Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 272 (22.10.1919)
- Date
- 1919-10-22
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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w* Seite 2 Wien. Mittwoch Wiener Morgenzettung 22 Oktober!9ly Nr. 272 Das Bekekmtküs zw jüdischen Ratisn. Oesterreichische Nationalversammlung. dürsii's. Wir sv, eichen ft'tc von der VoMWnng und von dev v e r w a l 1 n n g s r e ch n r ch s e n Euniffuing demselben,, Die s^-aoe, die Sie anarregt linden, fft M AusNvgrmg in diesem G lch i«b-r eine vv!la»kifl>' Volkszählung n r.ch.1i v c t f, , (5 1 ft Die Nationalyersflmmlung verrichtet, der Weckung Doktor stenuers gemäß, expeditrve sachliche Arbeit. G.sctzesvorlagen, dre^ nn Vormittag im Ausschufte behandelt worden sind. werden am fyachmittag im Plenum eifcdigt. So war eA auch flcf!tvn. Der Anschluß au Deutschland ist gefallen. Abgeordneler Austerlitz Irchnete mrt den An'chlußgegnern -8. Zunächst sH? vorsichtig krit den Chttstlichlyzialet,, da ste j» der # ö * I i M p « sind. Veit mutiger mit der Wiener Presse, bte er feige nannte. Schließlich sagte er. sein deutsches herzwerden iemalSaufhörenfürDeutsch'' fand Zuschlägen. Dr. Weiskirchner erklärte in feinem Schlußworte, Austerlitz sei chm als Mann der Preise m sezug aui Witz und Humor über, kür leine Ausführungen bezsfg» ich der Preise maßgebend. In der nächsten Sitzung wird Staatstzkretär Är. Reisch sein Finanzexpos< und Finanz« »lau Hilten und anschließend dgran wird Dr. Renner Sine Erklärung über daS Koftl11 ionS- . »rograrum entwickeln. Daran wird sich eine große? o l i t i s ch e D e b a t t e k n ü p f e n. stum Schluffe gab es eine Indendebafte. Beim Punkte Bol^rählung beantragte Abgeordneter Stricker, daß »ie Juden als Nation u» DolkSröblunaSbogen anerkannt «erden. Er begründete dies in ernster und würdiger Wei'e unter Zustimmung der Gryßdenckchen und Christlichlpzi ssen. Dr. W a b e r «mens der ersteren schlyßsich seinem Antrag g n. Avgeyrdretrr Knnschak erklärte sich tu t ritor»sch namens der «tzteren mit den Ansichten des Abgeordneten Stncker e t n vertan d c n. In formaler Bezirhrmg aber muffe er d i e s m a l feine Eebrrzrugung der des Staatskanzlers Dr/Renner unter-- t r b n e lt, da es sich nur um er« Provisorium landle, und da er den Eindruck habe, daß der Skaatskarizlrr darrus eineVertrauensfrage mache. DerStaatskanzIerergriff! w e i m a l in dieser Debatte das Wort und betonte ausirucklich, daß es sich diesmal brr der Volkszählung «u x uw »erwaltungStechniscke Akte handle — znm Beispiel haben wir S Millionen D r o tck a 11 e », obwohl vir nur 6'/, Millionen Einwohner haben imb daß diese tzolkszähkung ledigstch e«ne provisorische sei. woher di? llubrff Umgangssprache überhaupt nicht vo> komme. Die khrisilichsozialen haben einen Teil ihrer Abgeordneten a hiommapdiert. Der Rest stimmt? getrennt. Für den llntrag erhoben sich f G h r i st l i ch l p z j a l r, olle Kroßdeutschen und der Abgeordnete Dvvrzak, »ft her Abgeörchnete Stricker auch für die Tschechen das Re chtinAnspruch nahm, sich frei -»ihrer Nation b r k e y n e v z« dürfe«. Alle ibrigen^ Abgeordneten stimmten dagegen, so daß der Antrag mt 48 gegen 35 Stimmen abgeiehnlwurde.Es unterliegt keinem Zweifel, daß selbst in dieser Ablehnung — zieht man sie Begleitumstände