Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 231 (10.9.1919)
- Date
- 1919-09-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Ar. 231 'feiett, MVwoch k«- ..... « ui—MatcaainnBini'tu , - ÄZieirer MorgenzeituttK jo. September 19W tzeke^k - —I-—z---—. Von der jüdischen Kinderferienaktion. > (Die Fahrt jüdischer Kinder nach Triest.) , Äie Aktion fttr erholungsbedürftige jüdische Kinder, die .söckatmtlich vom Jüdr-schenNationalrat gemeinsam Mit der soziale« H i l f S g e m e i n s ch a s t (Leitung .Frau Anitta Müller) zu Begnm des Sommers eingesetzt hat, ttvär verflossenen Samstag in der Lage, abermals 200 jüdische Kinder zu entsenden, tmj zwar diesmal nach Triest. Herr Oberirabbiner T>r. C h a j e s hatte vorher eine Reise nach Triest unternommen und diesen Transport ermöglicht. Es ist ihm gelungen, sehr ansehnliche Beträge unter der Triester Jndenschaft .anfMbüngen. Besonderer Dank gebührt aber dem I v i » t D i st r i b u t i o u Committee, welchedas Unternehmen ausreichend subventionierte. Zum erstenmal war ,ma» in der Lage, auch schwer erkrankte E l e n d- £ i n b e r der Erholung und hoffentlich auch der Gesmdung im Wlichen Klima zuzuführen. So wurden 30 an Knochentuberkulose erkrankte Kinder in daS.Sanatorimn B a l d o l t r a gebracht. Mmge dieser kranken Knaben Md Mädchen können nicht einmal Lehen. Biele Pfleglinge habm die armseligen Jahre ihrer Kindihesti in dMlpfen Proletarierwohnungen oder gar Kellerlöchern verbracht und werden jetzt freudige Wochen im herrlichen Süden verleben. Ans'diesem Anlaffe kann die jüdische OeffenilichM nur wieder aufgefordert werden, für dasegensreichr und notwendige Werk nach Kräften beizusteuern. ' ... Das Sekretariat der sozialen Hilfsgemeinschaft und der Ferienaktion des jüdischen Nationalrates befindet sich ll., Praterstraße 17. ' ■» Die gestohlenen Maschinengewehre. Wie berichtet, hat die Polizeibehörde dieser Tage jene achtzehn Maschinengewehre aufgcfunden und stchergestellt, welche im April dieses Jahres in einem Hangar auf . dem Flugplätze in Aspern entwendet wurden. Die Maschinengewehre waren damals in die Kaserne des kommumstischm Dolkswehrbataillons Nr. 41 in das Schulgebäude in der Schergaffe geschafft worden. Als die Auslösung dieses Bataillons verfügt wurde, trachtete ein Test der Mannschaft der Roten Garde, die Maschinengewehre zu des eiligen. Sie wurden, damit der Transport unauffällig geschehen könne, in Säcke verpackt, daun in einem Kasten verborgrn und in eine Gar a g e i n Ottakring gebracht. Nach der Auslösung wurden ' bei der Abholung der Maschinengewehre und beim Transport zum Westbahnhofe d r e rR o t g a r d i st e n f e st g e n o m m e n. Die weiteren Erhebungen des Sicherheitsbureaus führten M «men Einvernahmen und zu Verhaftungen von ehemaligen Mitgliedern das Bataillons Nr. 41, von denen aber mehrere wieder entlasten wurden. Einige Beschuldigte sind dem Landgericht übergeben worden. .Bekanntlich bestand die Annahme, daß diese Maschinengewehrt, mit denen verschiedene Kommunistenobjekte in „Äerreldigüngszustand" montiert wurden, auch bei den Putschen eine Rolle .spielen sollten. Nunmehr zeigt es sich, daß nicht bei allen Tetlneymern politische Motive anzunehmen sind, sondern daß auch Eigennutz eine Rolle spielte. Die Untersuchung ist «och, nicht abgeschlossen. Die Hauptschuldigen sind noch nicht eruiert,. . Zum Schleichhandel mit Tabakfabrikaten. ^'MNe Verteidigungsschrift der Tabakregie. ' In jüngster Zeit wurde die Beschaffung von Lebensmitteln, welche die