Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- Heft 210 (19.8.1919)
- Date
- 1919-08-19
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 , apOCV. ~*!V< Wien, Dienstag Wiener Msrgenzeitung Die deutsch-westungarifche Frage im Hauptausschuffe. - W^r e n, 18. August. , Die Nachrichten aus Deutsch-Weftungarn, die von beinern Terror der Budapester Machthaber gegen die Deutsche Bevölkerung, die den Anschluß an Deutsch- Dsterreich wünscht, Zu melden wissen und die gestern sbekannt gewordene Protestnote der Budapester -Regierung in Angelegenheit Deutsch-Wüstungarns hat nn hiesigen politischen Kreisen allgemeine Beachtung ^gefunden. Mit dem drohenden Konflikt befaßte sich fauch der Hauptausschuß der . Nationalster-. Sammlung, der in einem __ an die Deutschen Mestungarns gerichteten Manifest die Stellung unserer ^Regierung zu' dem Konflikt genau präzisiert. Der Mreit um Westungam wird hoffentlich zu keinen Weiterungen Zwischen Deutschösterreich und Ungarn jführen, da ja die Pariser Konferenz auch diese Frage sin kürzester Zeit destnitiv lösen muß. , *!' Der HauviauSschnß bicl^ heute nachmittags inttcy Vorsitz!des Präsidentrn Seit? eine Sitzung ab, bei* die Mitglieder des |$abinctt§ und uir das Staatsamt des Aeußeren Gesandter!Jp p nt zugezogen waren. Gegenstand der Verhandlung bildete' jdie wesUmgarische Frage. Die Staatssekretäre E l d e r sch? und iDr. B r a t n s ch erstatteten Ineritber einen eingehenden Bericht, stmter anderem auch über den Emvfang einer heute erschienenen sDeputation der deutsch-westungarlschen Bevölkerung, die von der eutsch ö ft erreich es ch e n Regierung dringend die Sicherung des Landes ». urch Organe Deutsch ösierreichs verlangtbat. Die Frage wurde einer!sehr hingehenden Disknssion unterzogen, worauf der Hauptausschuß tcinstimmig den Beschluß faßte, ine Note des Staatskanzlers iDr. Renner vom 14. August 19i9, m der er den Obersten!Rat der.Bcrbündcten in Paris ersucht hatte, einer Besetzung ÄLestungarns durch dentschösterreichnche Sich erb eftSorgane zu- Mstlmmen, genehmigend zur Kenntnis zu nehmen und namens 'Deutschösterreichs an die Bevölkerung Deiüsch-Westungarns jeinen Ausruf zu richten, . für dessen Massenverbreitung zu prgen ist. ®et Ausruf des Hauptausschusies an die Deutschen Westungarns. ' Entsprechend dem Beschlüsse des Hauptausschuss cs der ^Nationalversammlung wurde .an die Bevölkerung Deutsch-West- >Ungarns folgender Aufruf erlasien: Deutsche Westungarns! Seit altersüec haben Kaiser und Könige ganze Länder mit idem Schwert erobert, ganze Völker als Heiratsgut verschachert, Aber Länder und Völker verfügt, als wenn die Länder ihr Erbgut -und die Völker Viebberdeu wären! Heute, in unserem Zeitalter der Demokratie, ringt ein -anderer Gedanke um Geltung. IedesVolksoll s e l b st fb r st i m m e n, zuwelche m St aate e § gehören!w i l l! Das nt die große Forderung des S e l b sich e ft i m rn u n g s r e ch t es der Volke r, die tragende 'Grundforderung der Demokratie! - d. Die Slowaken Ungarns haben sich mit den Tschechen Böhmens und Mährens, die Rumänen iLiebenbürgens mtt den iRumäncn des Königreichs Rmnäirien, die Südslawen Kroatiens mnd des Banats mit den Südslawen des Königreiches Serbien ^vereinigt, nur die Deutschen Ungarns sollen sich mit den Deutschen außerhalb der alten ungarischen Grenzen nicht vereinigen dürfen; -nur sie sollen auch m Znkunst dem magyarischen Staat untcriworsen bleiben! Allen Völkern Ungarns das!S e l b ü b e st i m m u n g s r e ch t, n u r d en D e u t s ch