in Betracht der Antrag Stricker einen moralischen Erfolg zu verzeichnen raffe. Bei der desinitivenBoltszählung wird *ie jüdische Nation « » - rkau «t friy. Nachstehend her SitznnObexicht: Präirdkut S e i tz eröffn« um -M Wir die Sitzung. Abgeordneter K u n s ch a f ichrMMoffal) refeiiert über die Vorlage betreffend die Umwandlung der E x p o r 1 a ka d e m u ii Wien in tme H o ch s ch »r r f ö r Welthandel. SBiib ohne Debatte gngenvmmcfl.i Ädgeordneter Wr ti x r Evziast>eprokrats berschtet über b'$ Vorlage betreffend die Auflasinng per' Genera 1* sn s p e! p i o u her stfferrerch« ehe« Eisenbahnen. Abgeordneter S ch eichejn (SoMldcmokrgt) erklärt, dieser ssnstitntzon werde niemand tziyx Trane pachweinen. Die Vorlage H'tb svdafln zuni Beschluß erhoben. , . Abg-vrdheter Dr- W e rskirch u-r (chxMchipzlak) .«'errett rper das Grsrh bettesikn« Pie Etaechssorpe. Abgeordneter Dr. SBöIi r kdroßdeuW^ erffSrt, wir!sumu nach hem FiiedenSverlrg« Name« „Deus chöste, reich" ihren. Er bcamragt, fletrennrr Abstimmuttfl über den P.rffnS > der die deutsche Ämlöspi'ncht und drm übriaen Be, trage. Kedner hofft auf bi? bgldM Be;einiLWg mit hem Deutschen Reich. Äbgeotchnetrr A u st % t j fe tSovaldeMskmts bricht eine Lanze für den Anschluß cm Deutschland: diesen Gehanke» wolle Redner n emals orpgchen. In diesex Besetzung hofft er aus bn .sittliche Kraft, der Internationale*. Schuld ay dem Sckeilern -es AnschlußgedgvkcuS war vor vsteM emx f e t g k P x e s s e, bte nch über das Stbritern stcherl ch genrnt habe. Ich lflsie dtk knschlußgegner der Verachtung der LebrNdcn und dem urteil der Nachioiumen. Die An^chjußgrgner baffe« btt Republik. Abgeordneter Stöcker'arostdeutsch): Nux die jüdische Republik w i rtz grhtz Kij Abgeordneter A u st e r 1 l tz erklärt, ASieordneter Stöcker stimme strt? tmt den Ansichten der »Neu'» Freren Preffe^ überein. Redner schließt seine AuStsthruaam tp der Hoffnung,?s werde ber Änkchlikß noch gellngen. Aus se'uem Herzen werde der deutsche llntchlußgedanke Ntemals verlchwmdrv. Hlkiaut wird brrBorfage aug-ttommen. Die VolksZÜhluNg. Abgeordneter H v k n 11 (Sozialdemokrat) referiert über bte Vorlage betreffend bte BoltSMung. ®t6 küdkfchs Nation. Abgeordneter Ingenieur G t r i ck e r: Ich ÜmtHj* den Anlaß, um eine Forderung deS jüdischen Bolsts hier vor* zubringen. ES ,'osien wredrt emmal bte Bürger biticft Reiches gezählt werden und bei diesem Aniafte werden auch gern» gewrß alle nötigen Ziffern und Daten erhoben werden. Bei den v r S» h e r r g e u BvlkSzählunaen, wie sie in Oesterreich üblich wn'tn, wurde eme panz iasschtGrundlage gewählt: man hat di« Bewohner nach der Umgangssprache gezählt und das war -eine E n t st e l l u n ft des tatsächlichen ZusiandeS rn Bezug auf bie Veistckimg der Rat onalitäieu in btcftrti Staate. S»;c Rubrik „Umgangssprachewurde von den chauvinrsii'chen Teilen der MehrheitSnationen dazu benützt, um dl» tztsirrn der MinderheitSnationcn he runterzudrücken. Heute rn diesem Smate hat dawahrlrch niemand «ehr notwendig und speziell als Jude erhebe Ich die ysrderanA, in Linkunit nicht mehr nur nach der Umgaug-lprüche zu täbk<n, weil wrr Juden wobl bte deMlche Sprache ai- Umaauü-jptache sprechen, weil wir aber nichtder deutsch en Nation angehören. 'Beckall.