Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 219 (28.8.1919)
- Date
- 1919-08-28
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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. 6eÖc 2 ÄSien. Do<;r:erstag i—:———' . i.! i»>. .v r.vsi;.i-Ti ' 1 --:-:-;-;.... Politische RrmdischrM. Der VerzweiflTN«rskLMPs des rurgari-' fchen PrsWaErSt <Hriginalber!cht unseres MrdckWstek RoSpitspvitdeäkßn.) * GuS.SpSst SZrAnM. Es hat irnch einige MW KeP^t», hiS iA. iüWett Gewährsmann» Hindu insbesvnd'^rs iN sozMisnsHeR'Ausland bekannten Führer der Ükkßärischen Arbeiterschaft, zu den nachstehend wiedergegebenen Aeuß-erungen bewegen Linnte- Et hat jetzt die schwere Aufgabe auf sich genommen, die durch das ^Eindringen her Rumänen und durch den unter feindlichem Schutz bewirkten reaktionären Putsch ein wenig eingeschüchterte ArbeiW^ schaft wieder zu neuem Kampfe »yr die, sozialistische Freiheit Zn ermutigen. Der Sozialistenführer, der mit Rücksicht äus den tv^ißen Terror und das ärbMerZ feindliche Verhalten hti MltMÖÄ- «tt|t WÜHnNt ftin will, machte mir unter anderem folgende MitttilunWnr Einstiveilen triumphiert die Reaktion MM vM Schutz der rumänischen Bajonette» Mg süß Rua Mrden Hunderte von Arbeitern und Beamtest äW'deii FäßtMst ^ind Banken, aus den Geschäften Md UNeäits rücksichLs^ los. davongejagt, Khwö Hätz MM sich ist dEtt KMM der. Npternehmer übex die^ Folgen dieser Unmenschlichen Handlungsweise irgendwelche Gedanken Machest jööute.. ^och nicht genug daran, daß man ganze Familien durch die plötzlWst EntlSssüMti dM tzWger ßteisZ gibt, kvbt sich die B-öurgeöisie LUch MG dÄrist ÄNs, daß sie unterschiedslos verdisrW GswerkschRftsfühter ebenso wie bolschewikisch indifferente Arbeiter der. voM Geiste Nszas Wieder erfüllten GeherWbliM ünd drin" rumänischen Schergen ausliefert. Bis jetzt haben *wir ungefähr 10:000 Verhaftungen ist den ReiPN bkr Ms ständigen Arbeiterschaft ru beklagen, wahrend gerads die. der Bourgeoisie nahestehenden Konjuttkturpürcksitsn 'fier bolschewikischest ÄsrL Nicht UM ftei MhskMsttt, sondern sogar HaüdlanßetdieNsts fük best WtzWn Bstkök leisten- Besonders zu ZtzMgM ist biö deitt gehSnktzärkig-SN Ministerpräsidenten FsiKrich zur Last zu legestdtz Tat- . fache, daß mehr als 800 Arbeiterführer, dckruütet Garbei und Kunst, von den Rumänen NÄH d»k Dobrudscha verschleppt wurden, wo sie zur Zw angsarbetk VeHäkEtt wsvden sßllSÜ. ^itzdvich, der Günstling Erzherzog JostzH, scheint, äbßk üft diesen Deportationen Nöch Nicht MÜg KU hsSSN, dtznn die Bsr» Haftungen Und KöNzenHwkunßen in S a m M e l lü g s t rt -dauern fort. Nicht unerwähnt soll es blsiben, daß die verhafteten Arbeiter .schon äus bsr Polizei deü furchtbarsten MißhäNd kUNgSN LusgSM M LNd tagelang ohne einen Bissen Brot und ohne einen Tröpfen Wasser Hunger n und schmachten müssen. Es ist selbstverständlich,' daß diese Vorgänge in d«tt Reihen der Arbeiterschaft furchtbar« E18 i 11 « t it-n ö der« ursacht haben. Uns Führern gelingt es nur mit größter Mühe, die Arbeiterschaft vorläusitz wenigstens bok aggressiven Handlungen zurückzuhalten- Jedoch täuschen sich «die Herren der Reaktivst, w»nU sie glauben, daß die Kräfte einer solchen Massenorganisation, wis sie unsere Partei aufweist, für ewige Zeiten lshmgewgt iverden können. Wir haben die Abenteurer aus Unseren Reihen entfernt und nehmen die Arbeit im Dunste Os Sozialismus wieder auf, um Ms Vön W«em für den Kampf vorzubereiten, der deM