Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 265 (15.10.1919)
- Date
- 1919-10-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite,4 Wien, Mittwoch 15. Oktober 1919 TeLegramMe beirre Ned« ist. Vielfach gehtzn bi« Ardetterräte eigenwLchtig vor vrch führen Anrtshanbümgen mit Vorliebe jttftef it durch. G f- Am 13. September wurde von dru Arlwltsrrüten in Rinem .Magazin der S^edirionSsirma Partsi cuie Revision Mrgenommen und hierbei unter anderem fünf Kisten Zichorie - $nb zwei Kisten Schokolade beschlassnahmi. Ara 16. Peptember!ivnrd-2 diese Ware tu verschiedenen Geschäftslokalen -des 6. Bezirkes, Laruttwr auch im G e m i f ch t w a re niKeschäft de§ Urbeitevrate§ Paul Jonnetti, Bezirk, DacherMatz 11, verkauft. <JIüt 19. September wurden vom ArSeiterrat S Ladlau CLn'e Gemüse beschlagnahmt und sofort an das -msammenjj tzuseudö MarlLpublilirm verlaust. Angeblich als Ents ch ä d i g n tt g für die Bemühung nahmen die Arbeiterräte seinig« Säcke tzrdäpfel und Gurken mit sich.!Dia Arbrüerrkie von Stadlau. zeichmn sich durch besonders großes Mißtrauen gegen alle Behörden aus.. Wiederholt? ^werden Sendnngen trotz DorlregenI einwandfreier Durchünb ÄuZ fuhrbew illi ssunzerr «ungehalten. Bahnbeamte dieses BahnchofeZ Lußerten wiederholt,-baß, wenn es so weiter geht, ider Fnachtenvsrkehr ÄberhaLpt nicht ans recht- -zu er.halte.« .fe l... . . .. . ., .; ü . Irl Simmering ging .der Arbeiterrat wiederholt, .arzi 'geblich um dem Schleichhandel entgegenzubeeten, in Wirklichkeit nur in der Absicht einer möglichst reiWcherr, MtLn; «nd billigen eigenen Versorgung vor. Vielfach «nterließ eZ der Urbei^rrat, nachdem er in den Besitz ^konfiszierter Ware gekommen war,- die Anzeige gegen; die iKettruhZndler und Preistreiber, von welchen er die Ware chatte, Z«. erstatten. Ja, es kam sogar vor, baß Waren -von Betrieben' des Bezirkes, die Hand in Hand mit.dm. Arbeitrrräten Vorgehen, w.i e d r r d e m Kettenhandel, zu geführt wurde::. In einem Fall verhalf die Lebens-, -mittelstclle Saurerwerke, die von den Arbeiterraten geleitet und kontrolliert wird, unbefugten Zwischenhändlern zum Bezüge eines Waggons Bohnen auf den Mmon der Saurer- Iverke. . . .. v:v Der Bericht des Polizeipräsidiums, der auch an das. StaatZamt. für Inneres und Unterricht, an die Staats kanzlet. und das Staatsamt siir VolVernährung ^3^ugen ist, schließt mit fylgender Konklusion: Die Polizeidirektion kann Mied HnrweiS auf die angeführten Uebergr;sie der ArbeiterrLle nicht umhin zu erklären, daß, wenn diesen Eigenmächtigkeiten nicht Einhalt geboten wird, der v o l l st LndigeZusam menbruch der Verwaltung u n v e r m e i d l L ch ist, daß dieses, rechts- und gesetzwidrige Vorgehen dir Autorität der Behörden erschüttert und Liner vvlligenAnarchie die Wege ebnet. Der Bericht der PolizeidirekLiorr über die ArberLerrLte.? Di« Korrespondenz Wilhelm meldet: Die „Reichspost* hat in Ne. 387 vom 14. d. M. unter der. Uebersckrift „Arbeiterräte und Wirtschaftsanarchie — em amtliches Dokument" die Behauptung ausgestellt, der Landeshauptmann S e v e r habe einen amtlichen Bericht der Wiener Polizeidirektion statt ihn den: Landes rate zu übermitteln, dem Arbeiterraie übergeben. Diese Behauptung beruht aus einer teils miß«? verständlichen, teils lückenhaften , Wiedergabe des wahren Sachverhaltes. Richtig ist, daß von der zuständigen Amtsabteilung, das ist dem Landeswirtschaftsamte, auf den Bericht, welcher lediglich eine Zusammenfassung mehrerer dem Amtebereits früher vörgelrgter Berichte