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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-21 · Heft 242 (21.9.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 242 (21.9.1919)
Date
1919-09-21
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4_ Wien, Sonntag Inland. Die Nationalversammlung. Die NaUanalversammsi-n--» wird wabr'ckwinlich am Oktober. am 18. Oktober, zusammentreten, in» die '>? i f j f s? i t i v n d e s F r i e d " N * b et H* i o1 § vorzuttewnen. Bis ’batnit sollen find) die legislativen Äorarb'i,n. die mit der Durchführung des Friedens- Verträge-? r-'.srmmenHänqen, irr den Staatsämiern be- '?-iu. Der Staatskan^ler scki-int außerdem die Abnck'.t \m haben, in dieser Zwischenzeit über 6le r>indlaqen der neuen R«<nernngSinestrbeit mit den (:h''istlicb'vzioien nnd mit den Sorialdernolrat-n zu verhandeln. Die Verhandlungen sollen, wie man -'u varl-iinrntarischen Kreisen glaubt, bereits in de'' näibite"» Worbe beginnen. f'n den Aufgaben, die bei diesen Verbandl"naen k'ere'niat werden müssen, gahört auch die Verw a l t u n a s r e? o r m. Schon von dem -alten Regime nnude die Unzulänglichkeit u'nseres buregu?r-ati>d'"n V?"- toa!t:mq>apparate§ erkannt und verschiedene Versuche nniernouunen. die Verwaltung dem neuen -c:i.nKsprechend einzurichten. Diese Bcr'ilche lind-im Sünde bcrfhiivu. ^ie neue Revublik bat im großen uu^ "N',en den elteir V-arwaltnugsapbar-at übernommöN. Wäbrend bcr Uebergangsa-eit konnte aus verschiedenen Gründen daran nichts geändert werden. Andererseits sind gerade wahrend der Nebergangszeit Erscheinungen zutage getreten, die geeignet sind, den ganzen Verwaltungsapparat.. noch mehr zu komplizieren. Solche Erscheinungen sind die Selbständigkeit der Landesregierungen. die bis an einer ans ge spräche neu Separation der Länder gerührt kiat und daß Auftreten der A r b e i t e r r ä t«, die auch Kympetenzen, welche in die Exekutive fallen, für sich in Anspruch nehmen. In den Staatsämtern und bei den Behörden wird an eine Reduzierung des Beamtenstandes und an eine Vereinfachung beS Geschäftsganges gedacht. Bei den Landesregierungen fall eine Lösung gefunden werden, die neben den autonomen Rechten des L-andeS auch eine Vertretung des Staates zuläßt. Bezüglich der Arbeiterräte hat der Staatskanzler in der letzten Zeit wiederholt angekündigt, baß das Rätvsystem, also nicht nur die Arbeiterrät«, sondern auch die Bauernnnd Bürgerräte, als beratende Organs wirken sollen, und zwar in der Form von Kammern. Ob sich daraus, wie von manchen Abgeordneten behauptet wird, mit der Zeit eine Stände Vertretung entwickelt, bleibt dahingestellt. Den Verhandlungen über die Berwaltnngsreform wird in Abgeordnetenkreisen mit Intertfk entgegen gesehen, da sie Fragen berühren, die. abgesehen von der allgemeinen Wichtigkeit, auch zur Bereinigung der Differenzen dienendie während der Uebergangszeit zwischen den Parteien der Koalition entstanden sind. Die Regierung hat den Entwurf eines Gesetzes eingebracht, wonach Frauen unter denselben Voraussetzungen wie MDner zur Parteienvertretung vor Gerichten und Verwaltungsbehörden zuzulirssen sind. Hierdurch wird mit der Regel des 8 89 der Zivilprozeßordnung gebrochen, derzufolge nur Personen männlichen Geschlechtes als Bevollmächtigte im Zivilvrozeß auftreteu können. In den anderen Fällen des behördlichen Verfahrens (Verfahren außer Streitsachen, Strafprozeß, Berwaltungsverfahren) besteht zwar keine