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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-29 · Heft 220 (29.8.1919) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 220 (29.8.1919)
Date
1919-08-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 220 Wien. Freitag UpI»i >. 1 '' '■■■■ ’.J"1 u.T.i—L-'f.-j! . Parlamentarlsches. Die Fragd-S Aitpunltesöer U-b-rrMuttg des FriedtzysvertrageZ U nach nicht golöst. Msn nchnet damit, daß bis M-rgqhf#i -ndgMtzsn WriragstexteS zwischen Frsilag «nd Montag -rs-lgsn wird. Unter welchen fMneffßn Nmfiänd-n «Ser hie Unterzeichnung oder Avlehnuntz de- FriedenStzertrages entschieden werken dürfte, ist unbestimmt. OL Dr. Nenner die Entscheidung nach eigenem Ermesse« treffen wird, erscheint zweiselhastj esteht zu eewarten, baß er es aSkehnen wird, die Bsmntwmtnns allein zu tragen und ist anznnehmen, daß er vor Unterzeichnung mit den Parteien verhandeln wird. Rach MtteilnnM ans parlame.ntsrischen Kreisen herrscht dM, vor allem unter den christlich sozialen Abgeordneten die Ansicht vor, daß der TtaatSlanzler schon mit Rücksicht ans daS tzersassnngSmSßig gegebene Entscheidungsrecht der Natianalyersammlnng Über Krieg und Frieden vEst den HauptanSschnß und die Nationalversammlung befragen werde. Alwahrscheinlich wird angenommen, daß ei» Mitglied der Gtaatsregierung, in diesem Falle Vizekanzler Fink, dem Staatskanzler biß Feldkirch entgegensyhren wirb. Ob die' Nationalversammlung noch vor der Unterzeichnung des Hertrages wich Stellung nehmen können, düngt nicht zuletzt davon ab, innerhalb welcher Frist die Antwort erfolM müsse._ Politische Rundschau. Wiener Mopgsnzeitung m Kraft treten, der persischen Wgrerung Dmchgfolgender Ziele zu verhelfen: 1. Di? Revision er gegenwärtig zwischen den beiden Möchten in Kraft stehenden. Verträge, d.. Der Anspruch Verstens aus Entschädigung für materiellen Schaden, den es von den anderen Kriegführend,m .erlitten ^dai.^ 8. Die.VertchtigWg^dn Aeenze erstens an denjeniM Punkten, ws sie von " t. erachtet wird. Inaner wetteren ' ritifch, icn Parteien tür .. .. .. .jcttt der sandte fest, daß die britische Ressernng von der Regierung de« Schahs nicht die Kosten der Erkaltung der. britischen Trnvvm beanspruchen wird, die Großbritannien msolae der Ohnmacht Persiens, seine Reukralllät zu verteidigen» ge'wunM war, dorthln zu entsenden, und daß ankmerlells die persische Regierung von per britischen Regierung keine Entschädigung für irgendwelchen Schaden heaninruchen wird, welcher durch die britischen Truppen während ihres Aufenthalts guf persischem Gebiet hervorgerusen worden ist. ' . Die „Basler Raiwrialzeitung" weist auf die große wirtschaftliche Bedeutung dieseneuen. Protektorates hin» insbrsondsre, da Persien über die größten O e l f e l d e r verfüg^ waS eg mit Rücksicht ans die bald allgemr,n werdende Oelstuernng der Kriegs- und Handelsschiffe zu einem anßrrordentlich wichtigert Gebiet macht. Während die f r a n z ö l i s ch e Presse übminsiimmend heiligste Empörung über diese Mack Erweiterung Englands äußert, schreibt das genannte Schweizer $ it; „$m Interesse der Weltpwdnltion und der WeltzivMa* tian nt es. daß chaz unschäflhare Persien nicht m russische Hände gefasten ist. Die Welt bat noch jedeömal den größ'.en Nutzen daraus gezogen, wenn England ein Stück Erde kolom* flerttz« Dre englischen Kolonien bieten LebenSbedingunaen, wie Man sie in anderen Kolonien nicht findet. Genau so fönt auch der Vergleich aus zwischen England selbst und dm anderen Ländern