Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 250 (29.9.1919)
- Date
- 1919-09-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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> der Millionen nicht «mfhaltm und wird.in seinen katastrophale« Wirkung« die Jude« aller Länder beeinträchtigen. Der erste Schritt, um diese großen vnd komplizierten Ziele zu verwirklichen, ist die schnelle Einberufung einer Hilfskonferenz von Jude« aller 6 ä n d t r. Da- Komitee der jüdischen Delegationen zu- Parität den Beschluß gefaßt, daß im November oder Dezember l. I. ettt. e allgem eine jüdische Konferenz abgehalt«» werden müsse. Es wendet sich mit dieser Aufforderung an sämtliche Hilfskomitees, welche zur Milderung der Leiden des vom Kriege betroffenen JndentumS ins Lebe« gerufen wurden, an alle Organisationen, willche mit den wirtschaftlichen Problemen des jüdischen Lebens sich befassen oder indirekt auf das wirtschaftliche jüdische Leben «neu Einstuß auszuilbm suchen und Persönlichkeiten, ivelche dieser Aufgabe sich widmen. An die Hilfskomitees und entsprechenden Organisationen in LL Ländern Europas, Amerikas, Asiens und Afrikas ergeht der Ruf: ..Kommt schnell zusamnien, um das Ziel rechtzeitig klar zu fapnnlleren, um die Komponenten der schweren Aufgabe kennen zu lernen, um die Mit«, welche das Ziel verwirklichen sollen, rinz'.u'chätzen. tim daS System der RekonstruktivnSarbeit fcfl« znstelle», um eine programmatische Koordination aller dieser Wtorm herbeizuschaffen. Geschieht es nicht bald, so wird es -u spät sein. Indem wir dir Initiative zu dem wichtigen Schritte ergriffen haben, haben wir damtt im Bewußtsein unserer Verantwortung eener allgemeinen'jüdischen Pflicht genügen müssen. Wir erwarten über von allen Hilfskomitees selbst, daß sie mit der größten Beschleumgung ihrerseits an die Durchführung der Aufgaben der HilsSkonferenz Herangehen werden. Für die Berwirkltchung des gewaltigen Unternehmens ist das harmonische Zusammenarbeiten sämtlicher Hilfsorganisationen erforderlich, sowohl derer, die an den Orten des ElendS selbst wirken, als derer, welche fern vom Elend gewissermaßen in der Rolle der Unterstützenden sind. Wir brauchen nicht erst zu erklären, daß das Judentum Hier als geschlofseneEinheit dem Ziele dienen muß. Nur äußerlich scheint es, alS ob ein Teil dem anderen helfen soll. In Wirklichkeit hilft jeder Tech sich selbst, Hilst sich eben das jüdische Volk als Ganzes, als Organismus. Bon der Schnelligkeit, mit der die Aufgabe in Angriff genommen werden wir-, wird ihre Berwirkllchung abhangrn. Denn unser ist nur die Initiative. Euer aber dag Werk und die Verantwortlichkeit für das Werk. ' n 1 ' Das Komitee der jüdischen Delegationen bet der Friedenskonferenz N. S o k o l o w, Präsident 8. Motzkin, Generalsekretär. : Tagesbericht. Pr. Leon Reich über die TÜtigkeiL -er jüdischen Delegation in Paris. einer zahlreich besuchten vertraulichen Versammlung »er Mttgtteder des Jüdischen NationaleateS für Deutschösterrrich (otine der ostgalistschen Delegation, berichtete daS Mit» g!ied des zionistischen Aktionskomitees Dr. Leon Reich über dir Tätigkeit der jüdischen Delegation in Paris. Der Redner, welcher Vizepräsident dieser Körperschaft in Paris war und dort 7 «Monüte weilte, entrollte ein interessantes Bild der Verhältnisse und beteiligten Persönlichkeiten, besprach alle