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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-23 · Heft 244 (23.9.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 244 (23.9.1919)
Date
1919-09-23
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Sk. 244 Wien. DLettstag Wietzer MoyLenzeuMA. Die WiSKer Die Regenzeit der Hervstgleiche tritt gerade in dem Augenblick auf, wo die 5dol)lenversorgung vollständig vmffagt und gestaltet das Bild der Stadt zu einem verzweifelten. Konnte man am Sonntag infolge der gllgemeinen Arbeitsruhe über die Schwierigkeiten noch emigermaßM hinweg kommen, so ist am gestrigen Arbeitstag das Verkehr-leben so ins Stocken geraten, baß man die weitere Entwicklung nur mit großer Sorge abwarjsn kaNn. Die arbeitende Bevölkerung aller Bernfsschbchten leidet namenlos unter den» . Regen und der Derkehrseinstellung, und wenn die Behörden nicht bald mit ihren Konferenzen fertig werden und dm wuchernden Lüchrrfuhnverkem fmö Handwerk fegen, wird er fast zu spät werden. Die Zentralsbelfen, die mit der Angelegenheit zlt tun haben, gleichen einst verlaufenden Mühle, deren Klappern Arbeit yortäuschen soll. Sie sind bisher Noch nicht darauf gekommen, 'den Pferdebestand, die Hohnfuhrwerke und die Möbelwagen zu requirieren. Sie haben sich auch noch nicht darauf besonnen, daß die Straßenbahn über eine Menge von Deitvagen verfügt, aus denen mit Hilfe des Vorhandenen Pferdebestandes wenigstens ein notdürftiger Verkehr ermöglicht werden könnte. Die einzig« Maßregel, die getroffen worden ist, hat der Direktor des statischen StraßenLahnwesenS, . Herr Ingenieur VpÄgler, ergriffen, Indem er aus Urlaub gegangen ist. Des ist zwar viel, bedeutet aber im gegenwärtigen Augenblick leid« sehr 'wenig. Di« verrmtroortlichen Aemder erschöpfen sich und das Publikum mit ErklLrnngen, daß die KohlenNot Überraschenderweise ein« so katastrophal« Wendung genommen habe, und sie versichern, daß sie den Betrieb nicht früher ausnehmen können, ehe sie nicht eine ansehnliche Reserve von Kohlen ansammeln können, um in Zukunft vor einer solchen tleberrafchung geschützt zu sein. Wir meinen, daß die Behörde« schon int Sommer auf diesen Gedanken hätten fetttme« könne« und die Tage, in denen die Bevölkerung durch di« vielen Urlaube sich verringert und die Theater nicht spielen, Hütten benützen können, um einen Vorrat anzulegen. A«S dem Staatsamt für öffentliche Arbeiten Nmtbe gestern mittags mitgeteilt, baß die Situation sich noch nicht gebessert habe, aber auch feine Verschärfung erfahren habe. Die Tatsache allein aber, daß die Situation sich nicht gebessert hat, bedeudet angesichts des trostlosen Wetters eins schwere Verschärfung und bringt die Gefahr des Zusammenbruches vieler Tausender kleiner Haushaltungen in bedrohliche Nähe. Vre steLengebttebenen Lebensmittelzügs. Bon Triest lcmgten am 19. und 20. d. M. Meldungen hier ein, die besagten, daß mehrere Leoensmittefe güge amerikanischer Provenienz nach Wien ab gegangen such. Die Züge kamen hier nicht an. Es wurde sicherjgestellt, baß die Züge in Marburg stehen und von dort nicht weiterbefölLert werden könne«. Rach dem Aebeve in kommen mit den Südslawen sollen die LebenSwtttelzÜge von Marberrg von der deutsch-st-erreichischen StaatSeisenbahnverwaltung nach Wien geführt werden. kDia eS aber an Kohle mangelt, bleiben die Lastzüge in der Station Marburg stehen und warten seit drei Kiagen auf die Weiterbeförderung nach Wien. Die