Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 238 (17.9.1919)
- Date
- 1919-09-17
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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M 238 Wien. Mittwoch Tyien-r Morgeirzettn«s 17. September 1919 Seite-8 Politische^Rmrdscharr. Die PalLstinafrage. - Die .„Times--vom 6.- September widmet dem. Palästina- Problem einen besonderen Artikel. Frankreich, wird daran erinnert, 'daß 'in dem syrischen Konflikt'außer Frankreich und England noch eine Partei, - a ö j ü d i s ch e V o N, vorhanden sei, m i t d e m m a n r e ch n en m ü s sie.- Alle die bei-der Behandlung des jüdischen Problems ihre Aufmerksamkeit bloß dem französischenglischen und christlich-muselmanischen Standpunkt zuwcnden, .begreifen nicht, wie ernst die Schwierigkeiten dieser Frage, sind. Ebenso wichtig ist der' jüdische Standpunkt. Tiie zionistische Bewegung ' mit ihren - Idealen' eines jüdischen-Heimes in Palästina, ist eine Tatsache und eine Macht,. die' man nicht übergehen darf. Ihre Zweige sind über die ganze Welt verbreitet und 'falls tzs nicht gelingen .sollte, ^ihr Gerechtigkeit wiedersahren' zu lassen, wird sich die Wirkung rasch ip . jeder zivilisietten.Gemein, fchaft bemerkbar machen. Die e n g l i s ch e R e g i e r u n g kannvoy ih r e m P e r s p r e ch e n, ein jüdischi n atiw n al es Heim in P a l8 stin a.a u fzuch a u e n, n i ch 1 ach g;e h. e h. .- Wir kennen die Haltung der arabischen Fxllachen gegenüber. ‘ den Zionisten, aber nach! unserer ' Meinung müssen ' die jüdisches Forderungen, falls nur die. Freiheiten jener achtung'swürdigen Landarbeiter gehörig geschützt werden, in allererster Reihe cherücksichiigt wetden, sowohl was die Zeit als auch die außergewöhn- - liehe Wichtigkeit derselben anlangt. Die. wirNiche Schwierigkeit liegt jedoch darin, daß dü e f r a n z ö s i s ch e R e g i e r mi g .d i e B e d e u,1 n n g' d e r z i o n i st i s ch e n B ew e g u-ng n i ch t ,g e n ü g e n h e r k a n n t h a t. Diese Schwierigkeit kann durch guten Willen der französischen Staatsleute und der zionistischen Führer beseitigt werden. Ganz gleich, ob England oder Frankreich das Mandat in Palästina erhält, ist eine Verständigung zwischen Frankreich und den Zionisten ebenso wichtig, wie zwischen Frankreich und E m i r F a i s u l.' Die Aufgabe der englischen Regierung sollte es sein, eine Verständigung zwischen diesen beiden herbeizuführen. Der Ärmel der- ..Tiryes" schließt:-be* wirkliche Standpunkt,, mit dem man an diese verwickelten Probleme des nahen Ostens herantreten kann, darf nicht ein solcher sein, der Intrigen und Mreitmögltchkeitcn im Vordergründe läßt, sondern einen Ausblick auf .wirksame und nicht egoistische Zusammenarbeit bietet. England und Frankreich wollen zusammen» arbeiten und ihren Regierungen bleibt es Vorbehalten, Möglichkeiten zu schaffen, daß diese ihre Wünsche in Erfüllung gehen. Das syrische Problem. Das syrische Problem steht iw Vordergründe der öffentlichen Diskussion in Frankreich sowohl wie in England. Die Verstimmung, die sich zwischen diesen beiden Ländern ergeben hat, nimmt bojj Tag zu Tag zu. Wie die „Baseler Nationalzeitung", aus London erfährt, gab nun. eine der autorisiertesten Persönlichkeiten der offiziellen britischen Kreise einer hohen französischen Persönlichkeit in London Grklärunge n ab, wobei auch die kürzlich erfolgten Zwischenfälle Erwähnung fanden: „Selbst wenn Sie uns anbietcm würden, daß Sie auf die Rechte, welche wir Ihnen in Syrien durch das Abkommen vom Jahre 1915 