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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-24 · Heft 215 (24.8.1919) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 215 (24.8.1919)
Date
1919-08-24
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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1 Seite'8 WM» Sonntag Bo« tan GrzeugMrn Niederösterreichs erhalten wir fo gut. wie nichts, dn auch auf dem Gebiete der Preisbestimmung für Obst dir Mirale Gewalt Nur bis Hütteldvrf ober Floridsdorf reicht. Dir ftir den Wiener Markt festgesetzten Richtpreise sind wahrlich nicht engherzig bemessen und ohnehin für den Großteil der Wiener Bevölkerung viel zu hoch angesttzt. 9hm dulden tobet die Bezirksharchtmannschaften in der Umgebung WienS vnd auf dem stachen Lande Obsipreise, die um 100 biS 200 Prozent hoher als die.hier geltenden sind. In Baden, VöSlau« Witner Neustadt und anderen Städten und Sommerfrischen dürfen Kirsche» >u L 18'-, Ribiscl zu K 29*- big X 24'-, Marillen iu K 2b'"-. DirtschaftSiipfel zu X 14'— das Kilogramm vffent» kich in Läden nnd nitf Märkten verkauft werden. Es ist daher nur zu begreiflich, daß wir von der niederösirrreichischen Obsternte nichts zu sehen bekommen. ‘ Von den Nationalstaaten, dir vor dem Umstürze zum hroßm Teile den Wiener Markt versorgt haben, werden wir hener wohl auch nich^ erhalten. Die T s ch e ch o »S l o w a 1 e i hat vor-» , läufig die Obstausfuhr gänzlich untersagt. AltS Ungarn können wir infolge .des eingestellten Bahntransportes nichts erhalten. Jene Mengen, die per Wagen aus Westnugarn auSgeführt werden, wandern selbstverständlich» durch die hohen Preise gelocht, nach den vorgenannten Orten. Auch Beschlagnahmen solcher Sendungen durch den Arbeiterrat in Wiener»Mustadt stnd keine Seltenheit, Wie überhaupt jeder Wiener Händler, der Ware bezieht, Gefahr ßhtft, daß str auf dun Wege nach Wien durch dtn Arbeiterrat einer zu passierenden Station requiriert wird, was selbstverständlich auch kein Anreib ist, Obst Ar Wien unter großen Mühen z« beschasten. Für die Versorgung Wiens kommt also eigentlich imrSüd» tirol in Bettacht, das heuer auch eine gut« Ernte zu verzeichnen hat. Da aber die reichsten PrvduktionMtttn besetztes Gebiet sind, ist die Erwerbung von Obst für Wim außerordentlich erschwert und es kann nicht verhindert werden, daß große Mengen hon Obst in dm Schleichhandel kommen und — exportiert' werden. Nach langwierigen Verhandlungen ist es der Landwirtschaftlichen WarenverkehMelle gelungm, einen Vertreter nach Südtirol z» entsenden, der mit der Aufbringung von Obst für Wien betraut wurde. BtSher ist es nur gelungm, ans Südtirol kleinere Sendungen von Achseln, Birnen und Pflaumen nach Mm zu dirigieren, die derzeit daemsige Obstangebot der Wiener Märkte bilden. Die Mm Speise» äpfel sowie Dirnen und Pflaumen wmden rasch verbaust. Die Dirtschaftsäpfe^, deren Preis & 6 — und X 7.30 für das Kilogramm ist, gehen nur langsam ab. dasit für de« großen Teil der-Bevölkmmg unerschwinglich sind. .ES besteht also leider wenig Hoffnung, daß wir in diesem Jahre noch ausreichmde