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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-26 · Heft 247 (26.9.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 247 (26.9.1919)
Date
1919-09-26
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag 26. September 1919 \ i * Nr. 247 Sinken der Lirenoten. JmrsbeNckl, SS. September. Wie die „Tiroler ZeitungSkorrespondrnz von zuverlässiger Seite erfährt, ist der Kurs der Lire auf dem internationalen Markt bedeutend gesunken. Tat« sächlich wurde die 8ir$ im hiesigen Schleichhandel an vielen Stellen nur mehr mit k 6.60 eingelöft, während sie bisher mit K 8.— bezahlt wurde. Minister Benesch i« Prag. Prag, 35. September. (Tschecho-slow.. Preßbur.) Unter den ' l egcistetteu Kuydgrbuugm d.er Bevölkerung ist heute abeüds der Münster des A^värtigm, Dr. Be n c s ch, mit den Generale» Pellö und Fournrer hier eingetroffen. _ Auf dem hiesigen Wilsonbahnhofe erwarteten den Minister Dr. Benesch Ministerpräsident Tus ar nnt den Mitglieder« deK Kabinetts, der Präsident der Nationalversammlung. Doktor T o m a s e k, Bürgermeister Dr. B a x a und eine unabsehbare Menschenmenge. Zn Ehren des Ministers Dr. Benesch fand abends M Ministerratspräsidimn ein R o u t statt. Vorher erfolgte die Vorstellung der Mitglieder der Nationalversammlung sowie der Vertreter ver Prager und der ausländischen Press«. Keine Dernrsfion PaderervsMs. Paris» 85. Septenrber. Das Polnische Preßburean dementiert die Meldungen aus auswärtiger Quelle üb« eure Demission PadrkewZkis. Eine scharfe KritiS des tschechischen Volkes. Was ein Oberlehrer dem Minister Benesch erzählt. Prag» 35. September. Bei der Ms« des Ministers Benesch begab sich m der Station Bessely ein bemerkenswerter Zwischenfall. Der dortige Oberlehrer ukd Obmann des SvkolveremeS namens Kolin trat vor und hielt an Benesch eine Ansprache, in der er sagte, das aanze'tschechische Bott lebe vom Kettenhandel und Wucher, das Volk Hab« sich selbst vergessen, niemand wolle -mehr vön seiner Arbeit lebe», keiner gehorche den Gesetzen, jeder .wolle befehlen, die Parteien suchen ihren Anhängern Steller! zu verschaffen, ohne Rücksicht darauf, 08 dies« tugendyast seien oder Hinter ein Güter gehören. Außer Benesch kenne er nur einen an« ständigen Menschen im Lande, das sei Kramarsch. Möge er doch den Zmgiasstall der Republik reinigen. Es tue ihm serd, dies hier sagen zu müssen, aber in Prag könne er das nicht Vorbringen.— Die beiden sozialdemokratischen Blätter sind äußerst aufgebracht über dm Zwischenfall und greifen di« Nationaldemokraten aufs heftigste an. Me Kooperation der Skvdawerke mit Ereuzot. Prag, 25. September. Die Aktion betreffend die N a t io» nalisierung der Skodawerke und ihre Ver» bmdmrg mit Schneidec-Creuzot ist in der heutigen Generalver« Sammlung der Skodawerke vollzogen worden. Gleichzeitig wurde der neue Derwaltungsrat, in dem sechs Tschechen und drei K-anzosen ' sitzen, und das neue Präsidium gewählt. AuS dem Geschäftsbericht geht hervor, daß das Unternimm große For» denmaen au die Kriegsvnwaltung der ehemaligen Monarchie Hai. Dre Bilanz schließt mit einem Verlustsaldo von lS.3 Mrlli- Dneu gegen 20.9 Millionen Gewinn im Vorjahre. Es wurde be« schlöffen. das Aktienkapital durch die Ausgabe von 325.000 Stück neuen Aktien zu 320 Kronm von 72 auf . 