Zuerkannten, zu unseren Gunsten verzichten, würden wir dies zurückwMn. Heute würden..wir eher' aus ganz Palästina verzichten, äls ein Mandat, für Syrien anzunehmen. Es ist unleugbar, daß - gewisse' britische Beamte und Offiziere zu wiederholten Malen eine Le .bäuerliche Haltung einnahmen. Es ist nicht weniger gewiß, daß die britische Regierung-in gewissen Fällen diesen oder jenen ihrer Agenten öffentlich vielleicht Hätte desavouieren oder tadeln sollen. Einen Punkt darf, man . nicht vergessen,, nämlich die arabische Frage.' Um' die nutzbringende Unterstützung der- Truppen des Emir Faisul zu besitzen, machte England dem König des Hedschas Versprechungen." Eine andere britische Persönlichkeit gab kürzlich Übep denselben Gegenstand folgende Erklärungen ab: „Der Emir Faisul besitzt einen auf uns lautenden Wechsel. Wenn wir uns aus Syrien zurückziehen, bevor die arabische Frage geregelt ist, so wirb er diesen Wechsel Frankreich in. Syrien vorweisen. Man möge sich in Frankreich keinerlei Besorgnissen - h i n g e b e n. Seine Rechte sind unveränderlich' und England wünscht nur, daß die syrische Frage so rasch wie möglich in Einklang mit dem Abkommen geregelt werde. Der Emir Faisul wird sich demnächst nach Paris hegeben, wo sich zu dieser Zeit auch Balsour aufhalten wird. Man wird dann diese Frage, die nur allzulange in der Schwebe gelassen wurde, endgültig regeln." ' Inzwischen ist die amerikanische Kommission aus Palästina zurückgekehrt und hat Mitteilungen in die Oeffentlichkeit gelangen lassen, welche neuerlich die Diskussion komplizieren.. Darnach hat es den Anschein als ob nunmehr auch' Amerika beanspruchet würde, - gewissermaßen als der Neutrale zwischen den feind lichen Nachbarn — daß ihm die; türkische Erbschaft übertragen werde. Angeblich soll die Bevölkerung' wünschen, daß alle drei Mandate, daö -armenische palästinensische und syrische, in. einer Hand vereinigt und baß die Vereidigten Staaten , zum' Mandatar ernannt werden. Dilleicht wird das. wenigstens eine Be schlsunigung der Angelegenheit zur Folge haben, denn die beiden zunächst beteiligten Staaten dürften ein Interesse daran haben, eine Entscheidung zu. treffen, bevor, noch weitere Komplikationen. einigten. Die' SchWierigkeitSK in der Tschecho-SloiMkei. Erklärungen Tusars rrrch Horaeelis. , 16. Sepicinber. (Tschecho-flow/ Preßbur.). In der stetigen Sitzung .. der Nationalversuninilirng begrüßte Mimster- -rjistdcnt % u s a v, den Antrag- Dr. RaschinZ, eine Kommission u.wäyleu, hie sich mit den Ersparnissen beim Staqisbudget heäffen soll. Wn dürfe, ah ex nicht vergessen,^ haß wir yr abnvMalen Zellen leben, -vo yist ' h.eyrn.ÜgemcnM Schsagwort vom Sparen allein tiidjtS’ auszukichten sei. Redner sagte ferner: Die yeue'Regierung befindet. sich-. in einer weit schwierigeren Läge . als die vorhergehende. . Diese' hatte einen un- .Kredit ' bei ällm . Parteien . des gesamter! Boskes/ Aus der FeWmnmng. der' ersten Tage/ sind wir bereis sängst heraus, wir leben im grauen Alltag. Wir. haben gesehen,' daß,' viele' unserer Hoffnungen aus Hilfe-von anderswo getäuscht worden sind und daß wir bloß auf uns allein angewiesen sind. Die neue Regierung trat ihr Acht ist den Tagen an, in denen die Entzauberung einsctzte. Wir kamen nicht mit großen/ Worten, sondern als Männer der Arbeit, welche im Interesse desß Staates und der Republck arbeiten wollen. (Beifall.) Wir haben an unserer Spitze nicht klingende Namen, sondern-wir muffen uns vielmehr erst durch angestrengte, unermüdliche Arbeit daö Ver" trauen