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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-17 · Heft 267 (17.10.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 267 (17.10.1919)
Date
1919-10-17
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 41 j- 0$l»aS»aamSgm3mBS&++ Mön, FreitaF i 17. Oktober 1919 87 > Demission der türkischen Regierung. ~ Bukarest, 16. Oktober. (Tel.-Komp.) Die Agentur Daria meldet aus K o n ft a n 1 i n « P el: Die ottomanische Regierung hat wegen der immer starker werdenden nationalen Beivegung in Anatolien ihre Demission angelst n d i g,t. Die nationalen Truppen haben fast daS ganze östliche Anatolien besetzt. '? . Der Streik in Berlin. Berlin» 16. Oktober. (Privat.) Der Streik der H ei z er rnd Maschinisten dauert fort. Einige Blätter konnten n i ch erscheinen, etliche sind in geringerer Auflage eischicym, Die Streikleitung erklärten einem Aufruf daß fick der Ausstand nicht gegen die Bevölkerung richte und daß .Spitäler, Gas-und Wasserwerke nicht von ihm berührt «erden sollen. Auch der Streikin den städtische» A e m t e r n hält an. N Pi^err bekommt einen Teil der Bukowina. )cn ^Polnischen Stimmen^ wird a'us Warschau tele- «rapblert: Der Warschauer Korrespondent' deS ^Kmtier Codziennp". meldet, daß der Oberste Rat nicht bloß ganz Ost» gallzien Polen zuerkennm. werde, sondern auch einen Landstrersen imNordoften der Bukowina. Diese Anerkennung erjolgt im Einvernehmen mit der rumänischen Nriedensdrlegation zum Zwecke der Sicherung der Eisenbahn nach Zaleszczyki. Kramarsch'Reise nach Rußland. ' Prag, 16. Oktober. (Privat.) In einem Artikel über dir 5fi»iervrntion in Rußland verrät „Narodni Lisiy" die Ziele, die Dr. K r a m a r s ch angeblich bei seiner Politik eines aktiven Eingreifens in Rußland im Auge hat. Er verfolgt dabei — so schreibt sie — die gleichen Gedanken, wie die Regierungen der Lierverbandsstaaten. daß endlich die Regie»ung in Rußland in ^ie Hand des gesamten Volkes gelange, gleichzeitig aber auch d« .ständige Gefahr eines Bündnisses.Rußlands mitDentsckland beseitigt weide. Ein solcher Bund, winde vor allem Deutschland für die Nieder läge, envfchädrgen. oder, wie dre französische Presie' schreibt, den Krieg für Deutschland siegreich entscheiden.- In Böhmen.sei dir Frage der Intervention rme Frage der Parteiagitauvn und als Schlagwort aufgeworfen worden, sich nicht, in die inneren BerbäktNisie Rußlands einzumengen. Dir würden taub sein, schließt „Narodm Listyihre Erwägungen, wenn wir behaupten wollten, daß der Bürgerkrieg in Rußland nur eine Pnvatsache der Rüsten lei. Er ist heute das ernsteste Problem der Weltpolitik und eme Lebensfrage für uns. Me Slomakensrage. Pr-etzkurg» 16. Oktal»«. (Privat.) Die slowakische ^Narodni Noviny" veroffemlicht einen beruhigenden Artikel g?grn die alarmierenden Nachrichten über die Slowakei. Trotz d»c Mängel und Fehler des heutigen Regimes drohe der Republik kerne ernste Gefahr. Wegen dieser noch..so schmerzlichen Erscheinungen werde sich die Slowakei nicht von der Republik lostr e n n e n. Die Slowakei rst sich dessen bewußt, daß sie lediglich im Verbände der Tschrcho-Slowakei ihre Sprache, ihre nationale Individualität bewahren könne und daß ihr lediglich in diesem Verbände die schönste. Zukunft blühe. Die slowakische Nation werde 'n chts aus der Republik herauslocken, sie stehe treu bei ihr und werde