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Wiener Morgenzeitung · 1919-09-05 · Heft 227 (5.9.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 227 (5.9.1919)
Date
1919-09-05
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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SK-M Wien. FreAtz Minister Huszar ü-er die Pogrome. Der christlich soziale nmgarffche Kultusminister Va-zar mochte tmm Mttarbstwr des freuen Log" Mttikchmssv Gor die Politik her «Wmchchon Rsgft- Nmg, DaLei. sagt« sp Mr die PvMowe unter anderem: ,4Sk* M-arifth» Sarchrnam, ist ein tpkbltebwb?* Mensch, der mit Mm Witz ftstw^Hylft M unt» btx « seinem Glauben hängt, für de» « lebt. Die Bottchewiksu Hain, ihn ans v§r stirche vertrieben.!Mr h»ben die Hetze gegen die Kirche zu einem Brogrnmnrpmckt Wbsb«,, und da sich mrftr Bylschetmkensührer« Zahlreiche Jude» befapb-a, Hoven die Bauern die Anhe« überhaupt al- Bolschewiken angesehen. Oie habe» nicht bedacht, haß -er größt« TeA der Zudeuschqft Ungarnselbst »nftx den bolschewikifchen smchtbar gelitten hat. daß IM» mch Christen &» UnSOM, <$et namentlich in Budapest, nuter der Machte des Terrorismus UnfSgUchss «rdrAen mußte». In Ungar» wie nirgendsind Anden und Christen »vfainandarangewiesen und ich muH konstatieren, daß Hie Begiesnng alleanfgeboten hat, um die antif^qr irische Hetze «inzubämmen lind die zufknstigtü wird dies in noch energischerer Weise tu». . . . Ich persönlich hin gegen die Judenverfolgungen M da- MPentschichenfte schon »lguter Christ UNMtrvft». Ich habe persönlich mit der größten Schärfe gegen die «umemitischm Ansfchreitnngen Stellung genommen und habe die Technische Hochschule geschlossen/ weil sich unter der Hörerschaft antls§mitisch« Tendenzen zei-ttu. Ich wache sie auch nicht früher' Hfnen, heyor nicht M Hörer Unterschied in der MchM Mise behandelt werde». Ich bi» ei» ChrMchftzialer mrd halft tmsilr memy Pflicht und Schuldigkttt. Äe konfefsi»- Vetilen Nehüsstg kette« stellen Me Reaktion bar, fcfe schon im Interesse des Hundeauf daeni* schiedenftr bekämpft werden vurß. In wrrngen Tagen wftd in lhGarn wieder die Presse erscheinen können und i» diesem Moment wich man d« BevMerung aufklären und die BrrhUchisse besser» können. Mau hat de» Leuten in de? HMHewikischen Zeit ihre schönsten Ideal« chnheu wollen und eist klar, daß gerade dadurch die christlichsozial« Bewegung erstarkt ist. Christliche Liebe ist aber;«kcht.Michhchmchmd mit Judenhaß, Mr watftn mit '*>& 'Pflege dechristlichen Sinnes die seelischen Berhäkt-;P Nf Müschen bösfern nutz wollen alle Wände ohne Vntevschied den Interessen des Landes nutzbae machen. Wte Minister hat schöne Wart» gefunden, deren Mufvichtt-keit nnr durch Taten zu beweis^ n^ir«. Inzwischen werden HP Pcken in der Provinz weiter druugsasiert vnd die fortwährend« Getmnmg ^„christlichen vna«n" sowie die Sympathie der „Sftichspost" etmtim doch d«n Verdacht, daß dieses Christentum micht «vangelifther Lieb« dsM. Die Hetze gegen dft Kommunisten, die in der ganzen Zeit ihvvr Herrschaft nicht so viel Grensf wErscht haben, wie dis ZVeißen Garden in wenigen Tagen, ist jedenfalls geeignet den KonfMfM Md die Erregung zu vermehren mch Wißt wenig von ,,chyistltcher" Einsicht. Modtz NkKits hat den Loveen vevtzgvst? Die Belgrader