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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-26 · Heft 247 (26.9.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 247 (26.9.1919)
Date
1919-09-26
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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91t 247 Wien, Stettag 26. September 1919 _ Sette » j Die Ernährung. Der Marktbericht. ' DK Beschickung der Grünwar.e «Märkte fiel gestern etwas günstiger auS. Sowohl die eingelangten Mengen als cklch die Auswahl war größer als itt den Bot lagen. Auch Aepfel und Birnm waren in mehr als ausreichender Menge vertreten. Auf den übrig« Marktgebieten war die Lage keine günstige. In der Großmarkthalle war nur an markenirelem Fleich nn Quantum von 500 Kilogramm geselchtem <Vchaffleisch -um Preise vofi K 47.— nnd K 48.— für das Allogramm zu haben Zu diesem hohen Preis fand das Fleisch natürlich nur wenig Liebhaber und der größte Test blieb unverkauft. In der Blktnalienmarktballe im Ul. Bezirk gab. eS eine kleine Menge Eier. Die Übrigen Märkte holten keine Eier ttööttevu Auch Geflügel fehlte gänzlich. Heute dürften lebende Gänse m der Großmarklhalle zu haben sein. Auf den F i s ch m 3111 e n waren nur kleine Reste von Seefischen vom Vorlage und etwas Weißfische, das Kilogramm zu K 16.—, erhältlich. Der Getreidebedarf der Wett —- eine Frage des Schiffsraumes. > Beim» 84. September. (Privat.) Der »Nouvelle Correspondenee" zufolge wird in P a*ris durch das Office Central des CerealeB über die Getreidevrrsorgung der Welt auf Grund amtlicher Berichte für die Berbrauchsprriode 1919/20 festgestellt, daß die g r e r s b a r e n Getrerd «mengen insgesamt 826 Millionen Doppelzentner ausmachen. dem ein Bedarf >von 190^/, Millionen Doppelzentnern jgegenüdersttht. Bei der erst« Schätzung des Wellaetrerdeh u r e a u S rechnete man auf emen Ueberickuß . von 125 Millionen Doppelzentner, der sich aber au! 3b Millionen reduziert hat. Die Einleitung für den Verbrauch ist hierbei folgendermaßen festgesetzt: England 50 Millionen Doppcl- ^«tuer, Frankreich 40 Millionen, Deut chland 85 Millionen, Oesterreich-Ungarn 18 Mtllionen. Italien 17V, Millionen. Belgien 15 Millionen, die Niederlande und Schweiz 10 Millionen, Bulgarien b Millionen. Die v o rbandevenGetreidevorräte würden also weitaus genügen, wenn die Defizitländrr Über die nötigeTonnagever fügen würden. In Frankreich steht der Fracktraum weit hinter fernen Bedürfnissen zurück, weshalb die Wiedereinführung der Brotkarte in Erwägung steht. Die Qualität de- Getreides ist in Amerika zweitklassig, so daß die Mahlergebnifie Mlt einem Ausfall verbunden fern würden. Man will daher a u S Amerika fertiges Mehl riniühren. DxS wird auch schon aus Gründen der Beschäftigung der amerikanischen Mühlen gefordert. _ Erster Wiener Korrfrrmverein. Fortsetzung der Eierabgabe heute Freitag in den Verschleißstellen deS ll. bis einschließlich VII. Bezirkes, 1 Stück für die Person in der gewohnten Weise. Mitteilungen der „Rohö*. Zentralmagazin, VUl„ Pianstengasse 19: Abgabe von Prima Mcraner Aepfeln, Birnen und Trauben, Fruchtmarmrlade. Franck- Kaffee, pro Paket K 2.— und K l.—, So-So-Kafiee-Ersatz, pro Paket K 2.