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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-14 · Heft 235 (14.9.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 235 (14.9.1919)
Date
1919-09-14
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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0 Seite 4_ Wien, Sonntag _ Wiener Morgeuzettvug 14. September LSI» Nr. 235 Tagesbericht Kinderhilfstag. Reiseer'mnermgm von Dr. Philipp Waschitz. An den Stallen des Stockholmer jüdischen Tempelfiel mir anläßlich eines Besuches im Februar ISIS ein elegant gekleideter Herr mit robusten Gesichtszügen und weit vorspringender Nase auf.. Mein Sitz-. Nachbar, der greise und stets geschäftige Herr Hermann 'Eliot, informierte mich, der genannte Herr heiße Axel Eliasson, wäre ein Gwßkaufmann in Stockholm und sei der populärste Mann der Stadt, von Juden und Christen gleich geschätzt und geachtet. „Und sein Verdienst^, warf ich ein. Er heißt im Bolksmunde — war die Antwort — ,Her Vater der föntet",‘ ist seit Jahren Leiter der Stockholmer Kinderhilssaktion und 1 Veranstalter des Kinderhilfstages. Nach langwierigen Vorbereitungen gibt Herr Axel Eliasson das Stichwort und die ganze Stadt Stockholm ist wie umgewandelt. Handel und Verkehr stocken. Die Läden sind zu und Groß und Klein wetteifert in der Sammlung von Kronen Und Oeren zugunsten der Kinderhilssaktion. Ein Wohltätigkeitstaumel erfaßt die Stadt und das Erträgnis, welches sich auf viele Hundertdrusende von schwedischen Kronen beläuft, ermöglicht eine großzügige charibattve Tätiget, deren zartes Objekt das Kind ist. Das hilflose Kind in erster Reih«, das Waisenkind, das uneheliche Kind der Liebe. Diesen letzteren wird besondere Sorgfalt zugewendet, nicht nur in Schweden, sondern in Skandinavien überhaupt. Die weitherzige Wohltätigkeit Axel Eliassons trägt wesentlich dazu bei, den Scheidestrich zwischen ehelichen und unehelichen Kindern zu verwischen und der Gesellschaft viele kraft- und wertvolle Mitglieder zuzuführen-welche ibr sonst herloren gegangen wären. Es war an einem herrlichen Maitage des Jahres 1919. Ganz Kopenhagen stand unter der Losung: Barnhjälpdag*). Auf Ankündigungstafeln, in Auslagesenstern, in Depeschensälen der Zeitungen und auf fast jeder Seite der papierveichen dänischen Tagesblätter las man dasselbe Wort: Barnhjälpdag. Am Bortage wurden aus dem Rathausplatz und auch auf sonstigen öffentlichen Plätzen Bretterbuden aufgeschlagen, welche - Aufschriften trugen, die in den verschiedensten Variationen das Wort ,Darnhjälpdag" wiederholten. Ob man wollte oder nicht, ob man einheimisch oder fremd war, man mußte auf die Sache aufmerksam werden. Ich muß gestehen, ich sah dem ,^barnhjälpdag" fast mit spannungsvoller Erwartung entgegen und wechselte fleißig, auf den Rat meiner Kvpenhagener Freunde hin, so manche Bayknote in kleine und kleinste Scheidemünze, um auf alle Fälle gerüstet zu sein, mich frei in den Straßen bewegen und das Schauspiel. genießen zu können. Meine Erwartungen sollten nicht getäuscht werden. Schon am frühen Morgen gings ä>s. In immer größerer Zahl zeigten sich in den Straßen junge Damen und Herren, Pfadfinder und sonstige Uniformierte oder hanswurstartig maskierte Gestalten, , die mit offiziellen Blechbüchsen versehen, keinen Passanten pardonnierten und jede auch. noch so kleine Gabe mit. gewinnendem Lächeln' und einem freundlichen „mantze ta'f**) quittierten. Bon Stunde zu -Stunde wuchs der Trubel. In den Hauptverkehrsadern der Stadt war jeder Wägenverkehr eingestellt und die