Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 267 (17.10.1919)
- Date
- 1919-10-17
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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1! Nr. Wien. Freitag 17. Oktober.ISIS Beite > ZedenfaNM erreicht worden, daß die Oeffentlichke.it Lei diesevelegenheit über de« moralischen Stand der im Dien-er deutschen Republik arbeitenden Jitden-- fcesset eis erfahren hat. .Im Zuge des Verfahrens legte närch der herein zur Abwehr des Anttsemittrus" folgenden, cm ihn gerichteten, vom!11. Febir 1919 datierten Brief des Herrn „AufklärungSerS" Mauer vor. Er lautet: „mit Sie mir eine fofo rtige pekuniäre' Hilfwn etwa fünftausend Mark, wenn möglich schon heute, pätestens aber morgen Mittwoch den 12. bit. zuteil werden lassen, so verpflichte ich mich, t allen weinen Kräften und gestützt auf. meknemngeheuren Einfluß.auf die gesamte BetveguNm ganz Deutschland und über seine Grenzen hinausgegen die gehässigen Und fanatischen Strömunge«,» arbeiten, um Pogrome und Gewaltläkigtit^N zu verhindern und nur eine nationale Shtuia zu verfolgen, damit auf dieser Basis Deutschmd » möglich gemacht werde, in den Völkerbund eitret« zu können. Da ich kein Fanatiker Lin uw Lässigkeiten sowie Pogrome vermeiden will, HU Moi mich beiseite zu drücken versucht; daher bitr ich sie, da ich für diesen bringenden Zweck alter WldmÄel beraubt bin, mir Umgehend solche zur Verfügun zn stellen; gern gebe ich Ihnen mein Ehxentvortund die eidliche Versicherung, in diesem Dine zn arbeiten. Gern will ich Ihnen bewetskräftiMlugblätter und mich Broschüren ausarbeiten auf rund der Kenntnis des Talmud und genauernStudiums des Alten Testaments. Auch die Kablla kenne ich zur Genüge, um sie zur BeiveiSsührunj heranzuziehen." Dßr Vereinhat > Herrn Knauer das Geld nicht gegeben und da itflammte sein teutonischer Zorn und «* Sing hin, Po ome vorbereiten, damit die deutsche Erde vom jtttriscn Ungeziefer gereinigt werde. Der Verein hat durcheilte Weigerung Alldeutschland einen großen Dienst e riefen. Hätte er Herrn Knauer die $000 Mark gege n -r vielleicht hätte der Brave die Sache auch billig gemacht --- so wäre Alldeutschland eine-.wackeren L tarbeiters beraubt gewesen und ohne Knauers Hilfe h te die Welt, nicht am deutschen Wesen genese» können. der Kündigung der Ansätze für Völker« erstand lgung. Die Inte dem Knae a r l a m e n t a r i s ch e U n i o n, die rch resttmäßige Kongresse an der Vrrorbcitete, hm ihre Längült nuninkbr wieder degonnen. In Gentianden die Bc ptechungen des Rckes der vruon um« dem B«y des Präsiden«» ihres Ausschußes Lord «L r a r d a l e stait.t Es «ahmen, daran 18 Bertn-ttr teil, feie «eun Nationm reptämierten. Von dcn großen Eittcutckaate» waren England dd Amerika vertretm. Frankreich »nd 2 tal t e n j e tt t e n. Von Deutschland waren -se demokratischen Mamentarier Prof. Schücking uns Pros. Eickhoff ersarnen. Außerdem waren anw'lcnd Ab- «srdneW der Schweiz, Holland und der drei, skandinavischen Vmatem m - , Desprechungt verliefen «vier Leitung deS Lords Weardale befnrdigend, i daß dieser Versuch einer W l e d trank nüpfuugde Bezieh ungenals geglückt angesehen werden dort, süßer mit mehr iormalen Vcchandlungen deschastigte. üch die Kaferenz namentlich mit der Stellung der Umon zum B o l k e r u n d. Sie briaht den lehteren. verlangt aber dre Zulassung ater Natron e n. Es wurde feiner der Gedanke erörtert, di JntervarlamemarÜche Union selber neben den jetzigen Völkerbund tcr Rcg'eumgcrr als Anfang eines Welt- P a r l a m en t S zu /ellen. wozu tre lich die Ausgestaltung der Union auf erweitertes Grundlagenotig wäre. Zur 'Beschlußfassung. hierüber wudr aus den'S ommer!92l) eine a l l g emerneTagun der finion in Stockholm angcscht, mr. welche der Rat uw dessen geschästssührmder