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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-14 · Heft 235 (14.9.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 235 (14.9.1919)
Date
1919-09-14
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 235 Wien, Wiener Morgenzeitmrg 14. September 1919 6ette-r' H". nicht «vr int FriebenSvertvag feierlich versicherte, sie wollet uns nach Möglichkeit helfen, sondern sie sich dadurch nur inSli eigene Fleisch schneiden würbe. Es sollen internationales Spekulanten am Werk sein, den Wert der Krone stets? weiter zu vermindern, um sich sodann zu den denkbar^ niedrigsten Preisen alles mögliche Besitztum in Deutschöster^ - reich zu verschaffen. Irl Finanzkreisen wird angenommen,? daß sich durch solche Käufe der Wert der Krone automatisch wieder heben müßte und daß sie dann doch zu einem halb^ V Wegs. erträglichen Kurs zurückgelangen könnte. Das bleibt ' freilich abzuwarterr. Ebenso verfehlt wäre eS, den Meder-., gang 'unseres «Geldes letzten Endes, auf die internationale!?. ' Spekulation zurückführen zu wollen. Maßgebend dafür sind!-, ' die bereits ausführlich erläuterten Momente. ' Wenn esder Enteule gelingt, Len Rückgang einzndämmen, umso besser!,,. für' Uns. ' .Erhalten wir jedoch vom Ausland feilte Valutaanleihe, dann is^ unsere wirtschaftliche Existenz tatsächlich in Frage, ' gestellt/ So viel , uns auch Jugoslawien liefern mag, wir, werden damit nur zum Teil auskvmmen können. Im übrigen bleiben wir auf die Weststaaten angewiesen. Die Unterzeichnung. des Friedens Vertrages hat an .den Wehenden traurigen Verhältnissen nichts gebessert.- Die Jrönch der Dinge will es, daß seit dem. Tage der Untere,. Zeichnung der Kronenkurs immer ntehr herabgeglitten i|t. Dies nur mit den schlechten Bedingungen zu motivieren, .geht, ebenfalls faitra an, da unsere ökonomische Zukunft fast' nun, GLtizä in den Händen der Rep a.r atio uSkommi f fijö liegeik' wird, so daß die Bedingungen eigentlich noch nicht feji*' stcheil. . ’ . -V’/fc ’ Da;/ Ausland wird uns aber keine Anleihe gewähren,-' wenn es nicht davon überzeugt ist, daß die Bevölkerung : Detttschösterreichs nach besten Kräften zu arbeiten gesonnew ist:-.Die bisherige Wirtschaft ins Blaue hinein, die Be/* denkenlose Ausgabe von ungedeckten! Papiergeld müssen\ ei»';. Ende nehmen.. Ebenso gewisse Experimente ans Wirtschaft-, - licheni Gebiet, deren Schädlichkeit sogar die radikalsten ^le-. mente der Regierung bereits zu erkennen beginnen. ' endlich muß dem Verfall und der Korruption-am'Innern;! ein Damm gesetzt werden. Die Anarchie darf nicht weiter-!' Dauern. Sonst eilen wir einem Zustand/entgegen, den auch; dis üppigste Phantasie nicht anszudenten vermag. <r <r Sport. Die heutige« . Heute werden in sämtlichen Klaffen die Meisierschafisspiele fortgesetzt. In der ersten Klaffe steht man insbesondere-dem Treffen S p o r t k l u b—R a p i d, , das in Dornbach stattfindet, mit besonderem Interesse entgegen. Die Hütteldorfer?stnd wohl im ersten Meisterschaftsspiel knapp unterlegen, mußten aber damals unkomplett antreten. Diesmal dürsten sie sich die Punkte stchW, Nicht weniger intereffant dürste sich daS Zusammentreffen des W. A.- C. mit den A m a t e u r e n (Pratet-Svortplatz) gestalten, in welchem man den letzteren die größeren Chancen ciuräumen muß. .