MmgM Obst erhalten werden. Auch die Möglichkeit, sich «ach langer, mühsamer Fahrt Obst beim Erzeuger zu erbetteln, ist durch das Ruckfückverbot, das sich auch auf Obst erstreckt, heuer nicht vorhanden. - Südslawische LebenSmittelanShUfe. Dir nächste LrbeuSmttelmiSgabe erfolgt am 9b. August von 1 bis 800, 26. August von 901 bis 1000, 27. August von 1001 bis 1800, 28. August von lööi bis 2000, SS. August dort 9001 bis 2500, 30. August von 2501 bis 3000, 1. September von 3001 bis 3500, 3. September von 3001 bis 4100. Der Preis für eine Portion beträgt zirka X 76.—. Gefäß für Fett mitbringen. AvSgobezeit von 8 Uhr früh bis 12 Ahr mittags. Abgabe von Frühkartoffel«. Montag bis Mittwoch werben im VI!., X>, Xl\r., XV., XVI, und XX. Bezirke Frühkartoffeln holländischer Herkunft, und zwar 1 Kilogramm pro Kopf ssitt 14 Tage) zum Preise von X 9.60 für daS Kilogramm, geam Abttmnung des Abschnittes *J" der Kartoffelkarte samt ollen vorhergehenden Abschnitten abgegeben. Da«erbra«tabgabe. Die Abgabe von Sauerkeaut wirp auch in der kommmdrn Woche fortgesetzt und die War« ohne Einschränkung der Menge und ohne Vorweisung einer ArrSweiskarte altgegeben. Das Kilogramm tostet 70 Heller. Abgabe von AnterzÜndbvlz. Die Abgabe von je 5 Kilogramm Nnterzündholz an ' einen Haushalt für eine Woche erfolgt in der Zeit vorn 25. bis SO. August gegm Abtrennung des AbfchmtteS 8 der MehlbezugSkarte. Preis unveränd^t. Lebeuomittelabgabcstelle der städtisch«» Auge« stellt««. Rayonterte: V» Kilogramm Mehl K2.70,12 Dekagramm Öel X 3.84» als Zubuße Eier zum Preise von X 2,30 pro Stück im gewöhnlichen Ausmaße; außerdem pro Kopf 1 Paket Zündhölzer X 1.— Reu eingelangt.: Liköre: Doppelkümmel, Altvater. Char» treufe, Allafch, Griotte, Edelrum, Kognak (Marke PeroiS stlß und Meteor). Schmierferfmersatz l» Dualität zum Preise von X 6.40 pro Kilogramm. Soweit noch Vorräte vorhanden sind Dörrpflaumen X 7.50 vro Kilogramm, Rexgläser zu Originalsabnkspreisen. Tee zum Preise von X 68.— pro Kilogramm, Sardellenseuf (Brotaufstrich) X 3.90 pro Glas, Rasierneme in GlaStiegel« V 3:60, Schürzen zum Preise von X 93.— bis X 43.— pro Stück, Kuabenanzüye X 40.— bis X 63.50, Chiffon und Zephyre zum Preise von X 20.— und X 81.—. Konsumderein von Bankangestellten ln Wiens 35. Woche. Vom 25. bis 80. Armust. Verkaufszeit v von V-.8 bis 1 Uhr und von 8 bis 5 Uhr. Montag von Nr. 1 bis 1000. Dienstag bis 2000, Mittwoch bis 8000, Donnerstag dtS 4000, Freitag über 4000. — Im Lokale l.» Schottenbaslei: Mehl. Schweinefett, MaiSgrieß alS Zubuße für Mehlrayonierte, Zircker für kalben August, Kaffeezusatz „Amador", Kinderzubußen. Franckkaffee, Salz für alle Mrtglieder. — Im Lokale i.. R o ckh g us > e: Lrauar. Maggi-, Knorr» und Graf- Suppenwürfel, Sens. Paprika, Nelken, Lorbeerblätter, Fenchel, Anis, Kümmel, Pfeffer. Majoran, Sardellen. Kognak, Rum, Mineralwässer, Marsalawein, % Liier. Marke »Florio", Flasche X 16.60, Toilettesrise. markenfrei, Leigwarrn. Mitteilungen der „Rohö". Z c n t r a l m a a a z i rt, VM., P i a r t ft e n g a s f e 19: Italienische Marmelade in