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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-26 · Heft 247 (26.9.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 247 (26.9.1919)
Date
1919-09-26
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 247 Men. Freitag 26. September 1919 Seite 3 Inland. Die EhrWichsozialen wollen die Koalition revidieren. In Bestätigung unserer Mitteilungen über die .Erneuerung der Koalition führte die „Reichspost" gestern aus: Die Arbeitsgemeinschaft zwischen Christlichsviza-en chnd Sozialdemokraten hatte die Aufgabe, den Staät über die Zeit, der Friedensverhandlungen hinwegzufuhren, Ruhe und $ Ordnung zu bewahren Und die Republik vor gewaltsamen ErschütLernngen zu schützen. Sie war ein Notdach mit allen Mängeln eines Aug'enbsickswerkes. Mit der Ratisizieril-ng 'des Friedensverträges ist die Endstation erreicht und sind die beteiligten Parteien wieder aller Derpslichtungen ledig.. Frei und ungebunden können sie die Entscheidung über die neue Zukunft treffen und es ist die gemeinsame Ueberzeugung aller christlichen Volkskreise und Abgeordneten, baß der neue Weg von der bisher begangenen Straße tneitweg abzweigen muß. Die Sozialdemokraten als die größte ParteiderjetzigLN Nationalversammlung tragen auch künftig in erster^ Linie die Verantwortung .für die Fortführung der Arbeit. Die Christlichsozialen haben in der alten Koalition Opfer -über -Opfer gebracht, oft mehr als die Wählerschaft verstehen wollte-;. sie sind' auch jetzt bereit, in einer ttcueu Arbeitsgemeinschaft' den: Staate zu geben, was des Staates, ist, 'und-ihre Kraft-zum Wiederaufbau unserer Staatsordnung-' zur -Verfügung'. -zu. stellen. Sie fordern aber als Grundlage hierfür eine--feste klare Vereinbarung zwischen, den Parteien, die ihre .prinzrpiellen Grundsätze nicht antastet, -die Ziele unzweideutig ^beftimmt, alle sachlichen und persönlichen Bürgschaftenfürden Erfolg bietet und jede einseitige Belastung der Partei für die Zukunft ausschließt. Darüber werden die Sozichdeniokrätsn mit den Christlich sozialen sprechen müssen oder die' Arbeits- .g'em-sinsch aft wird nicht sein. Die Christlich sozialen sehen den Anerbietungen der Sozialdemokraten ohne'' Bitterkeit/ aber mit - jener Vorsicht entgegen, welche die Ersah^nugdiesec zehM Monate sie gelehrt hüt. Führer und 'Abgeordnete sind darin einig, daß das neue Programm, wenn es zu . einer Vereinbarung kommt, genau' geprüft und daß von'der Vereinigung christlichsozialer Abgeordneter selbst entschieden werden iötr ob darin die Voraussetzungen für eine gemeinsame Arbeit gegeben sind. ' Die deAtschösterreichischs GefemdtschsfLm Paris. Offiziös wird mitgeteilt: Eine Reibe von Wiener Blättern Tnifc in den letzten Tagen Artikel veröffentlicht, die sich . in. per-, schiedenen Versionen mit der Unterbringung der künftigen d c it t f chöfter reichiscken Gesandtschaft in Paris beschäftigen. Diese Darstellungen sind teils aus der Luft gegriffen, teils erscheinen sie als eine durch KlalschundM iß v e rsiandnis herborgerufene Verzerrung des wirklichen. Tak- , t bestand es. So wird einem Blatte „aus sicherer Quelle* 1 geschrieben, , daß das Staatsamt für Aenxeres/ dm Ankauf eines GesaudtschaftsgeblrudeZ nur 80. Millionen Franks beschlossen habe. Dre innere Einrichtung dieses Gebäudes, werde auf 5 Millionen Franks Zu stehen kommen. In Wirklichkeit verhält sich die Sache so, daß die geuaunten Ziffern wohl ungefähr stmnnm, nur handelt es sich nicht um'dm Ankauf des Gesandtschaftsgebäudes für die neue Republik, sondern um den Verkauf des alten österreichisch-ungarischen