—, Waschstarke, pro Paket 20 Heller. Mandolaiti, Gulnschtabletten, pro Siück 30 Heller, Ba:i, pro Flasche X 3,50, Sardellen in Oel. Reibtücher, pro Stück ll 4.—, Paprika, 10 Dekagramm ll 4.—, Karroffelwalzgrieß und Emstedegläser; von 8 bis 18 Uhr und V,8 bis ‘/»ß Uhr. — Magazin. I., Nrbelungengaffe 7: Hasclnüffe, Kartoffelwalzgrieß, Sardellenpasta, Senf, Malol, chinesischer Tee; von 9 biS 12 Uhr und 8 bis 5 Uhr. - U.. IV., V. mrd XlX. Bezirk: Abgabe der rayonierten Ware; von 8 bis 12 Uhr. — XI ll., XVll. und XVHL Bezirk: Rayonierte Ware und prima Meraatt Arpjel und Birueu von 8 biS 12 Uhr. Bühne und Kunst. Wiener Komödlenhans. (Neu einstudiert: Rudolf HawelS „M u t t e r S o r g e^.) Diese Bühne bemüht sich mit Ernst und mit Erfolg um das Volksstück. Hawels „Mutter Sorge" gehört, wie sich gestern Meder zeigte, zu den beste« neueren DÜhnenarbeit« dieser Gattung. Alle kitschigen Sentimentalitäten sind von dem geschmackvollen Autor sorglich vermieden, nicht einmal das obligate '>-aar. das sich kriegt, wird in Bewegung gesetzt und die Gestalt des lleinen Mannes, der unter allen Umständen anständig und aufrecht bleibt, ist von einem Dichter gesehen üstd gezeichnet. Eine angenehme, man möchte sagen rührende Neberrafchung das Verhalten des Publikums. In allen vier Akten bockt die graue symbolische Gestalt der Frau Sorge auf der Szene und ihre Bemühungen, die Menschen in ihrer Gewalt zu behalten, wirken auf die Zuhörer wie ein Alpdruck. Als aber die Muiter Sorge das Feld räumen mußte, von der Arbeitsfreude und Familienliebe von dem geraden, mutigen Sinn der Leute da oben auf den Brettern in die Flucht geschlagen wurde — da atmete das Publikum auf und klatscht« frmdig in die Hände, DaS beste Zeichen für daS naive im Grunde doch uuverderbte Gemüt des Volkes. Und auch der Dichter dchf sich solcher Wirkung freuen. Die Aufführung unter Karl DneidingerS sorgfältiger Leitung war — wenn man von emigen wirklich minderwertigen Leistungen absteht — sehr anständig. Herr Kneidinger der den Anton Fehringrr gab. schuf eine treffliche, im besten Sinne deS Wortes volkstümliche Charakterfigur. Zu loben sind die Damen Bella«. 8 ambergund G i e S r a u. die Herren Volker, L u n z«r, R a « n i n- 6 e r und Kramer sowie die mitwirkenden Kinder. Der überraschend gute Besuch möge die Drrektion veranlaßen, mehrere Abende der Woche der Operette vorzuuehme« und dem BolkSstncke zuznbilligen. _ A. AuS den Theatern. Im B « r g 1 h r a t t x gelangt morgen SamStag »A. n n a K a r r n i» a" zur Aufführung. Anfang l/»6 Uhr. JmOperntheatrr wird morgen SamStag ,D i e Zauberflöte* gegeben. Beginn '/«? Uhr. Im Wiener Stadttheater gelangt morgen Samstag IbsenS »Stützen der G e i 111 i cb o {tw mit tan- Marr und Hansi Niese i» den Hauptroll« znr kederholung. Die Volksbühne befindet sich, wie verlautet, in Liquidation und bleibt b>S auf werteres geschloffen. 