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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-14 · Heft 235 (14.9.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 235 (14.9.1919)
Date
1919-09-14
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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9k 285 Men, Tonnta- ... rmmr ^Hselrgmh« Mm des W . jüdischen Flüchtlinge Informationen einholen tonnen, befinden im Lokale de» Jüdischin NattonslrateS, U., Tabotstraße 20a, Die BeratmigSstrllen beginnen am Montag ehre Tätigkeit. * Ibttl StttchttKer. Der nach längerem Leiden Aveitag verstorbene ehemalige KultuSvorstcher Karl Lemberger, dessen Leichenbegängnis heute vormittags V*f 1 Uhr vom Trauerhause, II., Gtefaniestraße 1, statte findet, war in weiden Kreisen de» Wiener Judentums bekannt «nd wegM seines lauteren Charakter» und seiner vornehmen Gesinnung hochgeschätzt. W hat sich bedeutende Verdienste um jda» Wohlfahrtwesen der jüdische« Gemeinde erworben, Insbesondere die Chewra Kadischa in Men verliert in ihm eine» ihrer aufopferndsten tätigen Mitglieder. Lemberger hat währen^ seiner Wirksamkeit im Wiener KultySvorstaud stet» au» Gründen dev Rechtlichkeit und Anständigkeit gegen das verwttrte absolutistische System deS Dr. SLürnDeNüng genommen und ist dadurch öfter an die Sette der jstdischnationalen Kultusvorsteher in ihrem stampf, um düs Demokratie getreten, obwohl er persönlich der Mischnationalen Bewegung fernstand. Anläßlich, einer ' Korruptionsaffäde, die dom Kultusvorstand nicht so behandelt tvurdv» wie sie es verdiente, ist Lemberger zum Protest aus dem Dorstand ausgetreten und, obwohl er seitdem dem öffentlichen Gemeindeleben fernstand, hat rv doch im privaten Wirkungskreis mit aller Hingebung für da- Wohl der ihm nahestehenden Institutionen gewirkt. Der Verstorbene ist der Schwiegervater unseres geschätzten Mitarbeiters Herrn Adolf Böhm, Präsidenten des Jüdischen Nationalrates. — * 8»eA# Errichtung eiue» Tagrshelmstiitte im F. Bezirk für jüdische Kmder fand vor emgm Tamn über Einladung de» BorstandSmitglieveS der zionMchen Bezirks' Sektion Fra« Lotte K e m p l e r im Saale des Jüdischen IchulveremeS eine Versammlung jüdischer Frauen statt, bei wÄcher ÄLulein Machilde JS eioewfelb über die traurige Nollage, Wege und Erziehung jüdischer Kinder referierte. Du sachliche Schilderung der Referentin wie. auch die.über verschiedene Anfragen erteilte sachdienliche Aufklärung der Versamntlwtg-einbemfm» hatten dir erwartete Wirkung daß sich sofort viele Anwesende mr Mitarbeit meldeten. Bei tnefet Gelegenheit eracht wieder an alle Mische« Frauen de» IX. Bezirkes und ms' besonders an die Pädagogisch geschulten Kräfte die dringende Bitte und Aufforderung, sich der Arbeit.für baß jüdische Kind anzuschlreße« und zu diesem Bchufe sich in der zionistischen lirmektion Alsergrund, IX. L ie ch teuft r t u st r a ß<11. 