Prölekäriat die dusch fremde Gewalt entrissenen und durch die heimische Reaktion borenthaltenen Rechte WiedeL erringen soll. BerfolSAKg -es Zionismus tn der Ukraine. Das Warschauer „Jüdische Volk", veröffentlicht interessante Einzelheiten über die Verfolgun^sn, denen der Zionismus- und seine Träger in der Ukraine von seiten der jüdischcholschewikischew Führer aus^ gesetzt sind. Der Zionismus heißt es in dieser iZchitzerung -- in der Ukrainischen Rawkepüblik Macht eins schreckliche Zeit wilder Verfolgungen Und Beschränkungen durch, die von den neüerstaÄeneN jüdischen Bolschewiken, ehemaligen BUNdisteN und Angehörigen jiWisch-, sozialistischer Parteien, hettÜhrett. Stuf einer unlängst itt Ui Ukraine ftattgtzsundenen Konferenz der' jüdischen KSMMüttlsteN WUrdS dsik ZiSiti§ntu§ öffentlich kls koNtra-bevolutiöNabe Bewegung ewklärt und beb Beschluß .gefaßt, alle Zionistischen DrganlsationLii sowie sämtliche heßtäische Schulen, die -Abteilungen des „Takbu^ usw. zu schließen- Natürlich wurden auch Ui jüdischen Gemeindeverwaltungen als bürgerliche JustitütwE liquidiert. Dis Beschlüsse diesev Könsevenz seht bet Hgupt- 'staatsanwalt der ukrainischen RäM>spuökik, Nü f e s,.mit besvirderent Eiset in die TLt UM. .NebStt seineN sönstiastt Funktionen spielt der KäMPf gegen den Zionts« MUs die Haupttolke. Bob kurzem wurdvtt itt der gvNzön --Ukraine die zionistischen Führer dekhastet. Bei Allen. Personen, VW bss Zionismus verdächtigt werben, finden Hausdurch/uchuNgtzn statt, VW NüföS selbst durchführt, ldie Besitzet bött ßivNistischeNGchristöN werden unter der Beschuldigung des Bö tremens gSg«Nrevolutionärer ÄgitätiSN Vevhüswt.. Dis Verhastettn Mweb Zionisten WUtdM dvr kurzöM Le freit. Nicht aberdie Bechüfwttn VSK GhhtSmil, WrditschtW und anderen Städten. Bezeichnend ist, baß svgar der Satz ciitcJ hebräischen Lehrbuches durch Nafes beschlagnahu.t und bcjjcat Herausgabe vereitelt wurde. Wiener Morgenzeitnng 28. August iLl9 e. 219 > ’.r J ' -r»- -- kl herNft 750.000 Mann ein. Russische MatzNahmen gegen die EttLeÜtevf?MsiVe. London, 27^ August. (Tel.-Kbmp.) Die -MsMingppft^ niöl^it indirekt ans MsSkMi»' datz diß EdiviöitegitKknß alle Vürbekeifimtzkn zum ÄHÜtze tzsaslt bU tzrgsn die SowieirepnbM zu öLwaASttde tzrotzs vöd. MtieriM MroMn ßÄvL. Ätt B efstzl Drochkii benimmt die Aushsbüng tiott 780.000 MäNnern füv die Note Atlmss; füv di ÄMiteü tll den -MM-ttsckEMM Wird vke Zmckkgsakßeit der ÄÜkster eingesShrt. 6000 englWr Flieger in Rußland. ' Der rin, 27. August. (Tel.-Komp.) Wie der ^Abend" nach einem aus WlftÄgfors stammenden B eichte meldeterklärte Tr^vtzki in einem Befehl an die Sowiettrüphenes feien englische FlisgerLtÜhpeu ist der Stärke von eiwa 606ü Ilregern in Nutzland eitttzetroffen, die in den nächsten Tagen Fliegerangriffe auf allen Fronten der SowietLruyven unternehmen sollen. Bon hem Widerstande gegenüber dxn von diesen Fliegerangriffsn begleiteten Äffenstven her soEetfeindlichen Heers rSSdde Ve» weiistr Bö stand der SoWltztvtzgrörüng ähhänM __ iriMMilrrtt Vor «; _ > ■ -; W i e u, 27, August. Der-Oberste -Rat hat dw finanziellen Ä läst sö lä sowie diejenigen Der -dis oeUtschösterreichischM MsresM ist^üMpä, ^kksr eiüßü Ml Or wirw schafivichen BestiMMüUgest des VOgMigZst FAedMsvSMcißes Mit DSutschöstevreich > genehmigt, bs HSrßt, öaH MäN ik Paris deschlossen habe» örs nlcht iitüli-^ten Böklki^gssöww die Kriegs« schuldest Ms dir MMett. Nachsolge-Laaten «kstütEch WShKstd