Stadtgemeinbe ist gezwungen worden, aus ihren Reserve« bereit» 340 Waggons Mahlgetreide für die öffentliche Versorgung zur Verfügung zu stellen und ton» Innsbruck und Salzb,'' g treffen Duldungen ein. eaammasmnr'jn.., Christus itn Film. Den» in wenigen Monate« die Christenheit sich anschicken wird» da» Weihnacht-fest als GeburiSsest des jüdisch geborene« Erlöser» gfi begeh«, so werde« zweifellos die FestarNkel aller BM« ohne Unterschied deS Standes und der Konfession mehr vder minder weihevoll verkünden, daß endlich wieder nach fünf schwere« KriegSjahrm die Worte der WeihnachlShymne aushören eme Verhöhnung der Völker zu sei«. Theologen, denen das Seelmheil ihrer Gläubig« anvertrant ist und die. sich als Hirten ihrer Gemeind« fühl«, «erd« mit frommem Angenaufschlag den Her» lobpreis«, daß er «blich hat Frieden werden lassen. Feldprchiger, dir vor «och kurzer Zeit von sicherer Ferne ihre segnendm Hände über die Sturmbatailloue hob« . und ihnen von der Helligkeit de» Kriege» predigt«, olS wäre Christentum nie etwa- Midere» gewesen, al» der Glaube an die alleinselignidchmde Wirkung de» Bajonettangriffes, werde» die Worte paraphrasiere« und verheißungsvoll vom Himmelreich auf Erd« red«. Ab« inmitt« dieser Christenheit, die wieder beginnt, in billig? Selbstzufriedenheit sich «tt ihrem Gott al» auSgestzhnt, sich selbst aber al» fromm Md gläubig, christlich m»d ehrenhaft, hilfreich Md gnt zu fühle«, lebt ein Volk, gespensterhafh als namenlose- «tsetzenSvolle GewiflmsmahnMg. AuS tausend Wund« blutmd, tausendfach gekreuzigt, tausendfach geschmäht Md verleugnet, wankt, schleppt eS sich mühselig über die mit neuer ttifeiibcr Friedmsfrucht besäten Aecker. GS ist da» Volk deS Heilands. Man wendet sich von ihm ab, man sperrt ihm die Tore, «a« will e» so weit wie nnr möglich von sich jagen, um eS nicht sehm zu mllsien: denn wie könnte christliche Menschheit diesen Anblick ertrag«, ohne sich i« erbarmungsloser Erkenntnis der hmtige« Heucheln bewußt zn werden, m der sie sich von »Meck tzerstricktt Pciedr ans Erden! Krieg« lausche« ihre Schwert« rmd geh« wieder al» Bauer« hinter d«r Pflug. Ueber de» Granateutrichttm glättet sich der Acker und grünt in »euer Fruchtbarkeit. Kanonen Md Fahnen wandern in staubige Winkel entlegener Museen. Arbeiter strömen pi dm Kabrllen. GS geht wieder auswärts. Man kann wieder wonach dort ein großer.Brvimv.ngel herrscht.- Di« dortigen LnndeStegkrilngen wandten sich in einem dringenden -Telegramm an dfe Negierüng um Hilfe. Keine Nnfntthnre des StrMenh ah:r Verkehrs. Wie wir aus authentischer Quelle erfahren, ist j an eine Wieberaufnahrtt« des Straßenbähnverfehres in j den nächst» Tagen nicht zu denken. Ein Termin für die Wiederaufnahme deö Verkehres ist. unmöglich an* * zugeben, da die Kohlenzuschübe sich nicht Mesfert Haben und auch feine Anzeichen vorhanden sind, daß' sie sich bessern könnten. CS beffeht sogar die Gefahr» daß der Einbahnverkehr noch restringiert werden wird und die LeSensmitkelzuschübe ganz unterbunden weihen, j Die Situation wurde "an innßgtzbenoor Stelle mit den Worten charakferisfert: „Es ist iwsttos und Hilfe bisher von feiner Seite zu erwarten." 