Botschaftsgebäudes. Nichtig ist nur, daß dir Erwerbung eines Gebäudes in Msstcht gefaßt ist, das dm Bedürfnissen, den Pariser Gesandtschaft in bescheidenem . Maße angeruessm ' lein wird.. Gerechtfertigt wird diese Maßnahme dftvch vielerlei - Agenden, die im Zusammenhang mit dem Frieden von Saint-Germain unserer Vertretung in Paris erwachsen werden, i . Hier mag darauf hingewresen werden, daß die deutsche Negierung es' für nötig gefunden hat, außer den bisherigen Botschaftsgebäude sich noch einige weitere Häuser zu sichern. Wenn auch Mstverständlich das quantitative Ausmaß der von der Botschaft ver deutschen Republik, zu, besagenden Geschäfte einen Vergleich nächt zuläßt, so bleibt jedenfalls für die Pariser. Vertretung Oesterreichs eine solche Vielfältigkeit von Agenden, daß es für jeden objektiv. Denkenden keinen Gegenstand des Anstoßes bilden künn, wenn die Regierung heute das ich vorsorgt, für die bestmögliche Durchführung dieser Geschäfte /sich den Vorteil räumlicher Zusammenlegung und die Unabhängigkeit, die ein Gebäüdceigentnmer vor dem Mieter eines Privathauses voraus hat, zu sichern. Was der Seversche Erlaß angerichtet hat. Aus dem Abgeordnetenhaus wird gemeldet: Infolge der unklaren Fassung der letzten Verordnung der n i e d e r ö st e rr ei chifchen Landesregierung wurden die Ausweisungen von manchen Vezirkshauptmannschastcu und. Gemeinden auch auf die D e u ts chA n aus deuab getrennten ,Gebieten ausgedehnt. Obwohl bereits eine amtliche Richtigstellung erfolgt ist, haben diese Behörden ihre Praxis anfrechlerhälten und viele Sudetendentsche zur Abreise genötigt. Abgeordneter D.r. Schürf hat deswegen neuerlich bei der Landesregierung Vorstellung erhoben, um endlich eine klare und eindeutige. Verordnung zu erwirken und die bisherigen Ausweisungen rückgängig v fit machen. Landeshauptmannstellvertreter Steiner sicherte die sofortige Abstellung dieser Mißbräuche zu. ( Die Absperrung der Schweiz. tebaLte im Nationalrat. — Die Fremdenpolizei» — sie die Aufhebung der Grenzsperre. — Regelung der Einreise. _ B'er u, 26. September. ' Der Nalionalrak setzte die. Führung des Geschäftsberichtes fort. Beim Kapitel Polizei kritisierte Mauno ir (Genf).'die Maßnahmen bezüglich der zahlreichen zweifelhaften Elemente, die ruhig in der Schweiz wohnen. Meyer (Zürich) übte gleichfalls an dein neuen System der Polizei in den Städten Kritik, das sich gegenüber den zweifelhaften Elementen als unzureichend erweise lind harinlose Personen belästige. ' / Walser (Graubünöen) forderte immens, des. Holel- . getverbes die sofortige Aenderung des gegenwärtigen Systems. Wallster (Luzern) verlangte die Aufhebung der chine fischen Mauer an der Schweizer Grenze. und forderte strenge Maßnahmen gegen Unerwünschte, jedoch eine gute Behandlung der übrigen Ausländer. - Nachdem einige Deputierte die Fremdenpolizei verteidigt hatten, legte Bundesrat Müller die Notwendigkeit v bet Kon trollmaß« ahmen dar und erklärte, daß mit verschiedenen Staaten Unterhandlungen ztoecks Regelung d e r E i nrei se eingeleitet worben seien. Die gegenwärtige Kontrolle werde abgeschasft werden, sobald eS die Umstände gestatten. Nach einer Besprechung über die Einreise fremde- Atb eit$tt&ftc war der Gegenstand erledigt. Offener Brief an den ungarischen Kultusminister? Karl Onfzar. Euer Exzellenz! Bislleicht erimtsru sich Euer Exzellen?