Dosen» Franckkassre, Kartoffelwalzgrrrß, Maudorlatti, Slibowttz (Gefäße mttbringen.) Bon 8 bis 12 und von 8 biS 5 Uhr. - Magazin, 1. Bezirk, Nibelunamgaffe 7: Echter Himbeersaft. Puddingpulver. Kakao, russischer Tee, Seist Zwirn. Bo« 8 biS 12 Diverse Klemigkeiten _____ Sardinen. Kartoffel» nmlzarirß nnv diverse Klriniakeiten. Von 8 dtS 12 Uhr. - 1V.» X., Xk.. Xtt, xm, XVlk., xvm, XIX. und XXI. Bezirkr Geschlossen. .. . Meüer Morgenzettnng y24. August 1919 / Nr. 215 im. .lif-i—. (. . .. , ■"«"■■■■■ --—- Sport. Der neue Hakoah-Sportplatz. Das Bestreben des Sportklubs Hakoah geht feit langem )ahin, seinen Mitgliedern einen entsprechenden Sportplatz M errichten. Der Vtrem besitzt wohl seit Jahren einen Sportplatz,. >er aber äußerst ungünstig gelegen ist. rmd nicht einmal den becheidensten Anforderungen genügt. Mit fast größerer Schwierigkeit lls die BeschaffiMg des notwendigen Kapitales, gestaltet sich das Aussindigmacheu eines geeigneten Platzes. Unmittelbar vor Kriegsausbruch war der Verein mt. der DonauregMemugskömmission wegen pachtwriser Ueberlassung eines großen FloridSdorfer Grundstückes in unmittelbarer Nähe deS DammeS in Unterhandlung gestanden; doch scheiterte damals das Projekt.an dem Widerstand des Floridsdorser Gymnasiums, das aus der Wiese seine Jugendspiele abhält. Im Kriege ruhte das Bestreben, eine« neuen Sportplatz zrt errichten, - um aber in den letzten Monaten mit um sa größerer Vehemenz hervorzutreten. Nachdem alle Versuche, ein geeignetes Terrain ausfindig zu machen, gescheitert waten, griff man wieder auf den Floridsdorser Platz zurück. Dank der Unterstützung des Fußballverbandes und des Landesschulraies gelang es, den Direktor des Floridsdorser Gymnasiums zu veranlassen-, von seinem Pachtverträge zurückzutteten. Allerdings mußte die Hakoah der Schule das Recht einränmen, den neuen Sportplatz entsprechend den Anordnungen der Unterrichis« Verwaltung gratis benützen zu dürfen. Nachdem auch mit dem FloridSdorfer Sportklub, der ans der Wiese seine Wettspiele austrug, rin Uebereinkommen getroffen war, daß er in Zukunft auf dem alten Hakoahplatz gegen einen Anerken» «ungSzinS von X 60.— jährlich das Hauptbenützungsrecht bekommen würde, schienen alle Hindernisse beseitigt. Die Donau? regülterungSkommimon stellte den Abschluß deS Pachtvertrages in ällerkürzester Fnst in Aussicht. A Wie eingangs erwähnt, erfreute sich das Platzbauproiekt der regsten Förderung des Fußballverbandes, der es selbstverständlich begrüßt, wenn neue, große Sportplätze entstehen. Nun bat sich aber in den Umsturztagen in Wien der ^Verband her Arbeiter- und Soldatensportve reine (BUS) gegriiudet, deffen Bestreben dahin gehr, den Fußballverband , dazu zu zwingen, ihm berzutreten. Da der Fußballverband als unpolnische Korporation den Beitritt in eine Parteiorganisation verweigerte, vtranlaßte der ^Vas* die Vereine, ihm beizutreten, (vorläufig gehören.sie gleichzeitig auch dem Fußballverbande an), und verschrie die. welche dem Lockruf nicht Folge leisteten, ülS bürgerlich-kapitalistisch. AlS nun der ^BaS* von dem Platzbauprojekt der ^Hakoah" erfuhr, unternahm er sofort