9m Johann Straußteat-r gelangt Sonntag. V* Uhr nachmittags, >D i e F ö r st e r ch r t ft I* znr Auf- . iührung. Allabendlich geht an dieser Bühne die.Operette „Drei a l 1 e S «fe a chteln" in Szene. Im Deutschen VolkStheater wmde als Nachmittagsvorstellung für Sonntag, */a8 Ufir, „Ivhigenre aufTaurrs* mit Frau Wagner m der Titelrolle und Herrn Aslan als Orest angeseyt. Für die Vorstellung gelten volkstümliche Preise ohne VormeikaebÜbr. — In den K a m m e r s v i r l e n wird an dem gleichen Nachmittag Schnitzlers „Anatol"-Zyllus gespielt. - ' Kampf gegen deutsche Opernaufführungen in Amerika. Parts» 85. September. (Privat.) „New Dort Herold" meldet aus New-Nork: In einer im Manhattan-Overnhause abgehaltenen Versammlung der v m e r i k a n i s ch e n L e g i o n wurde der Beschluß gefaßt, mit alle» friedlichen Mitteln die d e ut s ch e n Opernaufführungen, die demnächst im Lexington-Thcater statrstnden sollen, zu verhindern. Dabei wuide hrrvorgehoben, daß solche Opern in jeder Weise mit amerikani'cher Gesinnung unvereinbar seien. Eine Sävgerm, die die Werke Richard Wagnerö verteidigte, wurde unter stürmischen Ausbrüchen der Mißbilligung gezwungen, den Saal zu verlaffen. . Drei Noveklenbßrrde von JizchsK Leib Pcrez. Die Vorliebe für die ostjüdii'che Literatur wird gerade fetzt neue Jmvulle erbalten, da sie schon längst aMpiicht, wa8 uns neu bedrückt: Den Widerspruch zwischen der Herrlichkeit der Ueber» k'ofcrnng und Betheißulm und der dumpien Pein d<°s Atrgenblicks. Von den erzählenden Schriften Perez. des wtchtigsten Repräsentanten dieser Kunst, seren.empfohlen: »Adam und Eva* (gehrltet ll 89.16, gebunden ll 88.88), „S h a f s i d i s ch e Geschichten" (gehettet ll 14.40, gebunden K 19.20), ,A n s dieser und jenerWelt^. jüdische Gesch chtrn (geheftet ll 14 40. gebunden ll 19.201 Zu beziehen durch R. L ö w i t, Buchhandlung, Wien 1, Notrnturmstraße 32. Der Volkswirt. Die DeMobilisierAng und die Schieber. Wo unsere Schuhe hinkommen. Gestern war in diesem Blatte an leitender Stelle die Rede von ausländischen Spekulanten, die hier infolge des außerordentlich niedrigen Standes der Krone die vorhandene Ware zu Spottpreisen aufkausen, um sie dann im Ausland mit Riesengewinn an den Mann zn bringen. In dieser Hinsicht wirft die Aufdeckung eines jetzt bekannt gewordenen Schiebergeschäftes größten Stils ein trauriges Licht auf die bei uns herrschenden Verhältnisse. So abgestumpft und zermürbt auch unsere Öffentlichkeit durch die Ereignisse geworden ist, an diesem neuen Skandal kann doch niemand Vorbeigehen, ohne ihn gebührend an den Pranger zu stellen. Hier handelt es sich nicht um „Schieber auS dem Osten", um „Parasiten aus Galizien", sondern um einen waschechten Schweizer, der Wenzinger heißt, und Holzhändler ist. Dieser Mann wollte aus unserem ausgesogenen, gerade an Schuhen so armen Lande fünf Waggons, enthaltend $<0.00 0 Paar Schuhe, in die Schiveiz einführen. Er kaufte sie hier tont 12 Franks das Paar ein und verkaufte sie um 18 Franks das Paar an den Schweizer Genossenschaftsverband. Gegenwärtig zahlt man aber in der Schweiz für ein Paar mittelmäßige Schuhe zumindest 35 bis 40 Franks. Bei dem Geschäft sollte also nicht nur Wenzinger, sondern mehr noch der Genossenschaftsverband auf seine Rechnung kommen. In Dludenz jedoch wurden die fünf Waggons angehalten. Man argwöhnte eine unerlaubte Ausfuhr, erfuhr aber von der Wiener Regierung, das Staats amt für Finanzen habe die Ausfuhr «gestattet, ohne sich um die Cittzetheilen deS Geschäftes zu kümmern, bas zur Verbesserung her Valuta dienen sollte. Die erste Frage ist: Wo