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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-24 · Heft 215 (24.8.1919) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 215 (24.8.1919)
Date
1919-08-24
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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t -» Sk. 215 Men, Sonntag Bühne Md Kunft. Eine neue TheaLerkrise. ■ ,' Die Bühnenangestcllten hatten durch den Theaterral an den Direktorenverband neue Forderungen gestellt. Fm Zuge der Verhandlungen wollte der Direktorenverband bloß 25% der verlangten Erhöhung bewilligen und behielt sich vor bei eventuellen Sparmaßnahmen die' eventuellen Lohnerhöhungen abzubauen. Zur Austraauug der Differenzen sollte eine gemeinsame Sitzung: sta.tlfind'rn. Der Direktorenverband hat jedoch mit Hinweis auf .die wahrscheinliche. Ergebnislosigkeit diese Snltznng abgesagt. Der Th ea t e r r a t. versendet nun ein Rundschreiben, rn dem er feststellt, daß der Theaterdirektorenverband einen vollen Monat nckch Ueberreichung der Forderungen verstreichen lreß, um den Angestellten, cme-Antwort zu geben, und daß er-nach der ersten Beratung die Verhandlungen abgebrochen hat, em Vorgang, der üttt so mehr als Provokation arffgefaßt.werden muß, als bereits erste Versicherung wegen einer neuerlichen Sitzung getroffen worden war. Der Theaterrat lehnt deshalb die. Verantwortung tür die konMcnd.cn Ereignisse, d i e'f r ch i m Z u g e des L o h nk.a rn p f e s e r g e b e ns v l l t e n. Ab." Zu der Erklärung des Thaterrates bemerkt der Verband der Wiener Theaterdlrcktoren in seiner Gegenerklärung, daß nicht e r/, sondern der T b e a t e r r a t den Abbruch der Verhand* lungen über die Forderungen der Bühnenangestellten herbeigesührt habe. In der Zuschrift der Direktoren Hecht eswe.tcr: «Es ist unrichtig. daß eine Erhöhung der Preise infolge der vom Theaterrate gestellten Forderungen vorgenommcn wurde, richtig ist dagegen, oaA die ganzeminente Steigerung sämtlicher Betriebsipesrn den Verband der Thcaterdirektoren zu dem Beschlüsse einer Preiserhöhung zwang, bevor ,hnr die Forderung des Theaterrates noch bekannt war. Angesichts dieser Tatsachen glaubt ffch auch der Direktorenverband vollberechtigt, die Verantwortung für die vom Theaterrate im'Zuge dieses Lohnkampfes angedrohten Ereignisse abzulehnen.." __ « Aus Le« Theatern. / F r,e iljchturufführungrn Schonbrunn» „Iphigenie auf Tauris" (»weiter und dritter Akt) mit' Erika W a g n e r als Iphigenie,- P. C. T y n d a l l als Orest, Felix S t e i n b o ck als Pylades. Inszenierung: Professor Ernst L i ffi t b l a u,-wird gelcgcnil'.ch des Volksfestes in Schönbrutzst zu Gunsten der Kmdcrfürsorge am. Sormtag den 31. d. M. auf der zur-' Naturbühne gestalteten römischen R u i n e gegeben werden. Um aber diesen ersten Versuch einer Freilichtaum'chrung in Schönbrrmn auch einem intimeren Kreise zugänglich zu machen, wird eine ö f f e n t l i ch e G e n e r a lprobe am Freitag den 29. d. M., 4 Uhr nachmittags,'stattfinden, zu der auch Karten bei K e h l e n d ö r f e r und im B üh nenvererns-Kartenbureau, I., Franz Josefs-Kai 65 (Schottenringecke), erhältlich sind. ,v Der Spielvlan des Operntheaters vom 