Vorschrift, durch die Frauen von der Parierenvertrctung ausgeschlossen wären. Da aber auch für diese Verfahrensarten wiederholt die Meinung vertreien rvnrbe, daß eine Vertretung durch Frauen unzulässig sei. empfiehlt sich eine ausdrückliche Regelung. Wie erwähnt, laßt der Entwurf die Frauen unter denselben Voraussetzungen wie Männer zur Parteienvertretung za; an diesen Voraussetzungen selbst wird nichts geändert. Im Anwaltsprozeß soll daher nur auftreten können, wer der Anwaltschaft an ge hört, als Verteidiger nur, wer in der Verteidigerliste eingetragen ist usw.; _ *-i Westungarn verlangt die sofortige Angttederung. Zn einer gestern abends vom Verein zur Erhaltung des Deutschtums in Ungarn im Saale des deutschen SchulveremeS veranstalteten Versammlung, der Vertreter fast sämtlicher Staatsämter auwohnterr. wurde die Forderung nach sofortiger Besttzcrgrcimng des BuraenlandeS durch Deutschösterrelch unter dem Beifall sämtlicher Anwesende« ausgestellt. Slowakische Delegierte in Warschau. Aus Warschau wird telegraphiert: Hier stnd P. M e r* g o r i li unb Prof. 8 iptaialS Delegierte deSNatioaalst a a t e s der östlichen Slowakei, angekvmmen, um der polnischen Regierung über die in der Slowakei herrschenden Verhältnisse zu berichten. Die Delegierte» behaupten, baß alle Schichten der slowakischen Bevölkerung eine Volksabstimmung verlangen, feie Über die Zukim t der Slowakei zu entscheiden hätte. Der polnischen Regierung wollen du Delegierten eine Denkschrift überreichen. in der die Jage in der Slowake: dargeftellt wird. Die ganze Bevölkerung ist den Tschechen durchaus nicht gewogen, so daß eine eventuelle Volksabstimmung gewiß nicht zugunsten der Tschechen auSfaÜeu würde. Die Bevölkerung Rumäniens. Bukarest, 20. September. Das Rumänische Preßburrau «lüde!: Nach den letzten statistischen Daten beträgt die Bevölkerung Großrumäniens im ganzen 16 Millionen Einwohner. Davon sind 13 Millionen Rumänen. 1,660.000 Jude n, 700.000 Russen und Ukrainer, 10 0000 Bulgaren. 1,700.000 Ungarn. 000.M0 Deutsch r (bie Bevölkerung von Stör out öl 'mdegr-'ün,! unb 350.000 anderer. NauoiialuäL. -_Wiener Morgenzett uvA Eine Diktatur Noske? B er l-»n> 20. Sepember. (Tel. der „Wiener Morgenztg.") Wie die „Tägliche Rundschau" meldet, wird in den Kreisen des republikanischen Führerbundes eine Agitation für die Aufrichtung einer Diktatur N o s k e betrieben. Die Haltung des Neichskabinetts hierzu sei unbekannt, doch soll die preußische Regierung der Angelegenheit sympathisch gegenüberfteheu. v Stratzennnruhen In Lodz. Mährisch-O?tra tu. 20. September. (Tschecho-slaw. Breßbur.) Wie die „Morgenzöttuug" aus Lodz meldet, ist es dort am 17. d. M. zu einem Zusammenstoß d e m p ns ft r t c v e n b e c Arbeits loser mit der Polizei gekommen, wobei auf beiden Seiten geschossen und eine Anzahl von Arbeitslosen und Polizisten getötet oder verwundet wurde. Schließlich griff eine Abteilung Kau-Äerie ein, welche einen Angriff auf dir Demoirftranten unternahm und eine Reihe von Personen verwunvete. Die neue Grenze Bulgariens. Paris, 19. September. (Hovas.) Im Friedeusvertraz mit Bulgarien wird die Äordgrenze Bulgariengegen Rumänien abgeändert. Im Westen bleibt sie gegen Serbien im allgemeinen die alte. Strirmltza und einige angrenzende kleinere Landstriche werden dem jugoslawischen Staate einverleibt. Die Abänderung im Süden wegen der Gebiete, über deren Zuteilung später entschieden werden wird, läßt die neue Grenze auf