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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-25 · Heft 275 (25.10.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 275 (25.10.1919)
Date
1919-10-25
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 *. Wien, Samstag diesen Kredit unser« einzige Hoffnung blldet. Der Staat»- tanzler hat auch Gelegenheit genommen. -gegen Element« wifzutreten, welche diesen Kredit Dadurch gefährden, daß sie sich im Kampfe gegen die Regierung unsauberer Waffen > bedienen. Ich will Mich in diese Auseinandersetzung nicht einmischen, aber ich will auch feststeAen, daß' unser Kredit im AuSlande in der unerhörtesten Weise geschädigt wird, indem man den Wert des einzigen Kapitals, das wir besitzen, herabsetzt, nämlich den Wert unserer Arbeitskraft. tzch möchte Ihre Aufmerksamkeit daraus lenken, baß über die österreichische Arbeitskraft iM Auslands die ungünstigsten Urteile zirkulieren und daß diese ungünstigen Urteile nicht auf der Mißgunst deS Auslandes gegründet sind, sondern Nrrf nuferen eigenen Aeußerungen. Wenn Sie unsere Presse lesen, so hat eS den Anschein, als ob in Oesterreich lauter arbeitsunwillige -Taugenichtse wären (Zustimmung), als ob jeder österreichische Arbeiter es nur darauf angelegt hätte, zu prassen und nichts zu arbeiten. Das ist die MÄnrnrg, die draußen erweckt wird.'. Wenn in Wien ein Nachtbümmler mit seiner Dirne, dom Moulin Rouge ins Maxim fahren will und der Chauffeur die Fahrt verweigert oder ihn Überhält, heißt e-5 am nächsten Tag in unserer Presse: In Wien gibt es keine Verkehrsmittel, in Wien wollen di« Leute nicht fahren, in Wien wollen die Leute nicht arbeiten- Das ist eine Verleumdung des Sfterrctchlsche« Lottes. Das österreichische Bott ist ein arbeitsames, fleißiges und genügsames Volk. In den Ruf der Prasserei ist dieses Volk eigentlich rpir durch feine Literatur gekommen. Ich lebe zwanzig Jahre in Wien Und habe nicht bemertt, daß der Wiener und der Wiener - Arbeiter solche Genußmenschen iväreis. .Wir haben eben Immer nur ernenn Fehler^ begangen: Wenn man in Wien ein Viertel Wein getrunken hat, wurden gleich sechs Lieder darüber gedichtet und gesungen. Der Norddeutsche hat seinen Liter Schnaps getrunken, das Maul gehalten und war so der solideste Mensch. (Heiterkit und Zustimmung.) So ist das Märchen von der Wiener Prasser«! entstanden. Ebenso wurden die Backhende ln literarisch behandelt und in der ganzen Well wurde der Ruf verbreitet, das dieses Wien, dieser Oesterreich die Stätte des ewige« Vergnügens und der ewige« Nichtarbeitens fei .Auch in dieser kritischen Zeit treibt man wieder dafrivole Spiel. Man fetzt sich auf den Semmering, man fährt nach D a d - Gastein und schreibt von dort aüS einen Artikel über die Arbeitsunlust des Wiener Arbeiters und der zirkuliert dann in der ganzen Welt. (Zustimmung.). Mast schreit, der Wiener Arbeiter verlangt 2000 Kronen im Monat und .der Hof rat hat nur l000 Kronen. Mein Gott, wenn die österreichische Regierung den Hofrat mit 1000 Kronen.krepieren lassen will, hat der Arbeiter doch nicht di« Verpflichtung, feine Kinder auch krepieren zu lassen. Das steht nirgends geschrieben. Man redet immer von den Forderungen der Arbeiter und sagt nie. was diese Forderungen eigentlich bedeuten. Diese Forderung« gehen Loch nicht dahin, zu prassen und zu schwelgen. Sie wissen esklingt schon sehr unmäßig, wenn man heute nur gerade das verlangt, waS man züm Leben braucht. (Zustimmung.) Sie werden