 145.000 Mann weniger befragen würde. In Irland stünden gegenwärtig 55.000 Mann. „N i e u w e No t t e r d a m s ch e Courant meldet dazu ergänzend, daß die Opposition Fragen über den Krieg in Rußland stellte, daß sich die Regierung jedoch weigerte, darüber Auskunft zu geben. Die Arbeiterführer ersuchten um.Feststellung eines Tages für die Debatte über die russischen Angelegenheiten. Bonar Law versprach, den Tag däflir zu bestimmen. Nußland. ~ Die AuslKnderfrage. Auch die Einschränkungen für Ausl Sn« der kamen zur Sprache. Die Jingo-GruPpes schlug eine Verstärkung de r Ma ß na hm e n gegen die Ausländer vor. Sie beantragte, daß kein Umber--.' Nehmer meh-r als 35 Prozent Ausländer beschäftigen dürfe. Ein Anträg BettemleyA verlangte, daß kein Ausländer eine Engländerin zur Frau nehmen dürse ohne Zustimmung des Home Office. > Die Bestimmung, daß Ausländer, pie in einer Industrie, in der sie nicht selbst tätigend, Unruhen stiften, strafbar sind, weckte die Opposition der Arbeiterpartei. Die Debatte über diese. Frage? wurde unterbrochen,"ehe man zu?iner Entscheidung gelangte. \ Weitere Vorbehalte des' amerikanischen Senates bezüglich des Friedensvertrages. Amste dam, 25. Oktober. (K.-B) Preßburecm Radio meldet, daß der amerikanische Senats aus schuß für auswärtige Angelegenheiten vier weitere Vorbehalte bezüglich des F«edensvertrages angenommen hat. Damit steigt die Zahl der Vorbehalte ans vierzehn. Der elfte-Vorbehalt sieht vor, daß keine Ernennungen für die Versammlung des Völkerbundes oder den Vorsitz des Rates oder für irgendeinen durch deu Friedensvertrag geschaffenen Ausschuß erfolgen dürfen ohne besondere Ermächtigung des Kongresses. Der zwölfte Vorbehalt bestimmt, . daß bit Bestimmungen des Friebensvertrages, die sich auf.aus-: ländisches E i g e n t u nt beziehen, die Rechte amerikanischer Bürger mitBezug aus solches Eigenem nich t s ch m ä ler?n dürfen. Der dreizehnte Vorbehalt besagt, daß die Vereinigten Staaten irgendwelche Teilnahme als Kurator der vormaligen überseeischen Besitzungen! Deutschlands ab le h n en, desgleichen jede Verantwort tung der amerikanischen Regierung dafür, was Mit diesen Besitzungen, auf die Deutschland laut FriedensvertraA verzichten muß, geschieht.' . selbst aber nicht eingrifs. Wieder war es Lord Salisbury, der ihn 1885 zum Präsldenten des Local Government Board und ein Jahr später zum Sekretär für Schottland mit einem Sitz im Kabinett machte. Seine eigentliche große Karriere begann 1886, als ihn sein Onkel als Minister für Irland in das. Kabinett aufnahm. Balfour, der vielfach die Allüren eines Träumers hatte, überraschte jetzt durch die rücksichtslose Energie, mit der er die Regierungs- Maßnahmen gegen die irische Bewegung durchführte. Es folgten dann einige verhältnismäßig stillere Jahre, 1895 bis 1902, in denen Balfour Schatzkanzler war, bis er, 1902, als Nachfolger Salisburys selbst P r e m i e r m i n i ft c r wurde. Ju die Zeit seiner Negierung fällt eine Reihe für die Geschichte Englands wichtiger Taten, wie der südafrikanisch« Krieg, die Annäherung an Frankreich und das Bündnis mit Japan. Im Dezember 1905 machte er Campbell- Bannermann Platz. Erst zehn Jahre später hatte' Balfour in einem englischen Kabinett wieder einen Sitz, als er im Mai 1915 das Amt eines Ersten Lords der Admiralität annahm, das er im Dezember 4916 gegen daH des Mitilsters des Aeußern eintanschte. _ Pütttische^MMLschsu. England und die russische Blockade. Di« .frankfurter Zeitung" schreibt: Bon der Existenz der Note der