der, breiten Schichten., erringen. Jetzt arbeiten wir in einer ganz änderen Atmosphäre als in deü Novcmbertagen. Jetzt bedarf jede Regierungsmaßnahme - der . schärfsten kritischen Erwägung. Wenn man in der öffentlichen Kritik so fortschreiten wird, so weiß ich nicht, ob die Republik in Bälde genug bereitwillige Männer finden wird, die Hirsen verantwortlichen Sitz hier einnehmen möchten. Was' all? unsere Parteien . machen, was unsere ganze Presse tut, das ist durchaus nichts Verständiges, weil einer den andern vor dem Ausland ständig erniedrigt.', Auf diese Weise müssen wir uns um dm letzten Rest, von- Vertrauen und Kredit im Auslande bringen. Jeder verständige Arbeiter muß zugebeu, daß sich bic Verhältnisse bei uns von -Dag zu Tag bessern. Wir wollen keine Regierung der. starken Hand, sondern wir wollen eine Negierung der glücklichen und gerechten Hand sein, ohne Rücksicht auf rechts"und links. Wir wollen arbeiten und das Volk zur Arbeit und zu einer besseren Zukunft führen. Wir müssen von Hoffnung und festem Willen zur Arbeit erfüllt sein und zu dieser Arbeit und zur Mitwirkung erlaube ich mir die Vertreter aller Parteien dieses Hauses aufzuiordern. Wenn einmal der nor- , TelegmMMe. ' Eine Bitte Nsnness ay England. , London» 16. September. Der Korrespondent der..Daily News" hatte eine Unterredung . mit.dem Staatslänzlec Doktor Renner kurz nach Unterzeichnung des Fiicdcnsvertragesi Dr. Renner erklärte mit großem Nachdrucke, daß Oesterreich England großen Dank schuld, da dre britische Mission während der Friedenskonferenz bei verschiedenen Angelegenheiten einen milderen Standpunkt eingenommen habe, als die Vertreter versch'.edtner anderer Mäckne. Nun besteht die -Frage, ob wir leben können", sagte Dr. Nenner, «da unser Land hauptsächlich aus Steinen und Fellen besieht und zu klern und u n p r o d u k t i v ist. Jetzt sind wir Freunde und da habe ich an daö englische Volk eine Bitte: Es möge den. Oesterreichern erlauben. - nach England zu kommen, um'dort zu^ arbeiten, denn wenn England und Amerika uns ausschließen, werden viele infolge Mangels n m k o m m e Am Schlüße der Unterredung sagte Dr.-Renner: „Wir wünschen, Mitglied .des Völkerbundes zu werden. Wir vertrauen darauf, daß durch wohlwollende Intervention die.Emwände, die gegen uns bestehen, beseitigt werden." Der Anschluß em Deutschland. . t) Berlin, 16. September. (Tel--Komp.) In R e g e n s b u r g hält gegenwärtig der Verein für Sozialpolitik seine diesjährige Generalversammlung ab. Den Hauptpunkt, der Tagesordnung bilden die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Deuischösterreuh. In fast allen Referaten der deutschen' und - deutschösterreichischen Vertreter wurde die N' o t-- w e n d i g k e.i t des Ans ch l n ß e s Den t s ch ö st erreich s a n dä s D e u t s ch . e N!e i ch betont. Als - neuer Programmpunkt der Vereinigung ist interessant, daß der Verein sich nunmehr unter 'Hinzuziehung der Arbeiterschaft auch der praktischen Politik widmen will. Für den Pfau der Gründung einer Donautoderaston besteht, nach der Debatte zu schließen, nicht viel Sympathie. , . Eme deutsche Kommission in Paris.' Bevatungerr über Vtsenbahnfvagen. Paris, 16. September. (Funkspr. beS Korv.