— In Floridsdorf wird der F. A. C.nach scharfem Kampf den Simmer in gern die Punkte abnehmen. — Der W. A. F. hat in Hütteldorf die H e r t h a zu Gaste, die nach dm zuletzt gezeigten Leistungen das Wertspiel gewinnen müßte. — R u d o! f s b ü g e l und Bien n a treffen in Favoriten zusammen; die Döblinger werden eine knappe Niederlage hinnehmen müffeu. ' Die A d m ira ist bei W a ck e r zu Gaste. Die beiden Vereine sind noch Nivaleu aus der zweiten Klaffe, damals behielt zumeist Wacker die Oberhand: so dürfte cs, ^rrch heute der Fall'sein. . In der zweiten Klasse spielt die H a k o g h gegen Sturm auf!chem. Admiraplatz in Floridsdorf (Jnbiläumsgaße). Sturm ist feilt, zu unterschätzender Gegner; die Mannschaft ging"aus den'Heiden bisherigen Meisterschaftsspielen ungeschlagen, hervor. Immerhin darf man am einen sicheren Sieg der Häkoahner rechnen. — Besondere Aufmerksamkeit verdient das Znsammcnireffen Dona u st a d t S mit der G e r m a it i a, du. die Donaustädter zu den Wenigen, gehörend die den .spielstarken Schwechatern einen Punkt abnehmen könnten. — Sonst finden noch'folgende Spiele statt: Bewegung—Ostmark, Cricket—Sportfreunde, - Vorwärts—Ob.-St. Veit, Ssovan—Red Stär - und N.-A. C.—Ottakringer Sportklub. Der Wettspielbcginn ist für die ersten Mannschaften mit */*5 Uhr, für die Reserven mit Vaß Uhr festgesetzt. Skandinavischer Leichtathletik-Länderrvettkampf. Ganz hervorragende Leistungen wurden bei dem in der Vorwoche stattgefundenen leichtathletischen Läuderwrttkampf der nordischen Länder erzielt. Die favorisierten Schweden siegten mit 59 Punkten vor N o r w e g e n (23 Punkte) und DLnemark (22 'Punkte/ Die wichtigsten Eraebmffe waren: 110 Meter Hürden: 1. Hultm (Schweden) 15*6 Sek.: 100 Meter: 1. Engdahl (Schweden) 11 Sek.; 1500 Meter: 1. Lundgren (Schweden) 4:07*3; Hocksprung: 1. Ekelund (Schweden) 1*80 Meier; Weitsprung : .1! Petterson (Schweden) 7*08 Meter: Kugelstbßen.': 1. Iaffffon (Schweden) 25*79 Meter; 800 Meter: 1. Bolin - (Schweden) 1:56*9; 4X180 Meter-Staffel: 1. Dänemark 43'6' Sck.; Diskuswerfen: 1. Zallhagen (Schweden) 78*13 Meter lrechk- und links.); Dreisprung: 1. Janffon (Schweden) 14'44 Meter; Stabhochsprung: . 1. Högström (Schweden) 3*70'- Meter; 50( 0 Meter: ,1. Backman (Schweden)14:51; Spetiwerfcn: 1. Lövland (Norwegen) 101*28 Meter (beidarmig); 400.'Dieter': 1. Engdahl (Schweden) 49*3 Sek. * ,'**"* / Das Länderwettspiel Oesterreich-Angaru. daS am 5. Oktober in Wien stattfindcu soll, ist sehr in,Frage gestellt, da d!e> Uitga.rn kaum die Ausreisebewilligung von dm rumänischen Behörden'erlangen dürsten. Außerdem scheint der ungarische Füßballverhand auch seinen besonderen Wert-darauf zu legen, mach Wien zu kömmen, da er eme Niederlage befürchtet. Das Fernbleiheu, der Ungarn wäre für den OefterreichischLn Fnßbällverband nicht nur auS wörtlichen, sondern vor allem aus finanziellen Gründen sehr unangenehm. Wer Häkolhaplatz in Floridsdorf wird momentan einer gründlichen Renovierung unterzogen^ Das Spielfeld wird auf die Maße 102X65 vergrößert und planiert. Der Züschüuerraüm wird ' vom Spielfeld durch eine 1 Meter Hobe Etsenbarriere getrennt*, Für 300 Personen wurden neue Sitzgelegenheiten, geschaffen. Der neu renovierte Platz wird am 28. September eröffnet. Dauerrudern Nußdorf-Greifenstein. Der Wiener Negatia-Vcrem bringt heute aus der Strecke Nußdorf—Weisenstein (15*3 Kilometer) ein Dauerrudern zur