fragen, wieso gerade ich dazu komme, davon zu sprechen. Ich glaube, gerade die n i ch tp rol etarischen Vertreter habe» jetzt die Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß unser einziges Kapital, di« österreichische Arbeitskraft. draußen nicht verunglimpft werde, denn wenn bas der Fall ist, dann werden wir uns vergeblich im Auslande um Hilf« umfehen. Die Arbeitskraft und der Arbeitswille sind g<- min dert, ab# doch nicht deshalb, well unsere Leute als Nichtstuer und Prasser auf die Welt gekommen find. Die Arbeitslust ist durch de« Krieg vermindert worden und, was die Hauptsache ist, durch die herrschende'H o f f n u n g Silo sig Leit. . (£$ wirkt auf jeden arbeitenden Menschen lähmend, wenn er sich sagen muß, die Arbeit, die ich verrichte, ist keine stabile, ist davon abhängig, ob nicht morgen wieder den Tschechen einfällt, uns die Kohle zu sperren oder ob das Kapital des Fabrikanten nicht ruorgen ausgeht. Dieses Arbeiten ins Ungewisse muß ja Arbeitsunlust erzeugen. DaS ist aber keine Folge der Frivolität, sonder« bas ist etwas Menschliches. Nun, die Arbeitskraft ist unser Kapital, aber diese Arbeitskraft muß in Bewegung gesetzt werden. Wir müssen endlichvom hohen Roh herunSersteige» und erklären,, daß wir nicht in der Lage sind, Arbeitslust zu wecken, daß eS nur andere tun können. Der Staatssekretär für Finanzen hat ja gestern, so zwischen den Zeilen, ein bedeutungsvolles Eingeständnis gemacht; er hat es nickt sonderlich betont, aber schließlich war doch das Bedeutsamste in feinet Rede die Mitteilung, baß wir in Hinkunft nicht mehr Herren unserer Finanz- Wirtschaft sein werden, daß wir die Notenbank verkaufe«, k>aS heißt, daß andere unsere finanziellen Herren fein warben. Das ist sehr bitter, aber unausweichlich. Nun verlange ich, haß wir in dieser Aufrichtigkeit einen Schritt weiter geh«. Wir sind nicht nur darauf angewiesen, uns einen fremden Herrn, für unsere Finanzwirtschaft zu nehmen, wir müssen ihn auch für die Produktion nehmen. Alle Anleihen der Welt würden uns in der politischen Situation, in der wir uns befinden, nicht befühtgen, tatsächlich mit der Arbeit «mzusangen. ES ist notwendig, daß fremdes, produktives Kapital ins Land kommt. Ich kenne die Gedenken, die man dagegen auSsprlcht. Insbesondere von sozialistischer Seite wehrt man sich gegen den Gedanken, daß die österreichische Produktion in die Hände fremder Kapitalisten kommen sott und e» entsteht auf dieser. Seite die Befürchtung, daß man dann um die Errungenschaften für die Arbeiter gebracht würde, daß da» eine fremde Zwang-Herrschaft wäre, ferner, daß man dann an der Durchführung beS Soziallsierung»- vrogrammeS verhindert würbe. Ich Hab« in diesem Moment« gewiß das Recht, v<zn den Herren ak» ein Mann angesehen -zu werden, den man nicht als den Vertrete r deS Kapitals bezeichnen kann, und ich darf es mir erlauben, an Sie die Frag« zu richten; Ist es rricht au der Zeit, daß auch Sie erklären, baß es leider in diesem Staate nicht mehr möglich ist, wie eS ursprünglich in Ihrer Absicht lag, die Morg-ensonue deS GoMt-mrrs vufgehen zu lassen, damit sie die ganz« Welt bestrahle. Das war Ihre Absicht. Es war eine schöne Absicht, aber geben Sie doch endlich zu, daß sie nicht durchführbar istk Ich bin der Letzt«, der österreichische Arbeiter den Auöbeutergelüsten fremden Kapitals ausltefern wollte, aber ich frage mich eines r Läßt sich denn dieser Tendenz nicht Herr werden? Wirb denn dieses fremde Kapital hier dem Arbeiter