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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-12 · Heft 233 (12.9.1919) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 233 (12.9.1919)
Date
1919-09-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4. «e&TC -Weshalb RuWarrisrr nicht MLerfchrrsben hat. ) EainL-Germam, 10. September. „Temps" veröffentlicht. Len Tept der r u m ä n i s ch e n N o t e. vom 8. d. M. au die MederrZkonferenz, worin die W e i g e r u u g, b e n ö st e rfr Lichtscheu F r i e d e n S p e r t r a g zu u n t erreich n e n, begründet wird- Die Note jühxr aus. daß Rumänien, obwohl mehrere seiner gerechten Forderungen abgelehnt wurden, Kur Unterzeichnung bereit wäre, daß aber der Artikel 60. des Ariedensvertrages die Souveränität sind Politische A n a b h ä n g i g k e i t des rumänischen Staates verletze. iRumiiuien bitte daher, den Vertrag nur mit einem Vorbehalt, dahin lautend. daß es dem Artikel 60 nicht zustimme, unterzeichnen zu dürfen. Bekanntlich hat der Oberste Rat diese F o rderung abgelehni. , Der rumänische Gesandte A n t o n e S e u erläutert in iemem Interview mit dem Vertreter des „Temps" die rumänische Haltung dahin, daß es sich w e n i g e r u m d i e I u d e ntrage handle, die bereits durch die eigene Gesetzgebung in entgegenkommender L) e i s e g e l ö ft w o r d e n s e i, sondern vielmehr um die deutschen und ung arisch e n. Minoritäten. Der Fricdensvertrag in seiner gegenwärtigen Fassung würde der RrpMik Oesterreich und Ungarn die Handhabe bieten, sich in die inneren Angelegenheiten Rumäniens emznmischen und derartige Fragen, vor den Völkerbund zu.bringen. Die Vorgeschichte des Krieges. ' Berlin, 11. September. (Tel.-Komp.) Wie hier verlautet, liegt ein amtlicher Auftrag des Reichsminritermms an Professor Meudelsohn-Bartholdi in Wüc.churg, dem Grasen M o n t g e l a s und Professor Schücking vor, die Urkunden über die divlomatischr Vorgeschichte des Krieges unter Benützung des von K'arttsky gesammelten Materiales zu bearbeiten. Ani 23. September soll das Resultat dieser Arbeiten, wenn irgendwie möglich, schon dem parlamentarischen Untersuchungsausschüsse vorgelegt werden. - " Keine Besetzung OÄerschleftens. 7 ' öetliit, 11. September. (Tel.-Komv.) An hiesiger amtlicher Stelle ist eine Entemenote über Oberschlesien eingetroffen. die in einem durchaus objektiven Geiste gehalten ist und keinerlei Vermutungen über eine derzeitige Besetzung Oberschlesien, die in. der Presse verschiedentlich angedentet wurde, zulnßt. Gestern abends, hat sich das Kabinett wieder mit der Kohlensrage beschäftigt. Wie sich ziffernmäßig beweisen läßt, nimmt die Kohlenförderung in Oberschlesicn seit der Beendigung des Generalstreiks bedeutend zu... " Die amerikanische Weizenernte. .Amsterdam» 11. September. (Korr.-Bur.) Dem -Algemem Handelsblad" zufolge' wird die Weizenernte in den Bereinigten Staaten auf 923 Millionen Scheffel geschätzt oder 6 Millionen Scheffel mehr als im letzten Jahre und 1'32 Millionen Scheffel mehr als die durchschnittsiche Ernte der letzten Jahre. FMchEngsschickrsal. . Mrrhr.-Ostrau, 11. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.E) Die „Ostrauer Zeitung" meldet, daß der Ziig m i t d e n galizischen Flüchtlingen, der Freitag von Möhr.-- Ostrau nach Galizien abgelaffen wurde, in Oswiecim angehalten tvordm ist. Die Flüchtlinge sollen dort von den polnischen Behörden interniert worden sein. V Die Prager Verhaftungen eirr Mißgriff. : > ~ Prag, 11. September. (Tel.