Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 212 (21.8.1919)
- Date
- 1919-08-21
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Np. 212 Wien. Donnerstag Wiener MorgenzerLung 21. August 1919 Sette S Noch eine neue russische Regierung. Saint-Germain, 20. August. (Korr.'-Bur.) Nach der -Hmvamt6" ist in Nordwest-Rußland ein neues provisorisches Ministerium entstanden, das die ^Unterstützung der Entente genießrn soll. MnisterpMdent ist der Millionär L i a n o s o w. Er stellt sich offiziell artf das Programm Koltschaks ein, anerkennt aber zum Unterschied von diesem die Unabhängigkeit Estlands. Die Polen Welsen die Tschechen ans. Brssn«, so. AuM. (Tel. der „Or. Morgenztg/) „Lidove .Roviny meldet aus M ä>h r t sch - O st r a u: Die Polen weisen in diesen Tagen die letzten Tschechen aus, die noch m dm schlesischen Städten D z i r d t tz. F r e i st a d t und T e s ch e « verblieben sind. Als sich die Ausaewiesenen beim Vertreter d e r E n t e n t e in Tesche« über diese Maßregel beschwerten, .wurde ihnen bedeutet, sie mögen dm Anordnungen der Behörden Folge leisten.! Die EnterrtekorrLrolle über die derttschy Finanzpolitik. Saint-Gevmam, 20. August. (Korr-Bur.) „Exeelsior" veröffentlicht ein Interview mit einem bedeutenden französischen Finanzsachverständigen, der auch bei der Friedenskonferenz eine Rolle spielt.' Er stellt fest, daß Frankreich und die Entente niemals die Absicht gehübt hätten, die ins Ausland abg^wanderten deutschen Kapitalien zugunsten des Reparaiionsionds zu beschlagnahmen. Ebenso sei keine Rede davon,daß die Entente etwa bie - Hand auf die außerordentliche Vermögensabgabe legen Wälde, die jetzt in Deutschland in Beratung stehe; wohl aber werde sie von ihrem Recht, Aufklärungen über btc deutsche Finanzpolitik z« fordern, Gebrauch machm. . Der Putsch in Oberschlesten. Berlin» 20. August. (Tel. der „Wr. Moraenzta.*) Die Lage in Oberschlcsten ist noch nicht geklärt. Der Amstano ist zum großen Teil niedergedrückt. Die 46.000 Aufständischen sind nnt Handwaffen und Müschinengewehren gut versorgt. Die Polen sollen in dm von ihnen besetzten Gebieten Geiseln ausgchoben haben. Die Deutschen werden, wmn sich dies bewahrheitet, Repressalien ergreifen. Petljura gegen die Pogrome in der Ukraine. Karnenetz-Podolsk. so. August. (Radio.) Der Ukrainische Pressedienst meldet: Der Overkommandierende Petljura hat nne Runddepesche an den Ministerpräsidenten Myrtos, den Kriegsmtnistcr und den Minister für. jüdische Angelegenheiten gerichtet, in welcher er bekanntgibt, daß sowohl er tote auch sein Armeekommando mit der größten Entschiedenheit Pogrorne gegen die jüdische Bevölkerung bekämpfen, sowie alle Gewaltmaß'nahmen, welche das Zusammenleben der Böller verschärfen könnten. Der Overkommanhierende stellt fest, daß die Juden Opfer für den ' Bau der unabhängigen ukrainischen Republik gebracht habe». Der Oberkommandierende kennt selbst Tatsachen, wie die jüdische Bevölkerung dem ukrainischen Militär Hilfe geleistet und loyal die Gesetze der republikanischen Regierung unterstützt habe. Die Feinde unseres Staates, die Kommunisten und B 0 l s ch e w t k e n, haben Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung veranstaltet, Unschuldige erschossen, Frauen und Kinder vergewaltigt und den Juden ihr letztes Hab und Gut geraubt. v Der Oberkommandierende erkennt diese schweren Opfer, welche dte jüdische Bevölkerung am dem Mar des ukrainischen Vaterlandes gebracht hat, mit der größten Hochachtung an. Der