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Wiener Morgenzeitung · 1919-08-21 · Heft 212 (21.8.1919) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 212 (21.8.1919)
Date
1919-08-21
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 212 ' Men, Donnerstag Wiener MorgenzeiLung 21. Slutfiift 1919 * Sette 5' - .. ■..»■I ■ ■ ■— ■ .- ■■■ ■.wwri*»»ii - - ' .. .... i ■ ' ■ ----- ■ 1 ■ '' .- - ' > ' Kommunales Die Ernährung. Wien vor der Kohlevkataftrophr. Debatte im Stabtrat. — Der Winter ohne Kohle. — Reduzierung dev FabriLsarbeit. — Keine Straßenbahn. — Amerikanisches KohLenoffert. / In der gestrigen Stadtratssitzung brachte Vizebürgirrneister Emmerling den Kohlenbericht zur V«r- . lesung. Im Anschlüsse darauf verwies er, daß sich die Lage von Tag zu Tag trostloser gestalte und immer dringender Abhilfe fordere. .Bezüglich ' der Holzv e r so vgun g fänden ,gegenwärtigernste Verhandlungen niit der Negierung statt, bei denen das Bild sich so gestalte, daß, wenn alle Voraussetzungen der Bringung nicht durch Widrigkeiten gestört. werden, man mit ^einer halbwegs zulänglichen Versorgung des. Küche nbrandes rechnen könnte. An dieser.! Bericht knüpfte sich eine längere Debatte, in welcher seitens der Stadträte Jse r und Dr. Kienböck das Verlangen gestellt wurde, es mögen schon jetzt zum Teile Reduktionen, zum Teile Vorbereitungen für die im Winter nach der ganzen Sachlage unausbleiblich zu getvcfttigenden Einschränkungen getroffen - werden. Von seiten desStadtrates Jser wurde die Einsetzung eines Ausschusses beantragt, der schon jetzt ein vollständiges Programm ausarbeiten möge für alle Vorkehrungen, die im Winter notwendig erscheinen werde». \ Vizebürgermeister Emmerling verwies darauf, daß schon vor Wochen festgestellt worden sei, daß eigentlich nach dem gegenwärtigen Stande der Kohlenzufuhr und des von Tag zu Tag schwindenden Vorrates es notwendig wäre, die g esamte Industrie am Montag und Samstag vollständig still zu legen, an wen übrigen Tagen lediglich sechs Stunden arbeiten zu lassen, daß fernerhin der Straßenbahnverkehr, der nur an zwei Morgenstunden gestattet werden sollte, den ganzen Tag über zum Stillstände gelangen müßte. Das wären nun Jo ungeheuerlich einschneidende Maßnahmen, daß es sehr ' zu überlegen sei, ob man sie jetzt schon treffen dürfte, oder job eS sich'nicht trotz aller Not empfehlen würde, unter Aufzehrung des eisernen Vorrates doch den Betrieb aufrecht zu erhalten, um nicht vorzeitig eine Katastrophe herauf zu beschwören. Stadtrat B r ei tu er führte aus, daß seitens der Gemeinde ^in den letzten Wochen eine rastlose Tätigkeit entfaltet und nicht dois Geringste versäumt worden sei. Es seiVlzebürgermeister Emmerling wiederholt in Prag gewesen und im Begriffe, in den nächsten Tagen neuerlich eine Reise in die T s ch e ch o - S. l o w a k e r anzutreten. Ebenso wurden Abordnungen nach Deutschland entsendet, und es sei eine Reife, an der gewählte Vertreter teilnehmen solle», in Vorbereitung. Mit den ausländischen Missionen,- insbesondere den Amerikanern und Franzosen, wurden Verbindungen angeknüpft und diese Stellen in rückhaltlosester Weise über die furchtbare Gefahr, von der Wien bedroht ist und die fast unabwendbar erscheint, in Kenntnis gesetzt. Es sind der Gemeinde Offerte , für ymerikanische Kohle vorgelegt. worden, bei denen sich ein Waggon' loko Wie» auf 1B.000 Kronen stellt, gegenüber 2500 Kronen für tschechoslowakische^Kohle und einem Friedenspreis