Durchführung, das eine sehr zahlreiche Beteiligung aufweisen dürfte. Der Start! erfolgt um 8 Uhr früh. Eine Meisterschaft der Iungmannschafte« kommt Heuer zum erstenmal, vorläufig nur in der 1. Klasse zur Durch sührmtg. Die ersten Spicke finden heute statt. Hakoah. Heute Sorintag findet um */*8 Uhr abends ein interner Klubabend mit , Vorträgen und anschließendem Tanz im Klnbheim, I.. Konkordiaplatz 4, Industnellencasö, statt. - Angehörige voy Hakoahnern herztichst willkommen. Leichtathletiksektion: HcAe ist kein Trailmig der LeichtathlMektion. Vereinsnachrichten. (N ä ch.pi ch t en v o »Verein eu e r schein? ir am zn a hm s l.o s n u r a m T a.g e der Beranstaltung.) V-V Heute: . Die Jungjüdische Sektion de§ Turnvereines M a kk a bi, XVH.) Rötzergaffe 9/11, im Hofe, veranstaltet am^ Dienstag den 16. d. M. mn lIS Uhr abends «ine Vorlesung Eugen Horslichs eigener Dichtungen unter gefälliger Mitwirkung des Fräuleins Miriam, Schnabel. Gäste herzlich willkommen. — Der Refttent für Hebräisch bemi zionistischen LanLeskomsttee.wird*ab lö. d.M. im zionistischen Zentralbureau. II., Zirkusgaffe 83, an jedem Montag'und Donnerstag von %i bis Vs6 Uhr nachmittags amtieren. — Verband jüdischer I n v a 11 d e r deS,Verbandes,* 2. Genrhmignng der Statuten. 3. Wahl des neuen* Ausschusses, 'und Genehmigung deffcn Pidgramms, 4: Protest gegen die drohende AitSmeisung, / 5. Evenmalia, — Zionistische B e z r r k s s e k t i o n A l s er g r u,N d Anmeldungen zum hebräischen Kurs: Dienstag dm 16. d. M 6 Uhr abends, Luchtensteinstraße 11, Tür 13. Briefkasten der Redaktion. Dtöndiger Abonnent. Wer ckie deutschösterreichische StagtsbÜrgerfchaft inzwischen erworben hat, wird von "der Verordmntg.mcht betroffen. — Geborene Wienerin. Wenden rnt-- fcnfi Snt&fitnftRhuTfrtii hrR SIGMUND OSTER Einfuhr Ausfuhr straße 91. hat abaugehen: 20.000 Mille Zigarettenhülsen Marke „YOR“ a u ft: , Schreibmaschinen Underwood auch mjt langem Wagen. WIEN, I., D0R0THEERGAS5E 7 Tel. 7510 67 Telegr.-Adr.: Warex, Wien Der Volkswirt. Wochenschau. ' Die andauernden Kursstürze der Krone im neutralen Auslanddie über die schlimmsten Befürchtungen der ärgsten Schwarzseher weit hinausgehen, geben* naturgemäß zu großen Besorgnissen Anlaß. Wir steuern in rasendem Tempo dem Nullpunkt entgegen. In der ganzen Wirtschaftsgeschichte steht dieser Fall ohnegleichen da. Daher scheinen .auch alle Verrimtungen müßig. Der Krieg hat alle Theorien überden Hansen geworfen, die kühnsten Erwartungen und Pläne zu Schanden gemacht. Mt der nachkriegerischen Zeit nun steht es ähnlich. Alle Hoffnungen auf Besserung berühren wie eine blutige Ironie. Und dennoch wehrt sich der dem Menschen eingefleischte Optimismus mit aller Gewalt gegen die Befürchtung einer Möglichkeit noch schlimmerer Zeiten. Aber unsere wirtschaftliche Zukunft steht als undurchdringliches Dunkel vor uns. Die beispiellose Entwertung unseres- Gelbes äußert sich in dem Spekulationstaumel der Wiener Bö r s e. Innerhalb einiger Tage ist es itt einer Reihe von Papieren zu Kursdifferenzen gekommen, wie sonst nicht im Verlaufe vonMonalen. So weisen zürn Beispiel die Prager Eisenindustrieaktien eine Preiserhöhung von etwa 1000 Kronen aus.. Alles strebt vom Zettelgeld fort, will es um jeden. Preis, an den Mann bringen. Von den Jndustriewerten erhoff man ein dauerndes Zinsenergebnis, die Papierkrone jedoch scheint