Generaldirektion der Tabakregn: für die Regiebedieristefen, hauptsächlich für die Arbeiterschaft besorgt, m der Oeffentlichkeit wiederholt mit dem in Wien herrschenden Schleichhandel in Tabakfabrikaten in Verbindung gegebracht. Durch die deutschösterreichische Staatswrrespondenz wird nun in dieser Sache ein Comuniquä verbreitet, dem wir folgendes entnehmen: * . ,I)ie Generaldirektion hat niemals Schleichhandel Mit Tabakfabrikaten betrieben, denn sie hat solche «nie zu höheren als' den offiziellen Preisen abgegeben, und hat auch keinem Menschen je Rauchmaterial zu dem Zwecke oder mit der Ermächtigung -überlassen, damit Schleichhandel zu treiben. Die Generaldirektion der Dabakregie tut nichts anderes, .als jeder einzeln« für sich und zahlreiche Industrien, für ihre Arbeiter tun: Sie ist bestrebt, diese so zu ernähren, daß sie arbeiten können und beschafft zu diesem: Zwecke für sie die notwendigsten Zubußen' an unentbehrlichsten Bedarfsartikeln. Das liegt auch 'im ausgesprochenen öffentlichen Interesse, denn wenn die Dabakarbeiter in ihrer Arbeitsleistung infolge schlechter Ernährung Nachlassen, sinkt die Produktion von Tabakfabrikaten $um Schaden der Allgemeinheit. In bezug auf die Gesamtmenge des von der Generalbirektion zur Lebensmittelbeschaffung verwendeten Rauchmaterials bestehen übertriebene Vorstellungen, welche, sofort mit dem Hinweis darauf widerlegt werden tonnen, daß die gesamte Reserve der Generaldirektion, aus welcher aber auch plötzliche Bedürfnisse des .allgemeinen Konsums, wie sie bei Verkehrsstockungen oder bei Rückkehr von Kriegsgefangenen austveten, dann die Abgaben an die bewaffnete Macht und an fremde jTruppeu, sowie ap die sogenannten bekannten . Kon- .fameittcit, schließlich auch die KompeirfationLn bei der Beschaffung wichtiger Betmebserfordernisse, wie Kohle, 'Holz, Benzin usw. bestrmen werden müssen, nur e,in Prozent der Gesamte^zeugung betrügt. Ueberbies hat die Generaldirektion, welche in der gegenständlichen Angelegenheit in engster Fühlungnahme mit dem Staatsamte der Finanzen immer vorgegangen ist und vorgeht, schon vor längerem die Einrichtung getroffen, daß die minime Menge Rauchmaterial, die sie zur Lebensmittelbeschasfung verwendet, in den inländischen Schleichhandel unmöglich kommen Sann. Wenn letzterer trotzdem fortbesteht, so läßt sich das auS ganz anders« Ursache« erklären, und zwar aus dear leider noch immer vorkommenden Diebstählen in Lew Kabaksabrrken, die trotz Mer Mühe, welche sich geben, bei den heutigen demoralisierten EigentnmSbeAriffsn nicht gänzlich unterdrückt werden können, dann den zahlreichen Transportdieb stählen, die aus dem gleichen Grunde Mgeachtet aller Sicherheitsvorkehrungen nicht vollends zu vermeiden sind, ferner aus dem 4prozentigen „Schwund", der den Verschleißern eingeräumt ist und notorisch auch zur Lebensmittelbeschaffuug für bas Derschleißpersonal benützt , wird, endlich aus in Verstoß geratenen Etappenvorräten derehe- * maligen bewaffneten Macht, aus denen es auch offenbar herrührt, daß beispielsweise noch ägyptische Zigaretten dritter Sorte mit Goldaufdruck im Schleichhandel, Vorkommen, obwohl Fabrikate in dieser Ausstattung schon längst nicht mehr erzeugt werden." Soweit die Tabakvegie. Tatsache aber ist und bleibt, daß überall in Kaffeehäusern, Gastwirtschaften und bei zahllosen Straßenverkäufern Zigaretten und Zigarren zu Schleichhändlerpreisen zu haben sind und daß sich die Tabakregie unfähig zeigt/ dem Uebel zu steuern. Die großen' Mengen von Zigarren und Zigaretten