von 240 Kronen pro Waggon. Trotz dieses ungeheuerlichen Unterschiedes, her bewirken müßte, daß eine Verfechsfachung der Tarife zur Herstellung des Gleichgewichtes notwendig, wäre, .woran natürlich nicht zu denken sei, habe die Gemeinde erklärt, daß sie die schwersten finanziellen Opfer nicht scheuen werde, Um nur in den.Besitz von Kohle zu gelangen und den Stillstand der Gas-- und Elektrizitätswerke zu vermeiden. ' - Auch auf die Gefahr einer weiteren schweren Verschuldung der Gemeinde muß Kohle beschafft werden. Der Preis ist nicht entscheidend. Komme es zur Stockung, so könnte mon der Aufrechterbaltung der sozialen Ordnung nicht mehr die Rede sein; aber schon jetzt eine Art probeweisen Zusammenbruch herbeizuführen, sei ein furchtbar .gewagtes Experiment. - ... Es wurde beschlossen, baß der Bürgermeister für die Nächste Woche eine außerordentliche Gemecknberats sitz un g einberufen werde, in der über unsere Kohle»-' situation gesprochen und Beschlüsse hinsichtlich der Versorgung der Stadt Wien und ihrer Bevölkerung für den Winter getroffen werden. Frühzeitiger Semesterbeginn an dev Wiener Universität. Der Rektor der Wiener Universität Dr. Becke hat ‘ tatt schwarzen Brett nachstehende Kundmachung anschlagen lassen: „Der akademische Senat hat in der Sitzung vom 17. Juli 1919. beschlossen, mit Rücksicht auf die im nächsten Studienjahr zu erwartenden Schwierigkeiten in der Kohlenversorgung, den Borlesnngsbeginn im kommenden Wintersemester für den l.: Oktober 1919 festzusetzen. Eine Verschiebung der Jnskriptionstermine suchet nicht statt." Die Ententemissionen greifen ein. - Wie gemeldet wird, haben sich die alliierten Missionen der Entente veranlaßt gesehen, ein« freundschaftliche Demarche in Prag und Warschau zu unternehmen, die von günstigem Erfolg begleitet war. Es kann daher als sicher angenommen werden, daß sich die Kohlenzufuhren in der nächsten Zeit erheblich bessern werden. \ in allen Pre^ianen. Reparaturen unter Garantie, Farbbänder sür alle Systeme, erstklassige» Material. Leop. Kurzer, Wien, AI., Westbahnstraße 23. Telephon.31S37. Der Kreisarbeiterrat über die Ernahrmigs-- fragen. ' Die „Arbeiter-Zeitung" berichtet über eine Sitzung des Kreisarbeiterrates,' in welcher Ernährutigssragen u»b das Rucksackverbot zur Svrache kamen: . Der.Obmann des ApprovisronierungsausschUsses Klein führte aus: Dev Arbeiterrat hat neben seiner politischen Tätigkeit vor allem die Aufgabe, auf wirtschaftlichem Gebiet zu arbeiten. Wenn gcinz vereinzelte Uebergriffe Vorkommen, so sind dies nur Kinderkrankheiten, die jeder neuen, Institution anhastey. Was das Ru cksäckverb o t anlan'gt, so ist durch dieses eine kleine Revolution ausgebrochen. Der Grund zur Erlassung des Rucksackverbotes war folgender: Die heurige^ Ernte ist, >; soweit, man bis jetzt beurteilen kann, etwas besser ausgefallen als die Ernte in den Vorjahren: . Hätten die Bauern bei der knappen Ernte des vorigen. Jahres trotz der vorgeschriebenen Ablieferungen noch Vorräte übrig, die sie im- Schleichhandel absetzten, so lag die Gefahr nahe, daß sie daß Plus der , heurigen -größeren Ernte gleichfalls in -den Schleichhandel bringen. Wenn wir das Nucksackverbot. rücksichtslos aufrecht erhalten, wird es vielleicht nur noch einen MostatX dauern,/ daß die Bauern selbst nach Wien kommen, um hier ihre. Waren zu verkaufen.. v (Wir können diese optimistische Anschauung nicht teilen, denn was soll die Bauern wohk veranlassen, nach Wien^ zu