Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 253 (2.10.1919)
- Date
- 1919-10-02
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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—MM 4 ÄeKe 4" ' Men, DonnerstaS «V«' *■ ■—....ij,' . . iui. . ."i. .mm .« ui i 2. Oktober ISIS «r* Sh. 253 i.i,.i»..«w»—.„~il Tagesbericht. Es wird fortgehetzt. - Me die Wiener antisemitische Presse zu erzählen' weiß, will die Regierung die .für den 5. Oktober in die Volkshalle embernfene Versamnrümg, die Dr. Urfin ausdrücklich als Vorspiel eineS ^ZahLtages" bezeichnete, nicht gestatten, weil die Volkswehr für den gleichen Termin eine Gegenürndgebung auf den Platz vor der Votivkirche angekündigt hat und die Behörden die beiden Parteien auseinanderhalten tvill. Obzwar wir prinzipiell gegen jede Einschränkung der Versammlungsfreiheit uns aussprechen müssen, finden wir es doch begreiflich, daß die Regierung im jetzigen Augen- : blick, Versammlungen, die eingestanbenermaßen zu schtvsren Ruhestörrurgen den Anstoß geben sollen, nicht Massen will. Möglicherweise handelt sie dabei auch unter dem Druck der Wiener Ententevertreter, denen alles daran liegen muß, Wien nicht zum Schauplatz wüster Szenen werden zu lassen. - Natürlich verdreht die antisemitische Presse sofort den Tatbestand und will es. so darstelle», als ob die Entente auf Geheiß irgendeiner mysteriösen jiidischen Stelle den Abtransport der jüdischen Flüchtlinge untersagen will. Das ist nicht der Fall und arn wenigsten geht eure solche Einflußnahme von seiten der jüdischen Stellen ans. Es handelt sich lediglich ittu den Zeitpnntt, der Entlassung der Flüchtlinge aus der Gasrsrenndschast Wiens. Dieser Zeitpunkt kann nttr ini Einvernehmen der s/'regiernngsstellen nüt beit Betroffenen bestiin-nr werden. Die schanilose Hetze niurmt aber rnzivischen ihren Lauf und zwar, dein Kullurgrad ihrer Ansiister entsprechend,, in einer für Wien geradezu schchid-lchen Form. Arl'den Wänden der BedärsniLaustalten sind die de'.Lunten Juschnfieii durch gedruckte Zettel ersetzt worden, an Len Straßenecken, an den Leitnilgsrnasten der Tramway kleben „dichterische" Anfrechneigen der klobigsten und.. geistlosesten Art. Die Agitation wird mit ansehnlichen Geldmitteln betrieben, die aus irgendeinen: nionarchistischen Schumtzwmkel fließen und auch die Herausgabe ordinärer Hetzblätter ermöglichen, die jeder manu in die Hand gedrückt tverden. Die so erzeugte Stimmung wird noch durch die Bildungen aus den: „befrerm-eten" Ungarn, wo. sich tägliche die schrecklichsten Dinge ereignen und die Juden tatsächlich vvgelsrei geworden sind, verschärft. So ist vor einigen Tagen in der Grenzstation Bauer b run u eine Gruppe jüdischen Reisender von Soldaten auf Befehl des Bahnhoskommandanten Nuß und anderer tapferer Offiziere in der fchaurlosesten Art mißhandelt wor- ’ den. Es scheint kein« Stelle, keine Person zu geben, die. gegen diese Herabwürdiguug des Menschentums etwas cinzuwenden hätte. Und dann wundert man sich, wenn den gesteinigten, erniedrigten, der Willkür jedes dumnren Buten preisgegebünen Juden die Nerven versagen, und sie den Schutz ihrer leiblichen Existenz und ihres Lebens selbst in die Hand nehmen? - Wir warnen errlftlich vor der F o r t s e tz n » g d i eser