Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 234 (13.9.1919)
- Date
- 1919-09-13
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 4 Wien, SamstaA Wiener Morgenzeituu§ Was Deutschland an Frankreich zahlen soll. S Prasi, 12. September. (Havas.) In Fortsetzung der Beratung des Friedensvertrages führte Staatsminister Loncheur unter anderem aus: Die deutsche Regierung verfügte unter Androhung hoher GeDstrafen die «obligatorische Mgabe des gestohlenen Materials! atttb Viehes. Deutschland wird 30 Prozent der Maschinen aller Marken liefern müssen, um die Fabriken!in den befreiten Gebieten in Stand;jii setzen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Frankreich wird seinerseits Schiffe bauen; 3,800.000 Tonnen sind bis Ende ,11920 bestellt; man muß es aber aus 5 Mllionen dringen, um unsere Unabhängigkeit im Handel behaupten zu können. Deutschland wird monatlich durchschnittlich 21/2 'Millionen Tonnen Kohle, einschließlich derjenigen aus dem Saargebiete, liefern inilssen. Gegenwärtig kommen aber nur 1,668.000 Tonnen Kohle. Der Minister schätzt den Wert der seitens Deutschlands vor dem Kriege ausgeführten Kohle auf zweieinhalb Milliarden und erklärt, diese Ziffer könne verdoppelt werden. Deutschland hätte so die Möglichkeit, jährlich 5 Milliarden'abzrrzahleu. In bezug auf die Entschädignugon sagte Loncheur, Deutschland müsse vor dem 1. Juli 1921 25 Milliarden in Gold bezahlen. Der Nest fvLrdr im Verhältnis ziun Export in jährlichen Raten gezahlt werden. Der ceuische Steuerzahler würde eineiuhalbmalschwerer belastet sein als der französische, wenn mau die Mark Zu 85 Centimes berechne. Die wirtschaftlichen Beziehungen mit Deutschland seien nötig. Der Caillrmx-Prozetz. Zürich, 12. September. (Tel.-Komp.) Di: Telegrapheu- Fmonimtion meldet ans Paris: Der Cailtaux-Prozeß findet erst M i t t c N 0 v e m b e r statt, damit amerikanische Zeugen verhört werden können. Die LevanLefragen. Paris» 12. September. (Korr.-Bur.) T i L t 0 n i hat die Abreise nach Rom auf Sonntag verschoben, angeblich, um den beule zwischen Lloyd George und Elemence an stattstndenden Besprechungen über die L e v a n t e f r a g e n beizuwohnrn. I Was die Entente von RumLrn'en usrlangt. Kapitulation der Koltfchakschsn Südarmee. Moskau, 12. September. (Fynksprrtch.) Frontbericht von der Turk est an fr0 ntIm Gebiet von AktjnbiuSk Md Orsk habm sich am 10. d. M. die letzten Streitkräste der Koltschakschen Süd arme e, bestehend ans 20.000 Mann, mit ihrer gesamten Artillerie, Waffen, Vorräte», Feldspielern und Werkstätten den Rotlruppen ergebe«. Seit >2. September sind an dieser Front insgesamt 45.000 Gefangene gemacht worden. Der Weg längs der Taschkenteifenbahn nach Turkrstan ist nun? n r die Not t r u vpen frei. Unsere Truppen stehen 59 Werst nordwestlich der Station A r a l s e e,. bei der Bahnstation Saksanlskala. Bei der Einnahme von Saksaulskala sind das 1. Tnrkestanregimrnt und das 42. Treiskyregiment sowie ein, Eisenbahnbataillon mit gesamter Ausrüstung zn uns übergegangen. AÄberufrrng des bisherrgsn brMfchen Gesandten in Warschau. Kopenhagen, 10. September. (Tel. d. „Wr. Mvrgenztg.") Das „Foreign Office" in London gibt bekannt, daß Sir Horace R u m b 0 l d zmn .britischen . Gesandten in Warschau ernannt worden ist. Das bedeutet die Abberufung des-bisherigen Gesandten W y n d h a m, der als der Situation nicht gewachsen angesehen wird. Der neue Gesandte R u m b 0 l d war vor dem Kruge Beirat der britischen Botschaft in B e r l t n und seit 1916 Gesandter in B e rn. D!e Wahlordnung in Nen-RnmKmen. Bfnkarest, 12. September. (Rirrnän. Preßbur.) Der „Monitvrul Official") veröffentlicht das Gesetz für die Wahlvrdunirg . in Siebenbürgen, dem B anat, den von den Rumänen besetzten Gebieten Ungarns und der Bukowina. Demnach wirch die B u ko Win a in der Kammer durch 16 gewählte Abgeordnete im "Senat, durch. 