kommen? Sie werden trotz des' Rucksackverbotes stets Abnehmer sinken, die ihnen die Reise näch Wien ersparen. Von den rayonierten Lebensmitteln kann niemand leben, auch der Arbeiter nicht, und das drakonische Verbot des Rucksackverkehres chat nur eine bedeutende Eröhung der Schleichhandelspreise u»d eine Verelendung der städtischen Bevölkerung zur Folge gehabt. , Die ^Hinderung des Selbstversorgers ohne gleichzeitige Erhöhung der Rationen entbehrt jeder Berechtigung. Die Red.) Es wird inWien eine Kriegsw u cherkommission eingesetzt, die aus dem Bürgermeister oder einemvon ihm bestimmten Gemeindefunktionär als Vorsitzenden, sechs Vertretern des Kreisarbeiterrates und fünf Vertretern der verschiedenen Behörden bestehen wird. In der Rechtsprechung werden Aenderungen eintreten müssen. Während 'in früheren Zeiten Wuchervergehen nur mit Geldstrafen belegt wurden, treten jetzt allerdings schon kleine A r r e st st r cr f e n hinzu. Wir aber verlangen, daß für diese Verbrechen nur Freiheitsstrafen verhängt werden.. Außerdem aber dann noch Geldstrafen- Der Staatssekretär sür Inneres El d e r sch ergriff in der Debatte das Wort und "sagte: Der bisherige Apparat zur Bekämpfung des Krjegswuchers war zu klein. Wir . schaffen nun eine Organisation, nach welcher die Ärbeiterräte Hilfsorgane der Behörden sein werden. Was den Schleichhandel anlangt, so haben - leider die Reiche» sehr - viel Möglichkeiten, die Verordnungen zu umgehen- Nur eine größere Beschaffung von. Lebensmitteln kann den Schleichhandel restlos beseitigen. Was unsere Lebensmittelproduktion anlangt, darf man sich keiner Illusion hingeben.' Im besten Falle reicht unsere Ernte für d r e i e i n h a l b M o n a t e hin. Wir müssen trachten, unsere Landwirtschaft auf die Produktion von Vieh und Milch" einzustellen, denn Getreide können wir leichter aus Ueberseeischem bekommen. Der Wharkthericht. Der Nas ch markt war gestern Mit Grünwaren sehr gut versorgt. In emzelnen Sorten konnte wegen des reichlichen Angebotes ein k l e i n.e r P r e i s r ü ck g a n,g von 10 bis! 20 Heller beobachtet 'werden. Fisolen kosteten K 3.50, Weißkraut K 2.—, Möhren .von K 1.40 bis K 1.90, Pferdebohnen K 1.30, steirischer Kürbis X 2.—, italienische Zwiebeln sehr guter Qualität K. 3.10 pro Kilogramm. Einlegegurken notierten K 7.— pro Kilogramm. Der O b st m a r k t verfügte über 20.960 Kilogramm Siidtirolcr Birnen, 15.320 Kilogramm Achsel, 1370 Kilogramm Zwetschken und 290 Kilogramm Heidelbeeren. Der Verkehr war äußerst lebhaft. Dagegen bot die G r o ß m a r k t h a l l e ein rnhiges Bild. Zur Verfügung standen hier 3889 Kilogramm ausländisches, 850 Kilogramm inländisches Rindfleisch, Reste von Schweinefleisch und kleine Mengen von Wcichwiirstcn. Mit der Bahn sind für die Großmarkihalle vier Waggons dänisches N i n d f l e i f ch angekommen. Der Fisch in a r k t war ohne frische Zufuhren geblieben. Geräucherte Fische finden wegen ihres hohen Preises — das x Kilogramm kostet K' 20.