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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-14 · Heft 235 (14.9.1919) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 235 (14.9.1919)
Date
1919-09-14
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Wien, Somftag - j . gpietrer Morssenzertung Venn es jene« Kreisen. ernst ist mit dem Bemühen, >ic ganze Singe tegenheit so zu.behandeln, wib es das virtschaftliche Interesse des ausgeplünderten Landes erfordert, so mögen sie sich zum Beweise dessen mit dem jüdischen Nationalrat zur gemeinsamen Beratung zusammensetzen, um das Werk der Uebersührung -er Juden-in produktive Berufe, an welchem -eide Teile gleichermaßen interessiert sirid, gemeinschaftlich in die Wege zu leiten. DerJMsche Nationalrat hat längst Sektionen für Berufsberatung »nd Berufsumschichtung eingerichtet. Wertvolle Borrrbeiten sind bereits geleistet worden. Möge die Regierung diese Arbeit unterstützen und wir sind sicher, daß die SoziaLemokratie sich damit selbst so wie dem Staate den denkbar größten Dienst erweisen wird: sich selbst dadurch, daß. sie wieder zu ihren idealen Prinzipien von einst zurückfindet, dem Staate aber dadurch, datz sie. seine wirtschaftliche Produktivkrast in dem Maße rrhöht, wie es bei jedem Staate bisher zu verzeichnen qj<h;£ der Juden das Asyl nicht verweigerthat. m. Polilische^undschau. Plebiszit in Tefcherr, Fips und Arva. .Der Oberjw Rat der Alliierten hat beschlossen, Zie Bewohnerschaft des Teschener Gebietes und der lkorüitate Zips und Arva selbst über ihre künftige Staatszugehörigkeit entscheiden zu lassen. Die Volksabstimmung wird gemeindewerse erfolgen. Selbstverständlich kommt hierbei den Deutschen und Juden ganz besondere Bedeutung zu.. Das Prager tschechisch-jüdische Organ „Tribuna" hebt diesen Umstand gebührend' Herbor und sagt: Die Deutschen müssen feste Garantien haben, daß man gerecht gegen sie verfährt, um sie zu veranlassen, bei der tschecho-slowakischen Republik zu bleiben. Die Nationaldemokraten haben aber gerade bas Gegenteil davon getan. Sie haben alles darangesetzt, um zwischen den Tschechen und Deutschen einen Abgrund zu schaffen. In der Teschener Frage bedürfen vir aber der Deutsche». Wenn sie sich trotz alledem, was die' 'Nationaldemokraten getan haben, für die tschechische Republik entscheiden, tun sie es nur aus dem Grunde, weil sie ans die Versicherungen T u s a x s und Masaryks vertrauen. Hier ist ein Schulbeispiel dafür, daß der Chauvinismus der Nationaldemokraten kein staatenbildendes Element ist. Man konnte diesen Chauvinismus vielleicht zur Eroberung des Staates gebrauchen, aber jetzt ist diese Politik unmöglich. Ebensolche Bedeutung haben im Teschener Gebiet die Juden. Auch sie sollen sich lieber für. die Tschecho-Slowakei als/ür die polnische Pogromrepublik entscheiden." Wozu zu bemerken wäre, daß auch anderwärts, zum BeispÄ in' der Tschecho-Slowakei, Ansätze eines Pogvomantisemitismns zu merken sind, daß die Lage der Juden in der Slowakei dank der Haltung des Ministers Srobar, seiner Behörden und Gendarmen eine außerordentlich kritische geworden ist und daß im ganzen tschechischen Staatsgebiet mit aller Macht an der wirtschaftlichen Devravierung des Judentums gearbeitet wird. Woher soll da den Jude« Plötzlich die Liebe zu einem sie bekämpfenden