einer Linie gehen, deren Ausgangspunkt acht Meilen südöstlich von Kaslik lieat und die in Kiltik endet. Arbeffoni und Tariere bleiben bulgarisch. Die Linie durchschneidet die Berge Kartel-Dagh und Tokedschi-Dagh. Im Süden und Osten werden unbedeutende Veränderungen vorgenommen. Die politischen Bestimmungen verlangen, datz Bulgarien den serbischkroatisch-slowenischen Staat anerkenne. Ein Ausschuß aus fünf Alliierten und je einem Serben und Bulgaren wird die Grenzlinie im Gelände festlegen. Die bulgarischen Staatsangehörigen, die nach dem 1. Jänner 1910 sich in einem an den serbischen Staat abzutretenden Gebiet niederlassen, erhalten die serbische Staatsangehörigkeit nur durch Ermächtigung dieses Staates. Generalversammlung der Prager Kreditbank. Prag, 2ö. September. (Tel. der „Wr. Morgcuztg.") Heute vormittags fand die cm&cioibfntlirfic Generalversammlung der Prager Kreditbank unter Vorsitz des DirektdiS Dr. K a r l t f statt. Anwesend waren 50 Aktionäre mit 30.661 Aktien und 7905 Stimmen. Dm ersten Plogrammpunkl bild'te dre Verwirklichung der ant 13. Mai d. I. m der Gruetalbersammlung beschlossene K a p tt»ls e r h L h u n g von ' 0 aus l00 Milltoneu Kionen. Der Vorsitzende erklärte, daß infolge der bedeutenden Vergrößerung des Bantgeschältes die Notwendigkeit der , Verwirklichung drS seinerzeitigm Beschlusses gegeben sei. Die Srnfuhr aller Rohstoffe stoße aus große Schwierigkenen und das einzige Mittel zu deren Beseitigung bestehe rn der Anlehnung an g r o ß r und rn a ch t > g e ausländische Institute, um durch ihre Vernntilung ausländisches Kapital und Kredit nw Verfügung zu haben. Nach langwierigen Verhandlungen des Obrrdireltors T u m a seren die Verhandlungen in Pgris abgei'chlossen woroin, unter,Bedingungen, die tüc die Weilerentivicktung der Bank gänsirg seien Sodann berichtet BerwaltungSrat P e t t t l o, daß es gelunien sei. mit dem von der Soeietc General gesuhlten, Syndikat» dem die - Banque de Paris und der Credit Mobile angehören und mrt her Rottrrdamschen Bankvereinigung Verträge abznscktießen, nach welchen sich dre Banken m>t 60 Millionen Kronen an der Prager Kreditbank beteiligen, und zwgr werden 26 Millionen Kronen gleich bezahlt, dre restlichen 35 Millionen Ende 1930. Ueber die Bebrngun^en und den Kurs der Aktien wird noch verhandelt werden. Zn den Venvaltungsrat würden vrer Mitglieder gewählt werden: drei Franzosen und em Holläriper. In den Äuffichtsrat wird einer dieser Herren kooptiert werden. Dr. S ch a u e r, der bei den Verhandlungen in Paris anwesend war, terlt mrt, daß von den neuen 60 Millionen Kronen Aktren 80°/« der Prager Kreditbank gi-wahrt bleiben, so daß ste im ganzen mit 60, die ausländische Gruppe mit 40 Millionen Krone« beteiligt sein wird. Allerdings werden die 10 Millionen Kronen noch e»ne Reihe von Jahren in der ausländischen Gruppe gebunden fern. Bei deren Freigabe würden sie ober den heimischen Akttonären zur Verfügung gestellt werden. WerterS wird eS auf dem Balkan gewiß zu Ecvloilalionen kommen, die ohne französisches Kav»tal nicht möglich seien. Dev Kurs der Aktien wird m einigen Tagen endgültig geregelt werden. Hierauf wurde die KapitalSrrhöhung einstrmmig beschlossen. Die DoLLsabstimmuvg in Ostfchlesierr. Mährisch-Oflnau, 20. September. Die Delegation der vereinigten deutschenParteienin Ostschlesien ist heute zu einer Beratung nach Mährisch-Ostrau einberusen. Diese Beratung wird sich zunächst mit der Haltung der deutschen Bevölkerung beiderbepor st eben denAbstlmmung beschäftigen und prinirpielle Beschlüsse lassen Die Bcra'nng. an welcher Vertreter aller deurschen Parteien der großen Orte und Stödle in Ostschlesieu teilnchmen, ist streng vertraut ch. Kein Telephonverkehr mit Budapest. Budapest, 20. September. DaS r u m ä n r s ch e Oberkommando verlautbart, daß es die Benützung des T e l cphouszuVrlvatoesvrächen nicht gestatte. 