MrSfftyW «int UMMfiMst, wMß MilM.R a.d n v re, Vürgermerstrr von Podaoritza m Mywemarp. m *mm «ii* dem Rchetzur m Ä vor Nehergabr des Hoycen befand ich mich in Wien als Kurier. Dort MUchft sch dm hulrmWm Minister Pchcheff und den Stocht Trajanyff. Fm OespM Aber Serbien tagten sie W mir, Vtzt sti eS mit V-kM aus, denn m eimam Tagen msirhe der Lovcm übergeben sein. Angesichts meines Ersiannsps Mph erklärten Toscheff M TrdMwff, MN siehe mit Mn,tz N t k y la u s m VerhErngen mch Pr. L^snzawk su «rt einem magtzglischt« Offizier «ch K.Mrllwnk« m mm nnbeftmnftk^Mbrnng «vs^ faM worden. Pn VflrlsmenMke Wten dm Ä s n i g sofsrt b Mrllronen und den Rest nach der Emnghm» d«S Lsvern übergebe«. Toscheff sagte, daß in 48 Stunden der Lovcen rn österreichischen Händen sein werde, was auch der Fall war. Wiepsv MyrgeozeitUW 5. September 1910 Seite Die zionistische Leitung über die politische Lage. Das AktionSsyrniws dar Zionistischen WeltorganifgtiW richtet« -in Runbschretbe« w hehMchrr Sprache au all« ztanistischen Landesverbsinds, das über die gegenwärtig« Lage und die Kommende» Aufgaben rmwrrichtet. Wir entnehmen dem Gchreihen, welchevtzMhaMich in deutscher Übersetzung vom österreichlfchen zionistischen Organ, der Wiener „Düdlsche» Zeitung", ver-fstwtlicht wich, nachstehenden Abschnitt tther die poMsche Lage. Beit jenem historischen Tage, an dem unsere Vertreter vyr der Friedenskonferenz erschienen und die Fpcherungsn des jüdischen Holkes nach seiner Heimat vorbrachten, hat sich in der Stellung derMachtfaktvren der Weltpolitzik zu diesen Forderungen nichts geändert. , Seit der vor zwei Jahren, erfolgten Balfourschen Deklaration sind die Versprechungen und das Verhalwu unseren Focherungen gegenüber nicht um ein Haar geändert worden. Die Machtsaktoren, in deren Höndm das Schicksal der Nationen rrcht, namentlich di« Vertreter Englands «ud Amerikas, hahW hei Men Gelegenheitm unseren Vertretern gegenüber dis feierliche Versicherung wiederholt, daß unsere FocheWNMr erfüllt werden und daß die Friedenskonftrenz ihnen A u st i m m t. Trotz der großen Gegnerschaft, dw sich in d-r letzten Zeit m gewissen hiesigen sowie in arabisch-politischen weisen in Palästina und Syrien gelbeich macht, hat sich hierin nichts geändert. WeM die Lösung unserer Frage bis auf den heutigen Tag verschoben wurde, so liegt dich einzig und allein daran, daß bi« Palästina- Frage mit beit and>".ÄN politischen Fragen der alten Türkei aufs engste perknttpft ist, Di« türkisch- Frage ist bis heute nach nicht entschieden. Vielleicht wich noch eine kurze Zeit, vielleicht einige Monate, vergehe« müssen, bis me «chgüAg- Entscheidung getroffen sein wich. Es ist als» notwendig, sich bis dahin mit Geduld zu rüsten. Die Lösung «nstwer Frag« hat zweierlei Momente, dtp beide auf dasselbe abzielen r Die Anerkennung des Hauptprinzipö, daß England da- Mandat über Palästina in den vorgezsichneten Grenzen erhält, «m uns bei der Errichtung eine- Nationalen Heimes für das jüdische Kolk behilflich sei» zu Nnnon, ur^> hie Schaffung solcher politischer und ökonomische? Bchingmrgen, d« «nS di« Möglichkeit geben, unser Ziel M verwirklichen. Diese grundlegenden Beschlüsse müssen durch die Frisdenskynferenz angenommen wachen. Auf biesi« Moment warten wir mit