sich niemals von ihr lossagen. Ein Teil des tschechischen Beamtentums (beschwert sich zum Schlüsse das Blatt) trestr durch sein taktloses B e - n e h m e n dm nicht volksbewußten Teil deS slowakischen Volkes in die Arme der B d p a r a 1 i st e n u n d M a g y a r o n e», daS Blatt meint jedoch, daß diese Erscheinungen bloß vorübergehende seien und in kurzer Zeit verschwinden müssen. Masarytz über Prag. Prag, 16. Oktober. (Privat.) Bei einem Besuch im Prager Rathaus sagte Präsident M a s a r d t in Eiwideiung auf die Begrüßungsansprache des Bürgermeisters Dr. Baxa: So wie unser,Siäat, so muß auch Prag eme intensive, wahrhaft kulturelle Politik treiben. Der t s ch e ch i s ch e C h a r a f 111 Prags und der Republik muß eine s i t t l i ch e, das ist w a h r h a f t menschliche Grundlage baden. Ich stimme Ihnen der, Herr Bürgermeister, daß wir Arbeitsamkeit, Redlichkeit. Partei losigkert brauchen, daß wrr Achtung vpr dem Gesetze, Sinn für Ordnung und insbesondere Pflichtbewußtseiubranchen. Sie haben, Herr Bürgermeister, die sozialen Aufgaben und Pflichten betont. Sicherlich stehen diese Aufgaben und Pflichten heute im Vorderkrrnnde. Durch die blutigen Folgen dieses schrecklichen Kiieges sind Europa und die Menschheit genugsam belehrt, wie wert es H a b- «ier, Herrs chsucht und Chauvinismus gebracht Haben. Älle-Natibnen. nicht bloß die geschlagene«, sondern auch d i e S i e g e r, wüsten -zu sich kommen, müssen d i c bisher i g e E i f e r s u ch t ü b e r « i n d e n, damit wir rm.S alle schöpferischer Politik widmen -können, welche den Frieden und die wurschastliche iuid kulturelle Gegenseitigkeit sichern. Sie haben die Aufgabe, aus Prag eine W e l t st a d t und d a s Zentrum aller Stationen unseres Staates zu machen- Es lebe, blühe und wachse Groß-Prag. daß r d e a! - 1 s ch e ch i sch tr e n- TepublikanischeGrvß-Prng. daS wirklich dem« Malische Groß-Prag! (veisakl.) Die Regelrmg dev Arheitsverhältsifse in btt Tschecho-SlowaKei. Prag, 16, Oktober. %iic>«rger■'JDr. Winter hat Gesetzentwurf zur Regelung des Arbeitsverbältnisses legt, Ler einen bedeutsamen Schritt zur Sozialisierung Jba*fteIIt_ Der KoNektivvertrag, den das österreichische Gesetz pgm^toixb auf eine gesetzliche Basis «stellt/ Ferner werben Lohnlommifslönen gebildet, bi« aus drei Vertretern der Arbeitgrber und drei Vertreter« der-Arbeitnehmer bestehen und insn großen Wirkungskreis 'haben. . Auch in Streitfällen oben sie das Entscheidungsrecht.^ Unternehmer, die eine ptttt verfügen, ohne eine Entscheidung dieser Kommissionen nbzuwarten oder diese Entscheidung nicht respektieren und Arbeiter, die daS Gleiche tun, werden.strenge bestraft. Betriebe mit mindestens .20 Arbeitern wählen 'Betriebsräte, die unter anderem auch den Anteil der ^Arbeiter am Reingewinn zu bestimmen Haben, der aber mindestenein Viertel des Reingewinnes betragen muß. Preßburg — Bratttla»«. Prag, 1Ü. Oktober.