Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1919-08-17 · Heft 208 (17.8.1919) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
1 (1919)
Issue
Heft 208 (17.8.1919)
Date
1919-08-17
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2979076-2979077-2979285--01856-2987305
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Sk. 208 Wien, Sonntag Wiener MorgenzeiLnng ^7. August ms> ßfeÜe~S Kiffers Benesch und aller jener tschecho-slowakischsn Staatsmänner, die denk Ausland so schöne Sachen über ihren Liberalismus, Gerechtigkeitssinn und ihre demokratischen Traditionen zu sagen wissen, oder bei den Taten des Schrobar und Konsorten. Wenn die Wahrheit, welche jede öffentliche Diskussion über das Verhältnis von Reden und Taten im Punkte der Juden i» der Tschecho-Slowakei zutage fordern muß, den uniausweichlichen Skandal für die Tschechen bedeutet, so Ist bas die Sache derer, die für die aufgedccktcn Tatsachen verantwortlich sind. Es wird sich auch zeigen, vb die sürwakische Praxis und ihre Veranstalter wie Schrobar, Hodza, Jvanka und ihre ganze Clique, die 'trotz aller Vorstellungen, die bis au die höchsten Stelle» gegangen sind, so fest in ihren Sinekuren zu fitze» scheinen und so entschlossen in ihrer Ärbeit fortfahreu, nicht doch unter dem Druck der geeinigten fitt- Rcheu Ueberzeugung der zivilisierten Welt es vorziehen wolle«, ihre« Staat, der vor noch nicht ganz zehn Monate« im Zeichen der Freiheit, Gleichheit und Brüder. Üchkeit gegründet wurde, nicht noch weiter mit ihren Untaten zu belaste» - Die RKgKrischS VerwirrAKg. Neutrale Urteile über den Friedens- Vertrag. ' ©fe uns zugüdachten, ebenso ungerechten wie untzaSglicheu Friedensbedingungen haben nicht verfehlt, jm jene» Ländern, welche hier bedeutende Kapitalsin ter-- iesse» ihrer Staatsbürger zu vertreten haben, die größte Beunruhigung hervorzurufen. Man wertet diese Bedingungen sehr richtig als die vollständige Vernichtung beS deutschösterreichischen Wirtschaftslebens. Die unmittelbare Folge dieser Anschauung war ein neuerlicher, rapider Kurs fall der Krone aus den ne utralen Plätzen, wovon auch die tschecho-slowakische Krone nicht ver- Wmt blieb.? In der Schweiz, deren Guthaben und 'Interessen Stt de» Ländern der ehemaligen Kwnenwährung auf weit über eine Milliarde geschätzt werden, hat sich unter Führung der Vereinigung des schweizerischen BankjgewerbeS ein eigenes Schutzkomitee gebildet. Dieses Nimmt zur Frage der schweizerischen Kronenguthaben in einer ausführlichen Mtteilung in l>m „Basler Nächsten" vom 10. August Stellung. Der. bezüglichen Mrtteilmrg entnehmen wir folgende interessante Aus- Mhruugenr Es könne aus dem Text des Friedensvertrages nicht iemtvandfrei festgestellt werden, was mit den im Ausland liegenden, nicht ab gestempelten Kronennoten ex* Holgen soll und tvem diese eigentlich zur Last fallen werden. Dagegen müsse aus dem Text des Friedens- Vertrages geschlossen werden, daß die Guthaben alter Kwnenrechnung in deutschösterreichischen Kreditinstituten per beutschösterreichischen Republik allein zur Last fallen, ebenso wie auch alle im Zeitpunkte der Unterzeichnung pes Friedensvertrages im Auslande erliegenden Kriegsanleihetitel. Wenn es daher den deutschösterreichischen Delegierten nicht'gelingen sollte, eine wesentliche Milderung der Friedensbedingungen zü erreichen, so v»nd dem deutschösterreichischen Staate eine außerordentlich schwere finanzielle Belastung erwachsen, die er nach jöluficht kompetenter österreichischer Finanzkreise nicht zu tragen imstande sein dürste. Das Komitee hält sich für verpflichtet, von dieser Sachlage Kenntnis zu geben, muß es