Straßen widerhallten von ohrenbetäubendem Lärm, einem Gemisch rufender Menschenstlmmen und surrender Büchsen. Don Handel üüd Wandel war keine Rede. Am Rathausplatz erschien am Vormittag König Christian von Dänemark mit Begleitung und warf in jede ihm dargebotene Büchse eine kleine Silberrnünze. Um die dritte Nachmittägsstunde erreichte die Veranstaltung ihren Höhepunkt. Es erschienen zu Fuß. und zu Wagen malerische Gruppen und es entwickelte sich ball» ein blumengeschmückter, pfeifender, ° tutender, glockenläutender, singender und alle möglichen Instrumente spielender Korso durch die von Menschen dicht gedrängten Straßen. Alle Fenster bis in die obersten Stockwerke waren offen und dicht von Köpfen besetzt, die nicht müßigen Zuschauern gehörten. Mit großer Geschäftigkeit setzten sich da Hände in Bewegung, man sah einen Münzenregen durch die Luft fliegen, hörte aber den Klang, beit der Aufschlag aufs Pflaster Hervorrufen müßte, nicht. So vollgepfropft war die Straße von Menschen, daß die Münzen auf Hüte, auf Kleidung, auf ^tgegengestreckte Hände zu liegen kamen und' wenn rusnahrnsweise eine abrutschte, bevor sie aufgefangen «erden konnte/ so kennzeichnet« ein wirrer, suchender Menschentnäuel die Stelle. Wer den edle« Wetteifer Mt wackeren Dänen mit ansah, wer Zeuge dieser Freude, am Wohltun war, der konnte dieses Volk nur rus vollem Herzen beglückwünschen. Sie meinen eS gut mit ihren armen hilfsbedürftigen Kindern. Sie können ohne Sorge ihrtt Zukunft entgegerisehen. *) Hinderhilfstag. **) Vielen Dank. An unsere Leser! Mir bitten alle nnseve Leser und Freunde, Anichriften für die „Wiener Morgenzeitung" nicht an die einzelnen Mitglieder der Redaktion» sondern nur en die Redaktion selbst zu adresfteren. Sammeltag „für das jüdische Kind^. Heute ist in Wien Sammeltag „für das jüdische Kind". Diese Aktion ist in den letzten Woche« durch eifrige Propaganda so populär geworden, daß hier nur angedeutet werde» muß, um was es sich handelt: Errichtung von TageSheimftätten für jüdische Elenbkinder, ihre körperliche Ertüchtigung, ihre geistige Erziehung, vor allem aber die Rettung vor den Gefahren der Straße, bene» sie sonst anheimfallen müßten. In allen Bezirken haben sich besondere Sammelkomitees konstituiert, deren Sendboten heute an die jüdische Bevölkerung herantreten werden. Wenn der Sammeltag das erhoffte günstige Ergebnis erzielt, so wird die bisher von den jüdischen 'Kinderfreunden gileitete soziale Fürsorge großzügig fortgesetzt werden können. Wir hoffen, der Oeffenb* lichkeit über das volle Gelingen des Sammeltages berichten zu dürfen. Gesammelt wird von einer Schar von Mitarbeitern, die in den Bezirks sammelleitungen zusammengesaßt sind. Die Sammler sind mit Legitimationen versehe«. ES wird mit Sammelbogen oder Büchsen von Haus zu Haus gesammelt. Die Zentrale der Sammelstrllen befindet fich im H o t e l Metropole am Franz Josefs-Kai. Die jüdische Kinderferienaktion. Neuerliche Entsendung von 800 jüdischen Kinder« nach Holland. Die bisherigen Leistungen der jüdischen Ferienaktion. — Lebensmittel ans Dänemark. Fortsetzung der Aktion. Die Ferienaktion des Jüdischem RationalrateS und der sozialen Hilfsgemrinschast (Leitung Frau A'n i t t a Müller) entsendet heute neuerdiugs 800 jüdische Knider nach Holland. Besonders bemerkt muß werden, daß die holländische Judenschaft sogar dieKohlesÜrdenEisenb a h n z u g beigestellt hat. Gegenwärtig weilt Herr Doktor Rehmers aus dem Haag in Wie« z« dem Zwecke, das\ Wiener Judenelend zu studieren. — In stiller Arbeit ist es dieser