144 Millionen tschechoslowakischen Kronen zu erhöhen. Die Erhöhung um 48 Millionen wird sofort, die weitere Erhöhung später dorgenommen werden. -Zum Präsidenten des BerwaltungSrates wurde Josef Snyonek, Zum ersten Vizepräsidenten Eugen Schneider von Schneider» -Cremvt und zum zweiten Vizepräsidenten Dr. Jaroslaw Preuß gewählt. Der Name der Gesellschaft ist m.Aktirngesellschasi vormals Skodawerke umgeändert worden. > vis Neujahrsr ■ t d.s sionisttsoluRi Organes JÜDISCHE ZEITUNG Ist soeben ln verstärktem Umfang erschienen AUS DEM INHALT: R. W.: Zionistische Netrjahrsbelrachtung / Ludwig Bato: Daa Jahr 5679 in der Diaspora / Dr. Hermann Kadisch: Allgemeine und jüdische Probleme / Dr. Jakob Ehrlich: Die Wiener Enltnsgemeinde / Max Brod: Bemerkungen über Assimilation /Adolf Böhm: Probleme des modernen Judentums / Dr. Wilhelm Stein: Unsere Stellung zum deutschen Volk/ JakobWeiner: Ein Mahnruf / David, . Jellin (Jerusalem): Die Aufgaben der palästinensischen Jugend / Stephen Piehon, franz. Min. des Aeuss.: Frankreich und der Zionis-" mus / Dr. Leon Reich: Die jüdische Politik in Paris / Scholem Aleehem: Das Ende der Dreizehn ferner zahlreiche Aufsätze und Nachrichten ans dein jüdischen politischen Leben in Palästina u. der Diaspora, Mitteilungen des Wiener Palästina- Amtes und des Jüdischen Natiönafonds etc. TW Preis der Kummer 80 Heller InTrafliken, Bachbandlnng ft. Ltfwtt.!.♦ Roten« tnrmstras«« 22, und in der Administration der -jsdisodsn ZbHmg“, U», Taborstrasso Kr. 1—ft -4- Die Pogromhetze in Wien. Eine verkappte Manifestation für die Hohenzvllern. Die Bersamnilnng in der Volkshalle. Gestern abends fand in imd vor der Volkshalle des Neuen Wiener Rathauses eine vom Deutschen BolkSrate für Wien und Nredrrösterreich embemfene Versammlung statt, an der zirka 5000 Personen teilnahmen. Die Versammlung in der BoMalle wurde vom Obmann Kl «kl er des Deutschen DolkSratcS eröffnet, der betonte, daß endlich dagegen Stellung genommen werden müsse, daß deutsche Kinder und Frauen keine Wohnungen und nichts zu essen haben, während dir ostgalizischen Juden sich hier breit machen und chckarotzen sowie Wucher und Schleichhandel treiben. PZir stehen, agte Redner, auf dem gesetzlichen Boden, denn di« Regierung nimmt nach ihrem Erlasse den gleichen Standpunkt ein. Er verwahrt sich dagegen, daß die heutige Versammlung eine Dr« 80 Millionen Deutschen werden dann fest zusammen^ halten gegenüber dem inneren Und äußeren Feind. Soweit:. brachte er das Judentum noch nicht, daß es den deutsche» Geist 'vernichten konnte. Redner meint, die Parole in den Ländern! müsse nicht los von Wien» sondern hin zu Wien heißen, ' damit nicht Wien unter die Herrschaft der Tschechen tttt» Juden komme. Die Gesetz« Über das GtaatSbürgerrecht müssen abgeändert werden. ES müsse ein Unterschied zwischen jenen Juden gemacht werden, die vor dem Kriege hier waren, und! jenen, die später eingewandert sind. Ferner dürfen die Juden nur eme ihrer BevSlkerungSzahl entsprechende Anzühk von Stellen im Staatsdienste «no de» öffentlichen Aemtern erhalten. Nur Deutsche haben in Deutsch osterreich Wohnrecht und nur sie dürfen hier Besitz haben. Wund und Boden dark nur Deutschen gehören. Die Banken sind aufzuhebeni mvnarchlstisch« Propaganda bezwecken soll und der Deutsch«! und es ist eine große Deutsch« Volt-barrk zu schaffen. AuS! Volksrat habe sofort, als die Republik erklärt wurde dnrch Flugblätter milgeteilt, daß er auf dem Boden der demokratischen Republik stehe. Würde eine Propaganda für hie Habsburger entfaltet werden, so würden sich die Deutschnativnalrn mit Tod und Teufel gegen eine solche Be» wegizng verbünden. Eme weitere Unterstellung sei eS, wenn be» Häupter wurde, daß die heutige