^ Deshalb wünschen w r r Klarheit. M-'ine HerfnAn(sem>t-n, »S istrioiwend-g, daß ich Ihnen eines enrgkgenhalttz kGrzhabrn stchtnberletzten Zeit etwas a e b e s s er t (Heiterkeit^ It k Fiüber sinn Sie näml'ch der nationalen Fragk derart gegenuderaeftandm. daß es Ihr Wel war. die Juden tie ettt Ghetto e-nzusperren. und bau Sie d e nationglkn Fvtd't ttNaen dey Irchm in einer Wei''e verbeten haben, d'ß man faflen kann, sie twr fftv den national n Gep inken der Juden komprount'ietend, G e haben sich, weuwstcuei nach Ih, 'N l e 1» t e n Al'tißkNtUflen und nach Ihren letzten Avträgen, zu der Auffasiung du chaenmfl^n. daß rs nm das freiwillige Bekenntnis zur jüdischen Nation aebe. In dem M o m e n t, wo Sir das anerkannt naben, t j u h e n Sie uns bereit,, mit Ihum h e n s e l I« r n Mfl m gehen, Ja, freies PrstnnM's m, iiidtschen ^)iat'on muß iebem Argebongen d eses Volkes gestattet sein. Dam t antworte ich auch Ihnen, die von der anderen Seite her gegen rme derattigr — Sie nmnen es Verhetzung, Sre nennen es ein Hinelnzwingen der Juden ins Gbet'o - bic gegen «inen bcmitifrn Vproonfl Viellmtg nehmen- Dir Norderungen von uns Ironlsien wu ken immer v e r u u st a l t e t w l ed erg «geben, indem man weggelaffen hat, daß die Sanvtvtdive'NNfl. die wir stellen, dnS fr e r e Bekenntnis ist. W'r wollen nicht, daß ein Irrde h neinfle'wlinfl-'n w>rd in den Kpivtr der jüdischen Na'ion. Wir sind Vvsikvmml'n divon iiberzcngt, daß eS m zehn Jahren gax n-cht M'ki nytwerrdig sein wrrd, zu sagen: gezwungen oder sre», sondern daß in zehn Jahren die ganze Indrnschaft v we't sein wbd, sich f r e i,. st a l z und o i i t » t «in kdrschen Bolkeiu bekennen ohne dadurch in e>ne etndl'che Stellung gegen ew anderes Volk ut treten. Heute legen wir auf das Wort'nies Be'eiintnls G'Mich^, well wir N'che wollen, daß mrn uns ,n die jüdische Rrt'on hln'mrwingt. Wrr woll-n n'cht, daß d-ejen fl<>n Teile des jüdllchen Volke-, die eS noch nicht wollen, hinemgehtängl werden. Das gehört auch zur rcrnllchen SchcidM'g. Wir wollen reinliche Scheidung und ich bitte Sie, den Antrag, den ich stelle. an'Ultestmen. Ich vertrete damie nicht mir eine momenwn erttstandep' sforheivirg. Im allen Oesterreich schon wurden die Ras onm und ich erinnere mich insbesondere, daß deTschechev und Rutbeflert dafür ringeire:rn sind Und gefaat Kab n : Macht dock diesem wahnsinnigen Iustand rm Enh>. daß mrn die Nmgonassprache apft nimmt und nachher die F ä! s ch^> n g begeht und o,eNat,an daraus macht Rebrnen Sie neben der Rubrik Umgangssprache die Ruhr f Nation mck. Sre srnd es dem aufstrebenden Volksteil derIu den, den volksbewnßt'en Juden schuldig, daß Sie 'eststellen, daß drtz Pekkl'p n-s zur jüdischen . ation anerkanut werden muß. Es bars sich nicht wiederbpleu. was um alten Orsterr''>ch geschehen »ff, daß znan. wenn sich die Juden zur jü>)r chen Nationalität bekannt haben, einfach her gegangen ist und grsflgt hat? „Ja, dicke Nation rrrstiktt nicht!" und hat nach Belieben ^deutsch oder tschechisch einacketzl, je uachd-w, wer arrade die Volkszählung gemacht hat. Und dg kann man bas Merkwürdioe konstatierm. daß bei der PolkWbfrmg de Äntisemtten und dze schärfsten Anlisemiten, A'M Bersniel dre Herren Polen, lmmcr auf dem Standvvnkt gestanden sind: D e r I u d' i st doch kein Pole! Aber wenn es zur V y! k s Z ä h l u n g gekommen rst, da hat man dre