1 Dsr Kshksnbedckrs der Stadt Wreff. Bei eingeschränktem 'Verbrauche benötigen die städtischen Gaswerke im Sommer rund 1100 Tonnen, im Winter rund 2750 Tonnen täglich. Da das Ostrau- Karwiner Revier nur 1100 Tonnen liefert, ist eine Betriebseinftellung im Winter unvermeidlich. wenn unS nicht Deutschland Gaskohle aus dem Ruhrrevier zur Verfügung stellt. Die BeirieLseinsfetlung wird durch folgende Ziffern illnstrfertr 250.000 Anschlüssc. davon 200.000 bei Wv yn ungen^ 45.000 La lernen, wvv m derzeit nnr dir Hälfte vngezündet iuerd-.n. 150 Bä lrreien mit Gasheizung und100 .Kriegs küchln mit 200.000 Personen, die vorwiegend mit Gas arbeiten. 200.000 Haushalte ohne Licht- und Kochgas. Beim städtischen Elektrizitätswerk beträgt bei ein geschränktem Verbrauch der Kohlenbedarf rund 900 Tonnen im Sommer und 1300 Tonnen im Winter täglich, fi-avon Mechern 160.000 Konsumenten mit 125.000 Wohnungen besteigt. Die tägliche Stromabgabe für Lichtzwecke betrügt 30.000 Kiwwatstnrchen, für Krastzwecfe 300.000, für Bahnzwecfe 130.000 Kilowatstunden. Die städtische Straßenbahn hat eine Streckenlänge von 254 Kilometer mit 3100 Loa^en. Durch die Betriebseinstellung werden 13.900 Angestellte arbeitslos. Durch die Einstellung ddS Verkehrs erleidet dte städtische Straßenbahn einen Ausfall von rund 600.000 Kronen täglich; falls die Gaswerfe und Elektrizitätswerke eingestellt werden würden, würde der Ausfall noch um rund 900.000 Kronen täglich gesteigert werden. Der Bedarf für Hausbrand und Industrie beträgt täglich (bei Annahme eines KüchenbrandeZ von 20 Kilogramm) 5700 Tonnen. Prager Kelss des SL<mLs?ekkeLSrS ZerdiL rrnd des tzofrstes Dr. Motz. Der Kohlenreferent des Staatsamtes für Verkehrs- Wesen, Hvfrat Dr. Klo ß, der in M ährisch-O stra u mit den maßgebenden Persönlichkeiten konferierte, hat es nicht verabsäumt, den vollen Ernst der Lage und die drohenden Konsequenzen darzutun. Hofrat Kloß verlangte nachdrücklichst die Einhaltung der tschechlscherseits übernommenen Lieferungsverpflichtungen, wobei ihm erwidert wurde, daß die Reduktion ausschließlich i auf die geringere Fördermenge und nicht etwa auf politische Motivs (tschechische Schulen in Wien, Volksabstimmung in Löschen usw.) zurückzuführen sei. Obwohl bis zur Stunde eine direkte Nachricht des Hofrates K lo ß Über ein erzieltes Sfesultat noch nicht vorliegt, so nimmt man dennoch in informierten Kreisen an, aufbauen. Man kann Wund« heilen. Man darf du Erinnerung an den Krieg wie an eine geistige Umnachtung der Menschheit vergessen. Man darf sich tröstend suggerieren, daß nur irgendwelche Monarch« Md Spekulanten Verbrecher war«, während die Menschheit selbst um willenlos mitgeschleppt wurde. Man darf sich einredm und einander gegenseitig beteuern/daß man völlig schuldlos und lammfromm war und ist und daß man jetzt, m jene Verbrecher geflohen sind Md wo man sich mutig genug erweist, ihnen noch d e Zunge herauszustrecken, d« Well erst zeigen werde, wie brav ma« im Grunde sei. Die» alle» darf mach dürste, konnte man -- wenn nur * nicht daS Iudengesindck wäre! DaS erhebt ein Geschrei und verkündet in aller Wett, eS sei von Mord und Totschlag umgebe«! Und w«n r» selbst in schweigsamem Märtyrertum verbliebe, daS .Blut der Gemordet« schreit zum Himmel. Und wer es nicht hören will, der sieht eS auf all« Straß«, di« bedeckt sind mit Flüchtlingskolonnen, gehetzt«, verfolgten Ausgestoßenen, kaum noch Mensch« zu nennen. DaS leidige Pack — es stört Mfer gutes Gewrss«, es verdirbt «nS dm gut« Schlaf — es lauft als.unser Spiegel neb« ans her» daß wir in ch« hinter der geheuchelt« Biedetkeit die Frätze unserer Verruchtheit erkennen. Wer aber verträgt eS, daß man ihm so sei« eigenes Ich enthüllt? Und so wälzt sich, von der Gaffe