aller Sorten können unmöglich bloß aus Diebstählen herrühren.. Da müssen wohlorganisierte ständige „Entrichtungen" dahinterstecken, die den Wucher mit Tabakwaren ermöglichen. Eine versuchte Berm'ögensverfchlsppung. Gestern wurde imWestbahrllvf vor Abgang des Innsbrucker Zuges um V-2 Uhr nachmittags unter dem Verdachte, die Absicht zu haben, Vermögen nach der Schweiz zu verschleppen, ein Mann angehalien und der Zollrevision zugesührt. Er halte Gepäck bei sich, das durchsucht wurde; er hatte aber schon vorher eine Handtasche bei eurem Mit reffenden untergebracht und auch diese Tasche, dre besonders verdächtig schien, wurde durchsucht. Zwischen Boden und Futter verwahrt und vernäht wurden in dieser Tasche 940 Gramm Pläiin im angeblichen Werte von K 110.00«> and ein Betrag von ll 41.000 in deuffchö'sterrcichischen gestempelten Banknoten zu je ll 1000 gefunden und beschlagnahmt. Der Ungehaltene ist der 36jährige Kaufmann Simon ' Lamm, zu Stary Sanrbor in Galizien geboren, nach Kameral- Lenkoutz in der Bukowina zuständig, derzeit deulschöstcrreichischer Staatsbürger. Er wohnt seit 1915 ständig in Zürich, hat aber auch in Wren, .11., Nest-oygasse 8, eine Wohnung. Bei seiner Einvernahme teilte er nnt, daß er Vertreter mehrerer schweizerischer Textilwarenstrmrn sei, für die er Geschätte*rmi dem Wiener Platze vermittelt. Das Plaiin habe er hier angekautt, um es angeblich in Innsbruck abzusetzcn. Das zum Ankäufe notwendige Geld, die ll i 10.000. habe er von mehreren Seilen entliehen. Woher cs stammt, will Lanmi ruckst angeben.. Bezüglich der ll 41,000 behauptet Lamm, ec habe das Geld vor etwa drei Wochen bei seiner damaligen Anwesenheit in Wien von seinem Schwiegervater Eisig Engelhart, der früher in Wien gewohnt hat und jetzt.«ach^seimr Hemmt Przewvrsk tu Galizien zurnckgekehrt ist, erhalten. Simon Lamm wurde zur weiteren Amtsharrdlung dem Kriegswucheramt übergeben. Die Festtage der LanAnger.' Sonntag und Montag haben die Langfinger in Wien eine ungemein eifrige Tätigkeit entfaltet und hier bei den verschiedensten Anlässen eine ziemlich reiche Beute i gemacht. Das Gedränge an den 'Straßenbahnhaltestellen, in den Waggons der Elektrischen und der Eisenbahn an den beiden linden Spätsommertagen begünstigte das 'Geschäft ganz ausnehmend und dazu - kommt noch, daß nmn »och immer ohne Ueberzieher geht, so daß Uhr u,td 'Brieftasche dem Zugriff'geschickter Hände' leichter auZgesetzt sind. .Aus der langen Liste der zur Anzeige gelangten Taschendiebstähle seien herausgenommen: Bei der Endstation der Straßenbahn in der Ottakringerstraße wurde dem Herrn Enterich Z ejen ne, Ruckertgassx 17 wohnhaft, eine, goldene Remvntoiruhr mit Doppeldeckel und goldener Panzerkette mit Anhängsel. 2000 Kronen wert, gestohlen. Während der Fahrt in einem Straßenbahnzug durch Meidling wurde einem Fahrgast« eine goldene Doppelnmntel-NemonLoiruhr samt goldener Panzerkette mit ^Amethystanhänger, 3000 Kronen wert, gezogen: Auf dem Westbahnhof wurde dem Kaufmann Alois Fränkl eine Brieftasche mit 5800 Kronen gestohlen- In einem Straßenbahnzug, der Linie 38 wurde dem Herrn Franz Jakubez im 9. Bezirk eine goldene Uhr samt Kette, .3000 Kronen wert, entweichet. Auf dem Marktplatz in der Karmelitergasse in der Leopoldstadt wurde der ' Kaufmannsgattin Dora Rosenthal, Große Schiffgasse24 wohnhaft, eine Geldbörse mit kleinem Betrag und einem Brillantring im Werte von 4000 Kronen gezogen. Dem Franz M.u s i l wurde tu, einem Straßenbahnzug der Linie 30 auf der Fahrt über die Währingerstraße eine