Oberkommandiercnde kennt Tatsachen, wo die jüdische Bevölkerung den ukrainischen Kranken und Verwundeten Hilfe geleistet und die jüdischen Kinder das Blut der pkrainischen Helden in dm Spitälern abgewaschey haben nur einige Kilometer hinter der Front. Der Oberkommandierende bemerkte mit Rührung die Dankestränw. in den Angen unserer Kranken obc verwundeten Soldaten für hie gute Behandlung seitens b "'er Juden. Der Oberkommaüdierende hat mit Genugtuung konu.uert, daß die Soldaten der ukrainischen 1 Armee bei den jüdischen Geschäften Wachen aufgestellt haben, um me vor.Plünderung und Raub zu beschützen. Der Oberrommandtercnde hegt die Hoffnung, daß die ukrainische Armee .endlich die Ruhe im Lande Herstellen, als anch den Schutz der gudsschen Mitbürger übernehmen wird.! . Der Oberkommandierende stellt fest, daß die Pogroma a.l t a t io n tut Rücken der ukrainischen Armee von bolschewrktschen Provokateuren geführt wird, um 'auf diese Weise die Front zu desorganisieren und den staatlichen Ausban durch unsere Regierung, zu stören.. Gegen diese Provokateure wird sowohl von der ukrainischen Regierung, als anch vom ukrainischen Militär ein ■ -unbarmherziger Kampf geführt. Der Oberkommandierende ruft falle nationalen Kräfte zum Kampfe gegen die Provokation aus -und hegt die Hoffnung, daß dies die ukrainische Regierung festigen iunrd, indem die zerstörmde Kraft des Bolschewismus gv> brachen pird. . Wie die polnische Soldateska ihre Siege feisxt, Gin furchtbvxsr Pogrom in Minsk, , Warschau, 80. August. (Del. der „Meuer Morgen« Erst jetzt erfährt man nähere Einzelheiten 'Aber den Einmarsch der polnischen Truppen in Minsk. 'Am 7. August, dem Dag« des' Einmarsches, fand ein Pogrom statt, bet welchem 82 Juden, darunter Frauen, Kinder und Greise, ermordet würben. Fünfhundert Mische Häuser und Geschäfte wurden ans« geplündert. In der Synagoge wurden drei Thora« vollem und viele Gebetmäntel zerrissen. Nach der am nächsten Tage erfolgten Ankunft des Kommandanten der polnischen Truppen und einer amerikanischen ^Kommission mit General Jadwin und Professor Gottlhar.t an der Spitze, wiederholten sich, trotz eines 'vom Kommandanten, der Truppen erlassenen Anf- >rufes gegen, die Räubereien und trotzdem die Amenfkaner in Automobilen durch die Straßen fuhren, die ^«Verfälle, diesmal aber ohne Menschenopfer. Dm Misch» Gemeinde hielt in Anwesenheit der amerikanischen Kommission ein« Versammlung ab. Nach einer längeren Rede des Generals Jadwin wuchs ein« scharfe Proteste Resolution gegen die Pogrome beschlossen. ES wurde ein juristisches Komitee ins Leben ge« 'rufen, um der heimgesuchten Bevölkerung juridische Hilfe m bringen. 60 in Minsk. verhaftete Juden wurden halb nackt und blutig geschlagen nach Wilna gebracht. Schreckliche Nachrichten kommen aus der Umgebung von Minsk. Große Judenmassen verlassen die ta und suchen Zuflucht in den Wäldern. — Nach dem Uuftuse Morganthaus an di« jüdische Vevölkevung? von Minsk,, der, wie wir berichteten, von polnt MlssK Mer die Wirtschaftliche Lage Amerikas." Das'Problem des Völkerbundes. Washington, so. August. (Tel.