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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-07 · Heft 229 (7.9.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 229 (7.9.1919)
Date
1919-09-07
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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«t WS Wierr, Sonntag Wiener Morger^eitung 7. September 1919 Sette? BÜHm Md Kunst. BslstMsthne. Vonsvente: .Der tugendhaft« *7 Glücksritte r"Z Dieser leichte MaSkenscherz — ein Puppmfpiel nennt eS der PttEdg — wird im Wies der BoxeEnrpfe und Tafö Ebanta«tS wohk nicht dt« Resonanz sind««, di« ein langes BÄmenlebm verbürgt. Wenn man dies liest, ist eS vielleicht schon tot und biefe Testen Nüssen dann als Epitaph gelten. Ans dem aÜ-sorischeu Stieffhm der Psppenkomödie, ans Irome und Poesie, Satire und JhriSmuS gewebt, hat B e n a v e n t e («in nicht mrdedestender Rachfahre der große« spanischen Dramatiker, von Ähnlich« Fruchtbarkeit) diesmal dem Abenteurer wider 2M«r eine frWiche Abhandkyng gewidnat- Dessen Dertrimter ist die Figirr, hinter der sich daS Raisonnrment der Dichters n«d der Mechanismus des Stückes verbirgt. Er macht de« Helden groß, indem er Interessenten für ihn schafft („Los Lükerysas rreaäos" heißt daS Stück i« Original) n«d ihm aus Rot Md Schande zu Ehre. Liebe und Reichm« »er Hilst. Direktor Fely K r o « e S gab dieser Figur Form mrd Teben. Grae stüvvst geführte Regie, unterstützt durch die geschmackvoll arbeitende Phantasie des Architekten Wersdorfs, siel angenehm «ms. Wm die Puppen wurden wohl vergeblich so sorMtig i« daS Rampenlicht gestellt. Bald werde» sie erstarrt und vergessen im ÄMkk ruhen. Unsere Zeit bedarf gröbere« SpichrugS als dieser MpptSsiMtt«. - M* AvS den Theater«. v Der Gtziekpkan d<S Bnrgtheatrrs ist für die kommende Woche wie folgt festgesetzt: Montag dm 8. September: „Flachsmann als Erzieher". (Anfang */,7 Uhr.) — Dienstaz dm s.: „Des Meeres und der Liebe Wrllm". (Anfang 6 Uhr.) — Mittwoch den 10.: „Die SchyiMrrlinMchlaM. (Anfang Uhr^ — Donnerstag den 11.: „Imms Cäsar". (Anfang 6 Uhr.) — Freitag dm 12: „Pygmalion". (Anfang 6 Uhr.'» — SamStaa d« 18.: „Othello, der Mohr von Bened'g". (Anfang V Ufc\) “ Dmvckrg d« M.: „Gtzses «ck> fä Äing . (Sa* fang %7 Uhr.) Fm SvieMan der Nene« Wiener Bübne evfche'mt die Groteske „D i m p f l" Sonntag, Mittwoch. Dormwstag.— Donnerstag med Freitag wird „Die Büchse der Pandora" wiederhoS. Direkter Weingartner hat Herrn Arthur Prenß der,B o l S » p er verpflichtet; derselbe tritt am 8. d. M. i» „Die Meistersinger von Nürnberg" als David sein Engagement an. In.. der DimStag dm S. d. M. stattstndenden AusiHrung VS« „Rigoletto" singen zmn ersten Male i Die G^da Frank«» E i - n e r, dm Rigoletto Herr Tauber. Im D rutsch enBolkSthrster gAemgt mvmt, Montag, nachmittags Hauptmanns GläÄüttenmLrche« „Und Pqwa tanzt" und aboads G ch »i tzlrrS „PwftFsr Berrchardk" zur AnMnsrg. Am Wiener KsmVdienhauS gelangt m der: heanamSasto»eingeschloffmer Anrengrsber-Zvklus' M Ausführung. Derselbe beginnt am %. e. Mi mit „Pfarrer von Kirchftld". Der Zhllvs wird die Stücke „Pfarrer von Klichsckd". ^D«r Meineidbnurr" „Die