e n w ich t! Darin, daß sie den Deutschen Ungarns das Selbstchestnnmuugsrecht verweigern, sind alle ungarischen Regierungen gleich! Darin bestand und besieht zwischen T i s z a und f.K a r o l y i, zwischen B e l a K u n und dem Erzherzog A o s e f kein Unrcrschred!! , Dem gegenüber verlangen wir auch für die deutschen Geriete Ungarns das volle, uneingeschränkte Selbstbestimmunasrecht. Db die deni'chen Gebiete Wesinngarns zum ungarischen'Staat, dem sie bisher unterworfen waren, oder zu Dentschösterreich, mi dem sie die Gemeinschaft der Sprache und des Blutes, der @tttc mid der Kultur verbindet, gehören sollen, darüber soll nicht"di^ ungarische Regierung in Budapest, nicht die dcutschösterreichisch^ Regierung m Wien, nicht der Rat der Sieger in Paris ent* scheiden, sondern das deutsche VolkWest Ungarns selbst! - Man sagt euch, daß Deutsch Österreich , Deutsch-Westnngarn anneküeren, wolle. Das ist nicht wahr! Die deutschösterreichische Republik will niebt Deulseh-Westnngarn erobern, nicht annektieren, sie verlangt für Denksch-Lbesiungarn nnr das Selbstbesiimmungsrecht; nur d a s R e ch t s e l b st entscheiden, o b e $ z u Dentschösterreich oder z n U u g a r it g e- .h ören will! Darum verlangen wir, daß Deutsch-Westungarn das Recht bekomme, durch sreie, unbeeinflußte B o l k sahst r m m u n g unter neutraler Kontrolle s e IB ft u entscheiden, wohin es gehören will! Die u n g a rische Regierung will euch mit allen Mitteln der Gewalt und des Zwanges bei Ungarn halten. Die d e u 1 s ch ö ft e r r e i ch r s ch e Regierung dagegen k'ämpst sür eure Freiheit, für euer Recht, als freies Volk selbst zu entscheiden, welchem Staate Ihr zngehören wollt! .Die deiuschvstsrreichische Regierung wird euch dieses Recht durchsetzen. In wenigen Wochen werdet Ihr darüber a b st i m m c n, o b Ihr zu Ungarn oder zu D e.u t s ch ö si e r r e i ch g e h ö r e n wollt! 'Wie werdet Ihr entscheiden? In Ungarn hat nran euch die magyarische Sprache cmfzuzwingen versucht. , In Ungarn wäret Ihr eine kleine deutsche Minderheit in einem magyarischen Laude. Wohl versprechen euch die Magyaren. jetzt-, da sie in Not sind, die Autonomie; aber Ihr' wißt, was Ihr von solchen Versprechen zu halten habet! Sobald die Magyaren erst eueres Landes sicher sein werden, werden sie euch die Autonomie dann nicht wieder nehmen, euch wieder von Budapest ans beherrschen? Anders bei uns! Dentschösterreich ist e i n B u n d freier Länder. Euer Land wird den andern vollständig gleichberechtigt, ein besonderes Land mit eigener, auf G r u n d d e s v o l l k o.m m e n st e n d e m o k r a t i s ch e n Wahlrechts gewühlt eit L a n d e s v e r sammln ng u n d eigener, vonderLandesversamml'ung gewählter Landesregierung bilden. Dentschösterreich steht fest auf dem Boden der Demokratie, der Selbstregierung des ganzen Volkes auf der Grundlage der vollen Gleichberechtigung aller Staatsbürger ohne Unterschied der Klasse, des Standes, des Glaubensbekenntnisses. Auch die nationalen Minderheiten, die in eurer Mitte leben, die Kroaten und Magyaren, werden hier innerhalb unseres deutschen Landes vollständige staatsbürgerliche Gleichberechtigung, gesichertes Recht auf den Gebrauch ihrer Sprache in der Schule, im Amt und im öffentlichen Leben finden! All das überleget, Deutsche Westungarns. Staaten, die das Schwert zusammenerobert oder FürstenwiUkür zusammengeschachert hat, können zerfallen. A b e r V ö l k e r s i n d ewig. Fest gegründet ist darum nur d er Staat, der ans die Gemeinschaft des