aber den Interessenten überlassen, zu entscheiden, wie in jedem einzelnen Falle die -gefährdeten Interessen gewahrt werden können, im. bespndexen auch darüber, ob die Realisierung der Guthaben Bis angezeigt erachtet wird. s Es verlautet auch, daß maßgebende Schweizer Kreise Eindringliche Vorstellungen in Paris gegen die finantziellen Klauseln des Friedensvertrages erhoben und insbesondere verlangt haben, daß zurnindest für die Guthaben de§ Auslandes die solidarische Haftung aller Nachfolgestaaten der alten Monarchie festgestellt werde'. Die im gleichen Sinne gehaltene Note de§ schweizerischen Gesandten Burcart, in welcher dieser den Standpunkt feiner Regierung bezüglich der Schweizer Guthaben gegenüber allen Nationalstaaten eindeutig präzisiert, ist noch in allgemeiner Erinnerung. Allerdings wurde hiese Note —- was hier nicht allgemein bekannt ist und «aus der offiziellen Verlautbarung auch nicht zu entnehmen war — bereits vor Veröffentlichung des zweiten Teiles des Friedensvertrages überreicht. Auch die Schweizer Presse nimmt einmütig gegen die uns zugedachten wirtschaftlichen Friedensbestimmungeu Stellung und konstatiert, daß insbesondere dre Bestimmungen über die Aufteilung der Kriegsanleihen Md der Banknoten der Gerechtigkeit und der Vernunft in gleicher Weise widersprechen. Zahlreiche. Bläfier, mtb zwar nicht nur in der Ostschweiz, sondern auch die uns bisher keineswegs freundlich gesinnten französischen Zeitungen der Westschweiz weisen auf die zahlreichen Protestkundgebungen der politischen und wirtschaftlichen Korporationen Deutschösterreichs, hin und geben anschließend ihrer Ueberzeugung Ausdruck, dajß man dem jungen Staate jede Lebensmöglichet varche, titann man ihm als dem kleinsten und wirtschaftlich schwächsten der Sukzessionsstaaten die Haftung fast für dw ganze Kriegsschuld aufbürdet, welche von' allen Sukzessionsstaaten gemeinsam ausgenommen und die ihnen allen in gleicher Weise zugute gekommen ist.'; So beschäftigt sich eben wieder das „Berner Tagb'latt" ist seiner Nummer von: 11. August an leitender Stelle mit unseren Finanzprob leinen. In diesem Ar- ' W i c n, 16. August. 'Ungarn bat eine neue Regierung. Zwar stich drei Portefeuilles noch unbesetzt, die S o s i a 11 ft c ii wergern sich vorläustg., an einer Negierung teilzunchmev, die vom Erchcrzog- Berwcser eingesetzt ist, aber die neue Regierung gehabt sich bereits j sehr leaitim.' Tic Erwartungen, die man von dem crsteir ungarischen Nestaurationskabinett hegen mochte, sind in der Tat pünktlich eingcirosseu, die neue ungarische Regierung hat einen starken r c a k t i o n ä r e n Zug und besteht zum Teil aus Vertretern der ungarischen Reaktion, zum anderen aus politischen Bedeutungslosigkeiten, die inan wohl als nichts anderes denn willfährige Werkzeuge der augenblicklich herrschenden Richtung ansehen mag. Auch das wenig vergnügliche Pariser Doppelspiel das man von P a r i s aus den. ungarischen Vorgängen gegenüber inszeniert hat und das um so deutlicher wird, je mehr man sich dort bemüht, die Karten zu verhüllen, hält au. Während früher die Kommission der Ententegenerale alle, Bollnrachien haben sollte, will sich nunmehr der Oberste Rat die letzte Entscheidung Vorbehalten und die Generale haben feine Entscheidungen bloß den Rumänen zur Ausführung zu überweisen. Rumänien hat neben dem militärischen nun auch den diplomatischen Feldzug gewonnen, es dürfe weiter in Ungarn hausen und nnt der offenen Begründung, daß fern Land während des Krieges genügsam ausgeplündert worden sei, unbekümmert um die einstigen W a f f e n st i l l st a n d s b d i n g u n g e n fort schleppen, was