Agitation, die schließlich zum Untergang des Staates führen muß. . . __ . Alldeutsches KrrlturbUd« Eine Polin unterhält sich au£ der Wiener Straßenbahn mit ihrer Schwiegermntrer in polnischer Sprache. Dies genügt, dem mitfahrenden Reserve-Oberleutnant Aurel Wolfram um über die Verbrecherin eine Flut von Drohungen und Beschimpfungen zir ergießen. „Polnisches Schwein", „Blöde Gasrs", ^Halten Sie das Ntaul, sonst kriegen Sie eine Ohrfeige!" ,Hhr Mann ist ein Trottel." „Hängen Sie sich auf". „Kanaille". Die Sache iommt vors' Gericht und der Vorsitzende fordert den Angeklagten, welcher nicht leugnet, aus wenigstens sein Bedauern über den Vorfall anZzusprechen. Der charaktervolle Nüsenjüugar antloortet: „Ich tann^ keine Erklärung abgeben, weil ich mich damals mit Recht in meinem nationalen Empfinde:! beleidigt gefühlt habe, weit die Frau in der Elektrische!: Polnisch gesprochen hat, trotzdem sie an m e i n e r O ff i z i e r s L a P P e d^ie b entschnationale Kokarde Erblickte!" Der Richter verurteilte den Angeklagten zu, man höre und staune, d-er horrenden Geldstrafe von ganzen 100 Kronen urrd hebt als mildernde Umstände das zynische Geständnis und Aufregung zur krittsclien Zeit hervor. Wie berechtigtdie „Aufregung" war, geht noch daraus hervor, daß ein Zeuge, gleichfalls Deutscher und Offizier, angab, ec habe sich - ge- - toundert, daß die Klägerin mit keinem Worte aus diese unerhörte Beleidigung reagierte, sondern nur mit Tränen in den Augen erwiderte, daß ihr Mann auch Offizier fei, „Hängen Sie sich aus mit Ihren Offizieren! Ihr Mann iS ein Trottel, daß er Sie geheiratet hat, Sie Wfrbe Gans!"- erhielt sie zur Antwort/ Das deutsche Volk, das Volk Goethes und Kants, leidet unsäglich an einer verrohten, in der Kneipe und Kaserne berabgekommenen Jugend. Es muß die Ausschreitungen seiner entarteten Sprösslinge teuer bezahlen. Aber da sind Ratschläge und Vorhalte ziemlich zwecklos, das deutsche Volk selbst muß Abhilfe schaffen/ Wie aber kommt Wien, das arme, liebenswürdige Wie« dazu, von.heilfchreienben Buben vor der gesitteten Welt kompromittiert und ruiniert zu werden? Der Fremden haH war nie Wiener Art. Es ist von den chauvinistischen Provinzhelben, van den Zöglingen Schönerers und WolfS hereingetragen worden. Und wie kommt Wien dazu, unter solchen Richtem: zu leiden? Soll durch solche schmähliche Urteile vor aller Welt dokumentiert werden, daß man in Wen wehrlose Frauen mißhandeln Und andere Nationen anspeien kann und nachher mit einem Trinkgeld, das man der beleidigten Gerechtigkeit * hinwirst, hie Sache erledigt rmo als nationaler Heros die Schranken des Gerichtes verläßt? Wenn der Rechter glaubt, mit.solchen Urteilen der deutschen Nation zu nützen und der polnischen zu schaden, so irrt er. Aus diesen Prozeß ist Polen glänzend! und Alldentschland gedemütigt hervorgegangen. Die Polin hat sich als kultiräerter Mensch, der Deutsche als Barbar erwiesen. . § Keine Auswe?frmg der ansLändrschen Studenten. . Der Jüdische HvchfchuhMsschuß teilt uns mit: lieber Jniervmtwrr unseres zum R?fermren in der Auswimunosangelegenheit, Nechemnasrat NickleS, entsandt m Vertreters, Herrn »V r S w f e I, wurde ihr« folgender ich. ißliche'.- Bescheid als authentische Erledigung m Anpeleattchen der ^iusweffnng der Studenten »« teil: Polizeidirektron Wie». Wien, am 1. Oktober 1919. Z.