-Komv.) Die vorgenvmmrnen Verhaftungen adeliger Personen, die un Zusammenhänge mit dem von der tschechischen Preffe stark aufgebauschten Putschversuch stehen, haben sich als Mißgriff erwiesen. Die Nachsicht» daß die verhafteten Personen an einem Komplott gegen die Negierung beteiligt gewesen seien, hat sich nach dem bisherigen Gang der Untersuchungen als unrichtig erwiesen. Wie die „Vohemia" erfährt, werden Hauptmann Dr. Friedrich Lobkowrtz und Oberstleutnant Zdenko L o bk^o w i tz bereits in den allernächsten Tagen wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Auch die angebliche Flucht des Freiherrn N a d h e r n y stellt sich als Erfindung dar. Es muß jedoch bemerkt werden, daß die Polizeidirektion, die die Verhaftung dieser - Personen mit Hilfe der Militärpolizei vorgenommen hat. an der ganzen Affäre eigentlich unschuldig ist und daß der Anstoß zu diesen Verhaftungen von höheren Behörden herrührt. Obligatorischer ^teStgicmSsstttemef# in der Tschecho-Slowakei, >m- Prag» 11. September. (Tel. der „2Br. Morgenzlg/) Mit einem Erlassendes Schnlmimsteriums vom 11. August 1919 wird auf dem Gebiete des Religionsunterrichtes eine Neuordnung ringeföhrt, welche von der bisherigen, seit dem Umstürze beobachteten Regelung wesentlich abweicht. Während bis jetzt der Religionsunterricht als Mrchtgegenstand beseitigt war, bestimmt nun der obige Erlaß, daß Schüler vom 7. bis zum 1L Lebensjahre, die einer bestimmten Konfession an gehören, von dem obligatorischen Besuche des Religionsunterrichtes nur dann befreit werden, wenn ihre Eltern darum bei der Schnldircktion Ansuchen und dem Gesuche einen Beleg dafür anschließen, haß sie selbst konfessionslos sind oder ein anderes Religionsbekenntnis haben als ihre Kinder. Der Sinn deS Erlasses ist also, daß nunmehr bis auf diese ganz geringe Ausnahme sämtliche Schulkinder bis zum 14. Lebensjahre wie in Altösterreich den Religionsunterricht besuchen müssen. Für die Slowakei bestimmt übrigens ein Erlaß vom 29. August, daß der Religionsunterricht ausuahmlos in allen Klaffen und für alle Konfosfionen obligatorisch ist. . Minister Benesch Mandatar des Slowaken- Klubs. Als Nachfolger von Masaryks Tochter. - Ppag, ll. September. (Tel.-Komp.) Zu Beginn der heutigen Sitzung der Nationalversammlung. gab Präsident Tomaschck bekannt, daß der S l o w a k e n k l u b an Stelle des Fränleins Alice M a s a r y k, die bekanntlich ihr Mandat niedergelegt hat, den Minister des Aeußereri Dr: B e n e s ch znm Mitglied der Nationalversammlung gewählt habe.' '. Die Nostrifikation der Handels- und Industrie- Unternehmungen in der Tschecho-Slowakei. ' s Prag» 11. September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Wie wir schon seinerzeit berichtet haben, werden die in der Tschechoslowakei besindlichen Bankinstitme, die ihren Sitz im Auslande, insbesondere in Wien haben, nicht nostrifiziert werden. Wie uns neuerdings bestätigt wird, wird sich die vom Handelsminister Dr. H e i d l e r in der gestrigen Nationalversammlung angekiachigte Nostrifikation bloß auf Industrie- und Handelsunleruchrmmgen beziehen, nicht aber. auf Banknud Versicherung-- - «llstalten. MLenbr'Morgerrzeiluns^ PrafcheK demisfioniert. Prag» 11. September (Tel.-Komp.) Wie die' „Vohemia" au8 Parlcnnentarischen Kreisen erfährt,'chird noch im Lause des heutigen Tages auch der Ackerbäuminister Prascheß der in die Spieleraffäre Mostek verwickeltist, seine D e m i s s i o n über r e ichen Wie vormittags in der Nationalversammlung bekannt wurde, ist an Stelle Prascheks das Mitglied der Nationalversammlung Adolf Prokupek, Obmann der tschechischen Sektion des Lalideslirlturrates, zum Ackerbauminister ausersehen. Herzog Vörr Genna mtgarischer PrLtendent. Paris, 11. September. Der Bndapester Korrespondent der „Chicago Tribüne" berichtet, daß Italien auf einen Separatfrieden und auf ein Militärbündnis mit Ungarn hmarbeite. Es beabsichtige, den Herzog von Genna zum'Herrscher von Ungarn