alles mögliche, um es -U hintertteibrn. Er mobilisierte sämtliche Floridsdorser Turn-, Sport- und Kinderfürsorgevereine und richtete eint Protestemgabe an die FloridSdorfer BezirkSverttrtung. Diese griff die Angelegenheit auf und dem gememsamen Kesseltreiben gelang es, die DonauregulierungSkommission zu veranlaffen, dem „Vas" den Wiesenarund zu Überlaffen. ber ihn unter seine Vereine austerlm wird. Der ^Vas erfreute Pch davei der liebevollen Unterstützung des Gymnasialdirektors, der unter Hintansetzung der Interessen seiner Anstalt sich' mit den Protestlern solidarisch erklärte. Für die Hakoah bedeutet der Verlust dieses Platzes einen schwere« Schlag. Der Leitung muß es gelingen, ein anderes Terrain aussinditz zu machen. Pflicht der Oeffentlichkeit ist es, de« Verein in diesem Bestreben zu unterstützen» denn der neue Sportplatz soll zu einer Pffegestatte jüdischer Körperkultur, zu einer Grsuudungsstätte unserer Jugend werde«. B. ISIGMUND ELSTER! Einfuhr Auifuhi* kauft und verkauft Waren aller Art WIEN, I., DOROTHEERGASSE 7 Tel» 751 ü v Telegr.-Adr.: Warex, Wien Die heutigen Fußtzallwettspiele. Heute wird in allen Klaffen die Meisterschaftssaison eröffnet, der man heuer mit um lo größerem Interesse entgegeüsteht, da der Klaffenwechset mit Ende deS SpieljahrrS 1S19/1S20 Wieder in Kraft tritt. In der ersten Klaffe wird eS gleich nm .ersten Spieltage äußerst scharfe Kämpfe geben. Rapid stößt nt den A m ateuren auf einen hartnäckigen Gegner, der dm Hütteldorsem immer viel zn schassen gegeben hat. Da aber Rapid, allen Krisengerückten zum Trotz, komplett antreten dürfte, sind seine Ausstchten nicht schlecht. Gleichwertige Kämpfe werden sich auch Rudolfsh üa el und F. A. E., Wacker tmd W. A. C. sowie W. A. F. und SimMeriNg liefern. Man kann mit knappen Siegen Rudolfshiigels. des W. A. C. und der Smrmertnger rechnen. Sehr.heiß wird, auch in Floridsdorf um die Punkte gerungen werden, wo A d m i r ü uyd die V r e n n a, die beiden neuen erstklassigen Vereine, zusammentrcficn. Obwohl die Döblinger verzwerftltt Kapererversuche gemacht haben, werden sie nur. eine verhälintsmäßig schwache Mannschaft auf die Berne bringen können, weshalb man der Admira die etwas größeren Chancen eimäumen muß. In der zweitm Klasse wird es gleichfalls sehr scharfe Kämpfe geben. Dem Sieger der heurigen Meisterschaft winkt die Erstklassigkeit, Ansporn genug zur. vollen Kräftemtfaltung. Der Hauptschauplatz der Ereignisse wird der Nvßdorser Sportplatz iei«, wo drei Meisterschaftsspiele stattstndm. Hier tritt die Hakoah gegen den N. A. C. an, der immer ein sehr schwer KU bezwingender Gegner gewesen ist. Obwohl die Hakoahner heute aus die Mitwirkung SenzetS und Molnars verzichten müssen, die noch nicht meisterschaitsberechtigt sind, werden sie die beiden Punkte doch inS Trockene brtlwrn. Urber die weiteren Spiele gibt untenstehende Zusammenstellung Aufschluß. I. Klaffe. Rapid—Amateure (Hütteldors); Wacker-W. A. C. (Me,düng). Rudolsshügel—F. A. C. Woribsdorf); W, A. F—Simmering Hütteldors); . Admira—Menna (Floridsdorf). v Der W i e n e r Srp^o r 1 k l u v tragt auf setnem Sportplatz in Dornbach ein Freundschaftsspiel gegen Herr h a au^. daS er knapp gewinnen dürfte. / - - >■:}& U. Klaffe. Hakoah-N. A. C. (Nußdorf) : Cricketer-Bewegung (Naßdorf, 3 Uhr)i Red Star—Sturm 07 (Nußdorh l/»Ö t Slovan—Ober-St. Veit (Floiidsdbri); Blue Stak—Vorwärts (Ober-St. Veit); Germania—Sportfreunde (Schwechat); . ' Donausiadt—Ottakringer Sp.