Staat kommen? Die tschechische Politik wird sich sehr ändern müsse», wenn sie auf die Hilft der Juden vertrauen soll. Die schlesischen Deutschen haben bereits durch eine Deputation in Prag mitteilen lassen, daß sie für den- Strindbergs „Gefpenftersonate". (Zum ersten Male aufgeführt im WienerSta dlthe ater am 12. September.) ,Mrs die 'Hespenstersonabe' angehk, ft fragt man. nicht, was Sie fragen! Diskretion, s’il vous plait! Man lebt da in der Welt der Andeutungen, wo man in Hakbtämm spricht, gedämpft, wett man sich schänrt, ein Mensch zu feinst . . Dieses Kammerspiel ist furchtbar, wie das Leben, wenn einem' die Schuppen von den Augen falle« und man ck>as Ding an sich sieht" ..Was meine Seeft während der Arbeit nicht verdüstert hat, ist meine Religion (Anschluß ans Jenseits); die Hoffnung auf ein besseres Leben und die ftste Mverzeugrmg, daß wir in dev Welt der Torheit und der Täuschungen (Jllüsionen) leben." . .' Ist es das End«, das naht? DaS weiß ich nicht, ahne es aber. Das Leben drängt mich hinaus, oder quält mich hinaus und meine Hoffnung richtet sich schon lange auf die /rudere Seite', mit der ich in Verbindung stehe." Diese Brieft StrnLbergs Wer ftiu SW und über die Stimmung, in der er eS schrieb, geben mehr Aufschluß über dieses dunkle, quälende Gespensterspiel als ein langatmiger Kommentar. Ein Dichter, der im Wahrheitsfanatismus ergraute und im Bekennermut, in der Beftnnerwut bis zum Aeußersten ging, hat dieses Schauermärchen vom Bampyrmenschen geschaffen, von diesem „PserEredieb auf dem Menschenmarkt", der seine Opfer „buchstäblich aus den Händen der Gerechtigkeit stiehlt, von diesem achtzigjährigen ,lahmen Krüppel, der in seinem Rollstuhl wie in einem 'Streitwagen herumfährt und alle Schicksale zerfleischt, die er mit den ünhörbaren Gummirädcr« erreicht. Dieser Seelenfänger Jakob Hummel sitzt im Augenblick seines höchsten Triumphes beim schaurigen Gespenstermahl im Hause des Obersten in dieser Gesellschaft von Auswürflinge», die durch Verbrechen und Geheimnisse anernmrder gefesselt sind Wie eine Spirme hat er sie tschechischen Staat' optieren werden. Die Aussichten der Abstimmung wären durchaus nicht so ungünstig für die Tschechen. Nach dem Wahlergebnis von 1911 würden 133.000 polnische und 196.000 tschechische Stimmen abgegeben werden. Die Tschechen könnten also das Gebiet erlangen. Der polnisch-ukrainische Hatz. Der Ukrainische Pressedienst meldet: Der Minister des Aeußexn derukrainischen Volksrepublik, Tem-' nytzkhj,'hat an den Präsidenten 'der ukrainischen Friedensdelegatiou. in Paris, Graftn Thszkiewiez, folgendes Telegramm gerichtet: » ' Die polnischen Okkupationsbehörden in Ostgalizien zwingen Beamte ukrainischer Nationalität in öffentlichen Institutionen, Richter und Lehrer öffentlicher Volks- und Mittelschulen, den Treueid für den polnischen Staat zu leisten. Personen, die eine solche Angelobung dem polnischen Staate verweigern, werden vqm Dienste entlassen, durch Hausdurchsuchungen und Verhaftungen verfolgt, die Bezüge werden ihnen eingestellt, so daß Tausende von Familien ohne Existenzmittel geblieben sind. Angesichts dessen, daß die staatliche Zugehörigkeit Ostgaliziens noch nicht entschieden ist and die polnische Armee dieses Land im Namen der Entente nur-provisorisch okkupiert, entbehrt, die Forderung.der