zu machen. Diese Politik werde von Rumänien unterstützt. . Die vbevösterreichischett Bauern sabotieren die Setreideanfbringmrg. L5«z, 11. September. Der oberöstcrreichische Landtag hielt heute seine erste Vollsitzung in der Herbstsasson ab, die lediglich der Beratung-- von Ernährungslragen gewidmet war. Der Referent für Landes-Ecnährungswesen, Landeshailptmannstellvertreter Gruber (Sozialdemokrat), erörterte in einem oft durch leidenschaftliche Szenen unterbrochenen eingehenden, Bericht die Ursachen der trostlosen Ernährnngslage des, Landes. Wenn nickt eine Besserung cintrete, sei eine Katastrdphe unvermeidlich. Schon beute sei im Wolfegger Kohlenbergwerk ein Streik ausgebrochen und die Holzarbeiter lmüßten seit zwei Wochen ohne Brot m den Wald gehen. Diese traurige Lage werde durch eine unverantwortliche Agitation verursacht, die unter dem Schlagworte des -Kampfes gegen die Zentralen die Getreldeaufbringungsabotirre. Redner besprach ein RMdschreiben des oberosterreichischen Bauernvereines, in dem unter anderem verlangt wird, daß das Getreide der Nichtselbstversorger m der Gemeinde, selbst berniahlen und das Mehl unmittelbar äbgegebm werde, sowie daß das in einer GFmeinde aüfgebrachte Getreide in der Gemeinde selbst zie verbleiben habe. Die.-Durchführung^dieservFörderung würde bedeuten, daß die Bevölkerung in den Stödten und Jndnstrieorten zum Hunger verurteilt werde. Dies aber würde zum Bürgerkrieg führen. -v .Landeshauptmann Hauser richtete an die Versammelten die eindringliche Mahnung,. zusamruenzuwirken, um nicht im letzten Augenbuck das Land in die Schreckniffe eines Bürgerkrieges lrinemzuhetzen. Er appellierte an alle maßgebeuden Faktoren, die Besonnenheit nicht zu verlieren und betonte schließlich, wie notwendig es gewesen sei, den Friedensvertrag aus Vernunftsgründen zu unterzeichnen. Monarchismus mb MrMerrMsrrms. Das „Prager Tagblatt" meldet öiS Wien: In den Regierungskreisen beobachtet man die in der letzten Zeit immer häügger werdenden antisemitischen Krawalle mit großer Aufmerksamkeit. Es ist der Regierung bekannt geworden daß hinter diesen Krawallen eine wyhlvorbereitete m o n a r ch i st t s ch e A g i t a - t ion steckt, die mit allen Mitteln auf der Straße - Berwirnmg Hervorrufen will, mn dann in der allgemeinen -Unruhe irgendeinen Putsch zu wagen. Nach den Informationen, die den Behörden zuteil geworden sind, siebt an der Spitze dieser Aktion der gewesene christlichfoziale AbgeorMete'von Warnsdorf Dr. I e rz a v e k sowie der deutschradikale Landtagsabgeordnete Dr. R r e h l, der bekanntlich die ' üntischechrschen : Krawalle auf dem Wiener Nordwestbahnhof anläßlich der Znaimer Sokol-Feierlichkeiten veranstaltet hat; außerdem wirken an dieser Agitation der gewesene Redakteur der (inzwischen eingegangenen) »Ostdeutschen Rundschau" Herr Sedlak und der Schriftsetzer. O rel mit, welch letzterer schon in verschiedenen Versammlungen wegen seiner äußerst radikalen Ausdrucksweisc verprügelt worden ist. Es besteht der Plan, Abend für Abend kleine Versammlungen antisemitischen CharatterS zu veranstalten, denen dann Straßrnkraivalle folgen sollen. Die Behörden werden wahrscheinlich bereits in der nächsten Zeit mit radikalen Maßnahmen gegen diesen Plan Vorgehen. Auch die Wiener Ententemifstonen sind über den Charakter der angeblichen 'anti^^Men Krawalle g^iiigend informiert worden. angü>lichm-anti^MiWi LggSsLericht Die AusMisrmg der . Fremden ans DenLfch- , österreich. Eine neue einschränkende Kundmachung. Die drakonische Verfügung der niederösterreichischen Landesregierung, durch die bis zum 20. d. M. alle Fremden „ahreisend" gemachtwerden, erfährt durch nachstehende Kundmachung eine Milderung. Wir hoffen zuversichtlich, daß die Maßnahme, die in ihrer jetzigen Form Msinnig, undurchführbar und furchtbar hart ist,- noch weitere wesentlicheAendernngen erfahren wird. Vielleicht wird sich die Regierung doch dazu verstehen, auf den, von ihr vor sechs Wochen als richtig erkannkknMdanken, durch eine zweckmäßige Per tust rieru.ng die LebiensverhälbnM Wiens. .