2.4. August bis inklusive 1. September lautet: Sonntag den 24.: „Lobeng r i n." (Heerruser—Herr Rudolf R a e'ck e vom Stadttheater in Brünn als Gast.) Anfang 5 Uhr. Montag den 25.:' „Die I a hreszeiten der Liebe." „D i e P r i n z e s s r n von Tragant." «Die Puppenfe e." Anfang 6 Uhr. Dienstag den 26.: „D e r E v a n g e l i m a n n." Anfang >/-? Uhr. Mittwoch den 27.: „D e r Troubadour." (Graf Luna—Herr Max S a l % i n g e r als Gast.) Anfang %7 Uhr. Donnerstag den 28.: „Mignon." Anfang %7 Uhr. Freitag den 29.: „Die Z a u b e r fl ö t e." (Pamina—Fräulein Cläre Born vom Stadttheater in Chemnitz als Gast.) Anfang %7 Uhr. -Samstag den '30.: „Der M a s k e n b a l l." (Rens—Herr Max Salzinger als Gast.) Anfang Vs7 Uhr. Sonntag den 31.; ,,T a n N h 8 u s e r" (Elisabeth—Fraulein Cläre K o r n vom Stadtlheater in Chemnitz als Mast.) Anfang 5 Ührr Montag den September: „0 » v v 1 l eriarusti** o a." er B a jaz z o." Anfang %7 Uhr. Am Wiener Ko nt ö d i e n h ä u s gelangt Donnerstag den 4. September als Sondervorstellung des Amateurklubs des Vereines „Zion" „S ch' m a Isroeil" zür Anffjihrung... Der Vorverkauf findet bei den aus den Plakaten ersichtlichen Verkausstellen statt. . . Die nächsten Erstaufführungen. Im Laufe dev kommenden Woche finden auf den Wiener Bühnen folgende E r st a u f f üh r u n g e n statt': An den Kamme rspielen: Gorkis : „N a ch t a s h l". Donnerstag den 28. August. Am D rutschen V o l k s t h r a t e r : H ü ü p t m a n n s GlaShüttenmärchen „Und Prpva t anz t", Freitag dm 29. August. Am Wiener Stadttheater: Hauptmanns „Die Weber", Freitag den 29. August. , Die nächste Vorstellung der Freien jüdischen Volksbühne findet Samstag den 30. August, 3 Uhr nachmittags, im W i e n e r B ü r g e r t h e a t e r statt. Zur Aufführung gelangt L)apid P i n s k i S Drama „I e n k e l der Schmied". . \ / r- ' 1' ■ - Gin Makart-Bild für die städtischen Sammlungen. Der Stadtrat genehmigte nach einepr Bericht des Vizebürger» Meisters Emmerling das Anbot der Firma Otto' M. Mlethke auf leihweise Ueberlaffung des im Besitze der Firma befindlichen 1 letzten großen Oelgemäldes von Makart „Der Frühling" gn die städtischen Sammlungen auf die vorläufige Dauer von fünf Jahren gegen die Verpflichtung, das Bild der allgemeinen Besichtigung zugänglich zu machen. Das Bild stellt einen Wert von K 100.000 dar. , ~ Eine Max Neger-Woche in Berlin. Im September findet in Berlin zum Gedächtnis für Max Reger eine Max Reger- Woche statt. Unter den' Mitwirkenden, von denen viele dem Meister persönlich nahe gestanden haben, befinden sich: Leo Blech als Leiter des Philharmonischen Orchesters, Claire Dux, das Klingler-Quartett,' Fritz Heitmann, Elena Gerhardt. Frieda Kwcist-Hodavp und andere. Die. Ausstellung deS Programms läßt die Absicht erkennen, die Musikfreunde bei dieser Gelegenheit mit solchen Arbeiten Negers bekannt zu machen, die bezeugen, daß der' verstorbene Meister auch für die Allgemeinheit leichter verständliche Musik geschrieben hat. Ekn Theater der Zweitausend wird in K ö l n geplant. . Es ist als Volksbühne im Sinne der Freien Bühne gedacht und soll im Rerchshallentheater sein Heim haben. Zur finanziellen Sicherheit des Unternehmens