Sßh«sicht. Was die audere» Bchingunge» anlangt, so gehören sw in d^S G-sbiet der Fragen, die zwischen England und «yK geregelt werde» müsse«. Mt der Ausarbeitungen dssser Vsdingungen find jetzt verschiedene gemischte Kommissionen beschäftigt. Wir können nicht im voran« sagen, wölche von unseren Fordernngsn akzeptiert und welch« einer Asnderung unterzogen werden müssen, wie weit bi« Kraft unserer Rechte reichen wich, welche Recht« und Zugeständnisse wir sofort erhalten wsMn — mit diesen Fragen styd wir, wi« gesagt, jetzt beschäftigt und es ist felbstverständttch, daß wir ws intensiv b-msihe» w-ch-n, das Maximum des unter de« gegenwärtige Verhältnissen Möglichen zu erreiche«. Was aber di« grundl-gsud« Anorkennung, die wir von der Friedenskonferenz erwart««, anlangt, so erklären wir nochmals — «yd wir wissen, welche gwße Verantwortung wir mit diesen Worten auf uns nehme« — daß wir zuversichtlich glaubeudaß die gewünschte Zustimmwrg erfolM wich. Mr warte» sie täglich und wenn auch, eine Verzögernwg) etntrsit, ßo wich sie doch kom me«. Dt? Lags tu Palästina. Palästina ist zvrzeit für alle Völker geschloffen! und auch für das nnfrige. Im Lande herrscht Kriegszustand, die Beziehungen der Regierungsbeamten zw den Einwohnern im allgemeine« und zu den jüdische«! insbesondere sind solcher Art, wir sie unter Kriegszustand zu sein pflegen. Gs wich eine'intensive Propaganda durch arabische Politikmacher in Szenh gesetzt, «in einen starken Widerstand gegen die Balfonrsche DeKaratto« hervorzurufen. Die Landeshörden erklärten, daß sie keine« Schritt zugunsten! unserer Sache tun können, so lange die Friedenskonferenz di« Grundfrage nicht entschieden hat. Ihne« falle nur eine Aufgabe zur Ruhe mch Ochmmg im Lande aufrechtzuerhalten, namentlich nach den Unruhen rmd Revolten im angvenzerchen Aegypten. Zuweilen ist sogar eine Neigung für die Araber^ die dis Mehrheit nn Lande bildenz« bemerken. Sett! dem Tage, da hie Engländer in das Larch etnnmrfchierten, ist kein einziger Schritt für die BerwirNichung der; groß«« Hoffnungen, die wir in sie gesetzt haben, untere nommen worden. Auch über diese Verhältnisse, hie wir nicht boftmiwn und b«r«» Ernst wir eiusehen, kömmh wir mt sagen, daß auch hier Geduld und starke Nerve«! notwendig sind. Avische» MS und den Vertreter« der englischen Negierung in London sinersetts und in PalL« stina und Aegypten archererftitS werde« dauernd Verhandlungen geführt. Die englische Regierung wird mit einer intensiven Arbett zur MrwirMchung unseres Ideals in Hern Moment bvgtnnsn, wo sie von der Friedenskonferenz das Mandat hierzu «hält.; (Inzwischen ist die von uns gemeldete JnstruktLo» der englischen RegierMg a« die Okkupativnsbehördeu ergangen, daß die jüdische Heimstätte. M fftit acompli m betvacht«« ist. «r Die Red.) v], j. . ' Flüchtlingsschicksal. . e«®, 4. Stzptetphrr. (Tel. der ,Wr. Morgenztg?) De« -MMch-antisemitsiche „Benkvv^ bericht«; Mitte voriger Woche whr PljjGch em Zug mit U Waggons und mehr als IM Persine« in seine BeftimmungSstati-u G r o ß-M e s e r i t j ch in Westmiihren ein. Dre Landesyerwaltung Mährens hatte ihn au-> gedlich dorthin dirigiert Md vielleicht geglaubt, daß die ^Passagieren in her Judenstadt von Oroß-Meserrtsch ei» Asyl finden werde». Aber sie hat sich