Friedenskonferenz, in der Deutschland von der Bitte an die Neutralen, sich an einer völligen Blockierung Rußlands zu beteiligen, Mitteilung gemacht und .die deutsche Negierung gebeten wurde, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, hat die OefseutUchkeit in England erst durch Berliner Pressetclegramme Kenntnis erhalten. Auch die Verhängung der Ostseeblockade üb«r Deutschland ist der englischen Presse nicht auf direktem Wege bekailntgegeben worden- Man steht deshalb in England unter dem Eindruck, daß die Regierenden etwas verheimlichen wollten und zu verheimlichen litten. Infolgedessen wird die englische Negierung allgemein scharf angegriffen, und zwar ift es den Chauvinisten nicht recht, daß überhaupt eine .Bitte" an Deutschland gerichtet und der „deutsche Intrigant dadurch zum Bundesgenossen gegen Sowietrußland, gemacht wurde, während sich dis wahren Liberalen, und Arbeiter im Interesse des Weltfriedens überhaupt gegen die Blockade- und Gewaltpolitik, deren sich die -Entente jetzt im Augenblick des Friedensschlusses gegenüber Rußland und Deutschland befleißigt, aussprechefl. Bei der Gelegenheit stellt sich heraus, daß/ der Hohe Rat der Friedenskonferenz in der Angelegenheit! voräegangen ist, ohne das Foreign Office voll zu unterrichten. Wenigstens läßt dieses durch Reuter erklären, daß eS keine genaue Kenntnis von den Umständen habe, unter denen die Note betreffend die Blockierung Rußlands an Deutschland gerichtet wurde. Wenn das Foreign Office die Wahrheit sagt, so hat also der ,Hoh« Rat", in dem bekanntlich zurzeit recht wenig kompetente Leute sitze,,, ziemlich eigenmächtig gehandelt, und könnte dieser Zwischenfall eine wichtige Kompetenzfrage bezüglich der Machtbefugnisse deS künftigen Böllerbundsekretariats aufwerfen. In diesem Zusammenliang ergibt sich aus einer Pariser Reutermeldung an die englische Presse die interessante Tatsache, daß der Hohe Rat die Verhängung, der verschärften Blockade gegen Rußland zurzeit nicht bekannt geb«n wollte, oder, wie man jetzt wohl sagt, um sich hetauSzureden, plant«, zur Bekanntgabe erst nach dem Eintrefffen der Antworten der neutralen Mächte zu schreiten. Die Veröffentlichung in Berlin und Wien muß also den Herren in Paris unangenehm gewesen sein. Zu bedauern ist daS sicherlich nicht. London, 25. Oktober. lTel.-Komp.) Im Unterhause macht« HarmSwor th Mitteilungen über die r u ssische Blockade. Er führte unter anderem aus, daß die Blockade technisch nicht b« stände. Die Alliierten uyd Assoziierten hatten lediglich der Note an die Neutralen zugestimmt, in der diese aufgefordert wurden, zu verhindern, daß ihre Untertanen sich mit denjenigen Teilen Rußland» in Verbindung setzen, die unter der Herrschaft der SowletS stehen. In einer gleichlautenden Note sei die deutsche Negierung zur Beteiligung an diesen Maßnahmen aufgcfordert worden. Der Handel mit Rußland geht ungehindert weiter, soweit die Transportschwtertgkeiten diegestatten. England tue sogar sein äußerstes, um den Handel mit Süd ru ßland zu lörderu. Die Wahlen in Frankreich. Am 16. November finden in Frankreich die Wahlen der ’ Deputiei ien für btc Kammer stakt. Den Ausfall der Wahlen kann man heute noch kaum be"-ckmen. D.e exirenien Richtungen von rcchrs und links ziehen mit gutcn Chancen m den.Wahlkampf. Hier kandidiert Leon Daudet, der als Direktor der „Actloa francais«* ettt geistiger Führer der iftoyallstenbewegung ist, boti Henn Barbusse als unentwegter Sozialist. Daß di« Lust im Eemrdepartemcut sehr radikal wchl, dasür zeugt