überhaupt. England «nd Persien. Ln einem onalischm Weißbuch ist kürzlich daß englisch-persische Abkommen vom 9. August d. I. veröffentlicht worden. Das Abkommen besteht aus einem Vertrag, einem Anleihekontrakt und aus zwei Noten. Der Inhalt des Vertrages ist kurz folgender: Die britische Regierung, erneuert in kategorischester Form Wag?» vöW die, ^l nqbb Engi gkeit und Vf \tkt f 1 f»J zn achten kvtitet t.v ült wtkd der perrtschen Regtzritng auf hmn Kosten d>e- Mgen A s t a ip $ v: zur BmiWng Mm, die nach Verhandlungen zwischen den beiden Negierungen als nvtweitdig für die verschiedenen Departements der persischen Verwaltung erachtet werden. Diese Rstasbrr sollen mit geeigneten Vollmachten ansgestastet werden. Grtikel Z.) . Dir britisch« Regierung wird der persischen Regierung aus denn Kosten zwecks Ausbildung einer einlmll'chrn persi- W» SiMmackt in solchem Umfang Äff i z i e r e, WMitivn und AnsMtmgsmaierisl modernen Stils zur Verfügung stellen, wie eS von einer gemeinsamen, ans miMirischm -GgichveHcjnklgen bestehenden britisch-persischen Kommtsston für Mym wtzchtkt werden wird. (Art. 8.) . , . Di«, britische Regierung bietet sich an. der persischen Remrrung eme substmtlelle Anleihe zur Verfügung zu stellen, für welche geeignet« Sicherheiten gemeinsam hon den beiden Regierungen in den Zglleinkstnften und anderen der persischen Regierung' m Verfügung stehenden Einkauldaueklen gesucht Werden Wen-.Wt. 4.) Ditz bmtlsch» Regierung ist bereit, mit der persischen Re- GWng hinsichtlich de? Entwicklung der Verkehrswege «rfie« sowohl mit Bezug auf dm Bm » n o n E i s e nghnanA;s.üW von anderen TvanSPortwegm zusammen- Ml-Mt«. Diele.Mammenarbeit wird immer svhüngen von vn Wtersuchuna der Probleme durch SgchverstSndiae und von m Einvernehmen zwischen den beiden Regierungen bezüglich der besynberen MoMe« die am notwendigsten, nützlichsten und «AWgMgsten lem werden. (Art. 5.) Die. bewen Regierungen willigen in die sosortiae Er- «WML einer gemeinsamen Tachvtzrstündigm-Konmnssion für dj« PvUWg und Revision des bestehenden Zolltarifs ecn zwecks semer Aendrrung ans einer Basis, die mit dm legitmm Interessen Berstens übmlnst'mmt. (Art. 6.j. mt GichMZ verösskntltchie Kontrakt' Ur die m Artikel 4 vorgesehene Anlsche besirmmt, daß hie britische Regierung Persien 'n« 7p rozentjflk Anlei b« von SMUlionen f« n d ® 11«I \ n flgewiihrt, ^dje ratenweise, ruzßhlen nachdem der Mische finanzielle Ratgeber sein Amt in m angetreten hat. m einer Row des hrüifchen Gesandten P. Z. Cox an vird dieser mitgeteilt, daß Großdie jetzt abgelchlyssenm Abkommen r Äo die persische Regierung mtannim. bereit ist, wenn Der Zionism«». «r»«. m. Hfl, ^ahr 1888. Leo Pinsker. - Die ersten Kolonie«. (Schluß.) Pinskers erste Tat war es. die vereinzelten Zionvsreme z» einer Organisation iusammenzusWeyen. Er brachte nach vieler Mühe die erste Konferenz dieser Vereine in Kattowitz am hnndtttstm Geburtstag Montefivres (der'noch am Leben war^, 18. Lheschmn 8615 (6. November 1881), zusammen,^ans dem neben ih« der altrVorkümpfer der Zionsidee, Rabbiner Samuel Mohilewer, femer Dr. Lippe (Jassy, der Pionier der Bewegung in Rumänien und spötere Alterspräsident des ersten ZionistenkongresseS, der hebräische Schriftsteller David Gardon. S. P. Rabmowitsch, der Führe» der Warschauer Zionisten, Dr. Cbasanvwitsch (der Stifter der NationalbibÜothek), Dr. Mandelstamm (später ein Mitstreiter HerzlS) «nd viele andere Delegierte, insgesamt 86, teiluabmrn. Auf der Tagesordnung stand nicht nur die Frage