Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 226 (4.9.1919)
- Date
- 1919-09-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 229 4. Teptemver iVlV Veite s Wien, Donnerstag Wiener Morgenzeitung Die ErnähruRg. Der Marktbericht. Mf den Grünwlaren Märkten,. auf die wir ja Noch immer hauptsächlich angewiesen sind, herrscht Mohl noch kMmer'Ueberfluß, aber die Auswahl beginnt schon kleiner-zu' werden. Die Zufuhren an Gärtnergemüse sind im Abnehmen. Kohl ist nur wenig zu sehen und ' Kraut war gestern überhaupt nicht zu haben. Das Angebot auf den Märkten, besteht der Hauptsache nach aus grünen Fisolen, üben, Kürbissen.und Gurken. Mais am Kolben kommt auch schon in größeren Mengen nach Wien, doch ist der -Preis für dieses' in Wien außerordentlich beliebte Nahrungsmittel viel zu hoch. , Der; Stückpreis wurde zwar gestern auf 50 Heller herabgesetzt, doch waren gestern Mais am Kolben zu diesem Preise nirgends erhältlich. . Auch die Obstzufuhren sielen gestern schlecht -aus. Nahezu die ganzen Sendungen bestanden aus Wirtschaftsäpseln minderer Qualität. Die Großmarkthalle verfügte außer dem rayonierten Rindfleisch nur über eine kleine Menge Geflügel,. das natürlich reißend abgtng. Eier waren auf dm meisten Märkten, aber nicht in ausreichendes» Maße zu haben. Fleischausgabe in Wie« in der Woche vom 4. bis einschließlich 10. September. Vom deutschösterreichlschen Staatsamte für Volksernührung wird mrtgeteilt: Wie bereits angekündigt, ist cme Neuregelung der Aba abepreisefürRindfleisch und für Wurst in Wien notwendig geworden. Der Grund hierfür liegt hinsichtlich Rindfleisch darin, daß derWochcnbrdärf gegenwärtig zu mehr als 95 Prozent durch teuere ausländische Zuschübe gedeckt werden muß und nur für den Rest die billigeren inländischen Provenienzen ttt Betracht kommen und daß die finanzielle Lage des deutschosterreichischen Staates die Fortsetzung der Berbilligungsaktlon im bisherigen Umfang unmöglich macht. Aits dem letzteren Grunde hat auch der Kabmettsrat in feiner am 26. August abgehaltenen Sitzung beschlosien, daß für die FleMoerbilligung in Wien bis auf werteres nur die Ersparnisse aus bereits früher bewilligten Krediten verwendet werden dürfen. Bei brr Verwerrdung dieser Kreditersparursfe war das Staatsamt für Volksernährung bemüht, den Preis des Embeitsflelsches, insbesondere die geringeren Qualitäten durch eme Erhöhung möglichst wenig zu belastest. Auf Grund der abgehaltenen Beratungen und durchgeführten Berechnungen werdm mit Wirksamkeit vom L September bis auf weiteres für den Kleinverkauf von Rindfleisch im Gebiete der Stadt Wrm folgende Höchstpreise fest« gesetzt: . E i n h e i t s f l e i s ch: Vorderes Ri 10.80 pro Kilogramm, Hinteres K 14.— pro Kilogramm. Bratenfleisch K 20.— pro Kilogramm. A us la n d s f l e if ch: Vorderes K 86.— pro Kilogramm, Hmteres K 38.—, Bratenflersch K 46.— pro Kilogramm. . Die Preise des AuslandsfleischeS sind die gleichen, zu denen AuZlandsflerfch schon seit Beginn des Monates Juli in Wien abgegeben wird. Die größere Preissteigerung bei der Gattung „Bratrnfleisch" des EmhettZfleisches ist dadurch zu erklären, daß getrachtet werden mußte, den Preis der Gattung «Vorderes" möglichst wenig zu erhöhen. Die vorzugsweise Verwendung von ausländischem Fleisch sjir die Herstellung der unter amtlicher Aufficht zur Ausgabe gelangenden Wurst hat auch eine Erhöhung des' W u r st» p r e i s e s m Wien notwendig gemachr. Er wird ab 4. b. M. K 44.