18, zu melden. B * Jüdisches Nealgymnaftum. Die Direktion teilt mit, daß Anmeldungen von Schülern für die erste Klasse nicht mehr entgegengenommrn werden« Borakmerkte Schüler mögen ihre Dommente Montag, den 1P. oder Dienstag, den 16.d.Mvon 8 bis b Ubr nachmittags im Bureau des Jüdischen NationalrateS (ll. Tabvrstraßr 80^) abgebe«, wo auch Auskünfte erteilt werden. Die schriftlichen A«fn ab m Sp rü sun g en werden Mittwoch dm 17. and Donnerstag» den-18. September um 8 Uhr vormittagin der Hebräischen Schule, II. Große Mohrengaffr 16, TÄ88, abgebaltm werden. Der Unterricht wich Sonntag dep sS.> September beginnen. * El« Stratzeuunfokl I« der Uoteuturmftratze. Gestern nachmittags ereignete sich. in der Inneren Stadt an der Ecke der Rotenturmstraße vnd der Wollzeile Unfallder eine erhebliche Verkehrsstörung zur Folge hatte. Am Hause der Mercur A.-G. sollten am Dache ungeheure GtaStaseln befestigt werden und bei der Befestigung fiel eine solche Tafel herab und zerbarst m tausend Splitter. Der Beamte Norbert Wallner wurde erheblich verletzt imd im Automatenbüffet Qmfisana von brr RettungSgesenschast verbunden. Die Straße wurde sofort in weitem Um« kreise abgesperrt und der Wagenverkehr mußte sich durch die enge Krameraasse abwickeln, was besonderfür die Auto-Ommbuffe große Bmvgermrgen fm Folge hatte. Die zweite Tafel mußte von der Feuerwehr befestigt werden. . * Für Mt Kriegtaefangent« f« Sibivltn. Die Drünner HilZaktion für sibirische Kriegsgefangene gibt auf Grund einer Mitteilung de» tschechd-stowaklscheu Roten Kreuzes bekannt, daß mit dem anfangs Oktober a b T r i e st nach Wladiwostok adgrbmde« Schiff »Liverpool Maru" Liebrsgabensmdlmaen an Kriegsgefangene nach Sibirien geschickt werden können. Zulässig sind außer Photographien, Korrespondenzen, Büchern, Messern, Räsiermeffern, Rauchrequisiten, kleinen Torlettegegeri ständen, auch dauerhafte Eßwaren, wie Konserven, AbkNchen, Kakes, Zuckerln, Zucket? (kein offenes Fleisch). 'Die Verpackung soll womöglich m dm bekannten Fcldpostkistchrn erfolgen. Die Kistchen mini die genaue Adresse de» Kriegsgefangenen und den Vermerk .Kriegsgefangener" sowie die Ab» senderndresse tragen, dürfen höchsten- 8 Kilogramm schwer sein und ^müssen bis längsten- 1v. d. M. bei der Speditionsfirma ..Cechoslawa, Prag, Mikula-kagasse, emlangm. Für die Beförderung durch bie Bahn und Schiff ist eme Gebühr von zuka n. A.10 mittels Postanweisung an die Speditionsfirma mmu* senden. Dir Brunner Hilfsaktion nimmt bi- 15. d. M Briefe zur Sammelsendung mit genanntem Schiffe in ihrem Bureau, Adlergasse 8, mtgegen. ' * Wirtschaftsgemeinschaft jüdischer Frstbesoldeter De«tschöftertztlch» m Wien. (Bureau provisorisch in den Räumen de» Jüdischen HandlungSgehilfenverbanheS, U., Obere Dönaustraße 6b, Parteicnverkchr vormittags von 8 bi» 11 Uhr.) Warenvormerkungen, derzeit Brennholz. Schuh« und Battist- Ehiffon. find - von jetzt ab an obige Adresse zu richten. Bereits bestellte Waren sind in den-bisherigen Vormerkstellen abzuhvlen. BesteVberechtigt ist jede- Mitglied der Wirtschaftsgemeinschaft, düS mit dem Jahresbeitrag nicht rnt Rückstände ist. Warenbestellungen sind sofort «ach ihrem Einlangen zu beziehen. ' *> * FahrplanLnderungen der Novdbah«. Zur Verbesserung der Verbindung von Wien-Nordwestbahfibof,, Abfahrt S Uhr W Min. nachm., mit dem Personenzufle 15/17 via Zellerndorf. an 8 Uhr 81 Mi«, nachm, auf dw Strecke Zellerndorf— Reustedl—Dürnholz wird vom September 1 I. angelangen