-Komp.) Im Meißen Kauft hat eine Konferenz stattgcfunden, bic ohne Präzedenzfall ist. Ein wörtlicher Sitzungsbericht ist sofort, der Presse übergeben werden. Präsident Wilson besprach den Friedensvertrag mit dem. Senatsausfchnffe für auswärtige Angelegenheiten. Er legte im Ausschuß in ausführlichen Erklärungen dar, daß die Wiederherstellung der normalen Bedingungen für das wirtschaftliche und industrielle Leben von der Entscheidung des Senates bezüglich des Friedensvertrages abhänge, weil dieses Problem im Zusammenhänge mit der Wiederherstellung des internationalen Lebens eine altruistische Zusammenarbeit aller Parteim und Jntereffentm erfordere. Eine Hinausschiebung würde die Gefahr für das amerikanische Volk, beziehungsweise für allenationalen Vorrechteauf die die Amerikaner Wert legen, vergrößern. Unsere vollständige normale gewinnbringende Erzeugung, führte Wilson aus, wartet auf den Frieden, unsere militärischen Pläne warten natürlich anch darauf. Wir können nicht endgültig entscheiden, wie groß die maritime und militärische-Macht ist, die wir ausrechtcrhalten sollen oder in welcher Richtung sich unsere Politik der militärischen Ausbildung bewegen wird, bevor wir nicht nur den Frieden haben, sondern bevor wir wissen, daß der Frieden aufrechterhalten bleiben wird zum Heile jeder Nation. Es gibt noch andere Schwierigkesten. Der Ueberschuß des Heeres umfaßt nicht nur Nahrungsmittel und Bekleidungsgegeustände, deren Verkauf von Einfluß auf die normale Erzeugung sein wird, sondern auch zahlreiche andere Erzeugnisse und die Einrichtungen hierfür, die ihrer früheren Bestimmung zurückgegeben werden müssen; ferner ganze Maschinenfabriken und alle Arten von Waffen, die unverwendet bleiben müssen, bis der Friede und die militärische Politik endgültig bcstumnt sind. Aus demselben Grunde kann das nationale Budget nicht unterzeichnet werden. Die Staatey, die de« Vertrag ratifiziert haben, wie G r 0 ßbrilannien, Belgien und Frankreich rönnen bereits ihre Pläne so ausbauen, daß sie die Kontrolle über'die Märkte in Zentralenropa ohne nnfere Konkurrenzdurchführen können, wenn wir nicht sofort handeln. Wir haben keine Konsularagenten, keine Handelsvertreter die unsere Interessen wahrnehmen können. Es gibt große Gebiete in Europa, deren Zukunft unsicher ist und von der definitiven Regelung des Friedens abhängt. Ohne bestimmte Marke kann sich unsere Produktion nicht entfalten, es kann keine Stabilisierung der Löhne geben, weil keine ftstgeregelten Arbeitsbedingungen bestehen. Es können keine normalen i n d u.st ri ell en Kredite bestehe», weil kns> Vertrauen in eine dauernde Wiederbelebung der Geschäfte vor-f Händen sein kann. Allo Elemente unseres , normalen Lebens warten' auf die Ratifizierung des Vertrages. Wir dürfen keinen einzigetr! Tag verlieren. Nichts steht der Ratifizienms des Vertrages im Wege, außer eittem gewisse« Zweifel Wer die Bedeutung des', Völkerbundvertrages und ich muß sagen, ich kann nicht de» greifen, warum dieser Zweifel bestehm soll« Ich will Sie daran! erinnern, daß alle bestehenden Fragen Wer den Völkerbund im' März, als ich das Vergnügen hatte, eine, Konferenz mit! Ihrer Kommission für auswärtige Angelegenheiten abzuhalten,' mit Rücksicht auf die sofortige Ratifizierung der Verfassung! besprochen wurden; der erste Entwurf ist einer Revision j unterzogen worden. Es wurde darauf hmgewiesen, daß eine N*J sondere Anerkennung der Grundsätze der Monroelehre! eingesügt werden müßte, daß besonders bestimmt werden solle, de^ Völkerbund habe kein Recht, in Sachen her inneren Politik zut entscheiden, und daß-das Recht, sich aus dem Völkerbünde zurück«! zuziehen, nicht besonders anerkannt wurde. Ferner wurde daran auS-j gesetzt, daß das VrrfaffungSrecht des Kongresses, über Krieg und' Frieden zu entscheide», nicht genügend gesichert war. Bei meines Rückkehr nach Paris sind einige Punkte von der