- (Privat.) Wie „Rar. P»i " meldet hat -Mmmer Dr.Srobarin einer Verordnung die Benennung „Bratislava* als vnübersetzbar erklärt. Damit wmdrn die Äinmnl „Preßburg" und »Pozsony" verschwinden. Die Rache der Agrarier. Prag, 16. Oktober. (Privat.) „Rar. Llsty" meldet, daß %ä& a 1 lgeuie.ineKrankeuhauS. tn Prag kein Tlen'ch habe. Schuld daran sei die tschechische landwirr s ch a s t l i ch e G es e l l s ch a f t, welche die F l e i sich- •Ii tf ct ung für das Spital verloren habe und darum daß % i 11) l e irt i n g e n t, daS für die, Einkaufs- und BeikaufsgEi'-nschait der tschechischen Wnschhßver und Selcher in jbcinnmit ist, der die Lieferung vergeben-wurde, cibsichtlich m Llilcstr. (Privat,) Minister für soziale der NattsNalversammlung einen vorg«- Teilweise Anfhebuna des Standrechtes in BSHmen. Prag, 16. Oktober. (Privat.) Minister Klofatsch hat daS im Juni d. I. verhängte S t a n d r e ch t in Böhmen ad 28. Oktober aufgehoben. Im Gebiete deS Bezirksgerichtes M 8 ch r i s ch - O st<a u, Ostschlesien und in der S l o w a k e i bleibt der AuSnahmSzustand aufrecht. Eine Kundgebung der deutschen Sozialdemokratie in der Tschecho-Slowakei. Prag, 16. Oktober. (Tschecho-slow. Preßhur.) Der Vollzugsausschuß der deusichen soualdemokratischen Partei hielt gemeinsam mit der Gewerkschaftskommission eine Beratung über die politische und wirtschaftliche Lage der deutschen Arbeiterschaft in der Ischtchosilvwalischm Republik ab. Nachdem Seliger das Referat erstattet hatte, wurde eine Entschließung angenommen, worin die deutsche Arbeiterschaft den Kampf für die Durchsetzung einer wirklichen Volksvertretung und anderer Forderungen a n k 6 n d i a t. In allen deutschen Bezirksstädten der tschecho-slowakischen Republik werden am 26. d. M. Mastenverlammlungen der deutschen Arbeiterschaft mit einer darauf bezüglichen Tagesordnung abgehaltcn werden. Antisemitische Hetze iu Oberschlefien. Berlin, 16 Ottober. (Privat.) In einigen obei schlesischen Bezirken ist das S t a n d r e ch t verhängt worden. Behördlichen Meldungen zufolge verbreiten Offiziere der Regierungstruppen Mter der Bevölkerung des Industriegebietes antisemitische Aufrufe. (Was sagt Noske dazu? Die Red.) Selbstmord des rumänischen Stadtkommandanten von Budapest. Budapest, 16. Oktober^ (Privat.) Der rumänische Stadtkomckandant von Budapest, General H o l b a n, hat in Hermannstadt einen Selbstmord vessibt. Holban, der kürzlich fernes Amtes enlhoben wurde, befand sich auf der Reise nach Bukarest. Das Motiv der Tat ist nicht genau bekannt; es soll in der Unzufriedenheit seiner vorgeietzienBehörden mit seiner Büdapester Amtsführung zu suchen sein. Kleine Nachrichten. Moskau» 15. Oktober. (Tel.-Komp.) ^K i e w wurde heute von den Roten Truppen besetzt. Haag» 16. Oktober. .Nieuwe Courant" meldet ans Ottawa, daß das kanadische Parlament deq Friedcnsverlrag mit O e st e r r e r ch genehmigt hat. Bern» 15. Oktober. Eme Depesche auS Fiume meldet, daß d'Annunzio schwer erkrankt sei. Er werde sich zu ärztlicher Behandlung nach Rom begeben müssen. Tagesbericht. Die Verpflegung in den jüdischen Kinderausspeisungen. Wir erhalten die folgende Zuschrift: . In einer Kritik der Maßnahmen deS American Joint Distribution . Committee, die in einer Wiener Zeitschrift erschien, kritisiert der Derfasser auch Zustände in den rituellen Kinderausspeisungen der amerikanischen Kinder^hilfsaktion, die den tatsächliche« Verhältnissen nicht entsprechen. Um keine irrigen Ansichten über Zweck und Einrichtung' dieser Küchen aufkommen zu lassen, ersuchen wir um folgend« Klarstellung: Die rituellen Kinderausspeisungen unterscheiden sich von den christlichen Ausspeisungen der amerikanischen Kinderhilfsaktio« nur dadurch, daß statt Schtveinefett Oel verwendet wird. Sonst ist die Zubereitung der Speisen und die Größe der Portionen in sämtlichen- Kinderküchen, die