getäuscht. Die Rachrutz von der Unkunst der Luden ynbtettete sich bsttzschnrll in der klemm Gebirasstadt und rrek große Erregung hervor. Sofort wurde die Arbeit in den örtlichen Fabriken eingesteckt Md alles drängte zum Bghnhpfr. Dort' zogen die i» Groß-Meseriych heqMrtiertm Goldatm emm Kords« m die itzdischen Waggons und kein SNM d»rNe den Bah»bofv erlas s r«. Der Auflauf der Menge, insbesondere der Werber, nabm einen bedenkliche« Charakter an. Mit aller Schärst wurde dagegen protestiert, daß die Juden in Groß- Mesertlsch belgsim werden; eswroch «ne Reihe Rednerinnen und Renern, man sandte Protemclegramme »ach Brsin». Der „Benkov* schildert m gehässigster Weise die Uerse der gal«zischen Juden blS Meseritsch «nd behauptet, -aß die Juden noch 10 Tage m Gtudein bleiben solle». Sie kam«« angeblich aus Lmdenburg, von wo man fit, da dst BevölftrM. sich um Lr BerAeibm ansi gelehnt hstte, nach Galiztm schicken wollte. An der Grenze aber jl?8 man sie infolge Mangels yon AnswerSscheiae» nicht nnv NM warten sie m Studein ans rbre Wsse. Bon Rd«ls VSHm. Achad ÄssW. l NfÄ« tzebore« 1886, hatt« nicht nur die tvachittonesie Misch« AuSdiKu-ny im Kveistz ssinoe strgntz chafsidisck^n Umg«b«ug genossen, fyndarn «mch eiflige tzüwee in Wostyuvopu studiert, w« er «stzesondev« buvch dt« Wgltschen Dynker Hume, Danirche, Spen«r und andere ßeefttflußt wurde- Ws Mitglied des Odessaer SMitees der Chowewe Zion beteiligt« er sich an einer der viele« JftrspektivnSreisen, dis von diesem nach Palästina entsendet wurden, um die Ursachen deS FehsschkSMtz der Kolonistrtwn zu «pgrüMn. Zursickgekehrt, verüMMchw «n (1889), vo« Fmmdon gab rängt, einen kritischen Aufsatz; %% hü-d-Mchst' (Nicht dies ist der Vsgk) im „Hd«li^ Mwr dem Pseudonym Achad Ha am W««r aus dom Aolw), womit er sage« wollte, es fei bloß ein .Hast" in der Literatur rmd schreibe nur, wett er ettvaS Bestimm ws zu sage« habe. D« Vrttksl machte MMheures Aussih« n«d der ^Gast" in der hebräische« Litera tm wurde zu dsm bsdenttmdston tzeistigen Führer der fuUuvetfen Renaissaneebewegung. der m alten Fragen in periodifch erscheinenden Essays Melttmg nahm- Pieft wuchtzn in vier Bände« rmwr dem Titel M Pavaschach Derachim" (Am Gcheidewege) gesammelt. Ein Teil der Aussätze ist in deutscher Uebersetzung unter diesim Titel tm Jüdischen Verlag. Berlin, in zwei Bände« «schkneu. Bo« der urMheuwn Geisi^arbsÜ Vchad HaauÄ kmm in etM« zurren Auszug emch nicht «»nähswch «w DM ye-eb« werven.! Für dtt zionistische Vswegu«- ist am wichtigsten seine Kritik ihrer cheaken dttmb« lagen, wi« ihrer praktischen Arbeit und ftine eigene *) Siche _»Wr» Morgou-tg.^, N«. 85, M7, 21^. Theorie. Achad Haam steht die Mihersvlge devChowew« Zion nicht blaß durch methodtschs Fehber, wie ihre« Dilettantismus in praktischen Dingen, ihre philanthropische Methode usw, verursacht, die er mit scharfem Blick erkennt und schonungslos kvittsiert, sondern i« ihrer tbaologischsn Grundeinstelkung, sowohl was das Ziel, als auch wodi« Mittel, es zu erreichen, betrifft. Geim Grundanschauung ist die folgend«? Wie Pbnsker, ist er überzeugt davon, daß eipe Bokksmetamorphöpnicht im Handumdrehen z« erreichen ist. Aber anders als dieser erste politische Zionist ist ihm, das anzustrebeiche und auch einzig erreichbare Ziel' nicht