gegenüber schalten und. walte» Myen, wie. es. will? Ich glaube, da sind di« Sozialisten Wiener MorZenzertunA " 25 Oktober 1919 Nr. 275 Die Beratungen der Lebensmttlelkommisfion. Wien, am 24. Oktober 19 IS. Amtlich wird mitgeteilt: Heute nachmittags fand du erste Sitzung der nach Oesterreich entsendeten Subkvmmission der Reparattonskommrssian m den den Mitgliedern dieser KoMmtision im Amalientrakre drr Hotburg «tr Beifügung gestellten Räumen statt. Dir Sitzung wurde vom Getieral M a u c l ä r e mit der Mitteilung eröffnet, daß er vom Obersten Rate m Paris betraut wurde, dir Subkommstston der Reparattonskommi'sion in Wien zu konstituieren und in ihre Arbeiten einzuführrn. Hauvtaulgabe dieser Kommission wird es sein, im Einvernehmen mtt der österreichischen Regierung die Ernirbriingslage Österreichs zu studieren, sich speziell über die Einähnrngsgirellrii, bte Möglichkeit der Finanzierung und über dre TimrSvornrag« zuimyrmrerkn. AulGrimd ihre» Feststellungen wird die Kommission ihre Anträge an die Rwaralronskourmnsion in ParrS stellen. welche über dieselbe entiche den wird. Der Subkomnnision geboren als Vertreter der Vereinigten Staaten Colonel S m r t h. als Verirrter Erialrnds S>r William G o o d e. als Verirrter Ftankrsichs Herr Charron. a!S Berti etrr Italiens Herr T r o v a t i an. bte abw chieknd den Vorsitz führen werden. D>e Rearrrung war durch den Sraatssekrrtär für Boltsernährung Dr. L o e w e n f e ld-R u ß mit mmanmm+mmmmimmmmmuim „ mmmm inrnrnrnmimmm mehreren Funktionären seines Amtes und SektronSchrf S chülliv vom Staalsamte deS Aenßeru vertreten Ja der Sitzung tillht* Colonel S m vt h dm Vorsitz, über dessen Einladung zunächst der Staatssekretär für Dolksernährüng. Dr. Loewenfeld - Rnß, ein auSsllhrtlchrS Expost über die derzeitige Ernäb-.ungslage erstattete . und den zur Ansiechihaltunk der Versorgung erforderlichen Ein iuhr bedarf erörterte. Der Staatssekretär wieS m eindringlicher U^cifc auf den benot überall berschenden Notstand vilih die Notwendigkeit schleunigster Lcbcnsmitteftlischübe in ausreichendem Maße hm., An die Ausssthiungen deS Staatssekretärs knüpfte sich eine eingehende Diskuisioi. in welcher die von allen KommissionSmr'plredern gestellten Fragen beantwortet wmdcn. Die DistMon etst.eckte stch «rls» besondere auf die F,agerr der Berrorgungauf Mehl, Fett, Fleisch, Milch, Reis, Kartoffeln und Zuckcr. Bon der Subkommisston wurde überdies ein detaillierter Fragebogen, der insbesondere B(zrrgSmögltchkelt<n aus den Sukzessionsstaaten zum Gegenstände bat, dem Staatssekretärlür Bolkser Nahrung zur Beantwortung über reicht. Für den morgigen Tag wurde eine neuerliche Sitzung anberavrnt. m welcher zunächst die Koblerrsrage und die Frage der Be! chasfrrng tß.n Rohstoffen m B e h a n d l n n g g ezogen werden soll. ......iii—mii.um -1.- - - ■ denn doch etwas zu bescheiden und zu zaghaft. Um Gottes- , willen, wozu haben Sie Ihre btterrcrttotwfe Organisation? Muß es diese internationale Organisation nicht dahin bringen, daß, wenn ein amerikanischer oder französischer Unternehmer hi«r arbeitet, er den hiesigen Arbeitern zumindest die gleichen Bedingungen gewährt, wie den Arbeitern im eigenen Land«? Und dieses Schicksal wäre doch gar nicht .fc bedauernswert. Ich habe, noch nicht gehört, daß es gerade den Arbeitern in Oesterreich irgeirdeinina.l um so viel besser gegangen wäre, als den Arbeitern, die unter Be'rhl eines anderen Kapitalismus stehen. Wir müssen daher auf diesem Wege -weitergehen. Ich bin Eisenbahner. Wwm wir unS nicht entschließen, mfet* Eisenbahnen wieder in Gang zu bringen, ist alles vergebens. Unsere Eisenbahn fährt nämlich nicht, sie hat nur einen Apparat, der aber nicht funktioniert. Wir müssen hier anfangen, denn eine Entwicklung des wtrtschastlick-en Lebens ist doch nur dann möglich, tvenn ein Verkehr möglich ist, sonst können Sie tu«, was Sie wollen, alles vergebens. Alle die 169 Herren des Parlamentes können sich hinter die Lokomotiven stellen und drücken und die Lokomotiven werden nicht fahren! (Zustimmung.) Wir können sie nicht in Bewegung setzen, weil diese Bahn, die bereitim Frieden passiv war, jetzt derartiges InveftitionSkapital und, Madie Hauptsache ist, derartige Mengen an Rohmaterialien erfordert, um Instand gesetzt zu werden, daß wir sie nicht aufbrlngen können. Wir würden dies auch aut dem Wege nicht erreichen, daß wir vielleicht unseren Kapitalisten fremdes Geld verschalen, damit sie die Bahnen ln Bewegung setzen, weil sie wohl dann das Geld bekommen werden, aber nicht die Rohmaterialien. Entschließen wir unS jetzt zu dem Schritte, den wir doch werden tun müssen. Uebergeben wir unsere Bohnen, übergeben wir unsere große» Werke» und zwar die Werke, die sich Ua Staut-» und ) Gemeindebesitz befinden. ES ist da» der einzige Weg. (Zustimmung und Zwischenrufe.) * Ich weiß, durch solche Vorschläge macht man stch nicht populär. Aber dazu bin ich auch nicht hergekommen. Vor allem warne ick davor, ln der Weise vorzugehen, daß man wieder große Finanzoperationen vornimmt, um diesem Staate aufzuhelfen, und eS duldet, daß fick ein Dritter zwischen den Staat und die Anderen dazwischenschiebt. Ich meine damit unser« Banke«. Wir brauchen das nicht. Machen wir fc» direkt. Ich bin bezüglich Oesterreichs und seiner Zukunft der größte Dp tim ist. Ss wird gehen und es muß gehen. Wien ist nicht daS geuwrden. was e» ist, durch die Gnade der Vorfahren, der Herren Kcamarfch, PaderewSki unb Tnrmbie. Wien ist durch seine Lage daS geworden, was eS ist, und well «S die Ahnen nicht gemacht haben, wird eS auch den Snkeln nicht gelingen, diese» Wien einfach von der Landkarte auSzuradkeren. Wien ist durch die Natur bestimmt, die Brücke -u bilden zwischen dem Osten und Westen, bim Süden und dem Norden und keinerlei Nationalitätcnpolittk wird davon ein Restchen wegnehmen. Es handelt sich nur darum, daß wir die Möglichkeit zur Arbeit bald schaffen, und diese Mö^ichkeit ist eben nur dadurch zu erreichen, daß ' wir den Dingen wirtlich ins Auge schauen, baß wir uns nicht fürchten und daS tun. was der Augenblick und die Zukunft von uns gebieterisch verlangen. ES tut mir leid, baß der Staatssekretär für Finanzen nicht hier iss, denn ich möchte auf eine Angelegenheit aufmerksam machen, die wohl auch ln Zukunft von un» wird verhütet werden müssen. E» geht nicht an, daß jede Red«, bi«, hier in dies em Parlament gehalten wird, den Gegenstand der nächsttägigen Börsenberichte» bildet. ES wird ans dieses Haugeachtet und tzrurn auf der BSrs« gespielt. Sie werden fragen, warum daS ist. Ja, verbieten kann man da»1 niemandem. DaS kommt daher, well man bei uns nicht ganz aufrichtig spricht, weil man bei unS Geheimnisse schafft, di« dann vvn Einzelnen ausgenützt werden können. Es ist interessant, daS Spiel zu, veobachben, das sich jetzt aus dem Markt« abwickelt. Gestern hat der Finanzsekretär vorüber geklagt, daß die Banken, statt dahin zu wirken, daß der Notenumlauf vermindert werd«, durch da» Abstößen