-zu erleichte-vn-, zurüchuziehen. v. '; . Die ^rresMdÄtz.MlAlm nRldet': - Laut Kundmachung der niedeMterrLichischÄ Landesregierung vom 9. September/1919 kann jenen ehemaligen Angehörigen der österrejchjsch-ungarischen Monarchie, welche das deutL^ori^HW StaatsgMet bis znm Ltz.S^tember üemtfj&n nmffien, auLnLy^nsw eise der Aufenthalt in DenMöIerveich für die Dauer des UMMgüngMen Bi-MerGs Mtattet werden, wenn ihr AWuthalL. im 'ö-ffenMch^' Interesse yetegm ist, wenn sie sich seit längerer. Zeit in Deutst^vsterreich in' einer dauernden Arbeitsstellung befinden oder wenn sonst ganz besonders berücksichtigungswünbige Umstände, wie namentlich schwere Krankheit, vorliegen. Die Gesuche um diese Aufenthaltsbewilligung, welche mit einem 2-Kronenstempel versehen sein müsj'M, siw beim. DomiMkommissariat des GesuchstellerZ zu überreichen und haben alle Nachweise fiir die Notwendigkeit des weiteren Aufenthaltes in Wie»> Zn. enthalten. Die Erledigung der Gesuche wird schvifilich ^evfotgen. - 12. "September Kr. LK' : — r--i Die drohende KohlerrLatastrophe. Der Wiensvwald in Gefahr. — Die Schmierigkreite» der Holzbeschaffung. — Die Wiener Holzvevsorguatz würde für. drei Monate eine halbe Million Bärrmi - erfordern. - Vizebürgermeister Winter hat gestern Vertretern d« Presse einen Vortrag über die triste' wirtschaftliche Lage^ der Stadt Wien erstattet. HmrptsäMich. Lit. Frage öer schaffnng..von Heizmaterial für denkommenden Winter ist eine der - schwersten Anfgaben der Gemeindeverwaltung, die. mit Rücksicht auf. die derzeitige Lage fast unlösbar erscheint.^ Falls sich die Kohlenzuschübe aus der Tschechoslowakei nicht be.sserrr sollten, steht Wien, vor einer Katastrophe, die ohnee gleichen sein dürfte.; Die Kohlenkalamität hat den Raubabbau der Wälder, in der Umgehung von Wien so begünstigt, baß . die Gefahr^ besteht/ baß in den nächsten Mouaten nicht nur 'der Wiener-; Wald in-großem Ausnraße entholzt werden wird, sondern daß auch die Wiener öffentlichen Parks Gefahr laufen, bost! - dem notleidenden Publikum ümgelegt und verheizt zu werdet Schon jetzt findet man im Prater und an vielen Stellens des Wierrerwaldes Spuren ^ber unsinnigsten Devastieruns! dieses schönen Parks und es wirb jeden Tag schlimmer, i Der Schutz , der Anlagen ist unzureichend und es ist auch! aussichtslos,' gegen, die große Masse, die sich mit' Recht: sür dir Wmtermonate in den Besitz von Heizmaterial setzen^ will, d.iL Mentlichen Parks n.nb Anlagen LU schützen, ^...f-, Dir.Koh'lenfttULtion der Stadt Wien ist derart beschaffchr,^.... baß die. jRäs- und Elektrizitätswerke jeden Tag vor der Ein-, * stellung stehen. Der Einlauf.von Kohle, der sich im' Jahr^ 1817 noch ungefähr auf derselben Höhe wie im Jahre 19.13;- bewegte, war schon im Jahre 1918 um ein Viertel' g«H rücgec und im ersten Halbjahr 1919. um etlvas uiehr als die' Hälfte geringer als der Eingang an Kyhle im Ersten Halb--, jahr 1918. In den Sommermonaten Vorräte an Kohle.j sür den Winter mrzülegen, war mit Rücksicht auf die niedrigen.! Einläufe ganz ausgeschlossen. Wien lebt von der Hand in.! den Mn.nd, und es ist ein tägliches Durchfretten. Für! hie.Kohlenbersorgung Wiens ist die Anliefrmulg aus Schlesiest und der. Tschecho-Slowakei entscheidend. 