Ausschuß m der LwrschenzeU Vorbereujngen zu treffen haben» Ein polnisch^ Staatsblirgerschaftsgesetz. Die Regierung wt im Landtag einen Gelcvrntwmf über d»e polnische Staatsbürgerschaft erngebracht. Artikel l des Ent- »nrseS bestimmt unter, anderemWer die Zuständigkeit einer Gemeinde besitzt^ die auf dem Telritvlium der e h e m a l i g e n o ff er r e r ch i s ch - uu g a r i s ch e n Monarchie lag und jetzt m den voliMen Staat einberogen ,st. ist vo^nischcr Staatsbürger. Nach Ärirtl U können Personen volmkcher Nanönalttat, die Bürger ander« Staaten sind, als voln'sctie Staats» bürger anerkrunt werden wenn sie nach ch rer Rückkehr nach Polen den Beweis h r e r polnischen Abstammung erbringen und unter Verzicht aus die sremde Staatsbürgerschaft erkläret daß sie die polnische Staatsbürgerfchaft erwerben wollen. ' . . Die Verstaatttchuugdes englischen Vergbanes. . Wie dem „Allgenieen Handelöblad" aus London gemeldet Krd. geht' der von Ll o y d G e o r g e der Fordmmg der Bergarbeiter nach Verstaatlichung der Bergwerk e gegenübel gestellte Vorschlag der Regierung dahin, alle Schuldrechte Mns-Noyslüiss) zu erwerben, um die Kohlenlager zu verstaatlichen und von der dafür beralilten Koylptnsalion einen Teil zur Hebung der LebrnSmittelhaltung der Bergarbe ter »«.verwenden. Ferner schlägt die Regierung vor, den Bergarbeitern durch Vertretung in. den Bezltts'rätr« und Brgbauwmmtssionrn daS Recht der Mitrdtscheidnna zü geben. In den Brlgbaukomwlssionen würden sie eine entscheidende Stimme in allen die GesundheitsverbällNtsie und die Sicher Heu in den Bergwerken betreffenden Fragen haben. In den BezirkSräten winden sie im allen Fragen Mitzuentscheiden haben. . Die i «i f S* schreibt, dre Weigerung deS PremiermmisterS, die Vorschläge der Bergarbeiter ohne weiteres anzu- «ehmen, werde schon jetzt als eine HecauSfordemng der Berg« arbeiterNaffe bezeichnet. Der sozialistische .Daily Herold" schreibt: Im industriellen Leben Englands werde nicht «her Rühe mrrscken. als bis die Verstaatlichung Tatsache und die Nation Vestyrrin der Hauptbetriebe, von denen sie lebt, geworden sei. * »»EM»»», genfurparalyse. Die der .vorwärts" erzählt, hat sich die ungamische Reaktion zur Vorbereitung ihrer Aktien in Deutschösterreich chiffrierter Telegramme bedient. Sie MeimMaltsM MM Die Enlente VeMngL für LlUgarrr LWe Koalitions- Friedrich SLrvhmaim des Erzherzog Josef. P s r i S, 16. Oktober. Der Oberste Rat der ALiierten hat heute eine Sitzung abFehalten» die sich znm großen Teil mit den ungeklärten Verhaltniffen in Ungarn LefchäftigLe. Sir George E l e r k» der aus Rumänien znrÜÄgekehrt ist, soll mit einer neuen Mission in Budapest betraut werden. Der Oberste Rat wartet seinen Bericht Über die politischen Zustande in An gärn Nb. , * Nach einer Mitteilung des „Temps" will der Oberste Rat ans keinen Fall etwas mit dem alten Parlamente zu schaffen haben und besteht dgrauf, daß eine Regierung, in der all« Parteien vertreten feien, insbesondere auch die S o z i allsten und die G r n p p e L o v a s z y, sogleich Neuwahlen durchführe. Friedrich gelte «nt a l s eit» S 1 r o h m a n n d e s E r z h e r z o g s A o f e f. Di« ttngarifchen Republikaner für die republikanische Staatsform» Eine Eingabe an die Entente« Budapest, .16. Oktober. Wir die sozialdemoki'atffche .'Volksstimme" meldet, .Hai dre republikanische Partei in Ueber» einst mmung mit der sozialdemokratischen Patter an di« Buda" pester Vertreter dir Entente eine Eingabe gerichtet, worin die Alliierten ersucht werden, dahinzuwirken, daß rn Ungarn die republikanische S t a a t S f o r m, zu der die arbeitenden Millionen des Landes treu halten, flir„ die Zukunft au'rechlerhallen werde. Die monarchistische B^wegnn^ fit Ungarn. Budapest, 16. Oktober. (Privat.) Die in