-G. 7720/3815. Ueber Ihr mündliches Ansuchen wird Ihnen alS Mitglied deSIüdischen H o ch s ch ul auSs ch uf s eS eröffnet, daß dm Studierenden der Hochschulen im Sinne deL Erlasses der niedervsierreichischenLandrsregiernng vom 21. September 1919, Z. VH o 3761/8, der Aufenthalt in Deutschosterreich gestattet ist, ohne daßdiese n m d i e E r t e i l u n g e r » e r b e« s onbcreit A u f e u t h a l t s b e w i l l i g u u g anzufitcften brauchen. Polizeidirektion in Wien. NickleZw. p. Falschmrgett von HermatsdokuMenLerr Lelm Wiener Magistrat. Wie wir erfahren, wurde beim Kou'krrptiousamt des Magistrats im Wiener Rathaus vor einiger Zeü die.Wahruchmung gemacht, daß eine große Zahl von H eimatsd o k u m e n t e n auZgestellt worden war, ohne daß die hierfür uiitigen Auswcispapiere erbracht wurden. Fernerliegen auch zahlreiche d eu t s ch ö st e r r e i ch rf ch e Staatsbürgers ch a f t s e r k! ä r u n g e u vor, die augenscheinlich z urückdatiert sind. In den meisten dieser Fälle bandelte eS sich, wie die Untersuchung ergab, um Flüchtlinge, welche als Ausländer von den erlassenen Ausweisungsbefehlen betroffen worden Walen. Cs wurden nunmehr Erhebungen gepflogen,^ die den Verdacht begangener Mschunpen beftärkien. Der dem inagislratischen Konskriptionsamte ungeteilte Beamte Friedrich Kreuzbe r g e r, gegen den sich der Verdacht rrchtrie, wurde sofort vom Dienste enthoben und im Verlaufe der weiteren Erhebmlgen in Halt g enomm en. Er stellte jedes Berschulden irr Abrede und erklärte, daß er auf Grund von ihm vorgclegtcu Dokumenten rechtmäßige Hrimatscheine und Staatsbürgerschmtserklärungen ausgestellt habe. Nun wurden aber drei weitere Personen namens B o r n st e i n, Meller und Cech als seine Mitschuldigen ausgesvrscht und verhaftet. Sie waren die Bermittler bei diesen Manipulationen und ließen sich von jedem der Dokumentenwerber etwa, tausend Kr o n en bezahlenwelche dann mrtcr die vier Personen verteilt wnrden. Die Heiinätscheine sind auf Originalformularen und mit Originalstainpiglien hergesteflt, die A n t e r s ch r i f t e n darauf,sind gefälscht. Miau wird nmnuebr durch langwierige und schwierige Erhebungen festzustellen versuchen, welche von den im Unilaus besindlicheu HeimaLdokunlerlten gefälscht sind. i» cillen Dri'l-Uaaen. ReL«rrat»ren unter Gciranlie. ftacbbönd^r für alle Sijßcine, ersrklasjlge-) Material. Leop. Kiuzer, Wien, Weßbahnstraße Telehpon 31537. »rr 23. * Das jüdische Opfer der antisemitischen Demonftratisrr. -In unserer' Ausgabe vom 30. September wurde bemerkt, daß Speudm für den, jüdischen Heizer Ignaz F-e l t m a n u, der bei der jüngsten antlsmiitckchel' Demonstration schwer verletzt wurde, direkt an die Klinik Eiselsber-g zu letten sind. In Nicht'.gstellung dieser Notiz bemerken wir, daß Herr Felt» mcinn sich bsreris in b ä lk s l,i ch e r Pflege, befindet und seme Adresse luntet: XX., Bänerlegasse 6/18. Halrosh. Jene Mitglieder vnd Freunde, die am N rujal)'.srage im Klublokal erschienen sind, werden dringendst ersucht. sich hertte unl 5 Ahr nachnrittags iw Caf6 Industriellen zwecks wichtiger Desprechmlg einzusindenä, ' . ' i i RriumlichsteiLett für.' hebräische Sprachkurse. Die Zionistische