der Schatzscketn« und durch da- Aufsaugen b«S BargeldeeS eigentlich nicht zulasfen, die Notenmenae zu verringern. DaS wird sehr einfach gemacht. Erst geht man her und verbreltet in der Otffentlichkeit. daß da» Kapital — man sagt immer dl« Industrie — bestimmt geschützt werden muß, well ja die Zukunft Oesterreichs aut der Industrie beruht» und vom Bargeld«, von der Krone spricht man nicht. Da» heißt, da» Publikum wird dazu aufaemuntert, seine Kronen berzugeben und für sehr teure- Geld Aktien zu kaufen. Ist einmal diese» Kunststück vollzogen, dann tritt da» Gegenteil «in. Sind die Banken die Aktien für teure- Geld lo» und >haben das Geld in der Kasse, dann redet man anders. Man sagt, dieSrone, dies Gut de»,.kleinen Sparers", muß geschützt werden. der..Wttw^ darf man n ichf da - B argeld wegnehmen. Dieses Manöver wirkt wie «ine Pumpe, aber wie eine Pumpe, die immer mehr einzleht, al» sie hecauSgtbt. so daß -um Schlüsse in diesem Reservoir alle» drinnen bleibt, Aktien und Geld. Zufällig habe ich gestern gehört, daß der Kontrollor einer ganz tteinen Bankexpositur dort aus einer, Griff, sage und schreibe, sechzehn Millionen .ausheb«» konnte. In einer ganz kleinen Wiener Dankexpositurl Wodurch wift> nun dieses gefördert? Dadurch, daß bei «n» auch in wi-tschastliche» Dinge« Geheim» dtplomati« getrieben wird. Mein« Herren, wir find ja so schwach. Der Mächtige kam es sich erlauben, Geheimnisse zu haben, der Schwache aber sott und muß sich in die Oeffenttichkeit flüchten. 1 Man hat davon gesprochen, wir sollen den große« BerwaltungSaPparat oblegen, weil wir ja so Nein sind, legen wir doch auch hie „großen" Geheimnisse ad atta und benehmen wir uns so, wie sich kleine bescheiden« Leute zu benehmen haben. DieS ist der einzige Weg, um die Spekulation zu unterbinden. Mit Reden, mit der» Appell an die sittliche Kraft ist da nichts auszurichten; leider haben sich Kursdifferenzen in unseren Zeiten immer stärker ertvtösen, al» die sittlich« Kraft. So ist nicht» zu machen. Nöck aut einemöchre ich da» Angtznmetk lenken. Wtr sagen fortw.'hrknd. wrr sollen »«emdeS Kapckal hcreinbekoMinen, aber das richtige, das produktive Kapital bekomme» ' . . wir nicht, y da» heißt jenes Kapital, welchezn »nS kommt, nnferen Arbeiter« Albeit stldr. und an dm Sch cksalen unseres Landes dauernd mreressiett die,bk. Dieses Kavilal bekommen wir mchi. Aber was!ür eines belvmmfn wir? Da-wucher,sche.daSauS-» saugende K a v, t a U Sie werden ja auch dm Prozeß kenne«, der sich jetzt adlvirll: Oesterreich wird anfgekauft k Zur Beruhigung gew sser Herren mnß ich Ihnen sagen» an diesen Källftn bete ligen flrti diesmal nicht nur di« Angehörigen meiner Raffe, nickt nur de Inden, sondern Sre könne» G n g l ä n d e r. F ran z os en. Italiener, Holländer, kurz Leute auSallerHerre» Länder sehen, dir Herkommen und uns kal'blÜtiq den letzken Fetzen vom Leibe reißen, damit wegfahien und lich nicht darum kümmern, was ferner mit uns geschrrbt. Drei es K wrkal rst abzuhalren, aber' da» produktive Kapital rst betemmbringen. Ick muh noch out jene» Dell der Ausführungen de-Herrn Staatssekretärs zurilckkommen, der die Einschränkung der Ausgaben für den Der« «altungsapparat tzetrifft. An diese Ausgabe ünd wtr schon wiederhatt herangegangen. Dieser Staat hat um (mttbttt Prozent zuvrrl Beamte und eS nmb beraten, waS man da machen kann. Man nimmt immer eine» Anlauf und die Negierung komckt mir bei dieser Gelcyeuhnt so vor, w-e drr Mann, der sich dir Rockä'mel