-Bur.) Heute vormittags ist eine d e u t s ch t K o mMissio n' zu' Beratungen. über E i's e n b a h n f a h r p l a »fragen im Ostbahnhöf eingetrosfen, wo sofort die erste Sitzung staltfand. Der baltische Verband. Paris, 16. Septenrber. (Teü-Komv.) . „Chicago Tribüne" erwähnt im Zusammenhänge mit der, Mchncht über die Eröffnung einer amtlichen Konferenz,- die die Gründung eines b a ltischenDreiverbandes von E st land, Lettland ü'n d L i t ä r; e n bezweckt, daß Finnland der Einladung zur Teilnahme an diesen Beratungen nicht Folge g e'l e.i st e t hat. Der Grund hierffür.liege darin, daß Finnland sich noch nicht darüber klar sek, ob. es sich den skandinavischen oder baltischen Ländern anschlreßrn werde. Dieser Dreiverband wird wahrscheinlich versuchen, nut, P oben z u s jcrm me n z uwirken. Die Konferenz wird die Grundlage für eine g em,eins ch aftlich e militL ris ch e Aktion a eg en die Bolschewiken oder irgendeinen.anderen Äygreiser festlegen und wird sich , dann weiter mit Post- und Schrffahrtangelegcnheiten sowie .mil der Festlegung einer gemeinschaftlichen polülschen Richtlinie gegenüber der Entente beschäftigen. Die italienische Zwangsanleihe. Bom, 16. September. (Äel-Komp.) Nach Erklärung des FinanzminlstcrS,% edesco hmb die neue Zwangsanleiye m Italien erst m 80 bis 1< 0 Jahren rückzahlbar sem. Dre Regierung erwartet von »hr Zeichnungen von 15 b i S ö0 M l l l iarden Lire und einen Ertrag von 5 Milliarden aus der neuem Krieasgewinnsteuer. Abzüglich der Zmsen und Spesen würde dem Schatz ei» Reinerlös von MO MDarden vMMen, male Arbeitsgang' beginnenUrd, dann stehen wir im Anfang - einer neuen Zeit, da uns alle Bedingungen zu einer.glücklicheil" - wirtschaftlichen Entfaltung gegeben sind. (Beifall.) Fittaiizmiiiister Dr. Horacök führte unter andecam aus/'-'' es - werde ihm die Freigabe -der Bankuvien vorgeworfen.^ Derj Ministerarbljcked darin keine Verletzung des Gesetzes, vielmehr beabsichtige er, auf diese Weise.den wirtschaftlich schwächeren Schichten entgegenznkommen. Was das Sinken des Kurses Unserer Krone im Auslande betrifft/ sagte, der Minister, , so ist es im wirtschaftlichen Lqben etwas Elementares,, wogegen sich nicht sofort ankämpfen läßt. Mit Bezug, auf die h q i:M-i sche Au lest h e, sagte der - Minister, dpß er . an eine größere wirtschaftliche Reife des Volkes geglaubt uirö gchafft'habe und darin habe -ihn -dieses Enttäuscht. D'ey Minister wünsche, daß man v8ie heünische Anleihe als eine Sache'betrachten möge, welche über den Parteien stehe,, als! .. eine Sache des Staates, der Republik und des Volkes. .iSolk§^ etwa - seine / Person .der Grund V für ' das Mißlingen diese« , Anleihe sein/ dann sei der Minister gerne 'bereit/ sein" Amt ‘ einem anderen zu übergehen. , ' Delegierter Frank. Vötruba etklärte, baß auf tschechischer und slowakischer Seite aste sehr wohl fühlen, .d-gß es mit dem tschecho-s^ow'akischen Zusammen leben nicht mehr ganz in O'rdnung sei; watzrscheinlich.Meu , Unterlassungen oder -gar Fehler geschehen. Vor der Kriege, und wahrend des Krieges, sagte Redner, freuten wir »ns, " daß, sobald dis österreichisch-ungarischen Grenzen fallen würden," die Frage dev tschecho-slowakischen Solidarität aus den grauen Theorie in' die schöne Praxis' übergehen werde. Aber heute können wir in den Zeitungen aller politischen Parteissu.' bas Wort „Autonomie" lesen. D'seses. Wort meldet sich Meß-, lich aüch bei Elementen, welche wir für loyal gehalten haben. .. '! ' . ' ' Hierauf wurde die Regierungserklärung mit Stimmeumehrheit angenommen. . Die Delegierten Pik, Brocik und Genossen richteten an den Ministerpräsideirten eine Anfrage in Angelegen!