Volkstums, der Sprache, des Blutes und der Kultur gegründet .ist. Die Slowaken geben zu den Tschechen, die illumänen gehen zu Rnmänien, die Südslawen gehen zu dem neuen südslawischen Staat -7- Ihr, Deutsche Wetznngarns. vereinigt euch mit eueren deutschen Brüdern in DeutschÖsterreich! Mit, leidenschaftlicher Teilnahme verfolgt Deutschösterreich euer Geschick, eure'Leiden. Schmerzlich haben wir es ertragen, daß die Macht der- Sieger uns nicht erlaubt hat, euch in der Stunde eurer Rot zu Hilfe zn eilen. Jetzt aber n a tz t d i e S tu n d e e ur,er Besre in ng: Unsere Friedens- - delegation wird euch das Recht erstreiten, durch freie Volksabstimmung über eure Zukunft zu entscheiden. In wenigen Wochen werdet Ihr. abstimmen, werdet Ihr als freie deutsche Männer und, Frauen selbst durch eure freie Willenskundgebung die Vereinigung Deutsch-Westungarns mit Deutschösterreich vollziehen! . Geduld! Es kommt der Tag, da wird gespannt Ein'einig Zelt ob allem deutschen Land! Gründen nicht geschehen, aber den Kaiser pverdwß dies, er ließ den Wagen halten und. befahl Wismarck, auszusteigen. Der wahre Grund ihres Zerwürfnisses war aber eine Sache, deren historische Befdeutung inan erst jetzt, zur Zeit des Weltkrieges, er- : ikannt hat. Bismarck wollte einen Bund zwischen ^Deutschland und Oesterreich und gleichzeitig einen Bund Zwischen Deutschland und Rußland, um von alten Seiten gesichert zu sein, vor allem vor Frankreich — und der ijuuge Kaiser hat diese Politik jedesmal aufs neue durchkreuzt und hat mit seinen eigenen Händen Rußstand in die Arme Frankreichs getrieben. Der Kaiser aber hatte sich die Devise zurechtgelegt: „Wer sich -mir entgegenstellt, den zerschmettere ich", ferner: Mo will ich, so beseht ich", und: „Des Kaisers Wille ist das höchste Gesetz" — und so hat er denn Bismarck zerschmettert. Am 18. März 1890 mußte der 'große Diplomat in den Ruhestand treten, drei Tage später beging Wilhelm die große Klugheit und hielt eine Rede über ein Bündnis mit England. Und noch ein ^venig später und — der Bund zwischen Frankreich nund Rußland war geschlossen.!' Aber Wilhelm II. begnügte sich mit diesem einen Klugen Schritt nicht. Er vollführte in seinertiefdiploßmatischeu Weisheit eine neue Tat: er arbeitet mit allen ^Mitteln darauf hin, auch zwischen England und Deutschsland Feindschaft zu begründen. Und es ist ihm, Gott jiet Dank, gelungen. Als ein englischer General im Jahre jil895 den Versuch machte, mit .800 Mann die Buren zu überfallen, und dann gezwungen war, mit dem Burenjtzeneral einen Waffenstillstand zu schließen, konnte Wilhelm nicht umhin, der Burenrepublik seine heißen Glückwünsche zu telegraphieren. Dieses Telegramm machte in England sehr viel böses Blut. Das offizielle Blatt 'der englischen Regierung schrieb: „Das englische DoK ffvird dry'es Telegramm niemals vergessen." Der kluge Naisev hat sich aber auch! damit nicht begnügk. Er machte, seine Reif« nach Jerusalem und hielt in Baalbeck eine, seiner tausend überklugen Reden, in welcher er der. Mohammedanern sei und daß der Sultan AbdulHanrid der wahre Erbe des Propheten ist. — Und Frankreich, Rußland und England, haben mit einem Male verstanden, daß sie alle drei Verbündete werden und sich sehr vor Deutschland hüten müssen. Und dann kam die dritte Weisheit. Zehn Jahre lang haben deutsche Diplomaten gearbeitet, nnr den schlechten Eindruck ’ zu verwischen, den Wilhelm der Weise mit seinen Taten gemacht hat, da ließ Wilhelm plötzlich' im „Daily Telegraph" im Jahre 1^08 einen Artikel