jedes Vertrauen cingeünßt zu haben, das sich jetzt nur noch realen Werten zuwendet. Das Schauspiel, das wir. damit dem Aus land liefern, ist nicht ger<cke geeignet, unseren dort gänzlich demolierten Kredit irgendwie wieder ausbauen zu helfen. Und doch liegt die einzige Sanierungsmöglichkeit darin, daß uns das Ausland weitgehende Kredite einräumt. Es liegen Meldungen aus Zürich vor, wonach die Notierung von 8 und 71/2 Centimes nöch gar nicht den letzten Tiefstand bedeutet, sondern baß bereits Käufe zu 6 Centimes getätigt wurden.' Geradezu entsetzlich berührt es, zu welchem Spottpreis alle möglichen Werte in Deütfchosterreich vom Ausland erworben werben können. Kaum viel besser sind die Notierungen in Amsterdam. Es' H un richtig, Vergleiche mit dem R ü ck g a n gd e S M a r k k u r s e S, zu ziehen ober sich gar darauf zu berufe». , Wenn Deutsch larid jetzt einen guten Teil seines letzten Besitzes hergibt, so geschieht, es zu dem Zwecke der Rohstoffanschaffung, was ihm bereits in bedeutendem Maß gelungen ist. Deutschland will um jeden Preis* seinem Wirtschastsleben wieder eine gesunde Basis. schaffen. Bei uns dagegen geht der letzte Besitz für die notdürftigsten Er nährungsmitte! hin. Unser Einsuhrbedürfnis ist Unersättlich, wir sind derart ausgesogeu mrd bettelarm, * daß' wir gar nicht genug inrportieren könne». Infolge dessen werben unausgesetzt Kronen, ang^boten, ohne daß eine Warenausfuhr möglich ist, durch welche ein Gegengewicht geschaffen werden könnte. Die außerordentlichs Passivität unserer ZahlurigsLilauz würde durch den Export verringert werden. Wir können aber vorläufig an keinen Export denken, denn abgesehen davon, daß eS, Uns an Kohle und Rohnraterialien gebricht, werden wir alle Hände voll zu tun haben,. ym den Verpflichtungen, die Uns aus dem Kompensationsvertrag mit Jugoslawien erwachsen, auch nur annähernd gerecht zu werden- Das einzige, was -uns* retten kann — und dies ist wiederholt in diesem Blatte betont worden — ist bas Jnteresse der l^ntentelLnder an unserem Wirtschaftsleben. Alle .staatlichen Werte sinh bereits verpfändet. Es bliebe nur noch die Möglichkeit einer bedeutenden ausländi schon Valutaanleihe, etwa von seiten Amerikas oder Englands, die unseren Kredit Und damit den Wert der Krone bessern könnte. ESversteht sich von * selbst, daßauch deu EniLntestaate« der gänzliche Zusainmenbruch unsever Währung .miöht glaichgült.ig bleiben kann. Er ist eiyerseiM. nicht gerade dazu angetan, die Sicherheit und Ordnung bei unS**zu fördern; andererseits wird Deutschösterreich unmöglich den ihm von beit Feinden auferlegten Verpflichtungen nachzukontmen verniögen, wenn die Entwertung der Krone irmner uferloser wird, ja die Auflösung.stets drohenber-uäherriickt. In P iirr i S sollen bereits lebhaft« Beratungen darüber stattfinden, wie 'dem Nebel am besten gesteuert iverdru könnte. Di-ese DÄoute kriut liu» , MglU in W MsichlLii b« L.rit,ey.te gelegey ’lj<%jt, 'bft m Die StegeLung der ausLLndischerr Schulden im FriedeusverLrag. .Die bange Sorge aller derjenigen, die an das ehemalige! Ausland Schulden, sei es in heimischer, sei es in sremder! Währung haben, über, die Art ihrer Tilgung wird durch dcu Friedensvertrag nicht beseitigt; denn nicht nur, daß die Be-!, stimtNungen des Vertrages keincsmcgs in allen Punkten völlig! klar.und auf alle Falle anwendbar sind, bildet der Vertrag