nur zu erreichen ist. Freilich heißt es, die Verteilung des erbeuteten Materials habe im Einverständnis zwischen Ungarn und den Alliierten zu erfolgen. Und während Rumänien versichert, in die Bolksentschcrdung über die künftige Staatssorm nicht im nriudrsten eingreifen zu wollen und der offiziöse Pariser „Tcmps" dre . Gefahr der Habsburger-Restauration die Wand malt, will der Verdacht nicht verstummen, als ob an hier allen Ablcugnungen zum Trotz dre P o l i t i k ©lernen* ceaus die Hand im Spiele habe, um die befürchtete Revolution durch die hinter den Kuliffm geförderte Reaktion zu bekämpfen. Schon an der Formel des Eides, welchen die ungarischen Minister geleistet haben, merkt man, wohin der Kurs gehen will. Daß Europa nicht zur Ruhe kommen kann, - wenn solche Methoden emgeschlagen werden, liegt auf der Hand und letzten Endes wird es wieder das ungarische Volk sein, welches die Kosten der abenteuerlichen Politik der heute wieder herrschenden Cliquen zu bezahlen haben wird. Inzwischen setzen die mmänischen Truppen ihren Vormarsch fort, sie stehen bereits in V e s z p r i m und Gran und rücken gegen S t n h l w e i ß e n b n r g und K o m o r n vor; die Tschechen haben die D o n a u überschritten und verkündigen durch Maueranschläge, daß die Besetzung auf Beseht dev Entente erfolgt sei. Gestern sind auch mehrere englische Monitore in B u d a v e st eingerroffen. Wahrend so die Besetzung Ungarns durch Rumänen, Tschechen und Jugoslaven beständig fortschreitet, ist eine offizielle Anerkennung des Erzherzog- Verwesers durch die Entente bishernicht erfolgt und die Nachbarstaaten blicken mrt ungemindertem Mißtraue n ans die Vorgänge in Ungarn. Die jugoflavischeDelegation auf der Friedenskonferenz hat dieser eine Note überreicht, worin sie fordert, daß in Ungarn eine Negierung aus demokratischen Elementen gebildet werde und der Regierung des Erzherzogs die Anerkennung verweigert werde, da die Rückkehr der Habsburger-Macht Hoffnungen bei den H o h e n zollern erwecken und für die aus,per Monarchie entstandenen Länder eine ernste Gefahr bedeuten konnte. ' Zluch StaaLskanzler Dr. Renuer ' hat auf der Reise nach Saiut-Germain gegenüber einem Journalisten seine Besorgniffe über die Vorgänge in Ungarn unverbohlm geäußert. Mau lasse Deutschösterreich nicht zur Ruhe kommen und die K o m m u n i st e n in Wien rührten sich wieder, sowie ihnen bekannt wurde, daß der Erzherzog in Budapest unter der Aegide von Ententetruppen ein z w e i d e ü t i g e s System begrrindm wolle. Auch bei der B o l k s w e h r, die anfänglich das Sorgenkind für viele Leute war, sich jedoch in der letzten Zeck deutlich zu einer staatstreuen Truppe herausgebisdet hatte, sei eine große Gährung entstanden und ste habe bereits den Entschluß kundgegeben, angesichts der Gefahr einer monarchistischen Restauration . --/'O keine Weitere Herabsetzung ihrer Zahl zu dulden. Der Versuch zur Wiederherstellung der Monarchie m Deulschösterreich könnte nur zu einer blutigen N i e d e r l a g e der Reaktionäre führen, aber es wäre sehr un» angenehm, unsere ruhige Entwicklung auf einmal durch neue Kämpfe unterbrochen zu sehen. Die Entente, insoweit sie hinter Erzherzog Josef stehen sollte, habe wieder einmal eine sehr n n g 1 ü ck l i ch e Hand bewiesen. Die neue ungarische Regierung solle ' kennzeichnender Weise erklärt haben, daß die Nationalversammlung, die über die Staatsform zu entscheiden haben ivcrde, auf Grund des bestehenden Wahlrechtes gewählt werden sollen, also aus Grund des reaktionärsten Wahlrechtes von Europa. In dieser durch die Budapester Ereignisse geschaffenen Atmosphäre solle man nun