jüdischen Ferienastion gelungen, bisnutt nicht weniger als 3300 jüdische Kinder zur Erholung nach der Schweiz, nach Holland, nach Dänemark und nach Istrien zu entsenden. Das deutschösterreichische StaatSamt für Volks-- gesundheit hat bisnun insgesamt einen Betrag von 85.000 Krone« gesteuert. Die erforderlichen sehr großen weitere» Mittü wurden fast ausschließlich von der Judenschaft jener Länder aufgebracht, welche die erholungsbedürftigen jüdischen Kinder gastfreundlich aufnahmen. — Wie groß die Fürsorge der avsländischeu Juden für das Wiener jüdische HilsSwerk ist. geht cmS folgendem hervor: Nach Dänemark konnten nur 50 jüdische Kinder entsendet werden, da die Uebernahme einer größeren Anzahl nicht möglich war. Da aber die Dauma rk-Lo ge ihre Fürsvrgeauf eine größere Zahl von Kindern erstrecken wollte, hat sie für diejeuigm Kinder, welche für Dänemark bestimmt warm, aber nicht entsendet werden konnten, Lebensmittel nach Wien geschickt, welche von Herrn Alfred Heyuianu nach Wien gebracht wurden. Besonderer Dank gebührt auch dem Dänischen Roten Kreuz, welches an dieser Aktion mitwirkte. — Die überaus erfreuliche Wirkung dieser Kinderferiensahrten ist längst von ärztlicher Seite gewürdigt worden. Alle Kinder, die zurückgekehrt sind, haben sich gründlich erholt, verzeichnen große Gewichtszunahmen und was nicht zu unterschätzen ist, die Fährst« dieser Kinder haben es bewirkt, daß dir Beziehungen (der Judeuschast der genannte« gastlichen Länder und Deutschösterreichs viel enger wurden. Bedmkt man noch, daß durchaus alle Kinder mit Kleidern und Wäsche neuauSgestattet zurückkehren, so wird man erkennen, daß diese Erholungsaktion gleichzeitig eine BekleidungSaktio» ist. Sie wird und muß fortgesetzt werden,, weil die Zahl derjenigen, die bis jetzt an den Erholungsfahrten nicht terlnehmen konnten, überaus groß ist, weil es sich um Kinder handelt, die nach ärztlicher Feststellung furchtbar unterernährt und in ihrer körperlichen Fortentwicklung bedroht sind und weil die Judenschaft des Auslandes bereit ist, weitere Kinder aufzunrhmen. Die Aktion muß aber ins Stocken geraten, wmn die W i e» e r I u d e n d a S Hilfswerk «ichtderart ausreichend unterstützen, wie «au eS mit RücksichtaufdieDringlichkeit dieser Wohlfahrtaktion erwarte» darf. Es ergeht hiermit neuerlich die Aufforderung. Geldspenden an das Bureau der Frau Auitta Müller, U«, Praterstraße 17, zu sende». Aufruf , an alle ehemaligen jüdischen Heeresangehörigen der österreichisch-ungarischen Monarchie l Heimkehrer und Invalide! Zum Schutze eurer besonderen Interesse» und zur Vertretung jurer berechtigten Forderungen, vor allem gegenüber den einzelnen Teilstaaten der ehemaligen Monarchie, hat sich ein „Verband jüdischer Heimkehrer und Invaliden" in Wien konstituiert. Der Verband bezweckt in erster Linie die Wahrung eurer wirschaftlichen Interessen, die Linderung der ärgsten Not, unter welcher diejenigen unserer Brüder leiden, die nach jahrelangem Felddienst, nach endloser Kriegsgefangenschaft yelmgekehrt und brotlos, stellungslos geworben sind;' der Linderung der Not unserer Invalide«, dre aus den Spitälern auf die Straße geworfen und als „Ausländes abaeschoben werden sollen. Der Verband wird zur Linderung der äußerste« Not unserer Invaliden an die jüdische Oeffentlichkoit appellieren. Die Notlage der Heimkehrer, soweit sie arbeitsfähig sind, wollen wir aber auf dem Wege der Selbsthilfe der Arbeitsorganisation abhelfen. Wir werden ^kvenn Ihr un8 dabei unterstützt — ehestens zur Gründung von ärztlichen Ambulatorien und