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Wiener Morgenzeitung · 1919-10-08 · Heft 258 (8.10.1919) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 258 (8.10.1919)
Date
1919-10-08
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Wien, Mittwoch /fc. Oktober 191$ '*x:m Wir nach Genuß. Der Geisterfürst »Lcnt und sendet einen drohenden Boten. Wirft die Kaiserin nicht binnen dreien Tagen den Schatten, so wird der Kaffer zu Stein. Voll Liebe und Opfermut macht sich die Kaiserin auf he« Weg ins Menschenland, um, was sie nicht selbst erfüllen kan«, von den Maschen um mqgische Schätze zu kaufen. Ihre Amme geleitet sie als zauberkunhtgeZ Wesen. Bei «neue Färberpaar treten sie ein. Das junge Weib soll ihren Schatten verkaufen um Befriedigung aller Lüste, aber gegen Verzicht ans die Mutterfreuden. Zauberhafte Erscheinungen, das Traumbild eines schönen Jünglings, werden ihr vortzegaukelt, bis sich ihr Sinn verwirrt. Si» schreit ihrem Mann ins Gesicht, daß sie ihm die eheliche Treue uuidigl, datz sie ihr Mutterglück verlaust um den Preis ihres Schattens. ausslackernden Herdlicht steht sie ohne Schatten da, als sie das Wort gesprochen hat. Da erkennt - der Mann ihre Verderbtheit und will ihr ans Leben. Ueber all dem stürzt die Szene zusammen, das färberpaar versinkt, Kaiserin und Nmme entführt der Fluß, beide Paare werden zur Rechenschaft vor das Geisiergericht gerufen. Hier harrt dev Kaiserin die schwerste Prüfung. In «einen Tempel saal wierd sie geleitet, den die schattenhaften Gestalten des unglücklichen Färbernaares irrend uurschweben.' Er liebt sie bereuend, sie empfindet erst jetzt enprdrpnd die Liebe des ManneS. Vor der Kaiserin taucht das Bild deS Gemahls auf, zu Stein erstarrend, nur die Augen Wen «och und flehen. Stimmen rufen ihr zu, den erkauften Schattest tat sich zu nehmen, um den Kaiser zu rette«. Da ertönen wieder die Klagerufe der Paaves, deren Glück sie damit zerstören würde. Sie denkt air die treue Liebe des Färbers und beschließt zu. entsagen. Mit dieser Entscheidung überwindet zie sich selbst und besuchet ihre neugelernte Ehrfurcht vor dem Menschentum. Der Sieg est errungen, sie ist wahrhaft Mensch geworden, ein scharfer Schatten Mt von ihr auf dem Lempelboden. Der Verfeinerte schvettet ihr entgegen, die getrennten Baare vereinigen sich und der Chor der U»goborenen schließt bas Stück, seine Nilgegenwart andeutendr Vater, dir drohet nichts. Siehe, es schwindet schon Mutter, das ängstliche, ~ .. Das euch beirrte! > Wäre denn je eia Fest, Wären nicht insgeheim Wir die Geladenen, Wir auch die Wrtr? Deut allmächtigen Liebestrieb also ist diese Dicheung geweiht, aber nicht in seiner Auswirkung als animalische Lust, sondern im höheren, bewußte» Sinn des ZeügenS und Werdens. So ruft auch der Wächter im Stucke als Mahnruf für die Nacht: Ihr Gatten, die ihr liebend euch in. Armen liegt, Ihr seid die Brücke, Äüerm Abgrund ausgespamtt, Auf der die Toten wiederum ins Lebe» geh'.». Hier mag, wer will, einen Punkt finden, wo diese zeitlose- Operndichtung für unsere Zeit beziehungsreich