den letzten Wochen sehr - lebhaft gewordene monarchistische Agitation in Ungarn umfaßt tatsächlich fast sämtliche bürgerlichen Parteien Nur die kleine republikanische Partei geht in dieser Frage mit den Sozialdenrokraten zusammen^ Die Monarchisten hoffen, daß die Wahlen zur Konstituante ihnen die . Mehrheit bringen werden. . Allerdings sind drei monarchistische Fraktionen vorhanden, zwischen denen noch keine Einigkeit besteht. Eine Gruppe, pie der Leg itimisten, wünscht die Krönung des Kronprinzen Otto unter der Regentschaft des Erzherzogs Josef, eine zweite Gruppe, die der Gentry, setzt sich für die Kandikatur des Erzherzogs Josef se.bst ein. Daneben besteht eine dritte Partei, welche den Herzog von Teck, .einem württembergischen Adeligen, . zum König vorschlägt. Dieser Herzog hatim Krieg seinen deutschen Namen'abgelegt und nennt sich Marquis Ado lf von Cambridge. Seine Frau ist eine Tochter des Herzogs v>on Westminster. Außerdem wird von einigen Adeligen noch Prinz Khrill von Bulgarien und der Prinz von Genua präsentiert. Die RnmSnen gegen Frlebrfch. Budapest, 16. Oktober. (Privat.) Der Gegensatz zwischen den Entente miss io n e n i n B. u d a p e st und der rumänischen Vertretung nimmt immer schärfere Dimensionen an. Vorgestern wollten die Rumänen den Ministerpräsidenten Friedrich verhaften, weil dieser bei einer vertraulichen Besprechung» dw im Palais Czernin stattfand, untsK. Hinweis auf die Tätigkeit des Grafen Michael Karo ly i in Prag die Aeußerungonachle: „Wehe dem, der mit dem Feinde paktierU" Der ehemalige StaatssekretärAladar Balla sowie der Pressechef Ministerialrat Szallactz wurden in Haft genommen und ins Hotel »Hungaria" gebracht, wo sie zwei Tag« unter starker Bedeckung weilten. Der englische General Bandholz befahl jedoch den Rrtmänen die Freslassung der Inhaftierten, was gestern . bereits e*» folgte. , Im Mlnisterpräsidium erschien eine rumänische Militärpatrouille» die den Kabinettschef Friedrich suchte, ihn jedoch nicht antraf. Auf die Nachricht, baß die Rumänen gegen den Ministerpräsidenten' Vorgehen wollen, ordnet« der englische General Band holz an. daß das MinisterialgMud« von einem Detachement ständig bewacht, werbe,, welches aus amerikanischen Soldaten unter Befehl eines schottischen Leutnants besteht. Dieses Detachement hat den Befehl, den Rumänen den Eintritt ins Ministerpräsidium zn verweigern. . Maßregelung von Budapester Universitäts- Professoren. Budapest, 16. Oktober. (Privat.'! Nnterrichtsmin'ster Karl HuSzar hat die Prokefforen der Budavester Ümversilät Karl K m e 11\Garl HadrcS und Paul A n g y e l vom Lehramte suspendiert, da ste unter dem Regime Karo l h i an den Vorarbeiten für R e i o r in der Universitäten teilgenommen hatten. Proirffor K m e t t p wird noch mm Vorwürs gemacht, daß er an der Ausarbeitung der B e r» ialsung der Räterepublik lebhaften Anteil genommen bat. Garbei nach Bukarest verschleppt. Budapest, 16. Oktober. lPrivat.) Der gewesene Präsidem der Rä eregierung in Ungarn. Alexander G a r b e r, der bisher >m Hotel ^Hungaria*, dem früheren Svwiclhaus, mterütert war, ist samt seiner Famrlre von den Rumäne» nach Bukarest gebracht worden. durch harntlose gedeckt wurden, Zensur zum Beispiel durch Parilyfe. Wie sindig unseren. Behörden sind, geht daraus hervor, daß die zur Verhiitderung von Valuta'chiebungen usw. eingesetzte Zensur nicht gemerkt hat. daß es sich um chiffrierte Telegramme handelte — und sie durchließ. Man telegraphierte in einem Falle etwa: „Andrassh bittet sofort durch Kurier je zwei Millionen nach Jugoslawien und Wien senden; Karolyt will -nicht mehr warten, da sonst Mißerfolg der Aktion zu gewärtigen. Ist beunruhigt, weil. Berichte aus England ausgeblieben, befürchtet, daß von Zensur zurückgehalten^, und dtückte das so