— pro Kilogramm fm kleinen betragen. Beide Preiserhöhungen sind für jene Zeit in Aussicht genommen, während der in überwiegender Weise das teuere ausländische Fletsch zur Bedarfdeckung herangezogen werden muß. Die Fleischausgabe in Wien ist für die Woche vom 4. bis einschließlich 10. d. M. wie folgt festgesetzt rDinsichtlich R i n d f l e i s ch gelangen sämtliche Haushaltungen (10 Dekagramm pro Kopf), Spitäler und Versorgungsanstalten, Kriegs¬ und Gememschaftsküchm sowie Gastwirtschaften zum Bezüge. Jene Verbraucher und Bedarfsstellen, die bei allen Fleischhauern rayoniert sind, deren Familienname (Firnis mit dm Buchstabens bis X beginnt und jene Verbraucher und Bedarfsstellen,- die bei E x t r e m flrischhauern rayoniert sind, deren Familienname mit den Anfangsbuchstaben I- bis 2 besännt. erhalten das Rindfleisch zu dm angeführten AuslandSfleischpreism, hingegen die bei Ein h eit s fleischhauern mit den Anfangsbuchstaben 1. bis 2 rayonierten Kunden ru den angegebenen Einheitsfleisckpreisen zugewiesen. In der nächsten Woche sollen die Verbraucherdie in dieser Woche Exkemfleisch beziehen, das billigere Fleisch erhalten und die anderen Verbraucher das teurere; lediglich die bei den Extreuifleifchhauern rayonierten Kunden werden jederzeit nur das tmere Fleisch zugewiesen erhalten. Dm Gemeinschasts- und Knegsküchen sowie dm Gastgewerbebetrieben wird rin Teil der Wochenfleischmenge in amerikanischem Rinds-Pökelfleisch geliefert werden. Beim Bezüge werdm von dm Fleischhauern amt den Anfangsbuchstaben A biß K die mit Nr. 19 bezeichneten Abschnitte und von dm Fleischhauern mit den Anfangsbuchstaben I- bis 2 die mit Nr. 17 bezeichneten Abschnitte deS Einkauffcheines für Rindfleisch abgetrennt. ... D:e Ausgabe von frischem Kalbfleisch, derm Umfang von der Größe der Eingänge während der Woche abhängt, geschieht nach den Bestimmungen der Magistratskundmachung vom 31. Mai d. I. gegen Abtrennung deS Abschnittes Nr. 38 dkS amtlichen Emkauffcheines. Abgabe bo« Frühkartoffeln. Donnerstag bis SamStag werden in den Bezirkm X., XII. und XVII. Frühkartoffeln inländischer Herkunft, und zwar ein halbes Kilogramm pro Kopf zum Preise von X 2.60 für das Kilogramm gegen Abtrmnung des Abschnittes «8" der Kartoffelkarte abgegeben. _ Rudolf Feldschuh, ll.» Praterstratze 54. Zucker« abgabe für Juli, Schokolade, Tee, Kakao, Tischweine üfw. Geöffnet von 8 bis 12 und */*8 bis 8 Uhr abends. MttteUunge» der „Rohö". Zentr almagazin, VN., Pi aristenggfse IS: Fruchtmmarmelade, Franckkaffee, Kartoffelwalzgrieß, Mandolgtto. Bon 8 bis 18 und von 3 bis 5 Uhr. — M a a a z i n, 1., Nibelungenaasse?: Haselnüsse, Kartoffelwalzgrieß, Sardellmpästa, Masol. chinesischer Tee, Aevfellvalten. Bo» 9 bis 13 und von 3 bis 5 Uhr. - II., III., IV., IX., X., XII., XIII. und XVII Bezirk: Sardellenringr in Oel, Kartoffelwalzgrieß und diverse Kleinigkeiten. Bon 8 bis 12 md von 8 bis 6 Uhr. — XIX. Bezirk: Sardellmringr in Oel, Kartoffelwalzgrieß, Reibtüchrr, diverse Kleinigkeiten. Don 8 bis 12 Uhr. — XÜU. Bezirk: Geschloffen. Kommunales. Die städtischen Gaswerke rm Geschäftsjahr 1817/18. Im Stadtrate brachte Stadtrat Breitner einen Bericht über dre Geschäftsgebarung der städtischen Gaswerke im genannten Jahr zur Kenn'niS. Dre B i l a n z der Gaswerke zeigt für das Berichtsjahr folgende Ziffern: Gesamteinnahmen rund 78 Millionen Kponeii. Betrrebsunkosten rund 60 Millionen Kronen, Reinemnabmen rund 17 