polnischen Verwaltungsbehörden, die Beamten ukvamischcr Nationalität mögen dem polnischen Staate den Tretleid leisten, jeder rechtlichen Grundlage und stellt sich als eine unerhörte Ueberschreitung der polnischen Befugnisse dar. Die Regierung der ukrainischen Volksrepublik erhebt energischen Protest gegen ein solches Vorgehen der polnischen Okkupationsbehörden in Ostgalizien und ersucht Sie,. diesen Probest zur Kenntnis des höchsten Rates der Friedenskonferenz in Paris zu bringen, die unverzügliche Einstellung dieser Uebergrifft und die Wahrung der Dienstrechte aller aus obigen Gründen Betrvfftnen zu verlangen. Gleichzeitig ersuchen wir Sie, die Bitte zu unterbreiten, dev höchste Rat wolle kraft seiner Autorität entschieden dahin wirken, baß die polnischen Behörden jenen Tausenden von unschuldigen Menschen ukrainischer Nationalität endlich die Freiheit wiedergeben, die seit Monaten in den Kerkern nitb Konzentrationslagern von Dembv, Krakau und anderen Orten schmachten. „Polen kamt sich vieles erlauben". Die i« BrrSlau erscheinenden -Polnischen Prrfsestkmmen* stelle« eine Reche charakteristischer Aeuycrrmgen polnischer Blätt« a«S dm letzten Tagen zusammen. So schreibt »Standard P o l S l t*: Die Perle Oberfchlrfiens werden wir bis zum letzten Blutstropfen verteidigen. Heute muß ganz Polen wie eine große, von flammende« Gerste erfüllte Armee i» dm Kampf Velen. . Die . Czmstocharftr Jutoba schließt ■ ihren von leidemchastlrchm Beschimpfungen. Deutschlands strotzenden Aufruf mit dm Wortm: HrMe nehme« wir uns selbst, was Man «ns nicht geben will. In derselben Zeitung heißt es an. anderer Stelle:. Die Warschauer Regierung sollte nicht auf die Entente achtm, die. O bersch l esi en de n de u t s ch a m e r ik a ni sch e n Juden ^verkauft hat, sonder» ohne Rücksicht auf die amtrikanischm "Kvmmiffionm Oderfchlcstm sofort Mit Waffengewalt befreien. Die vollendete Tatsache ist der beste Fürsprecher der Rechte. Weiters heißt es in dem Blatte: Emm Krieg mit Deutschland braucht Polen nicht, zu fürchten. Die Entente, hauptsächlich Frankterch, kann und därf es z» rimm Siege Deutschlands über Pole« nicht kommen lasten. Polen ist ein« unentbehrllche Mauer -wischen dem westlich« und östlichen Bolschewismus. Pole» kan» sich vreleS erlauben. mit grausam spielenden Faugarmen gefesselt und glaubt, sie richten zu können. Mer da ist eine in dieser illustren Runde, die er vor Jahrzehnten zur Mitschuldigen gemacht hat, die Frau des Obersten. Die Schöne ist zur Mumie zusammengeschrumpft, plappert papageienhaft, scheut den Tag und vegetiert in einer lichtlosen Kammer. Sie hat bereut und sie hat gelitten — lund deshalb ist sie in diesem Augenbllck dem jubelnden Seelenfänger überlegen: ,Mir sind arme Menschen, das wissen wir; wir haben gefrevelt, wir, wir alle! Wir sind nicht die, die wir zu sein scheinen, denn wir sind im Munde besser als wir selbst, da wir unsere Vergehen mißbilligen. Aber baß du, Jakob Hummel, mit.dem falschen Namen zu Gericht sitzest, beweist, baß du schlimmer bist als wir Arme!" Und die Mumie richtet ihn, deckt seine Verbreche« auf, zwingt ihn zum Selbstmord in jener lichtlosen Kammer, in der sie zwanzig Jahre hpckte. In seinen Tod klingt aus dem anstoßenden Ge- . mach ein Harftnlied chas in diese Verse aus tönt: „Für die Zornestat, die du