der Polizeidirektion enthält, der Vermerk «Dient zur Kenntnis, rinlegen" gesetzt und daß die Erledigung, vom Landeshauptmann genehmigt worden ist. Dagegen ist die auf dem Akte ersichtlich gemachte sogenannte Einsichtsbnnerkung in der »Reichsyost" ungenau wiedergegeben worden. Sie lautet: Dem Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrate zur Einsicht und trug den Sichtvermerk der im Gebäude' der Landesregierung amtierenden Delegierten der LandeswirrschaftZkommüsion Bauernrat und Bürgermeister Josef R e i t H e r und Soldatenrat Paul Linke. Indem die „Reichspost" bei der Anführung dieskZ Sichtvermerkes das B (Bauernrat), sowie die Unterschriften wegließ. bat sie den Eindruck erweckt, als fei ein amtliches Dokument dem Arbeiterrcrte übergeben worden. . . , Dem LandeSwirtschastsamte mrd. wie bekannt, v on der Landes» Wirtschaftskommission drei ständige Delegierte beipegeben. welche den Kreisen der Arbeiter-, Bauern» imd Sold.atenrate mtnommen sind. Die genannten Delegierten stellen die Vertreter der produzierenden und konsumierenden Bevvlkemnq im Landeswirtschastsamte dar und nehmen an allen jenen Besprechungen teil, die die Interessen des konsumierenden und produzierenden Publikums berühren. , ^Daß der Bericht durch einen Bertrauensmißbranch der „Reichspost" m die Hunde gespielt worden ist, ist gewiß bedauerlich. vermag aber, an der Tatsache nichts zu ändern, daß das nunmehr erwähnte Dienststück keiner außerhalb der Landesregierung stehenden Organisation üderlaffen, sondern' nur den hierzu berufenen Organen zur Einsicht zugewieseu wurde«' Der Antisemitismus in Deutschland. Beschlüsse der Veutschnationaleu Bolllspartei. Berlin, 14. Oktober. (Tck.°Komp.) Auf der gestriges Tagung der deutschnationalen Bottspartei, welche vornehmlich di« völkische Frage zum Gegenstand der Erörterungen hatte, wurden mehrere scharfe gegen dieJvben gerichtete Entschließungen angenommen. Es wurde ausdrücklich betont, daß die deutschnationale Bolkspartei jeden »»deutschen Geist bekämpfe mdsich besondersgegen dieVor'herrschastdeS Judentums wende, welche nach Meinung der Partei seit der Revolution in Regierung und Oefferrtlichkeit immer verhängnisvoller hervortrete. Der Hanplvorstand der Partei drückt der LcmdeSverfammlung ru ihrem Borgchen g e g e u d i e U e b e r° jl ch w emmun s mit ostjüdischen Elementen seine Zustimmung auS vud «suchte sie, auchweiterhin nach Kräften auf ein Verbot der jüdischen Einto andernug hinxmoirken. j; (Die Beschlüsse gegen den „undeutschea Geist" sind charaktnistisch für de« deutsche« Geist, der.- jetzt wieder oben" auf ist «ud gerade jetzt im Baltikum den Beweis erbringt,: wie - berechtigt d5s Mchtcauen der ganzen Kulturwett gegen Deutschland vor, m u v, b k a ch dem Kriege war. — Tie pkci>.) ueÄSBwrrrrsL' Die AsbeiLsKonfekenz.. . WashmFLsn, 14. Oktober. (Funkspruch.) Der Sekretär der Arbeltekonserenz, W i! s o n, hat verlautbart: Der ArLeitssekretär wird entsprechend dem Aufrufe die Konferenz am 29. O k L o b e r eröffnen. Sollte hintzeyen der Friedensverttag bis 29. d. M. n i ch t in Wirksamkeit getreten und keine beglaubigten Vertreter des Völkerbundes ’ anwesend sein, tvird die Regierung der Vereinigten Staaten die Konferenz solange verschieben, bis eine genügende Anzahl von Vertretern des Völkerbundes anwesend sein wird. Fremdenfei«dkchr Veftrsbungen in Amerika. Haag, 14. Oktober. (Tel.