drucken — und das Unglück war fertig. Wilhelm wollte mit diesem Artikel eigentlich nur betveisen, daß er nicht nur ein gewaltiger Redner, ein Dichter, ein Malier, ein Musikant ist, sondern auch ein großer Publizist. Mer heraus gekommen ist noch etwas anderes. Er hat darin Geheimnisse über geheim« Abmachungen zivischen Frankreich! und Rußland ansgeplaudert und hat damit England, China und Japan zu tiefst aufgebracht und erbittert. Ganz Deutschland wurde damals ausgerührt. Der Reichstag forderte von dem Dreimalweisen Rechenschaft, der damalige Reichskanzler wollte seine Demission geben. Die Folge war, daß der Kaiser im „Reichsanzeiger" eine öffentliche Erklärung abgeben mußte, daß er sich nicht mehr in Angelegenheiten, für die er nicht zuständig ist, ohne Erlaubnis' seines Kanzlers einmischen werde. Aber dies alles. war schon ^zu spät. Eduard VII. und Nikolaus II. waren inztvischen schon in Reval zusamntengekommen. Denkt Wilhelm II. an all dies, wenn er in dem einsamen Park des stillen holländischen' Schlosses spazieren geht? Erinnert er sich, was er altes getan hat in diesen dreißig Jahren? Weiß er, was er aus seinem Deutschland gemacht hat und aus dem großen Erbe, das Friedrich der Große und Bismarck ihm hinterlassen haben? Und was er aus der ganzen Welt gemacht ha.^ weiß er ■ das? Ist er schop so sehr Mchter .über' sich selbst, daß B' garnicht mehr aus fine formest G«- /^'Ktsverhandlung'anzirkommen braucht? - ■■ v 1 19. August 1919 Nr. 210'- Telegramme. Czernin gegen Polzer. Wir .erbalten vom- Minister des Aeikßerna. D. ■ Ottokar Czernin aus Grundlsee folg-nde Depescke: - „Herr Polzer. leistet dem Ex-Kaiser Kart einen ' sehr schlechten 'Dienst, indem er die Verhaitdluugen - mit Prinz Sizftns uiiö die Brrefaffäre neuerlich an das Tageslicht zerrt. Ich habe niemals geleugnet, daßich Verhandlungen mit dem Prinzen Sirtns gebilligt, gewünscht und. selbst geführt habe, und ich habe selbstverständlich di« volle Verantlvortung für alles das, was ich selbst dem Prinzen gesagt, sowie sür das, was ihm/' mit meinem Wissen von anderer Seite gesagt wurde^e übernommen. Hingegen habe ich die Perantivortung) für Mitteilungen und Zusagen an den Prinzen, welche? ohne mein Wissen und hinter meinem Rücken erfolgt ' sind, abgelehnt. Der Reichskanzler von Beihmaun--Holweg wurde damals sofort, und zwar durch mich über den Inhalt d«r Unterredung unterrichtet. Ueber jene- Dinge, die ich damals selbst nicht wußte, konnte ich auch den Reichskanzler nicht aufklären. Wenn Herr Polzer orientiert tväre, so müßte er wissen, das; ich im Besitze jener Dotnulente bin, welche beweisen, daß ich . erst im Frühjahr 1918, also ein volles Jahr später, zur Kenntnis dieser nichtamtlichen Nebenpolitik kam. Bei solchen politischen Erinnerungen, welche Herr Polzer, wie cs scheint, nunmehr össentlich zn maclrrn wünscht, kommt «s nicht so sehr daraus an, was der einzelne behauptet, sondern was er betveisen kann. So . lange anscheinen-d so nnorientierte und daher nicht kompetente Personen wir Polzer über diese Fkaxe schreiben,- sehe ich keinerl Grund, das Beweismaterial zn veröfienG lichen. Mein Standpnnkt würde sich jedoch ändern, falls die Wahrheit ureiner Darstellung von kompetenter Seite bestritten würde. Ottokar Czernin". Amerikanische Hilfe sür die osteuropäischen Juden. Belmav, 18. August. sFunkspr. des Korr-Bur.) Henry N 0 s e ns e l i, Direktor des amerikanischjüdischen Unterstützungskomitees, hat angekündigt, daß das jüdische Unterstützungswerk bis Dezember 1919 