Abenbheimen, zur Errichtung von Lehrkursen und, Berufsberatungsstellen, von StellenvermtttlungS- Lmtern und Sprachkursen für alle jene Heimkehrer, die i»S Ausland auSwandcrn wollen, schreite«. Wir werden aber auch die nicht rein wirtschaftlichen nationalen Forderungen vertreten, zu venen unS oie Notlage des Momente»' zwingt; wir werden energisch gegen jede» ÄuSnahmsgesetz gegen unsere Heimkehrer und Invalide« und insbesondere gegen die drohende Ausweisung ~ protestieren. Jüdisch« Invalide und Heimkehrer! Kommet in Massen zur gründenden Generalversammlung des. Verbandes jüdischer Invalider und Heimkehrer, die Sonntag den 14. September, um 9 Uyr vormittags im Hotel Post, 1. Bezirk, Fleischmarkt 84, üatijmdet. Der provisorische Ausschuß. Perlnstriernng der Wohnungen und Geschäft« in Wien. Die Kathauskorrespondonz' meldet: Wie wir erfahren, ist geplant, in der erste« Oktoberhälfis eine allgemeine Aufnahme sämtlicher Wiener Wohnungen und Ge sch äftSlokple burchzuführe«, um einen endgültigen Ueberblick über die erforderliche« Räu mlichkeiten zu erlangen. Diese Arbeit soll vop Kommissionen durchgeführt werden, an denen auch die Ar« bei terschaftAn teilhaben wird. ES ist die Bildung von etwa 300 Kommissionen in Aussicht genommen, so baß die gesamte Arbeit bei der Gesamtzahl von rund 40.000 Säufern in verhältnismäßig kurzer Frist bewältigt sein kan». S wird eine Begehung jedes einzelnen Hauses und jeder einzelne» Wohnung erfolgen und bei diesem Anlaß festgestelll werden, ob die Dewohnerzahl im Einklang mit der Ausdehnung der Wohnung steht und ob die örtlichen Verhältnisse eine teilweise Inanspruchnahme zulassen. Gleichzeitig wird auch erhoben werden, welche Wohnungen noch von Flüchtlingen oder überhaupt Nichtbeutschösterreichern besetzt sind« Auf diese Art wird es auch möglich sein, in vollkommen einwandfreier Weise festzustellen, ob die mit 20. September ablaufende. Abreisesrist auch tatsächlich von der Masse der in Betracht kommenden Personen eingehalten worden Ist, Gleichzeitig wird die Möglichkeit geboten sein, sich zu vergewissern, ob tatsächlich, wie es allgemein heißt, Hunderte vyn Wohnungen, deren Bewohner in die Tschecho-Slowakei Übersiedelt sind, nunmehr als Möb eldepot ptenen.Ebenft werden bei diesem Anlasse die leerstehenden, Geschäst'slokals auf ihre Eignung zur Verwendung als Wohnräüme geprüft werden und schließlich soll die GenKalvegehung auch bezüglich der Amtsräume und deren tellweiser Entbehrlichkeit Aus, schluß bieten. Doppel Wohnungen, insbesondere . du Villen im Wiener Ge meift de gebiet werden auch bei dieser Gelegenheit erfaßt tveroen. Die Vorbereitungen für die ganze Aktion liegen in dev Hand des. Wohnungsamtes? und sind bereits in vollem Zuge. * Wir hoffen, daß diese an sich begrüßenswert» Mio», die zum ersten Male «in sachliches Material über die Wiener WvhnungSverhSltnisse liefern wirb, nickt den Vorwand ftkr allerlei unnötige und unbegründet» Schikanierung des -Publikums bieten wird. Insbesondere wird den Flüchtlingen gegenüber, die selbstverständlich bis 30. September nicht abreisest können, jede Roheit vermieden werben müsse». Heber vre geplante Art der Zusammensetzung der Kommissionen wirb in der Ankündigung allerdings nichts gesagt, ebenso fehlt die Andeutung, ob man auch die Paläste und Schlösse»; ferner die dielen überflüssigen Aemter (was ist's mit dem! KriegS'ministerium?) in die Perlustrierung eiubeziehen wich. Reorganisation des Ernahrnngsamtes. Das StaatSamt für Bolksernährung hat, den geänderten Verhältnissen rntsvrechmd, und zur