wirb. Ader praktische Lehren der Eugenetik und der Wissenschaft vo» der Population zu verbreiten, liegt dem phantasievolleu Spiele fern. Es ist anregend genug, um ein*m Musiker vom Range- Strauß' zu höchster Entfaltung aller schöpferischen Kräfte GrlrgenÄeit zu bieten. Die Ausführung wird sichren, mit welchem Gelingen er die lockende Aufgäbe gelöst hat. Dr. Kvnrad Märil. AuS den Theatern. Im Burgtheater gelangt rnorgen Donnerstag Fritz Uuruhs Tragödie »Ein Geschlecht" zur Aufführung. gr. d. Nnfang .7. Im Schönbrunner Schlo ßtheater Jindet beute Mittwoch den 8. d. M. die erste. Aufführung, von „Eandlda", ein Mysterium in drei Akten von Bürnard Shaw, deutsch von Siegfried Trebttsch, statt. Die Besetzung der Rollen ist folgende: Morell, Paulsen; Carrdida, Wohlgemuth; Bürgest, forest; Mill, Schott; Proserpina, Albach-Netty: Marchbanis, Thimig. Die Regie führt Herr Paulserv, die dekorativ- Ausstattung hat MsstattUngsvvrstaud Karl Alexander Wille, Anfang 8 Uhr. Morgen Donnerstag wird „Mirandolina" und „Die Heirat wider Willen" gespielt. Beginn 0 Uhr. Im Operntheater gelangt morgen „Cavaleria austicana" und „Der Bajazzo" zur Ausführung. Begum halb!7. Uhr. Oskar Fronz, btt Direktor des Bürgertheaters, begeht am 11. d. M. sei» vierzigjähriges Bühnenjubiläum. Direktor Franz ist Präsident des Pensions- Institutes für die Bühnen- und Orchesteraugehörigeu Oesterreichs, Vizepräsident und Ehrenmitglied des Theaterdires-' lvrenverbanbes und Ehrenmitglied des Musil Verbandes. Anläßlich feines Jubiläums bringt er als Mitglieder der Novität ,Lasard" als neuen Mann den Wiener Opernkapellmeister Leopoll» Reich wein. Diese Neuheit geht am Samstag den 11. d. M. erstmalig in Szene. Bormittags findet um halb 11 Uhr auf der Bühne des Bürgertheaters die Jubiläumsfeier mit szenischem Prolog statt. Studenten, die bereit sind, gegen Vergütung bei der Aufführung des ^Ritualrnvrd in Ungarn" mitzNWirkeh, wollen sich vormittags in der Direktion der Neue» Wiener Bühne, Wasagasse, einfinden. Des Münchener, Kommnnisteasührers Toller Drama „Wmrdümg" machte, wie aus Berlin gemeldet wird, bei der Uraufführung in der „Sttibiltie" starttu Eindruck. I» teilweise ergreifenden Bildern wird, dettchtm Berliner, Blätter, daä »Werden eines Menschen" geschildert, oem die Krirgsgreuel zum brennrudert Erlcbniffe.werden. Hetvvrgegangen attS jüdischem Hause, meldet freiwilliger. Die. fallenen ins Feld .lazarrtt lernt er! _ _ >6r daS Erlebnis der Revolution. Dieser zweite Teil ist von Toller künstlerisch nicht so zwingend gestaltet worden wie die Dision des Krieges. Der Dresdner Shiridhoriiker Jean Louis N i c o b 6 ijt iit Laugebrück an Blutvergiftung gestorben. Er hals durch seine groß angelegte», vom neuen Ge.st belebten symphonischen Werke zur Entwicklung der modernen Musik BedruiendeS beiartragcn. Nicodä ist 66 Jahre alt geworden. Er erhielt seine erste A>t-8bilduvg m der Berliner Hochschule für Musik, verlegte dann seinen Wohnsitz nach Dresden, wo er als Lehrer am KometvatotiNin und alS Leiter der Philharmonischen Konzerte wirkte, unter