der Orga.nifatio», sondern auch die der Unterstützung und Weiterführung der jüdischen Kolonssatwn Palästinas. Fm denkwürdigen Jahr MS waren nämlich die ersten Mischen Kolonien entsiai.den. Die gewaltig ausrührenden Ereignisse diese- JahrrS, welche das Auiflammen der Zionsbrwegung zm Folge gehabt hatten, wirkten auch erschütternd auf die studierende Jugend. Diese hatte sich zum großen Teil den russische« FreihcitSParteien angeschlosten, unter denen damals die ^Rarodnrki* besonders stark waren, deren Programm von dm Studenten verlangte, »unter das Volk zu gehen" und dort ausklärend zu wirken. Diese Theorien und das Erlebnis eines grauenhaft anfstammenden Judenhasses wirkten auf einen Teil der jüdischen Jugend umwälzend ein. Hunderte Studenten beschlossen, die Hochschulen zu verlassen und als einfache Ardeitvrpioniere nach gdez Israel z« gehen, um dort für das Die Schuld von Jabern. Dev Göttingor Historlksr Max Lshmann per- Äfentlrcht im „Berliner Tageblatt" einen Aufsatz: '„Wir uns das Maß vsrloVSN ging", in dem u anknüpfend an die berüchtigie Zubern--Affäre folgendes sagt: Wer htzM die Berichts über-die Ereignisse liest, die sich wührend 1919 in der kleinen Vogesenstsdt abspielten, glaubt van einem Irrenhanss zn hören. Ein Leutnant, hem-bas - EMick zwav die Freihevxnwürde, aber von den Gahen des Geistes nur' ein Minimum zugewandt hat, insultim nicht nur die. ihm üöertviesenm Mannschasttzn, sondern den gefsmtM Mssifchmr Volksstamm durch den beharrlichen Gebrauch eines SchimpsworteSr er Wird nicht sofort, nachdem dies ruchbar Morden,.durch Beurlaubung «der Versetzung unschädlich gemacht, sondern behält Gelsgenheit, einen lahmen Handwerker mit hem Ssibel zu traktiere!^ Des Leutnants würdig ist der Oberst, der, als ein Mrt das andere gibt, sich über die klaren Bestimnumgen des Rechts hinwegsetzt. friedliche BüMv durch militörischO Aufgebot Vorhafen und über Nacht - in einem Kohlsukeller der Kaserne eitlspervsu küßt. Eine - ungehourtz Erregung ergreift soWhl dw Beamtenschaft, die sich in ihre Rechte eiWsgrifssir sieht» wie der Bevölkerung,-die noch von der frsnzösWM' Mt W das Kard-inakgebot jedes zivilisierwu Aemeinwessns in Erinnerung hat: die militärische Gewalt Mt unter der bürgerlichen. Man wendet sich nach Straßburg; vergebens: d-sx Statthalter ist ohnmächtig gegeniiber dem kommandseronden General, der selbstverständlich für den Obersten Partei ergreift. Man wendet sich nach Berliu: 'der gerade versammelte Reichstag unterbricht die Beratung des Etats und sorhevt Rechenschaft, vergebens. Der Kriegsminister verkündet, daß die Armee ihre jugendlichen Ldutnants braucht'; Reichskanzler Bdthmanu-Hollweg verleugnet sein eigenes Werk, indem er zwar eine halbe Konzession an Recht und Gesetz macht, dann aber sich hinter das-MssinntgeMkosoPhem verschanzt, daß der Rock des Königs unter allen Umständen respektiert werden müsse. Der Reichstag er- Ideal der Medergebmt des jütztschen Volkes zu leben. Nach dm Anfangsbuchstaben ihreS biblischtn Mottos r H«uS Jakobs kommt laßt »nS gehen «* UM Jaakob nolodu wa »alcbah (Jesaja II, 6) wurden sie di« „Biln" genannt. Ihre Proklamavonm batten auch bei anderen BolAchichten Erfolg, nnd es kam zu einem Aufbruch von vielen Hunderten von Juden, nach Art jener zu Zeiten der falschen Messiüsse. Der Sammelpunkt war die Grenzstation Brodv. Es wurden vom Bilukomltee auch Drlegierte'nach Konstarimopel gesandt, um dort durch OSman Pascha, der' m Rußland 1878/79 als Krirgsgesangeuer mit den Juden bekannt geworden