wird ein Abonnement für die Gewerkschaften eingerichtet werden. Gerechnet wird für die Spielzeit auf eine Abormenlenzahl von 5000, von denen jeder 20 Mark bezahlt, wofür jährlich zwanzig verschiedene Neuauf-. stthrungen geboten werden sollen. Das Programm soll frei von jeder.Tendenz sein Md der Volksbühne augepapt werden. Als künstlerischer Leiter ist der frühere M'.tdirektor des Deutschen Theaters in Köln,- Karl Haaß, ausersehen. Ein reiches Geschenk an das Louvre-Museum. Aus Gknf wird gemeldet: Ein Pariser Sammler namens Felix Doistan, der das Louvre-Museum wiederholt beschenkte, hat jetzt den La Gaze-Saal des Museums mit 18 alten sehr feinen Elfenbeins ch nr tzw e r k e n a u s d e r rö m i s ch e n nnd' gotischen Zeit mit italienischen B r ö n z e n und anderen alten sehr seltenen Kunstgegenstandm bereichert. Wiener Morgen Zeitung Literatur u.Wisien?chaft. Publikationen der palästinensischen Arbeiterorganisationen. Die zionistisch-sozialistische Vereinigung der palästinensischen Arbeiter „Achduth Haaivodah", die bis jetzt zwangslose Hefte unter dem Titel „,K u n L r e s" heransgab, kündigt die- Gründung eines speziellen hebräischem' Arbeiterverlages an. In der Anzeige erklärt die Organisation: „Das Leben des jüdischen Arbeiters' und sein Schaffen im Lande erfordern von ihm eine starke geistige Betätigung, die er mit Hilfe der Wissenschaft und Literatur erreichen kann. Zu dieser großen erzieherischen und aufklärenden Arbeit, zur Ermöglichung dieser historischen Aufgabe will unser Verlag verhelfen. Er will dem Leser das gute Buch bringen, das erzieherische nnd befreiende, das Buch,' das ihm zum Freund und Gehilfen im Leben werden soll." Der Verlag wird folgende Gebiete bearbeiten: / 1. Zeitschriften, Journale und zwangslose Hefte für Arbeit und Studium des Landes; 2. Die Gesellschaft, die sozialistischen Bewegungen, die Befreiung der Nationen-, Monographien und Biographien; 3. Kolonisation, Bodenfrage, .Landbesiedlung, Kooperation; 4. Naturwissenschaft, Landkunde, Gesundheitsfrage, Landwirtschaft, Hilfs- und Lehrbücher; 5. Schöne Literatur, Erzählungen aus der Welt der Arbeit und Freiheit; 6. Schöpfungen der hebräischen und allgemeinen Literatur in billiger Volksausgabe; "7. Hilfsbücher zur Erlernung 'der hebräischen Sprache für die Regimenter, Lesebücher für? Anfänger. Der Verlag wurde als Aktien-Gesellschaft gegründet. , - Ferner gibt Achduth Haawodah demnächst eine Monatsschrift unter dem" Titel, „H a a d a m a h" (Der Kosmos) unter der Redaktion von I. Ch. Brenne r heraus. Die jüdische Arbeiterorganisation m Palästina Hapoel Hazair kündigt das Erscheinen einer literarischen Monatsschrift „Maabaroth" (Uebergänge) unter der Redaktion von Jakob Fi ch mann an. Die erste Nummer, deren Erscheinen für Ende Tammus vorgesehen ist, enthält Aufsätze von Brenner? A. 'DI. Gordon, R. Benjamin, Josef Aranowitsch, Jakob Ra b i no witsch, Dr. S i f ro ni und anderen. 24. August 1919 Sette 7' —-—:-5—"~r Neue jüdische Zeitschriften. Das erste Heft der hebräischen Monatsschrift „Hadercch", offizielles Organ der „Agudas' Iisroel", ist dieser Tage im Umfange von 12 Seiten erschienen.- Die Nummer enthält n.