Bölknbtmd-! kommission neuerdings geprüft worden und jeder Vorschlag dev Vereinigte» Staate» wurde angenommen. Die Ansicht der Ver^ einigten Staaten über die durch mich genannten Probleme wa« in Wirklichkeit bereits durch die Kommission angenommen. ES! bestanden keine Bedenken, klar im Texte zu sagen, was voraus«' gesetzt wurde Md was tatsächlich darin enthalten ist. Wilson sprach dann ausführlich über Artikel 18 deS Völker-, bnndvertrages, der die Frage behandelt, was im Falle einer Uneinigkeit zwischen den Mitgliedern des Völkerbundes, die zu einem- Druck führen könnte, geschehen muß und wieS darauf hm, daß in einem solchen Falle die Entscheidung deS VölkerbundrateS ein-, geholt werden müßte. Der Präsident betonte, haß die Einwanderungen und Naturalisationen zweifellos innere Angelegen-! heiten seien, über die ein internationaler Verband niemals ent*j scheiden könne. Der Ausspruch des RateS habe moralische Be-j deutung und lege moralische, aber nicht gesetzliche Der-; Pachtungen auf. Wilson hält Artikel 10 für das Rückgrat deS ganzen Der-, träges, weil darin den Mstglieder« des Völkerbundes territoriale Unantastbarkeit und politische Unabhängigkeit > garantiert wird. Ohne diesen Artikelmeinte Wilson, wäre der ganze Völkerbund nichts als ein Debattierkltiv. . f bvlschewikische Zeitung in Minsk einen sehr scharfen Artikel gegen den Zionisten Morgenthau, der mit den Worten schloß: Man muß alle Zionisten dem Henkergerichte Übergehen., Die Zionisten leben in großem Schrecken, da ihnen di« Verhaftung seitens der Bolschewiken bwht. Der polnischen Regierung ist von Anvnhtzn in Minsk nichts hekamit. Warschau, 30. August. (Tel. der »Wiener Morgenzkg/0 Nach' dem Bekanntwerden dev Vorfälle m Minsk begaben sich die Vertreter der jüdischen Presse ins Ministerium des! Innern, um dort Näheres zu erfahren, doch erklärt« man ihnen, baß dort über Vorfälle tu MtnSr nichts (!) bekannt sei. Die amerikanische Kommission, an welche die Pressevertreten sich ebenfalls um Auskunft wandten, bestätigte, daß sich in Minsk gewisse (!) Vorfälle eteignete», über welche ein Communftsuo ansgearbeitet werde. Wie die polnische Regienmg den Warschauer Jivnistenkongxeß verhindern will. ' Warschau, 20. August. (Tel. der „Wiener Morgeuzkg.^) Das Kaminskitheater in Warschau, welches den größten Sam der Stadt, besitzt, in welchem die wierte Zionisteukonferenz! tagen sollte, ist von der polnischen Regierung für di« Armee Baller requiriert worden. Die Intervention der zionistischen rganisationen und des Botschafters Morgenthau waren ergebnislos. Die polnisch« Regierung leistet sich da eine Schikane, um die Tagung der Konferenz unmöglich z» machen. Dies wird ihr aber picht gelingen. Die Vorbereitungen zur Konferenz ’ versprechen einen großartigen Werlaus. Senator Morgenthau verschiebt seine Abreise ans Polen,;i WMchav» yo. August. (Tel. der „Wr. Msrgenztg.-) Bösschaftzr Morgenthau, dev Ende drefes Monates Polen zu verlassen gedachte, hat sich entschlossen, mit Rücksicht auf die neuen blutigen Vorfälle, die eine genaue Untersuchung erfordern, feinen Aufenthalt biS Ende September auSzudehnrn. Aus Ungarn. Die Lage m Ungarn scheint keineswegs so konsolidier zu fein, wie es die Budapester offiziellen Nachrichten glauben machen möchten. Daraus weist schon der Umstand hin, daß der Zustand des S tu n d r e ch t e s, das für B u d a v.e st bereits bestand, nunmehr auf das' ganze Land ausgedehnt wurde« Vielleicht ist diese Verfügung durch die Bewegung in Westungarn