an Stelle des Personenzuges ISIS 8 der Pcrsonenzug 1220,8,/Abfahxt Zeller«dorf 8 Uhr 40 Min. nachm., nach Neusiedl-Dürnholz an. 11 Uhr 25 Min. nachm, täglich bis auf weiteres verkehren. Ferner wird vom IS. September d. I. angcfange« a«f der Lokal- .bahn Drösing—MrrSdvrf zm Herstellung emer near« Verbindung von ZisterSdors Nach Lundenburg der gemischte Zug 1158 von ZlsterSdorf um 8 Uhr 8b Mm. nachm., 80 Mm. früher, äbgehen und in Drösing um 4 Uhr 8 Min. nach»», eimreffe», westers wnd zur Verbesserung der Verbindung von Wien nach Mcrsdors der gumschte Zug 1157 von Dtöfing um b Uhr 20 Min. nackm., 1 Stunde 10 Mm. früher noch MerSdors abfahrrv» Wiener Morgenzenun- * Ablieferung von Goldmünzen. Die Vollzugsün-- weisung petz StaatSamtrS für Finanzen vom 81. Juli 1019, St.-G.-Bl. Nr. 386, hat für ,dfx Ablieferung der/ m privatem Besitz befindlichen Goldmünzen eme Frist von vier'Wochen fest- ' gesetzt, diemrt 2. September erlügt. Das 'Staaisamt für Finanzen hat nunmehr bieft Frist bis 30i September 1919 ausgedehnt, so daß bis zu diesem Termin -ie Ablttfeiimg nackrgelwlt werden kanm ohne daß der Abliefernde beit Straffolgcn dsö 8 L des Gesetzes vom,4. Juli 1919, St.-G.-Bl. Nr. 853, unterlregt., * Wieder eine SplÄhöll« aufgchsden. Gestern abends wurde im 4. Bezirke abermals eine Hasardpartie ausgehoben. ES gelang dem PolizeikonzeptspraMkanten Dr. Böh'm nnv dem Polizeiagonten.T o n i tz in Erfahrung zu bringen,. Hast gestern abends im Hani«. Links' Wtenzeilo 31 bst her Eleonore H asm er gespielt werde. D«. Böhm vermochte, trotz aller Vorsichtsmaßregeln mit Polizeiagent TonE unbemerkt in bie Wohnung zu dringen und. die Spieler bei der Pakkarat» 'Partie zu überraschen und zu beobachten. Sie vermochten die Cagnotte, die Bank und die Karten mit Beschlag zn belegen. In der Bank befandan sich im Augenblick des Eüv schreitenw 620 Kronen. Die Cagnotte zählte 480 Kronen. Als Cagnvtt^ur fungierte der 47!ähricke Handelsangestellte Oswald ' Wagner, der in Hadersdorf-Wsldlingau, Cottagestratz« Nr. 9, wohnk. Er hielt auch die Bank/ Spielend wurden angetrvffen; der Handelsagent Franz Wagner, 7>sr 37jährlge Fuhrwerksbefitzer Johann Schmitz, der 64jährige .Private Andreas Kohoft, der Oekonom Mnaz 'Ztvittinger, rer 7S)ährige KaufmannSsohn Artur Stein, de« 42jährlge Konzipist der Veebehvrde Albert HieronWUs. TDann kvaren tu, der Wohnung anwesend her 65jährige Präparator. Alfred Hafner, der 44jahrige Kaufmann Jo Hann Wolf, der 48jährige OberrechnungsfÜyrer der StaatSbahnen Hugo Brache und der 87jährtge Markör Otto Wagner. Gegen die Spieler und die WohnungSlnhaberin.Gleonvpö Hafner, die wegen DuldenS von Hasardspielenschon im- Jahre 1916 beanständet worden ist, wurde die Strafamtshandlung eingeleitet. .Die Anzeige an daS Wohnungsamt ist erstattet. , * HeransgelöchteS ungestentvelteo, Geld^. Die Seilte, namentlich aus U n g a r n, bie besorgt ihr ungestempeltes oder „weiiieS" Geld gegtn deutschöstmelchüche--Banknoten umtau'chen wollen, tun gut-daran. , gegenüber Angeboten vön Leute» •tmf der Straße doppelt vorsichtig zu sei«. "HS Mtbeu, sich ganze Horden Schwindler herum, die ihnen das-. Geld mbschwatzcn, , namentlich mit dem