2 Mrilmitglieoer und 12 gewählte Senatoren vertreten sein.' Siebenbürgens,das Banat und die von den Rumänen besetzten Gebiete Ungarns.erhalten'203 Kammer- und 82 Senatsmandate. Das Kollegium der Klaüsenburger Uuiversitätspröfessoren wählt aus. seiner Mitte einen Senator. Virilsenatoren sind nach dem Gesetze alle Metropoliten , und Bischöfe der orthodoxen Kirche sowie auch die obersten Häupter der lntheranischen reformierten und unitarischen Kirchen der endgültig. mit Rumänien vereinigten Gebiete, wenn sie den Treueid abgelegt haben. . 13. Seok'rriLei:.1919 - 9fr,.'234' —-:—■—-——-—--—- 1000 SisenavSerter interniert. Budapest, 12. Septeinbcr. (Tel. der „Wr. Morgevzta.'^) Vorgestern erregte die Eskortrernng von ungefähr 1000 Enen? arbeitern, die durch die Hauptstraßen von Budapest geführt wurden, allgemeines Aufsehen. Es verlautet, daß die von der. Polizei mit Unterstützung der Rumänen , znsammengettiebcncn Eisenarbeiter, die du Hauptstütze der sozialdemokratischen Partei in Ungarn bilden, zur Internierung geführt wurden. , Verhaftungen von Pogromisten in Transdanubien. Aus S t e i n a m a n a e r wird - der Korrespondenz Erpreß gemeldet: Im Verlauf der über die Pogrome in Czöllpomok gepflogenen Erhebungen sind gestern acht Personen verhaftet worden. Der Oberstuhlrichter und der Notar sind in ge-, richtliche Untersuchung gezogen worden, da die Vorerhebungen schwer belastendes Material gegen diese beiden Amtspersonen ergeben haben. Steckbriefe gegen ZournaWem . Budapest» 12. September. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Die Budapester. Staatsanwaltschaft hat gegen eine Reihe von Journalisten wegen . Aufruhrs > und Aufreizung einen Haftbefehl erlassen, und zwar gegen Franz G o n d ö r, Josef M'.a j 0 r, Ladislaus T 8 lg y, Oskar Robert, Oskar Gell e r 1. Tibor Diöszeghy, Eugen H a j n a l, Josef H a l m i. Emmerich B o kszay und Josefa Lengyel. Gellert war Chef des Preßbureaus des Aänistcrprastdiums mit dem Range eines Ministerialrates, Major war Leiter der Vteffesektivn für die Provinz, Göndor war Präsident der Journalisten-Gewerkschast. ' Auch gegen den gewesenen Präsidenten des Arbeiter- und Soldatenrates, Stefan. D i a m a n i, wurde ein Haftbefehl erlassem. Die Spracherrfrage in der Tschecho-Slowakei. . Prag» 12. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg?) Gestern' wurde eine Mion zur Losung der Sprachenfrage durch ein S p r a ch e u g e s e tz eingeleitet, in dem die Regierung sich bemüht, alle Parteien der Nationalversammlung zu einem ein-, vernehmlichen Vorgehen in dieser Frage zu bestimmen. Die. .. „Bohemia" meldet: Ministerpräsident T u s a r - wird Dienstag - in-seiner Antwort auf die dringliche Anfrage per. Nationaldemokraten, ob Verhandlungen mit den Deutschen ftattsindtn, .c^ kläre», daß man in dieser Frage bereits v 0 r b e s ch l 0 s s en e ix' Tats a ch e n stehe. Amnestie irr