/ noch daran/ als wir in den Tagest der SchreckensherrsckafÄ Be)a K u n s und Tibor S z a m u e l y s im Othonklub beisammen saßen und unserem Abscheu über die damaligen ärgsten Blüten, des rote» Terrors Ausdruck gaben- Damals schon habe ich Eurer Exzellenz gegenüber betont, daß die. verruchten bolschewiiischen Führer nichts mit der Gesamt-- heit der Juden in Ungarn gemeinsam haben und Eure Exzellenz haben mir nicht widersprochen. Als. dann die Massenverhaftuugen kamen und..auch Eure Exzellenz 'ins Sainmelgeiäugnis geschleppt wurden, Ovaren es anßer mir auch andere ausländische jüdische * Amrnalisten, die über dis Bitte der Freunds der Verhafteten sowohl bei den Entente- Missionen als auch bei den Valksrommissären mit aller Wucht darauf liinarbeiteten, um des Aergste von den Vevhasteten ab-ntvenden. Es ist uns auch größtenteils gelungen- Bislleicht erinnern sich Eure Exzellenz auch daran, daß ich nicht in der letzten Reihe jener gestanden bin, die, sei es offen, fei es insgeheim, die TätiLkeit der Gegenrevolutionär« zusammen mit vieleir anderen Juden nach Tunlichkeit ge» fördert habe.und in meiner Eigenschaft als Publizist de-r schärfsten'Kampf.gegen die Bolschewiken rn ch-r auslöndiiMLn Presse geführt habe. Vielleicht erinnern sich au^er Ihnen die zahlreichen an lver Spitze der Gerenrevokulion Lätia gewesenen Persönlichkeiten, daß ichM brr frailzösischen Mission in Wien durch mannigfache vertrauliche Berichte die Stellung des' Bolschewismus zu untergraben mich bemühte,' ebenso wie ich> alles daran setzte, um die nach Wien geflüchteten' gegenrevolutionären Offiziere vor der Internierung Zu bewahren. Werm ich also in jener, kritischen Zeit den Perfschtenr der ungarischen Gegenrevolution als Mitkämpfer genehm war, so glaube ich heute zumindest mit demselben Recht an Eure Exzellenz -mit der Bitte h'erantreten zu dürfen, daß Sie fick vermöge Ihres großen Einflusses im gegenwärtigen ungarischen SlaEmtett unserer zum größten Teile ohne jenen .Grund verfolgten jüdischen Brüder in Ungarn aunehmLn. Eure Exzellenz stehen an der Spitze der mächtigsten Partei!^ Ungarns und erfreuen sich gerade in jenen Gebenden des/' größten politischen Anhanges, die jetzt zum Schauplatz der; unmenschlichsten Judenverfolgungen geworden sind. Als ichsj Eure Exzellenz am ersten Tage Ihrer Ministertätigkeit einen: Besuchabstättete, betonten Sie, daß Sie mit aller Energie.'! sich .gegen Aktionen des weißen Terrors auftehnen werden.'! Leider haben seither zahlreiche unschuldige Judennnierder, Henkerfaust pflichtvergessener Offiziere ihr'Leben lassen müssen.!. In Budapest haben seither die erwachenden Magyaren rin^ Judenhetze , entfaltet, die ihresgleichen suchen nruß. An der, Spitzs des Propaganda-Ministeriums, das diese Tätigkeit: unterstützt, steht 'Ihr intimster Gesinimngsgeuvuo Stefan, Haller. ' Ern Wort von Eurer Exzellenz genügt, u,id die Juden- Verfolgungen in Transdanubien nehmen ebenso ein Ende/ wie die .Hchaktiouen der erwachenden Magyaren in Budapests selbst. Ich, der ich die' menschenfreundliche Gesinnung Eurer Exzellenz' zu 'schätzen. weiß, hin davon überzengt, das; Ihrer:. ^ünölÜLtirchen Denkungsart. die Rassenverhetzung eveuso verhaßt ist, "wie es einst der rote Terror war. Darum ^glaubss ich, meine Bitte für di: verfolgten Juden Nrrgarns, oie als! national^ Minderheit sich . späterhin gewiß eines gesetzlich!, geregelten Schutzes infolge der von der Pariser Friedens-. Konferenz. festgelegten Grundsätze erfreuen dürften, nicht ans die falsche Adresse gerichtet zu haben. Helsen Sie, Exzellenz,'. Die..'Vorfalls in Transdanubien bilden euren SchandfleckH rü der Geschichte Ungarns. Sie. Exzellenz, der Srs Ungarn! lieben, werden gewiß meine Bitte nicht unbeachtet.lassen/ und, so' dazu beitragen, . daß die Schandtaten entmenschter! Provokateure nicht tveiterlsin Zürn Nachteile .Ihres .Ba'tep< saudes fori.