verübtest, Büße nicht mit Bosheit; Tröste den, den du betrübtest. Gütig, und «S wird dir frommen. Niemand fürchtet, der nicht hat gesündigt: . Gut ist schuldlos leben." In dem Gemach, aus dem der Gesang ertönte, spielst sich der dritte Akt, eine Art actus mysticus, oft* ,/Der Student", ein Sinnbild einer neuen Jugend, spricht mit seiner Geliebten, „bcm Fräulein", der Tochter Jakob Hummel- und der Mumie; ein herrlich schönes Mädchen, doch krank, dem Tode verfallen, weil sie in giftiger Atmosphäre lebt.. Sie berauscht sich an seiner reinen Rede, bis auch sie der Befreier Tob erreicht. „Der Befreier kommt! Willkommen, du bleichet Schlaf. Du Schöne, Unselige, Unschuldige, öhneSchuld an deinem Leiden, schlafe ohne Träume, und wenn du .14. Septentder 1919 Nr. 2ä&-? Auch die Ukrainer protestieret» gegen die An-rveisnng. Die ukrainische Gesandtschaft hat an das dsutschöftepreichische StaatLamt dos Aeußern eine Note gerichtet, in der ' es heißt: „Die ukrainischen Staatsangehörigen, die sich auf dem Gebiete von Deutschösterveich aufhalten, sind durchwegs Politische Flüchtlinge, welche bei Rückkehr in ihre Heimat nicht nur, wie es in obzitierter Kundmachung heißt, nicht billiger und reichlicher verpflegt werben könnten, sonders wie Tausende ihrer Konaftonalen in verseuchten Kerkern ihr Leben verbringen müßten. Eine Entlastung bps deutschösterreichischen Arbeitsmarktes und eine HerahmindeÄng der Zahl der Arbeitslosen, welche bas Hauptmotiv obzitierter Kundmachung bilden, trifft auch im Falle der Ausweisung! ukrainischer Staatsbürger nicht zu, da diese Politischen Flüchtlinge zumeist den intellektuellen Ständen angehören Und ihre. Versorgung durch die ukrainische Gesandtschaft erfolgt. Die Gesandtschaft ersucht das Staatsamt desMuß^r«» bei dem deutschösterreichischen StaatsamtsdeS Innern in der» Sinne vorstellig.werden zu wollen/daß die „ganz besonderD berücksichtigungswürdigen ' Umstände"- die in der/ meMä'ch zitierten Kundmachung als Ausnahme von der Äusweisung ausgenommen, im allgemeinen anerkannt werden möchte«/? Mit Rücksicht auf den nahen Termin, welcher. den AySgewiesenen gegeben ist, sieht sich die Gesandtschaft» gezwungen, die höfliche Bitte zu' stelle», diese Verbalnote^ eine besonders dringende zu betrachten Und die Rückantwort in allernächster Zeit anher gelangen lassen zu wollen. . . . Zum Schlüsse erlaubt sich die ukrainische Gesandtschäft, auf die Tatsache.hmzuweisen, daß die nach Deutschösterreich etngeführten Lebensmittelzüge aus der Ukraine nur für kurze Zeit infolge kriegerischer Okkupationen sarsiert waren, daß aber, wie e3 dortamts bekannt ist, die Aufnahme, dieser LebeuSmittelzüge wieder angeordnet wurde." Die Fvage Oftgattziens auf der Friedens« Konferenz. Arad««, 18. September. (Tel. der »Dr. Morgmztg.*) Der „Nowa Reforma" wird aus Paris gemeldet: Dre. Mft scheiduug in der Frage Ostgallzrens ist für u n b e st i m.m t, Zeit verschoben worden, da der Oberste Rat derFriedcnskonserenr gegenwärtig mit der Regelung der Fragen des Balkans beschäftig) ist. Bezögllch Ostgaliziens bestehe» zwei Hauplstcömungeüjdrk Vertreter Englands betrachte» Ostgalizien für ein besonderes Staatsgebiet, wohingegen di» französische Diplomatie Ostgalizim als unterlbare« Bestandteil des polnnchen Staates zu sehen wünscht. Im Sub' komüee de- General- L