getragm, de« Kot aller Rinnsteine mit sich schleifend, daS „Hosiannah! Kreuziget" über die Welt... Unsere Ohr« vernehmen eS täglich lauter. Gelbe Zettel kleb« an all« Ecken: ^Judcn hinaus!" Dies Dannerwort, daS die ^Arbeüer-Ze»tnngzu dem chr« erhob, machte auch vor ihr« Räumen nicht Halt. Sie nmd die Geister, die sie rieh nicht mehr loö. Scho« wendet e» sich gegm sie, auch an ihrem Portal hängt der gelbe Fleck, und wer glaubte, als Flüchtling unerkannt zu bleiben, wenn es ihm nur gelang, hinter den RedaklionSfesiel einer sopaldenwkratächen Zeitung zu flüchten, wird auch sich bald entdeckt sehen. ^Iuden hinaus!" In all« Versammlung« von Bürgern, Dauern, Soldat«, Proletarrern, Überall ohne Unterschied mittel das Wort. Wir lcbm im Lande der KoalitlonSregiernvg — waS bindet Sozialdemokrat« rmd CtzriÄMoMe susammen? DaS Wort^Jnden hinaus P. Die 23. September 1919 Seite 3 daß die maßgebenden Stellen in Mährisch-Ostrau, nicht zuletzt unter dem Einfluß der Weisungen des Obersten Rates in Paris, in fetztev Sttmde einzufenken beginnen. Hofrat Dr. Kloß hat seine. Konferenzen in Mährrsch- Ostran beerrdet und begibt sich turch Prag/ wo er gemeinsam mit dem Slaatssekretär für Verkehrswesen, Z e r d i k» die Schlußverhandlungen mit der tschechischen Negierung führen wird. Die Kohlendatastvophe in Wien und die im Hintergründe derselben noch auftauchenden Gefahren der Neduktion des EiseubahnverfehreH, die Gefährdung der ApprovisioitiM'mg usw. habtzü eS Nötig gemacht, daß diesmal vor Aufhebung deS öksttzn Teiles der bisher getroffenen Spaemaß-' nahmen ein formeller Vertrag zwischen den beiherseillgen Regierungen im Sinne dev Bestimmungen dSZ Friedensvertrages von Saim-Germatn zustande wnant, damit nicht Handel mrd Wandel in Deutfchöfterreichf fortgesetzt von Zufälligkeiten abhängt und angesichts des femmeuLM Winters die Bevölferung nicht nüch mehr der Verzweiflung anheim fällt. Erst wenn die Negierung bestimmte Zusicherungen für «ins dauernde, regelruäßige und hallnoegs auskömmliche KohlenbSNefs.- rung haben wird, wird es möglich fein, dis bisher getrvfstmen KohfensparmaßMhmon in Wien aufznheben. Für den Fall eines günstigen Verlaufe» der Prager Verhandlungen könnte die Wiedsransnahme des StrüßenbahnverkehreS in Wien frühestens Donnerstag erfolgen» wobei jedoch konstatiert sei, daß bis zur Stund« eine sichere Grundlage für diese Ännahnre noch nicht vorliegt. Parallel mir den Verhandlungen mit den Tschechen werden auch solche den Polen und mit Deutschland geführt, welch letzUres jedochj' derzeit ebenfalls sich in einer tristen Koh len situativ ir; befindet. Auch der Betrieb der Gaswerk« gefährdet. Bei den städtischen Gaswerken sind die Zufuhren auf dem Nullpunkt angelangt. Bekanntlich werden die städtischen Gaswerke aus dem Bestände der in Wien einmündendeu Eisenbahnen versorgt. Da aber die staatliche Eistnbahnverwaltung daraus bedacht sein muß, daß sie selbst bei denr ohnehin aufs äußerste reduzierten Eisenbahnverkehr auf den Linien der deutschösterreichischen Staatsbahnen nicht in ein« peinliche Situation gerate, so wird sie in die Lage versetzt, en'tpsiitdliche Einschränkungen verfügen zu müssen. Wir müssen also damit rechnen» daß die städtischen! Gaswerke aus dem eisernen Bestand der Staatsbahnen ftmut noch weiter versorgt werden können, «nd daß der Betrieb', der Gaswerke somit vor der Gefahr der Gin^ st e l l u n g steht. Die Approvifiortiervrrg gefLhrdet. Eins Hiobspost wurde