-fast keine Beachtung. K , Auf fast allen Märkten waren gestern Eier in bescheidenen Quantitäten zur Abgabe gelangt. Begreiflicherweise vollzog sich der Verkauf unter ungeheuren" Anstellungen. Der Stückpreis betrug K 2.05. . . Obst und Gemüse aus der Tfchecho- S low akr er. Aus Prag wird telegraphiert: Infolge der zahlreichen Gesuche um Ausfuhrbewilligungen sür G ein ü s e und Q b st aus der Tschecho-Slowakei wird amtlich erklärt: Mit Rücksicht auf die hohen Gcmüsepreise im Inland konnten Ausfuhrbcwilllgrmgen für Gemüse, mit Ausnahme von grünen Zwiebeln und Wasserrüben, nicht erteilt werden. Die Obsternte in der Tschecho-Slowakei ist Heuer sehr schwach, was besonders vom Winterobst gilt. Bloß die Ernte von Frühbirnen ermöglicht eine Ausfuhr, dg diese Obstsorte in den Fabriken nicht verarbeitet wird. ' Rudolf Feldschuh, II., Praterstratze 54. Zuckerabgabe für Juli, Tee, Kakao, Schokolade, Stollwercks Zuckerwaren, Oelsardinen usw. Geöffnet von 8 Uhr früh bis 8 Uhr abends. - Mitteilungen der „Rohö". Heute Mittwoch: Zenträlmagazin, VIII., Piaristengaffe 19: Italienische Marmelade in Dosen, Franckkaffee, Kartoffelwalzgrieß, Mandorlatti, Sllbowitz (Gefäße mitbringen.) Von 8 bis 12 und von 3 bis 5 Uhr. — Magazin, I. Bezirk, Ribclungengaffe 7: Echter Himbeersaft, Puddingpulver, Kakao,, russischer Tee, Seife ohne Marken, Fleischkonservcn, Pflaumen, Zwirn. Bon 9 bis 12 und von 3 ms 5 Uhr. — II. Bezirk: Diverse Kleinigkeiten. Von 8 bis 12 und von 3 bis 5 Uhr. — III., IV., IX., X., XU., Xlll. XVll., XVIll und XIX. Bezirk: Sardellen in Oel. Kartosfelwalzgrieß und diverse Kleinigkeiten. Bon.8 bis 12 und von 3 bis 5 Uhr. — XXI. Bezirk geschloffen. W. I. W.' Samstag den 28., von V,9 bis VsH'flvün, gerade Nummern; von V9n bis V,2 grün, ungerade Nummern. Montag den 25., von Vr9 bis V,n blau, gerade Nummern; von V*U bis ys2 blau, ungerade Nummern. Dienstag den 26., von 1/s9 bis Voll rot, gerade Nummern; voU V2II bis Vz3 rot, ungerade Nummern. Mittwoch deck 27., von Vr9 bis ‘/„n gelb, gerade Nummern; von Vsll bis V*2 gelb, ungerade Nummern. ntaf$i«cn“ Größte Auswahl! Billigste Preise! 1 640 i ..Bibersirilße S. i Bühne Md Kwft. Aus den Theatery. Die nächste Vorstellung der Freien jüdischen- Volksbühne findet.ckm 30. AUgust, 3 Uhr nachmittags, int, Wiener Hlirgeriheater statt. Zur Aufführung gelangt David! P i n. s k i s Drama „I e n l b c r © dj nt t e d". In den K a m m e r s p i e l e n gelangt Dienstag denj , 26. d. M. Gorkis „Nachtasyl" mit den Damen Trebitsch, Denera,! Werner, Keller und Pohl >und den Herren Stiaßnh, Bunan,. Teubler. Rehberger. Gluth, Aslan, Edlhofer, -Forest, Goetz,i /Golthaber, Hirschfeld und Pater zur ersten Aufführung. ©Dtetteitcr1 Dr. Bernhard Reich. , Im Metropol-Theater gelangt am Samstag; um 3 Uhr nachmittags eine neue Kinderopcrette „Ein Märchen-i träum" zur Uraufführung. Musik und Text von Kamille Frhdan. Frank Wedekinds nachgelaffenes Bühnenwerk? „H e r a k l e s" gelangt am 1. September im Rahmen der' M ü n ch n e r F e st s p i e l e zur Uraufführung. .; Die Volksoper hat die Oper „M a r i a v 0 w ' M a g d a l a" des Wiener Komponisten Leo Hans zur Ur-; auffüyrung angenommen. i Richard Strauß tritt anfangs Septemb er! seinen Posten als Mitdirektor, des Operntheäters an. Er wird so--! fort die .Leitung der Proben zur „Fr auo hneSchatte n"! übernehmen. 1 -_* j Neuerscheinungett des R. Löwit-Verlagcs. Ein! . Buch, das die theoretische Zusammenfassung der Gedankengängedes Zionismus darstellt, wird in Kürze die Preffe verlaßen.