Inden nie «ls Nat on anet kiinnt. da bat man rhre Köpfe gebraucht und die ürasten Anrtstm ten hoben mit g r 8 st t e m Ä v p e t i t diese In d « n pers ch l n n g r n, um dahll ihre natlovalr Politik sßrbrrn *» lAnnen. Aber meine Herren ei« Volk ist für nn splcheS Tpjel Nicht da nutz ein solches Spiel rächt sich auf die Dauer. Ich bitte Sn daher, «einen Antrag anzunehmen, welche lautet r Im die ZShlblStter ist «eben die Nubrlst „Um* gaugssprsche" auch die Rubrik „Nation" aufz«- nehmerr. Das Bekenntnis zur jüdischen Nation ist zulLssis. Erste Rede he- Ttqatskanzler». Gtaaiskqfl lcr Dr. Nenner mochte stch mir an die vexwsstnvgsterlmrsche Serie bn Frage halten. Schon brr statistische Kongreß zu PetetSbuig hat iestgefstzt. daß fftr bfb staatliche Sls istik »gs Entscheiber'dß doch bie ffmganqsspeschß ist. Per Grnnd ist folaegder: Per Start veranstaltet b<t Statistik Hk Die Lwrcke bft Verwaltung. Pesh>ilb müssen mr nnbevrngt daraut bestchm, daß bei der Volkszählung die Umgangssprache, hie 1»ngu« PStt^s. wie sie techrnsch hertzt. f stgehrlten werde Wh bdcr « stlUkk Umaangksp'acht sich bekenne. N umlllch ist erne Schlnßfolgcrung aus dicker Umgangöspiacht, dtt man im Intetesie der öffttiilichrn Bcrtpal'.ung belcynt, auf bre Natron zu ziehen picht grsiatiet. Abgeordneter S t r i ck e r: Das hat man ahee Wher getan! Staalskarrzler Dr. R e n n e kt Die Nation kann sekbstverstq'uUick eine von der Umc,uns-sprache ganz yerschrrdene iem. Eine Nations ählunp löuncn ww nur in der vorm machen« daß jeder dasWcht hat, sich frei ,n seinev Nation..zu bekennen. Dre Schwicrigkcrt wrrd aber noch großer, wenn wir tzsp jüdische Nation zählen sollen. Ich fürchte, daß dir St rat sich ln einen Prozeß kinmlichm würde, dir noch n>ckt sivge chtvssen ist. Porlänsig stnncn wir nur eme mosalsche Religion. Abgeordrieter Slrrcker: Dir svzlaldemot abccbtt kra tische Internationale kenn jüdische N a ji o n! Staotskauzler Dr. R e « n e r; Ich red, für bte staatliche Verwaltung relevant ist. W> - bte staatliche Verwaltung relevant ist. Ww sind;mstandr. da» mosaische R e l > a r o n s b t f« n « t n t fl nft zustelltn und wir müssen es fesisicsien. weil daran Recht-folg aekriüpft liebe Ve zustelltn und wir müssen es fesisicsien. weil daran Necht-folgm ' ff sind. Daaea^n g,bt rkern Gesetz, brr dem stlr dre staatlche Verwaltung diö jetzt das Judentum a l« N a t i o n m Ve racht kommt. Der Grund ist der, daß die Juden u n »e r e l n a n d e r selbst in d i eck e m Punkte n r ch t e i n t - l i n d. ÄS gibt viele Jaden, welche Wert arauf legen würden, als Judentum mte geschlossene i 4 11 o n »u b ldrii. E» gibt wledrr vrelc andere, d»r großen ert daiauf legen, «n tim der a!»e n d! 8 n d r s ch e n Nationen e>n utreten und als llrre vollwertigen Mitpl'tder zu aelt'N. Ick« glaube. <S mitte vufrüht, wenn et« Staat-ver* wauung ut dlestn Streit tiiihft«« würde. Al^ordneter S trickrr: lassen Gle hi« I u d e n f r e r r « t s ch e i d r n. - Pr 8 stdent ersucht den Abgeordneten Stricker, den Webtt"' nicht zu «niu brechen. «Ltaatskinster Dr. M e n n t rr Vte baden ha»Necht de» freien Betennlnisseall- Überall, kirr und außerhalb desyauses. Nlemandem w>rd da» Betrnnjnls verwehrt', N niouen aber, dnlch e>n Nation ries Vtkcunlnl» zu lonjtstbttetN, habt« wie jetzt m Otfteueid) atu l e m w