gestern nachmittags aus dein Rathaus hmausgemeldet: Die Lage der Stadt Wien hat sich tn bezug auf den Kohleneinlauf und die Vorräte nicht! nur nicht gebessert, sondern eher verschlechtert. Eine Folge dieser Situation ist die Gefährdung unserer Approvisionierung, well die auf den Bahn- Hösvr anlangenden Lebensmittel nur noch in der Rächt von Sonntag aus Montag zur Not befördert werden konnten. Wann der Str aßenbahnverkehr wieder au st genommen wird — so heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus — kann noch nicht gesagt werden, daH hänge von dem Kohleneinlauf und von dem Ergebnis her? Berhcmblungen ab, die jetzt in Prag geführt werden. Die Wirkung auf den GeschSstsverkehr. Der Direktor eines großen Warenhauses äußerte sich Ä zU einem unserer Redakteure über die Wirkung der tttitö deS Straßenbahnverkehrs in folgender Weise: „Die Wirkung ist eine äußerst schwere und bedrückende, da de» Betrieb vieler Geschäfte nicht nur gestört, sondern beinahaufgehoben worden ist. Besonders park tritt diese Erscheinung in Mariahllf zu Tage, wo es unserer Kundschaft geradezu unmöglich gemacht wird, zu u«S zu kommen. Dadurch -„>.,„1,.^.., .1 .1 ..MP annH« >»| 1'.gM-ia«« ü "»BWW« „Gaglsteu*, btt feint mehr sind, da thn« der Staat dir Gag, verweigert, rächen sich durch daS Wort »Jude« hinaus!^. Sn gründen «ine neue ZeitMg, sie nennt sich »Die nme Frout^, sie Men sich ManSgefüijt. Md da sie nicht mehr Mannschaft« tttii Maschinengewehr« in StachrldrKhte Md tzeuerwerfet jag« dürfen, gibt ihnen der Kampf mit stinkend«, giftig« Gas« ein« Ersatz zur Befriedigung sadistischer Triebe. And draußm in der Provinj finden sich Helfer genug, die daS Feuer schür«. Friede auf Erd« für uns Juden allein gilt eS uichh Noch immer gellt MS in dte Obren: Feinde ringsum! Nirgends Freundschaft, nirgends Wohlwollen, nirgends Gerechtigkeit — nu, Haß und Verfolgung. Verfolgung fast ohne Sinn, ohne Zweck, nur um der Bosheit will«. Ein jeder wußte >m voratlS, daß dir Fremdenausweisung— die »Mittagspost* stellt wiederholt aus» drückl ch fest, daß der Landeshauptmann S evet sie e i g e w mächtig veranlaßt habe — nicht durchführbar ist, ein jeder wußte, daß schon allein die Rücksicht auf Kohl«- und Wagennoi. auidie polnische, tschecho-slvwakische und somanche andere Regierrmz die Maßnahme zumindest durch sahlreiche Ausnahme» durch» löchem müßte — wozu also? Rur damit 80.000 gehetzt« Mmsch« von neuem aufgefchreckt werden, nur damit zahllofr Arbeitskräfte 86.000 Gesuche türmen, die dem Staat zunächst als Judenfleuer K 100-000 Stempelgebühr« einbriugen, von dev Beamt« nicht zu sprechen, die für sinnlose Arbeit bezahlt werden müsim, von dem Advokat«heer, daS in Bewegung gefetzt wird, von der Unmaffe an Papier und Drucksorlen, daSverschw«det wurdet Wahrlrch, — verdienen werden genug Leute an dieser Geschichte aber wenn man die Flüchtlinge nicht anders zu produkkivier« versteht wie auf solche Wecke, dann wäre «S schon bester, mm ließe die Finger überhaupt davon. Nicht nnr di« gelt« Zettel praugm an all« Eck« „Inden hmant*. Von allen KmoS locken Plakate: Chrtsiu» im Film Wien hat eine neue Sensation. Der Heiland ist gekommen. Zw« nicht m Person» denn als ausländischer Jude ohne Benes vchillle er wohl keine Aufcr^haltSdewilligung. Aber wer eS sich L S bis » kost« last« will, darf ih« sich, vom beauem« st.ebnstuhl auS, am« srh«. Friede ans Grd« .. . «. i

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