2lus Oüerschlesiest ko.mnrt infolge der schweren Friedensbedingungenfür Deutschs laud viel weniger Kohle nach Wien als früher. Auch clt# Tschecho-^lowakien ist der Ausfall ein großer. Die Tschechen! haoen * sich verpflichtet, proste Mengen 'Braunkohle uLchs: Deutschland zu liefern und erhalten dafür Steinkohle, Wiest geht selbstverständlich, bei diesem Geschäft leer ans. « Die Heizung mit Holz ersetzt selbstverständlich nicht! die Kohlenheizung. An Küchenbrandkarten wurden in Wie»! bl4.000 Stück auSgegeben. Die Küchenbrandquots beträgt» derzeit L0 Mogrrmm Braun-, beziehungsweise 15 Kilo-! gramm Steinkohle pro. Woche und Brand. Das ergibt einez^ täglichen Bedarf von 1715 Tonnen tu 'Braunkohle oder'« 1283 Tonnen in Steinkohle. In Holz würden bei einet! Wochenqnote von 80 Kilogramm täglich 860 Waggons Holznotwendig fetzr. Für die kältesten 270 Tstge jvürde.. eine halbe Million Bäume fällen müssen, um teilweise "die.! Küchenbrandquote zu decken. Selbstverständlich müßte dos? Holz trocken, geschnitten und gehackt sein rr»d außerdem inj der nächsten Nähe von Wien gefallt werden, da sonst die' Transportkosten, das Holz riesig verteuern würden. Aus den Darlegungen des DizebürgernreisterS Winters ist ttatj zu. ersehen, daß nur nrit Hilfe des Auslandes es uns ge-: lingen kann, der drohenden Katastrophe zu begegnen. Kohlenlieserungen aus - der Tfchecho-Slowakei und aus Deutschland! sind' notwendig, um einen vollständigen Nkederbruch unseres gesamten wirtschaftlichen Lebens zu vereiteln. Hoffentlich! hat man in Prag Und auch bei den hiesigen ausländische^ Missionen so. viel Einsicht, uns zu helfen, die Kohlenkata^ strophe noch, in zwölfter stunde hinianzuhalten. Seitens der maßgebenden Faktoren der Stadt Wien geschieht alleZl . menschenmögliche, aber die Kräfte dieser Persönlichkeiten srnhi zu schwach und es gilt jetzt, bas Versprechen eingrllösen^ das Herr Clemenecau in seiner Begleitnot« an' den Staats^ kanzler D'r. Renner gegeben hat. Die ntm Terminologie -er „ArbeiLer-ZeiLllttg^ . Die „Arbeiter-Zeitung" lernt täglich zu. Der antisenritische Jargon ist ihr längst geläufig geworden und-- seitdem sie die famose Politik der jüdische» überdeutschech Gettojsen Bauer, Hartmann und Austerlitz in den Teutonen-- wahn hineingehetzt hat, übernimmt sie einfach den..ganzem alldeutschen und christlichsozialen Wortschatz und versteht sich . trefflich auf das Scharfmachen gegen die Juden. Jetzt ist! nun auch schon das Wort „ju den liberal" in den: Spalten des marxistischen Organes aufgetaucht. Judenliberal! Das klingt so ähnlich wie das verdammt peinliche Worts . „Judensozi"» über das sich die Sozialdemokraten mit Rechts anfregen.. Es. muß festgehalten werden, daß nun auch die;. „Arbeiter-Zeitung" nicht anders als die Christlichsozialen und! > die Alldeutschen den Liberalismus für eine ausgesprochen, jüdische Angelegenheit erklären und für alles, was er tut, Juden verantwortlich macht. So treibt der. neue Chauvi-. . nisnins die „Arbeiter-Zeitung" in reaktionäre Gedankengänge hinein. Geradezu verwerflich aber ist es, daß dieses von- Juden geschrieben« Matt immer wieder die antisemitischen Instinkte der Masse weckt. Das Wort „judenliberal" in denk , Zusammenhänge, in welchem es von der „Arbeiter-Zeitung" . gebraucht wird, besagt nämlich nicht mehr und nicht weniger^ Äs daß. die Juden als solche die Mitschuld tragen an der . vereitelten. Zusammenlegung Deutschösterreichs mit Deutschland. Es wird die Zeit kommen, wo sich die Wiener' „Arbeiter-Zeitung" wegen ihrer nichtswürdig reaktionären ftub judeirgehässigen Haltung vor der sozialistischen Jniernatiouals wird schämen müssen. Au «usere Leser! Wir bitten alle, unsere Leser und Freunde, Zm schrrften für die „Wiener Mvrgenzeitvng" nicht / die einzelnen Mitglieder der Redaktion^ sondern «* - an dr» Redaktion selbst z« adressieren»

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