die FriedenSbedingungen für Deutschöstcrrcich entgegennehmen, welche derartig seien, daß man in Wien bereits das Schlagwvrt vom anbefohlenen Bankerott geprägt habe. Aus den Worten ,dc§ Staatskanzlers spricht deutlich die Sorge vor möglichen Verwicklungen,, welche die Ereignisse iu Ungarn für Deutschösterreich mit sich bringen könnten. Nnr die ^tschechische Regierung hat Vertrauen zur Haltung der Entente und ihr Preßbureau meldet, nach verläßlichen Pariser Nachrichten beabsichtigen die Ententemächte in keiner Weife, weder direkt noch indirekt die A s p ir a,t i o ne n d er .Habsburger zu unterstützen oder irgendwie das jetzige nicht dem Staatsbanken) tt" — wird unser Staatsvorauschlagt eingehend zergliedert. Das Blatt konstatiert, daß die finanziellen Beringungen von Sainb-Germam Deutschösterreich allem mit mehr als 50 Prozent der Verpflichtungen des alten Oesterreich belasten würden und' daß unter diesen Umständen allen Berechnungen des Budgets wie auch allen Sanierungsplänen jeder Boden entzogen sei. Sellbst die Vermögensabgabe könne unter diesen Verhältnissen eine Erleichterung der Lage nicht herbeiführen. Aus den Ausführungen des Staatssekretärs Dr. Schumpeter ergibt sich, daß von einem Bankerott gar keine Rüde sein könnte, wenn von außen nichts zu befürchten wäre. Der Staatssekretär sage jedoch, selbst, daß durch die Friedensbedingungen der Weg zu einer rationellen 'Friedenswirtschaft zerstört werde, schon deshalb, weil es einfach unmöglich sei, die gegenwärtigen Einnahmen von 1.3 Milliarden aus das Vierfache zu steigern und weil diese Friedensbedingungen Deutschösterreich jeden Ausweg politisch wie finanziell versperren. „Angesichts dieser mit Ziffern belegten Erklärungen," fügt das Blatt hinzu, „müßte Paris, so sollte man meinen, endlich einlenken. Die Ententestaatsrnänner mit ihrem Unsehlbarkeitsdimkel werden sich aber erst durch die bittere Erfahrung belehren lassen, mag tu der .Zeit bis dahin ein ganzes Volk und ein StaatsürejLy, auch zugrundegehen, es kümmert sie nicht." . ji i? y. j. _’ in allen Brei»la>ien. yievaratnren unter Garantie. Farbbänder Mt alle Systeme. ersNlassiges Material. LW. Kuzcr, Wien, 011., Weßbahustraße M Telep.bou-31537« s ck a u u n g der. ganzen Entente über das ungarische Ereignis gesichert. Zwischen einem Habsburger-Magyaren und der tschechoslowakischen Republik wäre jede gemeinsameArbeit ausgeschlossen. Auch die Schweizerische Depeschrn-Agentur dementiert die Nachricht, daß die Herzogin von Parma den Geheimbericht C^zernins anErzberger weiter» gegeben habe, daß die Fäden i r g e n d w e l ch c r auf die W i e d e r h e r st e l l u n g der Monarchie in Oesterreich oder Ungarn abzielenden angeblichen Verhandlungen zwischen dem srüHeren Kaiser Karl und England von der Herzogin von Parma gesponnen worden seien, daß in den letzten Tagen ejn lebhafter Verkehr mit der anr Genier See wellenden Kaisersamilie zu beobachten ,war, wobei angedeutet wurde, daß Kaiser Karl besonders mit dem Prinzen Wmdischgractz und dem Grafen Berchtold verhandelt habe, ferner, daß der Kaller^vor einigen Tagen' die Schweiz verlassen habe und daß sein Sekretär Erklärungen über das Verhältnis der Entente zu Kaiser Karl und über Stellungnahme zu den Ereignissen abgegeben haben soll. Inzwischen gehen die Verhaftungen in Ungarn zweiter. Der Führer der - Lenin buben Czerny ist ergriffen worden, ebenso. Zoltan V a j d a , der gewesene Oberkommandant der Roten Wache. Auch in der Frage-der Auslrefevung der politischen Flüchtlinge, die in Deutschösterrelch ein Asyl gesunden baben. will man nicht auf halbem Wege stehen.bleiben und die Kriminalabteilung