selbst? s nur einen Rahmen, und die einzelnen feindlichen Mächte werden! erstinnerhalb eines ziemlich langen Zeitraumes eine Entscheidung!. darüber zu treffen haben, welcher Nonnenkomplex bei der. gegensettigen Schuldenberechnung zur Anwendung kommen soll. DfeseSj. Wahlrecht' besteht nicht nur hinsichtlich der f 0 r m e l h e.n, Schuldenabwicklung, indem es im Belieben eines jeden Staates'* sicht/die Abrechnung durch Zwangscleariug zu verlaugeu, sondern ', auch m bezug auf die m a t e r r e l l e n Bestimmungen, da eS, jedem einzelnen der Gegner überlaffen bleibt, die Bestimmungen, über die Umrechnung der Schulden,- über die Zinsen usw. abzu-. lehnen, so daß, falls der betreffende Staat cs wünscht, überhaupt-. nicht die Bestimmungen . des Jriedensvertragcs über die gegen-. - fettige Schuldenzahlung zur Anwendung kommen, sondern diese, nach den bisher in Geltung stehenden Grundsätzen zu erfolgen hat.. die uns mehr schulden als wir ihnen, da für sie die Anwendungdes. sonst auf die Schuldenabrechnung angewandten Prinzipes von^-. Nachteil wäre. Dieses Prinzip kann dahin zusammengesaßt werdyt/ daß alle Schulden und Forderungen, gleichgültig, ob sie au^ Kronen oder fremde Währung lauten, als G 0 l d s ch u l d e nj - anzusehen, beziehungsweise — was ungefähr dasselbe bedeutet -^-.* MrHaxität der betreffenden Währung vor Kriegsbegmn abzu-,- rechnen find. Während also der Oesterrcicher, der eine Schuld -ui fremder Währung zu zahlen hat, die ganze Last der Kursverschlechterung tragen muß, gewinnt der österreichische Gläubiger»! der eine Forderung in fremder Währung hat, im vollen Ausmaß. -- der Kursverschlechterung der Krone. Aber auch der österreichische,- Schuldner, der in Kronen schuldet, muß seine Schuld zur - .Friedensparität begleichen. Diese> Prinzipien -werden aber für den einzelnen Schuldner, - beziehüngsweise Gläubiger nicht unmittelbar wirksam werden. Dieienigen Staaten, die das Zwangsclearing verlangen werden — dies dürft«' bei den feindlichen Großmächten der Fall fein — wÄden nämlich die Schuldabrcchnung von Staat zu Staat durchführen: Die ausländische Schuld wird hier vom österreichischen Staat gezählt werden, und für den osterreichifcheu Auslandsschulduer; jst ehhauptsächlich von Interesse,-unter welchen Modalitäteu sich' der Staat au ihm regressieren wird. Umgekehrt wird der, österreichische Gläubiger seine Forderung nicht direkt einziehen und somit hyr* ganzen Balutagewinn realisieren können, da er nur so viel. bekoyrm^ als ihm der Staat vergüten wird. Es wird vielleicht gftecht sein, dem österreichischen Gläubiger seine Forderung .nur-Mt dem Betrage zu honorieren, mit dem sie zu Buch sich!- also/zur'Friedensparität; deun es liegt kein Grund vor, ihm eine» lediglich durch die Balutaverfchlechterung entstandenen- Gewinn züzügestehe». Der Staat konnte aus diesem Valutagewinn eine' Reserve schaffen, um unseren Schuldnern an dasAuslyNd.- .nnen.Teil der durch die Valutavnfchlechterung entstandenen Mchrfi belafiung abzunehmen. - / . Aber auch dort, wo die Abwicklung nicht durch Zwangs-, clearing erfolgen wird, wird der Staat eine entscheidende!Rolle' bei der gegenseitigen Eiuziehuug der Schulden spielen und zwar deswegen, weil er die Schuldner au das Ausland nicht sich selbst überlassen %gn, Die GMbjgec an das Auslaud werden von

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