auch, daß Albert Thomas, der Gemäßigten einer, aus seinem Pariser Wahlkreis flüchtet und sich lieber auf die Provinzstimmen verläßt/ die einmal Jean Jaurüs in dre Kammer gewählt baden..; Auch Caillaux hat vom Kerker aus die ihm angedoten« ' Kandidalur angenommen und in einem mutigen Schreiben an semr getreuen Wähler nochmals beteuert, daß er den Ausgang i seines Prozesses niemals zu fürchten brauche. Nur einer ist ständig 'aut der Suche nach emem Mandat und kann keine Gelegenheit finden, di« ihm ein Ausuchisaiom bietet: Herr M and e l, der getreue Sekretär Clemcuceaus. Sollten die Wahlen, die noch unter drr Ausficdt Clrme»rcrauS staltfinden, ihm die Majorität bringen, dann .wird er. der stch selbst zurirckzrehen will, noch dafür sorgen, daß Herr Prchon als Präfident der Ncvublrt ins^ Elyssr ein »cht und T a r d i e ü au die Spitze de» Kabinetts berufen w>rd. Polen anerkennt die estländifche Regierung. Du polnische Gesandtschaften Wien teilt mit: Die polnische' Negierung hat in ernem amilrchcv Telegramm an dm estnischen Minister des Äußern dre Konstituante und Regierung ' Estlands prinzipiell als Vertretung eines unabhängigen Staates, a ne r k a n n t, die Negierung Estlands zur Entsendung eines PertreterS nach Warschau eingeladrn und fie ersucht, die nach R ev alabgehcnde polnische Mission wohlwollend zu empfangen. Die republikanische Agitation in Rumänien. Wie wir von diplomatischer Sen« erfahren, steht Rumänien vor besonderen Eltigiiifien. Die republikanische Strömung nfinmt in bedenklichem Älkahe nicht nur im sozialistischen, sondern auch im dürgeilichen Lager zu. Weiche Bedruiung dieser Bewegimg zukonimi, ersieht man daraus, daß Take Jon'eScu unh Geneial Avarescu an der Sviye der aut den Umsturz l hinarbeiienden,L>ga Constiutt onal^ stehen. Am letzten Sonniaß hielt die Oppvii>,on rin Massenmeeting in der größten Halle, Bukarests ab. Es regnete Beschimpfungen gegen den König, de« > filmende Deputierte einen Asien nannten. Die in großer Stärke ' auigebotenrn Truppen konnten den Mafienflrvm kaum von der j Calea Victoria, der Straße, wo das KüingspalaiS fleht, fernhatten. Für die am 2. November Uaufindenden ParlamentZi Wahlen haben die vereinigten Opvostlionsparleien strikte Wahl» s rmhalnmg brichlofien. In der B u k o w r n a, S i c b e nbürgen und B e ß a r a b i e n ist die Stimmüng nicht minder bedenklich als in der Hauptstadt des Reiches. Inlereffant ist die Tatsache, daß B r a t t a n u sich in seiner ‘ Not dazu bemützigt fühlt, , m Bukarester I u d e n t> i e r 1 el um Stimmen zu werben. - Unser Gewährsmann bekräftigte seine Mitteilungen durch slihrende Bukarcster BläNer die eme sehr gefahrdrohende Sprache iühren und die Stellung des Königs und der Negierung als äußerst erschüttert erscheinen lassen. Von der rumänischen Königin verlautet gtriicht-c weile, daß fie in der Vorahnung der .kommenden Ereignisse deu größeren Test des BermögcnS bereits ins Ausland gebracht habe. Der aufgtschobene Rückzug aus Budapest sei auch darauf »ulkf* -»führen, daß man die Truppen nicht.dem republikanischen Emfluß „verfallen" lassen will. Eine zweite Kammer in der Tschecho- * Slowakei. „LidoveNoviny" meldet, daß in einer der nächste« Sitzungen der Prager Nationalversammlung die Gesetzcsovrlage über die Errrclitlmg einer zweiten. Kammer (Scnall? durch die Regierung voigelegt werden wird. Bon den koalierten Regierungsparteien treien dir Agrarier, die Nationalsozialen und die Slowaken für die zweite Kammer ein und bloß die Sozialisten lehnen fie ab.