Versammlung eine Pogrom» bewegung gegen dir Jude« rmleiten solle. (Stürmische Zwischenrufe: Nieder mit den Juden!) Wir kennen die Stimmung, di« hier m Wien gegen die Juden herrscht und willen daZ Work Pogrom richtig einzuschätzen. Wir wisse» aber auch, daß wir letzt Waller in unserem Wein gießen müssen. (Stürmische Zwischenrufe.) Di» gegenwärtig schwebenden Verhandlungen mit der Entente wegen der Kohle» und die Nahrungsmittelschwierigkeitenz wintzen uns zur Zurückhaltung, zumal di «Entente erklärte, wenn e8 hier znUuruhr« komme, sie keine Lebensmittel hierhersende. Wir sehen aber hier wieder deutlich, wie das Judentum Hand in Hand mit der Entente geht. Aber ausgeschoben ist nicht aufgehoben und werde« uns am 5. Oktober wieder hier versammeln. (Stürmischer Beifall.) Dr, Arstn für die Hohenzollern. Abgeordneter Ursin gab der Freude darüber Ausdruck, daß der Antisemitismus in weite Kreise gedrungen sei und sich die ahl derjenigen rasch mehre, die sich vom Judentum abwenden, ledner mahnt die Versammlung, heute noch Selbstüberwindung aufzubringen, der Zahltag werde schon komme». Wir dürfen den Judenknechten nicht die Möglichkeit aebe», zu sagen, sie haben mit ihren Bajonetten dir ostgalizischen FlÜchtllmge vor un8 beschützt. Wir sind rin« freie Stadt. Aber die Macht haben hier diejenige« die hmter der Regierung stebrn, und nicht das Volk. Redner schildert unter fortwährenden Ent» rüstungsrusen der Versammlung die Verhandlungen, die er führen mußte, damit das Versammlungsverbot aufgehoben wurde und bezeichnet es als irreführend, wenn behauptet wurde, daß die Versammlung einen Monarchistenputsch «mleiten soll. Die Habsburger sind so minderwertig rmd degeneriert, daß eS wohl niemandem einfallen wird, sich für diese emznsetzen. Von Judenverfolgungen zn sprechen, sei»lächerlich. Heute werden überall, namentlich aber in Deutschösterreich rmd vor ollem in Wien die Christen verfolgt. Wir wehre» «ntz dagegen, daß Wim ein von Juden verseuchtes Palästina werde und wollen, daß deutscher Geist hier wiederherrsche. In Wim. wo jeder zweite Mensch rin Jude ist, nehmen wie Deutsche bereits eine AusnahmSsteÜung rin. Die fremdsprachigen Bewohner dieser Stadt haben hier mehr Recht als die einheimische deutsche Bevölkerung. Angesichts der großen Wohnungsnot und des Nahrungsmittelmangels sah sich die Regierung zur Herausgabe. des bekannten AusweisungserlaffeS gezwungen. Aber bis hmte ist nicht zu Semerkm, daß diese ostgalizischen Gäste Wim verlaßen hatten. Wir babm bevte grgm eine halbe Million Juden in Wien, und in Niederosierreich, wo sich die Judm gleichfalls cm» nisteten, ist eS nicht bell«. .Die HabSburg-Lothringer dürfm nicht mehr komme«. Mer rmd jetzt kommt das große Aber. Ich wgr draußen in Deutschland, da habe ich grsehm, daß sich dort e'm großer Umschwung vorbereitet. Man hat draußen dm kommunistischen und sozialistischm Schwindel schon satt und sagt, daß, wenn bei einer Volksabstimmung die gesamte Nation auf Grund des SelbftbestimmungsrechteS die Monckrchie verlangt, dann dief.e auch wieder erstehenwird. (Stürmischer Bestall. Heilrufe.) Wer hat das drntsche Volk z» so großer Blüte gebracht- BiSmarck und die Hohen» z o l l e r n. Wer hat die Niebeluuae «treue uns gegenüber bis zum letztm Atemzuge bewahrt - DaS war die Hobenzollern-Monarchir. Wir stehm nicht an, zu erklären, daß wir 'nicht im Dienste einer einzigen Klaffe stehe» uwb mite» einer Parteiherrschaft stehen wollen. ES kann auch der Tag Kommen, wo Sei uns ein großer Umschwung «intriM Das Theater