io oft grschilverteu Tnck des DurchhaufcS. So haben zwei Männer, der eine etwa 30 Jalre alt, der andere etwa L6 Jahre alt. beide mit schwarzen englischen Schnurrbärten, dem Franz S ch l e U n g e,r. Lobculrauergafie 86 wohnhaft, in einem Mariahilfer CafK kl 28u0 und K 200 ungestempelte Noten unter dem Vvrwand hrrauSgelvckt, sie bemr .Dber" umwechseln zu lassen. Ern battlostr, etwa LOjähnger Soldat mit Mita, Gesicht hm dem Stefan Padjerunig aus Schwechat, K 1176 ungestempeltes Geld (Noten zu«L 26) bei einem Durchhause in der Wähiingerstratze entlockt. Zwei Bursche, der eine 4ö, der andere 20 Jahre alt, beide glattrasiert, entlocktest der Marie Horvath aus Nenstift bei Oedeuburg beim Durchhause, Tiefer Graben 28, 8 2800 in Kassenscheinen zu K 200 dem unter Vorwände, sie zu wechseln. ' - ' * Tierärztliche Hochschule. Die Vorlesmigen an der Tierärztlichen Hochschuee in'Men beginnest mit Niicksicht auf die Schw'erigkelten m der Beschaffung von Heizmaterial bereits am 1.-Oktober. Der Termin der Jnskch>l>önen bleibt unverändert. * Einfuhrbewilligungen für PostpaktzD nach der tfchecho-flowattifcheu Republik. Wi«d,e Niederösterreichische Handels- und Grwerhekammer mitterlt, empfiehlt eS sich, für Versender von Postpaketen nach der Tschccho-Slowakci die erforderliche Einfnhrbewilllgung -schon bei oer Aufgabe den Paketen beizuschließen. - * Sämtliche Mitglieder der WirtfchastsverbLndv Leimgekchrter jüd. gal. MaLurautvu, wie auch jüd. Studenten aus der.Akruino werden aüfg'efordert, sich im eigenenvJntereffe mit alle« Dokumenten zuverlästl'ch heute den 14. d. Mi im Lokale des Jüd. HochschulauSfchuffcS zwischen 9 bis' 13 Uht zu melden. , . ' * Kriegsgefangenenkisteu. Amtlich wird msigeteilt: Es find folgende Listen, aus denK r i r g S g d f a,n g e n rnlagern Sibiriens eingetroffen, und zwar: Bainaul, Berrsowka, KraSnojaisk, NikolSk-Ussurnsk, Nowo-Nikofaiewsk» Pawlodar, Tschita und Umgebung. Altschinsk und Za »kmny-Gorodok. Die Äuskünfte.über die dann enthaltenen Nachrichten wurden bereits fchrtftltch an die betteffcndcn Angehörigen erteilt. Mündliche Auskünfte täglich' ab 15. Septcmber zwischen 9' bis 13 Uhr vormittags in der A u § k u.n f t s st e l le deS deutsch österreichischen Kriegsgefangenen-'und Z'vilinteinittlenamtes m Wien, V!., Gumpendotferstraße 1, Mannschaftstratt, ll. Stock, Zimmer Nr. 44. Eingesendet. MmW xeb. Lenensieb . « VermHltEia. Wiet», im Septwba« iötfl. Dr. J. felö IMS Klara Drucliep Lesn Drucker geb. Schorf VermShltc« Wt«B, ,ö. Sflpt8mb#r 18t», 1K8- Mßbsl u. Innendekoration grösster Auswahl. Nur gediegene tln9 Erzeugnisse. J. SPIRA miB', l)t!., SlBbsnslcrng. 1 u. 2 (Ecke Ivarl Schweigliofergasse). mmmmssämss AuüusÄleittf- ' iaMeßmer Stafürf, JnsLiLut für InhalaLionsthsrapie und physikalische-Heilmethoden Dr.. Ost ermann, IX. Spltalgasse 1 a, Tel. 81563. Ord. 9---12, 6. Sämtlichemoderne« Heilbeffelfe für Erkrankungen der AlmungSorgane; NhenmatiSmen. Gicht, Ischias, Dtttsenschwellnngcn, Bartslrchien re. ' ^4. September 1919 Seite § Nllschiie«' Größte Auswahl! Billigste Preise! Leopold Steinhort, Wie», I:, Biberstraße 9. * Dev Gehalt dev Dkeustuehmev., Eine Vollzugsanweffung de» StaatöamteS für