Zweige.. dexi. -Täftakyit des, Komitees der jüdischen Delegation in PaM und wrvö aus die erzielten Erfolge hin. Er beleuchtete die Minnori tätenrechte der Juden in Polens besprach dann die für die anderen Staaten bestimmten MinMtäietrllauseln und schloß mit einer Darlegung des <Dta,tdes der Palästina suche. Das Referat, welches mehr als zwei Stunden währte und mit arotzer Aufmerksamkeit angehört wurde, fand reichen Beifall- Di« Versammlung brückte dem Referenten Dank und Anerkennung aus. Das jüdische Opfer der jüngste« autlsemMschen Demonstratio«. Anläßlich der wüsten Demonstrationen, welch« von deutsch» radikaler Seite am verflossenen Donnerstag in der Brigittenau veranstaltet wurden, ist, wie gemeldet, der jüdische Hetzer Ignaz F e l l m a tt tt durch einen Stich in die Smultergegend schwer verletzt worden. Er wurde auf dte Klmik Effelsberg ins Allgemein« Krankenhaus überführt. Wir werden von befreundeter Sette darauf aufmerksam gemacht, daß sich Feltinaim in arger Notlage befindet und hoffen, daß diele Mitteilung genügt, um zu verqutassin. daß von bemittelten Inden dem wackeren jung«« Menschen, der em Opfer der judensemdüchen Demonstration ist, ausreichend geholfen wird. Ethrogim und Lulawim in Wien. Das Palästinaamt teilt mit: palästi«ensischer < Qualität ui K 100.— für em Stück Ethrog samt Bet» verk. Zn.diesen Preisen kommt noch ein öyprozentiger Zuschlag, un damit e i n e n n e n«n Palästinap«ts e s o n d s ür mittellose Palästina «Migranten zu - Die längst erwartete Sendung p a l ä st Ethromm und Lulawim ist avisiert und wird km oder DftnStag in Wren eintreffen, wo sie nach Omliiäten sortiert und an dte Reflektanten ausgefolgt wird. Die vom Pakästmaamt festgesetzten Presse sind für Qualität k S70.—, Qualität 11 K 170.—. Qnalttät UI K 100.— für ein Stück Gttzrog samt Bei» werk. " ~ ‘ ‘ um \ ü , „ eröffnen. . ^Die Bezahlung erfolgt in Wien oder in der Provinz und un Auslände auf daS eventuell zu eröffnend« Konto des Wiener Palästi.naamteS, N.« ZirkuSaasfe SS. bei der betreffenden Filiale des Wwper Bankvereines, Wien, «der einer Großbank. Gegen Vorweisung der EinzahlungSbestätigung wird dem Ueberbringer die Ware auSgefolgt. Eöwird vrakusch sein, wenn sich pi« Reflektanten dte Ware selbst in Wien abholen würden, da für die rechtzeitig« postltche Zustellung keine Garantie übernommen werden kann. Bei der Bezahlung wolle angegeben werden, wieviel Ethrogtm samt Beiwerk zu reservieren sind und wann die Ware gegen Vflag des entfallenden Betrages oder her Bankbestätigung abgcholt wird. Auf Wunsch de- Herrn OberrabbinerS Dr. EbajeSsoll em möglichst großer Tetl dteser palästinensischen Ritualien in Wien adgeseht werden. Interessenten, welche sich fsir die Abnahme deS ganzen Ouaiiilunü paläftinetisischer Elhrogun samt Beiwerk (6217 SkW oder em es gropen Teiles derselben eventuell zum Weitei vertanf m dte Droviuz tnterejfteren, mögen dies persönlich Sonntag den t Eine NenOrjenLrerung in Angarn? Ministerpräsident Friedrich für ein Zusammengehen mit de» liberalen Parteien. Budapest, 28. Srpteinber. sMldung d^s. Ungar. Tel.-Sborr.