Semon Brigittenau teilt, miß: . Es werden je cm bis ztvei Zimmer im ll. und XX. Bezirke fiir einige Abende getrauchr. Welcher Jude würde geeignete Näunckichkerten imentgeltlich oder auch gegen Bergiitnng, zur Verfügung stellen? Zuschriften melden erbeten an die, Zionistische Organisation. (Sektion XX), XX,, Karl Metßc-lftraße o.. * Fionifttsche BeziskofekLion Favoriten. Alle selbstbewußten Juden der Bezirke IV., V. und. X. werden ersucht, sich D'Mnerstag den' 2. Oktober um? Uhr abends im Turnsaale des Makkabi X. X., Quelleitstraße ü2 (städtische Schule), einznsinden. Erschcmen unbedingt Pflicht. * Md. Bealgynrnasirrm. Die Arisküllste über die Erledigung der eirlgerttchten Gesuche nrn» Lehrstellen werden von Montag den 6. Oktober an, täglich von 3 bis 4, Uhr, im Sekretariat, 'IX., Wasagasse 2 (Auer), erteilt, woselbst die Beilagen der Gesuche zu beheben sind. f*' Sterttsfcfeeeiäc StöMev von dev Volkswehv als ,,Hamsterer" angehalterr. Zkls Korneubmg bericlitet die „ParlameutAorresponden^: Am Sanrstaa den 27. v. M., gegen 1! Uhr nachts, fuhr Staatssekretär S t o ck l e r in seinem Auto durch Kornenbmg in der Richtung nach Wien. Er wurde von Bslkswelirlculen und von Arbeiterräten angehalten, sein Auto wurde untersucht und ihm in denr Acko verborgene 75 Kilogramm Erdäpfel abgenonuucn. Auf srim im Brustton > der . Uederzengung abg-egebE Erklärung, hin: bin der Staatsiekrekär Slvckter", erklärten die durch diese Erklärung durchaus nicht eingeschikhierten Voliswehrmänner mit emfacherSelbstveMudlichkeit: „Das acht mrs gar nichts an", und Mitten ihre „Amtshaudlnng" ruhig zu Ende. Auf die weitere Einsprache, des Staatssekretärs mit dem Himveis darauf, daß er die Erdäpfel rlicht für sich gehamstert habe, sondern daß sie dem Abgeordneten Dlbakd gchö'ttn, nnd fsir desten Tochter in Wien bestimmt seien, blieb wirkungslos. Die Herzm der BoWwehrmänner ließen sich nicht eriveichen und Staatssekreiär Stöckler mußte' a«f seine 75 Kilogramm Erdäpfel verzichten. * Die Zustände auf Schloß Wilhelminenberg. Der Polizeidirektion wurde vor einigen Taften zur Anzeige gebracht, daß seitms der auf dem Schlosse Wilhelminenberg «ntergebrachten Invaliden mit dem Gutsinventar in bedenklicher Werfe verfahren werde. So sei Heu und ,Holz m größeren. Quantitäten, aber auch andere. GegLnstünde ciaemnächtlg verkauft nnd der Erlös vergeudet worden. Die seiicns oer PolizeiLirektion eingcleitete Untersuchung' ergab folgende Mnltate: Es wmde Heu im Gesamtwerte von X 17.000 verkauft und der Erlös an dm Lelter des WilhelmmenstrüalZ abgesührt. Hoh wurde nm X 83.000 veräußert und der Erlös an, die, im Spital nntergebrachten Invaliden verteilt. Das mit diesem Verkaufe bes^astigt gewesene Komitee ist. in dieser Hinsicht in der Lage, eine amttid) vidierte Bestätigung des Zwangsverwalters vorzulucifett, womrch den Invaliden im allgemeinen das geschlagene Hotz überlassen wird. Ferner wurden Palmen nm ll 1000.