Kremelschrrcher", „Gtzriede", „Die mng'kehrte Freit", „Die Tochter des Wucherers". „Hand und Herz", „Der G'wisienSmurm" „Doppelselbsinwrd^ „Der lcdwe Hof", ,Em Faust schlag". „DaS vierte Gebot", „Alte Wiens?' ns»n, . von Herr« MgPmr & » e i b t n g e t kt Srem gesetzt. Fm D i e n r r Gtadttheater wird morgm Montag die GerhardHauvtman n - Woche mit der AnMörms von »Role Beend" («gchyMM mch „Dü> E,b«j AnMbrnnq von „Rose Weber" (abenW kwgeschlvsi«. Die Wiener Z e s t k » n st, am?. Srptembrr MS Mm dyr jungen KArrftlerschast, Dis GastfmrrrbGaft dos WieiWohMgS A der Vor-- tpjp# fcarft^ dWmal vkr NnSstellem zugnw. Ä- NÄ „Dig WchWeLlMy« m»na». Slu urrglgcklich gewühK« TW dg, um «in« Negative anSdE und nichts PsstttveS hehrgz. Fn Wahrhett tst m fim rein znfsilNz entstandene M-MuggK. gemostychast p«n Heuten, die auch nicht dos geringste gemeinsam Mm «dm nur haben wollen. $*e Dame daminchrt, Erisa d'Alhort. ein Mastalont. dsi schon im mm bü WundarNttd«!? durch «chesgewshuMe Begabung avfachitt« ch. DaS, PfendonM deckt eüM ür Ku»stkr«if«n hesannwu Namen, WaZ AnMnger der Milleuthsorre ln der TmHM DER JÜDISCHE NATIONALISMUS; MMIMIWWWWWWMNrVRSMiiMWW«« 0ch wirName Afew^hr Anth sdiftMmstp. » 5chödöt citzf IQgj* . s<rtuy Nstlon^mus üsn Mgsn? Wlv kvnnan v^ir ustyyfg wötgyp Stxiadsn? . ych Vtzrrest«r chcilsydsn Votkea. Preis K 2.ÖO. * Zu betiehen durch cüe> AdmlnMrfttion der „Wiener Morgen'' Wien, tl. Y««.. Teborstmiee 1 m Y N«r gaflafl Vvs»ia«s«e>*O0 4a« Betrage«, gctgoa NechnaKiaa wir« ni*M« verhandelt, Iliii.i. i 11 I. ",11.11,..» Eingefendet. Möbel B. Innen- I Dekoration , . n ETÄsstcr Auswahl. N»r gediegene WB., MÜöüÜKRÜst» 1 8, 2 M« etamgidise. . (Eclce Karl SahweigbqfereMs«). Die Nedaktiyn und Admintstration der Wirser Tageszeitung haben folgende «i Telephon-NuMmeM: 17040,17041^15888 MMO w I %* V* ii KrsmorAsgimg. Lieferbar ab Mitte Oktober, Prämie OM, war M ßchsWytzA Uw zur Explosion bringt Sparsam», gerueMos, Messing, natursolide, Yornebme Ausführung. Zuschriften unter „Su£t“ a. d. Annoncea- Expeditlon MWir% L Wippling-erstr, IS. gnMert für Znhala4i0Ostherschis rrpd Phyft- Zattsche Heilmethode« De. Ostermqim. IX. Spitalgaffe 1 a, Lel. L16SS. Ord. 9«--1d, S-^6. Sämtliche mäderrte» Heilbehelfe für Gxkraukungm der Atmungsorgane; RhrumatiSme«, Gicht, Ischias, DrÜsenschwellnngen, Bartffechtrn re. bsstürßm» wich, daß die AnflSff« der pnigebrnig des Kindes ans. die SftnMMo SntwMM po« Ofster BqbMchus sind. Dir Mb stammt m ... HartaK mrd zeigt ty «wren WbnilssU noch powtlich den Einfluß «irr« der vielen GtÄrschturM« d»S Wandelbar«,. Mo geht ober schon selbst sicher ihoen eigenen Weg und entwickelte sich im Hhargkw«, Ihr« Gyttkäts find MMb meisterlich in d«r KgrhonwaU. vttyat« G ANtziSse öa4ne, gehen aber ftchS ohne aus hie gr-h? Mrstlng qus. Dich sie sich such gkeich ander««, Knnstgonossinne« Keitiv-rts« mit dein MAhMygrve bchWtst such Dcho Arbeiten find «vßgostM bHrfte mv Epistchs m WM m w wtmtäv ÄnMMft Wm — Karl Anger e r, eiM drw ganz JunM«, haust weltverlsesn am Sitz irgendeiner WoyktStevtn in der SS-swam m,d hat die geosie Gehnsucht, sich fE m finden. Mäzene soion auf htese Begabung