goldene glatte Kette, 1000 Kronen tHrt, gestohlen. Dem Ignaz Flügelmann.. Franzensbrückenstraße 7 wohnhaft, "in. einem Stpaßenbahnzug auf der Fahrt vom. Schottenring bis zur Bellaria eine goldene Remontoiruhr samt Kette, 3000 Kronen wert, dem Siegfried'.Klausner, 18. Bezirk, Semperstraße 58 wohnhaft, auf der Straßenbahltfahrt in einenr 80er-Wagen nächst der Sophiünbrncke ein'e goldene Doppelmanteluhr mit Schlagwerk und goldener Sportkette,' 4500 Kroneti wert, dem Stnoenten Max Buch wald in der Ausstellungsstrahe eine schwarzlederne Brieftasche mit 7150 Kronen.' Außerdem wurde eine gluHe Reihe TascheitdieDsiähle, teils von Uhren, teilsvon BrieftaWen, «tit einer Schadensninme unter 1000 Krottenint Einzelfall angezei.gt. « / --——- * A.erzte nach- Palästina. Durch Vermittlung der Aerttcgrnppe des Palästinaamtrs sind drei Aerztrstellen, in Palästina zu besetzen, und zwar iiir emrn Dct matoloakn.Oto-Rhinv- Laryngvlogm und Nemologen-Piuchiater. Be>veÄuingsjäülg sind alle jüdischen Acrzte ohne Unterschied ihrer StaatZznpehörigkcit. Reflektanten wögen sich ehrbalLigst schnstlich oder mündlich bei der Aerztegruppe des Palästinaamjes. Wien, 11., ZirknsKsse 33, täglich von '/-2 brs 'iA Uhr nachmittags melden. * Kundgebungen gegen eine ch*istlichsozrale H»'Lsgrnnpengründung Kriegsbeschädigte. Der Zentralverband denischösterretchtichcr Kriegsbeschädigter ' teilt mit: Am 7. d. M. versuchten die C b r i st l i' ch ff o z i a l e n. die Kriegsbeschädigten von Hernals tn einer Versammlung' stir ihre Ideen zu begeistern. Lange vor Beginn warensämmlttche. Zugänge' zum Brtiammltmgslokal von christlkchsozialen Ordnern besetzt.- Jtrr Verhallen erregte dadurch. Unwillen, daß die' mit E-nladtwgen versehenen Jnvaltdrn. und Witwen, die «teilt verläßlich erschienen, , keinen Emlaß - fanden. Da. eine diesbezügliche Intervention ergebnislos verlief, wurde nach dieser christltchsozialen Bersammhnng eine Straßcickun'dgebnng iutprovistert, bei der von mehreren Neduern das Vorgehen der Lerfammlungsarraugeitw. gegeißelt wurde. Als Fortsetzung sdirs^^kmchsrbuNL togte sodann - unter, Vorsitzdes ILvMenrateo... Seh reib maschinell- Reparaturen M schnell, billig* und gut Franz Josef Pelz, i-, Biberstrasse 9. Und Hanpthertraumsmamies der Hernalser Jnvalidenschast Karl S t o ck i n g e r eine maffenhaft besuchte, Versaarmlung der Kriegsbeschädigten, in der nochmals gegen, das Verhalten d« Emberufer, besonders aber gegen den Christlichsozialen Unterst a a t s s e r r e t ä r Dr. Reich Stellung genommen und seine Entfernung aus dem Staatsamte gefordert wurde. Ebenso wurde die Entlasirmg des Majors P o h a u k a, der als Präsident der ch r i st l i ch s o z i a l e n Jnvalidenschast. zeichnet, aus den Diensten der deutschösterreichischen Republik entschieden verlangt, da er die auf der Straße demonstrierende« Invaliden als ^Apachen" bezeichnet hatte. Eine in diesem Äinne gehaltene Resolution wurde einstimmig angenommen. * Max Kahler gestorben. Aus Prag wud gemeldet: Gestern ist hier der Großindustrielle und Präsident der Böhmischen Unronbank, Max Kahler, nach kurzer Krapkhcit im 78. Lebensjahre gestorben. ' * Jüdischer Orchestervereirr. Heute um 6 Uhr abends Streicher- und um 7 Uhr abends Gesamtorchcsterprobe im „Jnduürrellen-Cafö", I., Konkordiaplatz 4. * ffkm Kafsenembrnch im „Lloydhof". Wie berichtet, wurde in der Zeit vom Samstag abends bis ' gestern früh im Geschäfte des Samu No senzweigu. Bruder, 2. Bezirk, Praterstraße 15 („Llohdhof")' ein Kasseneinbruch verübt, bei dem etlva 