-Cl. (Straßenbahnerpkatz), , Die Wettspiele beginnen, wenn nicht anders angegeben, ««^ 5 Uhr nachmittags. ' i Heute nimmt auch die Konkurrenz um den N \ t b 11 -j österreichischen Cup ihnin slnfang. In der ersten Död- - runde flnden 22 Wettspiele statt. Auf dem Hakvabplatz in Flonds* - dorf spielen um 3 Uhr H e ch a w e r und K ad i m.a, me durch Zufall gegeneinander auSgelost wurden. Die Kadimaurr dürsten sichere Sieger bleiben. Um 6 Uhr tritt Unit a s .gegen Landstraßer Amateure an, die sich nicht leicht geschlagen geben werden. , , '! Wettschwimmen 1« der Kuchelau. Heute nachmittags vei anstaltet der Wiener Damenschwimmklnb D a n u b i a in der Kuchelau (Kahlenbergerdorf) ein Prvpagandameeting. das ttnm! sehr interessanten Verlaus nehmen dürste. DaS NenmmgsergebNiS! ist glänzend ausgefallen. Es finden folgende Wettbewerbe statt' Damen: Junlören-Stafette 3X50 Meter, 50 Meter-Neu-, llngsschwimmen, 50 Metev-Miidchcnichwimmen, Stafette 3 X 5(1 Meter; II. Senioren-Rückenschwlmmen über 60 Meter, Haupt-> schwimmen über 50 Meter. — Herren: III. Senioren- Schwimmen über 50 Meter, Hl. Srnioren-BrustschwiMmen über 100 Meter, 100 Mrter-Nenlmgsschwimmen, 50 Meter-Junioren» Schwimmen, 100 Meter-Vorgabeschwimmr« (61 Nennungen!), Hauptschwimmen über 200 Meter. DaS Meeting beginnt' um 4 Uhr. Leichtathletisches Propaganda - Meotlug i«. St« PStten. Der Letchtathlelckverbauv bringt heute nachmittags in St. Pötten ein Propaganda-Meeting zur Austragung, daS dee^ Bropagiernng der Leichtathletik in der Provinz dienen soll. onkurrenzen werden aus dem Trabrennplatze durchgesührt und werben die besten Leichtathleten deS W. A. C., W. A. F., Rapid und der Vienna versammeln. j Der Sieg Simons (Var Kochba) in der Berliner Meisterschaft. Wie wir bereits berichtet haben, siegte Simon von der „Bar Kochba" im 800-Meter-Lauf der Berliner Mtistev-; schüft, die im Stadion in Anwesenheit von Über tfoOOO Zuschauern stattfand. Der „Illustrierte Sport", Berlins führendM Sportblatt,> schreibt darüber: 800'Meter-LaufeN: Nur vier Teibnehmet am Start. Von diesen nahm Mnächst Zimmer (B. T. ». Sp. Bg.) die Spitze und führte Pas Feld m scharfen Tem^ot' Er wurde .aus halbem We-'e von Nürnberg (B. S. C.) ab gelöst,' der jedoch geschlagen zurücksiel, als Zimmer und Simon (Var Kochba) zum Endspurt emsetzten. Zimmer führte noch beim Ein-/ biegen in die Schlußgerade, .fiel aber dann dem letzten Angriff des prächtig lausenden Simon zum Opfer, der bte glänzende Zeü von ll Minuten 3'4 Sekunden erreichte. ,Als Zimmer sich gr;. schlagen sah,, steckte er das Rennen auf, wodurch Nürnberg noch' aus den zweiten Platz ausrücken konnte. j Der Gportkluv Rapid spielt am 7. und 8. Srptembeti in Budapest gegen M. T. K. und F. T. C. Dir