M EnrschädignnZ DsutschösteKSich anäsblich, allein Mgen soll. Doch/sind alle dies« Meldungen nur mit. Reserve aüfzunehmen. In Ungarn däüevt die Kkise au. Btk llsukpätdr Ftledkich eMrt sitz seW für uueurtzehrNch md läßt durch dss sffizieklt MtrssPsudekiBuKsu seist« „christliche" Regierung entspreche d«S^ artig der allgemeinen Stimmung im Lande, daß es Völlig Unmöglich wäre, sie durch eine andere zu ersetzen- Die Regie beim Erscheinen von immer neuen Bsputätivuen scheint vorzüglich zu klappen —^ in Ungarn hat man sich auf theatralische Rlufss seit je gut ver- Mstdtztt VNd H>ökL Friedlich vost -Sigsnött Gttäden hält \mmt uem WsprachM- So stzgw et zu eines „Mönfterdeputatisn", er bedürfe erst ihres PerttsUvns nicht, 'denn in ihm lebe der unerschütterliche Entschluß, n'tzt zu weichen. ' Die lieben Prüder mögen zur Kenntnis nehmen, daß sich die neue. Regierung morgen konstituiere und morgen würden sich drei Minister zu Clemeneeau begeöen Und ihm sägen, ,1)aß über unser Schicksal nicht HottlpUlitiM entscheiden sollen, sondern die ungarische Nation selbst". Friedrich meint, er würde den Namen eines Berbrschers verdienen, wenn er zurücktrate und will auf jeden Fall „durchhalken". Es ist unverständlich, mt hMtzsr der immerhin originellen Politik des plötzlich. MLvWtauchM Ltstäksrö steht, und MSN weiß sticht, wis sich die GsttSttch zu der gskzktt'Oeschichts zu verhLkten gedsukk. Auch irr die Angetsgenhsit m angeblicher Entsendustg dreier Delegierter,mch Parts ist bisher lein Licht gekommen. Wensowenig ist eS klar, welch« Beziehungen zwischen Friedrich und den Rumänen beftelM. Mir diesm ist man m PariS stütz wie bür unzufrieden und der Sbseste Nst hat an Rumänien, weiches sein« Aequisititzstkn itt Ungarn ftrtsetzt, Me Mw Rote zu senden bsfchldssen, worin mitgSkeilt wird, däß diese Nachrichten einett peinlichen Eindruck Hervorrufen und btt Einstekkung der ÄdhÄisitidtten grfördert wird. Mföndeks Entrüstung nM. dtd vöUiP Mißachtung der Pätifi? KsnftzMz durch die' Niimänen füll Stzi den Am er iksnern herrschen,MAN PSNfte Dslsgätion An DtzküMNt üheö vis Hslwng öed^ MmäMN in UNfjakN VsköfftttMchM Ml, Schließlich M dek ÖvtzIM Mrtschaftsrät sHg'är zu RepMssÄ» litzN gtzßrifftn ÜNtz< m LrSftrMg tzstt LtzbsnsMiitslN und KMtzsMMriNl an .die ÄüNäMn VoWbAgtzhestd eingestellt- M'eryäM schßistSn dM MALE' die billigen ErfökO zu Köpfe Miegßst zu feist UNtz „Dsiltz LeWraph" Meldet Lütz Paris, däß SeUNrUhigeMS RSchö ritzm aus BslgHtzd und Bukarest über MMKSN» siikt in tzsr Frage der Bsrieikuntz drS Bästsrss eA treffen- Es Vetlauttfi daß Brakinn u Sie Vorschläge der Kiedestskostftrtznz üblehUt Md MM' nöttg,miL Gewalt einschMMwolle- Bi« serbische Regierung bereitet eine neue > . /- «llgeMeä« MohilisieruNg m. Asch zwischsn Rumänen und m Fr^dsns' köstfersnz wird es' zu GtzwPriZMM rsmEn, - da AuMnWn sichMch di» Bsstimmungsn m AvnMklz nMhnsn wiO, die bin Schutz der Mindsrheiren in den DzutÄM« GßhißM sichAMM sSlM- SchMßktch füll Aus BötschewiksMpumiM ist Nschmsw singe troffen seist, um den NUMänen m Frieden anzüöieten- Zu den schwtßriWst AützMn Ui ginnte könfsrenz gehört Zekanntlich auch die Lösung der Ähzeia-Frsge. Bon KAr zu Zeit Mchsu NeHststs gsn auf, dis wikfm WEN, es sei zwischen F rä ttl^ rstch und hta i i e n alles bereits in schönster Ordnung, Mr hier ist wohl de^ Wunsch des Gedankens WiM- Fn der italienischen Presse ist es über Fium seit einiger Zeit merkwürdig stM gewsrden. Um w