des Völkerbundes wird nicht lange mehr dauern. der Universität und den Schulen müssen die Juden verschwinden und in den Theatern, in der Kunst und Literatnv dürfen nur deutsche Arier tätig fein. Redner schließt mit einem Heil auf das antifemitiW Wien, damit Groß-- deutfchland vereinigt werde. (Stürmische tzeilrufe.) < Abg. Riehl meint, baß wir jetzt tm Zeichen der . Kohlennot stehen, zu der sich bald die Hungersnot geselle«! werde. Die Art, wie das ÄuSweisungSgosetz gehandhabt werbe, sei ein Betrug, den man sich nicht gefallen lassen werden ES sei eine Lüge, wenn behauptet werde, man wolle den! Kaiser Set H JtürM und Karl den Letzten wieder aus den! Thron helfe». * . Die Nesolution. Hieraus beantragte der Obmann des ReichsverbandeS deutscher Postler, Herr Pogatschnigg, folgende Entschließung i Die am 88. September d. I. in der VolkShallg de- Rathaus versammelten Tausende deutscher Einwohner Wiens richtkn an Rationalrat Dr. Ursin das Ersuchen, mit einer Abordnung aus der Versammlung zum Herrn Staats sekretär Elderfch zu gehen und au ihn folgende Aufforderung! zu richten: Wir verlangen die sofortige Abschaffung dieser «nan^ genehmen Fremdlinge bis längstens >8. Oktober d. I., widrigenfalls die Bevölkerung Wiens und Niederösterreichs bei Versagen der behördlichen Einrichtungen diir Durchführung - der Verordnung selbst in die Hand nimmt. Die jüdische Selbstwehr. Gchon während der Versammlungen in der Volkshalle unv vor dem RathauS war von berufsmäßigen Provokateure^ die Losung ausgegeben worden, in die Leopoldstadt und ist die Brigittenau -u.ziehen, um dort ,/»n den Juden Nach« zu nehmen". Davon hatte selbstverständlich im kritischen! Augenblick auch diojüdische Selbstwehr, die aus; jungen Juden zur Abwehr der Pogromanschläge aufgestelli: wurde, Kenntnis ethalten. Auf die Nachricht von Messer^ stechereion der Demonstranten auf dem Mathildenplatz war««' ungefähr 400 Mann tu geschlossenen Neihen aufmarschiert, um sich' den Angreifern entgegenzustellen. Der musterhafter Zug der jungen Juden erregte allgemeines Aufsehen. Bo«! den Fenstern herab schölle» den strammm Burschen Hochrufe entgegen. „Hock die Huden" hörte man von Jude« Und Nichtjuden rufen. Die von den Demonstranten heraufbeschworene Keilerei hatte bald ihr Ende gefunden. Dm Polizei, die mit gewohnter GewifsenhaftigkLit ihren Dienst versah, kann der Dankbarkeit aller anständigen und ordnungs^ liebenden. Wiener sicher sein. Kundgebungen vor dem „Abend". Nach Schluß der Versammlung entfernte« sich die merstri Teilnehmer. bis auf emen Trupp von etwa l000 P rsone», dii sich zn der tut IX. Bezirke, CanisiuSgüsse, befindlichen Nedaktiov des b e n d begaben, um dortselbst zu demonstrieren. Die an Ort und Stelle bestndlrche Sicherbeitswache zerstreute die DemoM strantm und, ließ lediglich nach Rücksprache mit dem anwesende» Redakteur eine Deputation inS HauS rintreien, welche den Rei dakleur aufforderie. das Blatt möge seine bisherige Hattun» ändern. Gelegentlich der Räumung der Straße wurde der Obe« infpekwr derßSicherheitswacheHermanntz o f b auer, vermutlich durch eine» Stockhieb auf das Hinterhaupt schwer verletzt. Die Verletzte». Der schwerverlebte Oberinspektor der Sicherheitswache rnt] Reservrhauptmaim Hofbüurr wurde von der Rettungsgesellschaß verbunden und in seine Wohnung, Billrothstraße 79», gebrach^ Dre schwere Wunde dürfte nach dem Gutachten des Ä^teS vot einem Wurf mit einem Eisenstück herrühren. ,! Auch in der Brigütrnau, auf dent Machildenplatz, wurde b» den Reibereten