^setzt werden. ien, 24. September. Hermann Po rdes.- / Sir Stuart Samuel ist Warschau. Warschau, 25. September. (Privat.) Wahrend die poluische Presse noch damit beschäftigt war, die Zwecklosigkeit der SamUel-Missiou und die Brüskierung, die die Entsendung eines „Zionisteusührers" durch. die englische Regierung für Polen bedeutet, in langen Aussätzen nachzuweisen, befand sich Sir Samuel in Gesellschaft des'Zweiten Mitgliedes der Mission Herrn Witt bereits im Hotel Bristol iit Jharschau, wo sie noch cun 1.8. d. M. unbemerkt eingetrosfen waren- Samuel wurde durch den englischen Botschafter ans Ministerium des Aeußern eingesührt, was auf den zweifellos offiziellen Charakter semer Mission schließen läßt. Seitens der polnischen Regierung wurde Herrn Samuel der Herr Wolowski zugeteilt. Samstag erschien Sir Samuel inkognito in der Synagoge in ber-.>Tlu>nackigasse. Erst nach dem.Beten erfuhren die Borsteher twn seiner Llnwesenheit und begrüßten ihn. Samuel machte über seine Konferenzen mit D'mowskk und Hadere wski in Paris einige interessante Mirieilungen,.' So erzählte :cr. Zum Beispiel, daß Dm ow s ki sich! ihm gegenüber geäußert habe, daß die „Litwaki" (die aus!! Litauen cingewanderien Juden) Polen verlassen müßteri^ worauf er, Samuel, erwiderte, daß er nichts dagegen hätte^ aber' nur unter der Bedingung, daß sie ihre Kapitalien mit!- nehmen. Paderewski hingegen, sagte Herr Saumes, sei.gegen-! teiliger Ansicht.! : Während seiner Konferenz mit dein Vizeministec SkrzynZW ermächtigte dieser Herrn Samuel zur Verläutbarung, daß die: polnische Regierung nichts dagegen habe, daß die Juden bei Samuel erscheinen und über alle Geschehnisse berichten. Demnächst wird die englische Mission m jüdischen Viertel ein! Bnreau eröffnen uud ihre Tätigkeit beginnen. 1 \mnmmMnmmmxymusai Telegramme. Entscheidung in der galizischen Frage. Westgalizien fällt an Polen. — Das Lembevger Gebiet nur vorläufig unter polnischem Schutz. Lyon» 25. September. (Funkspruch.) Der Oberste Rat be-. fchäftlgte sich gestern mit dem Statut Gallziens und faßte den Beschluß, daß der westliche Teil endgültig Polen zugewiesen werde. Weiters beschloß der Oberste Rat, daß das Gebiet von Lemberg, nur vorläufig unter den Schutz Polens fie3 stellt werde. Eine ukrainische Universität in Lemberg, Lemberg» 25. September. (Poln. Preßagent.) „Gazeta Wieczvrna" meldet aus W a r s ch a u: Der Minifterrat beschloß in der Sitzung vom 13. September die Gründung einer ukrainischen Universität in Lemberg. Die entsprechende Gesetzesvorlage wird dem polnischen Landtage sofort nach seinem Zusammentritt unterbreitet werden. 4 Kein Ultimatum Polens an Lettland. Im Miblick auf die Meldung über ein angebliches NlLima t u iw P o l e n s a n L e t t l a » d teilk uns die polnische Gesandtschaft in Wim mit, daß in maßgebenden polnischen K r e i s e n von einem solchen Mmatmn a bsolntnichtsbekanntist. Jüdische Immigration nach Galizien. Lemberg» 25. September. (Privat.) „Slowo Polskie" meldet, daß neben der starken Zuwanderung von Judm aus der Ukraine nach Galizim sich feit einer gewissen Zeit auch eine Einwanderung von Juden aus der Slowakei bemerkbar macht. Bon jenseits der Karpathen langen täglich Transporte mit jüdischen Familim rin, die aus Ungarn nach Galizien fliehen. Okkupation der Akraine durch die Entente? Marsch««, 25. September. Nach dem „Knrjer Porannh" wird den „Poliuschen Stimmen" gemeldet: In maßgebenden Kreisen zirkuliert ein Memorandum über die Okkupation der Ukraine. Ern Komitee, bestehend aus Vertretern aller verbündeten und besreundrtcn Mächte