-Komv.s Hollandsch NieuwSbureau meldet aus New-Nork: Senator W a l s h hat eine Gesetzesvorlage eingebracht, welche bestimmt, daß jeder Fremde, der nicht innerhalb vier Jahren Englisch erlernt hat, aus den Dereinlpten Staaten culternt werden., soll. Dieser Vorschlag ist aus der Erwägung heraus «»standen, daß, nie durch die Statistik feftgcfteM wurde, alle Streikenden -und die Mehrzahl der SireiMhrer Ausländer sind, die nicht englisch sprechen und keinerlei Kenntnis der. amerikanischen Gesetze und Gebräuche haben. Drese ausländischen Streikenden, wovon sich 75 Prozent der Ausständigen rekrutieren, verlangen höhere Löhne, während der geboren« Amerikaner mit seiner gegenwärtigen Bezahlung znfrieden istr . Dle militürrsche Lsgs in Rrrtzland. ' Hacrg, 14. Oktober. (Tel.-Komp.) Dn Korrespondent mehrerer holländischer Blätter berichtet aus Riga vom 18. Oktober Über die Lage in Rußland: Nach hartnäckigen, drei Tage andauernden Kämpfen ist es den Deutschen nicht gelungen, Riga einzunehmen« Sie verlangten emm Waffenstillstand, doch ist Über Ihr Ansuchen noch kehre Entscheidung gefallen. Von der nordwestrussischen Front berichtet der Korrespondent, daß die Heere dort nicht genug Munition, Kleidung, technische Hilfsmittel, Nahrung und Geld haben. Was die weißen Truppen unter den jetzigen Umständen leisten, wäre für alle anderen Soldaten der Well unmöglich. Sie kämpfen immer geam einen drei- und vierfach überlegenen Feind. Wäre der Geist des BollckewikenheereS nicht sehr schlecht, so wäre das lleine russische Nordwestheer bereits längst durch die Ucbermacht vernichtet. Die Roten Truppen sind keineswegs kommunistisch gesinnt, die Mehrzahl wird nur durch schwere Strafen im Zaume gehalten. Bmichnend für die Lage des Weißen Heeres ist der Umstand, daß die ans. England geschickten Schuhe nur als ArrSzeichnung für heldenmütiges Verhalten im Kampfe verteilt werden. Die Linie, die das weiße Heer ernnimmt, läuft einige Meilen östlich um den Paipus-See und ist ungeiähr 70 Kilometer lang; zusammen mit der Ausdehnung im Süden ist die ganze Front 150 Kilometer lang. Wenn das weihe Heer eine Schlappe erlitte, wäre «ne Katastrophe unausbleiblrch, denn eS besteht keine Möglichkeit, 'über d«r Paipus-See hinwegzukommen. Der einzige Verbindungsweg ist die Narwa-Linie. Der Krieg im Frieden. Das deutsche Bombardement auf Riga. . London, i4.Oktober. (Tel.-Komp.) ^Dailh Chronikle" meldet über die Verteidigung von R i g a. daß in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag das Feuer eröffnet wurde. Zunächst wurde ein Angriff auf die Veiteidigungswerke der Stadt unternommen. Die Bewaffnnng der verteidigenden Truppen ist sehr schlecht. Artillerie und Maschinengewehre fehlen fast ganz und die Infanterie ist mit 17 verschiedenen Modelle« von Gewehren bewaffnet. Die Deutschen waren zahlenmäßig überlegen und gut ausgerüstet. See verfügten über Artillerie und drängten den l i n k e n F l ü g e l der Letten zurück. G e g e n Mitter- «acht war Riga gefallen. Einige gute Schützen mit etwas Kavallerie leisteten noch Widerstand, mußren 'sich aber schließlich auch zurückziehm. Die Stadt wurde den ganzen Tag über bombardiert. Die Lage im BaMkr-M. Helstngfors^ 14. Oktober. (Korr.-Bur.) Nach hier vorliegenden Nachrichten ist die. Lage an der Düna unverändert. Heftiges Artilleriefeuer auf beiden Seiten. Riga ist ln Blockadezustand erklärt worden. Bermondt hat der lettischen Regierung neue Vorschläge gemacht, die jedoch abgewiesen wurden. Die estnische Regierung beschloß die Unterstützung Lettlands zunächst mit einer Devision, wogegen .Lettland Walk an Estland überläßt Die Nordwestarmee hat einen allgemeinen Angriff in der Richtung Pleskau und Gatschina eingeleitet. Pleskau wird beschossen. Die Engländer haben drei deutsche Fahrzeuge im Finnischen Meerbusen beschlagnahmt; sie sind nach Riga gebracht worden. Barbnffe gegen die AnterstRtznng der russischen Neaktion. Versailles, 13. Oktober. (Korr.