- Es! betitelt sich „Kritik des Zionismus" und hat Heinrich M a r g u-j lies zum Verfasser. — „Probleme des Juden-f 1 u m s" behandelt Rafael Seligmann in seinem yleich-f nämigen Werke und gibt eine Reihe von Essays über reltgiöse,! philosophische und nationale Fragen, deren Behandlung dies Buch! in den Vordergrund des Interesses stellenwird. — Uricl B i r n-! b a u m s Schrift „G l ä u b i g e K u n st" ist da persönliche! Bekenntnis des Malers zu der tief religiösen Weltanschauung, die! aus'scinen vielbewundersten Werken spricht. — Vorbestellungen auf! die angezeigten Werke sind zu richten an R. Löwit-Berlag, Wien,, l., Fleischmarkt 1. ^_ SporL. ' . Die FutzbaLerfahrt des W. A. C. Die . Reife dcsf Wiener Athletikspörtklubs war von wenig Erfolg begleitet. Diej Wiener wurden nicht nur in München, wo sie dem Männer- Turnverein vom Jahre 1860 gegenüberstanden, 2-:'l geschlagen,- sondern auch in Innsbruck. Die dortige Auswahlmannschaft siegte über den W. A. C., der fast komplett antrat, 3:1. Die Ringsektion des Sportklubs Hakoah hat dem Sportbetrieb wieder ausgenommen- Das Training findet bis auff; weiteres jeden Samstag >ab 7 Uhr abends im JndustriellencasS',-! I., Konkordiaplatz, statt. Neuanmeldungen werden daselbst täglich, entgegengenornmen. \ -Der Stafettenlauf „Quer durch Wien" findet am v 28. September, und zwar um 11 Uhr vormittags, statt. Jede- Staffette wird aus^!5 oder 16 Läufern bestehen. Der Start be-?' findet sich beim Westbahnhof, das Ziel auf dem W. A. C.-Platzi. im Prater. .!. Das Klosiernenbnrger Schwimmeeting des W.A. C.! findet, nicht wie gemeldet am Somftag, sondern schon amj Samstag statt. j - Acht Millionen hat der Magistrat von Charlottenburgj zur Verbesserung aller Spielplätze und Anlage neuer zur Ver--. ügung gestellt. . -j Die Funskamps-Meisierschaft von Norwegen gewann! - H. Lörland (Chnstiania), der in vier Wettbewerben siegte. -Seines Leistungen waren: Weitsprung: 6'60 Meter, Speer: 55'12 Meters 200-Meter-Laufen: 23'5 Sek., Diskus: 38*91 Meter, 1500-Meter-i. Laufen 4 Mm. 52vSek. \' Friedensverwendung der „Tanks". Eine technische! - Kommission des? französischen Automobilklubs wird am 7.' und 8.' September Versuche über die Verwendbarkeit der „Tanks" als'!/ Transportmittel in den migangbgren Alpengebieten machen. . s Ein Flug Madrid—Rom wurde von dem Fliegers ', Stoppani in 1VU Stunden absolviert. ■ GerLchLssKKl. ‘ Aus Hunger Mw Diebstahl verführt. Der Fehltritt eines Studenten. Der 33jährige, nach Galatz zuständige Hörer der Philosophie-' Moritz Zloczower, hatte sich gestem vor einem Erkenntnis-;.. lenate imter Vorsitz des Oberlandesgerichtsrates^ Doktor F r a u e n f e l d wegen DiebstaW zu verantworten. ' Die Anklage vertreten durch Staatsanwalt Dr. Stelzl,' legt dem Angeklagten zur Last, in den Hörsälen der, Universität^ und der Technik an seinen Kollegen Diebstähle verübten haben- ' wobei er alles, was ihm unter die Hand kam, sich aneignete. i Daß diese Diebstähle die Betreffenden empfindlich schädigten^ folgert die Anllagebehvrde daraus, daß es sich meistens um ärmliche Summen, wie sie arme Studenten gewöhnlich für ihr kärg-- liches Leben bei sich tragen, handelte. Weiters soll als Erschwemngs^ umstand dem Zloczower, nach seiner allerdings zurückgezogenen Aussage vor dcm Untersuchungsrichter, seineachtmonatliche Kerkerstrafe in Basel, wo er ebenfalls als Hörer an der dortigen Universität weilte, gezählt werden. ' . Zloczower, der sehr verkommen und ausgehungert anssah',,, war bei der gestrigen Verhandlung geständig und mottvierte' seinen Fehltritt mit drückender Not. .Der Gerichtshof verurteilte" ihn unter Anwendung des außerordentlichen Milderungsrechtes zu acht Monaten schweren Kerkers. Zloczower nahm das Urteil weinend uns und erklärte'" ' die Strafe sofort cmzutreten.! -- - Schreit Leopold Steinhart, Wien, i

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