nrit einem Delegierten Polens, soll dir Verwaltung der Ukraine für zwanzig Jahre übernehmen. Nach diesem Termin soll eütschieden werden, ob die Ukraine als selbständiger Staat erklärt oder einem der Nachbarstaaten angegliedert werden soll. Maßnahmen gegen die deutschen Truppen in Baltikum. Berlin, 25. September. Das Wolffsche Bnreau meldet: Reichswehrminister Noske hat einen besonderen Osfizier nach dem Osten gesandt, der ihm täglich Nachrichten über die dortige Lage erstatten soll. Gegen die Truppen, die sich noch immer dem Transport ans dem Baltikum nnd Lü.anen widersetzen, werden die chärsstm Maßnahmen angewendet werden. Miederanfnahme der dentsch-pdlmschen Berhandlungen. ( Berlin, 25. September. Das Wolffsche Burea» meldet; Die Herren Warblewski, Korfanth und Diamond sind heute von Posen nach Berlin abgereist, um die Wiederaufnahme der dtutsch-polnischen Verhandlungen vorzubereiten. Die deutsche Konkurrenz in England. Amsterdam» 25. September. „Algemeen Handelsbladff meldet, daß der Vorsitzende der britischen Handelskammer w Deutschland, K n o 1 t, beauftragt worden ist, mit den deutschen Behörden über die Errichtung eines b r i t i s ch - d e u t s che« El e a r i n g h a u s e s in B e r l i n zu verhandeln, das der Zlveck haben soll, eine Uebcrschwemmung mit deutschen Waren,' die billiger sind als die englischen, zu verhindern. Kuott hat bereits mit Rerchssinanznilntster Erzberger und dem deutschen Wirtschafts- und Ernährungsmmisier Beratungen gepflogen. Die deutsch« Regierung hat grundsätzlich der Errichtung eines Clearinghauses zugestimmt. Denikin vereinigt sich mit den Polen. Versailles, 25. September. (Korr.-Bur.) Nach einer Meldung des Polnischen Preßbureaus soll sich die Arme« D e n i k i n s mit .der polnischen Armee bei Korostischew, 100 Kilometer von Kiew, vereinet haben. Verschärfte Streiklage in Amerika. Berlin, 25. September. (Korr.-Bur.) Das „Acht. Uhks Blatt7 meldet aus dem Haag: Nach hier vorliegenden New- Norker Meldungen war die wichtigste Folge des Streiks in Chicago ein Schritt der Regierung zur Unterdrückmg der radikalen Agitation. Mehrere Führer, die in Verdacht standen, eine Revolution herbeizuführen, wurden verhaftet. Bei den Zusammenstößen wurden mehrere Personen getötet. Der Präsident bei Eisenbahner, Plumer, har den Senat vor einem gesetzlichen Verbot des Eisenbahnerstreiks gewarnt und erklärt, daß ein solches Verbot unbedingt zu einer Revolution führen würde. Drohender Eisendahnerstreik in England. . : Amsterdam, 2L September. (Korr.-Bm.) „Tclegraas" meldet ans London, daß die Mitteilnng der gemüßigten Führer der Eisenbahnen, daß «fiit allgemeiner Aussiand der Effenbahner in England drohe, wie ein Blitz ans heiterem Himmel gekommen sei. Die Streikgefahr sei ans-dre Unzufriedenheit der Eisenbahner wegen Nichteinfiihrung der Standardtöhnc zurückznführen. Lau! „Algemeen HandclSblad" erklärte jedoch der-Sekretär der Vereinigung der Lokomotivführer und Heizer, ihrn sei von einer Kris« im. Ersenbahmvesen nichts bekannt. Ein Presfeskandal in Prrris. Paris» 25., September. (Korr.-Bur.) Der Her« it'S«' geber und der Chefredakteur des „M a t i n" Werder« vom Kriegsgericht der M i t s ch u l d a n B e tv ü g e r e i e n. d'e s B e r t r a u e n s m i ß b r a u ch es sowie des Handels mit Einfuhrbewilligungen bezichtigt. Den Blättern zufolge hängt diese Angelegenheit mit der Tätigkeit des nationalen Preßbureaus) . an dessen Spitze Schöller stand und das sich mit den Militärdienst der Journalisten zu befassen hatten, zissaurmen«. X :! ■:y: l

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