aus: „Gabriel bittet schön durch Nota je zwei Damen an Vater und Bubi zu senden. Grelel will nicht länger liegen, da sonst Rheumatismus des Briefes zu gewärtigen.' Ist. beunruhigt, weil Zwilling« vonMuttsr ausgeblieben, fürchtet, daß' von Paralyse zurückgehalten." Telegramme. Dle ungünstige finanzielle Lage Englands. Rotterdam, 16. Oktober. Wie die „Times" meldet, verursacht die Finanzlage Englands immer größere Sorgen. Lloyd George werde morgen in Sheffield darüber sprechen. " ' . Die Statistik der Ausgaben und der Einnahmen in der vorigen Woche wird von der „Times" als äußerst beunruhigend bezeichnet. Die Ausgaben betragen 26,967.313, die Einnahmen 16,196.179 Pfund. DaS Blatt forhert die Errichtung eines staatlichen Ausschusses von unparteiischen Sachverständigen,, der innvrhalb einer festgesetzten Zeit Über die Finanzlage des' Landes Bericht zu erstattet hätte. Die Dölkerbundversammlung. London, 16. Oktober. (Funkspruch.) Der britische Völkerbundrat beschäftigte sich gestern mit der Frage des Vorsitzes in b«r gründenden Bölkerbundversammlung. Präsident Wilson hatte den Vorsitz führen wollen» weshalb auch Washington als Ort der gründenden Versammlung ausersehen worden war. Da nun wegen der Krankheit de- Präsidenten vermutlich Vizepräsident Mars hall den Vorsitz führen, möglicherweise Marshall auch zur Präsidentschaft berufen sein wird, ehe noch die erste Sitzung stattfindet, wurde angeregt» daß Lloyd George als einer der drei brMchen Wertrater nach WaLhingto» ftefe. Die Engländer verlange« die Räumung von Riga. Parks, 16. Oktober. (Funkspruch.) Ans Hesitngfors wird gemeldet, daß der Kommandierende der britischen Seestreitkräften dem Obersten Bermondt ei« Ultimatum gestellt habe, bis Mittwoch mittags Riga zu räumen. Statt der Aufforderung zu entsprechen^ hätten die Truppen die Beschießung der Stadt begonnen. Oberst Betmondt habe abermals der lettische« Regierung einen Waffenstillstand angeboten, der abgelehnt worden sei, Die lettische Regierung befinde siM in Walk und beabsichtige, nach Reval zu g-ehen. Der Vorstoß gegen Elemeneeau. Paris, 16. Oktober. Gestern hat in der Kammer die erwartete große Debatte über die Reihenfolge der bevorstehenden Wahlen stattgefunden, wobei es zu dem angekündiglen Rededuell Briand-Elemenceau, der die Vertrauensfrage stellte» kam. Die Tribünen waren sv besetzt, wie es nur bei ganz besonderen Anlässen ders Fall ist. Während der Rede ClemenceauS waren 350 Deputierte im Saale anwesend, was nach der Meinung! der Pariser Blätter einen Rekord bedeutet. Die AbjUmtnuit» ergab 324 Stimmen für C l e'm e n c e a u und 132 Stimmen gege« ihn. Die Kammerwahlen werden also am 16. und 30. November stattfinden.. Die neue Kammer wird am 8. Dezember züsammentrete«. Den Abschluß der ganzen Wahlperiode wird die Wahl des Präsidenten bilden, die zwischen dem 17. Jänner und 3. Februar 1930 vorgenommen werden wird. * Wilson. Paris, 16. Oktober. lFunffpnich.) Aus Washington wird gcmckdkk, daß der Präsident die Nacht gut verbracht und mit Avvcta gefrühstückt habe. Die Befferung halte an. Die @t5tunßtit,. btt in der letzten Nacht dm Präsidenten am Schlafe verhMdert hätte», säen nicht wieder ausgettett». Die Fiumauer Frage. Paris, j6. Oktober. (Tel-Komp.) Es verlautet, daß es in der Ftumesrage zu einem ernsten M e i n u » g s st r e 11 i n drrkönlglichenFamilieirrRvrngekommen ist. Der Herzog von A o st a wird Italien höchstwahrscheinlich verlaßen und nach Belgien gehen. Amsterdam» 16. Oktober. DaS Reiitersche Bnrra« mtfow aatz Rom vom 15. d. daß Tntoni der FriedenSkouserem^ rtnea nemtlichm Vorschlag übermittelt habe» wonach em wr hängiger Staat Fiume» der auch Jona und AdclSberg ugf soll«, unter dem Schutze des Völkerbundes gebildet xov Der Nattonalrat von Ftume Sott dielen Dla» auUuD^ /