w\* «üMstMU genrecht, dischon so manckies wertvolle Merk der Sfi Äch^NptzosndhgrLtt mm* um Lächerliche Beträae FM mutzch. Geiste Handschaften sind wahr« Erlebnmitwlbar beseelt« Karbe ohne jode Mobenaüsicht, au» dem ZwaM UnftsertWu Gehe«S entstchch»«. E. O. A r a u ntytzs Wim Mit seipsr glatten MM? tu diesen Muman aanstPilert. Pein? Marino stücke sind aber in ihrer slien Durchbildung der beweglich«» Nna««« von «uit und Wasser «ingehenLier Betvachtung wert. Adolf Schiffer fällt Expertmenten zum Opfer. Br hat sich einss hlMiwLss Aqnsoelltochnik guAgsdacht, tim seMmo Klein akbcit, auS der n ich dt BrotzeS werden will. „Mitgonommeu"s.tZurhen „och drei Pastelle yo« Ssavi Goucek, die aber BefynnWM ei«px lHfMchW SMtz, lÄt modern« Aensitivität dar^rlen. —!. Gin phLLHarmsnrsches Ovcheftsv in Chvistinnia. Das Orchrstrr des NatroualihealerS.in CHMmuiü bat die Vcr» bmdnng.mit dem.Tlieattr Mst mch. dal sich ÄS mdstündigeS Mharmoinsch«s HrKiB-k/ soustm^tt. W DsiHniten werdrp Hnog Neumark, Johom, HabvMvn und Georg SchnvevoiK Mp-MkN. Warst« Wstz» «sich Müchaotzehv^ Eugmr Mpye ist auS Ei«ctnvtti, wo rr m der lchte« Zen atS Oichefterd^xipcnt tätig war, nach BrüsiÄ.Mkickgelchtt. Er hat allerdings dir Absicht, m nid>t allzu frruer Mt sich Mied« mich Amerika jN bytzevrn. . Bor dem Vtr^rm» der neue Band oftfüd'scher Gelchichtm von M. I. bin G yr i y n. dem Indischen ttberietzt von nfghll vt a m h x i A. enchD nachük-vend'.' Er-Mungru: D i c g e s v r n » g e u e H a i t e. --Ein l! i ch l st r a b l. D a S Letzte. — D r e T r a u e' r r e d e. — Der n n, heimliche Ga st. — E i u e G ch r'e ck e « s t a t — D « s e i » z i ge K i n h. — A «S « etz l i t t e «. -- Dis tzsimsehr. — UetzerdaSHrnd hinaus. P^eiS gch. kl 6.— Zu begehen durch R. si ö w i t, Buchhandlung No'enturmstraße 82. LLteraLsr «.^WUmschast. Arrf de« „hohe« Bergend Bon «evaham Meise«. (ÄWS dem IMche« Übertragen von A. Gr.) - DaS Städtchen lag Ln einem Tabe. Me MB Gassen mit dem Mgrktplatz und dezrr ^Schulhof, dir das StüdLchen bildeten, blieben mehr als ein halbes Jahr über und über mit GoL bedeckt. Die Einwohnsp des Städtchen hatten sich so an den Aot gewöhn^ daß sie sich'S gar nicht anders denken konnken. Im Gegenteil. Zur Sommerszeit, wenn di-e Günne den AoL doch endlich besiegte und es trocken wurde, da pflegten sich vst-le gleichsam zu wundern, «nfc einer jagte $*a andern: v „Was sagen Die doch dcM, wie trocken es ist. Doch es war schwer zu eriermen, ob sie damit zufriaden waren oder nicht. Jedenfalls tvaven sie dis Trockenheit nicht gewöhnt, und m den trockenen Tagen! fühlten sie sich so unbehaglich, als hätten sie sich an eine» fremden Ort verirrt. Jchem eiuzelmn. schien eS, als otz chm etwas fehle. Doch lange hielt die Trockemheit selbst irn hohen Sommer nicht an. Ein schwach«. Rege« genützte, um den Boden des Tales. Lufzuweiche» und ihn aufs neue in Kot zu verwandelt:; und dast Städtchen bekam wieder fei« natürliches Gepräge. Unweit vom Städtchen befand sich aber doch ein Platz, der stets trocken war, und nicht nnr trocken, sondern auch grün, und nicht grün allein, welche» Umstand noch nicht genügt hätte, «m die Aufmerksamkeit