Millionen Kronen. Aufgewendet wurden zu Abschreibungen. Anlehenzinsm usw. rund 11 Millionen Kronen, so -daß sich ein G e b a r u n g s ü b e r s ch u ß v o n rund 6 Millionen Kronen ergab. Der Gcldaus-« wand für Beamte und Arbeiter der Gaswerke stellte sich im angeführten Jahre auf rund 12 Millionen Kronen. Der Ksllektivvertvag mit den landwirtschaftlichen Arbeitern. Der Stadtrat hat nach einem Berichte des Sladtrates H a ck l den mit den land- und sorsiwirtschaftlichen Arbeitern abgeschlossenen Normallohn- und Arbeitsvertrag genehmigt. Die Ginreihung der städtischen Lehrer und Beamten. De Einreihung der 9OOO im Schuldienste der Stadt Wien stehenden Lehrpersonen in das neue Grhaltsschema ist vollendet wld die neuen Bezüge und die Nachzahlungen vom 1. Mai wurden am 1. September ausgezahlt. Bühne und Kunst. Die neue Burgtheatersaissn. Am, 18. September wird im S ch l o ß t h e a t e r die erste Novität heranskommen, und zwar die Molierlche Komödie „Heirat wider Willen" sin der seinerzeit bekanntlich der König von Frankreich mitgewirkt hat), gleichzeitig mit Goldonis ..Mirandolma", in der Frau Medelskh die Hauptrolle spielt. Zwei Tage später folgt die erste Novität im Burgtheater, und zwar daS Drama ..Das Geschlecht" von Fritz von Unruh. Im Burgtheater folgt hierauf eine Neninszeniermig von „Ein Volksf e t tt b" von Ibsen mit Georg Reimers in der Titelrolle (die bekanntlich seinerzeit von Sonneniüal gegeben wurde), im Schloßtheater das anonyme Lustspiel „Diebe im Hause" und im Burgtheater „Candida" von Shaw in der Trebitsch'schen Uebersetzung. Die Hauvtrolle wird von Frau Wohlgemuth gegeben. Hierauf, ebenfalls im Buratheater, die Uraufführung des neuen Müllerschen Stückes „Die Sterne", „Die Troerinnm" von Euripides, in der Uebersetzung von Franz Werfel, eine Neueinstudierung von „Macbeth", Felix Saltens „Kinder der Freude" und dre Uraufführung des neuen Schauspieles von Thaddäus Rlttner „Die Tragödie des Eumenes". Endlich wird noch eine Neueinstudierung von „Biel Lärm um nichts" mit der Musik von Erich Wolfgang Korngold, das Lustspiel „Die Reise in die Mädchenzeit" von Engel und Saßmann, „Himmel und Hölle" von Paul Claudel und „Donna Diana" von Moreto gegeben. Die Vorstellungen im Schloßtheater werden mit dem Eintreten der kühleren Witterung Wert werden, da bekanntlich in diesem Theater keine Heizanlage vorhanden ist. Aus den Theatern. In der N e u e n W i e n e r B ü h n e geht Freitag den 8. b. M. die Uraufführung der dreiaktigen Groteske „Drmpfl" von'Robert Ko p a l mit den Damen Dellarmi. Vicra, Wulff und den Herren Hendrichs. Hübner. Jwald, Jensen, Lessen, Miksch, Pleß, Richter, Schrecker, Stärk und Ueberacker in Szene. Spielleitung Ludwig Stärk. Montag den 8. d. M. nm 7B7 Uhr abends findet ein bunter Vortragsabend der I u g e n d b ü h u e statt. Karten von X 12.— bls X 1.50 an der Konzerthauskaffe., Nene Musikalien. Bilder aus alter Zeit. 4 Klavierstücke von Louis Ree, op. 88. Verlag Ludwig Döblinger, Wien. Der bekannte Pianist und Pädagoge widmet diese anspruchslosen Albumblätter seinem ^berühmten Kollegen Alfred Grünfeld. Es sind Tänze im alten Stil, recht artig kostümiert, die dem Bedürfnis nach leichter Vortragsmusik von innerem Gehalt Rechnung tragen. ZaKob Drenesohn gestorben. Warschau, 3., September. (Tel. der „Wr. Morgenztg.") Der bekannte jüdische Schriftsteller Jakob D i e n e s o h n, der, neben Abrahamowi^, Perez und Schalom-Alejchem. einer