-Bur.) Henry Barbusse veröffentlicht in der „Humanitv" einen stammenden Aufruf „Nous accusons", worin er die bürgerlichen Regierungen der Entente anklagt, Zausten wie Koltschak und Denikin zu unterstützen und den deutschen Soldaten diö Waffen zu belassen, damit sie sich zu Helfershelfern der Reaktion in Rußland machen. Das Volk müsse endlich wissen, gegen wen es marschieren soll und es müsse begreifen, daß, wenn es die Reaktion in Rußland stärke, es gegen sich selbst arbeite. Die Kapitalflucht der Ex-Majestäte«. . Bern,^14. Oktober. (Prio? Die ^Berner Tagwachtmeldet, daß es.der ehemaligen Kronpr>n^isin Gikiite gelungen?et, etwa 20 MrÜionr» Mark in Sich erber: ’u l'vuwi. Auch Ex-Ka'eser .Karl soll ein «ach vielen Mitl:r>r:.-u zäht.-nde'? .£K:r!U nach da Schwch ackracht M«»_ Nr. 365 .■ Die BsrgLnge in Kiew. Kamenetz-Podolsk» H. Oktober. (Radio.') Der Ukrainische Preffedienst meldet: Die Verhältnisse in St i t w find fast m-e,> träglickj geworden. Die Nnffen benehmm sich sehr anmaßend mrd vrovokatorisch. Wer auf in Straße ukrainisch spt-icht, wird ange-' Haltemund durchsucht. Sämtliche ukraiiufche Pr,ester wurden perhaftet. Verhaftrchgen von ükramllchen Patrioten sind ön der Tages« ' orvunug. Alle Institutionen sind gesperrt. .Nachts wrrd am den Straßen hervmgeschoffen, was bei der Bevölkerung Schrecken und. Benmrrwg hervorruft. Raub und Tobschlag sind eme mglrche / Erjchemmia. So kann bn§ Leben m Kiew auf Leinen vall zu > normalen Berhällniffen zurückkehren. Der zweite Miinchner Geiselmordprozeß. München, 14. Oktober.. Im zweiten Geiselmord:.rcizeß verurterlte das Volksgericht den Hilfsarbeiter .fammer*’ ft e i tt t wegen Verbrechens des Mordes zum Tode -mrd. weiteren Angeklagten,, den Kellner D e b u s, dcu Taglöhner Gre.iner mrd den rufstchen Studenten Strelenkn wegen Beihilfe zum Morde zu je 15 Jahren Juchthmrs. Gerrexal Goltz zurückgetreten. Berlin, 14. Oktober. (Tel.-Komp.) Drr „Dri-tsche j zeitung* meldet: Wie verlautet, hat der frühere Fiibcer des sechsten Reservekorps, General von der Goltz, im Hinblick auf die letzten Entmtenotrn um feinen Abschied gebeten. General von der Goltz begründete sein Abschiedsgesuch damit, daß er allen willkürlichen Maßnahmen der Entente jede Grurrdlage nehmen wolle, die durch den Haß gegen seine Person und feine perjönüche Stellung veranlaßt sein könnte. Die Berliner Streiks. Berlin, 14. Oktober. Heute um W Uhr mittags sind sämtliche Hilfskräfte des Berliner M a g i ft r a t s in einer Stärke von 15.VM Personen in den Streik getreten. In Betracht kommen hmlpisächlich die Bureaus für Kohlen- und Brotversvrgung, die Fettstelle» für Mllch und. Butter, die Fleischstelle und die Sparkaffennedenftellen..Die Hilfskräfte bestehen auf ihren Fordemngen, die in dem Verlangen einer Monatszulage von 200 bis 250 Mark gipfeln. Dis Forderungen, mit denen sich der Magistrat heute in. einer ' außerordentlichen Sitzung beschäftigt, winden, einen Gesamtbetrag von'45 Millionen Mark erfordernd Berlin» 14. Oktober. Die Lage im Metallarbeiterstreik ist im allgemeinen unverändert. Berlin, 14. Ottober. ^Korr.