stammt die Ware her? Denn jedes Kind weiß, daß wir nicht gerade mit einem Ueherfluß an Schuhen gesegnet sind. Aus den Boi> räten der Heeresdemobilisberung. Die zweite Frage lautet: Wien leidet ganz außerordentlich unter dem Mangel an solidem Schuhwerk, der Winter steht vor der Tür; ist es unter derartigen Umständen überhaupt statthaft, einen solchen Gebrauchsartikel in derartigen Massen auszuführen? Würde sich durch ein derartige- Geschäft der Wert imserer Valuta tatsächlich heben, und darf man für diese geringfügige Aussicht die Bolksgesundheit aufs Spiel setzen? (Es ist inzwischen bekannt geworden, daß man die Schuhe schon vorher in Italien und Polen absetzen wollte, jedoch keine Käufer fand.) Warum, da wir Über 30.000 Paar Schuhe verfügten, belog man uns Tag für Tag durch die empö ende Erklärung, es feien leine Schuhe vorhanden? Die dritte Frage: Man verkaufte Wenzinger, der übrigens als Holzhändier nicht das geringste mit Schuhen zu schaffen hätte, das Paar um 12 Franks, also etwa 120 bis 130 Kronen. Wir aber bekommen ein Paar bestenfalls nicht unter 250 Kronen. Unsere Regierung ist also bemüht, Schweizer Privatspekulanten ein Vermögen zuzuschanzen, aber die eigenen Bürger dieses beispiellos verfahrenen Siaatswesens müssen doppelt so viel wie ausländische Schieber zahlen oder ganz ohne Schuhe bleiben. Und endlich, die vierte und letzte Frage: Warum prüfte das Staarsamt für Finanzen, das von Beamten übervölkert ist, das Geschäft nicht SeSi reib masehinen« Reparaturen w schnell, billig und gut Franz Josef PeSz, I,, Biberstrasse 8. näher? Es versteht ja sonst so glänzend, sich in all« vernünftigen, nutzbringenden Transaktionen einzumengen und sie durch lächerlich rückständige Verfügungen und unerlaubte, jede Privatinitiative lähmende Eingriffe zu verhindern? Wahrhaftig, wir leben in einem gottverlassenen Lande, geschlagen mit einem Heer entweder korrumpierter oder jämmerlich bornierter Bureankraten. Die gegenwärtige Regierung versprach bei ihrenl Amtsantritt, mit dem eisernen Besen zu kehren. Bisher hat man davon so gut wie gar nichts gemerkt. Im Gegenteil: die Dinge verschlimmern sich von Tag zu Tag. Die Oeffenllichkeit muß vomStaatsamt für Finanzen, von der Leitung der Sachdemobilisierung wie auch von alten an diesem „Geschäft" irgendwie beteiligten Behörden mit allem Nachdruck fordern, so schleunig wie. möglich Licht in diese dunkle Angelegenheit zu bringen. Unser Staat ist mit derr Fluch der Lächerlichkeit behaftet. Es darf nicht sein, daß wir unter diesem Fluch zugrunde gehen. Hier ist sofortige und gründliche Aufklärung vonnöten. Die Geheimdiplomatie der k. u. k. Monarchie hat uns in den Krieg gestürzt. Die Geheimtuerei der Lenker der Republik bedroht die spärlichen Reste unserer wirtschaftlichen Existenz mit Vernichtung. Das Staatsamt für Finanzen und hie übrigen Beteiligten müssen im eigenen Interesse und tm Interesse der schwer bedrohten Bevölkerung Rede und Antwort stehmr. Die Einlösung dev Oktober-Coupons der österreichischen Staatsschuld. Berlin, 85. September. (Privat:) Die ^Tägliche fthttifc* schau" erklärt in einem Artikel ^Deutsch österreichhat die Zahlungen eiugrstellt* unter anderem folgendes: ^DaS öfterreichische StaatSamt der