seuten Werken sind die sympbonifcken Dichtungen „Maria Strräft", )ie Jagd «ach dem Glück" »nd ^Gloria r« nemeu. jtomftierffrieit« (Zam ersten Male „F t m t « u", eiu pfychopachisches Lustspiel in drei Aufzügen von C. P. van R o s s e m «nd I. F. S o e 8 m a n, deutsch von Else Olten. Und d a S wurde noch inS Deutsche übertragen, für diese ouS- Atrötai iwMde Inmmheit wurde« x%t$$$t des Deutsche» BolkstheaknS bemüht? Wirklich ßrgerlich, die Pshchv-Analhfe so öde «nd geistlos .travestiert" z» sehen. Dieser Nervenarzt ist ja ei» GebirgStrottel Md diese junge hübsche Witwe verdient eS, ihn schließlich zu kriegen. Einzig amüsant an diesem Abend, dckß man Herrn Everth und Herrn Homma im Schattenriß disputieren sah. Der SchaltenkÜastler, der sich jüngst im Apollotheater produzierte, lütte waS zulernen können. Hans H o m m a, der sich als ckneidiger alter Herr sa«vS atSnlmmt, Franz Everth als 'tunipssinniger Nervenarzt mit einem Erdäpfelgrstcht und Margarethe Köckeritz als iunge Wittsrau, die sich mittels Psycho-Analyse )eu Psychopathen einfangt (wie witzig!) standen auf verlorenem Posten. Gleichwohl ging das Publikum mit Md schien sich sogar zu unterhalte». Die Nichtigkeit wurde von Friedrich s o s e n t h a l als Spielleiter mit Behagen in die Länge gezogen. A, Jung jüdischer Abend. Sonntag den 12. Oktober findet im Saale des Ingenieur- und Archttektenveremes, I.» Eschenbach» Me 9, ein jungjüd,scher Abend statt, der vom ndischen Wanderbünd „Blau-Weiß" veranstaltet wird. Zürn Loptrage gelaugen unter änderet« jüdische Wanderlieder nw Laute. Äsungen von Herrn Gyitla Fisch. Herr Otto Schick wird jüdische Dichtungen rezitieren. Beginn 7*6 Ahr abends. Versammln*- der Pensionisten deS Operutheaters. Wir erhalte« folgende Wtteilmtg: »Die Pensionisten des Operntheaters werden.eingrladm. sich Samstag den 11. d. M., vormittags um 10 Uhr, im MttsikverrinSgrbäude, 1., Giselastraße 12, zu einer Besprechung i» Prnsionsangelegenyeiten bestimMt-eitifinden zu wollen." v Matzstab^'. Unter diesem Titel , erscheinen in Men „Blätter zur ökritik der Wieuer Theaterkunst", herauSgegeben von!3ro S ch i d r o w r tz. deren erste Nummer vorliegt. Sir enthält Beiträge von Herbert E u l e n b e r g. Egon F r i ed el l, Auto» K u h, Lev S ch i d r o w i tz und Jacques U l l m a n «. Die neue Aeitscht ist wird, richtig grlntet, eme empfindliche Lücke im Wiener Kunstlebrn anSsüllrn. Ihre Gründung ist zu begrüßen. ' Kritik des Zionismus. Der erste Band der „Kritik des onismB" von, Heinrich MargulieS' „Volk und . emeinschafl" erscheint in den nächsten Tagen.. Er stillt den ersten Bettuch dar. das gau.te jiidlsche Problem zusammmsassend einem emheitstchen philoiophtschen Leitgedanken unterzuordnen und es in straMer Anordnung gründlich theoretrsch und kritisch darzusielle». Preis gehestet ll 14.40, gebunden ll 19.20. Vorbestellungen sind zu nchte« an N. Löw'u, Verlag, l., Fleischmarkt 1. Sport. Wochenprogramm des Sportklubs Wien. Mittwoch den 8. d. M. Sitzung im Unistanhrs, daß di.e ft' KlulblsLtung. Klubheim. Schwtmmsektivn. Infolge des __.. .... Hallen des DiauabadeS gesperrt werben und auch die fteimn Bader nicht tmstanbe'stud, ihre Schwimuchalltu offen zu halten, wird drr Äcttüb biS aus weiteres eingestellt. Mitglieder, bet Herttnsektion köuuen aut SamStvg ab 6 Uhr abends mt Aahnien bcS aflafmcittCn Schwimmens «st stödlischen Bade (XVIl., Ioraerstmße. 