-Bur.) Nach einer Mitteilung des Magistrates wurde an fämrlicke HrlsSkräfte die Äulfordenm^ gerichter. dre Arbeü bis spLteftens Donnerstag, 8 Uhr früh, wieder auszunehmen, widrigenfalls sie sich als entlasten zu betrachten > hätten. Der Magistrat stl gewillt, Mt allen zur Verfügung^ stehenden Mitteln den Betrieb in den Bureaus, insbesondere^ m - den lebenswichtigen Verwaltungsstellen, aulrechtzuerhalten mrd sieh : daber auch nicht durch Androhung von Sabotage gegen amlliches Material zurückschrecken zu lasten. Der Magistrat werde sich erforderlichenfalls m einem Aufrufe an die gesanue Bevölkerurrg um Hille werden. Für den Schutz der Arbettswrlligm werde Sorge getragen werden. Sin monarchistischer Putfchpla« in Budapests Budapest, 14. Oktober. (Privat.^ Wie Ihr Korrespondent erfährt, sollen demnächst die Verhandlungen zwischen dem ifrfceaji» schon Ministerpräsidenten Tufar und den ungarifchcir Sozialisten ausgenommen werden. Tular hat das Verlangen nach einer Amnestie für die kommunistisch exponiert' gewefmen Elemente, in bet Slowakei abgelehnt. Angesichts vieler Tatsachen scheinen - monarchisiischelleberraschungen in Budapest bevorzustehen. Der Abzug der Rumänen aüS der Hauptstadt hat sich bisher bauplsächlich dadurch verzögert, daß beim Abmarsch der ' ersten Kolonnen aus Budapest sogleich ein Plan der- M o u a r ch l ft e n auftauchte» die Bordereitungm für eine HabSburgerreftauration zu treffen, welcher die Unterstützung der Regierung fand. Es stand' bereits fest, das H o r t h y mit semen Plattenteeformütione» feierlichst einzreben sollte, vor allem dee Ofner Burg und die Ministerien besetzen und die Monarchie ausrufen sollte. Ministerpräsident Friedrich ließ Plakate Mchienm, in welchm er die Bevölkerung aufforderte, die »Helden aus Transdanubien" begeifteit zu empfangen. Zugleich sollte da spalte Parlament w'eder einberufen werden. Fünf Tage darnach sollte der Exkaiser Karl in der Ofner Burg einziehen. D;e Rumänen erfuhren aber dm Plan recht heilig. Dmmandi reifte sofort nach Wren und verhandelte mrt dem französischen Gesandten A l l i z 6, der Sofort die Einstellung des rumänischen Abzuges aus Budapest verfügte. Es ist nachgewieicn, daß EpKaiser Karl Friedrich 100 Millionen Kronen für Prvvagandazwecke zur Verfügung gestellt hat. Wenn die Rumän-m jetzt abzicherr, ko ist ein M o n a r ch i st e n p u t s ch der Habsburger unter Friedrichs ' Protektorat zu gewätttgen. > Die Rumänen wollen Budapest nicht veclaxfen» London, 14. Oktober. (Privat.) Georges Clark, drr, Ententevertreter in Bukarest, meldet, daß die Rumänen nicht daran denken,' ^Budapest zu verlassen und sich auf die DemarkationSllyie zurückzuziehen. Sie hoffen vielmehr, durch ihren Widerstands die Zustimmung i zur Besetzung Beßarabiens und eines Teiles des Banates zu erzwingen. D'Annunzio gibt nicht nach. Aotterdam» 14.Ottober. lPrivat.) In der..Chicago Tribüne* erklärt d'Ännunzio. daß er nicht nachgeben werde, weil er ioisfe, daß wegen Fmme kein neuer Streit begonnen werden wird. Masarylr über KöniggrLtz. - Prag, 14. Oktober. (Privat.) Präsident M a s a r y k ist Samstag in Begleitung des Ministers Dr. Benes ch, des Ministers des Innern Svehlades Kanzlers Dr. Schamal, des Generalrnspektors Machar, des Obersten Husak, des Sekretärs im Ministerium des Aeußern Johann Mafaryk und des Sekretärs der Kabinettskanzlei Dr. Pvpelka in Koniggrätz eingetroffen. Auf eine Ansprache im ' Museümsaale erwiderte der Präsident unter anderem: .^Auf diesem Kampsplatze hier haben die Preußen , zum erstenmal O efterreich zerschlagen, Wir haben nur oollerrdesi was die Preußen besonnen