— verkauft, der Betrag jedoch nicht an den Zwangsverwaller abgesührt. E>n silberner Meßkelch und rin Korb mit Niwiessachcn wurden von uubckaunten Tatern entwendet. Gelegentlich „ der Untersuchung wurde festgestellt, daß etwa f?0 Patienten fernen Anspruch haben, das Spital hemützcn zu dürfen., Ern großer Teil der Leichtkvarileu verbrachte die Nächte auswärts und ergab sich dnn Hasardspiel. Die Mehrzahl der nn Schlöffe rmtergübrachtm Jnvaltden war mit den ZMariden, die einem klemm Komitee zur Last falle«, rmznkrieden. Auch die im Schlosse beschäftigten ImrdwirtschastÜch«» 'Arbeiter, etwa 75,an der Zahl, traten vor einigm Tgaen im Znskmni.enhüng nur den Ereignissen, die zur Anzeige führten, :-,n v-ni 'äusstand. Die Staatsanwullichafc wurde >u Kenntnis < g>:'e<r. Dereirrsnachrichte«. (RachrichtenvovVereinen erschelireaaw&* vahmsloZnura«TagederBer«nst a Itonfi.) Heute? ' Heute Donnerstag mn V-7 llhr abends findet!m Easä Industriellen, l., Konkordiaplay, eme wichtige Besprechung de« Vertreter sämtlicher zionistischer Jugendorganisationen, Turn-,und Sportvereine statt. Das Erscheinen rst mrcnläßlich. — D i p Rede- und Lesehalle jüdischer Hochschüler veranstaltet im Studienjahre 1319/20 Hebräischkurse für Anfänger und Vorgeschrittene im eigenen Lokale unter der Leüung des Herrn I. K e st e n b a u m. Anmeldungen nn Lokale, IX., Türkenstraße 9, während .der Amtsstuuden vop 3 brs 4 Uhr täglich. — K n l 1»u r v e r b a n d ..Jahne", lX., Türkenstraße 9. Heute um 4 Uhr nachmittags: Frau Esther! R a p a P o r t - M i e s e s: Bibelkurs lGcmsis). — Zionistische B e z i r k s s e 111 o tt für d i e westlich e n B e z i r k e/Hente um 8 Uhr abends im VerbandSbeiM. VI., Amerlinastraßr 19 lim Hofe. Mezzanin), Vortrag Dr. Egon Zwerg: Was hat der Zionismus -brsher erreicht, welches sind seine nächsten Ausgaben? Gäste, besondets aus den weftüchen Bezirken (VI. bis Vlll., Xll. bis XV.), hcrzlichst willkommen. — Zionistische Sektion Brigittenau. Dimskag den 14. d. M. um V26 Uhr - abends sindet im Brrgittasaal die erste defimtive Generalversammlung statt. — Bezirkss e k t i o n XlX. Heute um V<9 Uhr abends im Caf<? Döbling .wichtige AuSschirßsiynug. Bestimmtes Erscheinen aller Ausschuß Mitglieder unbedingt notwendig. Kate ML Po!mscher LarrdLag. Warschau, i. Oktober. Heute nachmittags wurde dir Sitzung des Landtages eröffnet. -Als erster ergriff Minister des Innern Wojtechowski das Wort,, welcher in längerer Rede die allgemeine politische Lage des polnischen Staates sowie die notwendigsten poütrschcn Aufgaben darlegte. Nach ihm stzrgch. Nnanzminister Dr. v. Bilmski. Dis polnische DeVrsenzerrt-Me. r Warschrru» 1. Oktober. (Poln. Tel.»Agent.) Die staatlich- Dcvisenzentrale verlautbart auf Grund eines Erlasses des FiuauKf Ministers, daß alle Transaktionen in fremden Valuten und D« visen aller Kategorien, dmifche Mark nicht auSgeschloffeu, a«Ä schließlich nur durch die staatliche Devisenzentrale csfektuierj rv.'rden dürfen. Die » st e r r e i ch i s ch - u n garrsch ft Krone sowie der russischen R u b e! werden n i ch i als a u s l ä n d i s ch e B a l u t e n behandelt werden^ - Die Ambrldrrng des deutsche« Kabinetts. Berlin, 1. Oktober. Die Verhandlungen über die Bat*, bildung des Kabinetts haben heute sowohl in der Sache wie b« ' ziialich der Nesivrts zu einer Verständigung geführt Dre D emo k r a t e u 'übernehmen das Ministerium,für Justizli dessen Leiter gleichzeitig mit der Vertretung des Reichskanzlersbetraut-werden wird, ferner das M i n i ft e r i u m d e s Jaunern sowie das neue M in isterinm zur Durchführung d er ' w i-rts ch af