42)..chÄMie«ch Köder es - wMMber ,am ..MiMttstäg oeft st. d.M. um"k Mr ahtrids tM «lWeiM staitWeudtN Voll« vecsüwmiunst-bekauntgksebkn werden^ EtscherUen aller MitglieLir der Sektion unbedingt notwendig. Leichtatl)lvttks<eNtlonDas Training findet, jeden Dirnslüg und Dounerbtag nachmittags sowie Sonntag vorntittags auf dem Hakoahplatze Natt. Nin tzseKtion: Träinig jeden Mittwoch ab 7-8 W abends im Kludheun. , TeN*iSs6ktt,n r DaS Training findet statt: jtden^Montag von 4 bis 6 Uhr ngchM'tlaaS, Dttuswtz von 1 bis 9 Uhr vormittags und von 4 bis 6 uhr «achmlttägs, Donnerstag und Freitag don 4 btS 6 Uhr nüchmittstzS. . HdckrhfeStlnk r FMig nachckittaaS Dkaming auf dem Hakoabplatz. Sonntag daselbst MeisttrschaslStPitt gegen W. A. E. Spielbeglmt l}«d und '10 Uhr. Futzvnllsektto*: maunschastt u«b Wiener Svortst st Ur sprelen UttiisS M MstiNta. Voranzeige: DienStas. Mittwoch (Jungttag Meisierschaltssoiel Men Sonntug in Wien. Training Donmtstag. Sonntag MetitertMaltütotel ge ieldegmn 7,1 und 7«s Uhr. ftm iiNd KädiNta. V o ran z ei g e: Am den ist« fc« spielt die tzakoah, Graz _ hatte Sonntag spielte gegen br« na> Die Hockeyttsonschast de» . einen sehr schönen Erfolg austLwelsen. Sw .. B e r e r n für B i w e g ü N g 8 s tz i e t t (früher Vienna, i: 1 unentschieden und gewann dadurch einen wertvollen Punkt t» der Meisterschaft. Für die Hakoah war Kars erfolgreich. Aus« gezeichnet waren Kaüiwann. Steiner, AM unb c. mimt. — Die Übrigen Wettspiele ztttigten folgende Resultate: Wiener Hockey klub-Lehrer Sp. V. 4:y, W. A. C.-Katholische Loch schüler 6:0. De» Wiener SportLlnL spielte Samstag und Sonntag in Kapfenberg und siegte gegen den dortigen SPortklüb 1&: 1 mtd 18 i 0. Weniger ersolgretch war die Wien» .H e r t h a, die an den beiden Lage» gegm dm D. F. C. Prag 5:1 nnb 3: st nntnlag. Enattsche FrtsibaAt»»tne» in Deutschlnnb. Der englische tzustballverbrrnd hat aus eine Anfrage offiziell erklärt, daß U nichts dagegen eknzuwenden habe» wenn englische Berufsspieler so wie vor dem Kriege wieder Dramrrposten in Deutschland mmehmen. Ättf Grund vteker Etklärmia hat bereits der bekannte' eheMllgtz Svttler Townten die Reffe nach München angetnten, wo er vor Fahrest mit Ersölg tätig gewesen ist De» vestohle^e Kutz-««va»-imd. Bon dm Tätern, die attk Sonntag-.nachmittags über ll 70.000.