Justiz bestimmt : Der eme» D knstnehnfer im Sinne de« Hanvlungögehilfengesetzes im erste« stsionate nach Antritt drS DtenstverhüllntfieS zukommende fortlaufendv Gehalt ist in zwei gleichen Belrägen, von denen de> eine spätestens am 16., der andere spätestens am Schluffe de4 KalrndermonatS fällm wird, zu bezahlen. Diese Vollzugsanweisuns tritt am Tage der Kundmachung in Wirksamkeit und findet auch ank Dienstverhältnisse Anwendung, die vor dem Inkrafttreten der BollzugSanweffunff, aber nach dem 81. August 1919 augelretr« worden find. Sie findet keine Anwendung» wenn der fortlaufend« Gehalt deS Dienstnehmers den Befrag von K 2000 monatlich übersteigt. ' * Verleihung der FretplStze an den StaatserziehungSLuftalten. Wie von unterrichteter Seite verlautel. wurden du an ta S t a a t s e r z i e h u n g. saust a l 1 e n mit Beginn deS Schuljahres 1919/20 für,die erste Klaffe zur Verleihung gelangenden Fretplätze bereits zur Hälstt vc> geben. Die übrigen Freiplütze sollen in der zweiten Hälfte deS NkonatZ- September vergeben werden. Aus den Berleihungsdekreien kündigt sich deutlich der neue Geist an, von welchem die Erziehung >u dm StaatserziehnnaSanstalten getragen sein soll. Ern völliges Abgehen von dm bisherigen bureaukratlschm Former! ist der erste Emdruck, welchen daS Dekret hervorrufk. ES stellt nach Form, Inhalt und Ausstattung einen m herzlichen. Porten «batfaßten Brief deS UNterst a y t S l e k r e t 8 r S dar, in welchem dem Kinde die Bedeutung der vom Staate erwiesenen Wohltat und die Verpflichtung, die ihm-der Allgemeinheit gegenüber daraus envachse, in ein« dem kindlichen Auffassungsvermögen entsprechenden Weise zum Verständnis gebracht wird. Das Verleihungsdekret hat' folgenden Wortlaut: Liebes Kmd! Auf Grund Deiner bisherigen Schulleistungm und Deiner bei der Aufnahmsprü'ung bewiesenen Fähigkeiten wird Dir hremit rin Freiplatz in einer StaatSerziehungsanstalk verliehen. In Zeiten schwerster Not übernimmt hiedurch neben Deinen Angel, origen der Staat die Sorge für Deme Erziebuu- und Ausbildung, vis Du zu einem Berufe oder zum wissenschaftlichen Studium reff geworden bist, vorausgesetzt, daß Du dü Pstlchtm, die Dir daraus erwachsen, getrmlich erfüllst uyd Dein» Kräfte dm Anforderungen des Studiums entsprechen. Dafür erwartet der deutschösterreichische Freistaat von Dir, daß Du deremst als sein treuer Bürger psilchtbewußt und verantwortungßfrettdig nach , bestem Wissen und Können für das allgemein» Wohl wirken und mit allen Deinen Kräften an der Wieorrauflichtung unseres unglücklichen Vaterlandes Mitarbeiten wirst. Das Vaterland zählt auf Dich, Wohl denn an die Arbeit »mb Glück auf dem Weg! Der Unterstaatssekretär für Unterricht* Bereinigung jüdischer ExportaLademilrer. l. Auskünfte in S t ir d i e n a n g e l e g e n* Helten für neu eintretende Exportakademiker. Auskünfte über a) Inskriptionen, d) PrüfungSangelegenhertm, o) Studiengang, ck) UnkeistützungSwescn, o) WohnungsfÜrforae. f) Aushilfsfachfmk g) Mensa, l»! Bibliothek,») Kartmermaßigung für Theater, fi) jüdische Kurse Und Semmare werde» erteilt: vom 25. September bis 10. Oktober im Heime, H„ Taborstraße Nr. 1,von 8 bis 5 Uhr riachiniftags und vom 1. bis 4. Oktober von 9 bis 12 Uhr vormittags in der Anla der Exportakadmiie beim schwarzen Brett der Vereinigung jüdischer Exportakademiker. 