e r o n s das mrt der AuSarbeltung des Statutes für die Autonomie OstgalizrenS betraut warde,' wurde» die Vertreter Englands überstimmt. Hmstchtlich der Grenzen der ostgalizischm Territorialavtonomre, dürfte westlich wahrscheinlich die Lrme CieSzanow und' LrSko festgesetzt werden. ’ Der englisch-französische Syrien-Konflikt. Paris, 18. Scptemdtv. i b r e P a r o lit* wendet sich in «inun scharfen Artikel gegen die rN g lis ch e P v litüt in Syrien, « dem eS heißt: Die England erhabev d i e H a » d ä u f P a l 8 st t u a, das sie mtrrnationalisterev wollm, gelegt. Sie wollen uns die Petroleumgegend von Moffu! entreißen, während die Amerikaner auf Cilrcien und di« dortige Baumwolle aspiriere«. Uns würde nur der Libanon und eine Küste ohne Häsen übrigbleihen. Dies wäre daS emzückend» kleine Mandat, das man uns gnädigst bewilligen würde, -wischen - einer mnenkantsterten Türkei und dem tm Golde Englands stehend« Arabertum. So schlecht das Abkommen von 19l6 ist so muß eS doch für «Ns eine keiner DlSküsston ausgesetzte Grundlage für Lerhaudlunaen bilden. Wenn man eine bessere Lösung stndet, die Esnhett Syrienhevzustellen und die Integrität Hy Türke: aufrecht zu erhalt«, werden wir mit Freude unterzeichne«. Aber man soll nrcht versuch«, uns einen Knochen zum Äbuagev vorzuwerfeu. - wieder erwägst, möge dich.eine Sonne grüßen, die nicht brennt, in einem Heim ^rhne Staub; möge« dich Verwandte ohne Schandeeine Liebe ohne Gebreche« grüße« .... Du armes, kleines Kind! Kind dieser Welt der Täuschungen, der Schuld, des Leidens und des Todes; der Welt des ewigen Wechsels, der Äittäuschungen und des Schmerzes! Der Herr des Himmelsei dir gnädig auf deiner Fahrt..So fleht der Student, di« Szene erfüllt sich mit weißem Licht, das Harftnlied ertönt nochmals, das Zinirner verschwindet, Böcklins Gemäße „Tvteninsel" wirb Hintergrund und süßtraurige Musik klingt bim dem zypresseymnschatteten dunklen Eiland de- Todes herüber. So überirdisch milde, alliebend und erlösend klingt die verwirrte, dumpfe, kreischende Spukgeschichte aus, die ein greiser, am Menschentum verzweifelnder Dichter mit seinem Herzblut schrieb. (Tatsächlich schreibt Strinbberg in einem Briefe: „Ich habe beim Schreiben gelitten wie in Kama-Lokä (Scheol, Hölles und'meine Hände haben geblutet sbuchstäblichj.....") Joftf Jarno gab den Jakob Hummel und hat wieder erwiesen, daß er zu den größten deutschen Schauspielern zählt. Genial schon die Maske, die zum Ausdruck bringt, baß in dem greisen, von Krankheit zerbrochenem Körper ein ewig junger, elastischer Geist der Bosheit und Rache liebt, genial diese scharfe, lauernde Sprache, gleichsam immer sprungbereit, ein Opfer zu .packen, dieses Zurücklehnen des Körpers im Rollstuhl, 'wenn den Alten die Wahrheit blendet, wie eine Nachteule daS Tageslicht. Und ergreifend, wenn er die tieft . Tragik dieses grauenhaften Menschenjägers mit der Anklage enthüllt: „Ich war so geboren, daß ich nicht verzeihen konnte, ehe ich gestraft hatte.". Eine unvergeßliche Leistung. —, Frau Eysoldt hat die schwierige Rolle der Mumie mit ihrer großen Kunst vereinfacht. Sie schuf eine Märchenfigur wie Frau Holle oder di« Knusperhepe und kam sv den Absichten des Dichters , am nächsten. Nur in der Szene, da sie mit der» Vampyr.

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