rituellen inbegriffen, die gleiche. Die Mahlzeit,tst 'nur als Zubuße zur häuslichen Verpflegung gedacht und von Professor Pirquet, einem hervorragenden Fachmann auf dem Gebiete der Kinderernährung, , mit 10 Hektonem bemessen. Dies entspricht einem Nährwert von einem Liter Vollmilch. Fleisch wird se^t Monaten auch in den christlichen Ausfpeisungen nicht verwendet. Die Behauptung, daß den armen Kindern bloßer Reis ohne jede Zulage als Mahlzeit verabfolgt / wird, ist vollkommen unwahr. Blößer Reis wird in unseren Küchen niemals gekocht, sondern stets Milchreis, und zwar kommen auf einen Kilogramm Reis zirka zwei Dosen Kondensmilch, außerdem Fett und Zucker. Alls Zulage wird immer Milchkakao oder ü0 Gramm Weißbrot verabfolgt. Eine Mahlzeit von 1Ö Hektonem reicht für ein Kind bis zum 14. Lebensjahr vollkommen aus. Die Erfahrung hat gezeigt, baß pe in den. meisten Fällen eher zu groß als zu klein ist. Wünscht einmal ein Kind eine größere Portion, so braucht er biss bloß beider Speisenabgabestelle zu sagen und .erhält sie ohneweiters. Klagen über kleine Portionen sind bis heute der Leitung nicht bekannt geworden. Borgenommene Gewichtsmessungen nach den ersten sieben Wochen ergaben bei einigen hundert 5dindern erhebliche Gewichtszunahmen, bei vielen bis zu vier Kilogramm. Die Ausspeisungen stehen unter ständiger Kontrolle der amerikanischen KinderhilfSaktion, unter Aufsicht von Aerzten des Komitees und unter ständiger) Aufsicht deS Gefertigten.,Die-Nahrungsmengen jeder Mahlzeit und die GewichtSmengen der dazu verwendeten Materialien sind in ein^m aufliegenden, jedermann z^püberzeugen, ob ihm die vorgeschrtebene Portion auch Tafel ersichtlich. Jedes Schulkind kann sich somit selbst überzeugen, ob ihm die vorge'chriebene Partion auch ausgefolgt wird. — Der Beitrag pro Mahlzeit beträgt nifat K, 1.80, sondevn bloß 30 Heller. Kinder, welche die TraMbahtr benützen müssen, gibt es verschwindend wenige. Die Ausspeisung in der Dorgartenstraße hat hast nur Kinder aus dem *B»öi**. Hir. heu 20. Bezirk ist eine Ausspeisung in der Denisjse 33 vorhanden i'nd für den 2. und 9. Bezirk wird Laufe dieses Monats pinc dritte Ausspeisung in der i auerkaserne errichtet. In einem zweiten Artikel bejammert einzderer 5kritiker die armen Kinder, die vor lauter H vor den vielen gestrengen Schutzmännern fast Hetzen. Dieser Herr scheint manches doppelt oder ihrfach' zu sehen. Tatsächlich gibt es nur einen jüdischeStadtschutzmann, welcher nicht in den Speiseräun, sön- ,dern vor dem Eingang im Garten Dienst tutM das weitere Verwüsten des Gartens zu berhindc. Der Ordnungsdienst wurde bisher von jungen L-iIen. der orthodoxen Jugendgruppe besorgt, in den Speiäumen selbst toerden die Kinder neben den Schwefm von Damen, welche freiwillig Dienst tun, beavfsilmt.Daß die Angst vor dem Schutzmann bei den Mndn nicht übermäßig groß ist, konnte sich der ^hreii^ dieser Zeilen oft zu seinem Aerger überzeuge^ j Das Anstellenist bei einer, deratig^nMassenausspeisung leider nicht zu bermeidenj Die drdnuttg( ist jedoch eine derartige, daß kein K"d mhr als 20 Minuten öeim Mittagessen zubringi^Der Erschlag, den Kindern in gleichen Gefäßen an ien Ächen zn servieren, ist schon aus hygienischen Sünden nicht zu empfehlen. | | / Für die Kinderausspeisungsektia' des American! Joint Distribution Committee: Jag.