* heit der tschechischen Minderheit in der Republik Oesterreich. Der Handstreich d'Annunzios. , Die Bewohner von Fiume wurden gestern Mittags, alarmiert. Die Truppen eilten, bewaffnet vor das Gouverneurpalais. Es halte sich die Nachricht verbreitet, daß der italienische General R o b i l a n t sich mit Truppen der Stadt nähere, um Ruhe nnd Ordnung wieder herznstellen. Nach vier Stunden wurde bekannt, daß der General nur bis S n P r a c c gekommen und dann zurückgekchrt war. Um 1 Uhr nachts ertönten neuerlich A l a. r m signal'e, doch erklärte, ein vor dem Gouvernempalais erschienener Oberst, daß hierzu krmAnluß war, .Man haste angenommen, daß von der istriamschen Seite - her Militär gegen Fiume marschiere. Es stellte sich aber heraus, s daß Verstärkungen für die Fiumaner Truppen emgetroffe» waren. Lansing will demissionieren? . Haag, 16. September. Aus New-Nork wird gemeldet» Gestern abends begann der Senat seine Verhandlungen über das Fnedensabkommcn. Es sollen zunächst Unterkommissionen gebildet werden zur Erledigung der Einzelsragen. Die erste wichtige Abstimmung, die für das Schicksal der ganzen Vorlage bestimmt ist, biirltc. bet Artikel S staitstnden. Zahlreiche Redner sind borge merkt. Gewisse Senatoren versuchen die Volksstimmmrg gegen den Völkerbund und das Friedensabkommen zu beeinflussen.. Drahtlos wird aus New-Aork gemeldet, daß der Staatssekretär L a n s i n g demissionieren will, da dieMeinungsverschiedenheiten zwischen chm und Wilson unüberbrückbar sind. . Der englisch französische Syrienkonflikts Belmar, 16. September. . (Funkspruch des Korr.-Bur.^ „New Jork Herald" veröffentlicht einen Bericht seines Pariser Korrespondenten .über die syrische Frage, die eine starke Spannung zwischen Frankreich! und. Großbritannien ' herborgerufen hat'.' Die Sympathien der Amerikaner sind ganz aus'Seite der Franzosen, dü hieße nach amerikanischer Ansicht von Großbritannien wesentlich getäuscht worden seien. Im Jahre '1916 sicherte Großbritannien Frankreich das Protektorat über Syrien vertragsmäßig zu, zu einer Zeit, wo England jn derselben Sache, dem S ch e r i f v o n M e k k a *- bet»; nachmaligen König von Hedschas —> schon sein Wort verpfändet hätte, baß über , bas syrische Protektorat nichts ohne Zustimmung des Sohnes des Königs,' den Prinzen Faisul, entschieden werden würdet Run aber erklärt Großbritannien, baß Frankreich seine Macht mit denr König des Hedschas Men müsse/ da Großbritannieu entsprechend dem Vertrag von 1915 Frankreich Unmöglich! auf Kosten des Emirs begünstigen könne. Frankreich wiedep stellt sich-auf.dem Standpunkt, baß e§ auf jenen Vertrag keine. Rücksicht zu nehmen brauche, da es von England getäuscht wurde und tatsächlich erst im- Februar 1919 davon etwas! erfuhr. Die Franzosen versichern, es sei' ganz vergebens', wenn Großbritannien heute behaupt«, der Vertrag von 19Ist organisiere jbie Unabhängigkeit der arabischen -Emirate' .neu. Fraglos wird Frankreich auf dem syrischen > P r o t.e k to r a t b e ste h e n und es Großbritannien überlassen, ffich mit Emir Faisul auseinanberzusetzen. Die Franzofeu finden es höchst eigentümliche daß GroßbritannÄn gerade dem König des Hedschas vollste Freiheit zusichere, während es selbst über Persien und Aegypten die BornrUndschaft führe.' Emir Faisul werde 6er seiner Ankunft m-Paris dru 1916er Vertrag als Papierfetzen wiederfinden. - Der Prozeß gegen Wilhelm. Paris, -10. September. „Journal" meldet aus London, daß Lloyd George Paris n-cht verlassen werde, ohne vorher durch den Obersten Rat das AuSlieserungsbegehre» bezüglich des deutschen Kaisers an Holland beschließen zu lassen. Das Blatt fügt aber hinzu, daß inan sich über die holländische Antwort keinen Illusionen biivtebeu dürfe.