war. Verhandlungen mit der Psorte wegen Landankäusen anzuknüpfen. Diese tchcüerun, die Emigranten kamen in grüßte Not, die russische Regierung erließ scharte Verbote gegen die Propaganda und so brach die Bewegung zusammen. Nur ein Häussein ' junger Leute kam nach Palästina und gründet« dort unter Führung des jetzigen Direktors der Palästinabank David L e v o n 1 i » die erste Kolonie Rischon le Zion bei Jaffa (Ifi. Ab 5672 --- 80. Juli 1882). Gleichzeitig wurde voy rumänischen Juden, die unter Führung von. Lippe und Pincs zahlreiche KolonisationsktzmiteeS organisiert hatten. RoschPinah bei, Sassed gegründet und etwas water Sichren I a k o b bei Haiffa. Im selben Jahre wurden weiterhin P e t a ch T i k w a h und Wadiel Hapin (Neß Ziona) von russischen Siedlern gegründet. 1883 kam I e s s v d H a m a l a h. Nordgaliläa tpvlniscke Ansiedler) dazu. Damit war m jenen vier Gegenden, rn denen sich später die Kolonisation konzentrieren sollte: Jubäa (bei Jaffas Samaria (bei Ha>sfaV Südgallläa (bei Sasied-' Trberlas und Nordgaliläa fester Fuß gciaßt worden. 1884 wgen dre Sindrnten von Rischon nach K y t r a (Gedrrah) von dem Wunsche beseelt, eine Musterkolonie, die sich aus eigener Krall erhalten sollte, zu schaffen und im selben Jahr begründete Edmonde de Rothschild die Kolonie E k r o n (Maskereth Bathia). Rothschild hatte 1888 für die Kolonisation Interesse gewonnen und sie, die sich schon damals in einer wirtschaftlichen Krise be- 29. August 1919 _ _ gettry^ teilt ein Mißtrauensvotum, was aber Nn Dessvvnißrtep nicht hindert, im Amte zu bleiben- Eine letzte sicht eröffnet sich aus dis Justiz auch sie versagt am IS. Jänner 1914 sprechen die Straßburger Kriegs gerichw sowohl den Obersten v. Reuter wie den Leutnant Freiherrn v. Forstmr frei,, diesen, weil er in No^ wehr gehandelt. Me Aktems der Tragödie bleiben, in Amt und Würden, nur einer muß fort, der Statt- Halter von Elsaß-Lothringen, er wacht einem zuver^ lüssigen ostelbischen Junker Platz. Militarismus und Alldeutschtum. sw haben auf der ganzen Linie gesiegkr Während dieser Wochen ist in Wahrheit das ElfM soweit es sich nm seine Einwohner handelte, dem Deutschen Reiche verloren gegangen -» ehe der erste Schuß im Weltkrieg abgegeben wurde- Brünner Brief. Don unfmtn Korrespondenten. B r ün n, 27. August. Es will scheinen, als ob das tschechische Voll nicht 'den Willen hätte, die Rolle unter den Kulturnationen zu spielen, die ihm gebührt, vielmehr scheint es, daß die bürgerliche Presse der tschechischen Republik in Galizien nnd Polen das Beispiel sieht, dem das tschechische Volk nacheiftrn soll. Die Nationaldemokrat i s ch e P a r t e i, hi« aus dem Gemeindewahlkampf« geschwächt hervorgegangen ist, deren führendes Mitglied, der Täufting Dr. Wolf StranSkh, sein Mnisterportefeuitte niederlegen mußte, versucht nun aus halbasiattsche Art die Sympathie des tschechischen Volkes zu gewinnen. > Montag den 25. b. M. veranstaltet die Gewerbe-» sektion der Nationaldemokraten in Brünn eine Protest- Versammlung gegen die polnischen Flüchtlinge, die nach einem Ministertalerlaß die tschechische Republik verlassen müssen. Die Behörden wissen scheinbar nicht, wie sie sich zu diesem „Problem" zu stellen haben. Einerseits befürchten sie, durch die Ausweisung eine Intervention des polnischen Geschäftsträgers zu provozieren, andererseits sind ihnen aber die Flüchtlinge schon langa ein Dorn im Auge. Jnfslgchessen kommt ihnen eine solche Demonstrationsvtzxsammlnng sehr gelegen, weil sie dann daraus hintveisen