tl i ch en Friedens-, b e ding ü n ci e n, insbesondere des Wiederaufbaues in Wrd^ stankreich'.und Belgien. . c ' ' ‘ Aus den Theatern. Jm Burgtheater gelangt morgen Freitag K a -r e n i n a" zur Aufführung. Beginn Vsß Uhr. Samstag wird „D i e F a h r t i n s Blaue" gespielt. Beginn 6 Uhrl Im O p e r n 1 h e a t e r gelangt morgen Freitag r.ft I üd i n" zur . Aufführung. Beginn 6 Uhr. SamZtag vom „Niflolett o" gegeben. Beginn V-7 Uhr. In derBolksoper wird morgen Freitag „(£ a r in etrj gegeben. Beginn 6 Uhr. Samstag „Loh e n g r r n". BegvM 5 Uhr. j Im Iosefstäd 1 er Theater siridet nächste«' Sonntag den 5. d. M. die erste dkachmittagsvorstelluug in dieser: Spielzeit statt. Zur Aufführung kommt das französische Lustspiek „Der König in Paris" mit Josef Jarno m der männlichen! ' Hauptrolle. An allen Abenden gelangt die Lustspielnovität „Sie: lacht" M Darstellung. ‘ j. Arnold Zweigs fi'mfaltige Tragödie „Niturlmorv, in "Ungarn" h,Die Sendung Semaels") geht in der zwe'ttey Hälfte Oktober süßer in der Neuen Wiener B ü h n ft in Wien auch am Reuen Theater in Frankfurt am Main, i« Deutschen Theater in Berlin und den Kammerspielen in Hamburg zmn erstenmal m Szene. 1 JmDentschenDolkstheater gelangt SamZkag den 4. d. M. Hennann Sndermanns Komödie »Das« höiiere Leben" zur ersten Aufführung. In Hauptrollen sino bvö schäftigt die DaMN Bickovics. Flemmich, Hetsep, Rub und - Woiwode, die Herren Edthoftr, Nowotny, Teubler und Werue« Kahle. Spielleiter: Dr. Heinz Schulbaur. T Im Schönbrunner Schloßtheater vchÄ morgen Freitag „M i r d n d o l i n a", Lustspiel. von Gvldoni, übersetzt und bearbeitet von^Ludwig Fulda, auwesührt. H«ranf folgt die Komödie ^Die Heiratwider W rl len^ nach MoUÄre von Hugo Hoffmannschckl. Anfang 6 Uhr. M o n t a g dm 8. d. M. werden gleichfalls die berdm LuÄ „M i r a n d s 11 n aw mrd »Die Heirat tt 11 Willen" anfgefüchrt. Anfang 6 Uhr. 'Ä . Richard ®Io tut onn e! Z neues Lustspiel „D i e QHlffc AnZknnft" brachte es bei der Urmtsführung rm . H r inb u r a e r T h a l i a t h e o t e r zu einem HciterkeitZerfolge. k , Artur Schnitzlers nevestcs Lustspiel „Die Schwestern oder Casanova in Spa" wird im November dieses Jahres im Bmgthoater und im Deutschen Theater zu Berljü seine Uraufführung erleben. '$ Die Goethe-G c f -c t I T ch a H hak auf ihrer Ht$q Tage in Weimar abgehattenen Tagung die von der BerLne^ Ortsgruppe vertretene Einsetzung eines Ausschusses, der. dis Satzungsänderung und die Verjüngung der Gesellschaft in vis Hände nehmen soll. abgÄehnt. Der Vorstand würde beaustragtj zur Bildung von Ortsgruppen anfzufordern und die Vertretung von Ortsgruppen nu Vorstand anznstrrben. GkÄrblge Kmrst von Üriel Bienbmrm. C ochen erscheint die erste Schrift des jaugon, berühmten Malers, der in den letzten Avsstellmrgen so ungeheures Aufsehen erregte und nnt dm Vorlesungen ans feinen Werken amh seine literarische Bedrrttvug erwiesen hat. W4S Birnbaum m dieser ProgratMschrfft verkündet ist ein vvu tiefstem Gottglande» etfstllteS Be» rmstniS zur Kunst M Gottesdienst, eine gang neuartige Aust« faffnug des Künftlerberufes. Die Äuffchen erregende Schrift ist fiir jeden Kunstfreund von größtem Interesse. Preis X «Lr-tf Bestellungen sind zu rielftm an ^Mw^ B^chhaudlung,Dk^ ÄatLno«müraße 22. *