der LKchecho-SlowaKer. Prag» 12. September. (Tel. der „Wr. Moraenztg/,') Wie das „Prager Tagblatt" erfährt, steht am 28. Oktober, dem Jahrestag der Revolution, eine allgemeine Amnestie für sämtliche' politische Vergehen bevor. Paris, is. September. ..Echo de Paris" meldet. daßSir George Clark, der als Gcneralkommissär der Großmächte gestern in Bukarest eingetroffcn ist, an Rumänien folgende vier Forderungen stellen wird: Räumung Ungarns,. Einstellung der Requisitionen in Ungarn, Urbergabe des dort requirierten Btaterials an die Reparaiiouskommission, endlich Bekanntgabe der Bedingungen, unter denen Rumänien zur Mitarbeit an der Regelung der ungarischen Frage bereit ist. Der Kampf der rez-nbLikanischerr Senatoren gegen den Friedensvertrag. Chieago, 12. September. (Tel.-Komp.) .Der Feldzug per republikanischen Senatoren gegen den Friedensvertrag mrt Deutschland und das BöEerbundübkommrn hat hier uut -einer Rede des Senarors Job nH 0 n begonmn. Dieser übt an derPcopagandarkise Wilfous starks'Kritik und betont die Notwendigkeit einer Abänderung der Vötkerbundverfassung, indem er sagt, es gehe mcfjt an, daß Amerikas Jugend nach fremden Ländern in den Krieg geschickt würde. In Sibirien zum Beispiel kämpften amerikanische Soldaten, obwvöl der Kongreß diesem Lande nienrals den Krieg erklärt habe. Dieser Krieg sei einfach von Paris ansdurch den Völkerbund inszeniert worden. * Blutige Anputzerr in Boston. Boston, 12. Scptenlber. (Reuter.) Gestern abends ist es m'vlgr des PolizeiausstandeZ zu weiteren Ausschreitungen gefomun'n. Es wurde eine starke Truppenabteilnng zur Wiederherstri'inng der Ordnung awgeboLen^ Bei den . Kämpfen in den. Straßen wurden drei Personen getötet und viele verwundet. - Drohender SLahlavbeiterftrsiL in Amerika. Amsterdam, 12. September. (Korr.-Bm.) Nach emer Meldimg des Reuterfchen Bureaus aus Annavolis droht ein Streik von fast 300.000 Stahlarbeirern am 23. September, wenn der Stahltrust keinen Vergleich herbrrführt. Präsident Wilson schichte telegraphisch um Aufschub des Streiks. Wood PräftdentschafLskandidaL.' Paris, 12. September. (Korr.-Bur.) „Liberia" meldet aus London, daß nach der ,Times" #bie Republikaner in den Vercmigten Staaten den Generalmajor Leonhard Wood als Präsidentschaftskandidaten aufstelleu werden. Arrflösung der Sinnfeinerorganisatronen. London, 11. September. Der Lordleutnant -.für Irland bat die Auflösung der Sinnfeinerorganisationen in Stadt und Grafschaft Cork bekanntgegcben. D?e Revolution in Hondupn.S. Mafhington, II. September. Das Reutrrsche Bureau meldet aus H 0 n d u r a s, daß die Rebellen La Cciba einoenommm haben. Sie befinden sich nur wenige Meilen von Tegucigalpa. Die Mehrheit der Schweizer Sozralifteu gegen die dritte Internationale. Bern, 12. Septevlber. (Schweiz. Dep.-Agent.) Die Ab" ftimmung über den Beitritt zur dritten Internationale hat bis jetzt 2865 Stimmen für und 4614 Stimmen gegen dm Beitritt ergeben. Die Entscheidung mehrerer wichtiger Sektionm steht noch aus. Aber diese Emzelergebniffe werden an dem Gesamtergebnis nicht mehr viel ändern. Jnfolgedeffen tritt die Schweizerische sozialdemokratische Partei, zwar aus der zweiten Internationale aus, ohne aber zur dritten Internationale überzugehen. Die einzigen Kantone, die sich bis jetzt mit schwachen Mchrheitm für den Beitntt ausgesprochen havm, Knd Zürich, BasÄ Madt) und Basel (Land). Potoeki polnischer Kommissär in Danzig. Brrsailles, 12. September. Die polnische Regierung hat »vn Kommiffär in Danzig den Grafm Oswald Polocki und. «« Stellvertreter Dr. Mcrrschlewski ernannt. ' Friedrich will aus Budapest flüchlen. Budapest, 12. September. (Ung. Tet.