können, daß sie der BoWstimmung Rechnung tragen müssen. Rach der Versammlung hat es sich wieder einmal daß die Teilnehmer auf die Straße gingen, um in den Rustm; „Hinaus mit den Juden! Hinaus mit den Deutschen!" und in eimm Sturm aus deutsche Firnlenschildsr und Straßmlaseln (welch letztere von der Perwaltungslommissisn, mit gewissen Bedingungen .verknüpft, gestattet wurden) ihre nationale Gesinnung zu deklürieren. Diesmal kann die Behörde nicht einwenden, das unverantwortliche Elemente, Mob und Pöbel fkandalisiert hätten, denn diesmal war es sogenanntes besseres Publikum, das in PogromstiM m un g seine Kultur äußerte. Während die tschechischen Blätter mit Kleinmut zugeben müssen, daß das Brünner Theater sogar bei der Festvorstollung >zu Ehren des Premiers Tusar -« nicht gefüllt werden bann« schassen sich tschechische Knlturttäger ans der Gasse ein Schauspiel nach dem anderen. Cs mögen aber die Behörden, es möge die tschechische Regierung dessen, sicher sein, daß wir Juden länger solche Bübereien nicht dulden werden, Wir haben nicht mehr zn bitten, wir fordern, wir heischen unser Recht. Wenn das tschechisch« Voll, das Volk eines' Havlieek, Palaeky, Masaryk und Machar. in dieser Weise sortfahren wird, so erzeugt es nicht nur Mißmut unter den Jrlden und Deutschen, es erzeugt auch Mißmut unter seinen eigenen Volksgenosse. Schon iunvm hstte, unlkrstiitzt. Die Kolonien warm nämlich mit gänzlich uuzulSnklichen Mitteln gegründet worden in einem Lande, das damals noch die unsäglichsten Schwierigkeihn aller Art bot, aus ungeeignetem Terrain, in zu kleinem Umfang mit Menschen, di« weder daS Klima, noch körperliche Arbeit gewohnt waren und von Landwirtschaft nichts verstünden. Rm die heldenhafte Ausdauer und Ovserwilligkeit der ersten Pioniere vermochte, daß ein Teck der Kolonisten aMharrte. Doch auch dieser Elite wäre rS ohne die später immer größer werdende Unterstützung Rothschilds nicht möglich gewesen, daS Werk fortzusetzen. Die Kattowiher Konferenz. 1884, schuf die Organisation der Clrowewe Zwnvereme („Montesiorwerband*), beschloß Unter» stütznngen,iür verschiedene Kolonien und wählte ein provisorisches Zentralkomitee, das die Legalisierung der Statuten bei der russischen Negierung betreiben sollte. Zn den Aufgaben des Komitees gehört« auch die Entsendung einer Delegation nach Konstantinopel zur Erzielung der Beseitigung aller Hindernisse für die Kolonisation. Hieraus geht klar hervor, daß schon damals von der Chowewe Zjon erkannt wurde, daß eine ^Jnfiltalion" Palästinas ohne Zw stmMuns der türkischen Regierung nicht möglich sei, wyS später von ihnen nicht mehr so kirr sestgehalten wurde. Dr. Pinsker wurde zum Vorsitzenden des provisorischen Komitees gewählt. Der Verlauf der Korffcrcnz, dieser Vorbotin der Zionistrnkongresse, war nicht sehr erhebend. Nur in der Eröffnungsrede Pinslers waren große Gesichtspunkte enthalten, die Beratungen zeigten nicht den Geist einer von großen Idealen getragenen Bewegung. Die erhoffte Wirkung der Konferenz rn bezug auf Verbreitung der Zionsidee blieb deshalb.aus. In e ner zweiten Konferenz, dre 1687 in DruSgenik stattfand, wurde beschlossen, ein Bureau in Palästina zwecks LandankauseS zrr errichten und eine lebhafte Propaganda zu entfalten. Dr. Pinsker machte eine AgitauoirSrcis« nach Deutschland. Im Jahre 1880 mußte er krankheitshalber dm Vorsitz niederlcgen. dlach der dritten Korrfereuz, die 1889 in Wilna abgehalten wordeit war, wurde über-

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