-BurLau.) Mmisterptäsidant Friedrich gewährte heute mehreren Redaktenven der nunmehr wieder erscheinenden Blätter Unterredungen, worin er sagte, der Zusammenschluß aller politischen Fakbsren, die auf der Grundlage deö nattoualen Gedankens dev bürgerlichen Gesellschaftsordnung und der demokratischen Freiheit stehen, werde nun nach Wiederaufleben der bürgerlichen Presse unter dem Drucke der öffentlichen Meinung hoffentlich reibungslos vor sich gehen. Der Ministerpräsident wisse recht gut, daß in Ungarn nur Hand in Hand mit den lib oralen Parteien regiert werden könne, und hedaure eS außerordentlich, daß sich die Liberalen nicht zu einer ftftlien einheitlichen Partei vereinigen können. Das Uebol sei noch immer dasselbe, wie öS bei der Bildung seines Kabinetts gewesen sei. Er hätte die Krise leicht lösen können, wenn er . hundert Ministerporteseuilles, nicht <&>ct bloß zwölf zur Verfügung. gestellt hätte. Der Ministerpräsident erklärte weiters', die Entfesselung des konfessionellen Bürgerkrieges schonungslos vereiteln zu wollen, und teilte mit, daß sich deswegen auf Ersuchen dev Sfogtaitg eine Kommission, in der sich auch Graf Julius And ras sh und Stefan Bethlen befinden, un Hauptquartier des Oberkommandanten der Nationalen .Armee Admirals von Horthy eingefunden habe, der übrigens im eigenem Wirkungskreise bereits energische Verfügungen gegen) den weißen Terror getroffen habe. Er betonte schließt lich, daß alle Personen ohne Ausnahme des Rangesf und Standes, die an den auch von der Regie-! rnng aufs aufrichtigste beklagten Grsueltaten fern seits der Donau teilgenonmren Habens im sicheren Gewahrsam ihrer verdienten Strafe ent-' gegengehen werden. Die Verfolgung -er &otsttmmfftetu Budapest, 28. September. Oberstaalsattwalt Vary erklärte einem Vertreter des Est* gegenüber bezüglich der an der kommunistischen Wirtschaft Beteiligten, gegenwärtig seien etwa 1500 Personen in Haft, ungefähr 500 Verhaftete seien auf Verfügung der Staatsanwaltschaft frehctaffsn worden. Die Hauptverhandlung dürste Mitte Oktober beginnen Internierung eines weißen Terroristen. Budapest, 28. September. (Meldung des Ungar. Tel.-Korr.-Bureaus.) Auf Befehl des Admirals Horthy wurde der Husarenrittmeister a. D. Baron Alexius R o p c s a, gegen den die Anklage erhoben wird, daß er einen Kommunisten ohne Prozeßverhandlung habe hmrichten lassen, verhaftet und in Srofok interniert. 28. d. M. von 10 bis 12 Uhr, wolbentaas von S bis 8 Uhr oder dringend telegraphisch an dnS Palästinaamt, II., Zirkusaasse 33, bekanntgeben, welches sich bemühm wird im Bedarfsialle für die Ritualien eine Ausfuhrbewilligung zu erlangen. Ein eigentümliches Selbstwordmoliv. Am Samstag früh ist der pensionierdr Hofrat Viktor (früher Ritter von) SteininS in seiner Wohnung, Hernals, Jörgerstraß« Nr. 17, in dem mit Leuchtgas erfüllten Zimmer tot aufgefunden worden. Cs wurde sestgesteM, daß Hofrat GbriniuS im Laufe der Nacht Selbstmord begangen hat. Er hat schon am 15. März l. I. den Versuch unternommen, sich mit Morphin zu vergiften, konnte aber damals geretbet werden. Hvfrat Steinius war am 13. Februar 1846 geboren und verwitwet. Nach Aeußerungen, die er getan, ist anzunehmen, daß er den Selbstmord aus Lebensüberdruß und in der Furcht, seine Wvh nuug könnte angefordert werden, begangen hat. Die Rückkehr der Kriegsgefangene« aus Serbien. Paris, 28. September. (Meldung der Agence tzavas.) Der Oberste Rat hat beschlossen, eine Kommission mit dem Studium der Heimschaffung der deutschen und der österreichischen Kriegsgefangenen aus Serbien zu betrauen. Ihre Repatriierung soll nach jener der tschechoslowakischen