7,500.000 Dollar ergeben muß, damit sechs. Millionen osteuropäische Juden mit- Nahrung, Kleiduirg und Arzneinntteln.versehen, werden können. BranWs über Palästina. Warschau, l^Angnst.' lTel. der „Wr. LRorgmUg.") In iner Ilmerredmig iiiitHDem Pariser Belichtetitatnr des h'.eügrn- „Iüdjsches Volt" äusM sich Loui? B r n uder s. der von semcm mehrwöchigen Anjcnthalt in Palästina soeben hier eingetrosten .ist, daß er eine größere Anzahl von Ela dien sowie 22 jüdische Kolonien in Paläsilna besucht habe. Ee^ habe dort ruft den verschiedenen jüdischen Vertretern betrests der Verbesserung der südischeii Lage gesprochen, ebetlsv bezüglich depNesoriu der Chalukka-Instiiulion des alten Iischnw, wozu at(e, sogar die Rabbiner m Scisted ihre Znftimmung gegeben habcn. Bevorstehende Tagung des amerikanischjüdischen Kongresses. Haag, 18. August. Aus N e w - B 0 x;l wird,gemeldet: Der a nt e c t f a n i s ch - i ü d i s ch c K 0 n g r e ß bereitet eine Znsammenknust vor..zur Besvrechnng der B c r i ch t e seiner Delegierten bei der F r r e d e n sk 0 n f e r e n z. Die Tagung wird das Iudcnpcobtcin in semem vollen Umiange behaudeln, sowohl die Paläsimau'agc, als auch die Probleme der Miildelhe isrechte in den verschiedenen Läiidern. L^oltschak vogelfrei. Ein Erlaß Ver Moskauer Räteregierung. Moskau, 18. Auglist. (Funlspr. des Korr.-Änr.) Der R a t d e r V 0 l k s k v m m i s s ä r e hat in Entspiechnug des . Willens des russischen Proletariats und der ärbeitendtu Massen. Sibiriens beschlossen: „ , , Der frühere zaristische Admiral K 0 l t s ch aß der sich vctrügerischerweise den Titel emcs Obersten Verwesers beigelegt hat, Mid sem „Ministerrat" werden hiermit a u st e r h a l b J) c r Gesetze g.e stell l. Alle Günstlinge und Pgcnlen Koltschaks und die'alliierten Beseblshaber m Sw'.rien sind, wo nnmer sie getrosten werden, soiort zu vethasten. Alle von Koltschak, feinem Rat und seinen Mandataren erlassenen Gesetze. Verordnungen, Befehle und Uebereinkommen werden hiermit widerrufe u. Eine norÄwestrussische Regierung in Reval. Paris, 18. August. (Funkspr. des Korr>Bnr.) Aus Kopenhagen wird aemeldet: In R e v a 1 ist ellw u 0 r d w e st r u s s i?■ .eh ' stl e giernug a u)f gestellt worden. Sievertritt vorläufig die ProWz Pleskaui ihr Haupt ist General I u d e n i t s ch,Ministerpräsident ist L ian 0 s 0 ff, Kriegsminisier S u w 0 r 0 f f, Minister des Innern Ä! erand r 0 t s, Minister für Bolksernähruug M a r r m 0 f f. Um das Zustandekommen der Regierung hat sich der britische Militärbevollmächtigte General Marsh besonders verdient gemacht. Die Antwort an Deutschösterreich. Saint-Germaiu, 18. August. (Korr.-.Brli.) Mit Rumänien ist ein vorläufiges Enivecnebmen erzielt worden und dre Ä n t w 0 r t n 0 t e sürDe u t s ch ö st e r r e 1 ch wird derzeit in den K 0 m m i s s i 0 n e n a n s g c a r b c r t e t. Verhaftung von Kommunisten bei Budapest. Engländer-Fodor hat sich erschossen. j BuVapest, 18. August. (Ung. Tel.-Korr.-Bitr.) In der Umgebung des in der Nähe voir Budapest gelegencii 'Slädich.enS' St. Andrä halten^ sich viele Budapester Ü v mm n n i st e n versteckt. Im Walde von St. Andrü hat sich gestern der .berüchtigte Kommunist Philipp En.glärrde r- I v d 0r, der uch 'LeichenxaUb ve»übt hap erschossen. §r hatte ich einig«? Tage in der. Villa eines.Budapester Led^ändlecsi «rsteckt urrb beging den Selbstmord', als ihn die Gradarinen mzingelt hatten und verhaften wollten. InT t. Ap brii iv-.n v.-n ,Wex. LZ KMIMipisteu.ve r h g jtc.t. a . *. >. 1