«.Artikel von Ch. J. Ecß, T. Horowitz? B. Kruvernik, ferner Gedankensplitter von Dr. Nathan Birn-/ bäuim-7^ Untcr der Redaktion des Herrn G. Cohn erscheint seil' kurzem in Berlin eine freie unparteiische Wochenschrift in jüdischer^ - Sprache „Der Freitag". . - . - „Peter Schlemihl". Im „Bremer Tageblatt"- veröffentq - licht Gustav Peter eine sprachliche Plauderei, in welcher er auch' - auf Peter Schlemihl zu sprechen kommt. Er schreibt darüber; , „Bon höchstem Jntetrsse endlich für jeden Deutschen wird der Stammbaum von Chamissos weltbekanntem „Peter <^hlemihl^.- sein. Schlemihl ist die j i d d i s ch e Bezeichnung iiir Pechvogel und- . der wahre Erz-Schlemihl ist ein junger Rabbinerschüler, der im vierzehnten Jahrhundert zu Enns in Ocsterreichansässlg.war. Nach/ clfmonatiger Abwesenheit erhielt er die verblüffende Kunde, daß ih« seine Gattin daheim Mit einem Söhnlern beschenkt habe. Wahren^ wir heute seine Vatcrschastszwcisel nicht unbegründet finden würden, widerlegten ihm die damilrgen Rabbiner diese Gedanken -> durch die Bern!mig auf eine talmudische Autorität. Nach deren Vorgang hielten nämlich die mittelalterlichen jüdischen Gelehrten ' eine Verzögerung der Geburt bis zu einem vollen Jahre nach dev' Empfängnis für möglich. Schlemihl mußte daher als getreuer, Schüler seine Zweifel zurückstellen. Manche Zeitgenoffen aber und - vor allem die Späteren sahen diesen amtlich ab gestempelten Elfmonatsvatcr Schlemihl als einen sonderlichen Pechvogel an, dessen unsterblicher Name dann auf Leute ähnlichen Schicksals übertragen wurde.'" •- . n Büchereinlauf. «Mantelnote und Antwort der deutschen Gegenvorschläge". „Völkerbund" und Völkerbund. „Der Nolcnkampf um den Frieden". „Der Frjedensvertrag zwischen Deutsch- - land und der Entente". Deutsche Berlagsgesellschast für Politik ‘ und Geschichte. Charlottenburg. Graf Pourtaläs: „Anr Scheideweg zwischen Krieg und Frieden." — Deutsche Ver- * lagsgesellschaft für Politik und Geschichte, Charlottenburg. Zeitschrift: „Die deutsche Nation", Verlag der „Deutsche Nation",' > Berlin; Ruth Marg. Roellig: „Liane", Verlag Walter Probst< Ersleben; - M. Luserke: „Schulgemeinde, der Ausbau der neuen Schule", Verlag Fuchs, Berlin; S. Herzog : „Vergesellschaftung - industrieller Betriebe", Verlag Rascher & Co., Zürich.;; Schief Levinch e mit feiner Kalle. Dieser neu heraus- : gegebene komische Roman von Hermann Schiff, hat Heinrich . Heine seinerzeit zu folgenden Aeußerungen veranlaßt. „Alles ' was Schiff schreibt, ist gut. Dieser dumme Kerl ist ein wahres ' Genie. Er hat mehr plastische Darstellungsgabe als alle neueren Poeten zusammengenvmmen. Sem Buch ist tiefsinnig, voll sprudelnden Witzes, wahrhaft künstlerisch und — was die Hauptsache ist.— es hat das Verdienst, mich unendlich amüsiert zu haben." Pteis geb. 21.