öußmann. Rettung für die jüdischen Kvgsgefangenev in Rutzlanv. Das Schicksal unserer sibirische und russischen Kriegsgefangenen ist besiegelt. Wirßelber haben sie geopfert. Von einer Regierung, die fh unter täglichen Krämpfen windet, von der Entente Pr "nichts zu erwarten. Dennoch haben wir gehofft,pd geglaubt. Nun ist es zu spät. Ein Teil aber ist vseicht noch zu erretten, wenn wir hier im Lande, rs sie im Stiche! gelassen, Menschen finden. Wieder ist es das gleiche, das us blind und ver-' gessen macht: das Geld, Niemand wi^um diesen Preis menschlich sein, für eine Sache, die icht die seine ist, Geld »opfern"., ' ■, Die Verzweiflung her Tausendehgattt in unseren Ohren, hämmert in unseren Herzen.! Juden, Jüdinnen! Bei Euch lich die letzte Hoffnung. der Glaube. Lasset Eure Broer, Söhne und lkinder nicht draußen im Elend verscken! Was andere nicht wollen od^ können — wir werden es. Sammelt und gebet Ed. Wartet ^nicht! . ES sollen jüdische Delegiertenach Amerika gesendet werden und unsere Brüder /ort durch Vorträge und Versammlungen über die Cufen und da? Elend - unserer Kriegsgefangenen aufilär^r und durch Geld-.' sammlungen die Heimreise, vor aber ihr Leben. über den Winterzu sichern.! Für die jüdische Aktion zur shttung russischer und sibirischer Kriegsgefangener: F.ieft Durst-Korner (Spenden nimmt die RÄaktvn ^i.'nseres Blattes. entgegen.) __ l „Wie fie s trekbq,." Das Wiener Antisemitenblatt ^Neue Front" ettt- - hielt am 9. Oktober folgende Noti^ Wie sie's treibe«. Einer V^öffe'ntlichung des - Wiener Kreditorenvereines, dem nan alles andere eher als antisemitische Tendenzen zuschreiven darf, ist folgende lehrreiche Bemerkung zu entnehmen:. Fast alle Konkurse in Oesterreich werden von den ■ Juden gemacht oder — wie es jit Fachkreiselt heißt ' -- arrangiert. Zahlreiche Juden'werden durch systematisches Konkursmachen , rasch und mühelos reich'. Man verschleppt und verschleudert auf Kredit bezogene Warenmassen,, man überschreibt schlauerweise^ Verwandte, an gute Gläubiger nach Insein Vermögen an. die Frau, m „Geschäftsfreunde", denen drtz. solvenzerklärung des Firmainhgbers gesetzlich nichts anhaben können und was dergleichen Mitkelchen sind. Ein jüdisches Geschäftshaus in Böhmen hat zum Beispiel binnen Kurzer Zeit vierzehninal Zahlungseinstellungen „arrangiert", wobei immer bas Geschäft von einem Familienmitglied aus das andere übcrwälzt wurde, r- Jetzt wird wohl jeder den fröhlichen Ausspuch begreifen: „Noch zwa Konkurs und i bin a Millionär!" Der Kreditorenverein in Wien, an den ivir uns um Auskunft wandten, senbHt uns folgendes Schreiben: Im Besitze Ihres Geehrten betreffend die unter der Marke „Wie sie's treiben," in Nr. 7 der „Neuen Front" vom 9. Oktober enthaltenen Nachricht teilen wir Ihnen höflich.mit, daß diese Notiz nicht von nnS herrühr-t und.bemerken zur Charakteristik der Quelle^ baß unseres Wissens ein »Mienec Kreditorenverein" gar nicht existiert. — Wie sie's treiben! Die Kohlenkrife. , Schlechte Ginlaufe. — Erhöhung der Kohle«preist i Der Meterzentner K 03.— ohne ZusteLung. Nach den Erklärungen detschechischen Mintstrrpräsidenleu Tusar einem Vertreter deS „Matin" gegenüber ist eine st ärkere Kohl»nbelieferüng Wiens unmöglich, da die' Tschechen das Haufttg>-tvicht auf die Abwicklrrng der Zucker kampa gne lessrn. Unter diesen Umsi<i»dcn müssen wir damit EÜULv... öaL... s

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