wenn b « -s Iudent n m v. o l l st a n h, i g. m r t sich selbst im Klar sn sein wird, w *' r v es srch entscheiden k 8 n u, e n. v b e s e r, n o- N a t l>'y. N i st o d e r g I s b l n ß r K o re f » li s i v n iv> b ' c ft g, bjt t e a Nationen e i * t * i e 0, Ich bitte, hon ArUrag, Wracken zumitzdesi was die ÄntLckfl» PpLSWinm Pch«ar». " Dev StW^PmeLit dev Deut,'chna»rs»achm. A^-'eordtviee D< Werber- Der Herr ^tmrtsh-M'lbr siech sich imter H pwe'S mtfi bte Peln-Mip-aor Tagung <Hwr Vatistch g.-petz.: den An rag S irj rf er Kts'-fviocden. Mur kivM aber ruhig-, 'agen. daß anckr d>e Mchnihk wisten'chckckch tätta'M Männer der Ni'ciimna Zrrnklgt. daß d e G>nn^l-rge derVtzlks'ähsiing nrcht die Umaanassinach^ sondern d k e üfa-t i o n i 0 i n ’ Was sper ell die Juden anlrngt, so ist es doch ganz kkar. daß sie etne & e fortb rrt Äf f t b-et^ siebt wissenschaftlich f e si. Er«« ander" ^vage rff„ obste eme besondere Nation krnd. Nn« man e-tit Vernegnua unter den Juden verfolgen, welche imuren m"hr und mehr daraus bin nett, l-«tJfi'int zu hncehnen^ Und der Vorredner bat gemein', daß in zehn Jahren alle,Inden-, st ch als Nationbefenmn werden. Das ffstrustellen, ckt eene: außerordentlich dankenswerte Aufgabe^ und wenn es sich auch um erne pr-ovi'orrkche Mlilirng hgrrdelt,. kann gerade die'e F>aae keine be'vndeien Schrmerigkcilcn machen. W>e norwendig düse FestsieNnng gcrade bezügl ch der Inden ist,, köirnen wir genau beweisen. Bei der ersten emiaermaßen wisser«» schgfil'ch dur"l gtiiihr'en Vollsrählring, iencr vom Jalsie 165 L wurden die Inden als Nation g e z 8 h 'Man. hat nun immer davon ge'procheu. das ' j» Gattzie» d'* ffasik der Deutschen avsierordevtsich mrsickayh«. Die Geg.M»siöer* stellUUg der beiresrrnd?« Da en erflibr aber, daß dre große DiM? regr hmwisächlich auf die Lt llungnghme .der Inden zurückzuiähren -st. hat sich noch ein siberwikgender Teil derselben zur deutschen Sprache bekannt. In olg? des Vordringens und des Chauvinismus der Polen hr'en sich di« Inden veranlaßt g"sehrn, von der denrschcn Um zangZiprache abzuikallen uvd sich zur polni'chen zu bekennen. Aus dieirm Grunde «st die S o n d erzähl n n g der Juden außerordentlich erwünscht. Jetzt, wo wir ein Naiionalsiaat gewo'd'ri sind, niüssen wir auf das Belenntn's rur Nation besonders Gcwrcht ttgen. Es rsi daher sehr rwcckmaßig. daß min den Juden daL R e ch t t i n r ci n m t, sich zu rb> er Nat on zu b t! % n « * ft und wir werden deshalb f st x den An rag stimmen. Zweite Rede dev Etaatslranzlcrs Dp. Renner. DaS V e r w a l t rr NtzS s h e d ü r f v i s »» unserem Staate ist rin wefenrirch vercnsachkeH. Uebrr dre Frage yr e r itorrsch zu entscheiden aber w"rd?rr wir st e i t und G e-e legenheit haben, wenn nur die Volks'ählung sur das nächste Jahr macken. Jetzt haben wir nur rjtr. surre steck hrs mm Bl. Dc ember. Dg Uuive eS nicht rrnmak möalrch. dre F o r* mnlarrenfürernegkänderteFormdex v o rläusigen städk n n g herzu richte n. Diesmal affa haben w-.r uns jedenfalls die Bcrwaltungshedüi Miff« vor Auge» rn halten« nw d.renrwillen wir mi ete außrroirtzeylllche stcjhlung V0inehme«. Per Srgatskanller ersirchr daher, ohne Präjudiz jm Hinblick g«f die Vrrmalrrmgsrwecke dem Antrag picht M zMiMinen. sondern dre Erörterung der Frage einem spÄtzM steupunkt vor ubehalten. Auf