—. Zu beziehen durch R. Löwit, Buchhandlmg, Men^' 1. Rotenturmstraße 22. ' Die ErNährwg. Franz Brentano, AenigmattaS. Neue Rätsel. Dritte vermehrte Auflage. C. H. Bcck'sche- Verlagsbuchhandlung Oskar Beck. Bkiinchen 1919. Geb -6 Mk. — Nach dem Tode Franz Brentanos erscheint das Rätselbuch des berübmten Philosophen in dritter Aufiage. Es ist ein unerschöpflicher Quell der Anregung des Verstandes und der jlebung des Scharfsinns. Die verschiedenen Näisclarlcn. Allegorien, Homonpmen., Charadoidm und vor allem dre köstlichen Füllrätsel geben reichlich Stoff zum Nachdenken und vermögen nicht nur die Ge'ell'gkeit in feinsinniger Weise zu fördern,, sondern .auch dem Einsamen die Zeit in angenehmer Beschäftigung zu verirelben. /Ueber die Verbreitung des Buches erzählt Brentano selbst in seiner Vorrede zur -zweiten Austage-: „Auch auf seiner ersten Reise in die Welt hatte es eben nicht schlechtes Glück. Allerdings ist es, so viel ich weiß, nie in irgendwelchem .Blatte zur Besprechung gelangt. Aber in W i e n, wo es sich zum erstenmal in einen Buchladen wagte, machte in persönlicher Berührung einer den andern darauf aufmerksam, und so verbreitete es sich in der ganzen Stadt. Es kam sogar vor,- daß ein und dasselbe Haus es in fünf Exemplaren besaß. Zugleich verschleppte es sich von der Hauptstadt -mehr und mehr auch m die Provinz, so zwar, daß selbst im äußersten Süden, in dem halbitalreuischen Triest, eine eigens dazu gebildete Gescllschäst sich die Lösung der Räffel zur Aufgabe machte." Ein gutes. Zeugnis, das hier der Stadt Wien — im Gegensatz zu Deutschland — ausgestellt wird ’ Möge es auch in dieser Zeit, die wahriirh idyllischem Rätselspiel nicht hold ist, ferne Geltung behalten! — o — Eine hebvüifche Spra ch ges ellf ch oft. Unter dem Vorsitz des Gwßrabbiners Jakob M e i r bildete sich in Jerusalem eine Gesellschaft zur Einführung und Verbreitung der hebräischen Sprache. Die Gesellschaft, die den Namen „S"e s a t e n u" trägt, wird in Jerusalem ihre Zentrale haben und im Auslände Filialen eröffnen. Neue Werke von Oskar Banm. Der bekannte Prager blinde Dichter Oskar Baum hat ein Drama «Das Wunder" vollendet, das vom Prager Landcstheater zur Aufführung angenommen wurde. Das Stück gelangt demnächst zur Versendung an die Bühnen. Ein neuer Roman von Baum, „Die verwandelte W e l t", erscheint im Herbst, im Rahmen der Sammlung „Der neue Roman" des Kurl Wolff-Verlages kommt der Roman „D i e T ü r i n s U n m ö g l i ch e" heraus. Eine neue hebräische Tageszeitung. In Jerusalem erscheint eure neue hebräische Tageszeitung unter dem Namen „D o a r H a h o nt". 1 NEUERSCHEINUNG! I ■aaw«a*8«B*»g aus Jerusalem.! Novellen | von § zakob Mngermann. I preis L. 4.80. Zu beziehen durch R. Löwit Verlag' Wien, I., Aorenrurnrstraße 22: 160 ■UMaaascattaaaaaaaeiiaKaaainnaaaaatppaaaaciBana Der Marktbericht. iEine weit größere Anziehungskraft als die. Ausgabe des 'rationierten amerikanischen Gefrierflelsches übte gestern der V er- , k a ü f d e r K i p f l e r k a r t o f f e l n gegen Einkaufschein aus. Die Nachfrage war derart stünnisch, daß der Verkauft der überall unter Anstellungen stattfand, auf allen Märkten gegen 9 Uhr vormittags beendet war. Auch gestern forderten wieder viele Marktbesucher, die^dadurch geschädigt sind, daß sie infolge . eines Irrtums der Behörde am Donnerstag K3 pro Kilogramm mehr bezahlen mußten, die Rückerstattung des zuvielbezahlten Betrages. Auf den Marktämtern ' erhielten sie die; Auskunft, daß jene Parteien, welche, eine Bestätigung des M a r. k t v e r- . k änsers über den Einkauf am Donnerstag beibring e n können, sich an. die Ge m n s e- und O b