Truppe» erfolgen. * Jüdischrs Realgymnasium. Der Unterricht wird Mittwoch den 1. Oktober um 8 Uhr fiüh in den Räumen der Handelsschule P a tz e l t, l, lv. Stock, ausgenommm. Die Schüler haben/ich 30. Iudenplay. . . __ . ... sich DtenStag den eptemoer um 3 Uhr nachmittags dortsrlbst rmzustnden. * Ei« Denkmal der Republik auf dem Aspernplatz. DaS Projett, auf dem neugestaltelen Aspernplatz em Denkmal der Revnblik zu errichten, soll, wie mau erfährt, in naher Zeit zur Der wirklich Mg gelangen. DaS Denkmal soll die Bev» herrlichung der Republik und der Freiheit symbolisieren und in imposanten Dimensionen gehalten sein. Eine allgemeine Konkurrenz für dentschosterreichische schaffende Bildhauer ist beabsichtigt. * Gestattung der Bildung von Korporationen an den Universttäten. DaS StaatSaesetzblatt veröffentlicht die Bollzugsanweisung vom 6. Sei verordnMg ausgehoben wird. Rach 8 6 der ptierten Verordnung war eS bisher den Studierenden einer Universität oder Fakultät tu ihrer Gesamtheit verboten, eme Korporation zu Hilden und regelmäßige Versammlungen zu halten, noch bleiveude GeschäftSsührer oder ständige Revrasentaiiten zu haben, noch ander« um einer Korporation znstehende Funktionen auSzuüben. * Tlhendlesestunden der Hofhibliothek. Die Direktion der Hosdibliothek gibt bekannt, daß ab 1. Oktober der große Lesesaal und die Gpezialsammlungen der Hosbibltothek nicht nm von 9 Uhr votmittags bis 2 Uhr nachmittags, sondern auch von 8 bis 8 Uhr aheuds der allgemeinen Benützung zugänglich sein werden, und daß «ine neuerliche Erweiterung der Lesestunden ein» tritt, sobald die Prrsonalverhältniffe, namentlich in der Zahl der Diener sich gebessert haben. - Bon den Wtoner Hochschulen. An der Tier» ärztlichen Hochschule finden die E>nskkiikibungen für daS kommende Älildienjahr in der Zeit vom 99. September bis 14. Oktober statt. Die Vorlesuttaen beginnen am 1. Oktober. An derTechnis ch e n H o ch s ch u l e finden die Einschreibungm in der Zeit vom 1. bis lü. Oktober statt. -Dtt Botlesungen «nd Ucbungen beginne« am 3. Oktober. An der A k a d «M i e für b i l d e n d eVK ü n st e werden die EinschreibiMgen am ö. und 7. Oktober voracnommcn. Dann folgen die AufnnhmLprüfungen. Der UnterrichtHdetrieb wird am 80. Oktober ausgenommen. Eingesendet. Ein Wort über Thalheimer Schloffbrunn. Der T h a l h e t m e r S ch l o ß d r n n n - S tz u c r l ffn a besitzt alle Vorzüge eines erfrischenden Taselwassers. Mit Weißwein atziNischl, sltzfkrr e* ein Getränk von angenehm piickelndem Geschmack. Bet katarrhalischen Erklaukungen der pheren Lustweae und Bronchlkn isi der Thals,cimer Schlostdrunn-Säuerling alS schleimlöfeitdeS Mittel ganz besonders m emp.eblen. <Dr. Reuter. Universitäispros>'s!or. mmdesaerichichoi. Wien Xtli.) T l, a lb e t in c c 0 d, l d fi b r u u >i ift iii alten F.lialen der Fama . Julius M e i u 1 cibälilich. * ReichSpollzeitag in Salzburg. Aus Salzburg wird telegraphiert : Der Retchsvolizeitag hat nach ErledigMg der Tagesordnung eine Entschließung angenommen, worin die grundsätzliche Geneigtheit zur Verstaatlichung der Kommunalpvlizei ausgesprochen, jedoch verlangt wird, daß dtese nur unter den für dte übrige Staatspolizei geltenden Bestimmungm erfolge. Feruer wurde die Drei» teilung des Dienstes in Anlehnung an den Achtstundentag gefordert und die Gründma eines ReichSverbandeS auf