21. September 1919 Nr. 242 Telegramme. Krawall im Prager Gemeind erat. Prag» 30. September. (Tel.-Komp.f Zn der heutiges Setzung des Prager StadtverordnetenkollcgiumS gab der deuisch« Stadtrat E v ft e, n ein« v r o g r a m m a t r s ch e Erklärung ab, die in der Forderung nach Einlösung der Krteg-anleihe givfclle. Drese Erklärung löste rinen St urmder Entrüstung ^aus, der sich zu eintm Lärm steigerte, durch den Rcduer vollkommen niedergeschricn würde, ajs er cs wggte, den letzten Teil seiner Rede i u de» ts.ch er Svrache vorzubringe«. Eme Reihe van Rednern und Rednermnen griffen ,n der folgende« Debatte den Sprecher der Deutschen in der hestigstea Welle qn. Als der tschechische Sozialdemokrat Nase k km* Volksgenossm darüber belehren wollte, daß es das gute Reckt d?x Deutschen sei. sich ihrer Svrache zu bedienen und daß die Frgge der Em'osmig der Kricgsanlrlhe iür die Deutschen ebenso mit für di« Gemeinden und StA>te und damit für den ganzen Staat von eminenter wirrschastlicher Bedeutung sei. rief er einen nicht minder großen Enlrmtuugssimin hervor. Seine Ausführungen ivmdcn vom Redner der Natioüalsozialcm als Perfidle bezeichnet, odnr daß der Vorsitzende elngeschnttcn wäre. Prag, 20. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.^ In der heutigen Sitzung des GemeinderateS eiklä'ten die deutsche« Gemeindeamt, sich der Abstimmung über die Beteiligung an der neuen Sta.rtsmlieihe zu enthalten. Sodann legten die Redner-dev Zionisten ihren Standpunkt dar und erläuterten die B e« sch werden der jüdischen Bevölkerung. Verband der deutsche« Großgrundbesitzer BSHmens. Präs, W. September. (Tel.-Komp.) Heute sand in dal Räumen der Deutschen Agrarbank in Prag in Au« wesenbert cimS Vertreters des AckerbauministerS - die k o n st i - tuierendt Versammlung des VerbändeS verdeutsche »p Grostgrundb es i tz e r Böhmens statt. Die vor der Versammlung gepstogenrn Verhandlungen zwecks Schaffung einer gemein« amen Jutereffenvertretung der deutschen und ischrchllchrn Großgrundbesitzer waren ergebnislos, verlauten. Der Verband bezweckt dre Wabmng und Forderung der wirtschaftlichen Interessen seiner Mitglicdcr und deren,Be-». ratuNg rn allen fachlichen Fragen mrt Ausschluß jeder, politischest. Crndcnt. Als Geschäftsstelle fungrert provrsorlsch die Deutsche' Agrarbank in Prag. Ei« bolschewikisches Komplott itt KosstMti«opel. Bukarest» J0. September. (Tel.-Komp.) Das Rumänische Preßbmeau nrcldet: Aus Salonikr emgetwffene^Re.isende erzählen, daß Vertreter der verbündeten Mächte t» Konstantinopcl aus b c Svur eines überruS gefährliche« Komplottes gekommen sind, deffen Zweck die Einführung dcs Bolschewismus rn der Türkei ist. Die Faden der Berichwör.mg führen nach Moskau, von wo auS Lenin und T r v tz k r die Tätigkeit der durch den kommenden Frieden stark erregten M>ta!