— im Fußtzallvetbande geraubt hab<«, fehlt bw jetzt rede Spur. Soviel steht fest, daß es sich nur lim ortskundige Elemente handelst kann. Der Fußballverband rst durch den gwörn Verlust itz eine sehr mifiliche Lage gerüten. so daß er. nach außerordentlichen EtnnahmSgstellen lipttchan Hallen man. Votiansig hat er für dm 12« November, ab 12 Uhr Smelverbot 'erlasscu, um eine eigene« Veranstaltung — HSchstwahrschkinltch et« Gievmer-Tomnitt zur Austragung zu bringen. Eins hervorragende Leistung. Bei den amttikanWm LMcttbleiikmeisterschüsttn sttgtt bet Athlet Fvß «ttt eiurm Sprung« vö« s tvieter -8 Zentimeter. - Di«, „etwachmve« Angarn", die dev ungarische . ballverbarid inS Tram einstellen mußte, versagten vollkommen Die jüdischen Spieler waeeß» diesmal sehr in per Mtnemtfit — Feldmann, Kertesz und NrmeS — ivorauf auch dir Niederlage zurnckchsiihreu ist. Mit Svieltrn wie die Kvnrads, Braun. Vago >'w. Mte die Maum'chait sicherlich wicdec »n,geschlagen dm vcrlasirn. - Gerichtssaal. Naubmord arr einem Schleichh^ttdler. Elir gräßlicher Mord beschäftigte gestern das' Schwur», gerlcht unter dem Borsitze des LandesgerichtsrateS Twtto«. Bizifte. Angeklagt war der landwirtschaftliche Hilfsarbeitenj Georg Schäfer aus Wolfstal, der am 16. März d. den 18jährigen Schuhmachergehilfen Auto« Rahner dwrM!s»iebe mit einer Hacke emnordet und seiner Barschaft iM' Betrage von 1000 Kronen beraubt hat. Die Anklage, dir auf meuchLerifchen Raubmord lautet» Ührt a»S: Der 18jährige Anto« Rohner war bis 22. Februar d. I. als' Gehllfe beim Schuhmachermeisisk^ Franz Haidinger in Wolfstal tätig und gab darm. seirv^ Stellung - auf, weil er ün Schleichhandel sich mehw. Geld verdienen wollte. Rohner fand bei dem Wirtschaft^; hesitzer Franz Schäfer in WolfStal Unterkunft und bewöhuM mit Hessen 18jährsgem Sohne Georg Schäfer eine Kammsef«. Am 16. März verließ Rohner um 5 Uhr nwrgens das HauS^ um Mehl itach Wien zu bringe», das er im Schleichhäartnckä absetze» wollte. Schon eine Stunde später erstattete ei»' älterer Bruder des Angeklagten, Florian Schäfer, die Ll»-. zeige, daß Anton Rohner auf einem Feldwege nächst' dem Orte erschlage« liege. Die herbeigerufeuM Aerzte stellten fest, daß Rohner durch neun Wucht Lest Beilhiebe auf den Kopfgetötet worden sei. * Der Verdacht lenkte sich sofort gegen den übel beleutn»^ deien Georg Schäfer, doch stellte dieser jede Schuld schieden in. Abrede und sagte zu den Sicherheitsorganen» alL man ihn zur Leiche Rohners führte, er könne nicht begreifest», , wie man ihm zumute» könne, seinen lieben Schlafe kameraden in so gräßlicher Weise ermordet zu habet»-, Trotz dieser Beteuerung wurde aber festgrpekkt, daß die Kleider des Angeklagten mit Blut befleckt waren»^ daß ev kurz nach der Tat eine Geldnot« wechseln ließ, dis. gleichfalls Blutspuren auswies, und endlich war GchLsiw, dabei beobachtet worden, wie er in der Zelle des Polizebhauses, wohin man ihn gebracht hatte, eine Tauf«»tt-! kro »ennote verstecken wollte. Als ihm das halten wurde, schritt er z« einem XSteßftnfaffte. Schon einige Tage -vor der Tat sei in ihm der Plan gev^si^ Rhöner zu ermorde», um sich in de» Besitz felneA Geldes zu fetzen. In der Nacht zum 16. März beschloß die Tat am nächsten Morgen auszuführen. Als Rohste um 5 Uhr morgens aufstastd, «ur nach Wien zü strZke»,' erhob sich auch Schäfer von seinem Lager, kleidete sich rasch an, holte aus . dem Hof eine Ha ck'e, die er Unter sei»Ws.. Rocke verbarg und lauert« Rohner auf einem