der statischen Juden aus he« Platz zu lenken^ den Platz überragten auch Hügel, welche ^die hoher. Berge" genannt wurden. Wer die Juden vom SWtchen verdächtigen wollte, daß sie die Götzen Berge nur scherztveise so benanns hätten, während diese in WirÜtchkeit gar nicht so hoch gewesen seien, würde sich gewaltig irren. Die Bergs waren tatsächlich nicht hoch; um sie zu besteigen, .Hatto man weder Führer noch Begleiter nötig, der höchstg von asten war ungefähr von der Löhe eines Hauses im Städtchen, und doch wurden die Berge ganz ijjl Ernst die hohen genannt, weil die Juden des Städtchens nie in ihrem Lehen höhere gesehen hatten, mrd eben deshalb spielt« diese Gegend, die in der nächsten Nähe fast hart an der Stadt lag, eine bedeutende Roll« im Leben der Einwohner des Tales. Hatten sie doch ihre Freude daran, daß der Herrgott chr Städtchen nicht ganz vergessen hatte und es mit einem schönen grüne» Platze um» einem Berge bedachte. Auf'welche Meise die Berge hierher geraten ware^ wußte niemand zu sagen; «S war auch wirklich ein , Wunder; die ganz« Gegend weit und breit hatte kein Gebirge. Alte Leute pflegten zu erzählen, dis Bergs seien gemacht worden. Als Napoleon mit feinem Heers das Städtchen passierte, habe man die Erde ringsherum aus gegraben, wie es ja üblich ist im Krieg. So seien die Berge entstanden. Doch wurde dieser Svzählung nur wenig Glauben geschenkt. Wen geht ab« schließlich bi« Geschichte dieser Berge etwaan! Sie sind da und sind hoch willkommen. Wenn daS Städtchen doch noch etwas Schönes besäße, zum Beispiel einen Bach! Ein Bach fehlte im Städtchen. Und das StLdd» che« brauchte einen Bach jehr nottvendig, die aruryn Weiber hatten ihre liebe Mat mtt der Wäsche? Aber wenn ihnen Gott Seinen Bach gasche« hat, fsllen jj-e wenigstens Berge habe«. Und wie lichten die Einwohner des Städtchens ihre Berg«. Wenn der Sommer inS Land kam unh die Talmudkinder Heu Samstggnachmsttqg dazu benützten. um in, Bethaus zu lernen, während die Alten sin Schläfchen machten, pflegten hie HandwrrZsr, die jnngen Leute und insbejorchere die Müder jchamrweisö den „hohen Bergen" zuzuströmen. ) Sie klettern hinauf wie die geborench Mpiniften, legen sich breit hin. schauen hinab auf die bunte Menge unten und Men sich s« erhaben >... Manchem fallt das Steigen schwer. Da kommt ihm ein Gewandterer zu Hilfe: man reicht einander dw Hände, man läßt einen Juden nicht fasten... ' i Bor allem die stigher, gleich Böglein ans den Käfigen hsssreit, fliege« aus und ah urch zeigen Verschiß d-me stWststäcktz. Dw Bäter und dw Müfb?r warmmr Kinder, ihr bringt euch wa .,. geht acht, Witz ihr rennt... m mmmm-mm'ci tiafeki»* Herjöltt- Damenbüte werden nach neuest pw«,sä «nd HUigst fwoderaieiert g| VN., . € Lvrrr DOS WHUB OOLP-glNLÖSEANSTALT atma h LANDS; lT. S^bsscisisnmelgasse A raktt clie bsesistea?rei,e «v« Ovlä» Sttfcr, yx!tt»vten, P«rlp« und f^Isclxc Ueberzeuscn Sie Kick von <)(er ReellitSt meines Anbotes. « aOnt Wnrttupgn. gtrsamtut Garornie. aarddSni^i «Er Gyktvm«, «c-NaPGc? 4U|g Ztttitnshim I Le»Y. Kmztt, Wim, W.. Westbahchraße 28. Telehpon 8*587., M

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