«eder des jungtürkischen Komitees leiten Md dresrS Mlt großen Geldsummen versehen. Die Propaganda der,Jung» tilrken soll aus sehr günstigen Boden gefallen sein; denn in,ver» hälrnismäß'g kurzer Zeit findet man Überaus zahlreiche Anhänger deS Bol'chrwrsmus, welche dre sofortige blutige Rcvolutioni fordern. Die Alliierten haben im Einvernehmen mit der türkischen Regierung d e exsorderlrchen Maßnahmen getrosten, um dep Bewegung die Spitze zu nehmen. Solchen Reisetiden-ErzählmtgeA gegenüber ist stets das größte Mchtraum geboren. DaS deutsche Eigentum in Südafrika. Amsterdam» 20. September. Dem „Tclegraaf" zusolgt meidet dre ..TimeS^ aus Kapstadt: Iustizmmister, D e W e t hat w chtige Erklärungen darüber abgegeben, wie die Regierung Uber das s e i n d l r ch e E i g e n t u m. .daS sich angenblrcklick in der Hand des Kurators der Union befindet, velfügrn wird. Der Gesamtwert dieses Eigentums beträgt ungelähr 12'/sMlll>. ionrn Plund Sterling. Die Regierung hat die Absicht, den Deutschen, die bet Ausdruck des Krieges in der Umon ansä sig waren, ihren Besitz so bald wie mögltck z u r ü ck r u g e b e n. Der Wert dieses Eigentums beträgt ungefähr 1'25 Millionen Pfund Sterling. Abzüglich der Forderungen, di« die Staatsangehörigen der Alluerten m der Union den deutschen Staatsangehörigen gegenüber stellen und bie höchstens eme Million Pfund Slrrling betragen. wc'den noch Besitztümer >m Werte von 1>> Mllliouön' Pfund Steil.ng übrig bletben. die Deutschen, die in Deutschland ansässig sind, gehören. DaS Parlament muß noch beschließen, wie über dieses Eigcnium zu verfügen ist. De Wer erklärte, die Friedensbedmgungen seien in diesem Punkte mcht so klar, wer es wünschens-' weu wäre. Der französische Mitttarrsmus. Paris, 20. September. Im Heeresausschuß deS Senates legte Paul Doumcr das Projekt über die R e o r g a n i s a t i orn der französischen Armee aus der Grundlage beß. einjährigen Dienstes mit einem Friedensstande von 350.0 D MaNn, mrt einem Krtegsstande von 1,300.000 Mann und mü einix Re'erve von 700.000 Mann vor. Hierzu komme eine Territorialarmee von 2.000.000 Mann für den Fall einer Gefahr, die heute autznhalb jeder Voraussicht liege. : Polnisch-ukrainische Handelsbeziehungen. Stanislan, 20. September. (Tel. der ..Wr. Morgenztg.^ Eine Delegation der ukrainischen Regierung ist hier eingctrosfe'tt/ um dm dortige» polnischen OrtSbehöbden die Anknüpfung von Handelsbeziehungen vorzuschlagen. Dre Regleruntz- PetljuraS erbietet sich, m Goldwährung für, größere Posten Heringe, Salz, Kerzen, Schmieröle uiw. zu bezahlen. Die Stanislauer Behörden haben sich nach Warschau um Instruktion gewendet. Bulgariens Frledettsvertraq. Paris, 20. September. (Tel.-Komp.) Der Vorsitzende der bulgarischen DUeganon, Teodora w. setzte m einer Rede auseinander, daß f a t a l e E t n s l U s s« Bulgarien zum ErntrUti rn den Krieg gezwungen hätten. D>e Geickichte werde teststellen^ mwiewett die Politik König Ferdrnaubs und deS Mmlstervrästdkmen Radoslawow gegen du Wünsche des bulgarllchen Volkes gerichtet gewesen seien. Eine derartige Politik sei durch daS Zulammeniallen der verschiedensten Umstände möglich geworden, dir von den bulgarische^ Wünschen unabhängig waren. Obwohl die Mehrheit des bulaarischen Volkes unschuldig sei. habe der bülgari che Staat doch d»r Verantwortung zu tragen. Er sehe die Mißgriise BulgaeienS ei« und bedauere die Ausschreitungen, deren Haupischuldlge mitleidslos bestraft werden müssen. „Uuieie ganze Hosslnmg", sagt« Teodorow schließlich, «besteht darin, daß drc Friedenskoufercuz unser Dolk mit Großmut und Edelmur behandeln iuub*\

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