2„, üD} e Bibliothek der Vereinigung i ü d i s ch e r E x vw r t a k a d e m i k e r ist bis auf weiteres jedm Dienstag, Donnerstag «nd Freitag von 4 bis 5 Uhr nachmittags geöffnet. o. L e h r b ü ch e r um d I a d a i e a werden im Heime während der Bibliotheksstunden und vom 36. September' bis 1. Oktober täglich' von 3 bis 5 Uhr im Heime, vom 1. bis- 4. Oktober von 9 bis 11 Uhr in der Aula der Export-, akademie beim schwarzen Brett der Bereinigung zu günstigen Preisen gekauft. Lehrbücher weiden auch billigst verkauft. Letzte Nachrichten. . Italienische Demonstrationen in Triest. Laibach, 16. September. (Laibacher Korr.-Bur.) Heuth früh aus Triest angekommene Nktsmde berichte», daß gestern abends abermals Demonfirat io uengegenoie Jugoslawe» in Triest stattgefunde» haben. Etwa 150 jüngere Leute unter der Führung von vier italienischen Offizieren «nd sechs Arditen zogen vor die Kaffeehäuser vnd verlangten die Entfernung der Slowenen. Ein italienischer Offizier griff einen französischen Offizier an und versetzte ihm mehrere Schläge. Fast die ganze Nacht läuteten die Glocken. Man sprach davon, daß.d es das Zeichen zum Sammeln von Freiwilligen sei, die für die Befreiung Fmmes bestimmt seim. In Opcina bereitete« sich 800 bis 300 Freiwillige vor, nach Flume zu ziehen. Die Serben «nterschreiben nicht. Demission des GesamtLabtnetto. Laibach» 13. September. «SloveuSky Narod^ meldet au» Belgrad : Die Regierung ist zur Ueberzeugung gekommen, daß st» die Unterzeichnung des endgültigen Friedensvertrages nicht verantworten könne, weshalb sie beWoffen hat, noch im Laufe deS heutigen Tages dem Regenten ihre Demission zu unterbreiten. Dieser Entschluß ist lediglich eine Folge der anßenpolck« scheu Lage, ftir den alle Parteien die Verantwortung tragen , müffen. Die außenpolitische Lage schreckt auch der Entwicklungder ttmerpolitischen Krise «ine andere Richtung vor und zwinge auch jene Parteien, die sich ihr bisher entziehen zu versuchten, zur Ucbernahme der Verantwortung. ' - Belgrad. 13. September. (Südslaw. Preßbur.) Regent- Thronfolger Alexander hat die Demission der Regierung ange-' nommcn. Die Abreise der Tschechen aus Paris. - Paris, 13. September. Die Agence HavaS meldet: Dsi tschecho-slowgkisch'e Fnedensdelegation ist heute nach Prag abgertifi. Sie nimmt von ihrem Pariser Aufenthalte hie besten' Eindrücke mit und macht aus den Gefühle» ihrer tiefen Zuneigung, die sie für Frankreich gefaßt hat. kein Hehl. Sie verließ die sranzöstsche Hauptstadt mit deck Wunsch und Willen, die geistigen. wirtschaMchen und kommerziellen Beziehungen zwischen beiden Länder» enger zu gestalten. Ihre Absicht besteht hauptsächlich darin, zwischen PariS und Prag direkte Verbindungen jederÄrtzu mehre». Prag, 18. September. (Del.-Komp.) Die Rückkehr der tschechischen Friedensdelegation aus Paris mußte verschoben^ werden. Der Minister deS Aeußern. Dr. Benesch, dürste erst be--' dviltLnd später, als geplant iuar, nach Prag zurllckkehren.

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