ein«, Person verletzt. Es ist der 31jährige Heizet Ignaz Feldman«, XX„ Bäuerlegasse Nr. 8 wohnhaft, d« vor dem Hause MathtldenMe Nr. 4 von einem Demonstranten «ine» Messerstich unterhalb des linken Schulterblattes erlitt und schwer verletzt wurde. Die Rettunasaesellschast verband auch Feldmann und brachte ihn in die Unfallstation. ' \ / Pogrome rmd Exzesse. Der Appell ber^hertzorragenden Männer Frankreichs ,M die Menschlichkeit" den Judenpogromen allüberall entgegen» zutveten, hat bereits einen Widerhall gefunden: die Pressoabtellung der polnischen Delegation bei der Friedenskonferenz beeilte sich nämlich, in einem offenen Brief an die französische Presse auf den große« Fehler aufmerksam zu machen, dev de» Autoren de- Aufrufes unterlaufen ist, indem sie die. Pogrom« in der Ukraine und die in Pole» ln einem Atems- .zuge erwähnten. Schon rein zahlenmäßig liege der Unterschied ans der Hand: die Pogrome in der' Ukraine forderten! Taufende von Lasern, während bei den „Exzessen" in Polen fr*»# «4,ktge hundert Juden getötet wurden « Die »«wissenden Franzosen bekamen also, die verdiente Zurechtweisung und werde« hoffentlich^ nimmermehr Polen in Znsammeuhang mit „Pogromen" bringen. Dank der pol-» nifchen Prefseagsntue i» Paris besitzen wir mm auch ei« Kriterium, mit dessen Hilfe wir zwischen Pogromen «nd Exzessen werdon unterscheiden, können: Eipige hundert Tote — daS sind bloß „Exzess ... Die Brotqno te. Do« maßgebender Stelle wird uns mitgeteilt, daß die Gerüchte über eine bevorstehende Bxotkrise dirBegründung entbehre n. Es ist der Regierung gelungen» die zu unserer Ernährung ersorderlichm Mennen tereitzustcllen und es ist nur eine Frage der Kohle und der TranSportmittil, wann diese Vorräte nach Wien geschafft werden können. 1 Eine BerttirMg der Brotauoie für die «äckste Ottober. 1919 (unaenolvnmt werden. Die Abwanderung der ehemaligen Bukvwinaes in ihre Heimat. Die Maaiskorresponbenz meldet; Gestern Hock beim WaoDh kanzler der Vertreter der rumauifchen Gesandtschaft, Sektionsstef Dr. Gregor Hostiuc vorgesprochen, um über die Einzelheiten des Abtransportes der in der Bukowina heinlat-« berechttgten nunmehrigen rumänischen Staatsbürger zu ver^ handeln. Die sofortige Abwanderung scheitert an'dem Mangel! an Verkehrsmitteln. Ein Transport in die Bukowina nimmt: 10 bis 14 Tage in Anspruch. Die Waggons können erst nach meheren Wochen wieder zurückkommen. Außerdem fehlt eÄ an rollendem Material. Die rumänische Regierung kanns «vettere Züge erst ab L. Oktober zur Verfügung stellen. Doch sind für die Zeit nqch dem 8. Oktober drei Transportzüge in; Intervallen von vier bis fünf Lage» vorgesehen. Der Vertreter der rumänischen Vesanbifchaft erwartet, daß die deutsche österreichische Regierung und bi« Bevölkerung Wiens dieses Sachlage berücksichtigen und den rumänischen Staatsbürger« wegen des verlängerten Aufenthaltes, keine Lchwierigkeiteu bereiten werden. _ * Jüdisches Realgymnasium. Der Unterricht wirU Mittwoch den 1. Oktober um 8 Uhr früh m den Räumen dev' Handelsschule- Patzelt, 1«, Iudenplatz» IV. Stock, ausgenommen. Die Schüler haben sich Dienstag htA 80. September um S Uhr nachmittags dortselbst einzufinden, t * Semesterbeginn a« der Hochschule für Bode», ünltur. Dw Jnstnptlonrn an der Hochschule jjtr BodenkulmL für daS Wintersemester 1919/1920 finden vom 1. bis emschheßlick 14. Oktober 1919 m der Rettoratökanzlei von S bis 18 Uhr Mich statt. Die Vorlesungen und, Nebungen werden. anfangs 105

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