der Budapester Oberstadtbauptmannschast bat an sämtliche Verwaltungs- und Polizeibehörden sowie an die P o l iz ei di r e k tio n in Wien folgendes Ersuchen gerichtet: ' Ich ersuche Sie. die gewesenen Volksbeauftragten: 1. Bela Kun, 2. Eugen Landler, 3. Bela V a g o, 4. Karl Bantu s, 5. Eugen H a m b u r g e r, 6. Bela S z e k e l y, 7. Siegmuud Ku nf i, 8. Georg Luk a cs, 9. Dtsider B o k a n y i. 10. Rudolf F i b 1 e r, 11. Mathias N a l o s i, 12. Josef O g a n y i, 13. Bela Szanto, 14. Engen V a r g a, 15. Zoltan Roua i, 16. Stefan La d a y. 17. Wilhelm Bob m, 18. Julius H e v e s i, 19. Heinrich Kalmar, 20. Moritz Erdelhi. 21. Arthur I l l 6 §, ferner den gewesenen Präsidenten des Budapeftcr Soldaten- und Arbeiterrates Stefan Biermann, welche der Verbrechen des M o r d e s, des R a u b e s, der G e l d f a l s ch u u g, de r Verletzung der persönlichen Freiheit und der Verletzung des W o h n u n g s r e ch t e s als Täter oder Anstifter mit Grund verdächtigt werden, im Sprengel ihrer Zuständigkeit suchen zu lassen, sie im Falle des Ausfiudens in, V o r u n t e r s u ch u n g s h a f t zu nehmen und hievon die Oberstadthauptmannschaft telegraphisch zu verständigen. , Daß unsere Regierung den Forderungen der Budapester Regierung Nachkommen wird, ist wohl nicht anzunehmen. Man will hierzulande vom Kommunismus unbehelligt bleiben, hat aber wenig Neigung, der Budapester Reaktion Schergendlenste zu leisten. ' * Die ZlMsch-rvirtschaMche Frage in der Slowakei. Aeber die Beratungen des slowakischen Klubs vom 12. und 13. d. M. berichtet das Tschecho-slowakische Preßbureau u. a>: „Bezüglich der Frage der Lizenzen überwog nach dein Referat des Dr. Medvecky die Ansicht, daß man diese Frage allmählich lösen solle, in erster Linie in den kleineren G e m e i n d e n, und daß man, sobald als möglich, mit der Aufhebung der überzähligen Lizenzen auf Zuteilung von Getränken beginnen solle." , ' Die Frage der Lizenzen besteht darin, wie man so schnell als möglich alle jüdischen Kaufleute beseitigen und durch die Günlstlnge der Negierung ersetzen könnte, die allmähliche Lösung darin,^ daß dem Negierungsprogramm zufolge die Landjuden vor den, städtischen ruiniert werden, damit sich endlich diejenigen Lcute^ die nicht imstande sind, sich mit wirlschaftlichen Mitteln zu behaupten, zur Geltung bringen können. Wsstungarns 2lnfchluß an Dentschssterreich. Gestern kam eine große. Anzahl von Vertretern der! deutschen und kroatischen Geinemden, insbesondere der Kvmi-s tato Oedenburg und Wieselbnrg "über die Grenz« nach Dcutschösterreich und hatten hier Besprechungen über dem A n s ch l u ß W e st u n g a r n s an Deutschösterreich. Die Weft-i Ungarn berichten unter anderem, daß 94 Prozent brr gö-i samten-Bevölkerung von .Westungarn' für den Anschluß an;» Deutschösterreich seien. Die NegierungSorgane in den Komitatcm Oedeubilrg und Wieselburg haben jedoch die strenge Weisung^ gegen jedermann, der vom Anschluß an Deutschösterreich^ freche, mit den schärfsten Mitteür einLuschreiten und'. Verhaftungen vorzunehmen. ' * , Sämtliche Gemeinden. sind für den Anschluß und nur einige' wenige unmittelbar an der Grel,ze gelegene Geiueiitden sind? l gegen den Anschluß. Es sind dies solche Gemeinden, welche.- den schwunghaften Schmuggel nacb Deutschösterreich rreibery und 'fürchten, durch den Anschluß mn ihr erntrügliches schüft zu kommen. Große Erregung herrscht in Westungarx) über die Rolle, die jetzt der frühere Gonvenreur Geza. Zsombor spielt, der sich jetzt angeblich in Paris bef^vcLj und., dort, den..Aatcklnü iivtu**

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.