der Schöpfer der jiddischen Literatur war, ist im 88. Lebensjahre gestorben. Thema mit Variationen Md Fuge. op. 8, von Viktor E b e n st e i n. Verlag Ludwig Döblinger, Wien. Dr. Ebensiein gehört zu den Klamervirtuosen der jiingerm Wiener Schule, die mcht versäumt haben, ihre Kunst durch wiffenschaftliche Studien zu fundieren. Auch seine Variationen sprechen für die Bildung des Musikers, wenngleich sie noch das freie, selbstherrliche Spiel mit dem Thema vermissen lassen und ihm allzu ängstlich die harmonische und rhylhrmsche Treue halten. Die STOIUND ELSTER Einfuhr Ausfuhr hat abzugeben 20.000 Mille Zigarettenhülsen Marke „Yop“ Nr. 2 und 3. WIEN, I., DOROTHEERGASSE 7 Tel. 7510 9Q Telegr.-Adr.: Warex, Wien r^msschinei Größte Auswahl' Billigste Preise! f 640 Leopold Steinhart, Wien, I., Biberstraße 9. Schlußfuge ist kräftig gegliedert und wirkungsvoll gesteigert. Di, Indizien des echten Künstlertums sind sichtbar, aber die Eigenar tritt noch nicht zu Tage. . . . M. - Pariser Dheaterpremiere. Aus Genf wird uns bv richtet: Im Pariser Th4ätre des Arts wurde „Die Kirschenzeit" eine Komödie in. drei Bildern von der Kompagnie Hanswick Wattyne und Ruez, zum erstenmal ausgeführt. Es ist ein anspruchs! loses Werkchen mit ganz dünner Handlung. Em junger verarmtes Marquis verkauft in GesckMZgeumnschaft mit einer Amerikanern Möbeln neuen Stils an noch neuereReiche.DieTochter emcs Kriegs gewmners erscheint, um eine elegante Einrichtung zu erstehen im Geschäfte des Margnis Md verliebt sich in ihn auf den crstei Blick.-Trotz allen Bemühungen der Amerikanerin, die sich voi ihrem vornehmen Gcschäftskompagnon nicht trennen will, wei sie ihn für das Unternehmen braucht, endet die Sache Mit - de» Eheschließung zwischen derKriegsgewinncrstochtcr und dem Marquis Man fragt sich natürlich, weshalb dieses sentimentale Baudevill gerade „Die Kirschenzeit" beißt. Nun, weil hinter den Kulisse, eine anonyme Violine die Melodie des berühmten Liedes voi Clement spielt und das Kriegsgewinnerstöchterlein eine daz, paffende Toilette trägt. Das genügt den Autoren, nm den Titel zu rechtfertigen. Zwei KlavievstürÄe, op. 39, von Lonis R 6 e. Verla, Ludwig Dobliugrr, Wien. „Romanze" und „Caprice", melodiös? Einfälle, nach Art der Rubinsteinschen Stücke gearbeitet. Dv Klaviersatz verrät den erfahrenen Pianisten. Zwei Lenau-Lieder von Bruno S i n g e r m a n y Verlag Ludwig Döblinger, Wien. Die beiden Lreder waren in de! verflossenen Smson zu hören. Die Technik ist noch lange nich auögereist, aber Sinn für musikalische Vvrtragswirkung ist un leugbar vorhanden. _ Iizcholr Leib Perez. Die „Geschichten aus dieser und jener Welt" des ostjüdischen Meisteit erzahlers sind ein würdiges Gegenstück zu den „Chassidischen Ge schichten" desselben Verfassers. Die Welt des jüdischen Alltags das Zauberrcich des Fcsttagserlebniffes, dies alles belebt voi wahrhaft echten, volkstümlichen Typen, das ist der Grundinhak des fesselnden Buches. Preis broschiert X 12.—, gebnnder K 16.80. Zu beziehen durch R. Löwit. Wien, I., Rotenturmstrast Nr. 22. Gerichtssaal. Die Köchin nnÄ ihr Fremw. Vor dem Schwurgerichte unter Vorsitz des Oberlandes« gerichtsrates Dr. Prettenkofer hatten sich .heute. dji 36jährige Köchin Elisabeth Sterbak und der 34jährigi Kutscher Josef Westermayer wegen Diebstahls zu ve« antworten. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Hub in ger, als Verteidiger fungkrren Dr. Adolf Ungar un? Dr. Valentin Tri sch. Die schon vorbestrafte Sterbak tpai bei dem Gastwirt Arnold Rößler als Köchin bedienstet. An 20. März wurde entdeckt, daß, aus der Wohnung des Ehepaare; Rößler ein im. Wäschekasten verwahrter Betrag von.. 20.0QC Kronen verschwunden sei. Die Sterbak war kurz vorLer:h die Wohnung geschickt worden, um einzuheizen, und' kehrt« mit der Meldung zurück, die Türe sei gewaltsam geöffnet mtä und mehrere Kästen erbrochen. Nun wurde erhoben, daß die Sterbak wiederholt mit Josef Westermayer im Haus« verkehrt und daß dieser sich angelegentlich um die Vermögens! Verhältnisse des Ehepaares Rößler erkundigt hatte. Auch soli er die Aeußeruug gemacht haben, er werde sich dort einma! Geld holen. Die Sterbak gestand dies auch zu, behauptet« aber, von dem Diebstahl nichts zu wissen, den Westermaye, habe sie am Tage vor dem Einbrüche gesehen, damals sagt«! er nicht, daß tx sich aus der Wohnung des Ehepaares Ltwaj holen werde. i Beide Angeklagten leugneten auch heute und beteckerren sie stüiiden dem Einbrüche ganz 'ferne, der ihn verübt habe Wissen sie nicht. Die Geschworneu öentetnrcit mit 10 Stimmen b«j der Ungesagten Sterbak die als Diebstähl lautende Haüpti frage üno^bejahteir mit '8 Stimmen öre Eventu^rlfrage aus boshafte Nichtverhinderung des Verbrechens. Be dein Angeklagten Westermayer wurde die Frage auf Dieb, stahl mit 11 Stimmen bejaht. Auf Grund dieses Wahr« spruches verurteilte der Gerichtshof Elisabeth Sterbak zr sechs Monaten eUrsachen und Josef Westermayer zr fünf Ja'hren schweren Kerkers. Per Freund des Kommuniftenfuhrers Dokto; BeLteLheim abgeschoben. Vor dem Landesgerichtsrate Dr. M i ch l e r des Bezirks aerichtes Margareten hatte sich gestern der russische Kommunij Abraham Samuel B a r a s ch, der deni Richter aus der Has vorgeführt wurde, wegen FalschmeldMg zu verantworten. Barasä war hier unter dem Namen Friedrich S e i s polizeilich gemeldet Er hat eine rege kommunistische Propaganda entwickelt und' sicj auch an dem Briefschmuggel in die Zelle des inhaftierten Kom- Mmistenführers Dr. Ernst Bettelheim beteiligt. Barasch wurde zr 46 Stunden Arrest verurteilt und wird nach verbüßter Strafj der Polizei Überstellt werden, die das Abschubverfahren gegen ih, einleiten wird. V ereinsnnchrichten. (Nachrichten von Ve reinen erscheinen uo,i «unan stets amTage der Veranstaltung.! Heute: Kultur verband Jabne, IX., Türkenstraße 9 6 Uhr abends, Dr. A. K a m r n k a: Seminar für Bibelstudium (I e s a i a s). Das Seminar ist allgemein zugänglich. — Jüdische Ingenie u r e, Geometer, Archiicklen uns Baumeister aus Galizien und Bukowina versammeln sick Donnerstag den 4. d. M., präzise 6 Uhr, im Kellerlokale' 1., Börseplatz Nr. 7. — V e r b a n d j ü d i s ch e r H a n d eck s angestelltrr und PrtvatbeamtenDeutschösterreichs. Die Mitglieder obigen Verbandes werden m eigenen Interesse aufmerksam gemacht, daß die zugesaudten Beitrittserklärungen der Wirtschaftsgemeinschaft jüdischer Festbesoldeter Deutschösterreichs raschest an unser Sekretariat 11., Obere Donaustraße 65, zugescndet werden soll. — Jüdischer TurnvercinLeopoldstadt, Makkabi II. Der Turn« betrieb wurde mit 1. d. Ak. wieder ausgenommen. Turnstunden, Mädchcn-Klndcrtnmen Mittwoch und Samstag von 6 bii 1/a8 Uhr; Damenturnen Mittwoch und Samstag von HS bti 9 Uhr: Knabmturncn Montag und Donnerstag von 6 bi^ l/o8 Uyr; Hcrrmlurnen Akonlag und Donnerstag von 7S8 bti 9 Uhr im.Turnsaal; U., Kleine Sperlgasse 1a.