Wiener konnte«! bekanntlich beide Mannschaften in der Festwoche besiegen. Gerichtssaal. Ein Nachspiel zum Toller-Prozetz in München. Aus München wird gemeldet: Maler Johann Reichel und seine Frau Olga, die deck vielgenannten flüchtigen Mitglied der verflossenen Räleregieruug Toller vom 28. Mai ao itt ihrer Wohnung in Schwabing Aufenthalt und Versteck gewährt hatten, wo it am 4. Juni entdeckt nnd verhaftet wurde, standm Freitag vor Gericht unter.Anklage der Begünstigung. Reichel ev» klärte, erst nach Aufnahme Tollers erfahren zu haben, wen er Lei: sich beherberge. Die Beherbergung sei aus selbstlosen und rein^ menschlichen Motiven geschehen und habe weder ihm noch seiner- Fra« persönliche Vorteile gebracht. Er sei auch nicht politisch tätig gewesen und gehöre keiner politischen Organisation an. Das Urteil lautete für Johann R e i ch e l auf vier M o wa t V für Olga R ei ch el auf sechs Wochen Festungshaft. VedrvhteGeschworne. Bei dem Pneümaiikreparatevr Franz S e m r ä d in Favoriten wurden in der Nacht zum 19. Jänner 20 Autopneumatikmäntel und 26 Autoschlduche im Werte von X 15.000 gestohlen. Die Polizei erhob, daß noch in derselben Nacht zwei unbekannte Männer dje gestohlenen Sachen in die Wohnung des .Hausbesorgers Johann R i ch 1 e r, X., Herzstraße 55 gebracht und daß sie-von dort durch die Vermittlung eines gewissen Josef L ö w y verkauft worden sind. Die Gattin deS HauSbesorgrrS Fra« Mane R i ch t e r äab an, die beiden Männer seien ihr nurunter dem Spitznamen „Äschanti" bekannt. Durch ein nanunloseS Schreiben wurde der Polizei bekannt gegeben, daß der mehrfach vorbesirafteSchieferdeckerFerdknandTrojanundderebenfalls vorbestrafte Hilfsarbeiter Karl Z a m b oi S.k i m Gesellschaft zweier Komplizen den Einbruch bei Sonmab begangen haben. Die beide» wurden verhaftet Nnd hatten sich heute vor dem Schwurgerichte unter Vorsitz deS LandesgerichtSrates Dr. B-i z i st e wegen Diebstahl nnd Rrversion zu verantworten. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. -N i g g l, als Verteidiger fungierten Dr. K a p p e l .cka ch er und Dr. Kramer.. Die Angeklagten sind auch dringend verdächtig, als unmittelbare Tüter an dem großen Einbrüche in der Ferdtnandskaserne am 2. Februar mitgewirkt zu haben, doch konnte mangels ausreichender Beweise nach dieser Richtung hin eine Aüklage nicht erhoben werden. Das Ehepaar Richter und Josef Hönig werden sich wegen Diebstahlsteilnehmung in einem abgesonderten Verfahren zu verantworten haben. Bei der heutigen Verhanbümg. leuanenten die Beschuldigten, wurden aber durch das Beweis» verfahren überwiesen. Die Geschwornen bejahte« mit elf Stimmen die Schuldsragen, woraus der Gerichtshof Ferdiuand Trojan zu fÜnfJahren und Karl ZamborSki zu dreinhülb Jahren schweren Kerker verurteilte. Als Trojan das Urteil vernommen hatte, schrie er: „J.h r G a u n e r k Ihr Justiz Mörder, Ihr seid ja besoffen!^ und wollte gegen die Geschwornen loS gehen. Nur mit Mühe gelang es den anwesenden Justizwachlenieu/ den rabiaten Verbrecher aus deck Saale zu schassen.

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