Antrag de- Abgeordneten F - r si « 11 wird die Debatte geschloffen. Der Sprecher der Ltzristlschspzigle« Abgeordneter K n n s ch a k erklärt dem Anträge Strickers fei bte fachliche Berechtigung nicht atzzusprecken. Persönlich sei Redner nicht ,n der ^age. politische ober vcrwalr««nstslechn>sche Erwäl'Nnaen als so ausichlaggebentz anzue«kennen, daß sie veranlaßen konnten, dem« Antrag Stncker rntgegenzvtrrten. Der Antrag «si auch kein N p v u m. der Land'ag der Bickowina .hat seinerzeit die Scheidung nach Nationalitäten unter Berücksichirgimg auch der j ü d «s ch e n Nation rn ernem Gesetze heschloffru. Auch der mährische Landtag hat eine ähnliche Maßnahme diipchfle>ührt. Es ist eine Fäl-chuugdrrTatsachen, wenn dledcut'che Nation immer in ihrer numerischen Starke belastet ist mit der Zuzählung dev Jude», die sich heute als Tscheche», morgen als Deutsche bekennen. Es fei dah"r m bedauern, daß der Ctaatskanzlrr dieser Frage eine solche Bedeutung beimißr, daß er törmlich die Berlrauenssrage an p»s richtet und mit dem Einsetzen seiner Persönlichkeit van uns peisanat, dem Anträge die Zustimmung zu versagen. Einun Ar gnmente in der Rede des Slaatskanssezs Müsse Redner atterdrng- Recht gehen, nämlich dem Hinwerse darauf, daß es sich jetzt nur um'eine d u r ch d i e N ft 1 gebotene Volkszählung bandckt. die m f t f» r kurzer st ert von einer desinü'vm Volkszählung abge>äst werden soft. Dre Annahme des Antrages Str ickog würde eine V e r z ö g e r u n g der so dringend notwendigen Voltszähsung nach sich ziehen, was m diesem Angentllrck N cht verantwortet werden lvnnte. Schon beute rrchre Redner aber an die Regienma dre Aussmdmrnfl, sllr die h e k i fl z N P e Volks? zählpng m Jahr.- IM h.e Vorkehrungen dahin zu treffen, daß dem Antra g Sir r cker A« ch v u n g . g k l r a g e n w k v d e^ Für seine Perkon — und er spreche h r u t e pur slir: lerne Person, d» her Klub ftck m>t der Frag« noch nicht zu beschäftigen Gelegenheit hatte — könnte Redner sich, wenn esich NM erne endgültige Bolksrählurrg handeln werde. Nicht entschließen, ernem gleichen Antrag die stusiimniung zu verweigern. Nur mrt Beiücksichiign"g des UmsiandeS. daß es sich geflenwartrg um eine prov'sor«kche Volkstälikung handelt, ugd in-bosoydero mit Rücksicht darauf, daß dr« end 'ttliige Polksrälssung m sehr kur er Heit erfolgen wird, trete er heute dafür cjn, gegen he« Antrag Stricker zu sirmnten. Bei der Uhsttmmung über den Aulretiit Stricker beantragt Abgeordneter K i t tt n g er d» Festsiesinng des St>ntmenverhältNisieS. Der Antrag wird mrt 4^ gegen ßü Stimmen abgelehnb Im übl'gen wird das Gesetz rn -lyeitek und dritter Lesung Unverändert mm Beschluß erhöbe«. > er auf Schluß der Sttzuna, iilchste Sitzung Donnerstag um U Uhr vormittags. Gttfllaitd wird födetaNftert. Me auS L o n div n gimeldrt wird, tft in dielen Tagen ckn llom tee enichtct worden, das aus sechzehn M tgla-dern des Obethantrs und ebeniovicl M'lgl edrrn des Unterhauses besteht. ES hat dre Ausgabe, erneu Pla»t Lloyd Georges Übe, die E l n s e tz u n g eigener Parlamente f ü i Lchvttland. Irland uydWaleszu beraten. Dre a n S w a r t , g e n A n g e l e g e fl h e r t e n und die Fragen. d>e dagesamte Reich berühren, iollm nach «ut vor tch Londoner ffieichSparlamrut zur Verhandlung tommen. üti. Uib. jL iWÜIIÜfeMbl aä