-Korr.-D'ur.) Das Regierirngsvrgan veröffentlicht einen bemerkenswerten Leitartikel über die Verlegung des Sitzes der Nationalversammlung ans Budapest in eine Provinz stad t. In dem Artikel wird ausgefü'hrt: In denr Kampfe, durch den die Internationale ihre Herrschaft fwrdieren sollt», standen sich Budapest und Ungarn als Feinde gegenüber, das heißt, dieser Kampf war ein Kampf zwischen Stadt und Dorf, ein Kampf auf Leben und Tod, Infolge der Unorganisiertheit des Dorfes, trug die Großstadt, ,pie v r g a nisierte Minderhe iden Sieg davon. Was die moralischen. Gn!er betrifft, hat Ungarn Budapest überhaupt wenig zu verdanken. Es ist ein großes Unglück, daß die Geschicke der Nation von einem, solchen Babel, von einem großen Industriezentrum geleitet werden mußte. Die Weisheit der Gesetzgeber der Ber-. einigten Starten hat Washington, eine kleine unbedeutende Stadt, zn einer Welthauptstadt gemacht, wo auch heilte noch keine Fabriken gebant werden dürfen. Dergestalt ist die Unabhängigkeit der Regierung-gesichert, und es kann der absurde Zustand, baß die von. Demagogen organisierten Massen die Gesetzgeber für ihre. Zwecke beeinflussen, nicht eintreten. Aus ähnlichen Beweggründen wurde auch der Sitz der deutschen Nationalversantmlurig in das stille Weimar verlegt. Die Klugheit würde erfordern, daß auch die ungarische Nationalversammlung, die über die Staatsform und über die neue Verfassung zu entscheiderr berufen sein wird, nach irgendeiner geeigneten Provinz st adt einberufen werde«, damit in dieser für die Zukunft der Nation so tief einschneidenden Frage nicht Budapest allein entscheide. Die Rumänen gegen Friedrich. Budapest» 12. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Der Minister D i a m ä n d i, der cils höherer Kommissär im Aufträge der rumänischen Regierung in Budapest weilt, erklärte gestern, daß Rumänien an einer Unterstützung des Kabinetts Friedrich nie gedacht habe und mit Friedrich in keiner Hinsicht etwas Gemeinsames habe. Es verlautet, daß die Rumänen in Budapest bereits eine Weisung der Bnkarester Regierung erhalten hätten, der zufolge sie bereits innerhalb der nächsten acht Tage die in Ungarn besetzten Gebiete zu ränmen haben. Einzelne Formationen sind bereits abmarschiert. Zusammenschluß der antiklerikalen bürgerlichen Parteien. Budapest, 12. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Heute erfolgte unter dem Vorsitz Lovaszhs der Zusammenschluß der bürgerlichen Fraktionen und somit »st der erste Schreit zur Schaffung eines antiklerikalen Gegengewichts getan. 20.099 ungarische Arbeiter wollen auswandern. Budapest» 12. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Hier herrscht eine große Äuswanderungsbewegung der Ärbester; angeblich sollen 30.000 Arbeiter nach Serbien ausgewandert sein. An unsere Leser! Wir bitten alle unsere Leser und Freunde, Inschriften für die „Wiener Morgenzeitung" nicht an die einzelnen Mitglieder der RedakLion» sondern nur au die.Bedalltion selbst, ru adresfieren. ArLeiterrLte bei Skoda. Pra^ 12. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.