Mr» raschsMr wirkt dis heutige Drehung, daß die . . ßiattemt Fiume täuuren i- und bti ®l&bt m Entenietruppen besetzt MMst soll. Es scheint nach altem, daß das Avriaproslsm; der Friedenskonferenz mch manche simre-Gfiintze U* reihen wird. . . Die LescherM Frage soll nach Pnagsö Meldungen demnächst Etfchiöböü wardsn. Es soll, wie es die Polsn wünschen, Me Ssttsabstimmnng stattsinden; sollte sw zugunsten Polens aus fallen, müsse dieses den Tschechen zuM-ENt« -"gelt Misse wirtschaftliche und vetkehrsPolitischL KattzefsiiSneN müchett. mlmm Die Pogromhetze in Deutschland. Dt»' Judeuhstzs bildet bet btt ungeheursn Ner^ vüsität, der geMwärtig das deutsche Volk verfallen ist, für m ganz« öffentliche Sicherheit ein» ernste Gefahr. Die MMsw ZsttschW „Lsr deutsche rät" bekßsmt sich ausdrücklich zum .Prsgramm g»- walLtüngsv Äusschreitüngen. Die ganz» Hetze soll dazu dienen, die Schuld de« Militär- Mmarilla und der Alldeutschen am Zusammenbruch GeutschlandS zu verdecken. Mau wul den tzuden, die iu m deutschen Regierung, Dipldittatiö und Geuttülttät mt dem Kriege gewiß nicht vttttsten waren, die Schuld am Kriege und an seinem unglücklichen Ausgang zu-« schanzen. Dabei knüpft man besondevs an das Märchen an, daß die ^uden dw Haupttrager der Revolution waren» man beschimpft s« zugleich als Diener des internätiottaksn Kapitals üNd als BvlschSwikStt. Di» einzig« Losmlg sA nur der PogwmantifimitiSmuS. Das Programm beS „Deutschen Nolksraws" und des mit ihm verbundenen „Nriesen-Bundes" wird dahin zusäMmengefaßt: Wir erklären ganz vssütt, dnß uns jedes Mtbel recht ist, vvn den Juden ft- .frsit zu werden und baß wir gegen Pogrom«, wenn sie ihren' Zweck erfüllen, n 1 tz t S»i n z u w e n d e n haben. Jahrelang haben wir bi« Forderung gsswttt, die Juden nicht, nur in ihren Netzten'-Ä beWänken, sondern ganz« Arbeit Machend, siehinauszubringstt. Wie gestehen auch, daß wir nur einett- Antisemitis^ M!ts, der mit ti.'1'Vcfrei'ing voilJiiden ernst Macht, für ernsthaft halten können und daß wir jeden anderen Antisemitismus nicht ernst nehmen; am allerwenigsten heut». Wir sprechen das als Pioniers aus, gleichgültig,, ob in der Horde viele noch beiseite blicken oder blöcken. Diesen unvethüllten PogvöMstimmungen steht dis Regierung ruhig gegenüber, sie wartrt wahrscheinlich Ms «itum vrgätttsiertsn Pogrom und gibt sich nt*4 bsrMzelwn Schlägereien, dis sich bereits sreigmi hübe mch nicht zuftiessn. I ti il. Französische Drimittett gegen Engiand. Anläßlich des snglisch-psrsischsu Bsriragss schreibt Wttnäx im „Echo bs Paris" unter dem „England in Porsten und Eyrien" einen Aufsatz, in dem m sich hastig gegen «England weudst. Er ässisttet sich unter anderem bis deuMch» BemerklMg, daß der anglv- Msistzs Lrakt wühl kaum zuvor dem Mlksrbirnd unterbreitst worden fei, und im Anschluß daran bis kitzliche Frager „Wann wird das Londoner Kabinett einmal aushören» VöMbund zu Mlsn, um sich dadurch bsr foimfcft Vollstreckung des Abkommens zu sntztehen, bas Vlr Grev und Pauk Lambon vor mehr att dm Jahren ttntövPichM haben, Um ein sür atteMal den f i ü n» ylstsch en Ginsluß in GürieN-zu MvikagieM? ann wird man einmal «ushören, die Wirksamkeit dieses Abkömmens im Namen des BölkerbMvsS zu hintertrerbsn» mit Begrisfön wie PünarabtsmuS, Zionismus und anderen Borwtinden undTchM» gründen?" Die Ciwrsilcht zwischen Eugkand und Frank* reich tvegtzn der Protektorate tm Orient stzeült MimRäupt' ihren Höhepunkt erreicht zu haben.