auischürzt, in dte Hände spuckt und sagt: vvJeyt geh'» mrr'S an!" Und van» gebt er weg. (Heuertet.' SoWurde dtesrS Problem bisher be- ÜcmMt, ES wurden Pläne entwickelt, wte man tzte Beamten weg* bringen kann. Da kann »ch Ihnen auch nur e>nen Rat geben, der Ihnen sonderbar ktmgen wird. Wcgnrhmen können Sre den Deaniken nicht-. Sre können nicht Leute» die so wie so Hungerlöhne haben, yerkürzen oder auf die Sttaße setzen; aber auch behalten sollen Cie sie nicht, d nn Sie fahien viel billiger, totliit Sie einem Holrat die vollen Bezüge bezahlen und ihm lagen: .Geh weg!", als ihn sitzen zu lasse». tZvsiimmung.) DaS Sitzrnlgsien rst viel teuerer, denn wenn der Hyirat sivt. erwacht doch in ihm da- Bedürfnis, feine Ertstenzberecht gung nachzuwerscn. (Heiterkeirl; daher »gestaltet"' « srm Ressort aus. tNrnetliche Heitetkert.) Sie haben dt« Generalinspcknon abgesckaffl und haben sich die Hände vergnügt gerieben. Die Beamten drr Generalmsvcklion haben ober inzwischen beim Siaat-amtr und andttSwv RrstoriS »gemacht* und jetzt sitzen sie dort. Sie haben also die Generaltnspektio» weggebpacht. haben aber die Beamten jetzt ander-wo sitzen. Ftüher sind bei drr Grnrralrnspe kt i o n zwei Hofräie in, einem Zimmer grscsieu und haben nur einen Buregudiener gebraucht, jetzt sind diese beiden Hosräte unalÜckl'chenvcise viiurtcht ,« zwei verschltdrnrn Z>mn,rrn und es braucht jeder einen Burearrdtener. Es ist also viel ökonomischer, und von diesem Standpunkte mutz die Berwaltirng ausgehen, üb^rffilssiae Beamte, wenn rs auch daher den vollen Bezug kostet. auSiuschalten/ weil nur so die Möglichkeit gegeben rst, d'.e Rksorm duichzulllhrcn. Glauben Sie, kein Menich vollzieht an sich daS Haxaklru Man kann von keinem Beamten verlangen, daß er erkläirn soll: ,Ich bin ilberslsissig". Dageht doch nicht/ Deshalb richten Sie die Refotm in dieser Weite em, daß tvie es in Kaut nehmen," die Bezüge weites zu bezahlen, aber dadurch die Möglichkrlt schaffen, den BcamlenkLiper einzuschränken, sonst -- da» erkläre ick Ihnen — werden Sie von diesen Beamten nicht loskömmkn. DqS sage ich Ihnen als Beamter» der 20 Jahre lang dient und da- Getriebe kennt. Zum Cchlusir meiner Ausführungen mutz Ich auch auf den IudenpunKt -nrückkomme«. Ich schicke voraus. eS hätte nicht der liebenswürdigen Einladung deS Herrn Kolleaen Dr. S t x a f f« e r bedurft, ich wäre schon von selbst daraus gekommen. Dem Herrn Kollegen Dr. Gtraffner kann ick nur den Vorwurf machen, daß er mir die Sache zu leicht macht. In einer Rede gegen die Juden hetzen und zwei Minuten darauf bejammern, daß man m Oesterreich kerne Galgen und' keine Scharfrichter mehr habe, daerspart mir eigeirilrch jede Diskussion mt dem Herrn Kollegen Dr. Gtraffner. Bor de, Kulturwelt brauchte «ch nur die zwe» Sätze nebeneinander zu stellen, de« Satz von der drohenden ArretVerfolgung, wenn man nicht zur Iurenveifolgurrg übergeht und den anderen Satz: Es gibt in Oesterreich zu wenig Galgen. (Abaevtdneter Dr. S ch ö n b a u e r: Da» ha» er doch gar nicht aelagt l Er hat sich nach dem Scharfrichter zurückgefehnt. (Abgeordneter Dr. T ch ö n b t u e r: Rem! Da haben Sr« ,bn ganr Mißverstanden k Ich bitte, er Hot eS dkdanrrt, daß au! gewiffe politische Ueberzeudunaen nicht die Tode-strase gesetzt werden kann. Ich koirstatrere daher, daß -deriel-e Mund, der me, ne Rasse verurteilt, den Henker verherrlicht hat. Ich gratuliere Ihnen w, diesem Erfolg, Sie perbm

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