veranlaßt, gegen welche die Machthabtt von Budapest mit G e w alt auftreten zu wollen scheinen. Aus den G r e n z k 0 m i t a t e n flüchten die Bewohner vor dem „weißen" Terror nach Deütschöfterreich, inOedenburg werden Masseny er Haftungen vonDentschösterreichischgesinnten vorgenommen und der Terror richtet sich wieder in erster Reihe gegen d i e I u d e n. In Italien steht man mit ungeminderter Besorgnis auf die Entwicklung in Ungar» und „C 0 r r i e r e. d e l l a S e r a", welcher die Angst nicht los wird» rS könnte sich der h a b sb yr^g is ch e S t ygt Wied» mit deutsch-magyarischer Spitze Hilde» und sich die Tschccho-Slowakei angliedern, fordert von der "italienischen Regierung die Dem en tieruu-g Ml», J.3.. den ungarischen Chauvinismus entfacht habe und will Nachweisen, daß am 7. August in Budapest die E t«s e tz u n g d e 8 S r z< Herzogs'durch die Entente beschlossen w 0 t, b c« f 11 Daß sich dir ungarische Regierung wenig ge festigt sieht, beweist auch der Umstand, dcch Man die B e r h a n d-. jungen mit deu S yziald emo traten wieder, aufnehmm will, zu welchem Zwecke G a r a m i wieder von! Wien nach Budapest reist. Die Nachricht, daß ein Teil der rumänische» Trnppe« Budapest verlassen habe, ent-' spricht natürlich nicht den Tatsache«. Die Wahlen in Ungar«. VuMest, 80. August. Mng. Der.-Lvry.Mr.) Heute hat' ein Mtnisterrat stattgefunoen, der sich mit der Frage \ der Wahlen zur Nationalversammlung befaßte. Der MÄister-, rat hat beschlossen, daß die Wahlen um den 80. September I stattfinden sollen. In Angelegenheit de« Dttrchführung der; Wahlen wird de« MutsterPMidchtt mit den Sntentemissiymni verhandeln. ■; Französische EnthMnn^en über Erzherzog Sntttt-GenMn, 30. August. (Kott.-Vm.) De« „Demps" äußert sich im Leitartikel neuerdings sehrl mißtrauisch Mer die Person und die Wiftk des Erz^ Herzogs Jvsef, der, wie bas Blatt erwähnt, ursprünglich am Heutigen Stephanstage von ftinr« O ffizieren zum König von Nngarn gekrönt werben sollte, welcher Plan aber falkew gelassen worden sei. Das Blatt schreibt, haß der Er^ Herzog vor allem Zeit, Geld rmd'Freunde zu gewinnen^ suche. Es sei dis Frage, ob die Alliierten genau Lbdri die Verhandlungen unterrichtet wären, die zwischen' der Oefterreichisch-ungarischM Ban? und den Bevollmächtigten des >ErzherzogS in Wien geführt würden.' Seim militärischen Kräfte seien nicht sehr stark, aber' er verfüge nach den letzten Nachrichten immerhin über, 12.000 bis 14.000 Mann, für bie er von den Alliierten Waffen verlange. 1 : ■ 1; Das Blatt schreibt weiter, daß' man in S&te« und' auch anderwärts die Pariser Politik gegenüber dem Erzherzog mit Mißtrauen boobüchbe und baß man den Alliierten ein Programm zuschreibe, das angeblich zunächst zu einer Bestätigung des Erzherzogs als KöniK von Ungarn und dann. zu einem ähnlichen Vorgehen in Oesterreich, also zu einer Neuschaffung Oesterreich- Ungarns führen solle. Diese Nachricht müßte« energisch dementiert werden. Die Beharrptung, daß may in Paris über dis Dvuauföderationberate, sei der Wahrheit entgegengesetzt. Die franzSfische Regierung habe niemals gerächt, daß tiv&Donaukonföderatioir möglich oder wünsche^swert sei, und arbeite in keiner Weise, weder direkt noch indirekt, für «ine solche Komvinattou. , , Was die Regierung des Erzherzogs Josef betreffe^ so mische sich die Entente zwar nicht in die innere«! AngelegenheiiLn Ungarns, wünsche aber, daß bic dortige' Regierung wirklich den Volkswillen vertrete- Nur mit! jflw. ..Sst: MW»