Herbeiführung eines beschleunigten Geschäftsganges, eure Reorganisation seiner Geschäftseintetlung vorgenommen. An Stelle der biSherigm zwanzig Abteilungen wurde» folgende neun Abteilungen eingerichtet: Abteilung l: Für landwirtschaftliche Bodeuerzeuanisse. ll: Für tierische Erzeugnisse. M und IVrFür industriell erzeugte Lebensmittel, V: Für die legislative»! und organrsatorisckenFragen d erLebenS« m i tt e l v'er t e i l u n g. VI: Für die Förderung und Belieferung der K o n s u m e n t e n o r g a n .i s a t i o n e % GememschaftS- und Kriegßküchrn. Fürsorge für die Verpflegung bestimmter Kynsumrulengruppen some die Angelegenheit der HiftSaktion zur Erleichterung der Lebensführung der mindest« bemittelten Bolkssckichtrn sowie des Mittelstandesusw. VII und VIII: Auslandsverkehr. IX: Für Transportfragen und Statistik. DaS bisherige Präsidialburrau wurde in eine Abteilung für Präsidial« und P «r s o n a l a n g e l'e g e n h e i t e v umgrwcmdelt trab in seinem bisherigen Wirdmgskreise verringert. . Der Dank des Bürgermeisters an die Schweiz. Bürgermeister Reumann hat an -en Schweizer Bundekpräsidenlen Ad o r folgendes Schreiben gerichtet: Aus liesstem Herzen spreche ich namens der Stadt Wien — namcnS zahlloser glücklicher Eltern — Ihnen, hochverehrter Herr Präsiden^ dem Schwrizrr Hilfskomitee und dem ganzen Schweizer Volke für das edle Werk der Nächstenliebe zugunsten unserer Kinder den innigstem Dank aus; der helle Jubel und die Begeisterung, nut der die heimgekehrten, wieder lebensfrischm Wiener Kinder von dem liebe«, guten Schweizer Volke erzählen, ist nahezu der einzige Sonnenstrahl, der dn dunkle» Tage, die Über unsere Start gekommen sind, erhellt. Insbesondere hat auch die Mitteilung, daß das rastlose Züricher Hilfskomitee die Liquidation der Hilfsaktion suspendiert hat und noch «inen vierten Kindrrzug vorbereitet, die Wiener Bevölkerung mit tiefer Rührung Md Dankbarkeit erfüllt. Am Schluffe seines Schreibens bittet der Bürgermeister, den Dank dem Schweizer Volke in geeigneter Weise vermitteln zu wollen. , ', Die Kaffeireinbrecher von der Stistskaferue verhaftet. 238.800 Kronen zustandegebracht. Wie damals berichtet, wurde in der Zeit vom 31. v. Mnachmittags bis zum 1. d. M. früh die Kaffer« derUnteroffizitlS« diriarerungSstrÜe in der Stistskaseme erbrochen; es wurde eine Kasette mrt X 450.000 Bargeld entwendet. Die Kassenräume sind «m 4. Stocke der Kaserne und standcn, was eben den Fall so seltsam machte, unter fortwährender Bewachung durch Mannschaft, Als Täter wurden nunmehr der Unterossiner der Volkswehr, Alois M a r e s ch» der Maurer Karl Z u n t Md der Schlaffer Franz Lang verhaftet. Sie sind geständig. i Steiermark weist auch au-. - Graz, 18. September. Mit Rücksicht darauf, baß in * Steiermark der Sommerverkehr int allgeminen mit 15. September fein Endo firtdet, und im Hinblick auf die dermalen; äußerst ungünstige und schwierige ErnährungSlag« sieht sich die steiermärkische Landesregierung veranlaßt,, den Sommer- •. verkehr mit 15. September für beendet zu erklären. Zur Abreise auS Steiermark wird den Sommergästen eine Frist bis LI.»September gewährt. Diese Bestimmungen finden keine Anwendung auf alle jene Personen, die in der Aufenthaltsgemeinde heimatberechttgt sind oder, dort Grund und Boden haben und - Über ein« Wohnungsgelegenheit tm eigenen Gebäude oder' über eine JahreSwohnung verfüge», und endlich solche, die bei ihren nächsten Angehörigen in der Gemeinde wohne« und verpflegt werden^

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