Finanzen in Wim ersucht dir deutschen Banken, vorläufig eine Einlösung von Fälligkeiten der Lfterreichischm Staatsschuld nicht mehr vorzunehmen^ in dem von der Republik Oesterreich am 10. September 1919 Unterzeichneten JriedenSvertrag fei allerdings eine Regelung der Berbindlichkeitm der Staatsschuld deS ehemaligen Oesterreich er-z folgt. Die Durchführung des Füedensvertrages erfolgt jedoch erst' nach den umfangreichen Borarbeitw und Feststellungen, die nichts vor dem 1. Oktober abgrschloffrn werden könntm. Provisorisch^ Regelung und Weisungen über die Aufnahme der Zahlungm «t; dem Umfange, der den Verpflichtungen der Republik Oesterreichs entspricht, würden in allernächster Zeit mitgeteilt werden. BSj dahin soll aber eine Einlösung der Fälligkeiten der österreichischen Staatsschuld unterbleiben." Hinzugefügt wird, es bleibe abzuwartm, ob imd wie später eine Regelung «folgen wwd. » Do« mfvruiirtter Seite erfahr« vir, D e«t f ch 8 ste rreich habekeineswegS dieAbsicht, seinen Zahlungsverpflichtungen n ich t gewissenhaft n a chzuk o m me ». Eben so wenig könne von ei« e r Za h l u n g s e i nst e l l n n g d i e R e d e sein. Es wird denFcstlegungm iw Friedensvertrag vonSamt- Germam so genau wie möglich Nachkommen. Doch seien teilweise derart allgemein, gehaltene Bestimmungen vorhanden, daß. vorläufig nur eine provisorische Regelung möglich sei und erst die R e p a r a t i o n s k o m m i s s i o n werde unser BerhäÜviS zu de« emzrlnw Natronalstaatm definitiv reget«. Z«r Verhütung eines stnanztellen Zusammen^ brüches DeutfchlÄnds. Sine „Güterwährung". Berlin» 85. Septemder. Zu der Konferenz der Finanz-' minister der deutschen Bundesstaaten will eine hiesige Korrespondenz , eifahren haben, daß Maßnahmen zur Verhütung eines finanziellen Zusammenbruches Deutschlands besprochen wurden. Da die Reichsbank außerstande sei, die auSgegebeneir Banknot« mangels geeigueterDeckung einznlöfen, bleibe als einzige Möglichkeit, zur Beschaffung vollwertiger Zahlungsmittel an - Stelle, der Geldwähnmg «ine Güter- Währung einzuführen. Dadurch würde der Markkurs auf die n o r m a l e H ö h e gebracht werden können. Der Kursfi nrs' der gegenwärtigen Banknoten sei nicht anszuhalten, auch nicht' durch die Hilfe deS Auslandes, die nur gegen hypothekarische Sicherheit erfolgen würde, wodurch letzten Endes der gauze deutsche Besitz dem Auslande auSgrliefert werden müßte. Es soll auch eine Konvertierung der Kriegsanleihe zwecks Entschuldung deS Staates im Innern in Erwägung gezogen wmden fein. JrdeniallS trat die Erkenntnis zutage, daß mit halben Maßnahmen nichts zu erreichen fei und daß nur eine radikale Neuordnung deS Finanzwesens den Untergang Deutschlands verhüten könne. Geplante Erhöhung der Frachteutarife der Staatsbahn und der Südbahn um 15ü Prozent. Wie wir erfahren, ist eine 150°/,'ge Erhöhung der Frachtentarife der Staatsbahn und der S ü d b a h n geplant- Wenn auch etnerseikS zngegeb« werden muß, daß die AnÄagen der Eisenbahnen gewaltig gestiegen find» so wird andererseits die Mchibelastung wieder den Konsumenten treffen, der besonders die eingcsührten Lebensmittel, Kohle und Holz um so teurer zu bezahlen haben wird.

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