gewerkschaftlicher Grundlage beschlossen. j * .doch feine Weine trinkt er gern! Die englischm Weiiigroßhändler berichte« über die außerordentlich starke Nachstage nach deutschen Weinen. Sie sind daher genötigt gewesen, eine entsprechende Anzahl von Reisenden zur ErUelMg befriedigender Abschlüsse nach Deutschland zu senden. * Nach verbüßter Strafe. Anfang d. I. wurde der Sljährige ^Kaufmann^Siegmuud Alper wegen Diebstahles einer zu lechs seine Strafe und erschien am 28. d. M. iu der Wohmmg des Wang; er bedrohte ihn, wurde abermals verhaftet und dem Strafgerichte Übergeben. Er wird außerdem beschuldigt, dem Schneidermeister Turner, H., Zirkusgaffe 37 wohnhaft, K 1000 entlockt zu haben. * Unter dem Verdachte des Kindesmordes. Am 27. d. M. gelangte das Polizeikommissariat Margareten zur Kenntnis, daß die 23jährige Schneiderin Minna Fischer, Vogelsauggasse Nr. 17 wohnhaft, im Laute der vorhergegangeueu Nacht' em, lebensfähiges Kind zur Welt gebracht Md es entweder getötet oder anderweitig beseitigt haben müsse. Auf Grund der durchgefilhrten Erhebungen erschien es bestätigt, daß die' Fischer in der Nacht ein Kind zur Welt gebracht hat. Sie wollte glauben machen, daß das neugeborene Kmd in dte Muschel gefallen sei. Bei ihren Angaben verwickelte sie sich in Widersprüche Md außerdem wurden im Ofen des Wohnzimmers Knochenreste gefMden. Ob die Knochenreste von dem Säuglmg herrühren, ist noch nicht einwandfrei festgestellt. Da sich aber auch sonst schwerwiegende Berdachtsgründe für die Schuld der Fischer ergaben, wurde sie ms Jnqutsttenspital des Landesgerichtes gebracht. _ Der Volkswirt. Die Wiederaufnahme des Eoupoudieuftes. Wie die „Sonn- und Montagszeitung" hört, werde» die durch die Ausführung des Friedensvertrages notwendig gewordenen Aenderungm der bisher geltenden Vorschriften Über den Eouponankaus eine Unterbrechung von allerlängstenS 3 bis 3 Wochen erfordern. Bei den ungeheueren laufenden Ausgaben konnte die Finanzverwaltung nicht auch weiterhin Zahlungen leisten, die etwa außerhalb der uns tteffenden VerpflichtungSsphSre liegen und deren Rückersatz von den eigentlich verpfiichteten Nationalstaaten schwer und jedenfalls nur m langwierigen Verhandlungen durchsetzbar gewesen wäre. Zu irgend einer Beunruhigung der Besitzer von Gtaatsschuldverschreibungen, welche Deutschvsterreich gehören oder zu deren Zahlung wir durch den Friedens- Vertrag ausdrücklich verpflichtet sind, ist kein Grund vorhanden. Die von verschiedenen Seiten an die Maßnahmen der Finanzverwallung geknüpften Vermutungen sind durchaus haltlos. Angesichts, der ausdrücklichen Erklärungen, welche der Staatssekretär der Ei n a n z e n erst vor wenigen Tagen gegen einen taatSbankerott in welcher Form immer und namentlich gegen die Zwangskvnversionen der Krieg Sa n l e i h e n vor den Vertretern der Bauernschaft abgegeben hat, muß es merlwürdig berühren, wenn einzelne Blätter unter dem Vorwand, die Anleihebesitzer gegen die Finanzverwaltung in Schutz nehmen zu müssen, me Wirkung der in Rede stehenden Maßnahme in sachlich ungerechtfertigter Weise übertreiben und damit unnötigerweise das breite Publikum beunruhigen. Allerdings muß auch von der Finanzverwaltung mit aller Entschiedenheit gefordert werden, daß sie die baldsgste Mi^derausnahme des Coupondienstes in vollem Umfange auch nicht um einen Tag länger als nötig vcrzügert.