tzeldwetzü' auf, der zur Bahnstation. führte. Als Rohner ahnungslöK an ihm vorbeikam, schlich er ihn: einige SchMte noch Uptt führte dan» rücklings mit d« Hacke mehrere Schlck.gstg e gen seinen Kopf. Rohner stürzte, ohne einen Amttii. von sich zu geben, zu Boden «nt» Schäfer schlug auf Rohuev, der mit dem Gesichte nach abwärts lag, n0ch einige mal mit der Hacke los. Danw drehte er den Vownl! um und nahm ihm die Brieftasche aus de« Sacke, bi«: 1000 Kronen Mthielt. Schäfer ging bau» nach Haus«, '«**' er sich, um den Verdacht abzulenken, in da S Bett letztst^ Nach seiner Angabe soll er eingeschläfe» sein. Das Pechöt. Die Anklage vertrat SLaaiNanwalt D'r. NittteM. stviu, als Verteidiger fungiert Dr. Melbinger. West!. Angeklagte ist »in mittelgroßer, kräftiger Bursch« . «Mi harmlosem Aussehen. Präs.« Bekettnüst Sie sich schuldig? —' An gell.; Rei Präs«: Sie habe« in der Untersuchung doch ein v^l Geständnis abgelegt? ^Angekl.: Ich weist noch heilt' was ich 'tan Hab'. Der Angeklagte wurde schuldig befunden nnb» 15 Jahr« schweren Kerkers verurteilt. Die Angst des NennzehniShtckgen vor der Vaterschaft. \ AuS Nied wird verichttt: Bür den GffchwvrUktt HMstH gsfier» der ISjührige Knecht Franz Derttdotfer Mgch Mordversuches an feiner Geliebten Johanna B t ix itlw sie 1 terzu verantworten. Der Bursche destünnte da« MÜdchM das sich von ihm Mutter kühlte» zu wiederhottenmalcn, sie motze nicht verraten» daß er der Bai et deS zu erwarteudät Kindes sei, ein Ansinnen, das sie stets ablehnte. Er deftelltt sie einst in den nahe gelegenen Wald» da er mit ihr zu sprechen habe, welchem Ruse sie.folgte. AlS str sich gerade bückte, zog er rasch den bereit gehaltenen Revolver Uno Nab auf Vas Mädchen, welches seine Bitte um Verheimlichimg der Vaterschaft wiedev adgelehnl hatte, zwei Schüsse ab. Sie stürzte getroffen zusammery konnte sich jedoch wieder erheben und flüchten. Berndorfer sandte ihr noch zwei Schüsie nach, weitere SchÜffe versagten. Die Getroffene sank aus der Flucht wieder znsamcken, BerndorfttMM sich ouf sie und wollte sie mit dem Revolver auf deü Kopf WaM« is bat ihn, ihr nichts mehr zu tun, waS er versprach, «Mm A 4 Nein" woHs de^Angeklagte zu 'fH.s J » h r e u s ch w b vH Kerkers verurteilt wurde. - VevsinsnachrichtStt. V ir Uch a N-d erb and he i «g ek °h d t r tz jü b. g al. M,atnr an t e n. SämtlicheJnstttptiouZLechirbeß an der medizinischen Fakultät die dem Verbände angehöemmöa^ sich im eigenen Jnterrffe heute oder morgen vormittögin vä UniversitÜtSaala, .melde«. De rein' ß » «? k r ä U niIcker Mi U l Lr-M ttt «ls cküker. tzetNigereM uftainnche (galizische^ Realschüler dte am die RcifeprÜsum sprach «»heben wollen sich täglich von 2 bis 4 Uhr nachnmtar ll., Weinttaubengasie 80/21, melden. —^ Konntzig den LS. findet hinket det «m 7-10 vormittags in der Mgarstcheit Csarda, 6., Maiq krt pem ui. Kaffeehanse, d i t außerordentliche « nerakvers ammlun g für die Mitglieder d« ..«... . *•*.Kriegerwliwkn rmtz Leopoldstadt mit tatt. Etnlaß mit für" Mrte mtb-jS

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