*) , Wie die Blatter aus Pils e'n melden, wollen die Vertrauensmänner der Arbeiterschaft der S k 0 d a - W e r k t die' E i ns e tz u n g von A r b e i t e r r ä t e n Vorschlag:!!, wie ne'; bereits in Kladno bestehen, und haben zn diesem Zwecke für den 21. d. M. Me große Versammlung einberufen. . Gtt>ischechi^chsnkrainifches Bündnis? ' . WonHau, 12. September. (Tel. der „Wr. Morgeuzrg.") ..Robotnu-' meldet: Bon glaubwürdiger Quelle erhalten wrr tue. ' Nachrichtdaß die Tschechen mit Petruszewicz und Dcnckii: geacn die Polest ein Bündnis abgeschlossen'haben. . '> , Tagesbericht. ■ Dr. Max Nord an an die Vereinigung jüdifchee Exp 0 rtakad emiker. Das Präsidium der Bereinigung jüdischer Sxportakademiker sandte anläßlich des siebzigsten Geburtstages Dr. Max, Nord aus Glückwünsche und teilte ihm mit, daß dir Ber- einigung beabsichtige, im Laufe des Wintersemesters Bortrüge (der Vortrag des Pros. Dr. M a ctnorcl hat bereits stattaefundrnl zu veranstalten wie auch em Nordau-Symposion, an welchem die hervorragendsten Schriftsteller Europas teilnehmen dürften, herauszugegebm. Nordau sandte dem Obmann der Vereiuigung eilten, längeren Brief, aus dem folgender Auszug veröffentlicht wird:? . „Ihre Mitteilungen, für die ich Ihnen vom ganzen Herzen danke, haben mich tief gerührt. Daß Ihre Vereinigung auf den Gedanken der Vorträge und des literarischen Symposions gekommen ist, entspricht der Großherzigkeit jugendlicher Gemüter. Es wird psychologisch sehr interessant sein„ den Erfolg Ihrer Initiative zu beobachten. , Nochmals Dank und warme Grüße Jhnür und allen lieben Koumrilitonen von Ihrem ergebensten Dr. M. N 0 rda u." ' Rasche Heimbeförderung der Kriegsgefangene« aus Akatten. Die italienische Militärmission in Innsbruck hat die oster- - reichischen Behörden davon verständigt, daß Italien bereit sei, täglich fünf Züge mit Kriegsgefangenen nach Deutschösterreich zu leiten. Die .Innsbrucker Expositnr der Kriegsgefangenemnissipn hat daraufhin bei der Wiener Regierung angesragt, ob dre fünf Züge übernommen werden und über die östcrreichlschen Bahnen geführt werden können. Wie es heißt, wird die österreichtsche Negierung dem Anerbieten Italiens zustimmen und bereits hente nachmittags die italienische Kommrssion m Innsbruck verständigen, daß die fünf Züge täglich übernoirmen werden. Dadurch wird es möglich sein — da jeder dieser Züge ungefähr 1000 Heimkehrer aufznnehmen imstande ist — täglich 5000 Manu in ihre Heimat zu befördern. Bettelheim nicht enthaftet. Der im August in Wien als Emrsiär der ungarischen Räterepublik verhaftete Dr. Ernst. B e 1 t e l h e i m, der hier eine’ große bvlschewikische Propagandatätigkeit entfaltete, bcsindet sich n 0 ch i m m e r r n l a n d e s g e r i ch t l i ch e r Unter-' s u ch u n g s h a f t und ist ,m P 0 l i z e i g e f a n genhau s e untergebracht. Dre Untersuchung wegen Hochverrates wird weitergeführt. Sollte eine Antlage Weyen dieses Deliktes nicht möglich sein, weil vielleicht ein direkter Zusammenhangs einer Propagandatätigkeit mit den Putschversuchen der Wiener Kommunisten nicht nachweisbar ist, so wird Bettelheim nur wegen Falschmeldung belangt und hierauf mterniert werden. Die Gerüchte von einer bevorstehendeu Enthaftung sind deshalb unbegründet. Velgrad—Pretzburg. Belgrad, 11. September. (SÜdslaw. Preßbur.) Am , 15. d. M. beginnt der regelmäßige Schiffsverkehr auf der- Donau-Mschm Mlgrgd und Preßbur^