st v e r t e i l u n g s st e l l e zu w e n d e n h ab en, ^die w i c d e r eftn eilt w?e isn n g b e h us s R ü ck v e r g ü t un g -a n d e n Großhändler ausfolgt. Es wird wohl nur dem kleinsten Teile der Geschädigten möglich fcm,# eine derartige Bestätigung von dem Der- . käuscr zu erhalten, dev ja bei der großen Frequenz der'Märkte-sich . unmöglich auf jeden einzelnen Käufer erinnern und nach Tagen noch sagen kann, wie viel er einer Partei verkauft hat, da der Verkauf , am > Donnerstag auch ohne Einkaufschein stattfand. Die - wenigem Glücklichen aber, die diese Bestätignug erhalten, müffen zeitraubende Wege imternehmen, um nach Tagen zu ihrem Gelde zu kommend Das in dieser Woche in der G r o ß m a r k t h a l l e und , in dtm Bezirken zur Ausgabe gelangende amerikanische - Gefrierfleisch war natürlich einem großen Teile der Bevölkerung viel zu teuer. Diese Tatsache ließ sich hauptsächlich in den, äußeren Bezirken und in der Großmarkthalle beobachten. Ueberdies war das ausgegebene Fleisch nicht gleicher Beschaffenheit, da nicht alle . Sendungen den Transport gleich -dt Überstauden haben. Während das Fleisch bei einzelnen Ständen so schön aussah, daß es von. frisch geschlagenem Fleisch fast nicht zu unterscheiden war, gab es. bei anderen Verkaufsstellen sehr schlecht anssehendes Fleisch/ Außer den rahonierten Fleischmengen gab es in der Großmarkt- ' Halle nur einen Restbestand von 12.000 Kilogramm amerikanischem Speckfleisch, das Fleisch von einem Kalb rmd geringe Mengen von Schaf- und Ziegenfleisch. . i .. An G e f l ü g e l standen nurkleine Restbestände zur Ver-; fügung. GänsefettzuL 90.-!- das Kilogramm war ntühelos erhältlich, da sich auf den Märkten infolge des hohen Preises ' wenig Käufer fanden. , / Mit G e m Ü sc waren die Märkte reichlich versorgt. \ Obst kam wieder nur in kleinen Mengen aus Südtirol/ Eier waren nur auf einzelnen Märkten für die Besitzer gelber Mehlbezugsscheinepegeu Abtrennung des Abschnittes 24 zu haben, da die Mitglieder von Konsumentenorgänisationen rmd - Konsumvereinen angeblich dort Eier erhalten. Viele Marktbesucher behaupten aber, daß sie schon feit Monaten kein Ei bei ihrer - Organisation erhalten,haben. . Der OSstmangel. Von Woche zu Woche hat hie Wiener Bevölkerimg gehofft,' Obst zu erschwinglichen Preisen zu erhalten, nün geht der Sommer bald zu Ende und die Wiener haben die meisten Obstsorten, deren Ernte schon beendet ist, nicht einmal zu Gesicht bekommen. - Forscht man nach der Ursache dieser Araurigen Tatsache, fo< Hort man, daß auch rn diesem Falle das völlige Versagen der staatlichen Gewalt, die Absperrung gegen Wrey schuld an dem Ausbleiben dex Obstsendnugen ist. S t e i'e r rn a r k und Oberöfterreich haben vorläufig d? e O b stausfnhr gänzlich gesperrt nnd erttärerr/ erst dann etwas ^nach Wien zu liefern, wenn her Bedarf der eigenen Bevölkerung vollkommen gedeckt ist. Auf diesen^ faktischen U e b e r s ch u ß", wie der technische' Ausdruck lautet, dürfen wir aber leider keine allzu'großen Hoffnungen setzen, da wohl schwerlich ein Bezirk, im Interesse die. - .,, Obstvxxise mr ebenen LMe zu drüben, Ueberschüüe anmelden luirbJ

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