270.000 Kronen. gestohlen wurden. Herr Rosenzweig hatte sein Geschäft am Samstag gesperrt und war nach Baden gefahren. Als er gestern früh das Geschäft öffnete, entdeckt eeo den-Kasseueiubruch. ^Er -setzte das Polizeikommisfariat Leopoldstadt in ttenntnis, das den Beamten Konstantin öntsandte. Dieser > leitete die Erhebungen. Ihnen zufolge ist der Einbruch ganz in der Art Breit- '• wiesers begangen worden. Die Täter sind wahrscheinlich^ von^inem Sy Phon aus in den Hauptsammelkanal gestiegen und dann in den Hauskanal ^gedrungen. Sie ■- müssen die Lage des Geschäftes genau ausgeknndschafted: haben. In den Keller gelangten sie -unterhalb des Handmagazins der Firma Rosenzweig. Mit einenr großen Stemmeisen, das dann später auf dem .Platz-tz gefunden wurde, haben sie einen mächtigen Stein, der ein Kellerloch verdeckt hat, ausgehoben und sind in basi Handmagazin gekommen. Dann schnitten sie die FüllunF der in die Geschäftsräume ' führenden Tür aus und machten sich mit vortrefflichen Werkzeugen an dir Oeffnung der eisernen Kasse. Sie bohrten in die Kasse selbst Löcher und.rissen dann mit ungemein kräftigen Zangen die Panzerung weg. In der Kasse konnten sie; auch die eine Tür des Tresors öffnen. Bargeld isti ihnen über eine Viertelmillion in die Hände gefallen,, meist große Noten zu je 10.000 Kronen und zu. 1000 Kronen, dann auch 70 Kronen m ffschechio-flowakischem Gelde. Aus dem Magazin nahmen sie dann noch Waren im Werte von beiläufig 30.000 Kronen, so Zahnbürsten, Rasierapparate, Pinsel*und Toilettegegenstände, und mit dieser ansehnlichen Beute ergriffen sie die Flucht. Zurückgeblieben sind außer dem Stemmeisen ein kleiner Schraubenzieher und ein kleiner Bohrer. Es gelang! auch, Fingerabdrücke an gewissen Stellen baktyloskopischs. aufzunehmen. Die Einbrecher müssen mit aller Muße gearbeitet haben; denn zahlreiche Zigarren- und Zigarettenstununel, die aus dem Vpden verstreut lagen, deüteten an, büß sie sich lange im Geschäft aufgehatten haben. Es ist nicht ganz ausgeschlossen, daß der Besuch eigentlich der im Hause untergebrachten Bankfiliale zugedacht war. Letzte REchrichtm. Ankunft Dr. Nenners in Saint-Germain. Saint-Germarn, 9. September.^ (Korr.-Bm.) Staatskanzler Dr. Renner ist heute früh in Saint- Germain eingetroffen, wo er morgen vormittags den Friedensvertrag unterzeichnen wird. Der bulgarische Friedensoertrag. Versailles, 9. September. Dem „Zoumal" znsolge soll der bulgarischen Friedensdelegation morgen nachmittags im Chateau de Madrid in Neuilly der Friedcnsoertrag überreicht werden. > Dslnischer Heeresbericht/ Warschau, 9: September. Heeresbericht des polnischen Generalslabes vom 9. September: Littamschweißrussische Front: Erneute Angriffe der Bolschewiken' auf dem Abschnitt von Dünab'urg und in der Umgebung des Dolgojesees wurden mit gwßen Verlusten für den Feind zurückgeworfen. Auf der restlichen Frontkeine Aenderung. 0 Wolhynifche Front: Ruhe. Gegen die Politik Hlinkas. Prag, 9.. September. (Tfchecho-slow, Preßbur.) Der muh der slowakischen Abgeordneten in der Natiotralversamut-- cung ver kschecho-flowakischen Republik har tü sesiter ffjeutrtzen' Sitzung einmütig eine Erklärung beschlossen, worin F«S Vorgehen des Mitgliedes 'der Nationalversammlung und' dos Klubs der slowakischen Abgeordneten unö PritsGaltst bet. slowakischen Volkspartei., Hlinka, vet sich nach P«ris begeben hat, ohne daß das Auswärtige Amt oder irgenöei». Organ der tschecho-slomalischen Republik von seiner Reise Zkenulnis batte, aufs entschiedenste verurjesil^. '