die Mcheruns der Lage der Juden heit durch GrÜrchvug eines jstdischen Gemeinwesens, sondern die Mederbewbuny des Judentumals geiM-sittlichs- Phänomen. Däs Ziel Pinskerä und später Herzls hält er nicht nur für falsch, sondern auch für unerreichbar. Mt dar unbeirrbaren Sicherheit, di« «ine ftstgesügtt NvberMgMM verleiht, ftsiisiertt er immer wieder dir Grundlagen des politische« Zionismus, leugnet die Möglichkeit, daß die Kirben tu ihrer gegenwärtigen seekifcho« Verfassung die Kraft aufbringen könnten, da» große Werk durchä»führen, daß eüberhaupt ausführbar wäre,.daß selbst in diesem Fäll« der jüdisch« Staat von Bedeutung für da» Schicksal der ganzen Judenheit werden könne, daß Palästina für ein« Massensitzdkung geeignet sei, daß die Juden wirkliche Bauern werden können, bi« nicht nur Liebe zur Heimat, sondern auch Lieb« zur Scholl«, auf der sie sitzen, haben würden und anderes mehr. Da» Pole fyi zudem durchaus krank, es yebe best, wahres Gemeingefühl mehr, weil durch die Gmanzipatson der lebendige fließend« Strom Mischer Volksentwicktung unterbrochen worden sei. Was nottut, ist die Ernemrung de- Lfudeutums zur Wiedererweckung der sittliche» Kräfte de- BolAS, zu feiner moralisch«; Erlösung. Rur dies« sei durch den ZiottiSmuö zu erroichm; möglich. Durch erneute schöpferische iLeMustge« auf kMEm Gebiets werdL« hi« LLMn wieder ihren Anspruch auf Sonberexistenz, auf Achtung seitens der audsren Völker erlangen. Wenn die politischen Zionisten sage«, das Fudontum sei für die Juden' geschafft« und nicht di« Jude» für das Judentums so ist das Judentum nicht bloß. DaS Judentum ist nicht bloß für die Juden geschasft» worden, die sich also davon ich gegebenen historischen Momente emanztpttren können, sondern auch von den Juden, „die dessen Erzeugung und Erhaltung ihm besten Kräfte im Laufe der Jahrhtmdsrw,opferten^, also bedürfensie des Judentums. Durch di« Emanzipation sind die Juden an ihrer bisherigen unerschütterlichen Uoberzengung' von dem absoluten und einzigartigen Werte des Judentums ttre geworden, dieses selbst ist in Auflösung (Assimilation) oder Erstarrung (Orthodoxie) begrifft». In der Diaspora gibt e» Sein« Erneuerung. , Deshalb tut es not. daß ein jüdisches „geistiges Zentrum" in Evsz Israel erstehe, das „keine Zufluchtsstätte für di« - Juden heit, sondern für das Judenttm, für vnseren Nationalgeist ftin soll, an dessen Ausbau - und Aufbau sich alle Jchsn der Diaspora beteiligen" sollen. Dies werde — durch dir gemeinsame Arbeit rmd durch die Ausstrahlungen dieses Zentrums an die Diaspvmjubenheit — eine Renaissance des NationalgeisteS bewirken. Mit ihrem Zunehmen kommt vieMcht auch einmal di« Zeit, wo di« Juden jene Kraft hoher nationaler Begeisterung anfbringen werden, um such die äußer« Befreiung durchzuführen. Also; Zuerst, ei» Zenttum für das Judentum. „Die Jrchenheit wird Nachkommen." Wie aber kann daS Volk in seiner heutigen, von Achad Haam scharf gegeißelten natiomlpsychologischen Zersetzung das Werk der Aufrichtung eines' geistigen Zonttums in Palästina vollbringen? Muß die Verwirklich rmg dieses Ideal» nicht <tu der Unzulänglichkeit der Jiwen von heute ebenso scheitsrn, wie Tschad Haam dies von dem Werft des politischen. Zm-

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